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	<title>Tipping-Point - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tipping-Point&amp;diff=913718&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Phzh: /* Klimatologie */ Form, typo</title>
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		<updated>2025-02-11T18:54:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Klimatologie: &lt;/span&gt; Form, typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Punkt, an dem ein System sein Verhalten rapide verändert. Für weitere Bedeutungen siehe [[Kipppunkt]] und [[The Tipping Point]].}}&lt;br /&gt;
Der [[Anglizismus]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tipping Point&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{deS|„Umkipppunkt“, „Kipppunkt“ oder „Kippelement“}}) ist in der [[Netzwerkökonomik]] die [[Kritische Masse (Spieltheorie)|kritische Masse]], die erforderlich ist, damit sich eine [[Nachricht]] oder ein [[Sozialverhalten]] massenhaft verbreitet. Auch andere Fachgebiete verwenden diesen Begriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Tipping Point&amp;#039;&amp;#039; stammt aus der [[Massenpsychologie]] und [[Soziologie]], wo er einen kritischen Punkt in einer [[Situation]], einem [[Prozess]], einem Trend oder einem [[System]] beschreibt, an dem eine kleine zusätzliche Änderung eine bedeutende und oft irreversible Wirkung oder Veränderung auslöst. Der Tipping Point und der [[Wendepunkt]] in der [[Mathematik]] ({{enS|inflection point}}) werden manchmal als synonym gesehen, beide haben jedoch im Englischen vollkommen andere Bezeichnungen und [[Begriffsinhalt]]e.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Webster’s New International Dictionary&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 876 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Morton Grodzins]] adaptierte 1957 den Begriff aus der [[Physik]], wo die Zufügung eines weiteren Objekts zu einem ausbalancierten Objekt dieses zum Umkippen ({{enS|tip over}}) bringt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=EmlHEAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA246&amp;amp;dq=tipping+point+1957+grodzins&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjq89Kfr6z1AhWjhP0HHRXSC1YQ6AF6BAgKEAE#v=onepage&amp;amp;q=tipping%20point%201957%20grodzins&amp;amp;f=false Jean d&amp;#039;Aspremont/John Haskell (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Tipping Points in International Law&amp;#039;&amp;#039;, 2021, S. 246.]&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe das [[Gleichgewicht (Systemtheorie)#Verhalten von Gleichgewichten bei Störungen|Verhalten von Gleichgewichten bei Störungen]]). Grodzins untersuchte die damalige [[Rassentrennung]] ({{enS|segregation}}) in städtischen Wohngebieten der USA und stellte fest, dass bei nur geringem schwarzen Bevölkerungsanteil die [[Demografie]] gleich blieb. Beobachtet nun aber die weiße Bevölkerungsmehrheit den Zuzug größerer Gruppen von Schwarzen, wird dies einen massenhaften Wegzug Weißer zu Folge haben. Diesen Zeitpunkt bezeichnete er als Tipping Point.&amp;lt;ref&amp;gt;Morton Grodzins, &amp;#039;&amp;#039;Metropolic Segregation.&amp;#039;&amp;#039; In: Scientific American 24, 1957, S. 33–41.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thomas Schelling]] entwickelte 1971 in seinem [[Segregation (Soziologie)|Segregationsmodell]] die Theorie des „Nachbarn rauskegeln“ ({{enS|neigborhood tipping}}). Tipping liegt danach vor, wenn eine wahrnehmbare [[Minderheit]] in der [[Nachbar]]schaft eine Größe erreicht, welche die [[Mehrheit]] der anderen Nachbarn zum Auszug veranlasst und sich damit die Zusammensetzung der Nachbarschaft verändert. „Der Punkt, an welchem im folgenden Jahr ein gesteigerter Anteil von Schwarzen Menschen vorhanden ist, heißt Kipppunkt“ ({{enS|…exaggerated increase the following year in the proportion of negroes, then we have found the ‚tipping point‘ …}}).&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas C. Schelling, &amp;#039;&amp;#039;Dynamic Models of Segregation.&amp;#039;&amp;#039; In: Journal of Mathematical Society vol. 1, 1971, S. 157 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser schnelle Wandel in der Bevölkerungsstruktur ist Morton Grodzins zufolge nur schwer umkehrbar.&amp;lt;ref&amp;gt;Morton Grodzins, &amp;#039;&amp;#039;Metropolic Segregation.&amp;#039;&amp;#039; In: Scientific American 24, 1957, S. 33–41.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Verwendungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Netzwerkökonomie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Netzwerkökonomie gibt es unter anderem zwei Fachgebiete, die sich mit dem Tipping Point auseinandersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Netzwerkökonomie: [[Robert Metcalfe]] bezeichnete in seinem [[Metcalfesches Gesetz|Metcalfeschen Gesetz]] den Tipping Point als die in einem [[Netzwerk]] erforderliche kritische Masse an [[Benutzer]]n; wird sie überschritten, gelten die ursprünglichen Gesetzmäßigkeiten des Netzwerks nicht mehr.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://phys.org/news/2006-06-metcalfe-law-wrong.html Bob Briscoe/Andrew Odlyzko/Benjamin Tilly, &amp;#039;&amp;#039;Metcalfe&amp;#039;s law is wrong.&amp;#039;&amp;#039; In: IEEE Spectrum Magazine vol. 43, Juli 2006, S. 34–39.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Am [[Straßennetz]] lässt sich dies leicht erklären: Wird die normale [[Netzlast]] des Straßennetzes durch [[Verkehrsteilnehmer]] etwa zur [[Hauptverkehrszeit]] überschritten, kommt es zu [[Verkehrsstau]]s und langfristig zum [[Verkehrsinfarkt]] – einer [[Netzstörung]], bei welcher die [[Kosten]] ([[Staukosten]]) den [[Nutzen (Wirtschaft)|Nutzen]] für jeden Verkehrsteilnehmer überschreiten.&lt;br /&gt;
* [[Malcolm Gladwell]]s im Jahre 2000 erschienenes Buch&amp;lt;ref&amp;gt;Malcolm Gladwell, &amp;#039;&amp;#039;The Tipping Point: How Little Things Can Make A Big Difference&amp;#039;&amp;#039;, 2000, ISBN 0-316-31696-2, S. 1 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; befasst sich mit der Theorie zur Entstehung sozialer Epidemien und mit der Frage, welche Faktoren für ihre Verbreitung nötig sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=OT0rCwAAQBAJ&amp;amp;pg=PT15&amp;amp;dq=Tipping-Point&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiVwPeiqKz1AhW5h_0HHXKhBGYQ6AF6BAgIEAE#v=onepage&amp;amp;q=Tipping-Point&amp;amp;f=false Malcolm Gladwell, &amp;#039;&amp;#039;Tipping Point: Wie kleine Dinge Großes bewirken können&amp;#039;&amp;#039;, 2002/2016, o. S.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Gladwell, durch dessen Buch der Begriff popularisiert wurde, beschreibt den Tipping Point als den Moment, bei dem in einer [[Online-Community]] die kritische Masse erreicht wird, an dem der „Virus“ zu einer Epidemie wird und sich somit [[Exponentielles Wachstum|exponentiell]] ausbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Malcolm Gladwell, &amp;#039;&amp;#039;The Tipping Point: How Little Things Can Make A Big Difference&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 18 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Virus sind hier [[Nachricht]]en, [[Meinung]]en oder [[soziales Verhalten]], die sich massenweise verbreiten. Geeignet sind vor allem [[Massenmedien]] ([[Fernsehen]], [[Blog]]s, [[E-Mail]]s, [[Internetforum]], [[Rundfunk]], [[Soziales Netzwerk (Internet)|soziale Netzwerke]]) und dabei insbesondere die Meinungsführer ([[Moderator#Anchorman|Anchor Man]], [[Blogger]], [[Influencer]]), die innerhalb ihrer Gruppe, jedoch nicht unbedingt allgemein, als [[Experte]]n angesehen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Sascha Langner, &amp;#039;&amp;#039;Viral Marketing&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 27 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gladwell hat drei Faktoren identifiziert, die für die Ausbreitung einer [[Epidemie]] verantwortlich sind:&lt;br /&gt;
; The Law of the Few ({{deS|„Das Gesetz der Wenigen“}})&lt;br /&gt;
Nicht alle Mitglieder einer Gruppe haben den gleichen Einfluss. Vielmehr haben einzelne Mitglieder einen überproportional großen Einfluss, Veränderungen herbeizuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Stickiness ({{deS|„Haftenbleiben“}})&lt;br /&gt;
Die Präsentation einer Botschaft hat einen großen Einfluss darauf, ob die Adressaten tatsächlich zum Handeln motiviert werden können. Hierbei können auch kleine Änderungen große Auswirkungen haben. Zum Beispiel floppte die Kindersendung „[[Sesamstraße]]“ bei ersten Pilotversuchen in den USA, wurde dann jedoch ein Erfolg. Das ursprüngliche Konzept wurde nur durch die Hinzufügung der Figur [[Sesamstraße#Bibo und Klein Bibo|Bibo]] geändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; The Power of Context ({{deS|„Umweltbedingungen“}})&lt;br /&gt;
Menschen sind in ihrem Handeln sehr stark von den Umgebungsbedingungen der jeweiligen Situation beeinflusst. Insofern sind die Ausbreitung von Epidemien und der Erfolg von Maßnahmen abhängig von der Situation der Adressaten. Ein Beispiel hierfür ist die Anwendung der [[Broken-Window-Theorie#Brattons Zero-Tolerance-Modell|Broken-Windows-Theorie]] durch [[New York City|New Yorks]] Bürgermeister [[Rudy Giuliani]] ab 1994. Die Polizei New Yorks konzentrierte sich auf die Bekämpfung von Bagatellverbrechen, die jedoch die [[Lebensqualität]] der Einwohner New Yorks beeinträchtigten, um so Zeichen für [[Nulltoleranzstrategie|„Null Toleranz“]] zu setzen. Die Politik Giulianis führte zu einem erheblichen Rückgang der Verbrechen in New York. Den potentiellen Verbrechern in New York wurde deutlich gemacht, dass „Null Toleranz“ auch gegenüber kleinen Übertretungen herrscht. Diese Haltung wurde zum Tipping Point in der Verbrechensstatistik New Yorks.&amp;lt;ref&amp;gt;Malcolm Gladwell, &amp;#039;&amp;#039;Tipping Point. Wie kleine Dinge Großes bewirken können&amp;#039;&amp;#039;, 2002/2016, S. 146.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Interview im ZEIT&amp;#039;&amp;#039;magazin&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zeit vom 28. Mai 2009, &amp;#039;&amp;#039;Gladwell-Interview.&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;11–13.&amp;lt;/ref&amp;gt; weist Gladwell auf eine andere Theorie hin. Menschen mit [[Bleivergiftung]] werden demnach enthemmt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Marquardt, Siegfried G. Schäfer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Toxikologie.&amp;#039;&amp;#039; [[Spektrum Akademischer Verlag]], Heidelberg, 1997, ISBN 3-8274-0271-9, S. 513–517.&amp;lt;/ref&amp;gt; „In den USA verschwand das Blei 1973 aus dem Benzin. Genau 18 Jahre später, als die damals Geborenen also in das Alter kamen, in dem man gemeinhin kriminell wird, beginnt der steile Abfall der [[Kriminalitätsrate]] in Großstädten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zeit vom 28. Mai 2009, &amp;#039;&amp;#039;Gladwell-Interview.&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;13.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Steven Levitt]]&amp;lt;ref&amp;gt;Steven Levitt, &amp;#039;&amp;#039;Freakonomics: A Rogue Economist Explores the Hidden Side of Everything&amp;#039;&amp;#039;, 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; hingegen beschreibt die Studie von Lott und Whitley, die eine plausiblere Alternativerklärung aufzeigt, indem sie sich anhand statistischer Daten mehrerer Länder dem Thema nähert. Es ist davon auszugehen, dass eine Vielzahl von Faktoren zu diesem Effekt beitragen, erst die Einbeziehung all dieser in eine groß angelegte Studie könnte genauere Aufschlüsse über eventuelle [[Kausalität]]en geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Marketing ===&lt;br /&gt;
Bei der [[Marktbearbeitung]] müssen nicht alle potenziellen [[Güternachfrage]]r von einem Produkt überzeugt werden. Es genügt vielmehr, wenn eine bestimmte Anzahl von [[Verbraucher]]n überzeugt wird, damit sich das Produkt durchsetzt. Die Kenntnis vom Schwellenwert, an dem der Tipping Point für [[Mitläufer]] oder das [[Herdenverhalten]] erreicht wird, ist von großer Bedeutung für [[Preisbildung]] und [[Marketing]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=oZnBDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA230&amp;amp;dq=Tipping-Point+netzwerke&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwit-8ntqqz1AhVx8LsIHTvrC-UQ6AF6BAgJEAE#v=onepage&amp;amp;q=Tipping-Point%20netzwerke&amp;amp;f=false Reiner Clement/Dirk Schreiber/Paul Bossauer/Christina Pakusch, &amp;#039;&amp;#039;Internet-Ökonomie&amp;#039;&amp;#039;, 2019, S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Digitalkamera ersetzt Analogkamera&lt;br /&gt;
Beim Übergang von der [[Analogkamera]] zur [[Digitalkamera]] kann ein Tipping Point festgestellt werden. Innerhalb dreier Jahre ist der [[Marktanteil]] der Digitalkameras beim Verkauf von 5 % auf 90 % gestiegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jürgen_klöckner&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lars_thomsen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Flachbildschirm ersetzt Röhrenmonitor&lt;br /&gt;
Auch beim Übergang vom [[Röhrenmonitor]] zum [[Flachbildschirm]] war ein Tipping Point zu beobachten. Innerhalb dreier Jahre ist der Marktanteil der Flachbildschirme von 5 % auf 90 % gestiegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jürgen_klöckner&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lars_thomsen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Management ===&lt;br /&gt;
In der [[Wirtschaft]] wird das Phänomen Tipping Point als Element eines [[Führungsstil]]s betrachtet. Man geht davon aus, dass Veränderungen in der [[Organisation]] nicht auf der Verwandlung der Masse beruhen. Vielmehr muss man sich auf Einzelne bzw. Extreme konzentrieren, welche einen [[asymmetrisch]] großen Einfluss auf die sogenannte [[Performance (Risikomanagement)|Performance]] haben und so rasch einen Tipping Point zur Veränderung auslösen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klimatologie ===&lt;br /&gt;
In der Klimaforschung kann der Tipping-Point in [[Klimamodell]]en der [[Kippelemente im Erdsystem|Punkt bei der Entwicklung des Klimas]] sein (z.&amp;amp;nbsp;B. spontane grundsätzliche Änderungen im globalen Wärmetransport durch veränderte Wasser- oder Luftströmungen), an welchem  teils unumkehrbare Veränderungen in Ökosystemen oder [[Klimaveränderung|klimatischen Mustern]]  in sehr kurzer Zeit verursacht werden, wie das Abschmelzen der polaren Eiskappen, des [[Grönländischer Eisschild|Grönländischen Eisschilds]] oder eine Veränderung beim [[El Niño|El-Niño]]-Phänomen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Christoph Bals |url=http://germanwatch.org/rio/hjsint06.pdf |titel=Kipp-Punkte im Klimasystem. Interview mit Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung |hrsg=Germanwatch |datum=2006 |format=PDF |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20140225114547/http://germanwatch.org/rio/hjsint06.pdf |archiv-datum=2014-02-25 |abruf=2014-02-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kippelemente im Erdsystem}}&lt;br /&gt;
Das System Erde besitzt eine Vielzahl von aufeinander wirkenden Rückkopplungen. Dies führt dazu, dass eine graduelle [[Klimaveränderung]] gravierende Folgen haben kann. Diese können in Form von [[Abrupter Klimawechsel|abrupten Klimawechseln]] das Klima auf regionaler oder globaler Ebene beeinflussen. Daneben existieren auch konkrete Kippelemente, die bei Überschreiten eines Tipping Points ihren Zustand rasch und meist schwer, zum Teil auch [[Irreversibler Prozess|irreversibel]] ändern können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DOI10.1073/pnas.0705414105&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor= [[Timothy M. Lenton]]/Hermann Held/[[Elmar Kriegler]]/Jim W. Hall/[[Wolfgang Lucht]]/[[Stefan Rahmstorf]]/[[Hans Joachim Schellnhuber]] |Titel=Tipping elements in the Earth&amp;#039;s climate system |Sammelwerk=Proceedings of the National Academy of Sciences |Band=105 |Nummer=6 |Datum=2008-02-12 |ISSN=0027-8424 |Seiten=1786–1793 |Online=http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.0705414105 |DOI=10.1073/pnas.0705414105}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenngleich die Existenz der Kippelemente als nahezu gesichert gilt, ist nur näherungsweise bekannt, zu welchem Zeitpunkt die Tipping Points dieser Elemente wirksam werden. Forschungen zur Schmelzdynamik von [[Gletscher]]n des [[Westantarktischer Eisschild|Westantarktischen Eisschildes]] ergaben, dass der Tipping Point für ihr Abschmelzen erreicht wurde. Allein die Masse des dortigen [[Pine-Island-Gletscher]]s und weiterer Gletscher im Gebiet der [[Amundsensee]] würde zu einem Anstieg des Meeresspiegels um 1,2 m weltweit führen. Es ist zugleich ein Beispiel für einen [[Point of no Return]], da sich das weitergehende Abschmelzen in den kommenden Jahrhunderten auch durch eine verringerte globale Erwärmung wahrscheinlich nicht mehr aufhalten ließe: Durch das bereits heute gemessene dünner werdende [[Schelfeis]] beziehungsweise dessen in Richtung Festland zurückweichende Aufsetzlinie fehlt es den Gletschern immer stärker an Halt, sie gleiten zunehmend schneller ins Meer, wo die Temperatur wesentlich höher ist als auf dem Land.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.nasa.gov/jpl/news/antarctic-ice-sheet-20140512/#.U5R21R_Evv4 NASA Jet propulsion laboratory News (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The &amp;quot;unstable&amp;quot; West Antarctic Ice sheet: A primer&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Diskussion der [[Biodiversitätskrise]] in [[Ökologie]] und [[Erdsystemwissenschaft|Erdsystemforschung]] werden vermehrt Kippelemente identifiziert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ricard Solé, Simon Levin |Titel=Ecological complexity and the biosphere: the next 30 years |Sammelwerk=Philosophical Transactions of the Royal Society B: Biological Sciences |Band=377 |Nummer=1857 |Datum=2022-08-15 |ISSN=0962-8436 |Seiten=20210376 |Online=https://royalsocietypublishing.org/doi/10.1098/rstb.2021.0376 |Abruf=2022-09-06 |DOI=10.1098/rstb.2021.0376 |PMC=9234814 |PMID=35757877}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Eindämmung der Klimakrise werden in der Klimaforschung auch wie oben netzwerkökonomische „soziale Kippprozesse“ diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ricarda Winkelmann, Jonathan F. Donges, E. Keith Smith, Manjana Milkoreit, Christina Eder |Titel=Social tipping processes towards climate action: A conceptual framework |Sammelwerk=Ecological Economics |Band=192 |Datum=2022-02 |Seiten=107242 |Online=https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0921800921003013 |Abruf=2022-11-10 |DOI=10.1016/j.ecolecon.2021.107242}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Physik ===&lt;br /&gt;
Bei der [[Zubereitung]] von [[Popcorn]] kann das Phänomen des Tipping Points (und des [[Point of no Return|Umkehrgrenzpunktes]]) beobachtet werden. Man gibt einige Millimeter hoch [[Speiseöl]] in einen Topf, fügt Maiskörner hinzu und erhitzt den Topf. Zunächst ist lediglich zu beobachten, dass der Topf und sein Inhalt wärmer werden. Erst nach einigen Minuten, wenn das Öl die Temperatur von 163 Grad Celsius erreicht hat, wird das erste Maiskorn aufplatzen. Ein Maiskorn hat außen eine harte und stabile Hülle, die mit weicher und wasserhaltiger [[Stärke]] gefüllt ist. Das Wasser im Inneren beginnt zu kochen und zu verdampfen, wobei durch den entstehenden Druck die Hülle nicht mehr standhalten kann und folglich platzt. Nach und nach werden jetzt die Maiskörner explodieren, erst wenige, dann immer mehr und schneller (Tipping Point), darauffolgend immer weniger und langsamer, bis die Temperatur von 169 Grad Celsius erreicht wird. Der Tipping Point liegt daher in einem [[Intervall (Mathematik)|Intervall]] von ungefähr 6 Grad, da die Maiskörner nicht gleich groß und die Hüllen der Maiskörner nicht gleich dick sind. Im Bereich von 163 bis 169 Grad Celsius werden fast alle Körner platzen; zudem ist der Prozess nicht mehr umkehrbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jürgen_klöckner&amp;quot;&amp;gt;Jürgen Klöckner: [http://www.zeit.de/mobilitaet/2013-10/elektroauto-durchbruch-trendforscher &amp;#039;&amp;#039;Trendforscher erwartet baldigen Durchbruch der E-Autos&amp;#039;&amp;#039;], 5. November 2013, [[Die Zeit|zeit.de]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lars_thomsen&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=JHUzfw24oCk &amp;#039;&amp;#039;Elektromobilität: Revolution der Automobilindustrie von Lars Thomsen&amp;#039;&amp;#039;], Vortrag von Lars Thomsen auf der 26. internationalen „Motor und Umwelt“-Konferenz der AVL List GmbH am 12. September 2013 in Graz, Österreich, Video bei [[YouTube]], veröffentlicht am 11. Oktober 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Mikrowellenherd]] verläuft der Prozess bei mit Öl vermengten Maiskörnern im Papiersack ähnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Gleichgewicht (Systemtheorie)#Verhalten von Gleichgewichten bei Störungen]]&lt;br /&gt;
* [[Dialektische Grundgesetze#Umschlag von Quantität in Qualität (und umgekehrt)|qualitativer Umschlagspunkt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Malcolm Gladwell: &amp;#039;&amp;#039;The Tipping Point – How Little Things Can Make A Big Difference.&amp;#039;&amp;#039; 2000.&lt;br /&gt;
** Deutsche Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Der Tipping Point. Wie kleine Dinge Großes bewirken können.&amp;#039;&amp;#039; Goldmann Verlag, München 2002, ISBN 978-3-442-12780-1.&lt;br /&gt;
* W. Chan Kim, Renée Mauborgne: &amp;#039;&amp;#039;Der Blaue Ozean als Strategie. Wie man neue Märkte schafft, wo es keine Konkurrenz gibt.&amp;#039;&amp;#039; Carl Hanser Verlag, München und Wien 2005, ISBN 3-446-40217-9, insbesondere Kapitel 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bevölkerungsgeographie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Demografie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klimatologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Netzwerktheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strategiemanagement]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[he:נקודת המפנה]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Phzh</name></author>
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