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	<title>Thermisches Neutron - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T00:25:13Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Thermisches_Neutron&amp;diff=851205&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;17387349L8764: Art. verb. u. Lit. akt. u. konsol.</title>
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		<updated>2025-02-18T13:09:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Art. verb. u. Lit. akt. u. konsol.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Thermische Neutronen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden – nicht ganz einheitlich – [[Freies Teilchen|freie]] [[Neutron]]en bezeichnet, deren [[kinetische Energie]] weniger als beispielsweise 100&amp;amp;nbsp;meV (Milli-[[Elektronenvolt]]) beträgt. In der [[Neutron #Klassifizierung|Klassifizierung der Neutronen]] liegen sie zwischen den &amp;#039;&amp;#039;kalten&amp;#039;&amp;#039; und den &amp;#039;&amp;#039;epithermischen&amp;#039;&amp;#039; Neutronen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung als thermische Neutronen leitet sich aus ihrer Entstehung ab. Thermische Neutronen entstehen aus Neutronen höherer kinetischer Energie, indem diese mehrfach mit Atomkernen eines Streumediums [[Streuung (Physik)|elastisch zusammenstoßen]]. Man spricht auch von einer &amp;#039;&amp;#039;Thermalisierung&amp;#039;&amp;#039;. Ihre Energieverteilung nähert sich dadurch der für die Temperatur des Streumediums charakteristischen [[Maxwell-Boltzmann-Verteilung]] an, so dass der Anteil langsamer Neutronen steigt. In vielen Fällen, z. B. in [[Kernreaktor]]en oder [[Abschirmung (Strahlung)|Abschirmungen]], wird diese Abbremsung gezielt mittels eines [[Moderator (Physik)|Moderator]]-Mediums herbeigeführt. Aber auch in anderen materiellen Umgebungen mit freien Neutronen zeigt deren Energiespektrum fast immer einen größeren oder kleineren Anteil thermischer Neutronen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mittlere kinetische Energie ist über das [[Äquipartitionstheorem]] mit der Temperatur eines Systems verknüpft. Es gilt für Neutronen &amp;lt;math&amp;gt;\langle E \rangle = \tfrac 32 k_\mathrm B T&amp;lt;/math&amp;gt; mit der [[Boltzmann-Konstante]]n &amp;lt;math&amp;gt;k_\mathrm B&amp;lt;/math&amp;gt; und der [[absolute Temperatur|absoluten Temperatur]] &amp;lt;math&amp;gt;T&amp;lt;/math&amp;gt;. Obwohl die Größe „Temperatur“ nur für Vielteilchensysteme definiert ist, wird im Fachjargon davon gesprochen, dass die einzelnen Neutronen bei einer bestimmten mittleren Energie &amp;lt;math&amp;gt;\langle E\rangle&amp;lt;/math&amp;gt; eine Temperatur besitzen. Meist wird die Temperatur einfach direkt in dieser Form als Energie angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erwähnte „Obergrenze“ von 100&amp;amp;nbsp;m[[Elektronenvolt|eV]] entspricht somit (ohne den Faktor 3/2) der Temperatur 1160&amp;amp;nbsp;[[Kelvin|K]] (887&amp;amp;nbsp;[[Grad Celsius|°C]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Raumtemperatur]] wird als nominelle Energie gewöhnlich &amp;lt;math&amp;gt;E = k_\mathrm B T\approx 0{,}025 \, \mathrm{eV}&amp;lt;/math&amp;gt; veranschlagt; genauer beträgt die mittlere kinetische Energie&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\langle E_{\rm kin}\rangle = \frac{3}{2} k_\mathrm BT \approx 0{,}039 \, \mathrm{eV}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kerntechnische Relevanz ==&lt;br /&gt;
In grober Vereinfachung kann gesagt werden, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Neutron mit einem Atomkern interagiert &amp;#039;&amp;#039;steigt&amp;#039;&amp;#039;, wenn seine Geschwindigkeit &amp;#039;&amp;#039;sinkt&amp;#039;&amp;#039; (allerdings sind die realen Graphen der [[Wirkungsquerschnitt]]e in Abhängigkeit von der Neutronengeschwindigkeit deutlich „zackiger“ als diese Vereinfachung – siehe zum Beispiel die &amp;#039;&amp;#039;JANIS-Datenbank&amp;#039;&amp;#039; der [[Nuclear Energy Agency|NEA]] für entsprechende Werte&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.oecd-nea.org/jcms/pl_44624/janis-books |titel=JANIS Books |hrsg=NEA |sprache=en |abruf=2025-02-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;). Schon bei den Versuchen mit Neutronen zwischen deren Entdeckung durch [[James Chadwick]] 1932 und der – aus diesen Versuchen letztlich resultierenden – [[Entdeckung der Kernspaltung]] 1938/39 war bekannt, dass die Wirkung der Neutronen zunahm, wenn sich zwischen [[Neutronenquelle]] und [[Target (Physik)|Target]] zum Beispiel ein [[Paraffin]]block befand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den meisten Fällen kann ein Neutron von einem Kern nur „abprallen“ oder von ihm [[Neutroneneinfang|eingefangen]] werden. Bei einigen [[Actinoide|Actinoid]]-[[Isotop]]en kann es jedoch auch zur [[Kernspaltung]] kommen, wenn ein Neutron auf den Kern trifft. Dies trifft insbesondere auf [[Uran]]- und [[Plutonium]]isotope ungerader Massenzahl zu. Das Einzige dieser Isotope, welches in nennenswertem Umfang in der Natur vorkommt, ist &amp;lt;sup&amp;gt;235&amp;lt;/sup&amp;gt;U. Andere spaltbare Isotope wie &amp;lt;sup&amp;gt;233&amp;lt;/sup&amp;gt;U oder &amp;lt;sup&amp;gt;239&amp;lt;/sup&amp;gt;Pu können durch Neutroneneinfang und anschließende [[Betazerfall|Beta-Zerfälle]] „erbrütet“ werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden die Neutronen also hinreichend abgebremst, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zur Kernspaltung kommt. Allerdings steigt gleichzeitig &amp;#039;&amp;#039;auch&amp;#039;&amp;#039; die Wahrscheinlichkeit, dass es zum – zumeist ungewollten – Neutroneneinfang &amp;#039;&amp;#039;ohne&amp;#039;&amp;#039; Kernspaltung kommt. Darüber hinaus werden auch einige Neutronen im Moderator eingefangen. Da natürliches Uran auf Erden in geologisch rezenter Zeit nur ~0,72 % &amp;lt;sup&amp;gt;235&amp;lt;/sup&amp;gt;U enthält, ist mit normalen Wasser keine sich selbst aufrecht erhaltende Kettenreaktion möglich; [[Kritikalität]] wird nicht erreicht. Dies liegt daran, dass zu viele Neutronen von &amp;lt;sup&amp;gt;238&amp;lt;/sup&amp;gt;U und dem [[Wasserstoff#Isotope|Protium]] im Wasser abgefangen werden, bevor sie auf einen &amp;lt;sup&amp;gt;235&amp;lt;/sup&amp;gt;U-Kern treffen können. Anders sieht es bei Graphit, Beryllium oder [[schweres Wasser|schwerem Wasser]] aus – da diese Moderatoren weniger Neutronen einfangen, stehen mehr von ihnen für die Kernspaltung zur Verfügung und ein [[Natururanreaktor]] ist möglich. Ändert man durch [[Urananreicherung]] den Gehalt an &amp;lt;sup&amp;gt;235&amp;lt;/sup&amp;gt;U, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Neutron auf &amp;lt;sup&amp;gt;235&amp;lt;/sup&amp;gt;U trifft, bevor es von anderen Kernen eingefangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den völlig gegenteiligen Ansatz verfolgen Reaktoren mit [[schnelles Neutron|schnellem Neutronenspektrum]]. Durch völligen Ausschluss moderierender Materialien wie Wasser (gängige Kühlmittel sind stattdessen zum Beispiel [[NaK]] oder [[Blei-Bismut]]), werden die Neutronen so wenig wie irgend möglich abgebremst. Zwar sinkt dadurch die insgesamte Wahrscheinlichkeit, der Interaktion der Neutronen mit den Atomkernen, aber die &amp;#039;&amp;#039;relative&amp;#039;&amp;#039; Wahrscheinlichkeit, dass &amp;#039;&amp;#039;wenn&amp;#039;&amp;#039; eine Interaktion zwischen Actinoid-Kern und Neutron stattfindet, diese die Kernspaltung ist, steigt. Um hierbei Kritikalität zu erlangen, sind allerdings Brennstoffe mit höheren Gehalten an z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;lt;sup&amp;gt;235&amp;lt;/sup&amp;gt;U oder &amp;lt;sup&amp;gt;239&amp;lt;/sup&amp;gt;Pu notwendig als bei Verwendung thermischer Neutronen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
Thermische Neutronen spielen eine wichtige Rolle in den meisten Kernreaktoren. Allerdings liegt dort (zumindest in [[Leistungsreaktor]]en) wegen der Arbeitstemperatur ihre Energie merklich über den oben genannten 0,025 eV.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin werden sie bei der [[Neutronenstreuung]] als ein wichtiges Werkzeug der [[Strukturaufklärung|Strukturforschung]] an Materialien verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zur Abschirmung von [[Neutronenstrahlung]], d.&amp;amp;nbsp;h. zur Verringerung der [[Intensität (Physik)|Strahlenintensität]], werden die Neutronen zunächst durch einen Moderator thermalisiert, um dann von einem Material mit großem [[Absorption (Physik)|Absorptions]]-[[Wirkungsquerschnitt]] für thermische Neutronen, beispielsweise [[Bor]] oder [[Cadmium]], absorbiert zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Neutron|Reaktorphysik|Kerntechnik}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Robert E. Marshak]] |Titel=Theory of the Slowing Down of Neutrons by Elastic Collision with Atomic Nuclei |Sammelwerk=Reviews of Modern Physics |Band=19 |Nummer=3 |Datum=1947-07-01 |Sprache=en |DOI=10.1103/RevModPhys.19.185 |Seiten=185–238}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=M. M. R. Williams |Titel=The Slowing Down and Thermalization of Neutrons |Verlag=North-Holland Publishing Company |Ort=Amsterdam |Datum=1966 |Sprache=en |Online=https://archive.org/details/slowingdowntherm0000mmrw}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Robert E. MacFarlane |Titel=Neutron Slowing Down and Thermalization |Hrsg=Dan Gabriel Cacuci |Sammelwerk=Handbook of Nuclear Engineering |Verlag=Springer US |Ort=Boston, MA |Datum=2010 |Sprache=en |ISBN=978-0-387-98130-7 |DOI=10.1007/978-0-387-98149-9_3 |Seiten=189–277}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kernphysik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;17387349L8764</name></author>
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