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	<title>Theorie der rationalen Entscheidung - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T22:49:16Z</updated>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Theorie_der_rationalen_Entscheidung&amp;diff=25222&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-10-08T19:09:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Theorie der rationalen Entscheidung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|rational choice theory}}; [{{IPA|&amp;#039;ræʃ(ə)nəl ˈtʃɔɪs θɪəɹi}}]) ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Ansätze einer [[Handlungstheorie (Soziologie)|Handlungstheorie]] der [[Sozialwissenschaften]] zur Untersuchung getroffener [[Entscheidung]]en. Die normative [[Entscheidungstheorie]] basiert auf der Theorie der rationalen Entscheidung und normativen Modellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Generell schreiben diese Ansätze handelnden [[Subjekt (Philosophie)|Subjekten]] ([[Akteur]]en) [[Rationalität|rationales]] [[Sozialverhalten|Verhalten]] zu, wobei diese Subjekte aufgrund gewisser [[Präferenz (Wirtschaftswissenschaften)|Präferenzen]] ein [[Nutzenmaximierung|nutzenmaximierendes]] (z.&amp;amp;nbsp;B. kostenminimierendes) Verhalten zeigen. Während diese Verhaltensannahme in der [[Volkswirtschaftslehre]] dominierend ist, stellt die Theorie der rationalen Entscheidung in anderen Sozialwissenschaften einen Ansatz unter weiteren dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt jedoch Beobachtungen, „dass oft minimale Veränderungen in der Art der Informationsvermittlung und geringfügige Variationen des Entscheidungskontextes zu oft dramatischen Veränderungen im Entscheidungsverhalten führen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stocké 2002&amp;quot; /&amp;gt; Dieses als [[Framing-Effekt]] bezeichnete Phänomen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stocké 2002&amp;quot; /&amp;gt; legt nahe, dass Entscheidungen nicht immer rein rational getroffen werden. Es wird als Anomalie des Rational-Choice-Ansatzes betrachtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stocké 2002&amp;quot; /&amp;gt; Auch aus anderer Perspektive sind die Annahmen der Theorie der rationalen Entscheidung als realitätsfremd kritisiert worden. Heute wird daher der Rational-Choice-Ansatz kaum noch als [[Theorie]] im wissenschaftstheoretischen Sinn verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ziel und Methode ==&lt;br /&gt;
Die Theorien der rationalen Entscheidung orientieren sich an der [[Klassische Nationalökonomie|klassischen Nationalökonomie]] [[Adam Smith]]s, berufen sich auf [[Max Weber]]s Programm einer [[Verstehende Soziologie|verstehenden Soziologie]] und auf die Ideen von [[Hans Morgenthau]]. Sie versuchen, komplexe [[Soziales Handeln|soziale Handlungen]] mit Hilfe möglichst einfacher [[Modell]]annahmen zu fassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Anwendung des Rational-Choice-Ansatzes, etwa in der [[Politikwissenschaft]] durch [[William Harrison Riker|William H. Riker]] an der US-amerikanischen [[University of Rochester]], war das angestrebte Ziel, soziale Gesetze zu finden, die universelle Gültigkeit und logische Kohärenz, wie etwa die der [[Newtonsche Physik|Newtonschen Physik]], besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moderne Vertreter des Rational-Choice-Ansatzes verweisen auf die Vorteile der logisch-deduktiven Eigenschaften mathematischer Modelle für rigoroses Theoretisieren. Sie verweisen zudem auf die Vorteile des Ansatzes für das Generieren von Kausalerklärungen auf der Ebene des Individuums. In Anlehnung an das [[Methodologischer Individualismus#Makro-Mikro-Makro-Schema|Makro-Mikro-Makro-Schema]] betonen Vertreter der Theorie der rationalen Entscheidung, dass sich gesellschaftlicher Wandel nicht nach strengen Gesetzen vollziehe. Allgemeine Gesetze fänden sich nur auf der Ebene des menschlichen Verhaltens. Erst diese menschlichen Verhaltenskonstanten ermöglichen gemeinsam mit den jeweiligen Randbedingungen einer sozialen Situation Voraussagen über die Handlungen der Akteure.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erklärungsmodelle der rationalen Entscheidung reichen vom klassischen [[Homo oeconomicus]] bis zum [[RREEMM-Modell]] &amp;#039;&amp;#039;(Restricted Resourceful Expecting Evaluating Maximising Man)&amp;#039;&amp;#039; der modernen [[Soziologie]]. Über den Rationalitätsbegriff des &amp;#039;&amp;#039;rationalen Individuums&amp;#039;&amp;#039; gibt es ebenso wie über die Gewichtung und Entstehung der [[Präferenz]]en keine Einigkeit. Einige Autoren nehmen lediglich an, dass Akteure über [[Homo Ökonomicus#Rationalitätsannahmen|transitive und vollständig bekannte Präferenzen]] verfügen. Wieder andere treffen Annahmen über den Verlauf der [[Nutzenfunktion (Mikroökonomie)|Nutzenfunktionen]]. Weiterhin besteht keine Einigkeit darüber, ob nur objektiv messbare Größen, z.&amp;amp;nbsp;B. Geldgewinne, oder ob auch subjektive Empfindungen, z.&amp;amp;nbsp;B. die Freude an altruistischem Handeln, als Nutzen in die Modelle miteinbezogen werden sollen. Objektive Größen erhöhen die [[Empirische Sozialforschung|empirische Prüfbarkeit]] der Theorien. Subjektiver Nutzen gestaltet die Modelle zwar realistischer, birgt aber die Gefahr, dass praktisch jede Handlung durch die beliebige Einführung weiterer nicht oder nur schwer überprüfbarer subjektiver Präferenzen erklärt werden kann. Damit verliert die Theorie unter Umständen einen ihrer Hauptvorteile, die Möglichkeit zur Ableitung möglichst präziser Hypothesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendungen aus der [[Spieltheorie]] zur Untersuchung der Theorie der Rationalen Entscheidung sind insbesondere die [[Ultimatumspiel]]e. Weiterhin untersucht die [[Verhaltensforschung]] Entscheidungsverhalten, das [[Arbitrarität|arbiträr]] wirkt und damit im Widerspruch zu rationalem Verhalten zu stehen scheint.&amp;lt;ref&amp;gt;P.M. Driver, D.A. Humphries: &amp;#039;&amp;#039;Protean Behaviour – The Biology of Unpredictability.&amp;#039;&amp;#039; 1988.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Dylan Evans (Hrsg. m. Pierre Cruse): &amp;#039;&amp;#039;Emotion, Evolution and Rationality.&amp;#039;&amp;#039; Oxford 2004.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umstrittene Punkte ==&lt;br /&gt;
Während die Theorie der rationalen Entscheidung in den [[Wirtschaftswissenschaft]]en ein bedeutendes [[Paradigma]] ist und es in vielen Modellen für ausreichend gehalten wird, von rationaler Entscheidung ausgehen zu können, wird die Theorie in der Soziologie, Psychologie und der [[Politikwissenschaft]] kontrovers diskutiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Hauptstreitpunkte ist der verwendete [[Methodologischer Individualismus|methodologische Individualismus]]; es wird debattiert, ob sich soziales Verhalten und soziale Gesetze durch das Verhalten vieler einzelner Individuen bestimmen lassen, oder ob das [[Soziales Handeln|soziale Handeln]] eigene, [[Methodologischer Kollektivismus|kollektivistische]] Gesetzmäßigkeiten aufweist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine schwächere Version dieser Kritik wirft dem Ansatz der &amp;#039;&amp;#039;Rationalen Entscheidung&amp;#039;&amp;#039; vor, soziale Probleme strukturell bedingt unterkomplex zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum anderen steht die starke Modellhaftigkeit des Ansatzes in der Kritik: Es gibt empirische Evidenz, dass Menschen nur begrenzt rational handeln und dass das für die Beteiligten von Vorteil ist. Die meisten Theoretiker der &amp;#039;&amp;#039;Rationalen Entscheidung&amp;#039;&amp;#039; räumen das ein, machen aber geltend, dass &amp;#039;&amp;#039;rationale Nutzenmaximierung&amp;#039;&amp;#039; eine [[Plausibilität|plausible]] Grundannahme darstelle, von der aus die Modelle bestimmten [[Arbeit (Philosophie)#Zweck und Ziel der Arbeit|arbeits-]] und [[lebenswelt]]lichen Situationen angepasst werden könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bekannte Vertreter ==&lt;br /&gt;
* [[Robert Axelrod]]&lt;br /&gt;
* [[Gary Becker]]&lt;br /&gt;
* [[Duncan Black]]&lt;br /&gt;
* [[Raymond Boudon]]&lt;br /&gt;
* [[James M. Buchanan]]&lt;br /&gt;
* [[James Samuel Coleman]]&lt;br /&gt;
* [[Anthony Downs]] (&amp;#039;&amp;#039;[[An Economic Theory of Democracy]]&amp;#039;&amp;#039;, 1957)&lt;br /&gt;
* [[Jon Elster]]&lt;br /&gt;
* [[Hartmut Esser]]&lt;br /&gt;
* [[John Harsanyi]]&lt;br /&gt;
* [[George C. Homans]]&lt;br /&gt;
* [[Siegwart Lindenberg]]&lt;br /&gt;
* [[Mancur Olson]]&lt;br /&gt;
* [[Karl-Dieter Opp]]&lt;br /&gt;
* [[Franz Urban Pappi]]&lt;br /&gt;
* [[Adam Przeworski]]&lt;br /&gt;
* [[Werner Raub]]&lt;br /&gt;
* [[Joseph Schumpeter]]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Schüßler (Philosoph)|Rudolf Schüßler]]&lt;br /&gt;
* [[Thomas Voss (Soziologe)|Thomas Voss]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Gary Becker]]: &amp;#039;&amp;#039;The Economic Way of Looking at Life.&amp;#039;&amp;#039; Nobel Lecture, 9. Dezember 1992 ([https://chicagounbound.uchicago.edu/law_and_economics/510/ uchicago.edu] PDF; 161&amp;amp;nbsp;kB).&lt;br /&gt;
* [[Norman Braun (Soziologe)|Norman Braun]] &amp;amp; Thomas Gautschi: &amp;#039;&amp;#039;Rational-Choice-Theorie.&amp;#039;&amp;#039; Juventa-Verlag, Weinheim / München 2011, ISBN 978-3-7799-1490-7.&lt;br /&gt;
* [[Hartmut Esser]]: &amp;#039;&amp;#039;Soziologie. Spezielle Grundlagen.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Situationslogik und Handeln.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt / New York 2002, ISBN 3-593-37144-8.&lt;br /&gt;
* [[Hans-Bernd Schäfer]] &amp;amp; Klaus Wehrt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Ökonomisierung der Sozialwissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Campus-Verlag, Frankfurt / New York 1989, ISBN 3-593-34183-2.&lt;br /&gt;
* [[Amartya Sen]]: &amp;#039;&amp;#039;Rational Fools. A Critique of the Behavioural Foundations of Economic Theory.&amp;#039;&amp;#039; In: ders. &amp;#039;&amp;#039;Choice, Welfare and Measurement.&amp;#039;&amp;#039; Blackwell, Oxford 1982, (Kritik: Eine schlechte deutsche Übersetzung ist erschienen als &amp;#039;&amp;#039;Rationalclowns. Eine Kritik der behavioristischen Grundlagen der Wirtschaftstheorie.&amp;#039;&amp;#039; In: Karl-Peter Markl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Analytische Politikphilosophie und ökonomische Rationalität.&amp;#039;&amp;#039; Band 2. Westdeutscher Verlag, Opladen 1984).&lt;br /&gt;
* [[Herbert A. Simon]]: &amp;#039;&amp;#039;Homo rationalis. Die Vernunft im menschlichen Leben.&amp;#039;&amp;#039; Campus-Verlag, Frankfurt / New York 1993, ISBN 3-593-34846-2.&lt;br /&gt;
* Volker Kunz: &amp;#039;&amp;#039;Rational Choice.&amp;#039;&amp;#039; Campus-Verlag, Frankfurt / New York 2004, ISBN 3-593-37237-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [[Andreas Diekmann]] und Thomas Voss: [http://www.uni-leipzig.de/~sozio/mitarbeiter/m27/content/eigene_site/prof.voss.public_2003b.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die Theorie rationalen Handelns. Stand und Perspektiven&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 84&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [[Tyler Cowen]]: [https://www.gmu.edu/centers/publicchoice/faculty%20pages/Tyler/rationality.pdf &amp;#039;&amp;#039;How Do Economists Think About Rationality?&amp;#039;&amp;#039;] (englisch; PDF; 138&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* Clemens Kroneberg und [[Frank Kalter]]: [http://www.annualreviews.org/eprint/3Jmn7ZwZYRddPcKti5a2/full/10.1146/annurev-soc-071811-145441 &amp;#039;&amp;#039;Rational Choice Theory and Empirical Research: Methodological and Theoretical Contributions in Europe&amp;#039;&amp;#039;] (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stocké 2002&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Literatur |Autor=[[Volker Stocké]] |Titel=Framing und Rationalität. Die Bedeutung der Informationsdarstellung für das Entscheidungsverhalten |Verlag=Oldenbourg |Ort=München |Datum=2002 |ISBN=3-486-56646-6 |Seiten=10 |Online={{Google Buch |BuchID=VoOet9GCGDwC |Seite=10}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4274923-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handlung und Verhalten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziologische Theorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriminalsoziologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entscheidungstheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Methodik der Politikwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorie der rationalen Entscheidung| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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