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	<title>Tetracycline - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tetracycline&amp;diff=112060&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Orci: lf</title>
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		<updated>2024-11-16T09:44:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;lf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tetracycline&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tetrazykline&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind [[Antibiotikum|antibiotisch]] wirksame Substanzen, die als [[Arzneimittel]] zur Behandlung von [[Infektionskrankheit]]en eingesetzt werden. Es gibt natürlich vorkommende Vertreter, die von Bakterien der Gattung [[Streptomyces]] produziert werden, und halbsynthetisch hergestellte Varianten, die durch chemische Veränderungen der biogenen Ausgangsstoffe erzeugt werden. Tetracycline wirken [[Bakteriostatikum|bakteriostatisch]] durch Hemmung der [[Bakterien|bakteriellen]] [[Proteinbiosynthese]] an den [[Ribosom]]en. Somit wird das Wachstum von [[grampositiv]]en, [[gramnegativ]]en und zahlreichen [[zellwand]]losen [[Bakterien]] unterdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Tetracycline Structural Formula V1.svg|mini|hochkant=1.2|Allgemeine Strukturformel der Tetracycline]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Als erster Vertreter der Tetracycline wurde 1948 [[Chlortetracyclin]] von [[Benjamin Minge Duggar]] als Stoffwechselprodukt des hauptsächlich in Böden vorkommenden Bakteriums &amp;#039;&amp;#039;[[Streptomyces aureofaciens]]&amp;#039;&amp;#039; isoliert und als Aureomycin benannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Benjamin Duggar et al.: &amp;#039;&amp;#039;Aureomycin, a product of the continuing search for new antibiotics&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Annals of the New York Academy of Sciences]]&amp;#039;&amp;#039;, 1948, Band 51, S.&amp;amp;nbsp;177–181; PMID 18112227.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahre 1950 veröffentlichten A. C. Finlay und seine Mitarbeiter die ihnen bei Pfizer gelungene Entdeckung eines weiteren Tetracyclins, das aus dem Bodenbakterium &amp;#039;&amp;#039;[[Streptomyces rimosus]]&amp;#039;&amp;#039; gewonnen und zunächst Terramycin genannt wurde, allerdings später in [[Oxytetracyclin]] umbenannt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;A. C. Finlay et al.: &amp;#039;&amp;#039;Terramycin, a New Antibiotic.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Science]]&amp;#039;&amp;#039;, 1950, Band 111, S.&amp;amp;nbsp;85; PMID 15400447.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einem Forschungsteam von [[Pfizer]] gelang die 1952 veröffentlichte [[Strukturaufklärung]] von Terramycin und Aureomycin.&amp;lt;ref&amp;gt;C. R. Stephens, L. H. Conover, F. A. Hochstein [[et al.]]: &amp;#039;&amp;#039;Terramycin. VIII. Structure of Aureomycin and Terramycin&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Journal of the American Chemical Society]]&amp;#039;&amp;#039;, 1952, Band 74, S.&amp;amp;nbsp;4976–4977; [[doi:10.1021/ja01139a533]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Kurz darauf synthetisierte Lloyd Hillyard Conover auf der Basis dieser Erkenntnisse [[Tetracyclin]] durch Dechlorierung von Aureomycin.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://web.mit.edu/invent/iow/conover.html Inventor of the Week: Lloyd Conover]&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch Weiterentwicklung wurde die Gruppe der Tetracycline durch weitere Wirkstoffe (z.&amp;amp;nbsp;B. die Gruppe der [[Glycylcycline]]) ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chemie ==&lt;br /&gt;
Tetracycline sind [[Naturstoff]]e, die von Streptomyceten über den [[Polyketid|Polyketid-Weg]] synthetisiert werden. Hierbei wird aus [[Coenzym A|Acyl-CoA-Molekülen]] das Grundgerüst der vier Kohlenstoff-Sechsringe gebildet (siehe allgemeine [[Strukturformel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;[[Streptomyces aureofaciens]]&amp;#039;&amp;#039; konnte bereits im Jahr 1948 als ein Produzent von [[Chlortetracyclin]] identifiziert werden. Wird dieses Bakterium in einem chloridarmen Medium gezüchtet, erzeugt es das therapeutisch genutzte [[Tetracyclin]]. Für die Gewinnung von [[Oxytetracyclin]] und weiteren Tetracyclinen eignet sich &amp;#039;&amp;#039;[[Streptomyces rimosus]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Doxycyclin]] und [[Minocyclin]] sind halbsynthetische [[Derivat (Chemie)|Derivate]], die aus Oxytetracyclin hergestellt werden können. Sie unterscheiden sich von anderen Tetracyclinen in ihren [[Pharmakokinetik|pharmakokinetischen]] Eigenschaften, wie besserer [[Lipophilie|Lipidlöslichkeit]] und der [[Bioakkumulation|Anreicherung]] im [[Zentralnervensystem]] und in der [[Haut]]. [[Rolitetracyclin]] ist ein wasserlösliches [[Prodrug]] des Tetracyclins mit einer modifizierten [[Carbonsäureamide|Amidgruppe]] in Position 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Entwicklung führte zu den Glycylcyclinen, die ein verbessertes Resistenzspektrum aufweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pharmakologie ==&lt;br /&gt;
=== Wirkmechanismus ===&lt;br /&gt;
Wie auch [[Makrolidantibiotikum|Makrolide]], [[Lincosamid]]e, [[Aminoglykoside]] und [[Chloramphenicol]] hemmen die Tetracycline die [[Proteinbiosynthese]] an den bakteriellen Ribosomen. Die Tetracycline verhindern die Anlagerung der [[tRNA|Aminoacyl-tRNA]] an die Akzeptorstellen der [[Ribosom|30S-Untereinheit]] der Ribosomen und somit die Verlängerung der Peptidkette. Ihre geringe [[Toxizität]] für den Menschen kann durch die Selektivität für bakterielle Ribosomen gegenüber [[Eukaryoten|eukaryotischen]] Ribosomen erklärt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;T. V. Budkevich, A. V. El skaya, K. H. Nierhaus: &amp;#039;&amp;#039;Features of 80S mammalian ribosome and its subunits.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Nucleic Acids Research]]&amp;#039;&amp;#039;, 36, 2008, S.&amp;amp;nbsp;4736–4744; [[doi:10.1093/nar/gkn424]], {{PMC|2504317}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirkspektrum ====&lt;br /&gt;
Tetracycline wirken bakteriostatisch auf grampositive (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Staphylokokken]] und [[Streptokokken]]) und gramnegative Bakterien (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Brucellen]], [[Campylobacter]] und [[Neisserien]]). Von besonderer Bedeutung ist ihre Wirksamkeit bei der Bekämpfung zellwandloser Problemkeime (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Mykoplasmen]], [[Rickettsien]] und [[Chlamydien]]) und [[Spirochäten]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Borrelien]] und [[Treponema|Treponemen]]). Einige Tetracycline besitzen darüber hinaus klinische Wirksamkeit gegen [[Plasmodium]] ([[Malaria]]) und gegen [[Mykobakterien]] ([[Tuberkulose]], [[Lepra]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Resistenzen ====&lt;br /&gt;
Vor allem in [[Krankenhaus|Krankenhäusern]] treten resistente Keime auf: Insbesondere zahlreiche [[Proteus (Bakterien)|Proteus]]- und [[Enterobacter]]-Arten sprechen nicht mehr auf Tetracycline an. Ebenfalls gelten die meisten &amp;#039;&amp;#039;[[Pseudomonas aeruginosa]]&amp;#039;&amp;#039; als resistent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das relativ neue [[Tigecyclin]] (Tygacil&amp;lt;sup&amp;gt;®&amp;lt;/sup&amp;gt;) ist der erste Vertreter der in diesem Zusammenhang innovativen Klasse der Glycylcycline. Tigecyclin umgeht die zwei in dieser Klasse der Antibiotika bedeutenden Resistenzmechanismen: die [[Effluxpumpe]] und ribosomale Schutzmechanismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nebenwirkungen ===&lt;br /&gt;
Die [[Nebenwirkung]]en der Tetracycline sind insbesondere auf ihre starken [[Calcium]]-bindenden Eigenschaften zurückzuführen. Tetracycline sollten daher nicht bei [[Schwangerschaft|Schwangeren]], [[Stillen]]den oder [[Kind]]ern in der Wachstumsphase eingesetzt werden, weil sie in die [[Knochen]] und in die [[Zahn|Zähne]] eingebaut werden, was besonders bei Neugeborenen zu einer Gelbfärbung der Zähne, erhöhter [[Karies]]anfälligkeit und vermehrten [[Knochenbruch|Knochenbrüchen]] führt. Tetracycline gehen in die [[Muttermilch]] über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Orale Tetrazykline können wie andere Antibiotika [[Übelkeit]], Diarrhoe und [[Erbrechen]] hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch ihr breites Wirkspektrum dezimieren sie auch die natürliche [[Kolonisationsflora]] relativ stark und führen nicht selten zu [[Pseudomembranöse Colitis|Pseudomembranöser Colitis]] sowie Veränderungen der vaginalen mikrobiellen Flora und Infektionen mit &amp;#039;&amp;#039;[[Candida albicans]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Pilzinfektion]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner können sie zu einer [[Wiesengräserdermatitis|Photosensibilisierung]] der [[Haut]] und wie viele andere [[Arzneimittel]] zu unspezifischen [[Bauchschmerz|Bauch-]] und [[Kopfschmerz|Kopfbeschwerden]] (hier: [[Vertigo|Schwindel]]) führen. Als weitere Nebenwirkung können Hautausschlag und [[Juckreiz]] auftreten, die ca. zwei Tage nach Absetzen des Medikaments verschwinden. Eine [[hepatotoxisch]]e Wirkung, die nach Gabe hoher Tetracyclindosen zu beobachten ist, kann möglicherweise auf eine Interaktion der Tetracycline mit den bakterienähnlichen Ribosomen der [[Mitochondrien]] zurückgeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tetracyclin besitzt möglicherweise ototoxische Nebenwirkungen, insbesondere auf Sinneszellen der Hörschnecke, was sich in Ohrgeräuschen und Ohrensausen ([[Tinnitus]]) äußern kann. Sie gelten auch als Risikofaktor für [[Idiopathische intrakranielle Hypertension|Hirnüberdruck]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pharmakokinetik ===&lt;br /&gt;
Doxycyclin und Minocyclin werden im Darm normalerweise zu über 90 % aufgenommen (Tetracyclin: 80 %) und vor allem über die [[Galle]], aber auch über die Nieren mit einer [[Halbwertszeit]] von 15 [[Stunde|h]] (Tetracyclin: 9 h) ausgeschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dosisbereich für Erwachsene liegt bei Doxycyclin in der Regel zwischen 100 und 200 [[Gramm|Milligramm]] pro [[Tag]], bei Kindern etwa 2 mg/kg Körpergewicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wechselwirkungen ===&lt;br /&gt;
Tetracycline können durch mehrwertige Metallionen (z.&amp;amp;nbsp;B. Ca&amp;lt;sup&amp;gt;2+&amp;lt;/sup&amp;gt;, Mg&amp;lt;sup&amp;gt;2+&amp;lt;/sup&amp;gt; und Fe&amp;lt;sup&amp;gt;3+&amp;lt;/sup&amp;gt;) gebunden werden. Tetracycline sollten daher nicht zusammen mit [[Calcium]]-Trägern ([[Milch]]) eingenommen werden, um ihre Aufnahme im [[Darm]] nicht zu behindern. Auch [[Magnesium]], [[Eisen]] und [[Aluminium]] (Antazida) bilden [[Komplexverbindung]]en (Chelate) mit den Tetracyclinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirksamkeit der [[Anti-Baby-Pille]] ist bei Tetracyclineinnahme nicht gewährleistet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vertreter ==&lt;br /&gt;
* Natürliche Tetracycline:&lt;br /&gt;
** [[Tetracyclin]]&lt;br /&gt;
** [[Chlortetracyclin]]&lt;br /&gt;
** [[Oxytetracyclin]]&lt;br /&gt;
** [[Demeclocyclin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Semisynthetische Tetracycline:&lt;br /&gt;
** [[Doxycyclin]]&lt;br /&gt;
** [[Lymecyclin]]&lt;br /&gt;
** [[Meclocyclin]]&lt;br /&gt;
** [[Methacyclin]]&lt;br /&gt;
** [[Minocyclin]]&lt;br /&gt;
** [[Rolitetracyclin]]&lt;br /&gt;
** Glycylcycline&lt;br /&gt;
*** [[Tigecyclin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.nlm.nih.gov/medlineplus/druginfo/meds/a682098.html Tetracycline]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4078215-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stoffgruppe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hydroxyaromat| Tetracycline]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Cyclohexenon| Tetracycline]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Cyclohexen| Tetracycline]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Enol| Tetracycline]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Polyol| Tetracycline]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Amin| Tetracycline]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Carbonsäureamid| Tetracycline]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antibiotikum|!Tetracycline]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Arzneistoff]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Orci</name></author>
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