<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Torus</id>
	<title>Torus - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Torus"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Torus&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-31T02:29:49Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Torus&amp;diff=43869&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Darkking3: m</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Torus&amp;diff=43869&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-28T14:49:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;m&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Torus.svg|mini|Torus]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Torus cycles001.svg|mini|Die Menge der Punkte mit dem Abstand &amp;lt;math&amp;gt;r&amp;lt;/math&amp;gt; von der [[Kreis]]linie mit Radius &amp;lt;math&amp;gt;R&amp;lt;/math&amp;gt; bilden einen Rotationstorus.]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Torus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Plural]] &amp;#039;&amp;#039;Tori&amp;#039;&amp;#039;, von {{laS|torus}})&amp;lt;ref&amp;gt;{{Georges-1913-Latein |Lemma=torus |BK-Nummer=1 |Band=2 |Spalte=3158 |SpalteBis=3159 |zenoID=20002697009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es gibt einige andere heute nicht mehr gebräuchliche historische Verwendungen des Begriffs &amp;#039;&amp;#039;Torus:&amp;#039;&amp;#039; {{Herder-1854 |Lemma=Torus |Band=5 |Seite=500 |zenoID=2000354558X}} {{Pierer-1857 |Lemma=Torus |Band=17 |Seite=707 |zenoID=20011122501}} {{Meyers-1905 |Lemma=Torus |Band=19 |Seite=631 |zenoID=20007594860}} {{Brockhaus-1911 |Lemma=Torus |Band=2 |Seite=851 |zenoID=20001626183}} {{Britannica 1911 |Lemma=Torus |Band=27 |Seite=79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ist ein [[mathematisches Objekt]] aus der [[Geometrie]] und der [[Topologie (Mathematik)|Topologie]]. Er ist eine wulstartig geformte [[Fläche (Mathematik)|Fläche]] mit einem Loch, ähnlich der Gestalt eines [[Rettungsring]]s, [[Fahrradschlauch]]s oder [[Donut]]s. Auch ein [[O-Ring]] ({{frS|Joint torique}}, wörtlich: torische Dichtung) hat die Form eines Torus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele für im [[dreidimensional]]en [[Raum (Mathematik)|Raum]] eingebettete Tori sind die Rotationstori. Rotationstori sind [[Rotationsfläche]]n, die man erhält, indem man einen [[Kreis]] um eine Achse rotieren lässt, die in der Kreisebene liegt und den Kreis nicht schneidet. Falls man nicht nur die Kreislinie, sondern die gesamte [[Kreisfläche]] rotieren lässt, erhält man einen [[Volltorus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ausgedrückt wird ein Rotationstorus aus derjenigen [[Menge (Mathematik)|Menge]] an [[Punkt (Geometrie)|Punkten]] gebildet, die von einer [[Kreis]]linie mit Radius &amp;lt;math&amp;gt;R&amp;lt;/math&amp;gt; den festen Abstand &amp;lt;math&amp;gt;r&amp;lt;/math&amp;gt; mit &amp;lt;math&amp;gt;r&amp;lt;R&amp;lt;/math&amp;gt; haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Torus from rectangle.gif|mini|Man erhält den Torus durch Verkleben gegenüberliegender Seiten eines Zylinders.]]&lt;br /&gt;
Ein Torus kann auch durch Identifizieren der Seiten eines Parallelogramms konstruiert werden. Dabei wird die rechte Kante des [[Parallelogramm]]s mit seiner linken Kante und die obere mit der unteren Kante verheftet. Diese [[Topologie (Mathematik)|Topologie]] benutzen auch viele Computerspiele: Verlässt ein Spielobjekt auf einer Seite das Spielfeld, so taucht es auf der gegenüberliegenden Seite wieder auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Konstruktionen sind Spezialfälle der allgemeinen mathematischen Definition, die einen Torus als das [[Topologisches Produkt|topologische Produkt]] zweier Kreise definiert. Dieser Begriff spielt in zahlreichen Gebieten der [[Mathematik]] eine Rolle, neben [[Topologie (Mathematik)|Topologie]] und [[Differentialgeometrie]] ist er unter anderem in der [[Fourier-Analysis]], der Theorie [[Dynamisches System|dynamischer Systeme]] ([[Invariante (Mathematik)|invariante]] Tori in der [[Himmelsmechanik]]), der [[Funktionentheorie]] und der Theorie [[Elliptische Kurve|elliptischer Kurven]] von Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rotationstori liefern eine konkrete [[rotationssymmetrisch]]e Realisierung dieser Fläche im [[dreidimensional]]en [[Euklidischer Raum|euklidischen Raum]]. Von besonderer Wichtigkeit für viele Anwendungen in theoretischer [[Mathematik]] und [[Physik]] sind sogenannte flache Tori und ihre Einbettung in den [[vierdimensional]]en [[Raum (Mathematik)|Raum]]. Diese haben die [[Krümmung]] null und die maximal mögliche [[Symmetrie (Geometrie)|Symmetrie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Torus ist eine [[zweidimensional]]e [[Fläche (Mathematik)|Fläche]]. Allgemeiner betrachtet man in der [[Mathematik]] auch den &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-Torus, eine den zweidimensionalen Torus verallgemeinernde &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-dimensionale [[Mannigfaltigkeit]]. Davon abweichend finden sich in der deutschsprachigen Literatur gelegentlich auch die Bezeichnungen Doppeltorus, Tripeltorus etc. für Flächen mit zwei, drei und mehr Löchern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Volumen ==&lt;br /&gt;
Das [[Volumen]] des Volltorus, der vom Torus ummantelt wird, lässt sich als [[Volumenintegral]] über die [[Funktionaldeterminante|Jacobi-Determinante]] (die [[Jacobi-Matrix|Determinante der Funktionalmatrix]]) berechnen. Die [[Jacobi-Matrix]] zur Parametrisierung des Torus lässt sich wie folgt angeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;J_f = \frac{\partial \left(x,y,z \right)}{\partial \left(r, t, p \right)} =&lt;br /&gt;
\begin{pmatrix}&lt;br /&gt;
\partial_r x &amp;amp; \partial_t x &amp;amp; \partial_p x \\&lt;br /&gt;
\partial_r y &amp;amp; \partial_t y &amp;amp; \partial_p y \\&lt;br /&gt;
\partial_r z &amp;amp; \partial_t z &amp;amp; \partial_p z \\&lt;br /&gt;
\end{pmatrix} =&lt;br /&gt;
\begin{pmatrix}&lt;br /&gt;
\cos(t) \cos(p) &amp;amp; - R \sin(t) - r \sin(t) \cos(p) &amp;amp; - r \cos(t) \sin(p) \\&lt;br /&gt;
\sin(t) \cos(p) &amp;amp; R \cos(t) + r \cos(t) \cos(p) &amp;amp; - r \sin(t) \sin(p) \\&lt;br /&gt;
\sin(p) &amp;amp; 0 &amp;amp; r \cos(p)&lt;br /&gt;
\end{pmatrix}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;\det (J_f) = r \cdot \left(r \cos(p) + R\right)&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Funktionaldeterminante]] ist hier also gleich der [[Norm (Mathematik)|Norm]] des Flächennormalenvektors.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;V = \int_{V} \mathrm dV = \int_{\Gamma} \det (J_f) \ \mathrm d\Gamma = \int_{0}^{2\pi}\int_{0}^{2\pi}\int_{0}^{r} \left(Rr+r^2\cos(p)\right) \ \mathrm dr \ \mathrm dp \ \mathrm dt = 2\pi^2 r^2 R&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man erhält also für das Volumen des Volltorus &amp;lt;math&amp;gt;V = 2\pi^2 r^2 R&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Formel]] für das [[Volumen]] lässt sich so interpretieren, dass die [[Kreisfläche]] &amp;lt;math&amp;gt;A_r = \pi r^2&amp;lt;/math&amp;gt; mit dem [[Umfang (Geometrie)|Umfang]] &amp;lt;math&amp;gt;U_R = 2\pi R&amp;lt;/math&amp;gt; [[Multiplizieren|multipliziert]] wird (siehe [[Rotationskörper#Zweite Regel|Zweite Guldinsche Regel]]). Dies kann man zum Verständnis in Analogie zum [[Zylinder (Geometrie)|Zylindervolumen]] &amp;lt;math&amp;gt;V_\text{zyl} = \pi r^2 l&amp;lt;/math&amp;gt; setzen. Mit dem [[Flächeninhalt]] der Oberfläche verhält es sich genauso, hier werden die Umfänge &amp;lt;math&amp;gt;U_r = 2\pi r&amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;U_R = 2\pi R&amp;lt;/math&amp;gt; miteinander multipliziert (siehe [[Rotationskörper#Erste Regel|Erste Guldinsche Regel]]). Dies steht ebenfalls in Analogie zur [[Zylinder (Geometrie)|Zylinderoberfläche]] &amp;lt;math&amp;gt;O_\text{zyl} = 2\pi r l&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man nur den inneren Teil des Torus, der von der &amp;lt;math&amp;gt;z&amp;lt;/math&amp;gt;-Achse einen [[Abstand]] kleiner gleich &amp;lt;math&amp;gt;R&amp;lt;/math&amp;gt; hat, ergibt sich das [[Volumen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;\int_{0}^{2\pi}\int_{\tfrac{\pi}{2}}^{\tfrac{3\pi}{2}}\int_{0}^{r} \left(Rr + r^2\cos(p)\right) \ \mathrm dr \ \mathrm dp \ \mathrm dt = \pi r^2 \left(\pi R - \tfrac{4r}{3}\right)&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der äußere Teil des Torus, der von der &amp;lt;math&amp;gt;z&amp;lt;/math&amp;gt;-Achse einen [[Abstand]] größer gleich &amp;lt;math&amp;gt;R&amp;lt;/math&amp;gt; hat, hat das [[Volumen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;\int_{0}^{2\pi}\int_{\tfrac{3\pi}{2}}^{\tfrac{\pi}{2}}\int_{0}^{r} \left(Rr + r^2\cos(p)\right) \ \mathrm dr \ \mathrm dp \ \mathrm dt = \pi r^2 \left(\pi R + \tfrac{4r}{3}\right)&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Oberfläche ==&lt;br /&gt;
Die Oberfläche des Torus mit der obigen [[Parameterdarstellung]] ist&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;A_O = 4\pi^2 r R&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese [[Formel]] lässt sich entweder mit der [[Rotationskörper#Erste Regel|Ersten Guldinschen Regel]] herleiten aus&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;A_O = 2\pi r \cdot 2\pi R&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
oder mit Hilfe des [[Oberflächenintegral]]s&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;A_O = \iint \mathrm dA = \int_{t=0}^{2\pi} \int_{p=0}^{2\pi} r(R + r \cos(p)) \ \mathrm dp \ \mathrm dt&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
berechnen. Dabei ist &amp;lt;math&amp;gt;\mathrm dA = r(R + r \cos(p)) \ \mathrm dp \ \mathrm dt&amp;lt;/math&amp;gt; das [[Funktionaldeterminante|Oberflächenelement]] des Torus in der obigen [[Parameterdarstellung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Torus [[Mannigfaltigkeit mit Rand|berandet]] einen 3-dimensionalen [[Volltorus]]. Das [[Volltorus#Volumen des Volltorus|Volumen des Volltorus]] beträgt &amp;lt;math&amp;gt;V = 2\pi^2 r^2 R&amp;lt;/math&amp;gt; (siehe [[Rotationskörper#Zweite Regel|Zweiten Guldinschen Regel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man nur den inneren Teil des Torus, der von der &amp;lt;math&amp;gt;z&amp;lt;/math&amp;gt;-Achse einen [[Abstand]] kleiner gleich &amp;lt;math&amp;gt;R&amp;lt;/math&amp;gt; hat, ergibt sich die Oberfläche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;\int_{t=0}^{2\pi} \int_{p=\tfrac{\pi}{2}}^{\tfrac{3\pi}{2}} r(R + r \cos(p)) \ \mathrm dp \ \mathrm dt = 2\pi r \left(\pi R - 2r\right)&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der äußere Teil des Torus, der von der &amp;lt;math&amp;gt;z&amp;lt;/math&amp;gt;-Achse einen [[Abstand]] größer gleich &amp;lt;math&amp;gt;R&amp;lt;/math&amp;gt; hat, hat die Oberfläche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;\int_{t=0}^{2\pi} \int_{p=\tfrac{3\pi}{2}}^{\tfrac{\pi}{2}} r(R + r \cos(p)) \ \mathrm dp \ \mathrm dt = 2\pi r \left(\pi R + 2r\right)&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Torus als Rotationsfläche ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Torus 3d.png|rechts|rahmenlos|400px]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Half Torus, Radial Cut.stl|mini|200px|Ein radial …]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Half Torus, Diagonal Cut.stl|mini|200px|… und ein entlang der Kreislinie mit Radius &amp;lt;math&amp;gt;R&amp;lt;/math&amp;gt; aufgeschnittener Torus in 3D]]&lt;br /&gt;
Ein Rotationstorus ist eine [[Rotationsfläche]], die durch [[Drehung|Rotation]] eines [[Kreis]]es um eine in der Kreisebene liegende und den Kreis nicht schneidende [[Rotationsachse]] erzeugt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Ilja N. Bronstein, Konstantin A. Semendjajew: &amp;#039;&amp;#039;Taschenbuch der Mathematik.&amp;#039;&amp;#039; Harri Deutsch Verlag, 1983, ISBN 3-87144-492-8, S.&amp;amp;nbsp;253.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ulrich Graf (Mathematiker)|Ulrich Graf]], [[Martin Barner]]: &amp;#039;&amp;#039;Darstellende Geometrie.&amp;#039;&amp;#039; Quelle &amp;amp; Meyer, Heidelberg 1961, ISBN 3-494-00488-9, S.&amp;amp;nbsp;202, 209.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;C. Leopold: &amp;#039;&amp;#039;Geometrische Grundlagen der Architekturdarstellung.&amp;#039;&amp;#039; Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-018489-X, S.&amp;amp;nbsp;123, 129.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Rotationstorus kann als [[Menge (Mathematik)|Menge]] der [[Punkt (Geometrie)|Punkte]] beschrieben werden, die von einer Kreislinie mit Radius &amp;lt;math&amp;gt;R&amp;lt;/math&amp;gt; den festen [[Abstand]] &amp;lt;math&amp;gt;r&amp;lt;/math&amp;gt; haben, wobei &amp;lt;math&amp;gt;r&amp;lt;R&amp;lt;/math&amp;gt; ist. In kartesischen [[Koordinatensystem|Koordinaten]] &amp;lt;math&amp;gt;x,y,z&amp;lt;/math&amp;gt; mit der {{nowrap|&amp;lt;math&amp;gt;z&amp;lt;/math&amp;gt;-Achse}} als Rotationsachse und den [[Mittelpunkt]]en des rotierenden Kreises in der {{nowrap|&amp;lt;math&amp;gt;xy&amp;lt;/math&amp;gt;-Ebene}} wird er durch die Gleichung: &amp;lt;math&amp;gt;\left(\sqrt{x^2+y^2}-R\right)^2+z^2 = r^2&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
beschrieben. Durch Beseitigen der Wurzel ergibt sich die Gleichung 4. Grades&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;\left(x^2+y^2+z^2 + R^2 - r^2\right)^2 = 4R^2\left(x^2+y^2\right).&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann in der Torusoberfläche eine toroidale [[Koordinatensystem|Koordinate]] &amp;lt;math&amp;gt;t&amp;lt;/math&amp;gt; und eine dazu senkrechte poloidale Koordinate &amp;lt;math&amp;gt;p&amp;lt;/math&amp;gt; einführen. Man denkt sich den Torus als durch einen [[Kreis]] entstanden, der um eine in der Kreisebene liegende Achse rotiert wird. Den Radius des ursprünglichen Kreises nennen wir &amp;lt;math&amp;gt;r&amp;lt;/math&amp;gt;, dieser Kreis bildet auch gleichzeitig eine [[Koordinatenlinie]] von &amp;lt;math&amp;gt;p&amp;lt;/math&amp;gt;. Den Abstand des [[Kreismittelpunkt]]s von der Achse nennen wir &amp;lt;math&amp;gt;R,&amp;lt;/math&amp;gt; die Koordinatenlinien von &amp;lt;math&amp;gt;t&amp;lt;/math&amp;gt; sind Kreise um die [[Drehachse]]. Beide Koordinaten sind Winkel und laufen von &amp;lt;math&amp;gt;0&amp;lt;/math&amp;gt; bis &amp;lt;math&amp;gt;2\pi&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parametrisierung ===&lt;br /&gt;
Die Umrechnung von Toruskoordinaten in [[kartesische Koordinaten]] erfolgt so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;\begin{pmatrix} x \\ y \\ z \end{pmatrix} = R \cdot \begin{pmatrix} \cos(t) \\ \sin(t) \\ 0 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} \cos(t) \cdot \cos(p) \\ \sin(t) \cdot \cos(p) \\ \sin(p) \end{pmatrix}=\begin{pmatrix} (R + r \cdot \cos(p)) \cos(t) \\ (R + r \cdot \cos(p)) \sin(t) \\ r \cdot \sin(p) \end{pmatrix}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Toruskoordinaten sind in der Kernfusionstechnologie von Bedeutung, siehe [[Kernfusionsreaktor#Magnetfeld|Kernfusionsreaktor]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ebene Schnitte ===&lt;br /&gt;
# Schnitte mit [[Ebene (Mathematik)|Ebenen]], die &amp;#039;&amp;#039;die [[Rotationsachse]] enthalten&amp;#039;&amp;#039;, sind Kreispaare.&lt;br /&gt;
# Schnitte mit Ebenen, die &amp;#039;&amp;#039;zur Rotationsachse senkrecht sind&amp;#039;&amp;#039;, sind Kreispaare oder ein [[Kreis]] oder leer.&lt;br /&gt;
# Eine &amp;#039;&amp;#039;zur Rotationsachse parallele Ebene&amp;#039;&amp;#039; schneidet aus einem Torus eine [[spirische Kurve]] aus. In Sonderfällen kann dies eine [[Cassinische Kurve]] sein.&lt;br /&gt;
# Eine &amp;#039;&amp;#039;geneigte Ebene, die zwei Erzeugerkreise berührt&amp;#039;&amp;#039;, schneidet [[Villarceau-Kreise]] aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tori in der Darstellenden Geometrie ===&lt;br /&gt;
In der [[Darstellende Geometrie|Darstellenden Geometrie]] verwendet man Teile eines Torus zur Konstruktion von Übergangsflächen zwischen [[Zylinder (Geometrie)|Zylindern]]. Die Darstellung eines Torus durch seinen Umriss findet man in [[Umrisskonstruktion]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeine Definition ==&lt;br /&gt;
[[Datei:torus cycles.svg|mini|Der 2-dimensionale Torus als Produkt zweier Kreise]]&lt;br /&gt;
Mit &amp;lt;math&amp;gt;\mathbb{S}^1&amp;lt;/math&amp;gt; werde der [[Kreis]] (die [[Topologische Sphäre|1-Sphäre]]) bezeichnet. Der &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-Torus ist dann definiert durch&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;\mathbb{T}^n := \underbrace{\mathbb{S}^1 \times \cdots \times \mathbb{S}^1}_{n\ \text{mal}}&amp;lt;/math&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wobei &amp;lt;math&amp;gt;\times&amp;lt;/math&amp;gt; das [[Produkttopologie|Produkt topologischer Räume]] ist. Die im vorhergehenden Abschnitt beschriebene [[Rotationsfläche]] ist ein 2-Torus. Der 2-Torus wird meist einfach Torus genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;John M. Lee: &amp;#039;&amp;#039;Introduction to Smooth Manifolds&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Graduate Texts in Mathematics 218.&amp;#039;&amp;#039;) Springer-Verlag, New York NY u.&amp;amp;nbsp;a. 2003, ISBN 0-387-95448-1, S.&amp;amp;nbsp;8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Topologische Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
=== Struktur einer Mannigfaltigkeit ===&lt;br /&gt;
Der &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-Torus ist eine [[topologische Mannigfaltigkeit]]. Dies folgt aus der Tatsache, dass der &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-Torus das [[Topologisches Produkt|topologische Produkt]] aus &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; 1-[[Sphäre (Mathematik)|Sphären]] ist und die 1-Sphäre selbst eine topologische Mannigfaltigkeit ist. Die 1-Sphäre ist zusätzlich auch eine [[differenzierbare Mannigfaltigkeit]] und, da das [[Kartesisches Produkt|Produkt]] differenzierbarer Mannigfaltigkeiten wieder eine differenzierbare Mannigfaltigkeit ergibt, ist der &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-Torus ebenfalls eine differenzierbare Mannigfaltigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;John M. Lee: &amp;#039;&amp;#039;Introduction to Smooth Manifolds&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Graduate Texts in Mathematics 218.&amp;#039;&amp;#039;) Springer-Verlag, New York NY u.&amp;amp;nbsp;a. 2003, ISBN 0-387-95448-1, S.&amp;amp;nbsp;21.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Dimension (Mathematik)|Dimension]] von &amp;lt;math&amp;gt;\mathbb{T}^n&amp;lt;/math&amp;gt; ist gleich &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Topologische Eigenschaften ===&lt;br /&gt;
Ebenfalls direkt aus der Definition folgt, dass der &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-Torus [[Kompakter Raum|kompakt]] ist. Außerdem ist er [[Wegzusammenhängender Raum|wegzusammenhängend]]. Im Gegensatz zur &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-Sphäre ist der &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-Torus für &amp;lt;math&amp;gt;n &amp;gt; 1&amp;lt;/math&amp;gt; nicht [[Einfach zusammenhängender Raum|einfach zusammenhängend]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Abbildung (Mathematik)|Abbildung]] &amp;lt;math&amp;gt;q \colon \R^n \to \mathbb{T}^n&amp;lt;/math&amp;gt;, definiert durch &amp;lt;math&amp;gt;(x_j)_j \mapsto (\exp(2 \pi \mathrm{i} x_j))_j&amp;lt;/math&amp;gt;, ist die [[universelle Überlagerung]] des &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-Torus.&amp;lt;ref&amp;gt;Tammo tom Dieck: &amp;#039;&amp;#039;Topologie.&amp;#039;&amp;#039; de Gruyter, Berlin 2000, ISBN 3-11-016236-9, S.&amp;amp;nbsp;52.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lie-Gruppe ===&lt;br /&gt;
Die 1-[[Sphäre (Mathematik)|Sphäre]], aufgefasst als [[Kreisgruppe]], ist außerdem eine [[Lie-Gruppe]]. Da das [[Direktes Produkt|Produkt]] mehrerer Lie-Gruppen mit der komponentenweisen [[Multiplikation]] wieder eine Lie-Gruppe ist, ist auch der &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-Torus eine Lie-Gruppe.&amp;lt;ref&amp;gt;John M. Lee: &amp;#039;&amp;#039;Introduction to Smooth Manifolds&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Graduate Texts in Mathematics 218.&amp;#039;&amp;#039;) Springer-Verlag, New York NY u.&amp;amp;nbsp;a. 2003, ISBN 0-387-95448-1, S.&amp;amp;nbsp;39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eingebettete Tori ==&lt;br /&gt;
=== Flache Tori ===&lt;br /&gt;
[[Datei:FLSCFLZ3 Flach Schlauch Flach Zylinder.jpg|mini|Modell eines flachen Torus: Das Papier muss nur gebogen, nicht gestreckt werden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Kreislinie &amp;lt;math&amp;gt;\mathbb{S}^1&amp;lt;/math&amp;gt; offensichtlich in den &amp;lt;math&amp;gt;\R^2&amp;lt;/math&amp;gt; [[Einbettung (Mathematik)|eingebettet]] werden kann, kann der {{nowrap|&amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-Torus}} &amp;lt;math&amp;gt;\mathbb{T}^n := \mathbb{S}^1 \times \cdots \times \mathbb{S}^1 \subset \R^{2n}&amp;lt;/math&amp;gt; als [[Teilmenge]] des [[Euklidischer Raum|euklidischen Raums]] &amp;lt;math&amp;gt;\R^{2n}&amp;lt;/math&amp;gt; aufgefasst werden. Man betrachtet auf &amp;lt;math&amp;gt;\mathbb{T}^n&amp;lt;/math&amp;gt; die [[riemannsche Metrik]] &amp;lt;math&amp;gt;g&amp;lt;/math&amp;gt;, die durch die [[euklidische Metrik]] des Raums &amp;lt;math&amp;gt;\R^{2n}&amp;lt;/math&amp;gt; auf dem {{nowrap|&amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-Torus}} induziert wird. Diese [[Metrik (Mathematik)|Metrik]] &amp;lt;math&amp;gt;g&amp;lt;/math&amp;gt; ist [[Flache Metrik|flach]], das heißt, der {{nowrap|&amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-Torus}} ist lokal [[Isometrie (Riemannsche Geometrie)|isometrisch]] zu einer [[Umgebung (Mathematik)|Umgebung]] des &amp;lt;math&amp;gt;\R^n&amp;lt;/math&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;John M. Lee: &amp;#039;&amp;#039;Introduction to Smooth Manifolds&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Graduate Texts in Mathematics 218.&amp;#039;&amp;#039;) Springer-Verlag, New York NY u.&amp;amp;nbsp;a. 2003, ISBN 0-387-95448-1, S.&amp;amp;nbsp;289.&amp;lt;/ref&amp;gt; Insbesondere ist daher seine [[Schnittkrümmung]] überall konstant null. Da der {{nowrap|&amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-Torus}} kompakt und somit auch [[Geodätisch vollständige Mannigfaltigkeit|vollständig]] ist, ist er eine [[flache Mannigfaltigkeit]]. Man spricht daher auch von einem flachen {{nowrap|&amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-Torus.}} Ein flacher {{nowrap|2-Torus}} &amp;lt;math&amp;gt;\mathbb{T}^2 = \mathbb{S}^1 \times \mathbb{S}^1&amp;lt;/math&amp;gt; kann nicht längentreu auf einen Rotationstorus im &amp;lt;math&amp;gt;\R^{3}&amp;lt;/math&amp;gt; abgebildet werden, denn die Schnittkrümmung des Rotationstorus ist nicht überall null wie beim flachen {{nowrap|2-Torus.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt neben der oben beschriebenen noch weitere flache [[Metrik (Mathematik)|Metriken]] auf dem Torus. Flache {{nowrap|2-Tori}} können beschrieben werden durch ein [[Parallelogramm]], dessen gegenüberliegende Seiten zusammengeklebt werden. Äquivalent dazu können flache Tori als topologische [[Faktorgruppe]]n &amp;lt;math&amp;gt;\mathbb R^2/(\mathbb Z\cdot v+\mathbb Z\cdot w)&amp;lt;/math&amp;gt; für zwei [[Linear unabhängig|linear unabhängige]] [[Vektor]]en &amp;lt;math&amp;gt;v, w\in\mathbb R^2&amp;lt;/math&amp;gt; beschrieben werden. Im Spezialfall &amp;lt;math&amp;gt;v=(1,0)&amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;w=(0,1)&amp;lt;/math&amp;gt; erhält man den [[Quotient]]en &amp;lt;math&amp;gt;\mathbb R^2/\mathbb Z^2\cong(\mathbb R/\mathbb Z)^2&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Elliptische Kurve]]n über den [[Komplexe Zahl|komplexen Zahlen]] lassen sich mittels der Weierstraßschen Parametrisierung als &amp;lt;math&amp;gt;\Complex/L&amp;lt;/math&amp;gt; für ein [[Gitter (Mathematik)|Gitter]] &amp;lt;math&amp;gt;L\subset \Complex&amp;lt;/math&amp;gt; darstellen und sind dadurch (mit einer [[Translationsinvarianz|translationsinvarianten]] [[Metrik (Mathematik)|Metrik]]) Beispiele für flache Tori. Der [[Modulraum]] der [[Elliptische Kurve|elliptischen Kurven]] oder äquivalent der flachen {{nowrap|2-Tori}} ist die sogenannte [[Modulkurve]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tori im dreidimensionalen Raum ===&lt;br /&gt;
Eine 2-mal differenzierbare Einbettung des Torus in den [[dreidimensional]]en [[Raum (Mathematik)|Raum]] kann nicht flach sein, weil die lokalen [[Extremwert|Extrema]] Punkte positiver [[Krümmung]] sein müssen. Nach dem [[Einbettungssatz von Nash]] gibt es jedoch [[fraktal]]e (nur 1-mal [[Differenzierbarkeit|differenzierbare]]) Einbettungen des flachen Torus in den dreidimensionalen [[Raum (Mathematik)|Raum]]. Diese können auch numerisch konstruiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;V. Borrelli, S. Jabrane, F. Lazarus, B. Thibert: {{Webarchiv |url=http://math.univ-lyon1.fr/~borrelli/Hevea/PNAS_version_soumise.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Flat tori in three-dimensional space and convex integration.&amp;#039;&amp;#039; |format=PDF |wayback=20120701000000}} In: &amp;#039;&amp;#039;Proc. Natl. Acad. Sci. USA&amp;#039;&amp;#039;, 2012, 109, no.&amp;amp;nbsp;19, S. 7218–7223; abgerufen am 7.&amp;amp;nbsp;Juli 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www2.cnrs.fr/presse/communique/2583.htm &amp;#039;&amp;#039;Mathématiques: première image d’un tore plat en 3D&amp;#039;&amp;#039;.] [[Centre national de la recherche scientifique|CNRS]], Pressemitteilung, 20.&amp;amp;nbsp;April 2012, abgerufen am 7.&amp;amp;nbsp;Juli 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Rotationstorus ist ein im &amp;lt;math&amp;gt;\R^3&amp;lt;/math&amp;gt; eingebetteter 2-Torus, der als [[Menge (Mathematik)|Menge]] der [[Punkt (Geometrie)|Punkte]] beschrieben werden kann, die von einer Kreislinie mit [[Radius]] &amp;lt;math&amp;gt;R&amp;lt;/math&amp;gt; den festen [[Abstand]] &amp;lt;math&amp;gt;r&amp;lt;/math&amp;gt; haben, wobei &amp;lt;math&amp;gt;r&amp;lt;R&amp;lt;/math&amp;gt; ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Clifford-Tori ===&lt;br /&gt;
Ein Clifford-Torus ist ein spezieller in &amp;lt;math&amp;gt;S^3\subset \R^4&amp;lt;/math&amp;gt; eingebetteter Torus. Nach der Identifizierung &amp;lt;math&amp;gt;\R^4 = \Complex^2&amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;S^3 = \left\{(z,w)\in\Complex^2\colon |z|^2+|w|^2=1\right\}&amp;lt;/math&amp;gt; lässt sich der Standard-Cliffordtorus beschreiben als&lt;br /&gt;
: &amp;lt;math&amp;gt;T := \left\{(z,w)\in\Complex^2\colon |z| = |w| =\frac{1}{\sqrt{2}}\right\}\subset S^3&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Weiters werden die Bilder von &amp;lt;math&amp;gt;T&amp;lt;/math&amp;gt; unter Isometrien der Standard-Metrik &amp;lt;math&amp;gt;A\in O(3) = \operatorname{Isom}(S^3)&amp;lt;/math&amp;gt; als Clifford-Tori bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittels [[Stereographische Projektion|stereographischer Projektion]] kann man Clifford-Tori auch als in den &amp;lt;math&amp;gt;\R^3&amp;lt;/math&amp;gt; eingebettete Tori auffassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Clifford-Torus ist eine [[Minimalfläche]] bzgl. der [[Standardmetrik]] auf der &amp;lt;math&amp;gt;S^3&amp;lt;/math&amp;gt;. Die von [[Simon Brendle|Brendle]] bewiesene [[H. Blaine Lawson|Lawson]]-Vermutung besagt, dass jeder als Minimalfläche in die &amp;lt;math&amp;gt;S^3&amp;lt;/math&amp;gt; eingebettete Torus ein Clifford-Torus ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konstruktion aus einem Quadrat oder Würfel ==&lt;br /&gt;
=== Konstruktion zweidimensionaler Tori aus einem Quadrat oder Parallelogramm ===&lt;br /&gt;
[[Datei:TorusAsSquare.svg|mini|Den Torus erhält man aus einem Quadrat durch Verkleben gegenüberliegender Seiten.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:VIDITO-2 vierdimensionaler Torus.gif|mini|189px|Eigenschaften des 3-Torus]]&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur Oberfläche einer [[Kugel]] kann der Torus ohne [[Isolierte Singularität|Singularitäten]] auf einer ebenen, [[rechteck]]igen [[Fläche (Mathematik)|Fläche]] abgebildet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei wird die rechte Kante des [[Rechteck]]s oder [[Quadrat (Geometrie)|Quadrats]] mit seiner linken Kante verheftet und seine untere Kante wird mit seiner oberen Kante verheftet. Diese Konstruktion funktioniert auch mit einem beliebigen [[Parallelogramm]]. Diese [[Topologie (Mathematik)|Topologie]] besitzen auch viele Computerspiele, zum Beispiel [[Asteroids]] oder [[Pac-Man]]: Verlässt ein Spielobjekt auf einer Seite das Spielfeld, so taucht es auf der gegenüberliegenden Seite wieder auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konstruktion höherdimensionaler Tori aus einem Würfel oder Parallelepiped ===&lt;br /&gt;
Beim [[dreidimensional]]en Torus oder 3-Torus handelt es sich um einen [[Quader]] oder [[Würfel (Geometrie)|Würfel]], dessen sechs gegenüberliegende Flächen paarweise miteinander verheftet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim [[vierdimensional]]en Torus oder 4-Torus handelt es sich um einen [[Tesserakt]], dessen acht gegenüberliegende [[Würfel (Geometrie)|Würfel]] paarweise miteinander verheftet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein ist der &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-dimensionale Torus ein &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-dimensionaler Würfel &amp;lt;math&amp;gt;[0,1]^n&amp;lt;/math&amp;gt;, dessen gegenüberliegende &amp;lt;math&amp;gt;(n-1)&amp;lt;/math&amp;gt;-[[Hyperwürfel]] paarweise miteinander identifiziert sind. Man kann ihn auch als &amp;lt;math&amp;gt;\mathbb R^n/\mathbb Z^n&amp;lt;/math&amp;gt; darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier kann man statt eines &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-dimensionalen [[Würfel (Geometrie)|Würfels]] ein beliebiges &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-dimensionales [[Parallelepiped]] verwenden, um durch Identifizieren der Seiten einen &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt;-dimensionalen Torus zu konstruieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:WUERFEL6 Verheftungen des Tesseraktes zum 4-Torus.png]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sieben-Farben-Satz ==&lt;br /&gt;
{{Mehrere Bilder&lt;br /&gt;
| align       = right&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Bild1       = Projection color torus.png&lt;br /&gt;
| Untertitel1 = Die Oberfläche eines Torus kann so in 7 Gebiete aufgeteilt werden, dass sich jeweils zwei Gebiete berühren. Um diese Landkarte so einzufärben, dass keine zwei angrenzenden Gebiete dieselbe Farbe bekommen, sind daher 7 Farben nötig.&lt;br /&gt;
| Breite1     = 480&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Bild2       = Torus 7color animated.gif&lt;br /&gt;
| Untertitel2 = Animation eines Torus. Die Oberfläche ist in 7 Gebiete mit verschiedenen Farben aufgeteilt.&lt;br /&gt;
| Breite2     = &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sieben-Farben-Satz für den Torus besagt, dass 7 Farben immer ausreichen, eine beliebige Landkarte auf der Oberfläche eines Torus so einzufärben, dass keine zwei angrenzenden Länder die gleiche Farbe bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bedeutet, dass jeder [[Graph (Graphentheorie)|Graph]], der in den Torus eingebettet werden kann, eine [[chromatische Zahl]] von höchstens 7 hat (siehe [[Knotenfärbung]]). Weil der [[Vollständiger Graph|vollständige Graph]] &amp;lt;math&amp;gt;K_7&amp;lt;/math&amp;gt; in den Torus eingebettet werden kann, ist die chromatische Zahl gleich 7.&amp;lt;ref&amp;gt;{{MathWorld|id=TorusColoring|title=Torus Coloring}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Chelsey Poettker: [https://www.siue.edu/~aweyhau/teaching/seniorprojects/poettker_final.pdf &amp;#039;&amp;#039;Topology and the Four Color Theorem&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF; 400&amp;amp;nbsp;kB) Southern Illinois University Edwardsville, 4.&amp;amp;nbsp;Mai 2010; abgerufen am 7.&amp;amp;nbsp;Juli 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Ebene (Mathematik)|Ebene]] oder auf einer [[Kugeloberfläche]] reichen weniger Farben. Der [[Vier-Farben-Satz]] besagt, dass vier Farben immer ausreichen, eine beliebige Landkarte in der [[Euklidischer Raum|euklidischen Ebene]] so einzufärben, dass keine zwei angrenzenden Länder die gleiche Farbe bekommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{MathWorld|id=Four-ColorTheorem|title=Four-Color Theorem}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Neil Robertson, Daniel P. Sanders, Paul Seymour, Robin Thomas: [https://people.math.gatech.edu/~thomas/FC/fourcolor.html &amp;#039;&amp;#039;The Four Color Theorem.&amp;#039;&amp;#039;] Georgia Institute of Technology, 13.&amp;amp;nbsp;November 1995; abgerufen am 7.&amp;amp;nbsp;Juli 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Algebraischer Torus ==&lt;br /&gt;
In der Theorie [[Algebraische Gruppe|algebraischer Gruppen]] wird &amp;#039;&amp;#039;Torus&amp;#039;&amp;#039; in einem anderen Sinn verwendet. Dort ist damit eine [[Gruppe (Mathematik)|Gruppe]] gemeint, die [[Isomorphismus|isomorph]] zu einem endlichen [[Direktes Produkt|Produkt]] von Kopien der [[Multiplikative Gruppe|multiplikativen Gruppe]] eines [[Körper (Algebra)|Körpers]] ist. Zur Abgrenzung spricht man dann von einem &amp;#039;&amp;#039;algebraischen Torus&amp;#039;&amp;#039; im Gegensatz zu einem &amp;#039;&amp;#039;topologischen Torus.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist zum Beispiel in der torischen [[Geometrie]], dem Studium [[Torische Varietät|torischer Varietäten]], ein &amp;#039;&amp;#039;Torus&amp;#039;&amp;#039; üblicherweise ein &amp;#039;&amp;#039;algebraischer Torus.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Oda: &amp;#039;&amp;#039;Lectures on Torus Embeddings and Applications.&amp;#039;&amp;#039; 1978, &amp;#039;&amp;#039;1.1 Algebraic tori.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungsbeispiele ==&lt;br /&gt;
[[Datei:01 Rotationstorus-grün.gif|mini|hochkant=1.1|Horntorus, z.&amp;amp;nbsp;B. eine Figur der Würfelverdoppelung, zur Verdeutlichung ist der Horntorus dargestellt als eine Aneinanderreihung gleicher Kreise, Animation mit 15&amp;amp;nbsp;s Pause.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein [[Rettungsring]] mit dem [[Außendurchmesser]] 76 [[Zentimeter]] und dem [[Innendurchmesser]] 44 Zentimeter hat die Form eines Torus. Er hat also den festen [[Abstand]] &amp;lt;math&amp;gt;r = (76 \ \mathrm{cm} - 44 \ \mathrm{cm}) / 4 = 8 \ \mathrm{cm}&amp;lt;/math&amp;gt; von einer Kreislinie mit dem [[Radius]] &amp;lt;math&amp;gt;R = (76 \ \mathrm{cm} + 44 \ \mathrm{cm}) / 4 = 30 \ \mathrm{cm}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Daraus ergeben sich das [[Volumen]] und die [[Fläche (Mathematik)|Oberfläche]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Volumen:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;math&amp;gt;V = 2 \cdot \pi^2 \cdot r^2 \cdot R = 2 \cdot \pi^2 \cdot (8 \ \mathrm{cm})^2 \cdot 30 \ \mathrm{cm} \approx 37899 \ \mathrm{cm^3} = 37{,}899 \ \mathrm{dm^3} = 0{,}037899 \ \mathrm{m^3}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Oberfläche:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;math&amp;gt;A_O = 4 \cdot \pi^2 \cdot r \cdot R = 4 \cdot \pi^2 \cdot 8 \ \mathrm{cm} \cdot 30 \ \mathrm{cm} \approx 9475 \ \mathrm{cm^2} = 94{,}75 \ \mathrm{dm^2} = 0{,}9475 \ \mathrm{m^2} &amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Horntorus:&amp;lt;ref&amp;gt;{{MathWorld|id=HornTorus|title=Horn Torus}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[Würfelverdoppelung]] fand [[Archytas von Tarent]] eine nach ihm benannte Kurve. Dazu verwendete er neben einem halben Zylinder und einem Kegelausschnitt auch einen Horntorus. Darin ist der Abstand &amp;lt;math&amp;gt;R&amp;lt;/math&amp;gt; des Kreismittelpunkts von der Achse (siehe Abschnitt [[#Torus als Rotationsfläche|Torus als Rotationsfläche]]) gleich dem Radius &amp;lt;math&amp;gt;r&amp;lt;/math&amp;gt; des ursprünglichen Kreises.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Punktierter Torus]]&lt;br /&gt;
* [[Torusknoten]]&lt;br /&gt;
* [[Stanford-Torus]]&lt;br /&gt;
* [[Torus-Antenne]]&lt;br /&gt;
* [[Spindeltorus]]&lt;br /&gt;
* [[Dupinsche Zyklide]]&lt;br /&gt;
* [[Spirische Kurve]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Marcel Berger]]: &amp;#039;&amp;#039;Geometry I.&amp;#039;&amp;#039; Translated from the 1977 French original by M. Cole and S. Levy. Universitext. Springer-Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-540-11658-5.&lt;br /&gt;
* [[Anatole Katok]], Vaughn Climenhaga: &amp;#039;&amp;#039;Lectures on surfaces. (Almost) everything you wanted to know about them.&amp;#039;&amp;#039; Student Mathematical Library, 46. American Mathematical Society, Providence RI / Mathematics Advanced Study Semesters, University Park PA 2008, ISBN 978-0-8218-4679-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Torus}}&lt;br /&gt;
{{Commons|Torus}}&lt;br /&gt;
* {{MathWorld|id=Torus|title=Torus}}&lt;br /&gt;
* [https://mathcurve.com/surfaces/tore/tore.shtml Torus.] Mathcurve.&lt;br /&gt;
* [http://www.mathematische-basteleien.de/torus.htm Torus.] Mathematische Basteleien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fläche (Mathematik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lie-Gruppe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kähler-Mannigfaltigkeit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Darkking3</name></author>
	</entry>
</feed>