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	<title>Theta-Rolle - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Theta-Rolle&amp;diff=405673&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2026-02-18T23:28:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Theta-Rolle&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Begriff der [[Syntaxtheorie]], der in der [[Generative Grammatik|generativen Grammatik]] von [[Noam Chomsky]] geprägt wurde, um die Beziehung zwischen [[Verb]]en und ihren [[Argument (Linguistik)|Argumenten]] als ein syntaktisches Merkmal zu erfassen. Mit dem Konzept der &amp;#039;&amp;#039;Theta-Rolle&amp;#039;&amp;#039; wird der allgemeinere Begriff der „Semantischen Rolle“ aufgegriffen und für Mechanismen dienstbar gemacht, die für die generative Syntax spezifisch sind („Theta-Markierung“, „Theta-Position“ etc.). In diesem Artikel wird daher speziell die Verwendung thematischer Rollen in Chomskys Syntaxtheorie behandelt; für allgemeinere und semantische Gesichtspunkte siehe den Artikel [[Semantische Rolle]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Rektions- und Bindungstheorie]] und der Standardtheorie der [[Transformationsgrammatik]] ist eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Theta-Rolle&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;θ-Rolle&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; das formale Mittel, um eine syntaktische [[Argument (Linguistik)|Argumentenstruktur]] (die Anzahl und Art von [[Ergänzung (Grammatik)|grammatischen Ergänzungen]]) abzubilden, die von einem bestimmten Verb gefordert wird. So verlangt beispielsweise das Verb „stellen“ drei Argumente: &amp;#039;&amp;#039;Eva&amp;#039;&amp;#039; (1) stellt &amp;#039;&amp;#039;die Blumen&amp;#039;&amp;#039; (2) &amp;#039;&amp;#039;auf den Tisch&amp;#039;&amp;#039; (3). Man sagt, dass das Verb „stellen“ drei Theta-Rollen „zuweist“. Diese Tatsache ist in einem &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Theta-Raster&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; festgehalten, das dem lexikalischen Eintrag dieses Verbs zugeordnet ist. Die Übereinstimmung zwischen dem Theta-Raster und dem tatsächlichen Satz wird durch einen Filter geleistet, der als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Theta-Kriterium&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bekannt ist. Frühe Versionen eines solchen Kriteriums finden sich auch in den Arbeiten über semantische Rollen von [[Charles J. Fillmore|Fillmore]] (1968) (der die Rollen als „[[Tiefenkasus|Kasus]]“ bezeichnete) und Jeffrey Gruber (1965).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theta-Rollen und thematische Relationen ==&lt;br /&gt;
Synonym zum Begriff &amp;#039;&amp;#039;Theta-Rollen&amp;#039;&amp;#039; finden die Begriffe „&amp;#039;&amp;#039;thematische Relationen&amp;#039;&amp;#039;“, „&amp;#039;&amp;#039;semantische Rollen&amp;#039;&amp;#039;“ oder „&amp;#039;&amp;#039;Kasusrollen&amp;#039;&amp;#039;“ ihre Anwendung. Die Ursache liegt darin, dass Theta-Rollen oft so bezeichnet werden wie die wichtigste thematische Relation, die in ihnen zum Ausdruck kommt. Eine bedeutende Theta-Rolle ist etwa das primäre oder externe Argument. Typischerweise wird diese Rolle der Nominalphrase zugewiesen, die den [[Agens (Linguistik)|Agens]] der Handlung ausdrückt, so dass man die Theta-Rolle kurzerhand als „Agens“ bezeichnet. Dabei unterscheiden sich Theta-Rollen und thematische Relationen in einer Reihe von Punkten:&lt;br /&gt;
* In thematischen Relationen kommen [[Semantik|semantische]] Relationen der Nominalphrasen zur Handlung oder zum Zustand zum Ausdruck, die durch das Verb ausgedrückt werden. Theta-Rollen dagegen sind eine [[Syntax|syntaktische]] Begrifflichkeit, die die Anzahl, die Art und die Stellung obligatorischer Elemente regelt. Als Beispiel diene der Satz: &amp;#039;&amp;#039;Maria aß den Apfel&amp;#039;&amp;#039;. Durch die Theta-Rollen wird folgendes festgelegt: Es gibt zwei Argumente (&amp;#039;&amp;#039;Maria&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;den Apfel&amp;#039;&amp;#039;); Maria muss in der Lage sein, etwas (tun) zu wollen; sie muss fähig sein, die Handlung auszuführen (beides träfe z.&amp;amp;nbsp;B. auf Gegenstände nicht zu); der Apfel muss etwas Essbares sein. Die Theta-Rollen beschreiben also Anzahl und Art der Argumente; sie dienen zur „Indizierung“ eines Arguments. Der tatsächliche semantische Gehalt der Argumentrolle wird dagegen durch die thematische Relation beschrieben.&lt;br /&gt;
* Nicht alle theoretischen Ansätze verwenden Theta-Rollen. Diese sind weitgehend beschränkt auf die generative Grammatik [[Noam Chomsky|Chomskys]] und die [[Lexikalisch-funktionale Grammatik]]. Zahlreiche andere Grammatikmodelle greifen dagegen direkt auf thematische Relationen zurück.&lt;br /&gt;
* Nur Argumente, die vom Verb abhängen, tragen Theta-Rollen, nicht aber [[Adjunkt (Syntax)|Adjunkte]], selbst wenn es sich dabei um Präpositionalphrasen wie „am Freitag“ oder Nominalphrasen wie „gestern“ handelt. Dagegen drücken fast alle Nominalphrasen thematische Relationen aus.&lt;br /&gt;
* Ein Argument kann nur eine Theta-Rolle tragen, aber mehrere thematische Relationen ausdrücken. Beispiel: &amp;#039;&amp;#039;Eva gab Peter den Ball&amp;#039;&amp;#039;. Hier drückt Eva zwei thematische Relationen aus, Agens (Agent) und Quelle (Source). Die Theta-Rolle von Eva ist dagegen nur die externe (Agens-)Rolle.&lt;br /&gt;
* Thematische Relationen sind Eigenschaften von Nomina und Nominalphrasen. Theta-Rollen können jedem Argument zugewiesen werden, auch eingebetteten Sätzen, was bei thematischen Rollen nicht möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theta-Raster und Theta-Kriterium ==&lt;br /&gt;
Theta-Rollen sind im &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Theta-Raster&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; eines Verbs erfasst. Eine Möglichkeit, ein Theta-Raster darzustellen, besteht in einer Liste, die von eckigen Klammern umschlossen ist; dabei ist das Argument mit der externen Theta-Rolle zuerst genannt und unterstrichen. Damit lautet das Raster für das Verb „geben“: \&amp;lt;&amp;#039;&amp;#039;Agens&amp;#039;&amp;#039;, Thema, Ziel\&amp;gt;. Eine andere Möglichkeit der Darstellung ist eine tabellarische Veranschaulichung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Theta-Kriterium&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Regel der Rektions- und Bindungstheorie, das eine 1:1-Entsprechung von Argumenten und Theta-Rollen erzwingt. Es lautet folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Das Theta-Kriterium&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Jedes Argument hat eine und nur eine Theta-Rolle, und jede Theta-Rolle wird einem und nur einem Argument zugewiesen.&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl dies oft nicht explizit erwähnt wird, sollte man zur Kenntnis nehmen, dass Adjunkte vom Theta-Kriterium ausgenommen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Thematische Hierarchien ==&lt;br /&gt;
Bei [[Sprachtypologie|typologischen]] Untersuchungen über [[Einzelsprache]]n hinweg haben Sprachwissenschaftler in der Tradition der [[Relationale Grammatik|Relationalen Grammatik]] wie [[David M. Perlmutter]] und [[Paul Postal]] (1984) beobachtet, dass bestimmte thematische Relationen und Theta-Rollen oft bestimmte Positionen im Satz belegen. So findet man in unmarkierten Sätzen die Agens-Rolle in der Subjektposition, das Thema in der Objekt-Position und die Ziel-Rolle in der Position des [[Dativ#Dativ als indirektes Objekt|indirekten Objekts]]. Auf dieser Beobachtung basiert die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Universal Alignment Hypothesis (UAH)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, der zufolge die thematischen Relationen gemäß folgender Hierarchie auf die Argumentenposition verteilt werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Agent &amp;lt; Theme &amp;lt; Experiencer &amp;lt; Andere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mark C. Baker]] (1988)&amp;lt;ref&amp;gt;Mark C. Baker: &amp;#039;&amp;#039;Incorporation.&amp;#039;&amp;#039; University of Chicago Press, Chicago 1988, ISBN 0-226-03541-7&amp;lt;/ref&amp;gt; hat diese Idee in Form der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Universal Theta Assignment Hypothesis (UTAH)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in die Rektions- und Bindungstheorie aufgenommen. Einen anderen Ansatz verfolgen [[Ken Hale]] und [[Samuel Jay Keyser]] (1993) und Hale &amp;amp; Keyser (2002)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ken Hale]], [[Samuel Jay Keyser]]: &amp;#039;&amp;#039;Prolegomenon to a Theory of Argument Structure.&amp;#039;&amp;#039;  MIT Press, 2002, ISBN 0-262-58214-7&amp;lt;/ref&amp;gt;; hier gibt es keine zugrunde liegenden Theta-Rollen oder gar thematische Relationen. Stattdessen identifiziert das interpretative Element der Grammatik die semantische Rolle eines Arguments aufgrund seiner Position im Baumdiagramm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Begriffe (weiteres unter [[Semantische Rolle#Semantische Rollentypen|semantischer Rolle]]):&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Agens (Linguistik)|Agens]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;agent&amp;#039;&amp;#039; der Ausführende oder Handlungsträger,&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Patiens]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;patient&amp;#039;&amp;#039; das Lebewesen, das durch die Handlung verändert wird. Im unbelebten Zustand affiziertes Objekt&amp;lt;ref&amp;gt;Patiens vgl. [[Objekt (Grammatik)#Akkusativobjekt (direktes Objekt)|direktes Objekt]]&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Rezipiens|Rezipient]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;recipient&amp;#039;&amp;#039; der (belebte) Empfänger&amp;lt;ref&amp;gt;Rezipient vgl. [[Objekt (Grammatik)#Dativobjekt (indirektes Objekt)|indirektes Objekt]]&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Benefizient&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;beneficiary&amp;#039;&amp;#039; der Nutznießer einer Handlung, unterschieden vom Malefizienten der, dem die Handlung schadet,&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Thema&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;theme&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;effiziertes Objekt&amp;#039;&amp;#039;, ist die Entität, die durch die Handlung beeinflusst, aber nicht verändert wird, unter Umständen vielleicht verschoben usw. wird,&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Location source&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Goal (Linguistik)|goal]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;path&amp;#039;&amp;#039;,&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Experiencer]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  &amp;#039;&amp;#039;experiencer&amp;#039;&amp;#039; derjenige, der etwas empfindet oder auch wahrnimmt oder denkt,&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stimulus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;stimulus&amp;#039;&amp;#039; das Objekt, in Bezug auf das etwas gefühlt wird, meist auch für ein Objekt, das wahrgenommen wird,&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Comitative&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; derjenige, mit dem etwas gemeinsam geschieht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.coli.uni-saarland.de/~tania/ws2010/Folien/VL_11.pdf &amp;#039;&amp;#039;Syntax und Morphologie Syntax und Morphologie.&amp;#039;&amp;#039; Universität des Saarlandes]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://amor.cms.hu-berlin.de/~h2816i3x/Lehre/2006_VL_Typologie/Typologie_06_Aktantenmarkierung.pdf Manfred Krifka: &amp;#039;&amp;#039;Dimensionen grammatischer Variation: Eine Einführung in die Sprachtypologie.&amp;#039;&amp;#039; Humboldt-Universität Berlin]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Argumentenstruktur in anderen formalen Ansätzen ==&lt;br /&gt;
=== Lexikalisch-funktionale Grammatik (LFG) ===&lt;br /&gt;
Die [[Lexikalisch-funktionale Grammatik]] (siehe Falk (2001) und [[Joan Bresnan|Bresnan]] (2001)) ist bezüglich der Theta-Rollen dem Ansatz Chomskys am ähnlichsten. Die LFG jedoch verwendet drei verschiedene Strukturschichten, um die Relationen oder Funktionen von Argumenten darzustellen: Theta-Struktur, a-Struktur (Argumentenstruktur) und f-Struktur (funktionale Struktur), die grammatische Beziehungen ausdrückt. Diese Schichten werden durch komplizierte „linking rules“ miteinander verknüpft. Thematische Relationen in der Theta-Struktur werden auf eine Reihe von Positionen in der a-Struktur abgebildet, die gebunden sind an die Merkmale [±o] (in etwa „Objekt“) und [±r] („restringiert“, was eine explizite Markierung durch eine Präposition oder einen Fall bedeutet). Diese Merkmale legen dann fest, wie die Argumente auf bestimmte grammatische Funktionen im Satz abgebildet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kopfgesteuerte Phrasenstrukturgrammatik (HPSG) ===&lt;br /&gt;
Die [[Head-driven Phrase Structure Grammar|Kopfgesteuerte Phrasenstrukturgrammatik]] (Head-Driven Phrase Structure Grammar, HPSG), für die Sag, Wasow &amp;amp; Bender (2005) eine Einführung bieten, verwendet an sich keine Theta-Rollen, sondern teilt ihre Eigenschaften in zwei verschiedene Merkmalsstrukturen auf. Anzahl und Kategorie werden durch ein Merkmal namens ARG-STR angezeigt. Dieses Merkmal besteht aus einer geordneten Liste von Kategorien, die zusammen mit dem jeweiligen Verb oder Prädikat auftreten müssen. Beispielsweise lautet die ARG-STR des Verbs „danken (für etw.)“ &amp;lt;NP, NP, PP&amp;gt; : &amp;#039;&amp;#039;Eva&amp;#039;&amp;#039; (NP) &amp;#039;&amp;#039;dankt Hans&amp;#039;&amp;#039; (NP) &amp;#039;&amp;#039;für seine Mitarbeit&amp;#039;&amp;#039; (PP). Der semantische Teil dieser Theta-Rollen (d.&amp;amp;nbsp;h. der thematischen Relationen) wird in einem besonderen Bündel semantischer [[Semantische Restriktion|Restriktionen]] (RESTR)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yumpu.com/de/document/view/7196449/semantische-restriktionen/4 Katarina Klein: &amp;#039;&amp;#039;Semantik in der HPSG.&amp;#039;&amp;#039; SS 2006, S.&amp;amp;nbsp;3–4]&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt. Diese drücken typischerweise die semantischen Eigenschaften direkter aus als thematische Relationen. Für das Verb „geben“ etwa lauten die Argumente nicht Agens, Thema und Ziel, sondern Geber, Gegebenes und Empfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ansätze, die Theta-Rollen vermeiden ===&lt;br /&gt;
Manche Ansätze wie die [[Konstruktionsgrammatik]] und das [[Simpler Syntax Model]] von Culicover &amp;amp; Jackendoff (2005) – vgl. auch Jackendoffs frühere Arbeiten über Argumentenstruktur und Semantik wie Jackendoff (1983) und Jackendoff (1990) – gehen davon aus, dass Theta-Rollen (und thematische Relationen) nicht dazu geeignet sind, die syntaktische Argumentenstruktur von [[Prädikat (Grammatik)|Prädikaten]] oder die von ihnen entdeckten semantischen Eigenschaften wiederzugeben. Diese Ansätze plädieren für komplexere semantische Strukturen (oft als „lexikalisch-konzeptuelle Strukturen“ bezeichnet), die auf die syntaktische Struktur abgebildet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die meisten typologischen und [[Funktionale Grammatik|funktionalistischen]] Ansätze zur Grammatik, etwa die [[Functional Grammar]] und die [[Role and Reference Grammar]], sowie auch die [[Dependenzgrammatik]], verwenden keine Theta-Rollen, beziehen sich aber bisweilen durchaus auf thematische Relationen und grammatische Funktionen oder ihre begrifflichen Entsprechungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Joan Bresnan: &amp;#039;&amp;#039;Lexical Functional Syntax.&amp;#039;&amp;#039; Blackwell, 2001, ISBN 0-631-20973-5&lt;br /&gt;
* Andrew Carnie: &amp;#039;&amp;#039;Syntax: A Generative Introduction.&amp;#039;&amp;#039; Blackwell, 2006&lt;br /&gt;
* Noam Chomsky: &amp;#039;&amp;#039;Lectures on Government and Binding.&amp;#039;&amp;#039; Mouton, 1981&lt;br /&gt;
* Peter Culicover &amp;amp; Ray Jackendoff: &amp;#039;&amp;#039;Simpler Syntax.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, 2005&lt;br /&gt;
* David Dowty: &amp;#039;&amp;#039;Word meaning and Montague grammar. The semantics of verbs and times in Generative Semantics and in Montague’s PTQ: Synthese Language Library.&amp;#039;&amp;#039; Reidel, Dordrecht 1979&lt;br /&gt;
* Yehuda N. Falk: &amp;#039;&amp;#039;Lexical-Functional Grammar: An Introduction to Parallel Constraint-Based Syntax.&amp;#039;&amp;#039; CSLI, 2001, ISBN 1-57586-341-3&lt;br /&gt;
* Gisbert Fanselow, Sascha W. Felix: &amp;#039;&amp;#039;Sprachtheorie. Eine Einführung in die Generative Grammatik.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 2, &amp;#039;&amp;#039;Die Rektions- und Bindungstheorie&amp;#039;&amp;#039;, 3. Auflage, A. Francke Verlag, Tübingen / Basel 1993, ISBN 3-7720-1732-0. ([http://www.ling.uni-potsdam.de/~fanselow/files/Fanselow.1987-Sprachtheorie_Bd2.pdf PDF])&lt;br /&gt;
* Charles Fillmore: &amp;#039;&amp;#039;The Case for Case.&amp;#039;&amp;#039; In: Emmon Bach &amp;amp; R. T. Harms (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Universals in Linguistic Theory.&amp;#039;&amp;#039; Holt, Rinehart and Winston, New York 1968&lt;br /&gt;
* Charles Fillmore: &amp;#039;&amp;#039;Types of lexical information.&amp;#039;&amp;#039; In: Danny D. Steinberg, Leon A. Jakobovits (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Semantics. An interdisciplinary reader in philosophy, linguistics and psychology.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, 1971.&lt;br /&gt;
* Jeffrey Gruber: &amp;#039;&amp;#039;Studies in Lexical Relations.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, MIT. Publizierte Version: &amp;#039;&amp;#039;Lexical Structures in Syntax and Semantics.&amp;#039;&amp;#039; North-Holland, Amsterdam 1976.&lt;br /&gt;
* Kenneth Hale, Samuel Jay Keyser: &amp;#039;&amp;#039;On argument structure and the lexical expression of syntactic relations.&amp;#039;&amp;#039; In: Kenneth Hale, Samuel Jay Keyser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The View from Building 20: Essays in Linguistics in Honor of Sylvain Bromberger.&amp;#039;&amp;#039; MIT Press, Cambridge 1993.&lt;br /&gt;
* Ken Hale, Samuel Jay Keyser: &amp;#039;&amp;#039;Prolegomenon to a Theory of Argument Structure&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Linguistic Inquiry Monograph.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 39). MIT Press, Cambridge 2001&lt;br /&gt;
* Heidi Harley: &amp;#039;&amp;#039;Thematic Roles.&amp;#039;&amp;#039; In: Patrick Hogan (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Cambridge Encyclopedia of Linguistics.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, 2007&lt;br /&gt;
* Ray Jackendoff: &amp;#039;&amp;#039;Semantics and cognition.&amp;#039;&amp;#039; MIT Press, Cambridge (Mass.) 1983&lt;br /&gt;
* Ray Jackendoff: &amp;#039;&amp;#039;Semantic structures.&amp;#039;&amp;#039; MIT Press, Cambridge (Mass.) 1990&lt;br /&gt;
* David M. Perlmutter &amp;amp; Paul M. Postal: 1984. &amp;#039;&amp;#039;The 1-advancement exclusiveness law.&amp;#039;&amp;#039; In David M. Perlmutter and Carol G. Rosen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Studies in Relational Grammar 2.&amp;#039;&amp;#039; University of Chicago Press, Chicago 1984, S. 81–125.&lt;br /&gt;
* Ivan A. Sag, Thomas Wasow &amp;amp; Emily M. Bender: &amp;#039;&amp;#039;Syntactic Theory: A Formal Introduction.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. CSLI Publications, 2003&lt;br /&gt;
* [[Robert D. Van Valin, Jr.]] &amp;amp; Randy J. LaPolla: &amp;#039;&amp;#039;Syntax: Structure, meaning, and function.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 1997&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://amor.cms.hu-berlin.de/~h2816i3x/Kasus.pdf Manfred Krifka: &amp;#039;&amp;#039;Dimensionen grammatischer Variation – Ein sprachtypologischer Überblick.&amp;#039;&amp;#039; WS 2000/2001, Institut für deutsche Sprache und Linguistik, Humboldt-Universität zu Berlin, 12. Dezember 2000]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Syntax]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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