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	<title>Tjüche - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T08:18:15Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tj%C3%BCche&amp;diff=1153877&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Monow: Rechtschreibung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tj%C3%BCche&amp;diff=1153877&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-01-25T21:31:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Rechtschreibung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Marienhafe Galerieholländer.JPG|mini|Tjücher Mühle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tjüche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist seit 1972 ein Ortsteil des Fleckens [[Marienhafe]] im [[Ostfriesland|ostfriesischen]] [[Landkreis Aurich]]. Vorher war der Ort eine selbständige Gemeinde und Gründungsmitglied der [[Samtgemeinde Brookmerland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
Der Name &amp;#039;&amp;#039;Tjüche&amp;#039;&amp;#039; taucht in dieser oder ähnlicher Schreibung häufiger als Ortsname beziehungsweise als Bestandteil eines Ortsnamens auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe zum Beispiel [[Tjüchen]], Wohnplatz innerhalb der Stadt [[Wittmund]] oder &amp;#039;&amp;#039;Tjüche&amp;#039;&amp;#039; in der Gemeinde [[Westoverledingen]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach A. Schöneboom war &amp;#039;&amp;#039;Tjüch/e/n&amp;#039;&amp;#039; (übersetzt: &amp;#039;&amp;#039;Joch&amp;#039;&amp;#039;) ursprünglich ein „Landmaß“ für „die Fläche […], die an einem Tag mit einem Joch Ochsen gepflügt werden konnte.“&amp;lt;ref&amp;gt;A. Schöneboom: Artikel &amp;#039;&amp;#039;Filsum. Die Flur und ihre Namen&amp;#039;&amp;#039;, in &amp;#039;&amp;#039;Ostfriesischer Haus-Kalender oder Hausfreund&amp;#039;&amp;#039;, Jahrgang 1955, S. 47–53&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Tjüche&amp;#039;&amp;#039; könnte sich nach [[Arend Remmers]] auch vom [[Altfriesische Sprache|altfriesischen]] &amp;#039;&amp;#039;tiuche&amp;#039;&amp;#039; herleiten, das „einzelne Gebiete der Dorfmark, die von Arbeitsgruppen gemeinsam bearbeitet wurden“ bezeichnete.&amp;lt;ref&amp;gt;Arend Remmers: &amp;#039;&amp;#039;Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade&amp;#039;&amp;#039;, Leer 2004, S. 220; 275&amp;lt;/ref&amp;gt; Karl Leiner vermutet, dass &amp;#039;&amp;#039;Tjüche&amp;#039;&amp;#039; so viel wie &amp;#039;&amp;#039;Grenze&amp;#039;&amp;#039; bedeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Leiner: &amp;#039;&amp;#039;Panorama Landkreis Norden&amp;#039;&amp;#039;. Eigenverlag [[Landkreis Norden]]: Norden 1972. S. 417&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Ostfriesisches Wörterbuch|Ostfriesischen Wörterbuch]] findet sich der Hinweis, dass &amp;#039;&amp;#039;Tjücht&amp;#039;&amp;#039; auch gebräuchlich war als Name von Höfen und kleinen Wohnplätzen, die in der Nähe von alten geistlichen Stiftungen und Klöstern lagen und wo unter deren Verwaltung Vieh&amp;#039;&amp;#039;zucht&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Tjücht&amp;#039;&amp;#039;) betrieben wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Cirk Heinrich Stürenburg: &amp;#039;&amp;#039;Ostfriesisches Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039; (Nachdruck der Ausgabe Aurich 1857), Leer 1996, S. 283; siehe dazu auch &amp;#039;&amp;#039;[[Wörterbuch der Ostfriesischen Sprache]]&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg. Jan ten Doonkaat Koolman), Norden 1879–1884, Band III, S. 417&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Geschichte der Ortschaft Tjüche lässt vermuten, dass die letztgenannte Namensdeutung hier zutrifft. Steinfunde im Grenzgebiet der Ortschaft Tjüche lassen nämlich auf die frühere Existenz eines Klosters schließen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Leiner: &amp;#039;&amp;#039;Panorama Landkreis Norden&amp;#039;&amp;#039;. Eigenverlag [[Landkreis Norden]]: Norden 1972. S. 417&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 1583 ist der Ortsname als &amp;#039;&amp;#039;in die Tiuche&amp;#039;&amp;#039; dokumentiert und für 1735 als &amp;#039;&amp;#039;im Jüch&amp;#039;&amp;#039;. Die heutige Schreibweise findet sich spätestens ab 1787.&amp;lt;ref&amp;gt;Nähere Angaben und Fundorte bei Arend Remmers: &amp;#039;&amp;#039;Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade&amp;#039;&amp;#039;, Leer 2004, S. 220&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
Der Ortsteil Tjüche erstreckt in west-östlicher Richtung über eine Länge von über sieben Kilometern bei einer maximalen Breite von 750 Metern. Flächenmäßig ist der Ort fast dreimal so groß wie der Flecken Marienhafe vor der Kommunalreform 1972 (302 ha / 104 ha).&amp;lt;ref&amp;gt; Karl Leiner: &amp;#039;&amp;#039;Panorama Landkreis Norden&amp;#039;&amp;#039;. Eigenverlag [[Landkreis Norden]]: Norden 1972. S. 417; S.&amp;amp;nbsp;273&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgeben ist Tjüche ausschließlich von den Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Brookmerland; im Norden beginnend und dann im Uhrzeigersinn: [[Osteel]], [[Leezdorf]], [[Rechtsupweg]], [[Upgant-Schott]], (Kernort Marienhafe) und [[Wirdum (Ostfriesland)|Wirdum]]. Erkennbar sind noch die Folgen der Meereseinbrüche, die im Bereich der [[Leybucht]] um 1362 sowie 1374 erfolgten und Marienhafe zum Hafenort machten. Der daraufhin einsetzende Deichbau hat in Tjüche im Bereich des &amp;#039;&amp;#039;Hingstlandweges&amp;#039;&amp;#039; seine Spuren hinterlassen. Zu den Überbleibseln des Leybuchteinbruchs gehört auch das [[Störtebekertief]], das über eine längere Strecke die Grenze zwischen Tjüche und Upgant-Schott bildet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Tjueche.pdf Ostfriesische Landschaft.de / Harm Bents: &amp;#039;&amp;#039;Tjüche, Gemeinde Marienhafe, Samtgemeinde Brookmerland, Landkreis Aurich&amp;#039;&amp;#039;(PDF online, S. 1)]; eingesehen am 9. März 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie ==&lt;br /&gt;
Im Westen Tjüches findet sich tonhaltiger [[Knickmarsch|Knick-]] und [[Brackmarsch]]boden. Vorherrschend ist hier die Nutzung als [[Grünland|Grün-]] und [[Ackerland]]. [[Gley]] und [[Plaggenesch]] bestimmen die Bodenbeschaffenheit im mittleren Bereich des Ortes. Die natürliche Bodengüte im Tjücher Randmarsch-/Geestbereich wird mit III (= „Mittlere Bodengüte“) klassifiziert.&amp;lt;ref&amp;gt;Anne Haack-Lübbers: &amp;#039;&amp;#039;Der Landkreis Norden (Regierungsbezirk Aurich). Kreisbeschreibung mit Kreisraumordnungsplan&amp;#039;&amp;#039;. Band 5 in der Reihe &amp;#039;&amp;#039;Die deutschen Landkreise. Reihe Niedersachsen&amp;#039;&amp;#039;. Walter Dorn Verlag: Bremen-Horn 1951. S. 42&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Ostteil Tjüches war ursprünglich – wie die dort angrenzenden Orte auch – eine typische [[Moor]]landschaft. Sie wurde allerdings von Siedlern im Aufstreckverfahren abgetorft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Tjueche.pdf Ostfriesische Landschaft.de / Harm Bents: &amp;#039;&amp;#039;Tjüche, Gemeinde Marienhafe, Samtgemeinde Brookmerland, Landkreis Aurich&amp;#039;&amp;#039;(PDF online, S. 1)]; eingesehen am 9. März 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehrsanbindung ==&lt;br /&gt;
Die [[Bundesstraße 72]] quert Tjüche in nord-südlicher Richtung. Sie verbindet den Marienhafer Ortsteil mit den Städten [[Norden (Ostfriesland)|Norden]] und [[Emden]]. Dort befindet sich auch die nächste Autobahnauffahrt. Regionale Züge aus Richtung [[Norddeich]] und Emden halten am Bahnhof in Marienhafe, Fernzüge in Norden-[[Süderneuland I]] und Emden. Eine [[Verkehrsverbund Ems-Jade|VEJ]]-Buslinie bietet für Tjüche Haltestellen in Marienhafe und Osteel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.vej-bus.de/fileadmin/Unterseiten/Fahrplaene/Linie_411__WEB_ab_05.02.2024.pdf vej-bus.de: &amp;#039;&amp;#039;Fahrplan Linie 411&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 28. September 2024&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Anfänge Tjüches liegen im Dunkeln. Tonscherbenfunde verweisen auf eine Besiedlung im [[Mittelalter]]. Erste Siedler – so vermutet man – stammten aus dem unbedeichten Marschgebiet. Ein steigender Meeresspiegel und in dessen Folge zunehmende Überschwemmungen der alten Wohngebiete veranlassten die Menschen, Schutz auf der höher gelegenen [[Geest]] zu suchen. Der schmale Streifen östlich des &amp;#039;&amp;#039;Alten Postweges&amp;#039;&amp;#039; scheint in Tjüche das erste Siedlungsgebiet flutgeschädigter Marschbewohner gewesen zu sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Tjueche.pdf Ostfriesische Landschaft.de / Harm Bents: &amp;#039;&amp;#039;Tjüche, Gemeinde Marienhafe, Samtgemeinde Brookmerland, Landkreis Aurich&amp;#039;&amp;#039;(PDF online, S. 1f)]; eingesehen am 11. März 2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine planmäßige Erschließung der westlichen Geestrandgebiete des nördlichen Brookmerlandes geschah vermutlich erst im 13. oder 14. Jahrhundert. Die ursprüngliche Tjücher [[Hufendorf|Hufensiedlung]] ist nicht ohne obrigkeitliche Organisationshilfe denkbar, auch wenn der aus dem 13. Jahrhundert stammende [[Brokmerbrief]], die mittelalterliche „Verfassung des Brookmerlandes“, noch von der genossenschaftlich organisierten Landgemeinde ausgeht. Mit der Hufensiedlung war auch das [[Aufstreckrecht|Upstrekenrecht]] verbunden. Es erlaubte jedem Hofbesitzer den hinter seinem Haus gelegenen Fluranteil schrittweise durch Urbarmachung so lange zu erweitern, bis er an die Bearbeitungsgrenze seines hinteren Nachbarn stieß. Dadurch entstanden in Tjüche und in vielen anderen Orten lange, aber schmale Grundstückstreifen. Vor den Höfen lag in der Regel gemeinsam genutztes Land, die sogenannte [[Allmende]]. In Tjüche befanden sich die genossenschaftlich genutzten Wiesen vor dem ehemaligen Deich, also westlich der alten Siedlung.&amp;lt;ref&amp;gt;Waldemar Reinhardt: &amp;#039;&amp;#039;Die Orts- und Flurformen Ostfrieslands in ihrer siedlungsgeschichtlichen Entwicklung&amp;#039;&amp;#039;. In: Band I der Reihe &amp;#039;&amp;#039;Ostfriesland im Schutze des Deiches. Beiträge zur Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des ostfriesischen Küstenlandes&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg. Jannes Ohling im Auftrage der Niederemsischen Deichacht und ihrer Rechtsnachfolgerin der [[Deichacht Krummhörn]]). Selbstverlag der Deichacht: Pewsum 1969. Hier: S. 269&amp;lt;/ref&amp;gt; Noch bis 1968 wurden die genannten Wiesen als Gemeinschaftsweide genutzt. Mit der Beaufsichtigung des Viehs war bis zu diesem Zeitpunkt ein von der Gemeindeverwaltung angestellter [[Hirte]] beauftragt, der im gemeindeeigenen &amp;#039;&amp;#039;Vennhuus&amp;#039;&amp;#039; wohnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Leiner: &amp;#039;&amp;#039;Panorama Landkreis Norden&amp;#039;&amp;#039;. Eigenverlag [[Landkreis Norden]]: Norden 1972. S. 417&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 16. bis 19. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1583 wird die Ortschaft Tjüche erstmals erwähnt. Im [[Greetsieler Deichregister]], das die zum Deichunterhalt verpflichteten Bauern und Herdbesitzer aufführt, heißt es: „Dese wohnen in die Tiuche und […] liggen tuschen Wirdumer und Vpganter mit eren Dyck“. Die hier erwähnten Tjücher nutzten danach damals insgesamt 52 [[Grase]]n und sechs Heerden. Die [[Pfanddeich]]e des Ortes haben wohl bei Degenfeld gelegen und waren 65 Meter lang. Anfänglich war Tjüche rechtlich der benachbarten Ortschaft Osteel angegliedert. Das geht unter anderem aus der Gesetzessammlung &amp;#039;&amp;#039;Osteeler Bauernrecht und Kedden-Ordnung&amp;#039;&amp;#039; hervor. Sie erschien 1654 und beanspruchte Gültigkeit nicht nur für die fünf Osteeler Theene (= Teilgebiete), sondern auch für das „in’t Tiuche“ belegene Land. Da nach dieser Ordnung jedes Teilgebiet einen Vertreter, einen sogenannten &amp;#039;&amp;#039;[[Kedde]]&amp;#039;&amp;#039;, in den Dorfrat entsenden durfte, war also Tjüche mit einem Ratsmitglied in der Osteeler Kommunalverwaltung vertreten. Ab 1719 verstärkt sich die Verbindung zum südlichen Nachbarort Marienhafe, zu dessen [[Kirchspiel]] es ohnehin gehörte. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Tjüche zu einer eigenständigen Gemeinde, an deren Spitze ein Bauermeister stand. 1842 beantragten allerdings mehrere Tjücher Landwirte, ihre Ortschaft mit Marienhafe zu vereinigen. Die Angelegenheit verlief im Sande, da eine vom &amp;#039;&amp;#039;Königlichen Amt Norden&amp;#039;&amp;#039; geforderte Abstimmung der Tjücher Dorfbewohner nicht durchgeführt wurde. Im Jahr 1856 wurden die Ortsgrenzen zwischen Tjüche und dem benachbarten Flecken neu gezogen. Dabei verlor Tjücher größere Teile seines Gebietes an Marienhafe. Dennoch entwickelte sich die Ortschaft in den Folgejahren zur sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Kleinen Kommune&amp;#039;&amp;#039;. 1875 nahm sie das &amp;#039;&amp;#039;Verfassungsstatut für die Landgemeinde Tjüche&amp;#039;&amp;#039; an. In ihm waren die Ordnungen für Kommunalwahlen, den Gemeindevorstand und die Gemeindeversammlungen festgelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Tjueche.pdf Ostfriesische Landschaft.de / Harm Bents: &amp;#039;&amp;#039;Tjüche, Gemeinde Marienhafe, Samtgemeinde Brookmerland, Landkreis Aurich&amp;#039;&amp;#039;(PDF online, S. 2)]; eingesehen am 19. März 2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis in das 20. Jahrhundert waren übrigens große Flächen der östlichen Tjücher Gebiete in [[Inn- und Knyphausen|Gräflich In- und Knyphausenschem]] Besitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1884 gehörte Tjüche zum &amp;#039;&amp;#039;Amt Norden&amp;#039;&amp;#039; (vorher &amp;#039;&amp;#039;Amt Berum&amp;#039;&amp;#039;) und danach zum [[Landkreis Norden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
In den Anfangsjahren der [[Weimarer Republik]] waren die Tjücher vornehmlich [[Liberalismus|liberal]]-konservativ ausgerichtet. So erhielt in Tjüche die [[Deutsche Demokratische Partei]] bei der [[Wahl zur Deutschen Nationalversammlung|Deutschen Nationalversammlung]] im Jahr 1919 rund 44 Prozent der abgegebenen Stimmen. Zweitstärkste Kraft im Dorf wurden die [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|Sozialdemokraten]] mit circa 29 Prozent. Bei der [[Reichstagswahl 1920]] stand mit 33 Prozent der Stimmen die [[Deutschnationale Volkspartei]] an der Spitze, gefolgt von den Sozialdemokraten mit ungefähr 25 Prozent. Bei der [[Reichstagswahl 1928|Wahl 1928]] teilte sich die Deutschnationale Volkspartei und [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei]] (NSDAP) den ersten Platz; beide Parteien kamen auf jeweils 36 Prozent. [[Reichstagswahl 1930|Zwei Jahre später]] erhielt die NSDAP bereits 53 Prozent der Tjücher Stimmen, die Sozialdemokraten konnten immerhin noch ihren Anteil von 25 Prozent halten. Das änderte sich bei den Wahlen im [[Reichstagswahl Juli 1932|Juli 1932]] und im [[Reichstagswahl November 1932|November 1932]]. Der Anteil der NSDAP wuchs auf 71 beziehungsweise 65 Prozent, die Deutschnationalen erhielten 18 (23) Prozent. Ähnlich war das Ergebnis bei der [[Reichstagswahl 1933|Reichstagswahl im März 1933]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Tjueche.pdf Ostfriesische Landschaft.de / Harm Bents: &amp;#039;&amp;#039;Tjüche, Gemeinde Marienhafe, Samtgemeinde Brookmerland, Landkreis Aurich&amp;#039;&amp;#039;(PDF online, S. 5f)]; eingesehen am 29. März 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Kommunalwahlen nach der [[Machtergreifung|Machtübernahme der Nationalsozialisten]] am 1. April 1933 wurde der seit September 1922 Amt befindliche Gemeindevorsteher bestätigt. Am 1. März 1935 übernahm ihn die übergeordnete Behörde als [[Gemeindeschulze]]. 1937 wurde er mit Einverständnis der NSDAP zum Bürgermeister berufen und blieb bis 1947 im Amt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Grundbesitzern in Tjüche gehörte der damals in Upgant-Schott wohnhafte [[Judentum|jüdische]] [[Viehhändler]] Eliazar Pinto (1893–1943). Im Juli 1942 beantragte ein Osteeler Landwirt bei der Landeskulturabteilung in [[Hannover]] den Ankauf des in jüdischem Besitz befindlichen Landes.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Teuber: &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Viehhändler in Ostfrieslandund im nördlichen Emsland. 1871–1942&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Runge GmbH: Cloppenburg 1995. ISBN 3-926720-22-0. S. 159&amp;lt;/ref&amp;gt; Pinto wurde ein Jahr nach diesem Antrag im [[KZ Auschwitz]] ermordet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&amp;amp;itemId=11608075&amp;amp;ind=1 Yadvashem.org: &amp;#039;&amp;#039;ELIAZAR ELI ASAR PINTO&amp;#039;&amp;#039;]; eingesehen am 29. März 2020&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 Einwohner fielen während des Zweiten Weltkriegs. Materielle Kriegsschäden gab es in Tjüche kaum.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Nach dem Ende des Krieges wurde ein neuer Bürgermeister gewählt, der im Januar 1947 die erforderliche Bestätigung durch die britische Militärregierung erhielt und damit seinen Vorgänger ablöste. Die neue Gemeindeverwaltung hatte große Probleme mit der Unterbringung von Flüchtlingen, ehe bis Mitte der 1950er Jahre nach und nach genügend Wohnraum geschaffen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. August 1969 schloss sich Tjüche mit den Gemeinden [[Leezdorf]], [[Marienhafe]], [[Osteel]], [[Rechtsupweg]] und [[Siegelsum]] zur [[Samtgemeinde Brookmerland]] zusammen. Noch im selben Jahr schloss sich die Gemeinde [[Upgant-Schott]] und 1971 die Gemeinde [[Wirdum (Ostfriesland)|Wirdum]] dem Verbund an.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Tjueche.pdf Ostfriesische Landschaft.de / Harm Bents: &amp;#039;&amp;#039;Tjüche, Gemeinde Marienhafe, Samtgemeinde Brookmerland, Landkreis Aurich&amp;#039;&amp;#039;(PDF online, S. 3)]; eingesehen am 27. März 2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Drei Jahre später, am 1. Juli 1972, erfolgte die freiwillige Eingliederung Tjüches in den Flecken Marienhafe, dessen Ortsteil sie damit wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur | Herausgeber = Statistisches Bundesamt | Titel = Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982 | Jahr = 1983 | Verlag = W. Kohlhammer GmbH | Ort = Stuttgart/Mainz | ISBN = 3-17-003263-1 | Seiten = 264}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ohne diesen Schritt und ohne die Eingliederung Siegelsums in Upgant-Schott hätte das Land Niedersachsen die Samtgemeinde per Gesetz in eine Einheitsgemeinde umgewandelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Seit der Kommunalreform gehört die Samtgemeinde Brookmerland (und damit auch Tjüche) zum [[Landkreis Aurich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Bau der 1978 fertiggestellte Marienhafer Umgehungsstraße, die um Teil auf einem Damm verläuft, ist Tjüche zweigeteilt. Durch den für den Bau benötigten Sandaushub entstand unmittelbar östlich der Umgehungsstraße eine etwa vier Hektar große Wasserfläche mit einem angrenzenden Feuchtgebiet. Das Areal ist heute ein Naherholungsgebiet mit Wanderwegen und einem Trimmpfad.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einwohnerentwicklung ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
!  Einwohnerzahl&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1769 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 120&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1821 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 118&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1848 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 161&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1871 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 176&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1885 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 212&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1905 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 296&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1939 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 327&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1946 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 436&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1950 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 427&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1961 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 400&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1970 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 550&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wappen Tjueche.png|mini|60px|links]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tjücher Wappen zeigt im Schildfuß eine goldene, mit Zinnen bewehrte Mauer. Aus ihr wächst auf blauem Hintergrund ein goldener Adler. Auf seinem Haupt und seinen beiden Flügelachsen befindet sich jeweils ein Krone.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezeigt werden in diesem Wappen die Embleme der mittelalterlichen Herrschaft, zu der Tjüche gehörte. Der dreifach gekrönte Adler verweist auf das Häuptlingsgeschlecht der [[tom Brok]], die bezinnte Mauer auf deren Häuptlingssitz [[Oldeborg (Burg)|Oldeborg]]. Die Farben Gold und Blau stellen eine Beziehung zur ehemaligen [[Landkreis Norden|Kreisstadt Norden]] her.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Leiner: &amp;#039;&amp;#039;Panorama Landkreis Norden&amp;#039;&amp;#039;. Eigenverlag [[Landkreis Norden]]: Norden 1972. S. 415&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offiziell eingeführt wurde das Wappen im November 1963 auf Beschluss des Rates der damals noch selbständigen Gemeinde Tjüche.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Tjueche.pdf Ostfriesische Landschaft.de / Harm Bents: &amp;#039;&amp;#039;Tjüche, Gemeinde Marienhafe, Samtgemeinde Brookmerland, Landkreis Aurich&amp;#039;&amp;#039;(PDF online, S. 4)]; eingesehen am 6. März 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Waldemar Reinhardt: &amp;#039;&amp;#039;Die Orts- und Flurformen Ostfrieslands in ihrer siedlungsgeschichtlichen Entwicklung&amp;#039;&amp;#039;. In: Band I der Reihe &amp;#039;&amp;#039;Ostfriesland im Schutze des Deiches. Beiträge zur Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des ostfriesischen Küstenlandes&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg. Jannes Ohling im Auftrage der Niederemsischen Deichacht und ihrer Rechtsnachfolgerin der [[Deichacht Krummhörn]]). Selbstverlag der Deichacht: Pewsum 1969. Hier: S. 267–269&lt;br /&gt;
* Karl Leiner: &amp;#039;&amp;#039;Panorama Landkreis Norden&amp;#039;&amp;#039;. Eigenverlag [[Landkreis Norden]]: Norden 1972. S. 415–418&lt;br /&gt;
* Arend Remmers: &amp;#039;&amp;#039;Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade&amp;#039;&amp;#039;, Leer 2004, S. 220 und 275&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Tjueche.pdf Beschreibung von Tjüche] in der [[Historische Ortsdatenbank für Ostfriesland|Historischen Ortsdatenbank]] der [[Ostfriesische Landschaft|Ostfriesischen Landschaft]]&lt;br /&gt;
* [http://www.ostfriesland-brookmerland.de/Historisches/Tjuche_Historisch/tjuche_historisch.html Informationen über Tjüche]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=53/31/43.99/N |EW=7/16/12.80/E |type=city |region=DE-NI}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Tjuche}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Landkreis Aurich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marienhafe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Aurich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeindeauflösung 1972]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Monow</name></author>
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