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	<title>Thoraxtrauma - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Thoraxtrauma&amp;diff=732594&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Literatur und Quellen */</title>
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		<updated>2026-03-31T15:33:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur und Quellen&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| BREITE =&lt;br /&gt;
| 01-CODE =S29.9&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG =Thoraxtrauma&lt;br /&gt;
| 02-CODE =S28.0&lt;br /&gt;
| 02-BEZEICHNUNG =Thoraxzerquetschung&lt;br /&gt;
| 03-CODE =S20.2&lt;br /&gt;
| 03-BEZEICHNUNG =[[Thoraxprellung]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Thoraxtrauma&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Brustkorbverletzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Thoraxverletzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Verletzung des [[Brustkorb]]s, seiner Organe oder angrenzender Strukturen durch mechanische Gewalteinwirkung von außen oder innen. Unterschieden wird dabei insbesondere zwischen stumpfen und penetrierenden (in die Brustkorbwand eindringenden) Verletzungen und den betroffenen Strukturen (beispielsweise knöcherne Brustkorbwand, Lungengewebe, [[Mittelfell]] oder Blutgefäße).&amp;lt;ref&amp;gt;K. Ellinger u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Ellinger, Kursbuch Notfallmedizin.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Ärzteverlag, 2007, ISBN 978-3-7691-0519-3, S. 499–512. [https://books.google.de/books?id=2MCzAGGlfGYC&amp;amp;pg=PA500&amp;amp;dq=Thoraxtrauma&amp;amp;hl=de#v=onepage&amp;amp;q=Thoraxtrauma&amp;amp;f=false (online)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzelne Autoren subsumieren auch andere Verletzungen und Schädigungen im Bereich des Brustkorbes wie [[Verbrennung (Medizin)|Verbrennungen]] oder [[Verätzung]]en, [[Inhalationstrauma|Inhalationstraumen]] durch das Einatmen ätzender, giftiger, heißer oder tiefkalter Gase sowie das [[Barotrauma]] unter diesem Begriff.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot;&amp;gt;Ralf Gahr (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Thorax-Traumatologie.&amp;#039;&amp;#039; Band I und II, Einhorn-Presse Verlag, ISBN 978-3-88756-812-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch ein Thoraxtrauma bedingte Verletzungen können akut lebensbedrohlich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Epidemiologie ==&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot;   | Verletzungen bei Polytraumapatienten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Extremitätenverletzungen || 86 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schädel-Hirn-Trauma]] || 69 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Thoraxtraumen || 62 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Abdominelle Verletzungen || 36 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Beckenverletzungen || 28 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wirbelsäulenverletzungen || 14 %&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thoraxverletzungen stellen eine häufige Verletzungsart dar. Bei 45 % bis 62 % aller [[polytrauma]]tisierten Patienten sind Verletzungen des Brustkorbes vorhanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt; Nach dem [[Schädel-Hirn-Trauma]] stellt das Thoraxtrauma die zweithäufigste Todesursache bei Polytraumapatienten dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt; In Deutschland ist das Thoraxtrauma häufig eine Begleitverletzung beim Mehrfachverletzten. Hierbei führt ein begleitendes Thoraxtrauma beim Unfallverletzten zu einer doppelt so hohen Sterblichkeit. Eine zusätzliche Kombination mit einem Schädel-Hirn-Trauma vervierfacht diese sogar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt; Am häufigsten finden sich kombinierte Verletzungen von Schädel und Extremitäten, dann Thorax und Extremitäten, Schädel und Thorax und danach Thorax und [[Abdomen]]. Die [[Letalität]] von Polytraumapatienten wird im Wesentlichen durch Schädel-Hirn- und Thoraxtraumen bestimmt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt; Isolierte Thoraxtraumen sind im deutschsprachigen Raum eher selten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rohen&amp;quot;&amp;gt;Jürgen Durst, Johannes Rohen: &amp;#039;&amp;#039;Chirurgische Operationslehre: in einem Band; mit topographischer Anatomie.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Schattauer Verlag, 1996, ISBN 3-7945-1679-6, S. 273–276.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Edwin Smith Papyrus v2.jpg|miniatur|Der [[Papyrus Edwin Smith]] beschreibt unter anderem Behandlungsmethoden für Thoraxverletzungen im [[Altes Ägypten|alten Ägypten]].]]Die [[Traumatologie]] gilt als ältester Bereich der Chirurgie und hat ihre Ursprünge in den ersten Behandlungsversuchen von Jagd- oder Kriegsverletzungen beim frühzeitlichen Menschen. Schon hier gibt es Hinweise auf Behandlungen von thorakalen Verletzungen. Fundspuren sowie Berichte von Naturvölkern zeigen, dass selbst Eingriffe wie [[Thorakotomie]]n oder Lungenresektionen durchgeführt wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bartels&amp;quot;&amp;gt;Max Bartels: &amp;#039;&amp;#039;Die Medicin der Naturvölker:Ethnologische Beiträge zur Urgeschichte der Medicin.&amp;#039;&amp;#039; Grieben Verlag, Leipzig 1893. [https://books.google.de/books?id=CSsSgB7GhvIC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=bartels+die+medizin+der+naturv%C3%B6lker&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=d7gvY1I_ym&amp;amp;sig=D4nrTPtTYWtdndUtso6wm2uEMS0&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=N1teUMPkAuza4QTvl4DwCg#v=onepage&amp;amp;q=bartels%20die%20medizin%20der%20naturv%C3%B6lker&amp;amp;f=false (online)] (abgerufen am 27. September 2012)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im altägyptischen [[Papyrus Edwin Smith|Papyrus Smith]] werden Behandlungen von Thoraxverletzungen beschrieben und diese bereits klassifiziert und nach Schweregraden und Prognose unterteilt.&lt;br /&gt;
In Schriften der [[Altgriechische Medizin|antiken Medizin]] finden sich viele Berichte über Thoraxtraumen, insbesondere Kriegsverletzungen durch Speere oder Pfeile sind ursächlich. Auch wenn hier keine Therapien für schwere Thoraxtraumen bekannt sind, so werden doch unter anderem von [[Hippokrates von Kos|Hippokrates]] im [[Corpus Hippocraticum]] Diagnose- und Therapieempfehlungen für verschiedene thorakale Krankheitsbilder gegeben, unter anderem werden erstmals Drainagen von thorakalen Flüssigkeitsansammlungen beschrieben. Für Thoraxverletzungen werden verschiedene Arten von Verbänden beschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verletzungsformen ==&lt;br /&gt;
=== Typische Formen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aller Regel findet der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Thoraxtrauma&amp;#039;&amp;#039; in der Literatur für Verletzungen Anwendung, die durch mechanische Gewalteinwirkung entstanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Stumpfes Thoraxtrauma ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Fracturedribsmarked.jpg|miniatur|Röntgen-Thorax Aufnahme eines Patienten mit [[Rippenserienfraktur]] links (im Bild rechts)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:10-03-Pneumothorax CT coronar.png|links|miniatur|[[Computertomografie]]-Aufnahme des Thorax bei einem Patienten mit [[Pneumothorax]] links (im Bild rechts). Deutlich sichtbar ist die kollabierte linke Lunge, die im Gegensatz zur rechten Lunge die [[Pleurahöhle]] nicht mehr voll ausfüllt, sondern von Luft (schwarz) umgeben ist.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Subcutaneous emphysema chest arrow2.jpg|miniatur|CT-Thorax Aufnahme eines Patienten mit ausgedehntem subkutanen [[Hautemphysem]]. Zusätzlich sieht man ein ausgeprägtes [[Mediastinalemphysem]].]] Das stumpfe Thoraxtrauma ist Folge einer stumpfen mechanischen Gewalteinwirkung von außen auf den Thorax. Kommt es hierbei nicht zu [[Knochenbruch|Frakturen]] oder Verletzungen innerer Organe, spricht man von einer [[Thoraxprellung]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei stumpfer Gewalteinwirkung auf den Thorax sind zunächst nach den äußeren Weichteilen, Haut und [[Muskulatur]] die knöchernen Strukturen betroffen, die die Thoraxwand bilden. Die knöcherne Thoraxwand wird von [[Brustwirbelsäule]], [[Brustbein|Sternum]] und [[Rippe]]n gebildet. Frakturen dieser Strukturen können neben der rein knöchernen Verletzung noch zu weiteren Verletzungen innerer Organe durch Quetschung oder Aufspießung mittels scharfkantiger Knochenfragmente führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rohen&amp;quot; /&amp;gt; Bei mehrfachen Frakturen kann ein [[instabiler Thorax]] entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verletzungen der Lunge können neben einer [[Lungenkontusion]] als Quetschverletzung [[Lungenriss]]e sein. Letztere führen zu einem [[Pneumothorax]], wie er bei 10 bis 50 Prozent der Patienten mit Thoraxtrauma auftritt,&amp;lt;ref&amp;gt;C. Waydhas, S. Sauerland: &amp;#039;&amp;#039;Pre-hospital pleural decompression and chest tube placement after blunt trauma: A systematic review.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Resuscitation.&amp;#039;&amp;#039; Band 72, 2007, S. 11–25.&amp;lt;/ref&amp;gt; und gegebenenfalls zu einem [[Spannungspneumothorax]]. Blutungen in den Thorax hinein führen zu einem [[Hämatothorax]]. Bei einem [[Hämatopneumothorax]] treten sowohl ein Pneumo- als auch ein Hämatothorax in Kombination auf. Symptome sind zunächst Luftnot und je nach Ausmaß der Blutung auch [[Schock (Medizin)#Volumenmangelschock|Kreislaufinstabilität]]. Bei einem Pneumothorax kann sich insbesondere bei Ausbildung eines Spannungspneumothorax ein [[Hautemphysem]] bilden, das eine große Ausdehnung erreichen kann. Therapie ist eine Entlastung der [[Pleurahöhle]] mittels [[Thoraxdrainage]] auf der betroffenen Seite. Üblicherweise kommen kleinere intrathorakale Blutungen von alleine zum [[Hämostase|Stehen]], so dass außer einer Drainage keine weiteren Maßnahmen notwendig werden. Eine [[Thorakotomie]] zur operativen [[Blutstillung]] kann bei einem initialen Blutverlust von mehr als 1.500&amp;amp;nbsp;ml nach der Thoraxdrainage oder bei einem fortwährenden Blutverlust von mehr als 250&amp;amp;nbsp;ml pro Stunde über mehr als vier Stunden erfolgen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verletzungen am [[Herzverletzung|Herzen]] und an den großen Gefäßen, der [[Aorta thoracica|Hauptschlagader]] oder den [[Arteria pulmonalis|Lungenarterien]], können insbesondere bei frontaler Gewalteinwirkung auf den Thorax in Kombination mit Rippen- oder Brustbeinfrakturen auftreten. Hier kommt es durch die stumpfe Gewalteinwirkung zu Gewebequetschungen, -einrissen und -einblutungen. Diese können das Gewebe so schädigen, dass es im weiteren Verlauf zu einem kompletten Einriss von Gefäßen oder der Herzwand bzw. zum Abriss von Herzstrukturen wie [[Herzklappen]] oder [[Papillarmuskel]]n kommen kann. Neben der Gefahr des [[Verbluten]]s ist eine [[Herzbeuteltamponade]] (traumatische Perikardtamponade) eine gefährliche Komplikation. Eine seltene Verletzung sind bronchotracheale Verletzungen wie Ab- oder Einriss von [[Luftröhre]] oder [[Bronchialsystem|Bronchien]]. In diesen Fällen ist eine umgehende [[Thorakotomie]] zur Blutstillung bzw. zur Wiederherstellung und Abdichtung der Atemwege erforderlich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rohen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Penetrierendes Thoraxtrauma ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Thorax-Messerstichwunden.jpg|miniatur|Patient mit thorakalen Messerstichwunden und einliegender [[Thoraxdrainage]]]]Beim penetrierenden Thoraxtrauma kommt es durch Eindringen von Fremdkörpern in den Thorax zu einer scharfen Durchtrennung von Strukturen von Thoraxwand oder inneren Organen. [[Schusswunde|Schuss-]] und Stichverletzungen sind die Hauptursache von penetrierenden Thoraxverletzungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rohen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hämodynamik|Hämodynamisch]] stabile Patienten mit penetrierenden Thoraxverletzungen bedürfen neben einer Thoraxdrainage zunächst keiner weiteren Akutmaßnahmen. Neben weiterer Diagnostik steht hier eine klinische Verlaufskontrolle im Vordergrund, da unerkannte kleinere Blutungen oder Verletzungen intrathorakaler Organe verzögert klinisch wirksam werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patienten, bei denen nach einer Penetrationsverletzung eine [[Herzbeuteltamponade]] als Folge einer [[Herzverletzung]] auftritt, können rasch einen Kreislaufzusammenbruch erleiden. Neben einer Diagnosestellung mittels [[Focused Assessment with Sonography for Trauma|FAST]]-Sonografie ist ein schnelles operatives Eingreifen mittels Notfall-[[Thorakotomie]] erforderlich. Die Sterblichkeit von Patienten mit penetrierenden Herzverletzungen liegt zwischen 35 % bei Stich- und 82 % bei Schussverletzungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Patienten, die nach thorakalen Penetrationsverletzungen kreislaufinstabil sind, ist eine umgehende operative Versorgung, unter Umständen schon als [[Schockraum]]-Thorakotomie erforderlich. Häufig sind hier Verletzungen von Herz, Aorta oder Lungengefäßen. Diese Patienten haben oft trotz umgehender Notfall-Thorakotomie eine schlechte Prognose. Die Überlebensrate liegt nach verschiedenen Studien unter 20 %.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sonderformen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sonderformen beschreiben Verletzungen und Schädigungen im anatomisch definierten Bereich des Brustkorbes und werden von der überwiegenden Zahl der Autoren nicht mit dem Begriff &amp;#039;&amp;#039;Thoraxtrauma&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Barotrauma ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Barotrauma}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Alveolus broken.jpg|miniatur|Gedeckter Lungenparenchymriss nach Barotrauma der Lunge mit Überdruckbeatmung, hier am Beispiel einer Schweinelunge. Gut sichtbar ist die Überblähung des Gewebes mit leichter Einblutung.]]&lt;br /&gt;
Bei einem Barotrauma der Lunge kann es durch plötzlich auftretende Druckunterschiede zwischen dem Thoraxinneren und -äußeren zu einer mechanischen Überbeanspruchung des Lungengewebes oder der Atemwege kommen. Es kann in der Folge zu Einreißen der Lunge mit der Bildung eines Pneumothorax kommen. Kleinere Einrisse bleiben gegebenenfalls folgenlos. Eine besondere Gefahr ist eine Verletzung der Lunge im Rahmen eines Barotraumas mit Beteiligung der [[Vena pulmonalis|Lungenvenen]]. Hierbei kann es zum [[Dekompressionskrankheit#Lungenüberdruckunfall AGE (arterielle Gasembolie)|Eindringen kleiner Luftbläschen in den Blutkreislauf]] kommen. Diese können über das Herz in der [[Körperkreislauf]] gelangen und dort kleinere [[Arterie]]n verschließen. Dies kann zu [[Herzinfarkt]]en oder [[Schlaganfall|Schlaganfällen]] führen. Neben [[Dekompression]]sunfällen beim [[Tauchen]] treten Barotraumen der Lunge häufig bei Patienten auf, die mit Überdruck [[Beatmung|beatmet]] werden. Bei Verletzungen der Atemwege innerhalb des [[Mediastinum]]s kann es zum [[Mediastinalemphysem]] kommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Inhalationstrauma ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Inhalationstrauma}}&lt;br /&gt;
[[Datei:ARDS X-Ray.jpg|miniatur|Röntgen-Thorax Aufnahme eines Patienten mit [[Acute Respiratory Distress Syndrome|ARDS]].]]&lt;br /&gt;
Beim Inhalationstrauma unterscheidet man drei Formen:&lt;br /&gt;
* Das thermische Inhalationstrauma&lt;br /&gt;
* Das chemische Inhalationstrauma&lt;br /&gt;
* Das toxische Inhalationstrauma&lt;br /&gt;
Beim thermischen Inhalationstrauma kommt es zum Einatmen heißer Gase, z. B. bei [[Brand|Bränden]] oder [[Explosion]]en oder kalter Gase bei Inhalation von Aerosolen freigesetzter tiefkalter Flüssigkeiten und Stoffe wie z. B. [[Flüssigstickstoff|flüssigem Stickstoff]]. Begleitende Verletzungen wie versengte Haare, Verbrennungen im Gesicht, Ruß oder Verbrennungen im Rachen bzw. Erfrierungen sind äußere Anzeichen. Hauptsächlich betroffen sind die oberen Atemwege und Bronchien.&lt;br /&gt;
Typische Symptome sind [[Stridor]], [[Husten]], Luftnot und Schmerzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim chemischen Inhalationstrauma kommt es zum Einatmen von chemischer [[Pyrolyse]]produkten z. B. bei Verbrennung von Kunststoffen oder Chemikalien. Es kommt zur Schädigung der unteren Atemwege sowie des Lungengewebes. Möglich ist ein symptomfreies Intervall von bis zu 24 Stunden. Im Anschluss daran kann es zu einem [[Lungenödem]] und in der Folge zu einem [[Acute Respiratory Distress Syndrome]] kommen. Eine Sonderform des chemischen Inhalationstraumas ist das toxische Inhalationstrauma. Hier kommt es zum Einatmen von giftigen Gasen und Verbrennungsprodukten. Gerade bei Bränden tritt häufig eine [[Kohlenstoffmonoxidvergiftung]] ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Therapie von Inhalationstraumen besteht zunächst aus Stabilisierung und Sicherung der [[Vitalfunktionen]], Sauerstoffgabe und [[Analgesie]]. Insbesondere bei chemischen Inhalationstraumen ist je nach Schädigungsursache und -grad eine frühzeitige [[Endotracheale Intubation|Intubation]] und [[Beatmung]] erforderlich. Giftige Stoffe, die sich um Mund- und Rachenraum abgelagert haben, können mittels einfacher Mundspülung entfernt oder zumindest in ihrer Konzentration deutlich gemindert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leitlinie&amp;quot;&amp;gt;[https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/012-019.html &amp;#039;&amp;#039;Leitlinie &amp;quot;Polytrauma / Schwerverletzten-Behandlung&amp;quot;.&amp;#039;&amp;#039;] der [[Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie|DGU]] auf www.awmf.org (abgerufen am 19. September 2012)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verbrennungen ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Verbrennung (Medizin)}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Verbrennung 3gradig01.jpg|miniatur|Patient mit drittgradiger Verbrennung am Thorax]]&lt;br /&gt;
Bei Verbrennungen im Bereich des Thorax gelten zunächst die für [[Verbrennung (Medizin)|Verbrennungen]] allgemein üblichen Regeln.&lt;br /&gt;
Der Thorax nimmt nach der in der Verbrennungsmedizin üblichen Neunerregel zur Bestimmung der Hautoberflächenmaße beim Erwachsenen 18 % der Körperoberfläche ein. Man unterscheidet vier Schweregrade:&lt;br /&gt;
# Grad 1: Es kommt zu lokaler Rötung, Schwellungen und Schmerzen der Haut. Betroffen ist die [[Epidermis (Wirbeltiere)|Oberhaut]]. Die Verletzung heilt folgenlos ab.&lt;br /&gt;
# Grad 2: Es kommt zu Rötung, Schwellung und Blasenbildung an der Verbrennungsstelle. Die Verletzungen sind sehr schmerzhaft. Betroffen sind die Oberhaut (Grad 2a) oder die tieferen [[Dermis]]schichten (Grad 2b). Grad-2a-Verletzungen heilen vollständig ab, Grad-2b-Verletzungen heilen unter [[Narbe (Wundheilung)|Narbenbildung]] ab.&lt;br /&gt;
# Grad 3: Es kommt zu [[Nekrose]]nbildung, die Haut ist schwärzlich-weiß verfärbt. Da die Nervenendigungen der Haut zerstört sind, ist die Verletzung oft schmerzlos. Betroffen sind Dermis und [[Subkutis|Unterhaut]]. Die Verletzungen sind irreversibel.&lt;br /&gt;
# Grad 4: Es kommt zu tiefer Verkohlung des Gewebes. Da die Nervenendigungen der Haut zerstört sind, ist die Verletzung schmerzlos. Betroffen sind alle Schichten der Haut sowie darunter liegende Knochen, [[Faszie]]n und Organe. Die Verletzungen sind irreversibel.&lt;br /&gt;
Neben der allgemeinen Traumatisierung und Vitalgefährdung durch die Verbrennungssituation sind in der akuten Verletzungsphase insbesondere Patienten mit großflächigen und zirkulären Verbrennungen am Thorax gefährdet. Da Gewebe, das dritt- bis viertgradig verbrannt ist, seine Elastizität verliert, ist die thorakale [[Atmung|Atemexkursion]] eingeschränkt. Dies führt zu einer deutlich erschwerten bis unmöglichen [[Beatmung]]. Hier kann eine notfallmäßige [[Escharotomie]] lebensrettend sein.&lt;br /&gt;
Verbrennungstraumen am Thorax gehen oft mit [[Polytrauma|Mehrfachverletzungen]] einher. Eine Kombination mit einem [[Inhalationstrauma]] ist möglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Thorako-abdominelle Verletzungen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Diaphragmatic rupture spleen herniation.jpg|miniatur|Röntgenaufnahme des Thorax bei einem Patienten mit Zwerchfellriss und Verlagerung der Milz (Pfeil) in den Brustraum]]&lt;br /&gt;
Die Kombinationsverletzung von Thorax und [[Abdomen]] ist die vierthäufigste Kombination bei [[Polytrauma|mehrfachverletzten]] Patienten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt; Insbesondere Zwerchfell, Leber und Milz sind auch bei isolierten Thoraxtraumen oft mitbetroffen. So können beim stumpfen Thoraxtrauma gebrochene Rippen in Leber oder Milz spießen und starke Blutungen verursachen. Durch ein plötzliches Kompressionsereignis kann das Zwerchfell ein- oder beidseits [[Ruptur|rupturieren]] und es kann zur Verlagerung von Bauchorganen in den Brustkorb kommen. Hierbei kommt es zu einer mechanischen Kompression der Lungen mit Luftnot und abgeschwächtem Atemgeräusch auf der betroffenen Seite. Bei einer rechtsseitigen Zwerchfellruptur liegt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch eine schwere Verletzung der Leber vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt; Bei penetrierenden Thoraxtraumen können die in den Körper eindringenden Fremdkörper wie Projektile oder Messer  sich bis in den Bauchraum bewegen und dortige Organe mitverletzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Symptome von intraabdominellen Organverletzungen sind [[Schock (Medizin)|Schock]] und Anzeichen eines [[Akutes Abdomen|akuten Abdomens]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gahr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur und Quellen ==&lt;br /&gt;
* Max Bartels: &amp;#039;&amp;#039;Die Medicin der Naturvölker:Ethnologische Beiträge zur Urgeschichte der Medicin.&amp;#039;&amp;#039; Grieben Verlag, Leipzig 1893. [https://books.google.de/books?id=CSsSgB7GhvIC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=bartels+die+medizin+der+naturv%C3%B6lker&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=d7gvY1I_ym&amp;amp;sig=D4nrTPtTYWtdndUtso6wm2uEMS0&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=N1teUMPkAuza4QTvl4DwCg#v=onepage&amp;amp;q=bartels%20die%20medizin%20der%20naturv%C3%B6lker&amp;amp;f=false (online)]&lt;br /&gt;
* Jürgen Durst, Johannes Rohen: &amp;#039;&amp;#039;Chirurgische Operationslehre: in einem Band; mit topographischer Anatomie.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Schattauer, 1996, ISBN 3-7945-1679-6, S. 273–276.&lt;br /&gt;
* Ralf Gahr (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Thorax-Traumatologie.&amp;#039;&amp;#039; Band I und II. Einhorn-Presse Verlag, ISBN 978-3-88756-812-2.&lt;br /&gt;
* W. Glinz: &amp;#039;&amp;#039;Thoraxverletzungen. Diagnose, Beurteilung und Behandlung.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1978, ISBN 3-540-08597-1; 2., korrigierte Auflage ebenda 1979, ISBN 3-540-09695-7; 1982 erschienen auch in englischer Übersetzung.&lt;br /&gt;
* Jud W. Gurney u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Thorax.&amp;#039;&amp;#039; Urban &amp;amp; Fischer-Verlag, 2004, ISBN 3-437-23430-7, S. 184 ff. [https://books.google.de/books?id=4fXQ8BzerOEC&amp;amp;pg=PA326&amp;amp;dq=Thoraxtrauma&amp;amp;hl=de#PPA184,M1 (online)]&lt;br /&gt;
* Frank Flake u. a.: &amp;#039;&amp;#039;60 Fälle Rettungsdienst.&amp;#039;&amp;#039; Urban &amp;amp; Fischer, 2006, ISBN 3-437-48230-0, S. 66 ff. [https://books.google.de/books?id=iAMBRc25IZ4C&amp;amp;pg=PA61&amp;amp;dq=Thoraxtrauma&amp;amp;hl=de#PPA61,M1 (online)]&lt;br /&gt;
* P. Lawin, M. Wendt: &amp;#039;&amp;#039;Das Thoraxtrauma: Symposium Kassel, 13. und 14. Februar 1981.&amp;#039;&amp;#039; Melsungen Bibliomed Med. Verlagsgesellschaft, 1982.&lt;br /&gt;
* [https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/012-019.html &amp;#039;&amp;#039;Leitlinie &amp;quot;Polytrauma / Schwerverletzten-Behandlung&amp;quot;.&amp;#039;&amp;#039;] der [[Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie|DGU]] auf www.awmf.org (abgerufen am 19. September 2012)&lt;br /&gt;
* Axel Rüter u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Unfallchirurgie.&amp;#039;&amp;#039; Urban &amp;amp; Fischer, 2008, ISBN 978-3-437-21851-4, S. 35 ff. [https://books.google.de/books?id=vN2p4DEtYUwC&amp;amp;pg=PA591&amp;amp;dq=Thoraxtrauma&amp;amp;hl=de#PPA35,M1 (online)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Injuries to the thorax|Thoraxtrauma}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsbild in der Notfallmedizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsbild in Orthopädie und Unfallchirurgie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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