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	<title>Tornister - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tornister&amp;diff=78899&amp;oldid=prev</id>
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		<updated>2026-03-30T18:24:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Linkfix&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Zur Tasche zum Transport von Schulmaterialien siehe [[Schulranzen]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Affe-backpack hg.JPG|mini|Tornister M34 der [[Wehrmacht]] von 1940. Zu diesem Zeitpunkt wurde bereits das Nachfolgemodell M 39 produziert.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Affe-backpack2 hg.JPG|mini|Rückseite eines Tornisters M34. An der Lasche des Tornisterbodens fehlt auf dem Foto der Koppelhaken, mit dem der Tornister an der Koppelrückseite stabilisiert werden konnte.]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tornister&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine vorwiegend im [[Militär|militärischen]] Bereich verwendete [[Rucksack]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;form. Charakteristisch war für sie eine Fell- oder Stoffbespannung, genäht über einen rechteckigen Holz- oder Kunststoffrahmen, militärische Tornister haben heute keinen Rahmen mehr. Das Innere ist meist mit Stoff ausgeschlagen. Bis in die jüngere Vergangenheit wurde der Tornister im [[Volksmund]] aufgrund seiner Fellbespannung auch als &amp;#039;&amp;#039;Affe&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Tornister&amp;#039;&amp;#039; ist [[Mittelgriechische Sprache|mittelgriechischen]] Ursprungs ({{lang|grc|τάνιστρον|tánistron}} „Futtersack der Reiter“). Der Begriff gelangte zu Beginn des 18. Jahrhunderts aus der Soldatensprache in die Gemeinsprache. Es ist umgebildet aus dem gleichbedeutenden &amp;#039;&amp;#039;Tanister,&amp;#039;&amp;#039; der im ostmitteldeutschen Sprachgebiet bereits für das 17. Jahrhundert bezeugt ist. Das aus dem Slawischen entlehnte Wort (vergleiche tschechisch &amp;#039;&amp;#039;tanystra,&amp;#039;&amp;#039; slowakisch &amp;#039;&amp;#039;tanistra&amp;#039;&amp;#039; und ungarisch &amp;#039;&amp;#039;tanisz[t]ra&amp;#039;&amp;#039; „Ranzen“) hat die ältere einheimische Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Habersack&amp;#039;&amp;#039; abgelöst (daraus entlehnt das französische &amp;#039;&amp;#039;havresac&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Günther Drosdowski]], Paul Grebe u.&amp;amp;nbsp;a. (Bearbeiter): &amp;#039;&amp;#039;Etymologie. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Der Große Duden.&amp;#039;&amp;#039; Band 7). Dudenverlag, Mannheim 1963, ISBN 3-411-00907-1, S.&amp;amp;nbsp;712.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Nach dem Ende der sich selbst versorgenden [[Landsknecht]]heere in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts begannen die europäischen Staaten mit dem Aufbau professioneller [[Stehendes Heer|stehender Armeen]]. Die Erfahrung der Grausamkeiten gegen Stadt und Land mit [[Plünderung]]en und [[Brandschatzung]]en zur Versorgung der Heere, welche die bisherige Kriegsführung gekennzeichnet hatte, führte zusammen mit den nun aufkeimenden [[Humanismus|humanistischen Auffassungen jener Zeit]] zur Entwicklung eines bis zu Beginn des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] mehr oder minder gültigen Ehrenkodex, demgemäß Kriege nur mehr in offener Feldschlacht ohne Beeinträchtigung der Zivilbevölkerung ausgefochten werden sollten. Unmittelbare Auswirkungen hatte das auch auf die Ausrüstung der Soldaten. Die ungezügelt brandschatzenden Landsknechte, welche das Land plündernd nach Nahrung durchstreiften, ersetzte nun ein immer besser entwickeltes [[Kriegs-Etappenwesen|Etappen-]] und [[Fourage]]wesen, das die Soldaten im [[Feldlager]] sowie auf dem Marsch mit Nahrung, Kleidung und Munition versorgte. Dennoch sollten die Einheiten auch unabhängig von diesem teils eher schwerfälligen Versorgungssystem operieren können. Hierzu wurden völlig neue Konzepte unter anderem zu einer funktionaleren Ausrüstung entwickelt. Aus dem oft ledernen, nicht standardisierten Ränzel oder [[Beutel]] des Landsknechts wurden bis zum [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] aufwendige Tragesysteme. Typisch für das Erscheinungsbild des Tornisters ist die in Hufeisenform an den Seiten entlanggerollte Decke mit Mantel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Jag 1915 bisspingen.jpg|mini|Zwei Mitglieder des [[Großherzoglich Mecklenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 14|Großherzoglich Mecklenburgischen Jäger-Bataillons Nr.&amp;amp;nbsp;14]] mit Tornistern]]&lt;br /&gt;
Wie in allen Ländern, war der Tornister auch hier ständigem Wandel unterworfen und bis zur [[Reichsgründung|Gründung]] des [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreiches]] in jedem Herrschaftsgebiet durch andere Normierungen geprägt. Im Laufe des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts kann man jedoch bei der gesamten militärischen Ausrüstung eine Ausrichtung auf [[Preußische Armee|preußische]] Entwicklungen feststellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Oldenburg und Preußen ====&lt;br /&gt;
Ende 1810 wurde in [[Preußen]] der Brustriemen am Tornister eingeführt, eine Neuerung, welche den Tragekomfort des schweren, nach hinten ziehenden Transportgefäßes verbesserte. Einen Meilenstein setzte dann das sogenannte Virchowsche Marschgepäck (auch Virchow’sches Gepäck). Der mit seitlichen Trageriemen und [[Koppeltragegestell|Koppelaufhängung]] versehene Tornister löste das die Brust einengende Kreuzbandolier ab, zuerst 1837 im [[Oldenburgisches Infanterie-Regiment Nr. 91|Oldenburgischen Militär]], mit [[A.K.O.]] vom 7. Oktober 1847 dann auch bei den Fußtruppen der [[Preußische Armee|preußischen Armee]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://2empire.de/index.php/armeen-1852-1871/8-preussische-infanterie-1870-1871?start=3 Markus Stein: &amp;#039;&amp;#039;Infanterie von Preussen und anderer Staaten des Nordeutschen Bundes 1870/1871 - Ausrüstung der Mannschaften&amp;#039;&amp;#039;], auf 2empire.de, 6. Dezember 2021, abgerufen am 13. Februar 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der „Vater“ dieser Neuerung war der spätere [[Major]] der Infanterie Johann Christoph Virchow (1788–1856),&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Rüstow: &amp;#039;&amp;#039;Militärisches Hand-Wörterbuch, Erster Band, A bis L&amp;#039;&amp;#039; (1858), [https://www.google.de/books/edition/Milit%C3%A4risches_Hand_W%C3%B6rterbuch/fxDquRHWTNQC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=325&amp;amp;pg=PA325&amp;amp;printsec=frontcover/ Artikel „Gepäck“].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[Johann Christoph] Virchow: [https://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/image/PPN837665019/1/LOG_0000/ &amp;#039;&amp;#039;Denkschrift über eine zweckmäßig erscheinende Trageweise des Infanterie-Gepäcks oder über die Nothwendigkeit: die zu tragende Last dem Baue des Körpers gemäß zu vertheilen&amp;#039;&amp;#039;]. Anklam, 1833.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Major [Johann Christoph] Virchow: [https://books.google.de/books?id=2q9Q5igSs8wC&amp;amp;pg=PA1&amp;amp;lpg=PA1&amp;amp;dq#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Virchow’sches Infanterie-Gepäck und die projectirte Reformirung desselben&amp;#039;&amp;#039;]. Berlin, 1848.&amp;lt;/ref&amp;gt; ein Onkel von [[Rudolf Virchow]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Constantin Goschler]]: &amp;#039;&amp;#039;Rudolf Virchow. Mediziner – Anthropologe – Politiker.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Köln, Neuauflage 2021, S.&amp;amp;nbsp;57 und [https://books.google.de/books?id=EKHkEAAAQBAJ&amp;amp;pg=RA1-PT44&amp;amp;lpg=RA1-PT44&amp;amp;dq=%22Johann+Christoph+Virchow%22+rudolf&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=7dcP5Gz3K8&amp;amp;sig=ACfU3U2gMeTaMhOgu81twRSRW-EUcRQLtg&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjekcTa6uSHAxVKg_0HHVKwCawQ6AF6BAhMEAM#v=onepage&amp;amp;q=%22Johann%20Christoph%20Virchow%22%20rudolf&amp;amp;f=false 59].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Brustriemen wurden seit den 1890er Jahren verstärkt auch [[Rucksack|Rucksäcke]] ausgestattet. Nach Einführung modernerer Tornister in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, welche [[Gürtel|Koppel]] und [[Munition]]staschen in ein ganzheitliches System brachten, entfiel der Brustriemen wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Deutsches Kaiserreich und Weimarer Republik ====&lt;br /&gt;
Der ab 1895 millionenfach hergestellte Tornister des [[Deutsches Heer (Deutsches Kaiserreich)|deutschen Heeres]] mit dem stoffverkleideten Holz- oder Geweberahmen, den es im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] aufgrund von Ledermangel als vereinfachte Ausführung vollständig aus grauem („schilfgrünem“) Baumwollstoff mit leinenweißem Innenbezug gab, verschwand erst mit den Umstrukturierungen bei [[Reichswehr]] und [[Wehrmacht]] in den frühen 1930er Jahren. Der Tornister M1895 war mit Rinderfell bezogen, die Lederteile naturbraun. Im Tornister befand sich Wäsche, [[Marschstiefel|Ersatzstiefel]] und Verpflegung. Im Deckel sind innen zusätzlich kleine Staufächer angebracht, in denen je ein Patronenpäckchen untergebracht war. Außen am Tornister brachte man den grauen Militärmantel (Modell 1887) und die bis 1914 beigefarbene [[Zeltbahn]] M1892 an. Ab 1914 wurde die Zeltbahn nur mehr in den gedeckteren Farben schilf und grau hergestellt. Das schwarzgestrichene nierenförmige Kochgeschirr M1910 konnte mit zwei naturfarbenen Lederriemen auf dem Tornisterdeckel befestigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Laurent Mirouze: &amp;#039;&amp;#039;Infanteristen des Ersten Weltkriegs.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Karl-Heinz Dissberger, Düsseldorf 1990, ISBN 3-924753-28-8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Metallteile waren aus [[Messing]] mit vernickelten [[Niet|Eisennieten]] und wurden erst im Zuge des Ersten Weltkriegs aus verzinktem oder lackiertem [[Eisen]] hergestellt. Da das Koppelzeug damals auf Taillenhöhe getragen wurde, fielen die Trageriemen recht kurz aus. Die Schnallriemen zum Befestigen von [[Mantel]] und [[Kochgeschirr]] waren bis 1914 ebenfalls naturfarben mit Aluminiumbeschlägen. Im Kriege wurde das wertvolle [[Aluminium]] rasch durch billigeres lackiertes Eisen ersetzt und die Lederteile mussten ab 1915 geschwärzt werden. Bis in die 1980er Jahre waren diese Riemen – schwarzlackiert mit Aluminiumbeschlägen – bei der [[Westdeutschland|westdeutschen]] [[Polizei]] und beim [[Bundesgrenzschutz]] in Gebrauch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1934 bis 1945 ====&lt;br /&gt;
Optisch änderte sich beim im November 1934 eingeführten Tornister M34&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rottman/Volstad-17&amp;quot;&amp;gt;[[Gordon L. Rottman]], Ron Volstad: &amp;#039;&amp;#039;German Combat Equipments 1939–45.&amp;#039;&amp;#039; Osprey Publishing Ltd, London 1991, ISBN 0-85045-952-4, S.&amp;amp;nbsp;17.&amp;lt;/ref&amp;gt; nur wenig am Erscheinungsbild, obwohl man nun den sperrigen Holzrahmen wegließ, die Seitenteile aus Stoff bestanden und das ab April 1941 grauoliv gestrichene nierenförmige Kochgeschirr nun nicht mehr auf dem aufklappbaren Kalbfellrücken angebracht werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon L. Rottman, Ron Volstad: &amp;#039;&amp;#039;German Combat Equipments 1939–45.&amp;#039;&amp;#039; Osprey Publishing Ltd, London 1991, ISBN 0-85045-952-4, Schautafel&amp;amp;nbsp;A.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Felldeckel mussten die [[Pelzzurichtung|Pelzzurichter]] ihre Arbeitsprozesse verändern, die modernen Gerbmethoden waren nicht unbedingt wasserbeständig. Es wurde eine [[Alaun]]zurichtung (mit Aluminiumsalzen) vorgeschrieben, die eine gewisse Wasserbeständigkeit gewährleistete. Zu Beginn des Krieges wurde sie so weiterentwickelt, dass auch die anfangs noch möglichen Schäden durch im Leder freie Säuren weitgehend verhindert wurden. Durch das sogenannte [[Eulanisieren]] wurden die Kalbfelle gegen Insektenfraß geschützt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Herfeld: &amp;#039;&amp;#039;Über Probleme der Pelzzurichtung im Lichte technisch-wissenschaftlicher Untersuchungen der Deutschen Versuchsanstalt und Fachschule für Lederindustrie, Freiburg in Sachsen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Der Rauchwarenmarkt.&amp;#039;&amp;#039; Nr.&amp;amp;nbsp;43/44 u. 45/46, Leipzig, 12. November 1943, S.&amp;amp;nbsp;2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kochgeschirr bekam jetzt seinen Platz neben [[Feldflasche]] und [[Plane (Abdeckung)|Zeltplane]] am [[Brotbeutel]].&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon L. Rottman, Ron Volstad: &amp;#039;&amp;#039;German Combat Equipments 1939–45.&amp;#039;&amp;#039; Osprey Publishing Ltd, London 1991, ISBN 0-85045-952-4, Schautafel&amp;amp;nbsp;H.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Verstärkungen an den ledernen Schlaufen des Tornisters wurden mit Naturdarm ausgeführt. Wie schon bei früheren deutschen Modellen, waren an den ledernen Trageriemen vorne auf Brusthöhe Nieten eingeschlagen, an denen zwei zusätzliche Lederriemen mit verstellbaren Koppelhaken angebracht waren. Diese Haken, von denen sich einer am unteren Tornisterrahmen im Rücken des Trägers befand, wurden vorne mit den Munitionspäckchen oder Aufschiebeschlaufen verbunden, welche auf das Koppel geschoben wurden und im Rücken direkt mit dem Koppel verhakt. Dieses System gewährleistete, dass das Koppel, an dem im Ersten und [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] [[Seitengewehr]], Brotbeutel, Feldspaten, Munitionstaschen und vieles weitere befestigt wurde, nicht verrutschte. Zusätzlich diente es auch zur Stabilisierung des Tornisters.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon L. Rottman, Ron Volstad: &amp;#039;&amp;#039;German Combat Equipments 1939–45.&amp;#039;&amp;#039; Osprey Publishing Ltd, London 1991, ISBN 0-85045-952-4, Schautafel B und&amp;amp;nbsp;D.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab April 1939 wurde erneut ein neues Tornistermodell (M39) an die Truppe ausgegeben, es ist jedoch nahezu identisch mit dem Modell 34.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rottman/Volstad-17&amp;quot; /&amp;gt; Das Kochgeschirr konnte nun in einem Stoffsäckchen, das im Tornisterinneren angebracht war, verstaut werden, und in der Mitte der unteren Hälfte des Tornisterrückens war eine lederne Lasche angebracht worden. Ein weiterer Zusatz befand sich zu beiden Seiten oben auf dem Tornisterrücken. Dort befanden sich nun zwei D-förmige Metallringe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Deutscher Packriemen.jpg|mini|Dieser Packriementyp war ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre bei der [[Bundeswehr|deutschen Armee]] bzw. zuletzt beim [[Bundesgrenzschutz]] (BGS) in Gebrauch.]]&lt;br /&gt;
Im Jahr 1939 kamen die ersten kombinierbaren [[Koppeltragegestell]]e auf. Diese bestanden in der Regel weiterhin aus Leder, wurden aber auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz und gegen Ende des Krieges auch in Webgurt-Ausführung geliefert. Ab diesem Zeitpunkt wurden viele Tornister nicht mehr mit eigenen Trageriemen hergestellt, sondern besaßen nunmehr lediglich graugestrichene Metallhaken, welche in das Tragegestell, das nun auch für ein spezielles Sturmgepäck (A-Rahmen) oder für Sondermunition genutzt werden konnte, eingehängt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon L. Rottman, Ron Volstad: &amp;#039;&amp;#039;German Combat Equipments 1939–45.&amp;#039;&amp;#039; Osprey Publishing Ltd, London 1991, ISBN 0-85045-952-4, Schautafel&amp;amp;nbsp;B.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab Beginn des Krieges wurden die bisher in naturbrauner Farbe belassenen Lederteile schwarz gestrichen. Auch ältere Modelle wurden teilweise nachgestrichen, doch hielt hier der Farbauftrag nicht immer. Die Qualität deutscher Tornister änderte sich mit dem Fortschreiten des Zweiten Weltkriegs und dem Nachschubmangel. Wurden gegen Ende der 1930er Jahre die meisten der eingesetzten Metallteile noch aus Aluminium hergestellt, wich dieses wertvolle Metall bald schon lackierten Eisenausführungen. Zudem kamen in der zweiten Kriegshälfte bereits teilgenietete statt vernähte Tornister auf und die Fellteile wurden teilweise aus älteren Beständen oder Damenmänteln zusammengestückelt. Auch bei dem im Inneren verwendeten Stoff wurde nun vielfach alles eingesetzt, was der jeweilige Hersteller zur Verfügung hatte. Es kann festgestellt werden, dass der Tornister spätestens im Zweiten Weltkrieg seine Rolle als allzeit präsentes Ausrüstungsstück des deutschen Soldaten eingebüßt hat. Der neuzeitliche Nachschubapparat hatte ihn weitgehend überflüssig gemacht. Da die [[Wehrmacht]] niemals eine zentrale Manufaktur besaß, kann man an allen Tornistern Unterschiede in der Herstellung und Ausführung erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Notjahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die in größerer Menge vorhandenen Wehrmachtstornister von der Bevölkerung gerne als praktisches Transportmittel weiterbenutzt. Da durch Materialmangel und die Zerstörung vieler Fabriken kaum Neuware erhältlich war, wurden sie auch zu [[Handtasche]]n oder [[Aktentasche]]n umgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bundesrepublik Deutschland ====&lt;br /&gt;
[[Datei:West German Bundeswehr 1960.jpg|mini|Soldaten der Bundeswehr im [[Splittertarn]]-Kampfanzug mit Knobelbechern und der Großen Kampftasche, 1960. Die Zeltplane wird ähnlich wie beim Tornister in Form einer Hufeisenrolle mitgeführt.]]&lt;br /&gt;
Der Tornister fand sich in der Nachkriegszeit in der [[Bundeswehr]] kurz nach ihrer Gründung, als [[Kampftasche|„Große Kampftasche“]],&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Brandt, Eduard Brücker: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Reibert]] 1 – Der Dienstunterricht im Heere.&amp;#039;&amp;#039; 12. Auflage. E. S. Mittler &amp;amp; Sohn, Frankfurt am Main, S.&amp;amp;nbsp;301.&amp;lt;/ref&amp;gt; als Stofftornister am Koppeltragegestell (Koppeltragegestell, schwer) der Soldaten wieder. Seine Größenmaße und seine konzeptionelle Ausführung ließen sich unmittelbar auf das Wehrmachtsmodell M34/39 zurückführen. Statt des Fellrückens besaß der Tornister nun eine Stoffklappe, die wie das gesamte Modell einen einfarbigen Olivton (sogenanntes „NATO-Oliv“) aufwies. Mit dem System „Soldat 95“ und der damit verbundenen Umstellung auf ein neues Koppeltragesystem (M95), verschwand die „Große Kampftasche“ aus dem Bestand der Bundeswehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schweiz ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Schweizer tornister.jpg|mini|hochkant|Rechteckiger Schweizer Infanterietornister, Modell 42 (1942)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bis 1898 genutzte Infanterie-Felltornister war dem quadratischen Modell des 20. Jahrhunderts sehr ähnlich, jedoch kleiner. Ab 1898 wurde der rechteckige Infanterietornister in der [[Schweizer Armee]] eingeführt und bis zuletzt unverändert genutzt. Dieser Tornister ist größer als das deutsche Modell. Es gab zusätzlich einen Funk- und Sanitätstornister von quadratischer Form. Alle Schweizer Tornister haben außen eine Bespannung aus [[Kuhfell]] und besitzen einen relativ schweren Holzrahmen. Im Inneren ist der Tornister mit einem naturweißen Stoff ausgeschlagen, alle Lederteile sind naturbraun belassen. Der Infanterietornister hat eine abnehmbare Deckeltasche, welche als Sturmgepäck genutzt werden kann. In der Regel war nur der Mantel und das schwarzgestrichene nierenförmige Kochgeschirr aufgeschnallt. Feldspaten und anderes Material konnten dazukommen. Während des Ersten Weltkriegs wurde auch ein Stoffmodell des Infanterietornisters eingeführt, das während des Zweiten Weltkriegs erneut in Gebrauch war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Offiziere gab es ein eigenes Modell, das im Gegensatz zum normalen Infanterietornister etwas kleiner hergestellt wurde. Zudem war das Innere bei diesem Modell mit Seide ausgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreich ===&lt;br /&gt;
In der [[Uniformierung und Aufbau der k.u.k. Infanterie nach 1889|k.u.k Infanterie]] war ein Kalbsfelltornister ([[Kroatische Sprache|kroat.]] &amp;#039;&amp;#039;telećak&amp;#039;&amp;#039;) Teil der persönlichen Ausrüstung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frankreich ===&lt;br /&gt;
Ab 1893 war ein neuer Tornister ausgegeben worden. Dieser hatte, wie damals üblich, einen integrierten Holzrahmen. Die Beriemung bestand aus schwarzem Leder und besaß Trage- bzw. Befestigungsriemen, die an den Koppel-Patronentaschen eingehakt wurden. Während des Ersten Weltkriegs reduzierte sich die Gewichtsbelastung, da Decken und Zeltplanen nun nicht mehr zur Kampfausrüstung gehörten. Zum damaligen Zeitpunkt wurde auf dem Tornister ein Stoffbeutel zur Aufbewahrung von Reserveschuhen sowie das 1852 eingeführte Kochgeschirr getragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nichtmilitärischer Gebrauch ==&lt;br /&gt;
Ein [[Kürschner]]-Fachbuch von 1914 beschreibt den Ursprung der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Affe&amp;#039;&amp;#039; für den Tornister, in Zusammenhang mit der Anfertigung von „Schul- und Soldatenranzen, ehedem die [[Felleisen|„Fell“-Eisen]], jetzt die Automobilkoffer …“ usw. wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=[…] nicht zu vergessen des echten Affen. Einer ganzen Kategorie von anhängbaren Tornistern lieh dieser Pelz den Namen, weil sein Besitzer, jener unvermeidliche Begleiter der [[Bärenführer]] von einst, nach dem Beschlusse seiner Messartistenlaufbahn sein dauerhaftes Kleid für einen notwendigen Neubezug der Reisetasche seinem Herrn und Gebieter hinterließ.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Werner, Gera: &amp;#039;&amp;#039;Die Kürschnerkunst.&amp;#039;&amp;#039; Bernh. Friedr. Voigt, Leipzig 1914, S.&amp;amp;nbsp;203.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schultornister ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Schulranzen-aus-leder-und-felltornister.jpg|mini|Traditionelle Schulranzen; regional auch Tornister genannt]]&lt;br /&gt;
Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Bezeichnung Tornister auch für den auf dem Rücken getragenen und aus Stoff und Leder gefertigten [[Schulranzen]] übernommen, sie wird besonders in Nord- und Nordwestdeutschland bis heute in dieser Bedeutung verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Jürgen Eichhoff: &amp;#039;&amp;#039;Wortatlas der deutschen Umgangssprache.&amp;#039;&amp;#039; 2.&amp;amp;nbsp;Band. Francke, Bern/München 1978, Karte 88.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die bis in die 1960er Jahre typischen Schulranzen ähneln den Militärtornistern des 19. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pfadfinder- und Jugendbewegung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Deutsche Pfadfinder am Hadrianswall.png|mini|Deutsche Pfadfinder beim Tornisterpacken]]&lt;br /&gt;
Nach der Gründung des [[Wandervogel]]s und seiner romantischen Suche nach der [[Blaue Blume|Blauen Blume]] wurde der Tornister zum begehrten Gepäckstück. Bei den deutschen [[Pfadfinder]]n hingegen war zur selben Zeit in aller Regel der einfachere, rahmenlose Rucksack im Einsatz. Erst die Heimkehrer des Ersten Weltkriegs machten den typischen Tornister in der Pfadfinder- und Jugendbewegung zum beliebtesten Transportgefäß bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Als dann die privaten Ansprüche der Pfadfinder und Jugendbewegten auf Fahrt und Lager wuchsen, zog man wesentlich geräumigere Rucksackformen vor. Da der Tornister jedoch bei einigen Pfadfinderschaften noch immer gefragt ist, werden sie auch heute noch angeboten. Neben gebrauchten Modellen wurden für die Pfadfinder- und Jugendbewegung in den 1980er und 1990er Jahren auch neue Tornister mit leichtem Kunststoffrahmen anstelle des früheren Holzrahmens vertrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== DDR ===&lt;br /&gt;
In den 1970er und 1980er Jahren war ein historischer Tornister ein seltenes und daher angesagtes [[Accessoire]] innerhalb der nichtangepassten, oppositionellen [[DDR-Jugendkultur#Die Blueser- oder Kundenszene|Jugendkultur in der DDR]], der [[Blueser- oder Kundenszene]]. Der fellbespannte &amp;#039;&amp;#039;Affe&amp;#039;&amp;#039; wurde öffentlich im Alltag oder auch beim [[Trampen]] zu Konzerten und Begegnungen getragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Felleisen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Christoph Heise, Wilhelm von Heugel: &amp;#039;&amp;#039;Bemerkungen über Tornister für die Infanterie.&amp;#039;&amp;#039; Graß, Barth &amp;amp; Com., Breslau 1829, {{URN|nbn:de:bvb:12-bsb10220986-6}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Tornisters}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tragebehälter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärische Ausrüstung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur der Jugendbewegung]]&lt;/div&gt;</summary>
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