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	<title>Theodolit - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Theodolit&amp;diff=16421&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Leihbarista: /* Weblinks */ Link auf Artikel swisstopohistoric.ch eingefügt</title>
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		<updated>2025-12-13T15:34:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; Link auf Artikel swisstopohistoric.ch eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Theodolit Hassler.jpg|mini|Historischer Theodolit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Universaltheodolit.14Zoll.Pistor&amp;amp;Martins.Berlin.1851.jpg|mini|Historischer Universaltheodolit vom Hersteller [[Carl Philipp Heinrich Pistor|Pistor]] &amp;amp; Martins in Berlin (1851)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Praezisionstheodolit.Brunner.Paris.1886.jpg|mini|Präzisionstheodolit des Herstellers Gebrüder Brunner (Paris, 1886)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Theodolit-zeiss.JPG|mini|Theodolit um 1900, ausgestellt im Optischen Museum Oberkochen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Askania Sekunden-Theodolit TU e 400.jpg|mini|Askania Sekunden-Theodolit TU e 400, Baujahr wahrscheinlich 1961]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Theodolit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Winkelmessung|Winkelmessinstrument]], das in der [[Geodäsie]] (Vermessungskunde) zur Messung von [[Horizontalrichtung]]en und [[Zenitwinkel|Zenit-]] oder [[Vertikalwinkel]]n verwendet wird. Hierzu wird er mittels eines [[Stativ]]s lotrecht über einem Punkt aufgestellt. Eine Sonderform ist der [[Hängetheodolit]], der im Bergbau eingesetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Wesentlichen besteht ein Theodolit aus einem [[Alhidade|Gehäuse]], dem [[Zielfernrohr#Verwendung mit Messgeräten|Zielfernrohr]], einem Vertikal- und einem Horizontal-[[Teilkreis]] und ein bis zwei [[Libelle (Messtechnik)|Libellen]]. Letztere dienen zur lotrechten Ausrichtung der Drehachse ([[Horizontierung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In das Zielfernrohr ist ein [[Strichkreuz]] integriert, mit dem das Ziel anvisiert wird. Meist werden die dabei eingestellten Winkel in der Einheit [[Gon]] vom Gerät angezeigt und/oder gespeichert (100 Gon = 90°).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Die Herkunft des Wortes &amp;#039;&amp;#039;Theodolit&amp;#039;&amp;#039; ist ungewiss. Möglicherweise ist es durch Verschmelzung des arabischen &amp;#039;&amp;#039;[[Alhidade|alhidate]]&amp;#039;&amp;#039; mit {{enS|the}} entstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Lueger-1904 |Lemma=Theodolit |Band=8 |Seite=533 |SeiteBis=537 |zenoID=20006139884}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Hingegen meint Engelsberger 1969 in seiner Dissertation &amp;#039;&amp;#039;Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des Theodolits&amp;#039;&amp;#039;, wie kurz zuvor Peters im Beitrag &amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte und Bedeutung des Wortes Theodolit&amp;#039;&amp;#039;, dass der Begriff aus dem Griechischen stammt, vom Engländer Leonard Digges in einer alten Schrift gefunden und zum ersten Mal in diesem Zusammenhang benutzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ralf Kern |Titel=Wissenschaftliche Instrumente in ihrer Zeit |Band=Band 4: &amp;#039;&amp;#039;Perfektion von Optik und Mechanik&amp;#039;&amp;#039; |Verlag=König |Ort=Köln |Datum=2010 |ISBN=978-3-86560-868-0 |Seiten=480}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungen und Einsatz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landvermessungswesen ===&lt;br /&gt;
Die [[Landesvermessung]] ist das Hauptanwendungsgebiet für Theodolite. Für diese Praxis wurden im Verlauf der Zeit viele Geräte entwickelt, die in folgenden Abschnitten näher erläutert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seefahrt ===&lt;br /&gt;
In der [[Seefahrt]] wurden zur [[Navigation]] bereits früh Hilfsmittel wie der [[Jakobsstab]] genutzt, um die Schiffsposition zu ermitteln. Bereits im Jahr 1700 wurde von [[Isaac Newton]] der Entwurf eines [[Sextant]]en als besseres Hilfsmittel für die [[Astronavigation]] vorgestellt. Sextanten sind eine spezielle für die Seefahrt optimierte Form von Theodoliten, die bis in die 1980er Jahre verbreitet im Einsatz waren. Seitdem es Satellitennavigation gibt, sind diese Geräte im Wesentlichen als Reservegerät für die Navigation auf Schiffen zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bergbau ===&lt;br /&gt;
Im [[Bergbau]] werden [[Tachymeter (Geodäsie)|Tachymeter]] als Sonderform von Theodoliten von [[Markscheider]]n genutzt. Grubenfelder werden sowohl auf der Oberfläche als auch unter Tage vermessen. Die [[Ingenieurgeodäsie]] im Bergbau wird auch Markscheiderwesen genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Militär ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundeswehr (Bund) Richtkreis Zeiss Rk 76 A1 in Transportbehälter mit Zubehör - 1970er Jahre.jpg|mini|[[Bundeswehr]] Richtkreis [[Carl Zeiss (Unternehmen)|Zeiss]] Rk 76 A1 - 1970er Jahre]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landesvermessung für militärische Belange wurde von sogenannten [[Ingenieurgeograph]]en besorgt. Für die militärische [[Kartographie]] wurden weitgehend die gleichen Geräte wie bei der zivilen Landesvermessung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Marine]] werden neben den zur Seefahrt gebrauchten Sextanten auch [[Wanderkompass#Peilen|Peilkompasse]] zur Richtungsbestimmung für verschiedene Aufgaben eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Vorgeschobener Beobachter|Vorgeschobene Beobachter]] nutzen spezielle Geräte für die [[Nachrichtengewinnung und Aufklärung#Militärische Aufklärung|Aufklärung]] und Feindbeobachtung zur Positionsbestimmung, um die [[Feuerleitung]] mit brauchbaren Angaben zu versorgen. Dies reicht von einfachen Geräten wie [[Sitometer]]n, artilleristischen Richtkreisgeräten bis zu Theodoliten aus der Landvermessung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Artillerie]] beim [[Militär]] benutzt spezielle Richtkreisgeräte ({{enS|aiming circles}}), um die jeweiligen [[Waffe]]n ausrichten zu können. Diese Geräte sind mit Theodoliten eng verwandt, müssen aber den Anforderungen für den jeweiligen militärischen Einsatz gerecht werden. Für [[Geschütz]]e wurden Geräte zum optischen Richten relativ robust gestaltet, um trotz des harten Einsatzes und der Erschütterungen von [[Granatwerfer]]n, [[Kanone]]n und anderen [[Schusswaffe]]n ihre Genauigkeit zu gewährleisten. Moderne [[Feuerleitanlage]]n sind meist von den Waffen entkoppelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Messprinzip ===&lt;br /&gt;
Durch Drehen und Kippen des [[Messfernrohr]]es misst der Theodolit horizontale Richtungen (Drehung um seine vertikale [[Stehachse]]) und Vertikalwinkel (Drehung um die horizontale [[Kippachse]]). Die Winkel werden meist in [[Gon]] ausgegeben, bei älteren Instrumenten auch in Grad (360° = 400 Gon). Zu jeder Drehachse gehören eine Klemmung und eine [[Feinbewegung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Geräte geben statt des [[Zenitwinkel]]s die [[Steigung]] in Prozent an. Bei der [[Artillerie]] wird ein Theodolit &amp;#039;&amp;#039;Richtkreis&amp;#039;&amp;#039; genannt und ist statt in 400 Gon in 6400&amp;amp;nbsp;[[Strich (Winkeleinheit)#Der artilleristische Strich|Strich]] geteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorläufer der Theodolite waren die [[Dioptra]] (Antike), der [[Azimutalquadrant]] (um 1500) und die [[Kippregel]]. Genaue [[Universalinstrument]]e wurden ab 1850 für [[Triangulation (Geodäsie)|Triangulation]] und [[Astronomie]] gebaut. Beim Repetitionstheodolit ließ sich durch Addition von Winkeln die Messgenauigkeit erhöhen. [[Tachymeter (Geodäsie)|Tachymeter]] erlaubten die Entfernungsmessung an Kurven im [[Okular#Eigenschaften|Gesichtsfeld]] – was heute mit Laser und Elektronik erfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anallaktisches Fernrohr ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Theodolit Schema.PNG|mini|Schematischer Aufbau:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(S) Vertikalachse ([[Stehachse]])&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(K) horizontale [[Kippachse]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Z) Zielachse&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(1) Horizontalkreis&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) zwei Stützen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) Fernrohr&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(4) Kreisablesung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(5) [[Vertikalkreis (Instrument)|Vertikalkreis]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals hat dies der italienische Ingenieur [[Ignazio Porro]] um 1860 durch den Einbau einer [[Sammellinse]] zwischen Objektiv und Fadenkreuz erreicht. Sie wird heute in der Regel auch als [[Fokussierlinse]] verwendet, wodurch statt des früheren [[Okularauszug]]s die [[Innenfokussierung]] und ein völlig geschlossenes, staubdichtes Fernrohr möglich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den optischen Systemen überwog bis in die 1960er Jahre das [[Astronomisches Fernrohr|astronomische Fernrohr]], dessen umgekehrtes Bild allerdings für unerfahrene Beobachter störend war. Mit einem am Okular aufgesteckten Umlenkprisma erhielt man ein aufrechtes, aber seitenverkehrtes Bild. Statt der Porrolinse (die mit der Augenlinse ein [[Huygens-Okular]] bildet) diente eine Fokussierlinse als [[Umkehrsystem]] und machte das astronomische zu einem [[Terrestrisches Fernrohr|terrestrischen Fernrohr]]. Diese Bauart wurde seit den Konstruktionen [[Heinrich Wild]]s zur häufigsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Sonderzwecke (Militär, [[Satellitenteleskop]]e) werden auch [[Umkehrprismen]] wie beim Feldstecher eingebaut. Die Astronomie arbeitet auch mit [[Gebrochenes Fernrohr|gebrochenen Fernrohren]], die seitlich an der Kippachse montiert sind und bis in den [[Zenit (Richtungsangabe)|Zenit]] schwenkbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unterbau und Horizontalkreis ===&lt;br /&gt;
Der Theodolitunterbau oder [[Limbus (Technik)|Limbus]] enthält den Horizontalkreis (1) und die Vertikalachse ([[Stehachse]]) (S). Er trägt die &amp;#039;&amp;#039;[[Alhidade]]&amp;#039;&amp;#039; (arab.), den Oberbau bestehend aus zwei Stützen (2), der horizontalen [[Kippachse]] (K), dem Fernrohr (3), der Kreisablesung (4) und dem Vertikalkreis (5). Das [[Fernrohr]] hat ein Strichkreuz (Strichplatte im [[Okular]]), durch welches die Zielachse (Z) definiert ist, und eine Innenlinse zum Fokussieren (Scharfstellen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Unterbau sitzt auf der Grundplatte, welche am Stativ aufgesetzt und mit drei Fußschrauben und [[Libelle (Messtechnik)|Libelle]] [[Horizontieren|horizontiert]] wird. Die [[Zentrierung (Geodäsie und Markscheidewesen)|Zentrierung]] über dem Messpunkt erfolgt durch Verschieben des Instruments am waagrechten Stativteller, anschließend wird die [[Herzschraube]] des Stativs von unten her fest angezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Genauigkeitsklassen ===&lt;br /&gt;
Je nach Messgenauigkeit und Einsatzzweck wird unterschieden zwischen&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bezeichnung || Fehler ||class=&amp;quot;nonsortable&amp;quot;| Bemerkungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Bautheodolit]] ||style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| ±10″ || robust und leicht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Tachymeter (Geodäsie)|Tachymeter]] ||  || inkl. Entfernungsmessung, seit ungefähr 1990 meist digitale Ablesung und automatische Neigungskompensation der Stehachse&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Präzisions- oder [[Sekundentheodolit]] ||style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| ±1″ || für [[Ingenieurgeodäsie]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Universalinstrument]] ||style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| ±0.1″ || z.&amp;amp;nbsp;B. [[DKM3]] und [[Wild T4]] für die [[Astrogeodäsie]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Theodolit ähnlich gebaut sind auch manche [[Passageninstrument]]e und Sondergeräte für [[Militär]]- und [[Satellitengeodäsie]] (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[Moonwatch]]-Apogee oder die früheren [[Kinetheodolit]]e).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mögliche Instrumentenfehler ==&lt;br /&gt;
Die vier wesentlichen Instrumentenfehler (Justier- bzw. Fertigungsungenauigkeit, Abweichungen vom theoretischen Idealzustand) bei Theodoliten sind&lt;br /&gt;
; [[Zielachsenfehler]]&lt;br /&gt;
: Die [[Optische Achse (Optik)|optische Achse]] des Fernrohrs steht nicht senkrecht zur Kippachse des Fernrohrs.&lt;br /&gt;
; [[Kippachsenfehler]]&lt;br /&gt;
: Die Kippachse des Fernrohrs steht nicht senkrecht zur Stehachse des Theodolits.&lt;br /&gt;
; [[Höhenindexfehler]]&lt;br /&gt;
: Die Nullmarke des Vertikalkreises zeigt bei horizontiertem Theodolit nicht zum Zenit. Liegt kein Höhenindexfehler vor, so entspricht die Zenitrichtung einem Schenkel des Zenitwinkels. Der andere Schenkel zeigt in Richtung des Beobachtungszieles.&lt;br /&gt;
; [[Kreisteilungsfehler]]&lt;br /&gt;
: Die Skalenteilung auf den [[Teilkreis]]en weicht in der Regel unsystematisch vom Ideal gleichmäßiger Teilung ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Instrumentenfehler korrigieren ===&lt;br /&gt;
[[Instrumentenfehler]] ([[Feinmechanik|feinmechanisch]]) lassen sich durch&lt;br /&gt;
* Messungen in zwei [[Fernrohrlage]]n und Mittelwertbildung eliminieren,&lt;br /&gt;
* [[Messreihe|wiederholtes Messen]] mit verschiedenen Teilkreisstellungen minimieren,&lt;br /&gt;
* nachträgliche [[Reduktion (Winkelmessung)|Reduktion]] rechnerisch eliminieren oder im Einfluss reduzieren und/oder&lt;br /&gt;
* hohe optisch-mechanische Präzision (mindestens 1&amp;amp;nbsp;µm) im Einfluss minimieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere kleine Einflüsse wie thermische Effekte oder mechanische [[Spannung (Mechanik)|Restspannungen]] im Theodolitaufbau bleiben im Allgemeinen unter 1″ und sind damit vernachlässigbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht gänzlich eliminierbar ist hingegen der [[Stehachsfehler]]. Er liegt vor, wenn die Stehachse nicht parallel zur Richtung der [[Schwerkraft]] liegt. Dann ist die [[Horizontierung]] fehlerhaft. Ein Grund dafür kann eine Dejustage der zur Horizontierung genutzten Instrumente sein. Der Stehachsfehler ist ein Bedienungs- oder Aufstellfehler. Eine verbleibende Restneigung der Stehachse zur Lotrichtung kann durch einen zweiachsigen [[Neigungssensor]] bei modernen Tachymetern intern gemessen und automatisch in die Messergebnisse eingebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Stehachse]] ist rechtwinklig zu den Libellenachsen beziehungsweise zu mehreren Messrichtungen. Die [[Zielachse]] ist rechtwinklig zur Kippachse. Die [[Kippachse]] ist rechtwinklig zur Stehachse. Alle drei Achsen schneiden sich idealerweise in einem Punkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Richtungsmessung mit Theodolit oder Tachymeter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Messgrößen ===&lt;br /&gt;
Mit einem Theodolit können folgende Messgrößen beobachtet werden:&lt;br /&gt;
* [[Horizontalwinkel]] – als Differenz der Richtungsbeobachtungen zu zwei Zielen,&lt;br /&gt;
* [[Vertikalwinkel]]: meist als [[Zenitdistanz]] (vom Zenit zum Messpunkt), seltener als [[Höhenwinkel]] über dem Horizont&lt;br /&gt;
* [[Winkeldifferenz]]en: zur Entfernungsmessung mit den zwei [[Distanzfäden]] (Reichenbachfäden) oder mit [[Tachymeter (Geodäsie)#Optische Tachymeter|Reduktionstachymetern]]&lt;br /&gt;
* Messung mit beweglichem [[Fadennetz]]: nur bei speziellen Theodoliten für die [[Astrogeodäsie]], siehe [[unpersönliches Mikrometer]].&lt;br /&gt;
* [[Elektronische Distanzmessung]]: fast alle modernen Theodolite und [[Tachymeter (Geodäsie)|Tachymeter]] sind zusätzlich mit einem [[Laserentfernungsmesser]] ausgestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstellung und Richtungsmessung ===&lt;br /&gt;
Vor den Messungen ist das Instrument auf dem [[Stativ]] genau zu [[Horizontierung|horizontieren]] und meistens zentrisch über einem Bodenpunkt ([[Vermessungspunkt|Vermessungs- oder Messpunkt]]) aufzustellen. Die Horizontierung mit der Alhidaden-[[Röhrenlibelle|Libelle]] bewirkt, dass die Stehachse des Instrumentes mit der [[Lotrichtung]] zusammenfällt.&lt;br /&gt;
# Zentrierung und Horizontierung werden gleichzeitig nach einem besonderen, schematisierten Vorgehen durchgeführt: entweder mit einem [[Senklot]], das in die Rändelschraube ([[Herzschraube]]) des Stativtellers eingehängt wird, oder ein im Dreifuß oder Theodolit integriertes [[optisches Lot]].&lt;br /&gt;
# Nun werden mit dem dreh- und kippbaren Messfernrohr (Fernrohr mit Fadenkreuz – heute: Strichkreuz) nacheinander alle einzumessenden Punkte anvisiert -- als erstes meist die [[Polygonpunkt]]e, anschließend alle Detailpunkte.&lt;br /&gt;
# Nach jeder Zielung wird die Richtung am [[Teilkreis]] (im Theodolit feststehende Winkelskala) [[Ablesung|abgelesen]], bei zusätzlicher Höhenmessung auch der [[Zenitwinkel]]. Klassische Theodolite haben hierfür ein [[Ablesemikroskop]], in das beide Winkelstellungen eingespiegelt werden.&lt;br /&gt;
# Bei elektronischen Theodoliten und Tachymetern werden die Teilkreise durch [[Inkrementalgeber|Inkremental-]] oder [[Absolutwertgeber]] automatisch abgetastet, die Winkelwerte durch [[A/D-Wandler]] in Ziffern umgewandelt, angezeigt und gespeichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ablesung der Teilkreise ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Durchlichtverfahren.JPG|mini|hochkant=0.7|Durchlichtverfahren]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Auflichtverfahren.JPG|mini|hochkant=0.7|Auflichtverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorteile der automatischen Teilkreisablesung bestehen darin, dass die Messung um 20–50 % rascher wird, weniger ermüdet und persönliche Ablesefehler entfallen; auch Irrtümer bei der Datenerfassung werden seltener. Doch ist auf exakte Codierung der Messpunkte zu achten, damit später die digitale Weiterverarbeitung reibungslos ablaufen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur automatischen Erfassung wird der Teilkreis codiert und mit unterschiedlichen Techniken abgetastet ([[optoelektronisch]], elektrisch, magnetisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die magneto-elektronische Abtastung ist auch als &amp;#039;&amp;#039;Inductosyn&amp;#039;&amp;#039; bekannt. Elektrische Abtastungen sind heute technisch veraltet. Weit verbreitet sind hingegen optisch-elektronische Abtastverfahren, bei denen zwischen Durchlicht- und Auflichttechnik unterschieden wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Durchlichtverfahren wird mittels Schwärzung codiert, wodurch [[lichtdurchlässig]]e und lichtundurchlässige Bereiche entstehen. Die Codierung wird von einer Seite beleuchtet, auf der anderen Seite sitzt eine Fotodiode als Empfänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Auflichtverfahren sind Sender und Empfänger auf der gleichen Seite angeordnet. Da der Teilkreis unterschiedliche Reflexionseigenschaften aufweist, müssen verschieden starke Lichtstrahlen registrierbar sein. Die Codierscheiben werden üblicherweise mit einem [[Gray-Code]] versehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Winkel zwischen zwei Zielpunkten bezüglich des Instrumentenstandpunkts errechnet sich nun aus der Differenz der zwei gemessenen Richtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bezugsrichtungen ===&lt;br /&gt;
Während sich die Ablesungen am [[Vertikalkreis (Instrument)|Vertikalkreis]] auf den [[Zenit (Richtungsangabe)|Zenit]] bzw. Horizont beziehen, kann die Messung der [[Horizontalwinkel]] verschiedene Bezugsrichtungen haben:&lt;br /&gt;
* die Richtung zu einem beliebigen Zielpunkt (z.&amp;amp;nbsp;B. der nächstgelegene [[Polygonpunkt]] oder ein gut sichtbares [[Fernziel]])&lt;br /&gt;
* die Richtung zu einem amtlichen [[Festpunkt]], dessen Koordinaten bekannt sind: ein [[Trigonometrischer Punkt]] (TP), ein [[Aufnahmepunkt]] (AP) oder ein [[Einschaltpunkt]] (EP). Es kann dann aufs geodätische Koordinatensystem ([[Gitternord]]) orientiert werden&lt;br /&gt;
* [[Orientierung (Geodäsie)|Orientierte Richtung]]: nach magnetisch, geografisch- oder Gitter-Nord. Bei ersteren ist eine Korrektur anzubringen, bei Gitternord werden aus allen gemessenen Richtungen geodätisch korrekte [[Richtungswinkel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezugsrichtung der [[Vertikalwinkel]] ist bei korrekter Horizontierung die [[Lotrichtung]] und muss daher i.&amp;amp;nbsp;d.&amp;amp;nbsp;R. nicht korrigiert werden. Ausnahmen sind schlecht kalibrierte Instrumente ([[Horizontschräge]]) und in Spezialfällen die [[Lotabweichung]]. Bei horizontal ausgerichtetem Messfernrohr beträgt der Zenitwinkel genau 100 Gon (90°), was auch [[Nivelliergerät|Nivellier]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;blick genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beobachtung und Genauigkeit ===&lt;br /&gt;
Zur Fehlereliminierung werden die Ziele in einem Satz gemessen (manchmal auch in [[Satz (Geodäsie)|Halbsätzen]]). Ein Satz besteht dabei aus zwei Messreihen (2 Halbsätzen), wobei für die zweite Messreihe das Fernrohr durchgeschlagen (um die Kippachse zur anderen Geräteseite gedreht), der Oberbau um 200 Gon (180°) gedreht wird und die Ziele erneut anvisiert werden. Dadurch erfolgen die Ablesungen der Zielrichtungen an diametral gegenüberliegenden Stellen auf dem Horizontalkreis und an korrespondierenden Stellen auf dem Vertikalkreis. Die Einflüsse des Ziel-, Kippachs- und Höhenindexfehlers haben in beiden Fernrohrlagen den gleichen Betrag, aber ein entgegengesetztes [[Vorzeichen (Zahl)|Vorzeichen]]. Bei der Mittelbildung der Horizontalrichtung und der Zenitwinkel aus beiden Fernrohrlagen erhält man so Beobachtungen, die frei von den Einflüssen der Achsfehler sind. Die Genauigkeit liegt dadurch bei 0,01&amp;amp;nbsp;[[Gon|mgon]] bis 1&amp;amp;nbsp;[[cgon]] Standardabweichung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heribert Kahme |Titel=Angewandte Geodäsie: Vermessungskunde |Auflage=20 |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin |Datum=2006 |ISBN=3-11-018464-8 |Seiten=97–98 |Online=[https://books.google.de/books?id=Fct81KGmBfIC&amp;amp;pg=PA97 Google Books]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bekannte Hersteller ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hängetheodolit.jpg|mini|hochkant|Hängetheodolit Temin der Fa. Breithaupt]]&lt;br /&gt;
* [[F.W. Breithaupt &amp;amp; Sohn]]&lt;br /&gt;
* [[Geo-Fennel]] (früher Fennel)&lt;br /&gt;
* [[Trimble Navigation]]:&lt;br /&gt;
** [[Carl Zeiss (Unternehmen)|Carl Zeiss]] (historisch), in Trimble Navigation aufgegangen&lt;br /&gt;
** [[Geodimeter]] (historisch), in Trimble Navigation aufgegangen&lt;br /&gt;
* [[Leica Geosystems]]:&lt;br /&gt;
** [[Kern &amp;amp; Co AG|Kern &amp;amp; Co]] (bis 1992, dann in Leica Geosystems aufgegangen)&lt;br /&gt;
** [[Wild Heerbrugg]] (historisch), 1990 in Leica Geosystems aufgegangen&lt;br /&gt;
* [[Topcon]]&lt;br /&gt;
* [[Sokkia]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige frühere Hersteller:&lt;br /&gt;
* [[Dennert &amp;amp; Pape Aristo – Werke]] (bis ca. 1998)&lt;br /&gt;
* [[Starke &amp;amp; Kammerer]], Wien (bis ca. 1950)&lt;br /&gt;
* [[Miller, Innsbruck]] (bis ca. 1990)&lt;br /&gt;
* [[Zeiss Jena]] (bis ca. 1995)&lt;br /&gt;
* [[Freiberger Präzisionsmechanik|FPM-Holding]] (ehemals [[Freiberger Präzisionsmechanik|VEB Freiberger Präzisionsmechanik]])&amp;lt;!--&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.fpm.de/index.php?c=1&amp;amp;s=historie Geschichte von FPM]&amp;lt;/ref&amp;gt;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Siehe auch:&amp;#039;&amp;#039; [[Tachymeter (Geodäsie)#Gerätehersteller|Hersteller von Tachymetern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
   Bussol.jpg|Sowjetischer [[Artillerie]]-Richtkreis „PAB-2“&lt;br /&gt;
   Kern Theodolit DKM2-A.jpg|Sekundentheodolit K1S von [[Kern &amp;amp; Co AG]]&lt;br /&gt;
   Leica Geosystems mp3h8089.jpg|Moderner Theodolit von [[Leica Geosystems]]&lt;br /&gt;
   Schultheodolit.jpg|Schultheodolit der Marke [[Dennert &amp;amp; Pape Aristo – Werke|Aristo]] aus den 1950er Jahren&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Bussolentheodolit]]&lt;br /&gt;
* [[Reisetheodolit]]&lt;br /&gt;
* [[Fototheodolit]]&lt;br /&gt;
* [[motorisierter Theodolit]]&lt;br /&gt;
* [[Kinetheodolit]]&lt;br /&gt;
* [[Kreiseltheodolit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Bertold Witte]], Peter Sparla |Titel=Vermessungskunde und Grundlagen der Statistik für das Bauwesen |Auflage=7 |Verlag=Wichmann |Ort=Berlin |Datum=2011 |ISBN=978-3-87907-497-6}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Heribert Kahmen |Titel=Angewandte Geodäsie. Vermessungskunde |Auflage=20 |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin / New York |ISBN=3-11-018464-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Theodolite|Theodolit}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4185070-1}}&lt;br /&gt;
* [http://www.alpentunnel.de/30_Vermessung/30_Theodolit/frame_vermessung_theodolit.htm Ein historischer Repetitionstheodolit.] AlpenTunnel.de&lt;br /&gt;
* [http://www.vermessungsseiten.de/kiel/vetheode.htm Erklärung der Messung mit dem Theodolit.] vermessungsseiten.de, Material der Uni Kiel.&lt;br /&gt;
* [https://www.swisstopohistoric.ch/de/archiv/dufourkarte/teure-hightech-die-instrumente-43.html Teure Hightech: die Instrumente. Geschichte der Dufourkarte] Artikel auf swisstopohistoric.ch, [[Bundesamt für Landestopografie|Bundesamt für Landestopografie (swisstopo)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4185070-1|LCCN=sh85134645}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theodolit| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dimensionales Messgerät]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Markscheidewesen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Leihbarista</name></author>
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