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	<title>Thomaschristen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Catullus26 am 28. März 2026 um 16:21 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:St. Thomas Cross.jpg|mini|St.-Thomas-Kreuz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Thomaschristen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind die Angehörigen [[Christentum in Indien|indischer christlicher Kirchen]], die ihre Geschichte auf eine Erstmission durch den [[Thomas (Apostel)|Apostel Thomas]] zurückführen und heute insgesamt etwa sieben Millionen Mitglieder zählen. Dies sind hauptsächlich:&lt;br /&gt;
* die katholische [[syro-malabarische Kirche]],&lt;br /&gt;
* die „Metropolie von Malabar und Ganz Indien“ der [[Assyrische Kirche des Ostens|Assyrischen Kirche des Ostens]],&lt;br /&gt;
* die [[Autokephalie (Kirche)|autokephale]] [[Indisch-Orthodoxe Kirche|malankarische orthodox-syrische Kirche]],&lt;br /&gt;
* die [[Malankara Syrisch-Orthodoxe Kirche|malankarische syrisch-orthodoxe Kirche]] als „Katholikat von Indien“ der [[Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien|syrisch-orthodoxen Kirche]],&lt;br /&gt;
* die katholische [[syro-malankarische Kirche]] und&lt;br /&gt;
* die protestantisch-anglikanisch orientierte [[Mar-Thoma-Kirche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomaschristen haben wie andere Religionsgemeinschaften in Indien eine eigene alte Tradition von Meditationspraktiken &amp;#039;&amp;#039;([[Dhyana]]m)&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20020427165135/http://www.angelfire.com/wi/inroads/meditation.html &amp;#039;&amp;#039;Developing a Practice of Orthodox Christian Meditation Practice. A Christian Dhyanam from the East.&amp;#039;&amp;#039;] Mission Society of St. Gregorios of India, Madison, Wisconsin (USA).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Christliche Konfessionen in Kerala#Liste der christlichen Konfessionen|titel1=Liste der christlichen Konfessionen in Kerala}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Namen ==&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung „Thomaschristen“ hat keinen amtlichen Charakter. Ihr Alter ist nicht genau bekannt. Die Benennung entspringt dem lokalen Thomas-Kult, der mit der Verehrung eines Apostelgrabes verbunden ist. Der als Indiens Erstmissionar verehrte [[Thomas (Apostel)|Apostel Thomas]] gilt in der Folge auch als Begründer eines apostolischen Bischofsstuhles ([[Kathedra]]) in Indien. Einheimische Christen und Kirchenführer ziehen daraus Konsequenzen für ihre Stellung und Rechte in der Gesamtchristenheit und innerhalb der eigenen kirchlichen Konfession. Aus der Behauptung eigenständiger [[Apostel|Apostolizität]] ergeben sich Spannungen und Autonomieforderungen, die bis zu Kirchenspaltungen führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einheimische Namen sind &amp;#039;&amp;#039;Nasranikkal&amp;#039;&amp;#039; („Nazranis“) und &amp;#039;&amp;#039;Suryanikkal&amp;#039;&amp;#039; („syrische Christen“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründung ==&lt;br /&gt;
Der Apostel Thomas verließ nach lokaler [[Thomasakten|Thomas-Hagiographie]] Jerusalem etwa im Jahr 40 n.&amp;amp;nbsp;Chr. und kam –&amp;amp;nbsp;nachdem er eine Zeit lang im Mittleren Osten (heute [[Iran]], [[Irak]], [[Afghanistan]] und [[Belutschistan]]) evangelisiert hatte&amp;amp;nbsp;– um das Jahr 52 nach [[Indien|Nordindien]]. Dort reiste Thomas einer späteren Legende zufolge entlang der südwestlichen Küste Indiens (damals [[Malabar]], heute der Bundesstaat [[Kerala]]) und gelangte schließlich nach [[Madras]] (heute: Chennai im Bundesstaat [[Tamil Nadu]]) an der [[Koromandelküste]], wo ihn ein Speer tödlich getroffen habe. Über der ihm zugeschriebenen Grabstätte wurde dort (heute [[St. Thomas Mount]]) 1547 eine Kirche errichtet, in der sich ein Kreuz mit einer [[Mittelpersische Sprache|mittelpersischen]] Inschrift aus dem 8./9. Jahrhundert befindet. Die bekanntere Verehrung von Thomas-Reliquien in [[Şanlıurfa|Edessa]] wird mit der Überführung eines Großteils seiner Gebeine dorthin im 3. Jahrhundert erklärt. Die alten christlichen [[Kirche (Organisation)|Kirchen]] Indiens betrachten Thomas bis heute als ihren Gründer und spirituellen Vater und bezeichnen sich als „Töchter des hl. Thomas“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst wenn die Gründungsgeschichte, wie viele andere apostolische Gründungen auch, legendär ist, so ist doch das Christentum in Indien älter als viele Kirchen in Europa. Im dritten Jahrhundert überlagerte in Syrien/Mesopotamien die Thomastradition die ältere [[Abgar V.|Addaitradition]]. Etwa zur gleichen Zeit entstanden die [[Thomasakten]], die von einer Missionsreise nach Indien, allerdings der Beschreibung nach dem Norden des Landes, das heutige Afghanistan und Belutschistan, berichten. Seit dem 4. Jahrhundert ist die Indientradition bei den Kirchenvätern verbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Albrecht Dihle: Art. &amp;#039;&amp;#039;Indien&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Reallexikon für Antike und Christentum&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 18 (1998), Sp. 1–56, hier Sp. 46.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Mitte des 6. Jahrhunderts fand der als [[Kosmas Indikopleustes]] bekannte alexandrinische Reisende Christen in Südindien vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als außerhalb des [[Römisches Reich|römischen Reiches]] und jenseits des „islamischen Gürtels“ gelegene Kirche hatten diese indischen Christen über Jahrhunderte kaum Kontakt zur [[Römische Reichskirche|Reichskirche]] oder gar zur [[römisch-katholische Kirche|römischen Kirche]] und entwickelten ein eigenständiges Kirchenleben in Gemeinschaft mit dem [[Katholikos]] der [[Assyrische Kirche des Ostens|ostsyrischen „Kirche des Ostens“]] von [[Seleukeia-Ktesiphon|Seleukia-Ktesiphon]] (später in [[Bagdad]] bzw. [[Mosul]]). Ihre traditionelle gottesdienstliche Ordnung wird dem [[Ostsyrischer Ritus|Ostsyrischen Ritus]] zugerechnet und wurde bis in die Neuzeit in [[Syrische Sprache|syrischer Sprache]] gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeblich bereits im Jahre 345, jedenfalls vor dem achten Jahrhundert, soll es unter einem Kaufmann Thomas von Kana zur Ansiedlung und Privilegierung christlich-syrischer Einwanderer in [[Cranganore]] gekommen sein. Im Zuge dessen erlangten die Thomas-Christen Indiens einen eigenen, aus Persien bzw. Mesopotamien entsandten [[Metropolit]]en, der in der Rangfolge der ostsyrischen Kirche an zehnter Stelle stand. Diesem stand wie üblich ein „Archidiakon“ (trotz des Namens ein [[Presbyter]]/Priester) als eine Art [[Generalvikar]] zur Seite. Da die ostsyrischen „Metropoliten von Ganz Indien“ als Auswärtige die Landessprache [[Malayalam]] kaum beherrschten, mussten sie sich für gewöhnlich mit der Rolle einer Art [[Weihbischof]] begnügen, während die tatsächliche Kirchenleitung durch einen Einheimischen ausgeübt wurde, der als „[[Erzdiakon (Thomaschristen)|Erzdiakon von Indien]]“ firmierte und in Südindien wie ein fürstlicher Ethnarch des christlichen Bevölkerungsanteils amtierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa um das Jahr 720 unterstellten sich die Thomas-Christen in Malabar dem ostsyrischen Katholikos von [[Seleukeia-Ktesiphon]] (später: Bagdad). Bischöfe werden fortan von Seleukeia-Ktesiphon (später: Bagdad) gesandt. Die tatsächliche Verwaltung der Kirchenprovinz Malabar lag jedoch in den Händen von einheimischen [[Erzdiakon (Thomaschristen)|Erzdiakonen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;zeittafel&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur|Kapitel=Zeittafel Thomas-Christen|Autor= Robert Wallisch|Titel=Die Entdeckung der indischen Thomas-Christen|Seiten=16–23|Datum =2008|Auflage=1|Online=https://verlag.oeaw.ac.at/api/download/content/9783700139522_kapitel_16_24.pdf|Format=pdf|Verlag=Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kolonialismus ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kottayam Valia Palli02.jpg|mini|Das Innere der Valia Palli (Große Kirche) in [[Kottayam]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 1498 die nach neuen Handelswegen suchenden Portugiesen nach Indien kamen, fanden sie zu ihrer Überraschung dort christliche Gemeinden vor. Obwohl die Portugiesen zunächst sehr erfreut waren, [[Christen]] in Indien vorzufinden, und von den Thomaschristen als Brüder begrüßt wurden, begann nach wenigen glücklichen Jahrzehnten, insbesondere mit Einsetzen der [[Gegenreformation]], die Jahrhunderte währende Zeit einerseits der Fremdbestimmung und der Latinisierung von Gottesdienst und Frömmigkeitsformen, anderseits des Widerstandes Einheimischer dagegen mit dem Ergebnis, dass sich die indisch-ostkirchliche Christenheit in mehrere Gruppen aufspaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kottayam Cheria Pally01.jpg|mini|links|hochkant|Cheria Pally (Kleine Kirche) in Kottayam (1579)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legitimiert durch das [[Padroado]]-System und mit militärischer Gewalt, die auch vor Bischofsentführungen und Seeblockaden nicht Halt machte, begannen die portugiesischen Kolonisatoren, die Thomas-Christen unter die Hoheit von Bischöfen des lateinischen Ritus zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1553 spaltete sich die ostsyrische „Kirche des Ostens“ in einen autokephal bleibenden Zweig („[[Assyrische Kirche des Ostens|Nestorianer]]“) und einen, der Gemeinschaft mit dem [[Papst]] in [[Rom]] aufnahm („[[Chaldäisch-katholische Kirche]]“).&amp;lt;ref name=&amp;quot;zeittafel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1553 wurde die römisch-katholische Diözese [[Goa]] gegründet, deren Territorium sich vom [[Kap der Guten Hoffnung]] bis an die Grenzen Chinas erstreckte, somit Indien einschloss. Als 1597 der letzte ostsyrische „Metropolit von Indien“, der zum Katholizismus konvertierte Mar Abraham, starb, verstärkte sich der portugiesische Griff auf die Thomaschristen. Der lateinische [[Erzbistum Goa und Daman|Erzbischof von Goa]], [[Aleixo de Menezes]] (1559–1617), der in Stellvertretung des portugiesischen Vizekönigs auch politischer Machthaber war, veranstaltete 1599 die [[Synode von Diamper]] mit dem Ziel, die Kirche der Thomaschristen und ihre Liturgie im Geist des römisch-katholischen [[Konzil von Trient|Konzils von Trient]] zu reformieren, hier erstmals der [[Zölibat|Pflichtzölibat]] für Diakone und Priester eingeschlossen. 1599 wurde die ostsyrische „Metropolie von Ganz Indien“ mit Sitz in [[Angamaly]] mit einem lateinischen Bischof, [[Francisco Roz]] SJ (ordiniert 1601; † 1624), besetzt und zum Suffraganbistum des portugiesischen Metropoliten von Goa herabgestuft (1605 nach [[Cranganore]] verlegt). In den folgenden Jahrhunderten wurden fast nur noch von Goa oder Rom ernannte europäische Bischöfe bzw. Apostolische Vikare eingesetzt, welche die lokalen Traditionen wenig achteten. Das Padroado-Regime ließ nicht zu, dass auf seinen indischen Territorien noch einmal ein ostsyrischer Bischof amtierte. Die weiterhin syrischsprachige Liturgie (Messfeier) der Thomaschristen wurde zunächst nur doktrinär, dann auch in ihrer Gestaltung nach lateinischem Muster korrigiert sowie für nicht wenige nicht-eucharistische Gottesdienste Übersetzungen aus dem Lateinischen in das Syrische vorgenommen und bis weit in das 20. Jahrhundert regelmäßig liturgisch benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die forcierte „Latinisierung“ von indischen Christen unter Missachtung ihrer ostkirchlichen Traditionen sowie der einheimischen „Archidiakone“ führte schließlich 1653 zum Bruch mit Portugal und Rom. Mit dem &amp;#039;&amp;#039;[[Schwur vom Schiefen Kreuz]]&amp;#039;&amp;#039; gelobten indische Thomaschristen am 3. Januar 1653 in &amp;#039;&amp;#039;Mattancherry&amp;#039;&amp;#039; bei [[Kochi (Indien)|Cochin]], nie wieder einen portugiesischen Jesuiten-Bischof über sich zu dulden. Am 22. Mai 1653 ordinierten zwölf Priester – in einer „Notzeremonie“ ohne Mitwirkung eines Bischofs – den bisherigen Archidiakon Thomas Parambil ([[Thomas de Campo]]) als &amp;#039;&amp;#039;Mar Thomas&amp;amp;nbsp;I.&amp;#039;&amp;#039;zu ihrem kirchlichen Oberhaupt. Die Mehrheit der Thomaschristen schloss sich dem neuen Metropoliten an und verließ den lateinischen Erzbischof. Der &amp;#039;&amp;#039;Schwur vom schiefen Kreuz&amp;#039;&amp;#039; ist der Beginn der bis heute bestehenden Spaltung der indischen Christen in verschiedene kirchliche Gruppen mit unterschiedlichen Liturgien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuzeit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Branches &amp;amp; Denominations of Saint Thomas Christians.svg|mini|Geschichtliche Entwicklung und Spaltung der indischen Thomaschristen]]&lt;br /&gt;
Der größere Teil der Thomaschristen in Malabar/Malankara kehrte ab 1662, nachdem Papst [[Alexander VII.]] italienische [[Karmeliten]] zu ihrer Betreuung entsandt und für die nicht-portugiesischen Territorien [[Apostolisches Vikariat|Apostolische Vikare]] bestellt hatte, wieder zur Einheit mit der katholischen Kirche zurück. Sie wurden über Zwischenstufen zur heutigen [[Syro-malabarische Kirche|Syro-malabarischen katholischen Kirche]]. Am 1. Februar 1663 wurde Chandy Parampil ([[Alexander de Campo]]; 1663–1687), ein Vetter des genannten Mar Thomas I., zum [[Erzbistum Verapoly|Apostolischen Vikar für Malabar]] erhoben und damit der erste (und bis zum 18. Jahrhundert einzige) einheimisch-indische (Titular-)Bischof der mit Rom vereinten Thomaschristen des [[Ostsyrischer Ritus|ostsyrischen Ritus]] (&amp;#039;&amp;#039;Gruppe I&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der kleinere, nicht-katholische Teil der Thomaschristen näherte sich in der Folge der [[Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien|Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien]], d.&amp;amp;nbsp;h. den sogenannten Jakobiten, an, übernahm von ihr das Bekenntnis zum [[Konzil von Ephesos]] und schrittweise die [[Antiochenischer Ritus|Westsyrische Liturgie]] (&amp;#039;&amp;#039;Gruppe II&amp;#039;&amp;#039;). Sie standen in der Folge unter einem eigenen einheimischen „Metropoliten von Malankara“. Doch stellte sich für sie immer wieder das Problem der ordentlichen [[Weihesakrament|Ordination]] ihres Kirchenoberhaupts in [[Apostolische Sukzession|apostolischer Sukzession]]. Dafür blieben sie auf die Kirche von Antiochien und von dieser nach Indien entsandte Bischöfe angewiesen, die dort aber auch ihre eigenen Gefolgschaften begründeten. Aus daraus resultierenden Streitigkeiten ging 1772 die kleine [[Unabhängige Syrische Kirche von Malabar|Unabhängige Syrische Kirche]] in Thozhiyur (Anjur, bei [[Trichur]]) hervor (&amp;#039;&amp;#039;Gruppe III&amp;#039;&amp;#039;). Während der britischen Kolonialherrschaft spaltete sich 1888 von den nicht-katholischen Thomaschristen des westsyrischen Ritus auch die mit der [[Church of England]] unierte [[Mar-Thoma-Kirche]] ab (&amp;#039;&amp;#039;Gruppe IV&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1912 wurde in Indien versucht, die Bedeutung der Thomaschristen innerhalb des antiochenischen Patriarchats dadurch aufzuwerten, dass ein nach Autonomie strebender Zweig der [[Mar-Thoma-Kirche|Kirche in Malankara]] das im 19. Jahrhundert erloschene Amt des „[[Maphrian]]s“, d.&amp;amp;nbsp;h. des „[[Katholikos]] des Ostens“ (ehemals zweithöchster Würdenträger der syrisch-orthodoxen Kirche; Amtsname: Basilios), wieder aufleben ließ, in Personalunion verbunden mit dem Amt des „Metropoliten von Malankara“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der auf Unabhängigkeit vom antiochenischen Patriarchen bestehende indische Zweig der syrisch-orthodoxen Kirche um den einheimischen Metropoliten (Katholikos) errichtete 1934 die &amp;#039;&amp;#039;malankarische orthodox-syrische Kirche&amp;#039;&amp;#039;. Somit standen in Indien zwei syrisch-orthodoxe Jurisdiktionen einander gegenüber, die Partei des Patriarchen (&amp;#039;&amp;#039;Gruppe IIa&amp;#039;&amp;#039;: „Patriarchisten“) und die des als „Katholikos“ firmierenden Metropoliten von Malankara (&amp;#039;&amp;#039;Gruppe IIb&amp;#039;&amp;#039;). Das Schisma wurde 1964 vorläufig beendet und eine gemeinsame Hierarchie unter dem vom antiochenischen Patriarchen Ignatius Jakob III. geweihten Katholikos Mar Basilios Augen I. (1965–1975) eingerichtet. Unter Basilios Augen, der den Titel „Nachfolger auf dem Thron des Apostels Thomas“ annahm, lebten die Spannungen jedoch wieder auf. Die mit diesem Titel beanspruchte eigenständige Apostolizität wurde vom Patriarchat als Beeinträchtigung der Rechte des Apostolischen Stuhles von Antiochien verstanden. Der Konflikt verstärkte sich, als der antiochenische Patriarch 1972 einen für die auf Unabhängigkeit und Gleichberechtigung bedachten Inder nicht akzeptablen Patriarchatsassistenten entsandte. Als die syrisch-orthodoxe Synode in Damaskus 1975 Katholikos Basilios Augen des Amtes enthob und an seiner Stelle Mor Paulose Philoxenos als [[Baselios Paulose II.]] (1975–1996) zum Maphrian (Katholikos) bestellte, wurde der Bruch vollzogen. Die Anhänger des zurücktretenden Basilios Augen wählten ihrerseits Mor Basilios Marthoma Mathews I. zum Katholikos und errichteten die autokephale [[Indisch-Orthodoxe Kirche|malankarische orthodox-syrische Kirche]], während der Rest als autonome [[malankarische syrisch-orthodoxe Kirche]] unter der Oberhoheit des antiochenischen Patriarchats verblieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 nahm ein Teil der syrisch-orthodoxen Thomaschristen westsyrischer Liturgie die Kirchengemeinschaft mit Rom auf und begründete die [[Syro-malankarische Kirche|Malankarisch-katholische Kirche]] (&amp;#039;&amp;#039;Gruppe V&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch unter den mit Rom unierten Thomaschristen des ostsyrischen Ritus (&amp;#039;&amp;#039;Gruppe I&amp;#039;&amp;#039;) setzte sich schließlich der Wunsch nach einheimischen Bischöfen durch. Unterstützung erfuhren sie einerseits durch die [[Chaldäisch-katholische Kirche]], anderseits durch die autokephale [[Assyrische Kirche des Ostens]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz lateinischer Hierarchie fortbestehende Kontakte von Thomaschristen mit den Ostsyrern beider Konfessionen in Mesopotamien wurden im 19. Jahrhundert intensiviert. Auf Bitten einer indischen Delegation weihte der katholische Patriarchal-Administrator [[Yohannan VIII. Hormizd]] 1798, ohne römische Zustimmung, in der Person des Paulus Pandari einen malabarischen Priester zum Bischof (nominell von Mar Behnam bei Mosul), de facto für den Dienst unter den Thomaschristen. Der 1861/62 unternommene Versuch, die Jurisdiktion des katholischen [[Patriarchat von Bagdad|Patriarchats von Babylon]] auf Indien auszudehnen, scheiterte nicht zuletzt am Widerstand des [[Kuriakose Elias Chavara]] gegen den vom chaldäischen Patriarchen [[Joseph Audo|Joseph VI. Audo]] entsandten ostsyrisch-katholischen Bischof Thomas Rocos. Das Wirken des 1874 ebenfalls durch Joseph VI. nach Indien gesandten Bischofs [[Elias Mellus]] wurde von Rom ausdrücklich missbilligt und schließlich 1882 unterbunden. Daraufhin schloss sich 1907 ein kleinerer Teil der indischen Ostsyrer, unter Lösung der Verbindung mit dem römischen Papst, der [[Assyrische Kirche des Ostens|Assyrischen Kirche des Ostens]] als deren indische Diözese an (&amp;#039;&amp;#039;Gruppe VI&amp;#039;&amp;#039;). Mit Mar Abdišo Thondanat († 1900) und Mar [[Abimalek Timotheus]] erhielten sie eigene Metropoliten. Unter des Letzteren Nachfolger, Mar [[Thomas Darmo]], spaltete sich die Metropolie 1964 in Anhänger des Julianischen und solche des Gregorianischen Kalenders, deren Gruppen danach in Indien die (bis heute andauernde) Spaltung der assyrischen Mutterkirche abbildeten. Bislang nur in Indien gelang 1995 die Versöhnung von Neu- und [[Altkalendarier]]n unter Katholikos-Patriarch Mar [[Dinkha IV.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die katholischen Thomaschristen des [[Ostsyrischer Ritus|ostsyrischen Ritus]] (&amp;#039;&amp;#039;Gruppe I&amp;#039;&amp;#039;) erhielten 1896 einheimische Bischöfe des eigenen Ritus und wurden ab 1923 innerhalb der römisch-katholischen Kirche, doch gewollt unabhängig von der Chaldäisch-katholischen Kirche, als [[Syro-malabarische Kirche]] organisiert, die seit 1992 als „[[Kirche eigenen Rechts]]“ durch den quasi-patriarchalen [[Großerzbischof]] von Ernakulam-[[Angamali]] geleitet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Gruppen der Thomaschristen sind kirchenintern noch einmal strikt geteilt in die [[Endogamie]] pflegenden „Südchristen“ ([[Knananiten]]) und die sonstigen Kirchenangehörigen („Nordchristen“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Kirchen ==&lt;br /&gt;
=== Mit ostsyrischem Ritus ===&lt;br /&gt;
* Die [[syro-malabarische Kirche]] als Tochter- und Schwesterkirche, nicht aber Teil, der mit Rom [[Katholische Ostkirchen|unierten]] [[Chaldäisch-katholische Kirche|Chaldäisch-katholischen Kirche]].&lt;br /&gt;
* Die „Metropolie von Malabar und Ganz Indien“ (&amp;#039;&amp;#039;Chaldean Syrian Church of the East&amp;#039;&amp;#039;) mit Sitz in [[Trichur]] als Teil der [[Assyrische Kirche des Ostens|Assyrischen Kirche des Ostens]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mit westsyrischem Ritus ===&lt;br /&gt;
* Die [[Autokephalie (Kirche)|autokephale]] [[Indisch-Orthodoxe Kirche|malankarische orthodox-syrische Kirche]].&lt;br /&gt;
* Die [[malankarische syrisch-orthodoxe Kirche]] als Untergliederung der [[Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien|Syrisch-Orthodoxen Kirche]].&lt;br /&gt;
* Die kleine [[Unabhängige Syrische Kirche von Malabar]] („Thozhiyur Sabha“).&lt;br /&gt;
* Die mit Rom unierte [[syro-malankarische Kirche]].&lt;br /&gt;
* Die [[Mar-Thoma-Kirche]], eine Ostkirche in Kirchengemeinschaft mit der [[Anglikanische Gemeinschaft|Anglikanischen Kirche]] und der [[Utrechter Union der Altkatholischen Kirchen]].&lt;br /&gt;
* Die aus der Abspaltung von der Mar-Thoma-Kirche entstandene [[Evangelische St.-Thomas-Kirche von Indien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Albrecht Dihle]]: Art. &amp;#039;&amp;#039;Indien&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Reallexikon für Antike und Christentum]]&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 18, Anton Hiersemann Verlag, Stuttgart 1998, Sp. 1–56.&lt;br /&gt;
* [[Heinzgerd Brakmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Thomaschristen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon für Theologie und Kirche.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Bd. 10 (2001) Sp. 1–5. (mit weiterer Lit.)&lt;br /&gt;
* István Perczel: &amp;#039;&amp;#039;Language of religion, language of the people, languages of the documents: the legendary history of the Saint Thomas Christians of Kerala.&amp;#039;&amp;#039; In: Ernst Bremer u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Language of Religion – Language of the People. Medieval Judaism, Christianity and Islam&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;MittelalterStudien&amp;#039;&amp;#039; 11). Fink, München 2006, S.&amp;amp;nbsp;387–428.&lt;br /&gt;
* István Perczel: &amp;#039;&amp;#039;The Role of Mar Abraham, the Last Persian Metropolitan of the Saint Thomas Christians, in the Light of the Kerala Manuscripts&amp;#039;&amp;#039;. In: Pius Malekandathil (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;India, the Portuguese and maritime interactions&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2: &amp;#039;&amp;#039;Religion, language and cultural expressions&amp;#039;&amp;#039;. Primus Books, Delhi 2019, ISBN 978-93-5290-661-1, S. 111–142.&lt;br /&gt;
* [[Placid J. Podipara]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Thomas-Christen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Das östliche Christentum&amp;#039;&amp;#039; N.&amp;amp;nbsp;F. 18). Augustinus-Verlag Würzburg, 1966.&lt;br /&gt;
* [[Helmut Waldmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Königsweg der Apostel in Edessa, Indien und Rom.&amp;#039;&amp;#039; Verlag der Tübinger Gesellschaft, Tübingen 1997 ([https://publikationen.uni-tuebingen.de/xmlui/bitstream/handle/10900/43796/pdf/Koe_complete.pdf?sequence=1&amp;amp;isAllowed=y Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* Robert Wallisch: &amp;#039;&amp;#039;Die Entdeckung der indischen Thomas-Christen&amp;#039;&amp;#039;. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2008, ISBN 978-3-7001-3952-2.&lt;br /&gt;
* Henning Wrogemann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Indien – Schmelztiegel der Religionen oder Konkurrenz der Missionen? Protestantische Mission in Indien seit ihren Anfängen in Tranquebar (1706) und die Sendung anderer Konfessionen und Religionen.&amp;#039;&amp;#039; (Quellen und Beiträge zur Geschichte der Hermannsburger Mission und des Ev.-Luth. Missionswerkes in Niedersachsen 17). LIT Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8258-0914-0, S. 83–102.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.churchoftheeastindia.org/ Homepage der Indischen Metropolie der „Kirche des Ostens“]&lt;br /&gt;
* [http://www.syriacchristianity.org/ Homepage der „Malankara Syrisch-Orthodoxen Kirche“]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Thomaschristen| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Thomas (Apostel)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Catullus26</name></author>
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