<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Tonus_peregrinus</id>
	<title>Tonus peregrinus - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Tonus_peregrinus"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tonus_peregrinus&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-12T02:20:24Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tonus_peregrinus&amp;diff=1062243&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Monandowitsch: /* Literatur */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tonus_peregrinus&amp;diff=1062243&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-04-03T12:01:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Tonus peregrinus.jpg|mini|Der Anfang von Psalm 113 im &amp;#039;&amp;#039;Tonus peregrinus&amp;#039;&amp;#039; im [[Liber Usualis]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tonus peregrinus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (lateinisch für „fremder [[Kirchentonart|Ton]]“) ist ein [[Psalmton]], der von den acht [[Kirchentonart|Modi]] des [[Gregorianischer Choral|Gregorianischen Gesangs]] abweicht. Er wird daher gelegentlich auch als neunter Ton oder neunter Modus bezeichnet (aber nicht zu verwechseln mit dem anderen späteren [[Äolischer Modus|äolischen Modus]]).&lt;br /&gt;
Er zeichnet sich dadurch aus, dass der [[Rezitationston|Tenor]] bei der [[Rezitation]] der [[Psalmodie]] zunächst auf dem Ton&amp;amp;nbsp;A und dann auf dem Ton&amp;amp;nbsp;G liegt und wird daher von einigen auch als „Wanderton“ bezeichnet, insbesondere wenn sich der Wechsel der Schlusstöne mehrfach wiederholt. Ein solcher Wechsel ist bei den jeweils vier authentischen und plagalen Modi nicht vorgesehen, die im frühen [[Mittelalter]] als unveränderlich und maßgeblich betrachtet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 9.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert entstanden neue Melodien, die nicht immer in das überlieferte Schema der Modi passten. Diese neuen Modi mit wechselnden Halte- oder Schlusstönen wurden auch &amp;#039;&amp;#039;Parapteres&amp;#039;&amp;#039; genannt, von denen allerdings nur der &amp;#039;&amp;#039;Tonus peregrinus&amp;#039;&amp;#039; langfristig in die [[Choralbuch|Choralbücher]] übernommen wurde. Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;peregrinus&amp;#039;&amp;#039; geht in diesem Zusammenhang auf [[Berno von Reichenau]] zurück und wurde im 12.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert zunächst vor allem im deutschsprachigen Kulturraum verwendet. Die zusammengesetzte Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Tonus peregrinus&amp;#039;&amp;#039; wurde erst seit dem 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert weiträumig verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
Im gregorianisch gesungenen [[Stundengebet]] wird bei der [[Vesper (Liturgie)#Katholische Kirche|zweiten Vesper]] des Sonntags der [[Psalm 114|Psalm 114(113)]] traditionell im &amp;#039;&amp;#039;Tonus peregrinus&amp;#039;&amp;#039; gesungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vor dem [[Zweites Vatikanisches Konzil|Zweiten Vatikanum]] in der [[Lesehore]] der [[Karmette|Trauermette]] am [[Karsamstag]] solistisch vorgesungene, alternative dritte [[Lesung (Liturgie)|Lesung]] aus den [[Klagelieder Jeremias|Klageliedern Jeremias]] ist im &amp;#039;&amp;#039;Tonus peregrinus&amp;#039;&amp;#039; komponiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Liber Usualis]]: Karsamstag, Matutin, Seite 721&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Einleitung &amp;#039;&amp;#039;„[[Incipit]] [[Gebet|Oratio]]&amp;amp;nbsp;…“&amp;#039;&amp;#039; endet auf g und wird mit &amp;#039;&amp;#039;„… [[Jeremia|Jeremiae]] [[Prophet]]ae“&amp;#039;&amp;#039; fortgesetzt, das auf a endet. Die nachfolgenden Halb[[vers]]e enden abwechselnd mit den [[Kirchentonart#Systematik|Schlusstönen]] g und a. Der letzte Abschnitt beginnt mit den Worten &amp;#039;&amp;#039;„[[Jerusalem]], Jerusalem&amp;amp;nbsp;…“&amp;#039;&amp;#039;, welches auf g endet, und dem Abschluss &amp;#039;&amp;#039;„… [[Konversion (Religion)|convertere]] ad [[Gott|Dominum Deum]] tuum“&amp;#039;&amp;#039;, das erneut auf a endet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der evangelischen Tradition ist der &amp;#039;&amp;#039;Tonus peregrinus&amp;#039;&amp;#039; vor allem in Zusammenhang mit dem &amp;#039;&amp;#039;[[Magnificat]]&amp;#039;&amp;#039; bekannt, so findet sich heute noch die Vertonung des Magnificats für die [[Stundengebet|Stundengebete]] im [[Evangelisches Gesangbuch|Evangelischen Gesangbuch]] (EG 785.6) im Tonus peregrinus, genau wie im römisch-katholischen [[Gotteslob]] (Nr. 631,4). [[Johann Sebastian Bach|Bach]] wiederum verwendet ihn im Zusammenhang mit dem &amp;#039;&amp;#039;Magnificat&amp;#039;&amp;#039; dreimal: In seinem &amp;#039;&amp;#039;[[Magnificat (Bach)|Magnificat BWV 243]]&amp;#039;&amp;#039; und in der Kantate &amp;#039;&amp;#039;[[Meine Seel erhebt den Herren]]&amp;#039;&amp;#039; (BWV 10) sowie in der fünfstimmigen &amp;#039;&amp;#039;Fuga sopra il Magnificat&amp;#039;&amp;#039; BWV 733 für Orgel. [[Wolfgang Amadeus Mozart]] zitiert den &amp;#039;&amp;#039;Tonus peregrinus&amp;#039;&amp;#039; in seinem &amp;#039;&amp;#039;[[Requiem (Mozart)|Requiem]]&amp;#039;&amp;#039; in der Solo-Sopran-Stelle „Te decet hymnus“ des Introitus (Takt 21–26).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Maximilian Stadler|Abbé Stadler]]: &amp;#039;&amp;#039;Vertheidigung der Echtheit des Mozartischen Requiems.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1826, S. 17. Zitiert nach: [[Christoph Wolff]]: &amp;#039;&amp;#039;Mozarts Requiem. Geschichte, Musik, Dokumente.&amp;#039;&amp;#039; 4. korr. Auflage. Bärenreiter, Kassel 2003, ISBN 3-7618-1242-6, S. 83.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Franz Schubert]] verwendet den &amp;#039;&amp;#039;Tonus peregrinus&amp;#039;&amp;#039; in seinem Lied &amp;#039;&amp;#039;[[Gretchen am Spinnrade]]&amp;#039;&amp;#039; in der ersten Strophe, die als Refrain noch zweimal wiederholt wird. Nach den ersten vier Takten in d-Moll („Meine Ruh ist hin …“) gestaltet Schubert Gretchens völlige Verwirrung in den beiden folgenden Versen („ich finde sie nimmer und nimmermehr“) durch eine Erweiterung auf irreguläre fünf Takte, einen [[Tritonus]] am Schluss und eben den &amp;#039;&amp;#039;Tonus peregrinus&amp;#039;&amp;#039;, der diesen fünf Takten zugrunde liegt, sodass der Refrain auf C-Dur schließt und infolgedessen erst durch das Zwischenspiel wieder die Grundtonart d-Moll erreicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der [[Rockmusik]] wird die Modalität des &amp;#039;&amp;#039;Tonus peregrinus&amp;#039;&amp;#039; gerne verwendet. Das Stück &amp;#039;&amp;#039;[[Child in Time]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Deep Purple]] ist zum Beispiel viertaktig gegliedert und die vier Takte werden von den Akkorden a-Moll, a-Moll, G-Dur und erneut a-Moll dominiert. Auch [[Uriah Heep]] verwenden dieses Akkordmodell für ihren Song &amp;#039;&amp;#039;[[Lady in Black]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Michael Bernhard: &amp;#039;&amp;#039;The Seligenstadt tonary&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Plainsong and Medieval Music.&amp;#039;&amp;#039; 13, 2004, S. 107–125.&lt;br /&gt;
* [[Rhabanus Erbacher]]: &amp;#039;&amp;#039;Tonus Peregrinus – Geschichte eines Psalmtons&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Münsterschwarzacher Studien]].&amp;#039;&amp;#039; Band 12). Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 1971, ISBN 3-87868-003-1.&lt;br /&gt;
* [[Mattias Lundberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Tonus Peregrinus: The History of a Psalm-Tone and Its Use in Polyphonic Music&amp;#039;&amp;#039;. Ashgate Publishing, Farnham 2011, ISBN 978-1-40943039-1.&lt;br /&gt;
* {{LThK|[[Günther Massenkeil]]|Tonus peregrinus|3|10|108}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Modalitätslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Melodielehre]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Monandowitsch</name></author>
	</entry>
</feed>