<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Th%C3%BCringer</id>
	<title>Thüringer - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Th%C3%BCringer"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Th%C3%BCringer&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-09T00:39:37Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Th%C3%BCringer&amp;diff=13779&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Tfjt: /* Geschichte */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Th%C3%BCringer&amp;diff=13779&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-20T09:05:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel| befasst sich mit dem Volksstamm der Thüringer; zu anderen Bedeutungen siehe [[Thüringer (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:FL ODOVAC.png|alternativtext=Silbermünze des Flavius Odovacar (FL ODOVAC). Auf der Rückseite befindet sich das Monogramm des Königs in einem Kranz und darunter das Münzzeichen RV.|mini|241x241px|Silbermünze des [[Odoaker|Flavius Odovacar]] (FL ODOVAC) von 477, mit [[Kopfhaar|Schopf]] und Schnurrbart eindeutig als Germane, wahrscheinlich thüringischer Herkunft, dargestellt.]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Thüringer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS}} &amp;#039;&amp;#039;Thuringi&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Tueringi&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Thoringi&amp;#039;&amp;#039;) waren ein [[Stammeskonföderation|Stammesverband]]/[[Stamm (Gesellschaftswissenschaften)|Volksstamm]] im Wesentlichen [[Germanen|germanischer]] Stämme, der seit dem Ende des 4. Jahrhunderts belegt ist und der Ende des 5. Jahrhunderts ein ausgedehntes [[Rex (Titel)|Königreich]] zwischen Rhein, Elbe und Donau gebildet hatte. Auf dieses geht die Gebietsbezeichnung [[Thüringen]] zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologisches ==&lt;br /&gt;
Für die [[Etymologie]] der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Thüringer&amp;#039;&amp;#039; gibt es verschiedene Hypothesen. Die lange Zeit übliche Ableitung des Namens von den [[Hermunduren]], wie auch die Ableitung von den germanisch-keltischen [[Turonen (gallisches Volk)|Turonen]] wird inzwischen mehrheitlich in Zweifel gezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Kritik der neueren Forschung vgl. zusammenfassend Wilhelm Heizmann, Matthias Springer, Claudia Theune-Vogt, Jürgen Udolph: &amp;#039;&amp;#039;Thüringer.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Reallexikon der Germanischen Altertumskunde&amp;#039;&amp;#039; (RGA). 2. Auflage. Band 30, Berlin / New York 2005, S. 519–521; vgl. auch Matthias Springer: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Thüringern und (H)Ermunduren besteht keinerlei Zusammenhang.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Helmut Castritius]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Frühzeit der Thüringer. Archäologie, Sprache, Geschichte&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Ergänzungsbände zum Reallexikon der germanischen Altertumskunde&amp;#039;&amp;#039; 63). Berlin/New York 2009, S. 135–170.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt hat [[Wolfgang Haubrichs]] auf Basis sämtlicher bekannter Überlieferungen für die Thüringer in der späten Antike und dem frühen Mittelalter eine Deutung vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Wolfgang Haubrichs]]: &amp;#039;&amp;#039;Der „Name“ der Thüringer&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Frühzeit der Thüringer. Archäologie, Sprache, Geschichte&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Helmut Castritius]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Frühzeit der Thüringer. Archäologie, Sprache, Geschichte&amp;#039;&amp;#039;. (= &amp;#039;&amp;#039;Ergänzungsbände zum Reallexikon der germanischen Altertumskunde&amp;#039;&amp;#039; 63). Berlin/New York 2009,  S. 83–102.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine [[Onomastik|onomastisch]]-sprachwissenschaftliche Analyse – insbesondere der Schreibweisen mit der zugrundeliegenden [[Phonologie]] sowie der [[Morphologie (Linguistik)|Morphologie]] – ergab, dass die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Thüringer&amp;#039;&amp;#039; zu einem germanischen Adjektiv &amp;#039;&amp;#039;thur&amp;#039;&amp;#039;- ‚stark, machtvoll, groß, reich’ mit einer Ableitung auf &amp;#039;&amp;#039;ing&amp;#039;&amp;#039; zu stellen ist. Sie sei damit jenen Völkernamen zuzuordnen, die die Stärke und die Größe der Stammesangehörigen betonten, wie dies auch bei [[Franken (Volk)|Franken]] und [[Alamannen|Alemannen]] der Fall ist. Auch sei eine Etymologie von der Basis germanisch &amp;#039;&amp;#039;dur&amp;#039;&amp;#039;- ‚Hügel, Erhebung’ von [[Jürgen Udolph]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jürgen Udolph]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Name Thüringen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Namenkundliche Informationen&amp;#039;&amp;#039; 79/80. Leipzig 2001, S. 125–144 ([https://www.researchgate.net/publication/371244975_Der_Name_Thuringen Digitalisat]), hier S. 128; vgl. auch [[Ernst Wilhelm Förstemann]]: &amp;#039;&amp;#039;Altdeutsches Namenbuch&amp;#039;&amp;#039;. Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Die deutschen Ortsnamen&amp;#039;&amp;#039;. Nordhausen 1863; 3. Auflage des 2. Bandes: Orts- und sonstige geographische Namen. Hrsg. von Hermann Jellinghaus, 1. Hälfte: A–K. Bonn 1913, Sp. 779–780 ([https://archive.org/details/ForstemannAltdeutschesNamenbuchBd.2H13teA1913/page/n429/mode/2up Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; sprachwissenschaftlich ebenso wenig möglich wie die vorgeschlagene Herleitung&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grahn-Hoek&amp;quot;&amp;gt;Vgl. Heike Grahn-Hoek: &amp;#039;&amp;#039;Stamm und Reich der frühen Thüringer nach den Schriftquellen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 56. 2002, S. 9–32.&amp;lt;/ref&amp;gt; von den ostgermanischen ‚&amp;#039;&amp;#039;Terwingi&amp;#039;&amp;#039;’ von [[Heike Grahn-Hoek]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-1429 Tagungsbericht: Die Frühzeit der Thüringer. Archäologie, Sprache, Geschichte, 20.10.2006 – 22.10.2006 Jena.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Entstehung der Thüringer ==&lt;br /&gt;
Die Region nördlich des [[Thüringer Wald]]es und [[Erzgebirge]]s&amp;amp;nbsp;– das Siedlungsgebiet der [[Naumburger Gruppe]] (300–60 v. Chr.)&amp;amp;nbsp;– war noch im zweiten Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. [[Claudius Ptolemaeus|Ptolemaios]]&amp;lt;ref&amp;gt;Ptolemaios, &amp;#039;&amp;#039;Geographike&amp;#039;&amp;#039; [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Gazetteer/Periods/Roman/_Texts/Ptolemy/2/10.html 2,11,11].&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Heim der Teurier“ (Τευριοχαῖμαι, &amp;#039;&amp;#039;[[Teuriochaimai|Teuriochaĩmai]]&amp;#039;&amp;#039;) bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{RGA|7|307|391|Entdeckungsgeschichte|Lutz Richter-Bemburg, [[Dieter Timpe]]}} [http://books.google.de/books?id=3QmORVr1IfMC&amp;amp;pg=PA386 Karte zur &amp;#039;&amp;#039;Germania magna&amp;#039;&amp;#039; des Ptolemäus (S. 386)]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Archäologen vom [[Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt]] sehen damit erstmals eine hiesige archäologische Kultur mit einem antiken Volksnamen verbunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Harald Meller]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Glutgeboren. Mittelbronzezeit bis Eisenzeit&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Begleithefte zur Dauerausstellung im Landesmuseum Halle.&amp;#039;&amp;#039; Band 5). Halle an der Saale 2015, ISBN 978-3-944507-14-9, S. 75–82.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beginn der [[Völkerwanderung]] tritt in Mitteldeutschland eine Bevölkerung in Erscheinung, die von archäologischer Seite als [[Niemberger Gruppe]] bezeichnet wird. Die Bestattungen dieser Gruppe erfolgten auf vorwiegend kleinen Gräberfeldern, auf denen die Toten in [[Körpergrab|Körpergräbern]] meist einzeln beigesetzt wurden. Der elbgermanische Stamm der [[Langobarden]], der mit den archäologischen Funden der [[Wahlitzer Gruppe]] in Verbindung gesetzt wird, siedelte zu dieser Zeit in der heutigen [[Altmark]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stamm der Thüringer bildete sich vermutlich im dritten oder vierten Jahrhundert durch einen Zusammenschluss verschiedener germanischer Gruppen und Verbände heraus. Als Vorgängerformation wird heute die [[Haßleben-Leuna-Gruppe]] angesehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Matthias Hardt]]: &amp;#039;&amp;#039;The Merovingians, the Avars, and the Slavs.&amp;#039;&amp;#039; In: Bonnie Effros, Isabel Moreira (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Oxford Handbook of the Merovingian World.&amp;#039;&amp;#039; Oxford u.&amp;amp;nbsp;a. 2020, S. 424ff., hier S. 424.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird traditionell angenommen, dass einzelne Gruppen der [[Angeln (Volk)|Angeln]], [[Warnen]] und anderer germanischer Stämme in das Gebiet der Mittelelbe einwanderten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rga&amp;quot; /&amp;gt; Diese Stämme verbündeten sich wahrscheinlich mit den Einheimischen zu einem neuen Stammesverbund der Thüringer, aus dem wohl später das Reich der Thüringer hervorging. Auf die Anwesenheit der Angeln und Warnen in Thüringen weisen der [[Gau]]name [[Engilin]] im Bereich der [[Hainleite]], der Name der zwischen Saale und Elster liegenden Landschaft Werenofeld sowie die [[Lex Thuringorum|Lex Angliorum et Werinorum hoc est Thuringorum]] hin, die [[Karl der Große]] um 800 aufzeichnen ließ.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rga&amp;quot; /&amp;gt; Auch die sogenannten „Engelsdörfer“ (wie Feldengel, Kirchengel, Holzengel und Westerengel) bei [[Großenehrich]] im [[Kyffhäuserkreis]] könnten ihren Wortstamm aus dieser Besiedlung erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rga&amp;quot;&amp;gt;{{RGA|7|288|289|Engilin|[[Günter Neumann (Philologe)|Günter Neumann]]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschiedene spätantike Quellenberichte sprechen für eine recht enge Verbindung der Warnen mit den Thüringern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grahn-Hoek&amp;quot; /&amp;gt; Das Siedlungsgebiet dieser ,frühen Thüringer‘ umfasste wahrscheinlich vor allem Teile des heutigen [[Mitteldeutschland]]s, d. h. den Raum zwischen [[Thüringer Wald]] ([[Rennsteig]]), Unterlauf der [[Werra#Unterlauf|Werra]], [[Harz (Mittelgebirge)|Harz]] und [[Elbe]], in dem ein bis zwei Jahrhunderte zuvor, während der frühen römischen Kaiserzeit, noch Hermunduren bzw. die Träger der [[Großromstedter Horizont|Großromstedter Kultur]] siedelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Chlodwigs Eroberungen.png|mini|Reich der Thüringer an der Ostgrenze des Fränkischen Reichs um 500 n. Chr.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Thüringer werden erstmals als &amp;#039;&amp;#039;Toringi&amp;#039;&amp;#039; um 400 im Werk &amp;#039;&amp;#039;Mulomedicina&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;„Maultier-Heilkunde“&amp;#039;&amp;#039;) des [[spätantike]]n Autors [[Flavius Vegetius Renatus]] erwähnt, der die Kriegstauglichkeit ihrer Pferde rühmt.&amp;lt;ref&amp;gt;Heike Grahn-Hoek: &amp;#039;&amp;#039;Stamm und Reich der frühen Thüringer nach den Schriftquellen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 56, 2002, S. 33f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sidonius Apollinaris]]&amp;lt;ref&amp;gt;Sidonius Apollinaris carm. VII 323&amp;lt;/ref&amp;gt; berichtet, dass die Thüringer zu Beginn des 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts unter die Herrschaft der [[Hunnen]] gerieten und thüringische Kontingente auf Seiten [[Attila]]s bei der [[Schlacht auf den Katalaunischen Feldern]] im Jahr 451 kämpften.&amp;lt;ref&amp;gt;Heike Grahn-Hoek: &amp;#039;&amp;#039;Stamm und Reich der frühen Thüringer nach den Schriftquellen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 56, 2002, S. 38f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Hunnenherrschaft endete bald nach dem Tod Attilas und der [[Schlacht am Nedao]] in [[Pannonien]] im Jahr 454.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gregor von Tours]] berichtet über ein Exil des Frankenkönigs [[Childerich I.]] in Thüringen, aus dem ihm [[Basena von Thüringen|Basina]] folgte, die seine Gemahlin wurde und ihm [[Chlodwig I.|Chlodwig]] gebar. Teile der Erzählung weisen sagenhafte Züge auf, was zu Zweifeln daran führte, nicht jedoch an der Ehe mit Basina.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Matthias Becher]]: &amp;#039;&amp;#039;Chlodwig I. Der Aufstieg der Merowinger und das Ende der antiken Welt.&amp;#039;&amp;#039; München 2011, S. 124–127.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Eugippius]] und seiner [[Vita]] des [[Severin von Noricum]] zufolge unternahmen die Thüringer im Verbund mit den Alamannen um 480 Raubzüge gegen [[Passau]] und andere Städte an der [[Donau]].&amp;lt;ref&amp;gt;Allgemein dazu und zur folgenden Zeit siehe Heike Grahn-Hoek: &amp;#039;&amp;#039;Stamm und Reich der frühen Thüringer nach den Schriftquellen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 56, 2002, S. 40ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;{{Anker|Thüringer Königreich}} Thüringer Königreich&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste namentlich bekannte und historisch gesicherte Thüringerkönig war [[Bisinus]], der um 500 herrschte. Das Thüringer Königreich erstreckte sich wahrscheinlich von der mittleren [[Elbe]] nach Süden über den [[Main]] hinaus, möglicherweise fast bis zur Donau. Bis zum Beginn des 6.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts lag die ostfränkische Region im Spannungsfeld zwischen Thüringern und [[Alamannen]]. Der [[Geograph von Ravenna]] schreibt im 7.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert, dass die Flüsse [[Naab]] und [[Regen (Fluss)|Regen]] (in der heutigen [[Oberpfalz]]) im Land der Thüringer in die Donau münden. Die vermutete Ausdehnung des thüringischen Machtbereichs in die Maingebiete ist allerdings nicht sicher nachzuweisen. In Oberfranken scheinen bis zur Eroberung durch die Franken eher Beziehungen zu [[Böhmen|böhmischen]] Kulturgruppen bestanden zu haben. Möglicherweise war hier eine einheimische elbgermanische Bevölkerungsgruppe als Traditionsträger vorherrschend.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jochen Haberstroh]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Reisberg bei Scheßlitz-Burgellern in der Völkerwanderungszeit. Überlegungen zum 5. Jahrhundert n. Chr. in Nordbayern.&amp;#039;&amp;#039; Mit einem Beitrag von [[Jörg Faßbinder]]. In &amp;#039;&amp;#039;Germania&amp;#039;&amp;#039; 81/1. 2003, {{Webarchiv | url=http://www.dainst.org/medien/de/Germania%2081-1.pdf | wayback=20070205170711 | text=Zusammenfassung}} (PDF-Datei; 106&amp;amp;nbsp;kB).&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Heike Grahn-Hoek]] geht davon aus, dass sich das Thüringerreich auf seinem Höhepunkt im frühen 6. Jahrhundert über weite Teile der rechtsrheinischen &amp;#039;&amp;#039;Germania&amp;#039;&amp;#039; erstreckt habe und die Thüringer damit in diesem Raum eine Vormachtstellung ausgeübt hätten.&amp;lt;ref&amp;gt;Heike Grahn-Hoek: &amp;#039;&amp;#039;Stamm und Reich der frühen Thüringer nach den Schriftquellen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 56, 2002, S. 67ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--  Das Reich der Thüringer war jedenfalls um 500 das mächtigste germanische Reich außerhalb der alten römischen Reichsgrenzen und somit ein wichtiger Machtfaktor im Raum zwischen Rhein und Donau.  &amp;lt;&amp;lt; Eine solche Wertung sollte mit Quellenangabe versehen werden. Im Grunde wohl auch redundant zur Aussage im Satz davor.  --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gregor von Tours]] schrieb Ende des 6.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts in seinen &amp;#039;&amp;#039;Historien&amp;#039;&amp;#039; von &amp;#039;&amp;#039;Thoringern&amp;#039;&amp;#039;, die linksrheinisch und in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Franken lebten.&amp;lt;ref&amp;gt;Gregor von Tours, &amp;#039;&amp;#039;Historien&amp;#039;&amp;#039; 2,9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daraus wurde geschlossen, dass um 500 neben dem ostrheinischen Thüringerreich noch ein kleineres linksrheinisches Thüringerreich existiert habe. Ob es jedoch ein solches Thüringerreich am Rhein gegeben hat, ist sehr fraglich. In der neueren Forschung wird die Existenz eines linksrheinischen Thüringerreichs eher abgelehnt, da es sich um eine Fehldeutung Gregors gehandelt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. allgemein Heike Grahn-Hoek: &amp;#039;&amp;#039;Gab es vor 531 ein linksrheinisches Thüringerreich?&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 55, 2001, S. 15–55.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Gregor von Tours werden nach Bisinus als Könige der Thüringer die Brüder [[Baderich (Altthüringer)|Baderich]], [[Herminafried]] und [[Berthachar]] erwähnt. Das Königreich wurde erstmals in einem Schreiben [[Theoderich der Große|Theoderichs des Großen]] an Herminafried erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;Einer [[c:File:Tafel zum Thüringer Königreich im Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, Humboldtstraße 11, 99423 Weimar, Germany.jpg|Tafel]] im [[Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens]] zufolge.&amp;lt;/ref&amp;gt; Baderich wurde eventuell vor Beginn der folgenden fränkischen Invasion getötet, doch ist dies unsicher. Möglicherweise sind er und Berthachar erst während der fränkischen Invasion (531) gefallen. Schließlich blieb nur noch Herminafried als eigenständiger König übrig. Er war wohl schon zuvor der mächtigste der drei Brüder&amp;lt;ref&amp;gt;Heike Grahn-Hoek: &amp;#039;&amp;#039;Stamm und Reich der frühen Thüringer nach den Schriftquellen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 56, 2002, S. 56f.&amp;lt;/ref&amp;gt; und heiratete die Gotin [[Amalaberga]], eine Nichte des [[Ostgotenreich|Ostgotenkönigs]] [[Theoderich der Große|Theoderich]]. Mit dem Tod Theoderichs im Jahr 526 endete die bisherige Ausgleichspolitik unter den Germanenreichen im Westen. Noch bevor die Thüringer ihre Herrschaft festigen konnten, setzten die [[Merowinger]] ihre aggressive Expansionspolitik fort: Sie nutzten die günstige Gelegenheit, die Thüringer – die nun ohne den Schutz der [[Amaler]] waren – anzugreifen. Zudem scheint das Reich der Thüringer bereits durch die vorherigen Bruderkämpfe geschwächt worden zu sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Heike Grahn-Hoek: &amp;#039;&amp;#039;Stamm und Reich der frühen Thüringer nach den Schriftquellen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 56, 2002, S. 50ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Reihe von Schlachten, deren letzte im Jahr 531 an der [[Unstrut]] stattgefunden haben soll (siehe [[Schlacht an der Unstrut]]), besiegten die merowingischen Franken schließlich das Volk der Thüringer unter König Herminafried. Eventuell wurden die Franken dabei von den [[Sachsen (Volk)|Sachsen]] militärisch unterstützt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Heike Grahn-Hoek: &amp;#039;&amp;#039;Stamm und Reich der frühen Thüringer nach den Schriftquellen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 56, 2002, S. 65f. [[Widukind von Corvey]] erwähnt [[Burgscheidungen]] als Schlachtort. Dies ist aber zweifelhaft, da archäologische Grabungen bisher keinen Anhalt dafür liefern konnten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch Flucht, Deportation und Mord fand die thüringische Königsfamilie ihr Ende. Eine literarische Verarbeitung der Ereignisse um den Untergang des Thüringerreichs und das Ende Herminafrieds ist das &amp;#039;&amp;#039;[[Iringlied]]&amp;#039;&amp;#039;. Die letzte Angehörige des Königshauses, [[Radegundis]], starb im Jahr 587 im fränkischen Exil und wurde später [[Heiligsprechung|heiliggesprochen]]. Die Franken beendeten die Herrschaft der Thüringer und schlossen deren bisheriges Herrschaftsgebiet, das Thüringerreich, dem eigenen Territorium an. Im folgenden Jahr (532) wurde auch das [[Burgundenreich]] von den Franken erobert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pupitre de sainte Radegonde.jpg|mini|Lesepult der Radegundis, Kloster Sainte-Croix in Saint-Benoît bei Poitiers]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitere Entwicklung [[Thüringen]]s nach dem &amp;#039;&amp;#039;Reich der Thüringer&amp;#039;&amp;#039; wird im Artikel &amp;#039;&amp;#039;[[Geschichte Thüringens]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;[[Geschichte Thüringens#Mittelalter|Mittelalter]]&amp;#039;&amp;#039;) dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeittafel ==&lt;br /&gt;
* Um 400: Der Name &amp;#039;&amp;#039;T(h)oringi&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;T(h)uringi&amp;#039;&amp;#039; wird erstmals von dem römischen Schriftsteller [[Flavius Vegetius Renatus]] im Zusammenhang mit weißen Pferden erwähnt.&lt;br /&gt;
* Mitte des fünften Jahrhunderts dienten laut [[Sidonius Apollinaris]] thüringische Kontingente dem [[Hunnen]]könig [[Attila]].&lt;br /&gt;
* 453: Nach dem Zusammenbruch der Hunnenherrschaft errichteten die Thüringer im Raum zwischen Donau, Main und Elbe einen eigenen Herrschaftsraum, wohl das mächtigste germanische Reich außerhalb der alten römischen Reichsgrenzen.&lt;br /&gt;
* 476: [[Odoaker]], &amp;#039;&amp;#039;lat.&amp;#039;&amp;#039; Flavius Odovacer, laut [[Suda]] thüringischer Herkunft (siehe [[Hunulf]]) und von [[Jordanes]] als König der Thüringer (&amp;#039;&amp;#039;Torcilingorum rex&amp;#039;&amp;#039;), [[Skiren]] und [[Heruler]] bezeichnet, war nach der Absetzung des [[Romulus Augustulus]] bis 493 König von Italien (rex Italiae).&lt;br /&gt;
* um 480: Im Verbund mit den [[Alamannen]] unternahmen die Thüringer Raubzüge gegen [[Passau#Geschichte|Passau]] und andere Städte an der [[Donau]].&lt;br /&gt;
* um 500: Der erste namentlich bekannte und historisch gesicherte Thüringerkönig [[Bisinus]] beherrschte um 500 wohl ein Gebiet, das sich nach Süden vermutlich über den [[Main]] hinaus möglicherweise fast bis zur Donau erstreckte.&lt;br /&gt;
* 502 oder 506: Die Franken unter [[Chlodwig I.]] besiegten endgültig die Alamannen (wohl in der [[Schlacht bei Straßburg (506)|Schlacht bei Straßburg]]) und schlugen außerdem ein Heer der Thüringer.&lt;br /&gt;
* Ab 506(?) herrschte König Herminafried nach dem Tod seines Vaters Bisinus (sowie seiner beiden Brüder Baderich und Berthachar allein) über das Thüringer Reich und heiratete Amalaberga, eine Nichte Theoderichs des Großen.&lt;br /&gt;
* 30. August 526: [[Theoderich der Große]] stirbt, sein minderjähriger Enkel [[Athalarich]] trat unter der Regentschaft seiner Mutter [[Amalasuntha]] die Nachfolge an. Das ostgotische Reich wurde durch diesen Tod stark geschwächt und wenige Jahre später von [[Byzantinisches Reich|Ostrom]] erobert. Die ostgotischen Verbündeten [[Burgund]] und das Reich der Thüringer fielen bald darauf an die Franken.&lt;br /&gt;
* 528/29: Eine vermutlich erste Invasion der Franken in Thüringen.&lt;br /&gt;
* 531: In einer Schlacht an der Unstrut besiegten die merowingischen Franken die Thüringer unter König Herminafried. Ob dabei auch Sachsen teilnahmen, ist umstritten. Durch Flucht, Deportation und Mord (Herminafrid 534 in [[Zülpich|Tolbiacum]], heute &amp;#039;&amp;#039;Zülpich&amp;#039;&amp;#039;) fand die thüringische Königsfamilie ihr Ende. Das Reich der Thüringer wurde zerschlagen und dem [[Frankenreich]] einverleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Herrscher Thüringens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Günter Behm-Blancke]]: &amp;#039;&amp;#039;Gesellschaft und Kunst der Germanen. Die Thüringer und ihre Welt&amp;#039;&amp;#039;. Verlag der Kunst, Dresden 1973.&lt;br /&gt;
* [[Helmut Castritius]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Frühzeit der Thüringer: Archäologie, Sprache, Geschichte&amp;#039;&amp;#039; (Ergänzungsband zum [[Reallexikon der Germanischen Altertumskunde]]). de Gruyter, Berlin/New York 2009.&lt;br /&gt;
* {{RE|VI A,1|640|646|Thuringi|[[Alfred Franke (Geograph)|Alfred Franke]]|}} (Digitalisat: [https://elexikon.ch/RE/VIA,1_641.png 1] u. [https://elexikon.ch/RE/VIA,1_645?Big 2])&lt;br /&gt;
* [[Heike Grahn-Hoek]]: &amp;#039;&amp;#039;Stamm und Reich der frühen Thüringer nach den Schriftquellen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 56, 2002, S. 7–90 ([https://web.archive.org/web/20240508212822/https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/b/b066507.pdf PDF]).&lt;br /&gt;
* {{RGA|30|519|544|Thüringer|[[Wilhelm Heizmann]], [[Matthias Springer]], [[Claudia Theune|Claudia Theune-Vogt]], [[Jürgen Udolph]]}}&lt;br /&gt;
* [[Werner Mägdefrau]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte Thüringens vom Untergang des Königreiches (531) bis zur Begründung der Landgrafschaft im 12. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Selbstverlag, Jena 1998.&lt;br /&gt;
* Arnold Muhl, Ralf Schwarz: &amp;#039;&amp;#039;Königsdämmerung – Das frühmittelalterliche Thüringerreich – Dauerausstellung im Landesmuseum Halle (Sachsen-Anhalt) Heft 8.&amp;#039;&amp;#039; Beier &amp;amp; Beran, Halle (Saale) 2022, ISBN 978-3-948618-50-6.&lt;br /&gt;
* [[Karl Peschel]]: &amp;#039;&amp;#039;Thüringen in ur- und frühgeschichtlicher Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Beier &amp;amp; Beran, Wilkau-Haßlau 1994, ISBN 3-930036-03-7.&lt;br /&gt;
* [[Steffen Raßloff]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte Thüringens.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60523-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=7738144-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Thuringer}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Germanischer Stamm]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spätantike Ethnie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Altthüringer|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Thüringer Reich|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Westgermanen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostgermanen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Elbgermanen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rhein-Weser-Germanen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Thüringer Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Terwingen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Turonen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sueben]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Tfjt</name></author>
	</entry>
</feed>