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	<title>Tetraktys - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T16:21:56Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Meier89: /* Literatur */</title>
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		<updated>2024-08-12T15:42:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tetraktys&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Altgriechische Sprache|griechisch]] τετρακτύς &amp;#039;&amp;#039;tetraktýs&amp;#039;&amp;#039; „Vierheit“ oder „Vierergruppe“) ist ein Begriff aus der Zahlenlehre der antiken [[Pythagoreer]]. Er spielte in der pythagoreischen [[Kosmologie]] und Musiktheorie eine zentrale Rolle, da man in der Tetraktys den Schlüssel zum Verständnis der Weltharmonie sah. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antike Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Als Tetraktys bezeichneten die Pythagoreer die Gesamtheit der Zahlen 1, 2, 3 und 4, deren Summe 10 ergibt. Da die [[Zehn]] ([[Altgriechische Sprache|griechisch]] δεκάς &amp;#039;&amp;#039;dekás&amp;#039;&amp;#039; „Zehnzahl“, „Zehnergruppe“) die Summe der ersten vier Zahlen ist, nahm man an, dass die Vierheit die Zehn „erzeugt“. Der Zehn kam schon durch den Umstand, dass sie bei Griechen und „Barbaren“ (Nichtgriechen) gleichermaßen als Grundzahl des [[Dezimalsystem]]s diente, eine herausgehobene Rolle zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Burkert: &amp;#039;&amp;#039;Weisheit und Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;. Nürnberg 1962, S. 64.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von den Pythagoreern wurde die Zehn überdies, wie [[Aristoteles]] berichtet, wegen ihres Zusammenhangs mit der Tetraktys als „etwas Vollkommenes“ betrachtet, das „das ganze Wesen der Zahlen umfasst“.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &amp;#039;&amp;#039;[[Metaphysik (Aristoteles)|Metaphysik]]&amp;#039;&amp;#039; 986a8–10.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daher wurde die Zehn auch „heilige Zahl“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Bartel Leendert van der Waerden: &amp;#039;&amp;#039;Die Pythagoreer&amp;#039;&amp;#039;. Zürich 1979, S. 457f.&amp;lt;/ref&amp;gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die pythagoreische Kosmologie ging von der Annahme aus, dass der Kosmos nach mathematischen Regeln harmonisch geordnet ist. In dieser Weltdeutung war die Tetraktys ein Schlüsselbegriff, da sie die universelle Harmonie ausdrückte. Daher nahmen manche Pythagoreer an, dass es zehn bewegte Himmelskörper geben müsse, obwohl nur neun sichtbar waren – eine Spekulation, die ihnen Aristoteles verübelte.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles: &amp;#039;&amp;#039;Metaphysik&amp;#039;&amp;#039; 986a10–15.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entdeckung der Weltharmonie wurde [[Pythagoras von Samos]], dem Begründer der pythagoreischen Tradition, zugeschrieben. Daher gab es bei den Pythagoreern eine Eidesformel, die lautete:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nein, bei dem, der unserer Seele die Tetraktys übergeben hat, welche die Quelle und Wurzel der ewig strömenden Natur enthält.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit demjenigen, der die Tetraktys übergab, war Pythagoras gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den „[[Goldene Verse|Goldenen Versen]]“ &amp;#039;&amp;#039;(carmen aureum)&amp;#039;&amp;#039;, einem in der Antike und dann erneut in der Renaissance populären Gedicht, das die pythagoreischen Lehren zusammenfasste, steht eine etwas abweichende Fassung der Formel (Verse 47 und 48):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ja, bei dem, der unserer Seele die Tetraktys übergeben hat, Quelle der ewig strömenden Natur.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Tetractys.svg|mini|Tetraktys als gleichseitiges Dreieck – geometrische Repräsentation der vierten [[Dreieckszahl]].]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tetraktys wurde mit Zählsteinen &amp;#039;&amp;#039;(psēphoi)&amp;#039;&amp;#039; ausgedrückt, indem die vier Zahlen in Form eines [[Gleichseitiges Dreieck|gleichseitigen Dreiecks]] übereinander angeordnet wurden. Auch hierin lag eine Symbolik, da das gleichseitige Dreieck als eine vollkommene Figur galt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Musik stellten die Pythagoreer fest, dass die harmonischen Grundkonsonanzen [[Quarte]], [[Quinte]] und [[Oktave]], denen die Zahlenverhältnisse 4:3 (= 8:6), 3:2 (= 9:6) und 2:1 (= 12:6) zugeordnet wurden, mit den vier Zahlen der Tetraktys ausgedrückt werden können, ebenso wie auch zwei weitere Intervalle: die aus Oktave und Quinte bestehende [[Duodezime]] (3:1) und die Doppeloktave (4:1). Nur diese fünf Intervalle wurden als symphon anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Leonid Zhmud]]: &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaft, Philosophie und Religion im frühen Pythagoreismus&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1997, S. 184f. Eine der Hauptquellen ist [[Sextus Empiricus]], &amp;#039;&amp;#039;Adversus Mathematicos&amp;#039;&amp;#039; 4, 2–9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Undezime]] (8:3), die nicht in den Rahmen der Tetraktys passt, wurde also aufgrund einer theoretischen Überlegung von den konsonanten Intervallen ausgeschlossen, obwohl sie als konsonant oder zumindest nicht als dissonant wahrgenommen wird. Die Theorie der Tetraktys hatte Vorrang gegenüber der sinnlichen Wahrnehmung. Diese Vorgehensweise wurde von dem empirisch denkenden Musiktheoretiker [[Claudius Ptolemäus|Ptolemaios]] kritisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Gruppe der Zahlen eins bis vier gab es bei den Pythagoreern noch andere bedeutsame Vierergruppen von Zahlen, die ebenfalls Tetraktys genannt wurden. In der Musiktheorie war – wie auch in der Legende von [[Pythagoras in der Schmiede]] überliefert ist – die Gruppe 6, 8, 9, 12 besonders wichtig, da diese Zahlen den unveränderlichen Saiten der [[Lyra (Zupfinstrument)|Lyra]] (Hypate, Mese, Paramese, Nete) zugeordnet waren. Der Musiktheoretiker [[Nikomachos von Gerasa]] bezeichnet diese Gruppe daher als „erste“ Tetraktys, wobei „erste“ rangmäßig zu verstehen ist. Er gibt an, dass die Sechs dem tiefsten Ton, der Hypate, entspricht, die Zwölf dem höchsten, der Nete.&amp;lt;ref&amp;gt;Barbara Münxelhaus: &amp;#039;&amp;#039;Pythagoras musicus&amp;#039;&amp;#039;. Bonn 1976, S. 22–24, 26–28, 41, 71, 84f., 110, 185–191.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Geometrie fand sich mit den vier Elementen Punkt, Linie (Länge), Fläche (Breite) und Körperlichkeit (Tiefe) eine Vierheit, die für die Pythagoreer auf die Tetraktys deutete. Der Punkt wurde der Eins, die Länge der Zwei, die Fläche der Drei und die Körperlichkeit der Vier zugeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Sextus Empiricus: &amp;#039;&amp;#039;Adversus Mathematicos&amp;#039;&amp;#039; 4,4–6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der jüdische Gelehrte [[Philon von Alexandria]] verwendete das Tetraktys-Konzept bei der Kommentierung des Buches [[1. Buch Mose|Genesis]]. Er bezog es auf die Erschaffung der Gestirne am vierten Schöpfungstag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mittelalter ==&lt;br /&gt;
Die auf dem Tetraktys-Konzept fußende pythagoreische Konsonanzlehre prägte die mittelalterliche Musiktheorie weitgehend. Die abweichende Auffassung des Ptolemaios war ebenfalls bekannt, da der spätantike Gelehrte [[Boethius]] sie im fünften Buch seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;De institutione musica&amp;#039;&amp;#039; dargelegt hatte. Die Frage der Einbeziehung der Undezime in die Gruppe der Konsonanzen wurde kontrovers erörtert, wobei die pythagoreische Auffassung, wonach dieses Intervall nicht konsonant ist, überwog.&amp;lt;ref&amp;gt;Barbara Münxelhaus: &amp;#039;&amp;#039;Pythagoras musicus&amp;#039;&amp;#039;. Bonn 1976, S. 88–94.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuzeitliche Rezeption ==&lt;br /&gt;
[[File:Scuola di atene 16 pitagora.jpg|mini|rechts|Ein Genius zeigt dem Pythagoras auf einer Schiefertafel die beiden Formen der Tetraktys.]]&lt;br /&gt;
[[Nikolaus von Kues]] vertrat in seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;De coniecturis&amp;#039;&amp;#039; (1440) die Auffassung, dass in den Zahlen 1, 2, 3 und 4 und ihren Kombinationen alle Harmonie bestehe; er berief sich aber nicht ausdrücklich auf die pythagoreische Tradition.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;De coniecturis&amp;#039;&amp;#039; II.2 (83); siehe dazu Werner Schulze: &amp;#039;&amp;#039;Harmonik und Theologie bei Nikolaus Cusanus&amp;#039;&amp;#039;. Wien 1983, S. 70f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Humanist [[Johannes Reuchlin]] verglich in seinem 1494 erschienenen Werk &amp;#039;&amp;#039;De verbo mirifico&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;(Über das Wunder wirkende Wort)&amp;#039;&amp;#039; das Tetragramm, das den Gottesnamen [[JHWH]] darstellt, mit der Tetraktys. [[Raffael]] gab sie auf seinem [[Fresko]] &amp;#039;&amp;#039;[[Die Schule von Athen]]&amp;#039;&amp;#039; auf einer Tafel wieder. Auch [[Johannes Kepler]] hat sich in seinem 1619 erschienenen Werk &amp;#039;&amp;#039;Harmonice mundi&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;!-- korrekte Titelform im Nominativ, bitte nicht ändern! --&amp;gt; („Weltharmonik“) mit der Tetraktys befasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammenhang zu pythagoräischen Tripeln ==&lt;br /&gt;
Vom (entarteten) primitiven Tripel (1,0,1) ausgehend bildet eine Tetraktys (von vier Operatoren) jeweils die zur Berechnung aller weiteren [[Pythagoreisches_Tripel|primitiven pythagoräischen Tripel]] (x,y,z) bekannte Wurzel (3,4,5).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Armand Delatte]]: &amp;#039;&amp;#039;Etudes sur la littérature pythagoricienne&amp;#039;&amp;#039;. Paris 1915, S. 249–268 (Kapitel &amp;#039;&amp;#039;La tétractys pythagoricienne&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* [[Charles Henry Kahn|Charles H. Kahn]]: &amp;#039;&amp;#039;Pythagoras and the Pythagoreans&amp;#039;&amp;#039;. Indianapolis 2001, ISBN 0-87220-576-2, S. 31–36, 84f.&lt;br /&gt;
* Paul Kucharski: &amp;#039;&amp;#039;Etude sur la doctrine pythagoricienne de la tétrade&amp;#039;&amp;#039;. Paris 1952.&lt;br /&gt;
* [[Bartel Leendert van der Waerden]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Pythagoreer&amp;#039;&amp;#039;. Zürich 1979, ISBN 3-7608-3650-X, S. 103–109.&lt;br /&gt;
* Paul von Naredi-Rainer: &amp;#039;&amp;#039;Palladio und die Tetraktys. Zu den Proportionen seiner venezianischen Kirchenfassaden&amp;#039;&amp;#039;. In: [[INSITU (Zeitschrift)|INSITU]] 2023/1, S. 67–76.&lt;br /&gt;
* Theo Reiser: &amp;#039;&amp;#039;Das Geheimnis der pythagoreischen Tetraktys&amp;#039;&amp;#039;. Lambert Schneider, Heidelberg 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://tetraktys.de/ Tetraktys-Interpretation] von Holger Ullmann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Symbol]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Meier89</name></author>
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