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	<title>Thixotropie - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Thixotropie&amp;diff=94081&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Goesseln am 19. März 2026 um 21:27 Uhr</title>
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		<updated>2026-03-19T21:27:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Thixotropie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|ἡ θίξις}}, &amp;#039;&amp;#039;tʰíx&amp;#039;&amp;#039;|&amp;#039;&amp;#039;is&amp;#039;&amp;#039; „das Berühren“ + [[Fugenlaut]] -&amp;#039;&amp;#039;o&amp;#039;&amp;#039;- + τροπή, &amp;#039;&amp;#039;trop&amp;#039;&amp;#039;|&amp;#039;&amp;#039;ḗ&amp;#039;&amp;#039; „Wendung; Änderung“) bezeichnet in der [[Rheologie]] eine Zeitabhängigkeit der [[Strömungsmechanik|Fließ]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;eigenschaften bei [[Nichtnewtonsches Fluid|nichtnewtonschen Fluiden]], bei der die [[Viskosität]] infolge andauernder äußerer Einflüsse abnimmt und erst nach beendigter [[Beanspruchung (Technische Mechanik) | Beanspruchung]] wieder in die Ausgangsviskosität zurückkehrt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. DIN 1342-3:2003-11, Kap. 4.2.3, Pkt. a).&amp;lt;/ref&amp;gt; Vereinfacht heißt das, dass die thixotrope Flüssigkeit mit der Dauer ihrer [[Verformung|Deformation]] dünnflüssiger wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff wurde von [[Tibor Peterfi]] (1883–1953) und [[Herbert Max Finlay Freundlich]] (1880–1941) eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gegensätzliche Verhalten zur Thixotropie wird als [[Rheopexie]], Antithixotropie oder negative Thixotropie bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht zu verwechseln ist thixotropes Verhalten mit der [[Strukturviskosität]], bei der die Viskosität durch zunehmende [[Scherung (Mechanik)|Scherung]] abnimmt, bei konstanter Scherbeanspruchung aber über die Zeit konstant bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundlagen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Thixotropie und Rheopexie.svg|mini|Viskositätsverlauf thixotroper und rheopexer Fluide (schematisch)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche nichtnewtonschen Fluide bauen bei einer konstanten Scherung mit der Zeit die Viskosität ab; nach Beendigung der Scherbelastung steigt die Viskosität zeitabhängig wieder an. Erreicht die Viskosität ihren Anfangswert nicht mehr, so bezeichnet man die Flüssigkeit als &amp;#039;&amp;#039;partiell&amp;#039;&amp;#039; thixotrop.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Gehm: &amp;#039;&amp;#039;Rheologie – Praxisorientierte Grundlagen und Glossar&amp;#039;&amp;#039;. Vincentz Verlag, 1998, ISBN 3-87870-449-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ursache für Thixotropie und Strukturviskosität ist ähnlich: die Struktur im Fluid ändert sich unter Scherkrafteinwirkung, sodass kleinere Wechselwirkungen zwischen den Partikeln auftreten. Nach der Einwirkung der Scherkraft bilden sich diese Strukturänderungen mehr oder weniger schnell zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
* Vertraut ist thixotropes Verhalten durch das Kneten bestimmter [[Knetmasse]]n („Weichkneten“)&lt;br /&gt;
* [[Ketchup]] muss meist geschüttelt werden, bevor er aus der Flasche läuft, und verfestigt sich nach kurzer Ruhezeit wieder&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christian Ucke |Titel=Physikalisches Praktikum für Mediziner |Auflage=14. |Verlag=Technische Universität München |Ort=München |Datum=1999 |Kapitel=Viskosität |Seiten=84 |Online=[http://users.physik.tu-muenchen.de/cucke/medprakt/Viskositaet.PDF users.physik.tu-muenchen.de] |Format=PDF |KBytes=161}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Zahncreme]] soll, wenn sie aus der Tube gepresst wird, als hochpastöse Masse auf der Zahnbürste liegen. Die Relaxationszeit ist hier sehr kurz und geht in die Strukturviskosität über.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vollmer&amp;quot;&amp;gt;[[Günter Vollmer]] und Manfred Franz: &amp;#039;&amp;#039;Chemische Produkte im Alltag&amp;#039;&amp;#039;. Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1985, S.&amp;amp;nbsp;161, ISBN 3-13-670201-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Margarine]]&lt;br /&gt;
* [[Rasiercreme]]&lt;br /&gt;
* [[Lippenstift]]&lt;br /&gt;
* „nicht-tropfende“ Wandfarbe&lt;br /&gt;
* Sand-Wasser-Gemische, in Ufernähe (etwa im Bereich des brandungsnassen Sandstrandes), Treibsand, Schlämme und Ähnliches wie feuchter [[Kaffeesatz]] (siehe [[#Thixotropie in der Bodenkunde|unten]]).&lt;br /&gt;
* [[Fluid Mud|Fluid-Mud]]-Ablagerungen in den [[Trübungszone]]n bestimmter [[Ästuar]]typen&lt;br /&gt;
* Bei den beiden Blut-[[Reliquien]] in der [[Kathedrale von Neapel]], die sich beim [[Januarius#Blutwunder|Blutwunder des Januarius]] zweimal jährlich verflüssigen, handelt es sich mutmaßlich ebenfalls um eine thixotrope Substanz.&lt;br /&gt;
* [[Synovia|Synovial&amp;amp;shy;flüssigkeit]] in den Gelenken ist durch die darin enthaltene [[Hyaluronsäure]] thixotrop, weswegen man sich vor sportlichen Betätigungen [[Aufwärmen (Sport)|aufwärmen]] soll.&lt;br /&gt;
[[Joghurt|Stichfester Joghurt]] hingegen zählt &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; zu den thixotropen Fluiden, da seine Strukturveränderungen nach dem Zerdrücken [[Irreversibler Prozess|irreversibel]] sind, auch nicht [[Kondensmilch]] – wohl aber reines [[Kasein]], das [[Klebereiweiß]] der Milch. Auch [[Honig]] ist nicht thixotrop: Er wird nicht durch mechanische, sondern durch [[Temperatur|thermische]] Einwirkung dünner – das „Festwerden“ ist eine [[Zucker]][[kristallisation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technische Anwendungen ==&lt;br /&gt;
* [[Thixoforming]] ist ein [[Fertigungsverfahren]], das eine Mischung aus [[Gießen (Metall)|Gießen]] und [[Schmieden]] darstellt, sehr genaue Werkstücke erlaubt und nur wenig Kraft zur Bearbeitung benötigt.&lt;br /&gt;
* [[Lack]]e und [[Dispersionsfarbe]]n können nach der Herstellung mit spezifischen Zusätzen von [[Kieselgel]]en (&amp;#039;&amp;#039;Celite&amp;#039;&amp;#039; u.&amp;amp;nbsp;ä.) thixotropiert werden.&lt;br /&gt;
* [[Druckfarbe]]n werden durch mechanische Einwirkung wie Rühren, Schütteln, Umspachteln oder [[Rakel#Druckrakel|Rakeln]] von einer festen oder pastösen Konsistenz in eine fließende Konsistenz überführt. Im [[Offsetdruck]] erledigen diese Aufgabe die [[Farbspaltung]]en im [[Farbwerk]], verstärkt durch [[Schwingung|oszillierende]] Verreiberwalzen. Auf dem [[Bedruckstoff]] soll die [[Zügigkeit]] wieder zunehmen.&lt;br /&gt;
* [[Spritzlackieren|Spritzlack]] soll beim [[Zerstäuben]] und Auftreffen sehr dünnflüssig sein, nach dem Aufspritzen allerdings möglichst schnell zähflüssig werden.&lt;br /&gt;
* [[Abformung (Medizin)|zahnärztliche Abformmaterialien]], insbesondere [[Polyether]], sind unter Druck bei Platzierung des Abformlöffels im Mund und der damit verbundenen Kompression der Masse fließfähiger. Dies ist der Darstellung schwieriger Details durch ein besseres Anfließen zuträglich.&lt;br /&gt;
* Thixotropiebildner verhindern bei Korrosionsschutzölen ein Ablaufen, indem sie nach dem Aufsprühen auf Metalloberflächen scherungsbedingt ihre Konsistenz verändern&lt;br /&gt;
* [[Bohrspülung]]en für [[Tiefenbohrung]]en zeigen unter anderem thixotropes Verhalten. Sie fördern das [[Bohrklein]] an die Oberfläche; bei Stillstand der [[Spülpumpe]]n wird durch ihre Thixotropie das Absinken des Bohrkleins zurück in den [[Schacht (Bergbau)|Bohrschacht]] verhindert, obwohl sie sich nicht aufwärts bewegen. Für das [[Kontinentales Tiefbohrprogramm der Bundesrepublik Deutschland|kontinentale Tiefbohrprojekt]] wurde eine Spülung entwickelt, um die Cuttings während des Spülvorganges an Position zu halten.&lt;br /&gt;
* Spezielles Bohrfluid (DeHydril&amp;amp;nbsp;HT)&lt;br /&gt;
* Thixotropes [[Gel]] wird zur Ummantelung des [[Lichtwellenleiter]]s in [[Seekabel]]n eingesetzt.&lt;br /&gt;
* Zur [[Schmierung]] der Verbindung von Ankerrad zu [[Anker (Uhr)|Anker]] in mechanischen Uhren wird im Allgemeinen ein thixotropes Öl eingesetzt, um ein Verlaufen an den Bauteilen zu verhindern.&lt;br /&gt;
* Zum Verkleben von [[Faser-Kunststoff-Verbund]]-Bauteilen z.&amp;amp;nbsp;B. im [[Flugzeugbau]] wird u.&amp;amp;nbsp;a. eingedicktes und dadurch thixotrop gemachtes [[Kunstharz]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Thixotropie in der Bodenkunde ==&lt;br /&gt;
In der Bodenkunde bezeichnet Thixotropie einen Vorgang in [[Korngröße|feinkörnigen]], meist [[Schluff |schluffigen]] oder [[Ton (Bodenart)|tonigen]] [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sedimenten]], bei dem durch mechanische Beanspruchung [[Reversibler Prozess|reversible]] Viskositätsunterschiede auftreten. Typisch ist ein Wechsel von fest nach flüssig durch Erschütterung mit anschließender Rückkehr in den festen Zustand. Thixotrop sind beispielsweise [[Löss | Lössböden]], [[Quickerde]], [[Quickton]] und [[Treibsand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausschlaggebend für diese Eigenschaft sind [[Korngröße]]n&amp;lt;nowiki /&amp;gt;zusammensetzung und Art der Stoffe, die das Sediment bilden. Meist sind es plättchenförmige [[Tonminerale]], die sich –&amp;amp;nbsp;in mikroskopischem Maßstab&amp;amp;nbsp;– zunächst in alle Raumrichtungen gegeneinander abstützen. Bei Erschütterung bricht die Struktur wie ein Kartenhaus in sich zusammen, die Mineralplättchen parallelisieren sich und beginnen, da es nun keine internen [[Haftkraft|Haftkräfte]] mehr gibt, unter Einwirkung der [[Schwerkraft]] aneinander vorbeizugleiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls in diesen Bereich zählen [[Massenbewegung (Geologie)|Massenbewegungen]] wässriger [[Substrat (Boden)|Substrate]], also [[Murgang|Schlammlawinen]] (Muren) und ähnliches, die unter der hohen mechanischen Last hochfließfähig werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Thixotropie in der Schifffahrt ==&lt;br /&gt;
In der Schifffahrt wird als &amp;#039;&amp;#039;Thixotropie&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;U. Scharnow: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Seefahrt.&amp;#039;&amp;#039; Diverse Jahrgänge, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, ISBN 3-344-00190-6, S. 605.&amp;lt;/ref&amp;gt; eine [[Grenzfläche]]n&amp;lt;nowiki /&amp;gt;erscheinung des Systems &amp;#039;&amp;#039;fest-flüssig&amp;#039;&amp;#039; von feinkörnigem Ladungsgut, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Erz]][[konzentrat]]en und [[Ton (Bodenart)|Tonen]], bezeichnet. Das trocken erscheinende [[Schüttgut]] kann in Abhängigkeit von seinem [[Wassergehalt|Feuchtigkeitsgehalt]] allein durch mechanische Erschütterungen wie [[Vibration]] des Schiffes breiig und flüssig werden. In der Folge kann es zu unkontrollierbarer Ladungsverlagerung kommen mit entsprechend kritischer [[Krängung]] des Schiffes bis hin zu dessen [[Kentern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zulässige Feuchtigkeitsgrenze für den Seetransport ist der höchste Wassergehalt eines Konzentrates. Er beträgt 90&amp;amp;nbsp;Prozent des Verflüssigungspunktes und muss vor Ladungsübernahme durch eine amtliche [[Expertise]] bestimmt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rheologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stoffeigenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tribologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Goesseln</name></author>
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