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	<title>Textilchemikalien - Versionsgeschichte</title>
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		<updated>2025-03-18T22:35:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php/%E2%80%93&quot; class=&quot;mw-redirect&quot; title=&quot;–&quot;&gt;–&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Textilchemikalien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Textilhilfsmittel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;roempp&amp;quot;&amp;gt;{{RömppOnline |ID=RD-20-01082 |Name=Textilveredlung |Abruf=2014-07-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; werden alle [[Anorganische Chemie|anorganischen]] oder [[Organische Chemie|organischen Chemikalien]] bezeichnet, die bei der Gewinnung bzw. Herstellung von Textilfasern über deren Verarbeitung, [[Textilveredelung|Veredelung]], [[Ausrüstung (Textil)|Ausrüstung]] und [[Färben|Färbung]] bis zur Konfektionierung sowie der Fertigwarenpflege von [[Textilien]] verwendet werden. Eine scharfe Trennung zwischen Textilhilfsmitteln und anderen in der Textilindustrie alltäglich benutzten Chemikalien lässt sich allenfalls zwischen Textilhilfsmitteln und [[Farbstoff]]en ziehen, da erstere nicht direkt zur Farbgebung beitragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;roempp2&amp;quot;&amp;gt;{{RömppOnline |ID=RD-20-01077 |Name=Textilhilfsmittel |Abruf=2014-07-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chemikalien bei der Gewinnung bzw. Herstellung von Textilfasern und Textilien ==&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung von Textilfasern und der Produktion der aus den Fasern hergestellten Textilien durchlaufen diese eine Vielzahl an Arbeitsschritten bei der auch eine große Anzahl an Chemikalien eingesetzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Herstellung von Chemiefasern werden synthetische Polymere, welche durch [[Polykondensation]], [[Polyaddition]] und [[Polymerisation]] aus [[Kohlenwasserstoffe]]n als [[Monomer]]e gewonnen werden, aber auch natürliche Polymere aus Naturprodukten wie [[Zellstoff]], eingesetzt. Die bekanntesten synthetischen Polymere für Chemiefasern sind [[Polyester]], [[Polyamid]], [[Polyimid]], [[Polyethylen]], [[Polyurethan]], [[Aramid]], bekannte natürliche Chemiefasern sind [[Viskose]] und [[Lyocell]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;VCI&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung von Naturfasern werden Chemikalien ([[Tenside]]) zum Waschen eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herstellung von [[Garn]]en aus den Textilfasern erfordert deren Präparation zur Verbesserung des Gleit- und Haftverhaltens. Dazu kommen zum Beispiel [[Emulsion]]en aus nichtionischen, [[anionisch]]en oder [[kationisch]]en Tensiden (zum Beispiel aus Fettalkohol- oder [[Fettaminethoxylate]]n) oder [[sulfat]]ierten Pflanzenölen, [[Stearin]]seifen, Ester- und Siliconölen zum Einsatz. Bei Naturstoffen wie Wolle sind auch noch [[Schmälzmittel]] zur Fettung der Fasern wie zum Beispiel emulgierte [[Mineralöl]]e, [[Phosphorsäureester]] oder [[Olein]] (technische Ölsäure) notwendig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;VCI&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die entstandenen Garne benötigen eine Schlichtung (Aufbringen eines Schutzfilms zum Glätten und widerstandsfähiger machen gegen mechanische Belastungen) und Vorbehandlung zur Herstellung von Textilflächen. Als [[Schlichtemittel]] werden [[Stärke]] (oft in oxydativ aufgeschlossener Form), [[Stärkeether]] ([[Carboxymethylstärke]]), höhere [[Alkohole]], [[Polyvinylalkohol]], [[Acrylsäure]] (auch deren Salze und [[Polyacrylate]]) oder [[Cellulosederivat]]e (z. B. [[Carboxymethylcellulose]]) eingesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ABC Chemie&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Brockhaus ABC Chemie&amp;#039;&amp;#039;, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S.&amp;amp;nbsp;1244–1245.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Glättungsmittel, welche die Reibung zwischen den Metallnadeln und der Faser beim Wirken und [[Stricken]] herabsetzen sollen, dienen emulgierte [[Weißöle]] und Paraffine. Bei der Vorbehandlung, zum Beispiel beim [[Entschlichten]], Waschen, [[Gasieren|Sengen/Gasieren]], Bleichen, [[Laugieren]], [[Karbonisieren (Textil)|Karbonisieren]] und [[Mercerisieren]], werden Enzyme, Tenside (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Fettalkoholsulfat]], [[Alkylsulfonat]], [[Alkylbenzolsulfonat]], [[Tetraalkylammoniumchlorid]], [[Alkylpolyglucosid]]), [[Alkalien]] in Form von [[Natronlauge]] (bei Baumwolle) oder [[Natriumhydroxid|Soda]] (bei Wolle), [[Komplexbildner]] zur Maskierung von Schwermetallionen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Pentanatriumtriphosphat]], [[Natriumnitrilotriacetat]], [[Natriumcitrat]], [[DTPMP]]), Stabilisatoren zur Unterdrückung von Nebenreaktionen beim Bleichen, [[Dispergator]]en und Bleichmittel (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Wasserstoffperoxid]], [[Persäure]]n, [[Natriumchlorit]]) eingesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;VCI&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Färben von Fasern und Textilien ==&lt;br /&gt;
Zur Färbung von Stoffen werden außer den [[Farbstoff]]en selbst auch Färbereihilfsmittel eingesetzt. Dazu gehören Farbstofflösemittel und [[hydrotrop]]e Mittel, die das Auflösen der Farbstoffe im Färbebad unterstützen (wasserlösliche [[Lösemittel]] wie [[Alkohole]] oder [[Ester]]), [[Dispergiermittel]] die in Wasser schwer lösliche und unlösliche Farbstoffe in der Schwebe halten und bilden bzw. Dispersionen stabilisieren (grenzflächenaktive Stoffe wie sulfitierte [[Fettsäureester]] und [[Fettsäureamide|-amide]], [[Alkylarylsulfonate]] und [[Fettsäureethoxylate]]), [[Schutzkolloid]]e die das Ausflocken der Dispersionen verhindern (u. a. [[Ligninsulfonat]]e und [[wasserlösliche Polymere]] wie zum Beispiel Polyacrylate), Netzmittel die die Grenzflächenspannung zwischen dem Textil und der Farbflotte herabsetzen (anionische Tenside eingesetzt wie [[Alkylsulfate]], [[Alkansulfonate]] sowie Salze der [[Sulfobernsteinsäure]] und der Phosphorsäure), [[Egalisiermittel]] zur gleichmäßigen Färbung (Fettsäureester und -amide, [[Alkylamine]] und deren ethoxylierte Varianten, Natriumsulfat&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hermann Rath&amp;quot; /&amp;gt;), Färbebeschleuniger für Polyester mit Dispersionsfarbstoffen und Wolle (schwer lösliche aromatische Kohlenwasserstoffe und [[Phthalsäureimide]]) und Nachbehandlungsmittel zur Verbesserung der die Reib-, Nass- oder Lichtechtheit der Farben ([[Quartäre Ammoniumverbindungen|quaternäre Ammoniumverbindungen]] und kationische [[Formaldehyd]]kondensationsprodukte). Beim Stoffdruck mit Druckpasten kommen auch Verdickungsmittel auf Basis von Stärke, [[Guar]], [[Tamarinde]] und deren Derivaten, [[Alginate]] (die Natriumsalze der Alginsäure), synthetische Polymere wie Polyacrylate, [[Methacrylsäure]]derivate, [[Maleinsäure]]derivate und Polyurethane zum Einsatz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;VCI&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Fasern unterschiedliche chemische und zudem differenzierte physikalische Eigenschaften besitzen, ist es nicht möglich, mit einem Farbstoff alle Faserarten zu färben. Deshalb kommen für jede Faserart unterschiedliche Färbeverfahren und Farbstoffe zum Einsatz, die an den späteren Verwendungszweck und auf den gewünschten Farbton angepasst sind. Wichtige Farbstoffe sind [[Küpenfarbstoffe]] zum Färben von Textilien auf Cellulosebasis wie [[Indigo]], Farbstoffe für die [[Beizenfärbung]] mit einer Vorbehandlung mit einer Lösung aus Metallsalzen ([[Chromsalze]]) und die Farbstoffe zur [[Entwicklungsfärbung]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hermann Rath&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hermann Rath |Titel=Lehrbuch der Textilchemie: einschl. der textil-chemischen Technologie |Verlag=Springer-Verlag |Ort= |Datum=2013 |ISBN=978-3-662-00064-9 |Seiten=321 |Online=[https://books.google.de/books?id=C9WEBwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA321 books.google.de]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einteilung der Farbstoffe geschieht teilweise auf Grund des Gehalts einer bestimmten [[chromophor]]en Gruppe (Beispiele sind Azofarbstoffe und Anthrachinonfarbstoffe), teils auf Grund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Grundverbindungsklasse oder dem natürlichen Ursprung (Beispiel sind Pilzfarbstoffe wie [[Arcyriafarbstoffe]] oder [[Dermocybenfarbstoffe]] und die Indigo-Farbstoffe). Teilweise werden sie auch nach dem Verhalten zur Faser und der anzuwendenden Färbetechnik bezeichnet (Beispiele sind basische oder kationische Farbstoffe, Beizenfarbstoffe, Dispersionsfarbstoffe, Entwicklungsfarbstoffe, Küpenfarbstoffe, [[Reaktivfärbung|Reaktivfarbstoffe]], [[Säurefarbstoffe]], Schwefelfarbstoffe, substantive Farbstoffe). Wichtige Farbstoffe sind damit [[Azofarbstoff]]e, [[Schwefelfarbstoff]]e, [[Diphenylmethanfarbstoff]]e, [[Thiazolfarbstoffe]], [[Triphenylmethanfarbstoff]]e, [[Nitrofarbstoff]]e, [[Anthrachinonfarbstoff]]e, [[Nitrosofarbstoffe]], Indigoide Farbstoffe, [[Chinolinfarbstoffe]], [[Indigosol]]e [[Acridinfarbstoffe]], [[Chinoniminfarbstoffe]], [[Cyanine|Cyaninfarbstoffe]] ([[Azine]], [[Oxazine]], [[Thiazine]]) und [[Phthalocyaninfarbstoffe]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hermann Rath&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Cellulosefasern kommen kationische (basische) Farbstoffe, substantive Farbstoffe, [[Diazotierungsfarbstoffe]], Schwefelfarbstoffe, [[Oxydationsfarbstoffe]], [[Beizenfarbstoffe]], Entwicklungsfarbstoffe, Küpenfarbstoffe ([[Indanthrene]]), Indigosole (Leukoküpenesterfarbstoffe), Reaktivfarbstoffe und [[Pigment]]farbstoffe zum Einsatz. Bei Protein- und Polyamidfasern werden kationische (basische) Farbstoffe, substantive Farbstoffe, anionische (saure) Farbstoffe, [[Chromkomplexfarbstoffe]], [[Chromierungsfarbstoffe]], Wollküpenfarbstoffe, Indigosole (Leukoküpenesterfarbstoffe) oder Reaktivfarbstoffe eingesetzt und bei Acetatfasern [[Dispersionsfarbstoffe]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hermann Rath&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einigen Färbeverfahren werden auch noch weitere Hilfsstoffe eingesetzt. So beschleunigt ein Säurezusatz und verzögert ein Salzzusatz bei Säurefarbstoffen das Aufziehen. Als [[Säure]] setzt man der [[Färbeflotte]] verdünnte [[Schwefelsäure]], [[Essigsäure]], [[Ameisensäure]], [[Weinsäure]] oder Natriumhydrogensulfat zu, als Salzzusatz kommt Natriumsulfat zur Anwendung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;roempp3&amp;quot;&amp;gt;{{RömppOnline |ID=RD-19-00092 |Name=Säurefarbstoffe |Abruf=2017-09-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausrüstung von Fasern und Textilien ==&lt;br /&gt;
Als Ausrüstung (auch [[Appretur]] genannt) werden alle Verfahren in der Textilveredelung bezeichnet, mit denen der Nutzen und die Attraktivität von Textilien erhöht werden. Bei der Ausrüstung mit Hilfe chemischer Verfahren kommt eine Reihe von Chemikalien zum Einsatz. So dient das Weichmachen der Erhöhung der Geschmeidigkeit von textilen Materialien, wobei Dispersionen von [[Fette]]n, [[Öle]]n, [[Wachs]]en, [[Paraffine]]n, Emulsionen von [[Silikonöle]]n und [[Polyethylen]]dispersionen zum Einsatz kommen. Beim Beschweren von Fasern (zum Beispiel von Seide) werden [[Metallsalze]] eingesetzt. Dem Füllen und Versteifen zum Beeinflussen des Griffs der Textilien (Beispiel [[Petticoat]]) dienen verschiedene Stärken und spezielle [[Kunstharz]]e (die auch zur Pflegeleicht-Ausrüstung eingesetzt werden) sowie [[Magnesiumsulfat]], [[Dextrin]] und [[Albumin]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=W. Bernard |Titel=Appretur der Textilien: Mechanische und Chemische Technologie der Ausrüstung |Verlag=Springer-Verlag |Datum=2013 |ISBN=978-3-642-92933-5 |Online={{Google Buch |BuchID=aKatBgAAQBAJ |Seite=278}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim [[Hydrophobieren]] bzw. [[Imprägnieren]], durch den der Stoff wasserabweisend wird, dem [[Oleophobieren]], durch den der Stoff fettabweisend wird und dem Soil-repellant, durch den der Stoff Schmutz abweisend wird, dienen wiederum [[Fluorcarbonharze]] und metallsalzhaltige Paraffinemulsionen. Das [[Hydrophilieren]] (wird zum Beispiel für Damenstrümpfe oder Miederwaren eingesetzt) macht synthetische Fasern saugfähiger und wird durch [[Polyacrylate]] und [[Polyamid]]derivate erreicht. Für die Verbesserung der Scheuer- und [[Abriebfestigkeit]] (zum Beispiel bei Bett- und Tischwäsche sowie anderen stark beanspruchten Textilien wie z.&amp;amp;nbsp;B. Teppichen) dienen [[Kieselsäure]]n und Kunstharze. Für die [[antistatisch]]e Ausrüstung von synthetischen Fasern vor allem Teppichen werden [[Phosphorsäureester]], [[Kaliumsalz]]e und niedermolekulare [[Carbonsäure]]n (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Kaliumformiat]]) eingesetzt. Bei Filzfrei-Ausrüstung, die Textilien aus Schurwolle oder wollreiche Mischungen waschmaschinenfest macht, werden wiederum Polyamid-Überzüge und [[Enzyme]] ([[Protease]]n) eingesetzt. Dem optischen Aufhellen und der Vermeidung von [[Vergilben]] bzw. [[Vergrauen]] von empfindlichen Textilien dienen [[Triazinylflavonate]] und [[Stilben]]derivate. Antimikrobielle Ausrüstung verhindert die Vermehrung von Mikroorganismen, was beispielsweise bei Markisen oder Zeltstoffen eingesetzt wird, wird häufig durch [[Tetraalkylammonium]]verbindungen erreicht. Dem Fraßschutz bzw. Repellent gegen [[Kleidermotte|Motten]] (das [[Wollsiegel]] zum Beispiel verlangt eine mottensichere Ausrüstung) oder [[Teppichkäfer]] dienen zum Beispiel [[Pyrethroide]], gegen Pilze [[Fungizid]]e. Die [[Pflegeleicht]]-Ausrüstung verändert Baumwoll- und Baumwollmischgewebe dahingehend, dass sie wasch- bzw. waschmaschinenfest, leicht zu bügeln, knitterarm, formstabil sind und schnell trocknen, wozu [[Vernetzung (Chemie)|Vernetzer]] wie zum Beispiel [[Dimethyloldihydroxyethylenharnstoff]] eingesetzt werden. Der flammhemmenden Ausrüstung dient die Behandlung mit [[halogen]]- oder phosphorhaltigen Hilfsmitteln oder [[Mineralsalz]]en, der Einsatz von [[Chlor]]- oder [[brom]]haltigen [[Flammschutzmittel]]n wie [[Hexabromcyclododecan]], [[Decabromdiphenylether]] und [[Chlorparaffine]], aber auch Mittel auf Basis von rotem [[Phosphor]] und [[Ammoniumpolyphosphat]]e. Beschichtet man Textilien mit [[Cyclodextrine]]n, können wiederum Gerüche gemindert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;VCI&amp;quot;&amp;gt;VCI: [https://www.vci.de/vci/downloads-vci/textilchemie-textheft.pdf Textilchemie]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Krumpfen|Krumpffreiausrüstung]] (verhindern von Schrumpfen, Einlaufen oder Eingehen) wird neben mechanischen und physikalischen Verfahren auch durch Einlagerung von Kunstharzen und früher auch durch Chlorung zwecks Vernetzung erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele für Textilchemikalien ==&lt;br /&gt;
=== Anorganische Textilchemikalien ===&lt;br /&gt;
Als Textilchemikalien werden eingesetzt:&amp;lt;ref name=&amp;quot;ABC Chemie2&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Brockhaus ABC Chemie&amp;#039;&amp;#039;, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S. 1391.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Natriumchlorid]], [[Natriumhydrogensulfat]] und [[Natriumsulfat]] beim Färben&lt;br /&gt;
* [[Magnesiumsulfat]] in der [[Appretur]]&lt;br /&gt;
* [[Natriumsulfid]] und [[Natriumdithionit]] als Reduktionsmittel für [[Küpenfarbstoff]]e und Schwefelfarbstoffe&lt;br /&gt;
* Aluminiumsalze für die Wasserdichtausrüstung&lt;br /&gt;
* [[Natriumchlorit]], [[Natriumhypochlorit]] und [[Wasserstoffperoxid]] in der Bleicherei&lt;br /&gt;
* [[Ammoniak]], [[Natronlauge]] und [[Schwefelsäure]] in Färbe- und Veredlungsprozessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Indigo plant extract sample.jpg|mini|Indigo, natürlich]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Indigo-Historische Farbstoffsammlung.jpg|mini|Indigo ([[Historische Farbstoffsammlung der TU Dresden]])]]&lt;br /&gt;
=== Organische Textilchemikalien ===&lt;br /&gt;
Organischen Säuren wie [[Ameisensäure]] und [[Essigsäure]] werden in Färbe- und Veredlungsprozessen eingesetzt. [[Monopolbrillantöl]] ist ein aus [[Rizinusöl]] durch [[Sulfatierung (Synthese)|Sulfatierung]] und [[Verseifung]]  gewonnenes flüssiges organisches [[Textilhilfsmittel]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;ABC Chemie1&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Brockhaus ABC Chemie&amp;#039;&amp;#039;, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S.&amp;amp;nbsp;905.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die meisten Textilfarbstoffe sind [[Organische Chemie|organischen  Chemikalien]], z. B. aus der Gruppe der [[Triphenylmethan]]-Farbstoffe. Weitere Farbstoffgruppen sind:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winnacker&amp;quot;&amp;gt;Winnacker, Küchler: &amp;#039;&amp;#039;Chemische Technologie&amp;#039;&amp;#039;  Band 7, &amp;#039;&amp;#039;Organische Technologie III&amp;#039;&amp;#039;  4. Auflage (Herausgeber: Heinz Harnisch, Rudolf Steiner, Karl Winnacker), dort Edwin Baier, Rudolf Dauter, Erwin Fleckenstein, Hermann Fuchs: &amp;#039;&amp;#039;Organische Farbstoffe und Pigmente&amp;#039;&amp;#039;, Carl Hanser Verlag München, Wien, 1986,  S. 1–83, siehe dort S. 22–49. ISBN 3-446-13186-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Indigoide Farbstoffe (z. B. [[Indigo]], ein [[Naturfarbstoff]], der auch synthetisch hergestellt werden kann)&lt;br /&gt;
* [[Anthrachinon]]-Derivate&lt;br /&gt;
* Anthrathrone, Pyranthrone und [[Violanthron]]e&lt;br /&gt;
* [[Perinon]]e&lt;br /&gt;
* [[Perylen]]e&lt;br /&gt;
* Schwefelfarbstoffe&lt;br /&gt;
* [[Xanthenfarbstoffe]]&lt;br /&gt;
* Azinfarbstoffe (z. B. [[Mauveine]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Gefahren ==&lt;br /&gt;
Rund 8000 Chemikalien kommen in der Produktion von Textilien zum Einsatz, die zum Teil giftig und krebserregend sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.umweltinstitut.org/fragen-und-antworten/bekleidung/baumwolle-verarbeitung.html |titel=Baumwolle Verarbeitung |werk=umweltinstitut.org |hrsg=[[Umweltinstitut München]] |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160603041850/http://www.umweltinstitut.org/fragen-und-antworten/bekleidung/baumwolle-verarbeitung.html |archiv-datum=2016-06-03 |abruf=2016-06-03 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Rita Kant |Titel=Textile dyeing industry an environmental hazard |Sammelwerk=Natural Science |Band=04 |Nummer=01 |Datum=2012 |Seiten=22–26 |DOI=10.4236/ns.2012.41004}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Produktionsstätten wurde auch eine deutlich erhöhte gesundheitsschädliche Exponierung der Mitarbeiter mit ebendiesen festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Franziska Heydebreck, Jianhui Tang, Zhiyong Xie, Ralf Ebinghaus |Titel=Emissions of Per- and Polyfluoroalkyl Substances in a Textile Manufacturing Plant in China and Their Relevance for Workers’ Exposure |Sammelwerk=Environmental Science &amp;amp; Technology |Band=50 |Nummer=19 |Datum=2016-10-04 |Seiten=10386–10396 |DOI=10.1021/acs.est.6b03213}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Textilhilfsmittel werden lediglich zur Produktion der Textilien eingesetzt und bereits während des Herstellungsprozesses wieder ab- bzw. herausgewaschen. Im Idealfall verbleiben lediglich die Ausrüstungschemikalien, sowie die Farbstoffe im Endprodukt, es wurde jedoch verbleibende Chemikalien aus dem Herstellungsprozess gefunden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=R. B. Chavan |Titel=Indian textile industry-Environmental issues |Sammelwerk=IJFTR |Band=Vol. 26 |Nummer=1–2 [March-June 2001] |Datum=2001-03 |Online=http://nopr.niscair.res.in/handle/123456789/24908 |Abruf=2020-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Verbraucherschützer raten deshalb von Kleidung ab, deren Pflegehinweise Sätze wie „Bitte separat waschen“ oder „Färbt ab“ enthalten. Denn dann verliert das Kleidungsstück auch beim Tragen Farbe, nicht nur beim Waschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textilien gehören in Deutschland zu den Bedarfsgegenständen, deren Herstellung, Vertrieb und Verkauf die [[Bedarfsgegenständeverordnung]] regelt. Sie verbietet Gegenstände herzustellen, zu behandeln oder zu vermarkten, sofern sie die Gesundheit schädigen, zum Beispiel wenn toxikologisch wirksame Stoffe darin enthalten sind. Für Textilien ist ausgeführt, das diese keine Azofarbstoffe enthalten dürfen, die in krebserzeugende aromatische Amine aufgespalten werden können. Von den etwa 3000 Azofarbstoffen sind etwa 120 von diesem Verbot betroffen. Azofarbstoffe können über die Haut in den Körper gelangen und sind dann gefährlich, wenn sie gespalten werden – dann können krebserregende aromatischen [[Amine]] entstehen; man kann sie weder riechen noch sehen. Eine Folge kann [[Harnblasenkrebs]] sein. Azofarbstoffe, die mindestens ein krebserregendes Amin enthalten, werden in der EU mittlerweile nicht mehr eingesetzt. Auch importierte Waren, z. B. aus China, dürfen nicht mehr mit diesen Chemikalien gefärbt sein. Stichproben sollen die Verbraucher schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fettlösliche Verbindungen wie Dioxine oder die [[Polychlorierte Biphenyle|polychlorierten Biphenyle]] (PCB) lagern sich im Körperfett ab und bleiben dort lange gespeichert. In Tests fanden sich in Kleidungsstücken immer wieder [[Pentachlorphenol]] (PCP). Dieser chlorierte Kohlenwasserstoff ist seit 1989 in Deutschland verboten, kommt aber in Indien, China, Frankreich oder den USA zum Einsatz – unter anderem, um Kleidungsstücke auf den langen Transportwegen vor [[Schimmelpilz|Schimmel]] zu schützen. PCP kann die sogenannte [[Chlorakne]] auslösen, Nerven schädigen und Krebs erregen. Vergiftungen äußern sich mit Kopfschmerzen, Schwindel und Fieber.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/vorsorge/risiko/tid-8327/von-elektrosmog-bis-feinstaub_aid_229589.html Textilchemikalien: Krebserregendes aus dem Kleiderschrank]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu beachten ist, dass auch natürliche Stoffe wie das in Rohseide vorkommende Seidenbastprotein [[Sericin]] in seltenen Fällen bei sensibilisierten Personen allergische Reaktionen auslösen können.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Werner Heppt, Harald Renz, Martin Röcken |Titel=Allergologie |Verlag=Springer-Verlag |Ort= |Datum=2013 |ISBN=978-3-662-05660-8 |Seiten=98 |Online=[https://books.google.de/books?id=5B-0BgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA98 books.google.de]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele früher verwendete Textilchemikalien sind heute in industrialisierten Ländern verboten; gleichwohl werden sie in Entwicklungsländern und Schwellenländern nach wie vor verwendet. [[Greenpeace]] begann im Juli 2011 die Kampagne [[Detox (Greenpeace)|Detox]], um Textilanbieter von der Anwendung solcher Chemikalien abzubringen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.greenpeace.org/international/en/campaigns/toxics/water/detox/ |titel=Detox |werk=greenpeace.org |hrsg=Greenpeace International |abruf=2016-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Große Firmen wie [[Puma (Sportartikelhersteller)|Puma]], [[Nike (Unternehmen)|Nike]], [[Adidas]], [[H&amp;amp;M]] und [[C&amp;amp;A]] haben auf Druck der Kampagne inzwischen [[Selbstverpflichtung]]en unterschrieben, bis 2020 auf gefährliche Stoffe zu verzichten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Simone Miller |url=https://www.greenpeace.de/themen/auch-ca-will-entgiften |titel=Auch C&amp;amp;A will entgiften |werk=greenpeace.de |hrsg=Greenpeace |datum=2011-11-22 |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160603041846/https://www.greenpeace.de/themen/auch-ca-will-entgiften |archiv-datum=2016-06-03 |abruf=2016-06-03 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* VCI ([[Verband der Chemischen Industrie]]): [http://fonds.vci.de/template_downloads/tmp_fonds.vci.de/119988FCI_Textilchemie_Textheft_20070301.pdf?DokNr=119988&amp;amp;p=111 Informationen (2007, PDF, 64 Seiten)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen]] (Schweiz):&lt;br /&gt;
** [https://web.archive.org/web/20160127040715/http://www.blv.admin.ch/themen/04678/04711/04751/ &amp;#039;&amp;#039;Textilchemikalien&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
** [https://web.archive.org/web/20160127040715/http://www.blv.admin.ch/themen/04678/04711/04751/index.html?lang=de&amp;amp;download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCFfHx3f2ym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A-- Chemikalien in Textilien]&lt;br /&gt;
** [https://web.archive.org/web/20160127040715/http://www.blv.admin.ch/themen/04678/04711/04751/index.html?lang=de&amp;amp;download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCFfHx3gGym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A-- Textilchemikalien-Datenbank]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* Textilhilfsmittel – [[Additiv]]&lt;br /&gt;
** [[Celluloseether]], [[Koch-Säuren]], [[Natriumcyanat]], [[Mangan(II)-acetat]], [[Cetylstearylalkohol]]&lt;br /&gt;
* [[Sensibilisierung (Medizin)]], [[Allergie]]&lt;br /&gt;
* [[Detox (Greenpeace)|Detox]], eine im Juli 2011 von Greenpeace begonnene Kampagne gegen Rückstände von Textilchemikalien in Kleidungsstücken und gegen die Vergiftung von Gewässern durch chinesische Textilfabriken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hilfsmittel (Textilveredelung)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chemikaliengruppe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Leyo</name></author>
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