<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Thymos</id>
	<title>Thymos - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Thymos"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Thymos&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-02T11:13:49Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Thymos&amp;diff=771578&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Jordi: Sichtungsedit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Thymos&amp;diff=771578&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-06-16T15:18:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sichtungsedit&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Thymos&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|θυμός|thymos|de=Lebenskraft}})&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hermann&amp;quot;&amp;gt;Ursula Hermann: &amp;#039;&amp;#039;Knaurs Herkunftswörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; Lexikographisches Institut, München 1982, S.&amp;amp;nbsp;479.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist ein Ausdruck für die [[Gemüt]]sanlage eines Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsherkunft ==&lt;br /&gt;
Thymos ist ein philosophisches Konzept, eingeführt von [[Platon]] als eine der drei menschlichen Grundmotivationen. In der Antike wurde der (sterbliche) Thymos von der (unsterblichen) [[Psyche]] ({{lang|grc|ψυχή}}) und vom [[Nous]] ({{lang|grc|νοῦς}}) unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Medizin des Altertums|antike Medizin]] vermutete den Sitz des Gemütes im [[Zwerchfell]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hermann&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anthropologische Hypothesen ==&lt;br /&gt;
Aus der Verwendung verschiedener Wörter für Teile der menschlichen Person und Persönlichkeit in den [[homer]]ischen Epen zog [[Bruno Snell]] den Schluss, die Menschen hätten in dieser Epoche noch kein [[Ichbewusstsein]] im Sinne eines Bewusstseins der eigenständigen Handlungsfreiheit und Verantwortung besessen, sondern sich entweder von ihrem &amp;#039;&amp;#039;Thymos&amp;#039;&amp;#039; oder ihrem &amp;#039;&amp;#039;Nous&amp;#039;&amp;#039;, im Zweifelsfall aber von den [[Gott|Göttern]] gesteuert gesehen. Snells These wurde später von [[Eric Robertson Dodds|E. R. Dodds]] und [[Christopher Gill]] weitergedacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffliche Ableitungen ==&lt;br /&gt;
Vom &amp;#039;&amp;#039;Thymos&amp;#039;&amp;#039; leitet sich der Name des [[Thymus]] ab, eines früher auch „Wachstumsdrüse“ genannten, hinter dem Brustbein gelegenen drüsenartigen Gebildes in der Anatomie des Kindes- und Jugendalters, das sich nach der [[Geschlechtsreife]] zurückbildet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hermann&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Thymus Thymus, der.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Duden#Duden online|Duden online]]&amp;#039;&amp;#039;, laut [https://www.dwds.de/wb/Thymus DWDS] verzeichnet im [[Duden#Das große Wörterbuch der deutschen Sprache (1976)|GWDS]] 1999; Abrufe im April 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Thymopsyche ===&lt;br /&gt;
In der Psychologie wurde bisweilen der Begriff [[Thymopsyche]] („Gemütsseele“) verwendet, der den Anteil des Gemüts im Seelenleben bezeichnen sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Markus Antonius Wirtz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dorsch – Lexikon der Psychologie.&amp;#039;&amp;#039; 18. Auflage. Hogrefe, Göttingen 2017 ([https://portal.hogrefe.com/dorsch/thymopsyche/ Onlinestichwort]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Alexithymie ===&lt;br /&gt;
Der Begriff [[Alexithymie]] wurde in den 1970er Jahren von amerikanischen Psychiatern als Bezeichnung für das Phänomen der angeborenen oder erworbenen [[Gefühlsblindheit]] geprägt.&amp;lt;ref&amp;gt;Jens Uehlecke: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/02/Gefuehllose Kein Gefühl, nirgends.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeit Wissen]].&amp;#039;&amp;#039; 02/2006 (online publiziert in &amp;#039;&amp;#039;[[Zeit Online]]&amp;#039;&amp;#039;, 6. November 2009, abgerufen am 11. Oktober 2018).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Megalothymia und Isothymia ===&lt;br /&gt;
Thymos kann im Anschluss an die politische und ethische Philosophie [[Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Hegels]] (besonders in dem Traktat über &amp;#039;&amp;#039;[[Herrschaft und Knechtschaft]]&amp;#039;&amp;#039;) als das Streben der Menschen nach [[Anerkennung#Psychologie|Anerkennung]] ihrer Leistung durch andere gedeutet werden. Indem dieses menschliche Geltungsstreben in eine rationale Form überführt wird, lassen sich unfruchtbare Macht- und Konkurrenzkämpfe Hegel zufolge in der [[Liberalismus|liberalen]], auf dem [[Gleichheitssatz|Gleichheitsgrundsatz]] aufbauenden Gesellschaftsordnung überwinden. &amp;#039;&amp;#039;Thymos&amp;#039;&amp;#039; bleibt dabei nicht unverändert erhalten, wird aber auch nicht völlig verleugnet, sondern als Antriebskraft für den [[Fortschritt#Kulturoptimismus|Fortschritt der Geschichte]] in das hegelianische System eingebunden. Während &amp;#039;&amp;#039;Isothymia&amp;#039;&amp;#039; das Bedürfnis bezeichnet, als ein den Mitmenschen gleichwertiges Individuum anerkannt zu werden, ist &amp;#039;&amp;#039;Megalothymia&amp;#039;&amp;#039; der Wunsch, von anderen als überlegen erkannt zu werden. [[Francis Fukuyama]], der dieses Begriffspaar entwickelt hat, meinte, das thymotische Streben des Menschen sei letztlich stets darauf gerichtet, als anderen Menschen überlegen anerkannt zu sein und dieses Verlangen in die Tat umzusetzen, sodass ihn das Postulat der Gleichwertigkeit aller Gesellschaftsglieder nie völlig zufriedenstellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Henk de Berg: &amp;#039;&amp;#039;Das Ende der Geschichte und der bürgerliche Rechtsstaat. Hegel – Kojève – Fukuyama.&amp;#039;&amp;#039; Francke, Tübingen 2007, ISBN 978-3-7720-8205-4, S.&amp;amp;nbsp;27–30 u.&amp;amp;nbsp;ö.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[John O’Neill (Philosoph)|John O’Neill]]: &amp;#039;&amp;#039;Economy, Equality and Recognition.&amp;#039;&amp;#039; In: Larry Ray, Andrew Sayer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Culture and Economy after the Cultural Turn.&amp;#039;&amp;#039; [[SAGE Publications|Sage]], London u.&amp;amp;nbsp;a. 1999, ISBN 0-7619-5816-9, S. 76–91 (hier: S.&amp;amp;nbsp;79–81).&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jene Ausprägungen der [[Identitätspolitik]], die seit Mitte der [[2000er|2000er Jahre]] weltweit zum Aufstieg antiliberaler, rechtspopulistischer und nationalistischer Bewegungen geführt haben, sind Fukuyama zufolge „im Thymos verwurzelt“.&amp;lt;ref&amp;gt;Francis Fukuyama: &amp;#039;&amp;#039;Identität. Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet.&amp;#039;&amp;#039; Hoffmann und Campe, Hamburg 2019, ISBN 978-3-455-00528-8, S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Bruno Snell]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Entdeckung des Geistes. Studien zur Entstehung des europäischen Denkens bei den Griechen.&amp;#039;&amp;#039; Claassen &amp;amp; Goverts, Hamburg 1946.&lt;br /&gt;
* [[Eric Robertson Dodds]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Griechen und das Irrationale.&amp;#039;&amp;#039; [[Wissenschaftliche Buchgesellschaft|WBG]], Darmstadt 1970, ISBN 3-534-04342-1 (Original: &amp;#039;&amp;#039;The Greeks and the Irrational.&amp;#039;&amp;#039; [[University of California Press]], Berkeley 1951, zuletzt nachgedruckt: 2004, ISBN 0-520-24230-0).&lt;br /&gt;
* [[Julian Jaynes]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Ursprung des Bewusstseins durch den Zusammenbruch der bikameralen Psyche.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Reinbek 1988, ISBN 3-498-03320-4 (Taschenbuch &amp;#039;&amp;#039;rororo&amp;#039;&amp;#039; 9529, Reinbek 1993, ISBN 3-499-19529-1).&lt;br /&gt;
* Hayden Pelliccia: &amp;#039;&amp;#039;Mind, Body and Speech in Homer and [[Pindar]]&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Hypomnemata. Untersuchungen zur Antike und zu ihrem Nachleben|Hypomnemata]].&amp;#039;&amp;#039; Heft 107). Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1995, ISBN 3-525-25207-2.&lt;br /&gt;
* [[Christopher Gill]]: &amp;#039;&amp;#039;Personality in Greek Epic, Tragedy and Philosophy. The Self in Dialogue.&amp;#039;&amp;#039; Clarendon Press, Oxford 1996, ISBN 0-19-815232-9.&lt;br /&gt;
* [[Tadeusz Stefan Zieliński]]: &amp;#039;&amp;#039;Homeric Psychology.&amp;#039;&amp;#039; [1922], englische Übers. in &amp;#039;&amp;#039;Organon&amp;#039;&amp;#039; 31, 2002, S.&amp;amp;nbsp;15–46; [http://www.ihnpan.waw.pl/wp-content/uploads/2016/03/ZIELINSK.pdf Onlineveröffentlichung] (PDF; 423&amp;amp;nbsp;KB) des Instytut Historii Nauki PAN, Warschau 2002.&lt;br /&gt;
* Wolfram Brinker: &amp;#039;&amp;#039;Platons Ethik und Psychologie. Philologische Untersuchungen über thymetisches Denken und Handeln in den platonischen Dialogen&amp;#039;&amp;#039; (Reihe: &amp;#039;&amp;#039;Europäische Hochschulschriften&amp;#039;&amp;#039;). Peter Lang, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-631-53520-2 ([https://www.peterlang.com/view/title/46946 Klappentext/Abstract online]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Allgemeine Psychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Griechische Philosophie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jordi</name></author>
	</entry>
</feed>