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	<title>Textform - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-21T18:14:06Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Textform&amp;diff=137438&amp;oldid=prev</id>
		<title>193.111.217.36: /* Historische Entwicklung der Textform */  +wikilink</title>
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		<updated>2023-12-15T09:19:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Historische Entwicklung der Textform: &lt;/span&gt;  +wikilink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Textform&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist im deutschen [[Zivilrecht]] eine [[Form (Recht)|Form]] für [[Rechtsgeschäft]]e oder [[Erklärung]]en oder [[Information]]en im Zusammenhang mit Rechtsgeschäften, die lesbar und auf einem dauerhaften [[Datenträger]] abzugeben ist und in der die Person des Erklärenden genannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Zur [[Vertragsfreiheit]] gehört auch der Grundsatz der &amp;#039;&amp;#039;Formfreiheit&amp;#039;&amp;#039;, der die Abgabe von [[Willenserklärung]]en und den Abschluss von Rechtsgeschäften ohne Einhaltung einer bestimmten Form ermöglicht. Deshalb sind auch [[Gesprochene Sprache|mündlich]], durch [[Gebärdensprache]] ([[Handschlag]], [[Kopfnicken]]) und sogar [[Schweigen (Recht)|stillschweigend]] abgeschlossene [[Vertrag|Verträge]] allgemein wirksam. Diese generelle Formfreiheit erleichtert und beschleunigt den Rechtsverkehr insbesondere bei Massengeschäften des Alltags (etwa [[Kaufvertrag|Kauf]] im [[Supermarkt]]). Dies gilt jedoch nicht, falls das Gesetz für ein Rechtsgeschäft eine bestimmte Form vorschreibt ({{§|125|BGB|juris}} Satz 1 [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]] – gesetzliche Form) oder die [[Vertragspartei]]en eines Rechtsgeschäfts eine bestimmte Form vereinbaren ({{§|127|BGB|juris}} BGB in Verbindung mit § 125 Satz 2 BGB – vereinbarte Form).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gesetzgeber musste die bisherigen „klassischen“ Formarten wie beispielsweise die [[Schriftform]] durch Formarten ergänzen, die sich aus der Verbreitung des [[Internet]]s als modernes [[Kommunikationsmittel]] ergaben. Aus diesem Grunde wurde im Juli 2001 die bisherige Schriftform ergänzt durch die [[elektronische Form]] und die Textform. Letztere stellt die einfachste der gesetzlich geregelten Formen im deutschen Zivilrecht dar.&amp;lt;ref&amp;gt;{{BT-Drs|14|4987}} vom 14. Dezember 2000, &amp;#039;&amp;#039;Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung der Formvorschriften des Privatrechts und anderer Vorschriften an den modernen Rechtsgeschäftsverkehr&amp;#039;&amp;#039;, S. 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie kann daher durch eine „höherwertige“ Form ersetzt werden. Kennzeichen der Textform ist die Fixierung einer Mitteilung oder Erklärung in lesbare [[Schriftzeichen]]. Mit dem Verzicht auf die eigenhändige [[Unterschrift]] und das [[Urkunde]]nerfordernis und damit auf die Bindung an das [[Schriftstück]] ergeben sich alle nicht-mündlichen Möglichkeiten für das Medium zur Vorlage der Erklärung und zur Art ihrer Übermittlung. Die Textform ist für solche bislang der strengen Schriftform unterliegenden Fälle vorgesehen, in denen das Erfordernis einer eigenhändigen Unterschrift unangemessen und verkehrserschwerend ist.&amp;lt;ref&amp;gt;BT-Drs. 14/4987 vom 14. Dezember 2000, &amp;#039;&amp;#039;Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung der Formvorschriften des Privatrechts und anderer Vorschriften an den modernen Rechtsgeschäftsverkehr&amp;#039;&amp;#039;, S. 18&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsfragen ==&lt;br /&gt;
[[Rechtsgrundlage]] für die Textform ist {{§|126b|bgb|juris}} BGB. Danach muss eine lesbare Erklärung, in der die Person des Erklärenden genannt ist, auf einem dauerhaften Datenträger abgegeben werden. Eine Erklärung ist lesbar, wenn der Empfänger sie auf Papier oder wie auf Papier lesen kann oder eine elektronische Erklärung über ein Anzeigeprogramm lesbar ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Otto Palandt]]/Jürgen Ellenberger, &amp;#039;&amp;#039;[[Grüneberg (Gesetzeskommentar)|BGB-Kommentar]]&amp;#039;&amp;#039;, 73. Auflage, 2014, § 126b Rn. 7; MüKoBGB/Dorothee Einsele, &amp;#039;&amp;#039;Kommentar BGB&amp;#039;&amp;#039;, 8. Aufl. 2018, § 126b Rn. 8&amp;lt;/ref&amp;gt; Es muss sich um Schriftzeichen handeln, die auf dauerhaften Datenträgern gespeichert sind. Zur Dauerhaftigkeit genügt, wenn die Erklärung vom Empfänger solange aufbewahrt oder gespeichert werden kann, dass sie während eines für ihren Zweck angemessenen Zeitraums zugänglich und geeignet ist, die Erklärung unverändert wiederzugeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=IoOjBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA84&amp;amp;dq=textform+bgb&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiCre-L5o3mAhWBa1AKHZSyAlMQ6AEISDAE#v=onepage&amp;amp;q=textform%20bgb&amp;amp;f=false Achim Bönninghaus, &amp;#039;&amp;#039;BGB Allgemeiner Teil II&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S. 84]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Erklärende muss lediglich genannt sein, eine Unterschrift ist – anders als bei der Schriftform – nicht erforderlich.&amp;lt;ref&amp;gt;MüKoBGB/Dorothee Einsele, &amp;#039;&amp;#039;Kommentar BGB&amp;#039;&amp;#039;, 8. Aufl. 2018, § 126b Rn. 8 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bedingungen erfüllen unter anderem maschinell erstellte [[Brief]]e, [[Telefax|Computerfax]], gespeicherte [[E-Mail]], [[SMS]], [[Telefax]] oder [[Telegramm]] und elektronische [[Speichermedien]] wie [[CD-ROM]], [[DVD]], [[Festplattenlaufwerk]], [[Speicherkarte]] oder [[USB-Stick]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Erwägungsgrund 23 der [[Richtlinie 2011/83/EU (Verbraucherrechte-Richtlinie)]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Hauptzwecke der Textform sind die Information des Empfängers über die Erklärung und deren Dokumentation, um Zweifel über ihre Abgabe auszuräumen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=-IUhBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA170&amp;amp;dq=textform+bgb&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiCre-L5o3mAhWBa1AKHZSyAlMQ6AEINzAC#v=onepage&amp;amp;q=textform%20bgb&amp;amp;f=false Burkhard Boemke/Bernhard Ulrici, &amp;#039;&amp;#039;BGB Allgemeiner Teil&amp;#039;&amp;#039;, 2009, S. 170]&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb ist die Textform nicht eingehalten, wenn die Erklärung lediglich auf einer [[Internetseite]] angezeigt wird und nicht durch [[Download]] heruntergeladen werden kann, weil sie dem Empfänger nicht in Textform zugegangen ist und es an einer [[Reproduzierbarkeit]] fehlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Historische Entwicklung der Textform ===&lt;br /&gt;
Die Textform wurde zusammen mit der [[Elektronische Form|elektronischen Form]] durch das &amp;#039;&amp;#039;Gesetz zur Anpassung der Formvorschriften des Privatrechts und anderer Vorschriften an den modernen Rechtsgeschäftsverkehr&amp;#039;&amp;#039; vom 13. Juli 2001&amp;lt;ref&amp;gt;BGBl. I S. 1542, PDF, geschützt&amp;lt;/ref&amp;gt; in das BGB eingeführt. Mit {{Art.|1|2013+I+3642|buzer}} Nr. 3 des &amp;#039;&amp;#039;Gesetzes zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie und zur Änderung des Gesetzes zur Regelung der Wohnungsvermittlung&amp;#039;&amp;#039; vom 20. September 2013&amp;lt;ref&amp;gt;BGBl. I S. 3642, PDF, geschützt&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde die Definition der Textform in {{§|126b|BGB 13.06.2014|buzer}} BGB n.F. an den Wortlaut der [[Richtlinie 2011/83/EU (Verbraucherrechte-Richtlinie)|Richtlinie 2011/83/EU]] angeglichen, ohne dass damit eine inhaltliche Änderung beabsichtigt war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{BT-Drs|17|12637}} vom 14. Dezember 2000, &amp;#039;&amp;#039;Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung der Formvorschriften des Privatrechts und anderer Vorschriften an den modernen Rechtsgeschäftsverkehr&amp;#039;&amp;#039;, S. 44&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Textform bezieht sich nun auf den in mehreren EU-Richtlinien verwendeten Begriff des „dauerhaften Datenträgers“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Funktion der Textform ===&lt;br /&gt;
Die Textform dient im Wesentlichen der dauerhaften Übermittlung von Informationen an den Empfänger.&amp;lt;ref&amp;gt;MüKoBGB/Dorothee Einsele, &amp;#039;&amp;#039;Kommentar BGB&amp;#039;&amp;#039;, 8. Aufl. 2018, § 126b Rn. 1; Othmar Jauernig/Heinz-Peter Mansel, &amp;#039;&amp;#039;BGB-Kommentar&amp;#039;&amp;#039;, 17. Aufl. 2018, § 126b Rn. 1&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Aufgabe ist deshalb der Schutz des Interesses des Empfängers an einer sorgfältigen Information (&amp;#039;&amp;#039;Informationsfunktion&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Otto Palandt/Helmut Heinrichs, &amp;#039;&amp;#039;BGB-Kommentar&amp;#039;&amp;#039;, 78. Aufl., 2019, § 126b Rn. 1, ISBN 978-3-406-72500-5&amp;lt;/ref&amp;gt; und, anders als bei dem gesprochenen, flüchtigen Wort, an der Dauerhaftigkeit dieser Information (&amp;#039;&amp;#039;Perpetuierungs- oder Dokumentationsfunktion&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;BT-Drs. 14/4987 vom 14. Dezember 2000, &amp;#039;&amp;#039;Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung der Formvorschriften des Privatrechts und anderer Vorschriften an den modernen Rechtsgeschäftsverkehr&amp;#039;&amp;#039;, S. 19; MüKoBGB/Dorothee Einsele, &amp;#039;&amp;#039;BGB-Kommentar&amp;#039;&amp;#039;, 8. Aufl. 2018, § 126b Rn. 9&amp;lt;/ref&amp;gt; Die sonstigen klassischen &amp;#039;&amp;#039;Formfunktionen des Zivilrechts&amp;#039;&amp;#039; (Warn-, Beweis- und Identitätsfunktion)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; treten demgegenüber in den Hintergrund.&amp;lt;ref&amp;gt;BT-Drs. 14/4987 vom 14. Dezember 2000, &amp;#039;&amp;#039;Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung der Formvorschriften des Privatrechts und anderer Vorschriften an den modernen Rechtsgeschäftsverkehr&amp;#039;&amp;#039;, S. 18 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==  &lt;br /&gt;
Die Textform ist in vielen [[Rechtsgebiet]]en vorgesehen, insbesondere im:&lt;br /&gt;
* [[Zivilrecht]]: In Textform abgefasst werden dürfen unter anderem die Ausübung des [[Widerruf (Recht)|Verbraucherwiderrufsrechts]] ({{§|355|bgb|juris}} Abs. 1 BGB), [[Garantie]]erklärung beim [[Verbrauchsgüterkauf]] ({{§|479|bgb|juris}} Abs. 2 BGB), [[Widerrufsbelehrung]] bei [[Wohnrecht]]everträgen ({{§|482a|bgb|juris}} BGB), [[Ratenlieferungsvertrag]] ({{§|510|bgb|juris}} Abs. 2 BGB), [[Mieterhöhung]] ({{§|558a|bgb|juris}} BGB, {{§|560|BGB|juris}} Abs. 1 BGB), Mitteilung an [[Arbeitnehmer]] über den [[Betriebsübergang (Deutschland)|Betriebsübergang]] ({{§|613a|bgb|juris}} Abs. 5 BGB) oder der [[Verbraucherdarlehensvertrag]] ({{§|655b|bgb|juris}} BGB). &lt;br /&gt;
* [[Arbeitsrecht (Deutschland)|Arbeitsrecht]]: Die [[Entgeltabrechnung]] ist nach {{§|108|gewo|juris}} Abs. 1 [[Gewerbeordnung (Deutschland)|GewO]] in Textform zu erteilen. Der Antrag auf Brückenteilzeit gem. § 9a TzBfG bedarf der Textform.&lt;br /&gt;
* [[Bankwesen]]: [[Kreditinstitut]]e müssen [[Nichtbank]]en vor Aufnahme der [[Bankverbindung]] über die [[Einlagensicherung]] und deren Höhe in Textform unterrichten ({{§|23a|kredwg|juris}} Abs. 1 [[Kreditwesengesetz|KWG]]). Im [[Kapitalanlagegesetzbuch]] (KAGB) sehen {{§|125|kagb|juris|text=125}} Abs. 3 Nr. 1 KAGB, {{§|150|kagb|juris|text=150}} Abs. 3 Nr. 1 KAGB Einladungen zur Gesellschafterversammlung sowie {{§|305|kagb|juris}} Abs. 8 Satz 2 KAGB den Widerruf einer auf den Kauf von Anteilen gerichteten [[Willenserklärung]] in Textform vor.&lt;br /&gt;
* [[Gesellschaftsrecht (Deutschland)|Gesellschaftsrecht]]: [[Vollmacht]]en zur Ausübung des [[Stimmrecht]]s durch Dritte auf [[Hauptversammlung]]en der [[Aktiengesellschaft]] ({{§|143|aktg|juris}} Abs. 3 [[Aktiengesetz (Deutschland)|AktG]]) oder bei der [[Abstimmung]] in der [[Gesellschafterversammlung]] der [[Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Deutschland)|GmbH]] ({{§|47|gmbhg|juris}} Abs. 3 [[Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung|GmbHG]], {{§|48|GmbHG|juris}} Abs. 2 GmbHG) bedürfen der Textform.&lt;br /&gt;
* [[Handelsrecht (Deutschland)|Handelsrecht]]: Außerhalb des [[Verbraucherschutz]]es gibt es Textformerfordernisse wie z.&amp;amp;nbsp;B. {{§|410|HGB|juris}} Abs. 1 [[Handelsgesetzbuch|HGB]] oder {{§|438|HGB|juris}} Abs. 4 HGB.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Adolf Baumbach]]/[[Klaus J. Hopt]]/Hanno Merkt, &amp;#039;&amp;#039;Kommentar HGB&amp;#039;&amp;#039;, 38. Aufl. 2018, § 438 Rn. 3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Telekommunikation]]: Anfrage nach einem [[Einzelverbindungsnachweis]] ({{§|99|TKG 2004|buzer}} Abs. 1 [[Telekommunikationsgesetz (Deutschland)|TKG]]).  &lt;br /&gt;
* [[Versicherungswesen]]: [[Versicherungsschein]] ({{§|3|vvg_2008|juris}} [[Versicherungsvertragsgesetz (Deutschland)|VVG]]) oder [[Beratung]] durch den [[Versicherer]] ({{§|6|vvg_2008|juris}} VVG), [[Widerrufsrecht]] des [[Versicherungsnehmer]]s ({{§|8|vvg_2008|juris}} Abs. 1 VVG) oder [[Schuldnerverzug (Deutschland)|Zahlungsverzug]] von [[Versicherungsprämie]]n ({{§|37,38|VVG|buzer|text=§§&amp;amp;nbsp;37 und 38}} VVG).&lt;br /&gt;
Im [[Zivilprozessrecht (Deutschland)|Zivilprozess]] berücksichtigt {{§|371|zpo|juris}} Abs. 1 [[Zivilprozessordnung (Deutschland)|ZPO]] elektronische Dokumente beim [[Augenschein]]beweis. Die Textform genießt strafrechtlichen Schutz vor [[Fälschung beweiserheblicher Daten]] gemäß {{§|269|stgb|juris}} [[Strafgesetzbuch (Deutschland)|StGB]].&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Informationen auf Internetseiten als Textform ==&lt;br /&gt;
In der [[Rechtswissenschaft]] und [[Rechtsprechung]] ist umstritten, ob auch Mitteilungen bzw. &amp;#039;&amp;#039;Informationen auf [[Webseite]]n&amp;#039;&amp;#039; den Erfordernissen der Textform gerecht werden können. Dieses Problem stellt sich zwar dann nicht, wenn der Verbraucher die Information heruntergeladen hat. Allerdings wird der Verwender der Information dies im Streitfalle regelmäßig nicht beweisen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So entschied der [[Europäischer Gerichtshof|EuGH]], dass das bloße Einstellen einer [[Widerrufsbelehrung]] auf einer Webseite nicht mit Art. 5 Abs. 1 der [[Richtlinie 97/7/EG (Fernabsatzrichtlinie)|Richtlinie 97/7/EG]] vereinbar sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Art. 5 Abs. 1 der Richtlinie 97/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 1997 über den Verbraucherschutz bei Vertragsabschlüssen im Fernabsatz (ABIEG Nr. L 144 v 4. 6. 1997, S. 19)&amp;lt;/ref&amp;gt; Es erfolge dadurch weder eine „Erteilung“ der Widerrufsbelehrung durch den [[Unternehmer]] noch ein „Erhalt“ auf Seiten des Verbrauchers.&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 5. Juli 2002. Az.: C-49/11 (Content Services Ltd/Bundesarbeitskammer), Rz. 37&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem sei eine Webseite nicht als „dauerhafter Datenträger“ im Sinne des Art. 5 Abs. 1 97/7/EG geeignet.&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 5. Juli 2002, Az.: C-49/11 (Content Services Ltd/Bundesarbeitskammer), Rz. 51&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Bundesgerichtshof]] (BGH) verlangt dementsprechend, dass die Widerrufsbelehrung in einer zur dauerhaften Wiedergabe in Schriftzeichen geeigneten Weise übermittelt werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH, Urteil vom 29. April 2010, Az.:  I ZR 66/08 = {{Rspr|NJW 2010, 3566}}, 3567; Rz. 19; BGH, Urteil vom 15. Mai 2014, Az.: III ZR 368/13 = {{Rspr|NJW 2014, 2857}}, Rz. 19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das [[Kammergericht Berlin]] urteilte schon vorher über einen Fall, in dem die Widerrufsbelehrung lediglich in das Internet eingestellt, dem Empfänger aber nicht (beispielsweise per [[E-Mail]]) übermittelt worden sei.&amp;lt;ref&amp;gt;KG Berlin, Beschluss vom 18. Juli 2006, Az.: 5 W 156/06 (&amp;quot;Langtext&amp;quot;); siehe auch den entsprechenden Kurztext zum Beschluss vom 18. Juli 2006&amp;lt;/ref&amp;gt; In solchen Fällen sei demzufolge die Textform nach {{§|126b|BGB|juris}} BGB nur gewahrt, wenn es tatsächlich zur [[Perpetuierung]] der Erklärung beim abrufenden Verbraucher (durch Ausdruck der Seite oder Abspeicherung auf der eigenen Festplatte) komme.&amp;lt;ref&amp;gt;KG Berlin, Beschluss vom 18. Juli 2006, Az.: 5 W 156/06, Rn. 28&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Ansicht entspricht auch der wohl [[Herrschende Meinung|herrschenden Meinung]] in der Rechtswissenschaft&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Palandt/Jürgen Ellenberger, &amp;#039;&amp;#039;BGB-Kommentar&amp;#039;&amp;#039;, 73. Auflage, 2014, § 126 Rn. 3&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Begründung im Gesetzgebungsverfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;BT-Drs. 14/4987 vom 14. Dezember 2000, &amp;#039;&amp;#039;Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung der Formvorschriften des Privatrechts und anderer Vorschriften an den modernen Rechtsgeschäftsverkehr&amp;#039;&amp;#039;, S. 40: &amp;quot;Der Unternehmer soll bei dieser Vertriebsform dem Verbraucher zweckmäßigerweise die notwendigen Informationen auch per E-Mail oder in einer ähnlichen Weise per Datenfernübertragung zuleiten können, wenn sichergestellt ist, dass sie dem Verbraucher in einer ausreichend „dauerhaften“ Form zugehen. […] Gleichfalls kann der Abruf und das „Herunterladen“ (Downloaden) der Informationen aus dem World Wide Web (WWW) des Internets ausreichen, wenn der Verbraucher die Informationen bei sich auf einem dauerhaften Datenträger (z. B. der Festplatte) abspeichert oder ausdruckt.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Änderung des {{§|355|BGB 13.06.2014|buzer}} BGB im Jahr 2014&amp;lt;ref&amp;gt;{{§§|Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie und zur Änderung des Gesetzes zur Regelung der Wohnungsvermittlung|buzer}} vom 13. Juni 2014 (BGBl. I S. 3648)&amp;lt;/ref&amp;gt; ist das Wort „Textform“ im Rahmen von Verbraucherverträgen nicht mehr erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;MüKoBGB/Christiane Wendehorst, &amp;#039;&amp;#039;BGB-Kommentar&amp;#039;&amp;#039;, 8. Aufl. 2019, § 312a Rn. 41; Christiane Wendehorst, &amp;#039;&amp;#039;Das neue Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie&amp;#039;&amp;#039;, NJW 2014, S. 583&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Unternehmer ist jedoch weiterhin verpflichtet, dem Verbraucher die Widerrufsbelehrung – etwa in Gestalt der {{§§|bgbeg|juris|seite=art_253anlage_1.html|text=Musterwiderrufsbelehrung aus Anlage 1 des EGBGB}} – in einer dauerhaften Form, sprich in Textform, zur Verfügung zu stellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Art. 246a § 2 Abs. 2 Satz 1, § 4 EGBGB; BT-Drs. 14/4987 vom 14. Dezember 2000, &amp;#039;&amp;#039;Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung der Formvorschriften des Privatrechts und anderer Vorschriften an den modernen Rechtsgeschäftsverkehr&amp;#039;&amp;#039;, S. 60; MüKoBGB/Dorothee Einsele, &amp;#039;&amp;#039;BGB-Kommentar&amp;#039;&amp;#039;, 8. Aufl. 2018, § 126b Rn. 4; MüKoBGB/Christiane Wendehorst, &amp;#039;&amp;#039;BGB-Kommentar&amp;#039;&amp;#039;, 8. Aufl. 2019, § 312d Rn. 41&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kündigung von Onlineverträgen durch E-Mail ==&lt;br /&gt;
Die Kündigung von Onlineverträgen durch Textform per [[E-Mail]] hat der BGH für zulässig erachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH, Urteil vom 14. Juli 2016, Az.: III ZR 387/15 = {{Rspr|NJW 2016, 28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine [[Allgemeine Geschäftsbedingungen (Deutschland)|AGB]]-Klausel, die eine Kündigung nur in Schriftform erlaube, stelle eine unangemessene Benachteiligung des Vertragspartners im Sinne des {{§|307|BGB|juris}} Abs. 1 Satz 1 BGB dar, weil dem besonderen Zustandekommen des Vertrages über das Internet und der ausschließlich digital ausgestalteten Vertragsbeziehung nicht ausreichend Rechnung getragen werde. Damit würden die Belange des Verbrauchers nicht umfassend gewürdigt.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH, Urteil vom 14. Juli 2016, Az.: III ZR 387/15, Rz. 9 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Verbraucher könne aufgrund der besonderen [[Vertragsgestaltung]] davon ausgehen, alle Erklärungen digital (beispielsweise per E-Mail) abgeben zu können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BGH ZR 387/15 Rz. 11&amp;quot;&amp;gt;BGH, Urteil vom 14. Juli 2016, Az.: III ZR 387/15, Rz. 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus diesem Grund müssten für die Vertragsbeendigung dieselben elektronischen Möglichkeiten und Formen zugelassen werden wie für die Vertragsbegründung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BGH ZR 387/15 Rz. 11&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Änderung des {{§|309|BGB 01.10.2016|buzer}} Nr. 13b BGB am 1. Oktober 2016 durch {{Art.|1|2016+I+233|buzer}} des &amp;#039;&amp;#039;Gesetzes zur Verbesserung der zivilrechtlichen Durchsetzung von verbraucherschützenden Vorschriften des Datenschutzrechts&amp;#039;&amp;#039; kann eine strengere Form als die Textform in [[Allgemeine Geschäftsbedingungen (Deutschland)|AGB]]-Klauseln für Anzeigen oder Erklärungen, die dem Verwender oder einem Dritten gegenüber abzugeben sind, nicht mehr verlangt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;{{§§|Gesetz zur Verbesserung der zivilrechtlichen Durchsetzung von verbraucherschützenden Vorschriften des Datenschutzrechts|buzer}} vom 17. Februar 2016&amp;#039;&amp;#039;, BGBl. I S. 233; Begründung zum Regierungsentwurf, Bundestags-Drucksache 18/4631, S. 2&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch sollen die Verbraucher geschützt werden, indem ihnen die Vertragsbeendigung nicht unnötig erschwert wird und einfach festgestellt werden kann, wie die vereinbarte Form zu erfüllen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{BT-Drs|18|4631}}, &amp;#039;&amp;#039;Begründung zum Regierungsentwurf&amp;#039;&amp;#039;, S. 1 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grenzen der Textform ==&lt;br /&gt;
Die Textform eignet sich nicht für Fälle, in denen einer Erklärung eine hohe Warn- oder Beweisfunktion zukommen soll.&amp;lt;ref&amp;gt;BT-Drs. 14/4987 vom 14. Dezember 2000, &amp;#039;&amp;#039;Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung der Formvorschriften des Privatrechts und anderer Vorschriften an den modernen Rechtsgeschäftsverkehr&amp;#039;&amp;#039;, S. 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Als schwächste Form erfüllt sie diese Voraussetzungen nicht, so dass hierfür die Textform durch „höherwertige“ Formen ersetzt werden muss. Das sind die elektronische Form ({{§|126a|bgb|juris}} BGB) oder Schriftform ({{§|126|bgb|juris}} BGB) oder noch höherwertige Formen. Wird die Textform gewählt und ist sie gesetzlich nicht zulässig, so ist das Rechtsgeschäft wegen [[Formmangel]]s [[Unwirksamkeit|nichtig]] ({{§|125|bgb|juris}} BGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Rechtsfolge]], wenn die Textform nicht beachtet wurde, hängt vom jeweiligen Zweck im Einzelfall der Vorschrift ab. Erklärt beispielsweise ein Verbraucher im Rahmen des {{§|356a|BGB|juris}} Abs. 1 BGB den Widerruf eines Teilzeit-Wohnrechtevertrags nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Textform, so hat er nicht wirksam widerrufen und verliert mit Ablauf der Widerrufsfrist sein [[Widerruf (Recht)|Widerrufsrecht]].&amp;lt;ref&amp;gt;MüKoBGB/Jörg Fritsche, &amp;#039;&amp;#039;BGB-Kommentar&amp;#039;&amp;#039;, 8. Aufl. 2019, § 355 Rn. 48&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, Band 1, 8. Aufl., Verlag C. H. Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-72601-9.&lt;br /&gt;
* Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, Band 3, 8. Aufl., Verlag C. H. Beck, München 2019, ISBN 978-3-406-72603-3.&lt;br /&gt;
* Jauernig, Bürgerliches Gesetzbuch, Kommentar, 17. Aufl., Verlag C. H. Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-71269-2.&lt;br /&gt;
* Palandt, Bürgerliches Gesetzbuch, 78. Aufl., Verlag C. H. Beck, München 2019, ISBN 978-3-406-72500-5.&lt;br /&gt;
* Erik Hahn, &amp;#039;&amp;#039;Die Mitteilung in Textform nach § 312c II 1 BGB – Ist eine Bereitstellung auf der Homepage des Unternehmers wirklich ausreichend?&amp;#039;&amp;#039;, JurPC Web-Dok. 132/2008, Abs. 1 - 20&lt;br /&gt;
* Christiane Wendehorst, &amp;#039;&amp;#039;Das neue Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie&amp;#039;&amp;#039;, NJW 2014, S. 577 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Allgemeiner Teil des Bürgerlichen Rechts (Deutschland)]]&lt;/div&gt;</summary>
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