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	<title>Terminmarkt - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;growthexperiments-addlink-summary-summary:2|0|0&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Terminmarkt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|forward market, futures market}}) ist im [[Finanzwesen]] ein [[Teilmarkt]], auf dem [[Termingeschäft]]e gehandelt werden. Pendant ist der [[Spotmarkt|Spot- oder Kassamarkt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Der Terminmarkt ist ein Teilmarkt des [[Finanzmarkt]]es. Am [[ökonomischer Markt|ökonomischen Ort]] des Terminmarkts treffen [[Angebot (Volkswirtschaftslehre)|Angebot]] und [[Nachfrage]] nach Termingeschäften zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Kompakt_Lexikon_Wirtschaft/tOaO9mqka7UC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Terminmarkt.lexikon&amp;amp;pg=PA431&amp;amp;printsec=frontcover Dirk Piekenbrock (Hrsg.), Gabler Kompakt-Lexikon Wirtschaft, 2013, S. 431]&amp;lt;/ref&amp;gt; Während auf dem Kassamarkt Direktgeschäfte getätigt werden, die spätestens zwei [[Handelstag]]e nach Geschäftsabschluss durch zeitgleiche [[Zahlung]] und [[Lieferung]] zu [[Settlement (Finanzwesen)|erfüllen]] sind, werden auf dem Terminmarkt [[Geschäft (Wirtschaft)|Geschäfte]] abgeschlossen, die zwischen einem Monat und maximal zwei Jahren nach Geschäftsabschluss beidseitig zu erfüllen sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Lexikon_der_Finanzkrise/pTEpAQAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Terminmarkt.lexikon&amp;amp;pg=PA22&amp;amp;printsec=frontcover Siegmund Natschke, &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Finanzkrise&amp;#039;&amp;#039;, 2009, S. 22]&amp;lt;/ref&amp;gt; Artikel 38 Abs.&amp;amp;nbsp;2 der {{EU-Verordnung|2006|1287|titel=vom 10. August 2006 zur Durchführung der Richtlinie 2004/39/EG betreffend die Aufzeichnungspflichten für Wertpapierfirmen, die Meldung von Geschäften, die Markttransparenz, die Zulassung von Finanzinstrumenten zum Handel und bestimmte Begriffe im Sinne dieser Richtlinie}} spricht von einem Termingeschäft, wenn unabhängig von seinen ausdrücklichen Bedingungen eine Absprache zwischen den [[Vertragspartei]]en besteht, der zufolge die Lieferung des [[Basiswert]]s über zwei Handelstage hinaus verschoben wird. Entscheidend für die Zuordnung zum Terminmarkt ist somit die gegenseitige Erfüllung des Geschäfts mit einer über zwei Handelstage hinaus verschobenen Frist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das seit November 2007 geltende [[Wertpapierrecht]] hat [[Derivat (Wirtschaft)|Derivate]] auch um bloße „finanzielle [[Differenzgeschäft]]e“ ({{§|2|WpHG|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;3 Nr.&amp;amp;nbsp;3 [[WpHG]]) erweitert, so dass auch taggleiche Geschäfte ([[Daytrading]]) erfasst werden. Deshalb greifen nunmehr auch die Schutzwirkungen für Finanztermingeschäfte aus {{§|99|WpHG|juris}} WpHG, und es gelten die gleichen Schadensregelungen wie bei anderen Finanztermingeschäften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Preis (Wirtschaft)|Preis]] für das Handelsobjekt heißt allgemein [[Terminkurs]], wird bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgelegt und gilt unabhängig von der während der [[Laufzeit (Wirtschaft)|Laufzeit]] des Termingeschäfts eintretenden Kursentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kassamarkt ist zudem auf physische Erfüllung, also tatsächliche Lieferung des [[Handelsobjekt]]s (etwa [[Aktie]]n oder [[Kaffee]]) ausgerichtet, während der Terminmarkt nicht zwingend eine physische Erfüllung vorsieht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Lexikon_Unternehmensberatung/_24pBAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Terminmarkt.lexikon&amp;amp;pg=PA110&amp;amp;printsec=frontcover Friedrich Bock/Rolf-Dieter Reineke, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Lexikon Unternehmensberatung&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 110]&amp;lt;/ref&amp;gt; Je nach Handelsobjekt gibt es die Teilmärkte für [[Devisen]] ([[Devisentermingeschäft]]e auf dem [[Devisenterminmarkt]]), [[Edelmetall]]e, [[Termingeld]]er ([[Termingeldhandel]]), [[Derivat (Wirtschaft)|Derivate]] ([[Optionsgeschäft]]e und [[Future]]s) oder [[Commodities]] ([[Warentermingeschäft]]e an der [[Warenterminbörse]], [[Energiehandel]] an der [[Energiebörse]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Unterschieden werden zwei Terminmärkte im Hinblick auf ihren [[Organisationsgrad]]:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gerke_B%C3%B6rsen_Lexikon/DyIkBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Terminmarkt.lexikon&amp;amp;pg=PA770&amp;amp;printsec=frontcover Wolfgang Gerke, &amp;#039;&amp;#039;Gerke Börsen Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 770]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Terminbörse]]n sind ein an [[Börse]]n institutionalisierter Terminhandel. Hier werden [[Standardisierung|standardisierte]] [[Terminkontrakt]]e gehandelt.&lt;br /&gt;
* [[Außerbörslicher Handel]]: Hier werden nicht standardisierte Termingeschäfte wie Futures gehandelt, der [[Handel (Finanzwirtschaft)|Handel]] findet meist zwischen [[Kreditinstitut]]en ([[Interbankenhandel]]) und zwischen Kreditinstituten und [[Großunternehmen]] statt.&lt;br /&gt;
Terminbörsen unterliegen der [[Börsenaufsicht]], welche die Einhaltung des [[Börsengesetz (Deutschland)|Börsengesetzes]] und der [[Börsenordnung]] überwacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marktstruktur ==&lt;br /&gt;
Der Terminmarkt weist folgende [[Marktstruktur]] auf:&amp;lt;ref&amp;gt;Roland Eller, &amp;#039;&amp;#039;Handbuch strukturierte Kapitalmarktprodukte&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 9; ISBN 978-3-7910-1369-5&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                                        Terminmarkt&lt;br /&gt;
                             ┌───────────────┴───────────────┐&lt;br /&gt;
               [[Termingeschäft#Unbedingtes Termingeschäft|unbedingte Termingeschäfte]]  [[Termingeschäft#Bedingtes Termingeschäft|bedingte Termingeschäfte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                Käufer und Verkäufer                  Käufer hat Wahlrecht,&lt;br /&gt;
                übernehmen Verpflichtung              Verkäufer übernimmt Verpflichtung&lt;br /&gt;
                [[Swap (Wirtschaft)|Swaps]]                                 [[Zinscap und Zinsfloor|Caps]]&lt;br /&gt;
                [[Forward Rate Agreement]]s               [[Zinscap und Zinsfloor|Floors]]&lt;br /&gt;
                [[Zinsänderungsrisiko#Zins-Futures|Zins-Futures]]                          [[Zinsoption]]en&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuweilen wird zwischen dem vollständigen und unvollständigen Terminmarkt unterschieden,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Informationseffizienz_auf_Kapitalm%C3%A4rkte/BCbwBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Terminmarkt&amp;amp;pg=PA107&amp;amp;printsec=frontcover Annemarie Sapusek, &amp;#039;&amp;#039;Informationseffizienz auf Kapitalmärkten&amp;#039;&amp;#039;, 1998, S. 106 ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;George Feiger, &amp;#039;&amp;#039;What is Speculation?&amp;#039;&amp;#039;, in: Quaterly Journal of Economics 90, 1976, S. 678 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei der Terminmarkt als &amp;#039;&amp;#039;vollständiger Markt&amp;#039;&amp;#039; im Sinne von [[Kenneth J. Arrow]] und [[Gerard Debreu]] angenommen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Kenneth J. Arrow/Gerard Debreu, &amp;#039;&amp;#039;Existence of an equilibrium for a competitive economy&amp;#039;&amp;#039;, in: Econometrica. 22 (3), 1954, S. 265–290&amp;lt;/ref&amp;gt; Während auf dem &amp;#039;&amp;#039;vollständigen Terminmarkt&amp;#039;&amp;#039; [[Sicherheit]] der [[Marktdaten]] ([[Entscheidung unter Sicherheit]]) und [[Risikoaversion]] vorliegt, ist der &amp;#039;&amp;#039;unvollständige Terminmarkt&amp;#039;&amp;#039; von [[Unsicherheit]]en ([[Entscheidung unter Unsicherheit]]) und [[Risikoaffinität]] geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktionen und Preisbildung ==&lt;br /&gt;
Terminmärkte gehören zu den &amp;#039;&amp;#039;[[Zukunftsmarkt|Zukunftsmärkten]]&amp;#039;&amp;#039;, welche die Spot- bzw. Kassamärkte ergänzen. Terminmärkte bestehen, weil [[wirtschaft]]liche Unsicherheiten unvermeidbar sind, künftige wirtschaftliche Entwicklungen nicht vollkommen vorhersehbar sind und Marktteilnehmer auch bei gleichem öffentlich zugänglichen [[Information]]en unterschiedliche [[Erwartung (Psychologie)|Erwartungen]] entwickeln.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Volkswirtschaftslehre/dMfpBQAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Terminm%C3%A4rkte+unsicherheiten&amp;amp;pg=PA350&amp;amp;printsec=frontcover Michael Heine/Hansjörg Herr, &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftslehre: Paradigmenorientierte Einführung in die Mikro- und Makroökonomie&amp;#039;&amp;#039;, 2013, S. 350 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf dem Terminmarkt wirken sich Erwartungen der Marktteilnehmer über Datenveränderungen intensiver aus als auf dem Kassamarkt, weil der Zeitraum bis zur Erfüllung der Geschäfte größer ist und damit eine höhere [[Wahrscheinlichkeit]] von Datenänderungen einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kurse an den Terminmärkten bilden sich durch Angebot und Nachfrage. Dies geschieht jedoch nicht losgelöst von der Preisbildung an den Kassamärkten. Für Handelsobjekte, die reine [[Finanzprodukt]]e sind, kann theoretisch der &amp;#039;&amp;#039;faire Terminpreis&amp;#039;&amp;#039; aus dem Kassakurs hergeleitet werden. Für lagerfähige Handelsobjekte mit [[Gebrauchswert]] kann zumindest eine obere Grenze für den Terminkurs hergeleitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herleitung des fairen Terminpreises beruht auf dem Vergleich zwischen zwei gleichwertigen Strategien:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Modellierung_derivater_Finanzinstrumente/jAKdF6C3rNQC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=fairer+Terminpreis&amp;amp;pg=PA11&amp;amp;printsec=frontcover Georg Schlüchtermann, &amp;#039;&amp;#039;Modellierung derivater Finanzinstrumente&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 10 ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Man kauft das Handelsobjekt heute zum Kassakurs und [[Lagern|lagert]] es bis zur [[Fälligkeit]], wobei man den [[Kaufpreis]] durch [[Kredit]]aufnahme finanziert.&lt;br /&gt;
# Man vereinbart heute einen Terminkauf.&lt;br /&gt;
Die erste Strategie bildet den Terminkauf durch Kassageschäfte nach ([[Replikation (Wirtschaft)|Replikation]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine der beiden Strategien darf gegenüber der anderen finanziell vorteilhaft sein. Wäre dies nämlich der Fall, könnte man durch gleichzeitigen Abschluss eines Termingeschäfts und Replikation der entgegengesetzten Position mit Kassageschäften einen Gewinn erzielen, ohne ein dabei einem [[Marktpreisrisiko]] ausgesetzt zu sein. Man sagt auch, dass der Terminpreis nicht mehr [[Arbitragefreiheit|arbitragefrei]] wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden wird für verschiedene Konstellationen die Ableitung des fairen Terminpreises dargestellt. Dabei werden die folgenden Formelzeichen verwendet:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Mathematik_in_der_modernen_Finanzwelt/Z22Q6zC7Vb0C?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=fairer+Terminpreis&amp;amp;pg=PA26&amp;amp;printsec=frontcover Stefan Reitz, &amp;#039;&amp;#039;Mathematik in der modernen Finanzwelt&amp;#039;&amp;#039;, 2011, S. 26 ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;{t}&amp;lt;/math&amp;gt; die Zeit,&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;{t0}&amp;lt;/math&amp;gt; den heutigen Zeitpunkt,&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;{T}&amp;lt;/math&amp;gt; den [[Ausübungszeitpunkt]] (Fälligkeit des Termingeschäfts),&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;{S_t}&amp;lt;/math&amp;gt; den Kurs des Basiswertes zu Zeitpunkt t, insbesondere&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;{S_0}&amp;lt;/math&amp;gt; den Kurs des Basiswertes jetzt ([[Kassakurs]]),&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;{S_T}&amp;lt;/math&amp;gt; den Kurs des Basiswertes bei Fälligkeit,&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;{F}&amp;lt;/math&amp;gt; den fairen Terminpreis,&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;{K}&amp;lt;/math&amp;gt; den im Vertrag vereinbarten [[Ausübungspreis]],&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;{z_t}&amp;lt;/math&amp;gt; den Zinssatz für die Laufzeit bis zum Zeitpunkt t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Formeln wird von einer exponentiellen Verzinsung ausgegangen (siehe [[Zinsrechnung]]). Bei linearer oder stetiger Verzinsung haben die [[Abzinsung und Aufzinsung|Auf- und Abzinsfaktoren]] eine andere Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Termingeschäft auf Finanzwerte ohne Erträge ===&lt;br /&gt;
Der einfachste Fall ist ein Termingeschäft auf ein Handelsobjekt, das keine [[Kapitalertrag|Kapitalerträge]] auszahlt (z.&amp;amp;nbsp;B. eine dividendenfreie Aktie). Kauft man gemäß Replikationsstrategie den Basiswert heute, muss der Kaufpreis über einen Kredit finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird beispielsweise eine Aktie auf Termin 1 Jahr gekauft und der aktuelle Kurs der Aktie sei 40 EUR, der [[Kreditzins]] für 1 Jahr betrage 2 %. Für die Durchführung der Replikationsstrategie müsste der Kaufpreis für 1 Jahr finanziert werden. Die Zinslast hierfür sind 0,80 EUR (2 % auf 40 EUR für 1 Jahr). Nach dem Jahr müssen insgesamt 40,80 EUR Zins- und Tilgung geleistet werden. Diese Summe aus Kassakurs und Haltekosten ist der faire Terminpreis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist erkennbar, dass dieser Preis arbitragefrei ist: Führt man das beschriebene Replikationsgeschäft durch und tätigt als Gegengeschäft einen Terminverkauf der Aktie, fallen über das Jahr weder Gewinne oder Verluste an:&lt;br /&gt;
* Der Terminverkäufer liefert die jetzt gekaufte Aktie bei Fälligkeit an den Terminkäufer.&lt;br /&gt;
* Dafür erhält er den Terminpreis von 40,80 EUR.&lt;br /&gt;
* Mit diesem Erlös kann er genau den Kredit zurückführen und die Zinsen begleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Formel ausgedrückt ist der faire Terminpreis der über die Laufzeit des Termingeschäfts [[Abzinsung und Aufzinsung|aufgezinste]] Kassakurs:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;F = S_{t0} {(1 + z_T)^{T-t0}}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Falle positiver Zinsen liegt bei Finanzwerten ohne Ertrag der faire Terminpreis stets über den Kassapreis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Termingeschäfte auf Finanzwerte mit stetigem Ertrag ===&lt;br /&gt;
Finanzwerte mit stetigem Kapitalertrag sind z.&amp;amp;nbsp;B. [[Festzinsanleihe]]n und [[Devisen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erträge aus dem Handelsobjekt reduzieren die Haltekosten und verringern den Terminkurs. Entsprechend muss das Beispiel aus dem vorangegangenen Abschnitt modifiziert werden:&lt;br /&gt;
100 [[US-Dollar]] werden auf Termin 1 Jahr gekauft. Der aktuelle [[Wechselkurs]] sei 0,8000 Euro pro US-Dollar, ausgedrückt als [[Preisnotierung]] (siehe [[Wechselkurs]]; üblich ist für US-Dollar die [[Mengennotierung]], die Preisnotierung wurde hier aus Gründen der Nachvollziehbarkeit gewählt). Der Euro-Zins für 1 Jahr sei wiederum 2 %.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da US-Dollar verzinslich auf einem [[Fremdwährungskonto]] angelegt werden können, muss für die Durchführung der Replikationsstrategie eine Menge US-Dollar gekauft werden, die einschließlich Zinsen in einem Jahr die Summe von 100 US-Dollar ergibt. Der Zinssatz für US-Dollar betrage 1,4 %. Kauft man heute 98,62 USD und legt diese für 1 Jahr zu 1,4 % an, erhält man in einem Jahr 1,38 US-Dollar [[Habenzins]]en und verfügt so über die benötigten 100 US-Dollar (Rundungsdifferenzen wurden vernachlässigt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Kauf der 98,62 US-Dollar sind bei dem genannten Wechselkurs 78,90 EUR aufzuwenden. Die [[Finanzierungskosten]] für 1 Jahr betragen 1,58 EUR (2 % auf 78,90 EUR für 1 Jahr). Um in einem Jahr über 100 US-Dollar zu verfügen, müssen also in einem Jahr 80,48 EUR (78,90 EUR + 1,58 EUR) bezahlt werden. Entsprechend ist der faire Terminkurs 0,8048 Euro pro US-Dollar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tatsache, dass der Basiswert Erträge abwirft, verringert bei Devisen die Haltekosten, da im Replikationsgeschäft ein geringerer Betrag finanziert werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Zusammenhang kann rechnerisch mit der Formel:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;F = S_{t0} \frac{(1 + z_T)^{T-t0}}{(1 + r_T)^{T-t0}}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
ausgedrückt werden, wobei &amp;lt;math&amp;gt;{r_t}&amp;lt;/math&amp;gt; den Zinssatz für die Fremdwährung und &amp;lt;math&amp;gt;{S_{t0}}&amp;lt;/math&amp;gt; den Kassakurs für die Fremdwährung bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Termingeschäft auf Aktien mit Dividendenzahlung ===&lt;br /&gt;
Der faire Terminpreis für Aktien, die während der Laufzeit des Termingeschäfts eine [[Dividende]] erbringen, lässt sich analog zum fairen Terminpreis eines [[Finanzinstrument]]es mit stetigem Ertrag ermitteln. Die Dividende ist ein Ertrag, der die Kosten für das Halten des Basiswertes verringert. Der faire Terminpreis ist&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;F = (S_{t0} - I) {(1 + z_T)^{T-t0}}&amp;lt;/math&amp;gt;,&lt;br /&gt;
wobei &amp;lt;math&amp;gt;I&amp;lt;/math&amp;gt; der [[Barwert]] der Dividendenzahlung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Termingeschäfte auf reale Güter ===&lt;br /&gt;
Von den bisher aufgeführten Beispielen können sich Termingeschäfte auf [[Commodities]] dadurch unterscheiden, das es bei diesen von Vorteil sein kann, hierüber tatsächlich zu verfügen. Ob und wieweit dies der Fall ist, hängt von der Art des Gutes ab. [[Gold]] und [[Silber]] haben zwar gewisse industrielle Anwendungen, werden aber hauptsächlich von [[Anleger (Finanzmarkt)|Anlegern]] wie Finanzprodukte gehalten ([[Anlagemünze]]n). Der faire Terminpreis errechnet sich analog dem für Aktien mit Dividendenzahlung. Dabei werden die [[Lagerkosten]] wie eine negative Dividende behandelt:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;F = (S_{t0} + U) {(1 + z_T)^{T-t0}}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Hierin ist &amp;lt;math&amp;gt;U&amp;lt;/math&amp;gt; der Barwert der Lagerkosten. Alternativ können die Lagerkosten als relative jährliche Lagerkosten ausgedrückt werden. Dann ist die Formel für Finanzinstrumente mit stetigem Ertrag anwendbar, wobei in der Formel die Lagerkosten als negative Erträge angesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Gütern wie [[Erdöl]], [[Bauholz]] oder [[Agrarprodukt]]en kann der Gebrauchswert nicht vernachlässigt werden. Deshalb sind die bisher gebrauchten Arbitrageargumente nur beschränkt gültig; im Ergebnis liefert die bisherige Herleitung des fairen Terminpreises eine Obergrenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist der am Markt gehandelte Terminpreis &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt; größer als &amp;lt;math&amp;gt;F&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;M &amp;gt; F = (S_{t0} + U) {(1 + z_T)^{T-t0}}&amp;lt;/math&amp;gt;,&lt;br /&gt;
gilt auch hier, dass der Arbitrageur sich den Geldbetrag &amp;lt;math&amp;gt;S_{t0} + U&amp;lt;/math&amp;gt; leihen, dafür das Gut kaufen und lagern kann. Verkauft er gleichzeitig das Gut am Terminmarkt zum Terminkurs &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt;, macht er bei Fälligkeit des Termingeschäftes einen sicheren Gewinn. Die Ausführung dieser Arbitragestrategie erhöht die Nachfrage nach dem Gut auf dem Kassamarkt und das Angebot auf dem Terminmarkt, wodurch der Kassakurs &amp;lt;math&amp;gt;S_{t0}&amp;lt;/math&amp;gt; (und damit &amp;lt;math&amp;gt;F&amp;lt;/math&amp;gt;) so lange steigt und der Terminkurs &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt; so lange sinkt, bis wieder &amp;lt;math&amp;gt;M = F&amp;lt;/math&amp;gt; gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits ist es durchaus möglich, dass der am Terminmarkt gehandelte Terminkurs &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt; kleiner als &amp;lt;math&amp;gt;F&amp;lt;/math&amp;gt; wird. Um diese Kursdifferenz zu nutzen, müsste der Arbitrageur sich das Gut leihen (analog zur [[Wertpapierleihe]]) und [[Leerverkauf|leer verkaufen]]. Marktteilnehmer, die über Lagerbestände in dem Gut verfügen, halten diese jedoch, um sie zu verbrauchen, weshalb ein Leerverkauf im Allgemeinen nicht möglich und die Arbitragestrategie nicht umsetzbar ist.&amp;lt;ref group=&amp;quot;A&amp;quot;&amp;gt;Für einen Marktteilnehmer mit Lagerbeständen gäbe es eine analoge Arbitragestrategie: Er könnte seinen Lagerbestand verkaufen und auf Termin zurückkaufen. Der Verkaufserlös legt er für die Laufzeit verzinslich an, außerdem spart er so lange die Lagerkosten. &amp;lt;math&amp;gt;Bei M &amp;lt; F&amp;lt;/math&amp;gt; ergibt sich ein sicherer Gewinn. Auch dieser Strategie steht der Wunsch, das Gut zu nutzen, entgegen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Ergebnis existiert für den Terminkurs eines Gutes mit Gebrauchswert die Obergrenze&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;F \le (S_{t0} + U) {(1 + z_T)^{T-t0}}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verfügbarkeitsprämie ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Verfügbarkeitsprämie}}&lt;br /&gt;
Die Differenz in der vorgenannten [[Ungleichung]] kann durch die so genannte [[Verfügbarkeitsprämie]] ({{enS|conveniance yield}}) ausgedrückt werden:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;F {(1 + y)^{T-t0}} = (S_{t0} + U) {(1 + z_T)^{T-t0}}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Die wie ein [[Zinssatz]] ausgedrückte Verfügbarkeitsprämie &amp;lt;math&amp;gt;y&amp;lt;/math&amp;gt; ist zunächst ein Maß für die Differenz der beiden Seiten der Ungleichung. Sie kann als Maß interpretiert werden, wie stark der Terminmarkt das tatsächliche Halten des Gutes gegenüber einer Partizipation am Terminmarkt präferiert. Damit kann sie auch als Markterwartung über zukünftige [[Lieferengpass|Lieferengpässe]] angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung ===&lt;br /&gt;
Allgemein gilt als Ergebnis, dass der faire Terminpreis der Kassakurs ist, vermehrt um die Kosten für das Halten des Basiswertes ([[Refinanzierungskosten]], etwaige [[Lagerkosten]]), verringert um Erträge, die der Basiswert abwirft (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Zinsertrag|Zinserträge]]). Dieser Saldo wird auch als {{enS|cost of carry}} bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drückt man die [[Abzinsung und Aufzinsung|Auf- und Abzinsungsfaktoren]] mit Hilfe der stetigen Verzinsung aus, kann der faire Terminpreis für alle finanziellen Basiswerte einheitlich angegeben werden:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;{F = S_{t0} - e^{(z_T-r_T)(T-t0)} }&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Formel lassen sich die folgenden Zusammenhänge entnehmen:&lt;br /&gt;
* Der faire Terminpreis steigt mit Ansteigen des Kassakurses des Basiswertes.&lt;br /&gt;
* Der faire Terminpreis liegt über dem Kassakurs, wenn die Haltekosten über den Halteerträgen liegt (also wenn &amp;lt;math&amp;gt;(z_T-r_T) &amp;gt; 0&amp;lt;/math&amp;gt;), sonst darunter.&lt;br /&gt;
* Der Terminpreis steigt, wenn die Differenz &amp;lt;math&amp;gt;(z_T-r_T)&amp;lt;/math&amp;gt; größer wird.&lt;br /&gt;
* Bei längerer Terminlaufzeit &amp;lt;math&amp;gt;(T-t0)&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
** steigt der faire Terminpreis, wenn die Differenz &amp;lt;math&amp;gt;(z_T-r_T)&amp;lt;/math&amp;gt; positiv ist und&lt;br /&gt;
** sinkt der faire Terminpreis, wenn die Differenz &amp;lt;math&amp;gt;(z_T-r_T)&amp;lt;/math&amp;gt; negativ ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
;Marktteilnehmer&lt;br /&gt;
Auf dem Devisenmarkt treten drei Arten von [[Marktteilnehmer]]n mit unterschiedlicher [[Risikopräferenz]] auf: [[Hedger]], [[Arbitrage]]ure und [[Spekulant]]en.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Internationale_Wirtschaft/VyXRDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Terminmarkt&amp;amp;pg=PA33&amp;amp;printsec=frontcover Keith Pilbeam/Joscha Beckmann, &amp;#039;&amp;#039;Internationale Wirtschaft: Wechselkurse, Zahlungsbilanz und Weltwährungssystem&amp;#039;&amp;#039;, 2017, S. 28 ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Hedger&amp;#039;&amp;#039; wollen sich auf dem Terminmarkt gegen ein [[Kursrisiko]] (etwa [[Wechselkursrisiko]]) absichern, das durch die [[Volatilität]]en des Kassamarkts signalisiert wird. &amp;#039;&amp;#039;Arbitrageure&amp;#039;&amp;#039; wollen risikolose Gewinne aus dem Unterschied zwischen [[Zinsdifferenz]] und [[Swapsatz]] ausnutzen,&amp;lt;ref&amp;gt;Keith Pilbeam/Joscha Beckmann, &amp;#039;&amp;#039;Internationale Wirtschaft: Wechselkurse, Zahlungsbilanz und Weltwährungssystem&amp;#039;&amp;#039;, 2017, S. 29&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Spekulanten&amp;#039;&amp;#039; dagegen wollen [[Gewinnchance]]n realisieren, indem sie auf erwartete [[Kursgewinn]]e setzen. Der [[Terminkurs]] wird durch das Zusammenspiel von Hedgern, Arbitrageuren und Spekulanten bestimmt, wobei kein [[Angebotsüberhang|Angebots-]] oder [[Nachfrageüberhang]] übrigbleibt:&amp;lt;ref&amp;gt;Keith Pilbeam/Joscha Beckmann, &amp;#039;&amp;#039;Internationale Wirtschaft: Wechselkurse, Zahlungsbilanz und Weltwährungssystem&amp;#039;&amp;#039;, 2017, S. 32&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;NNH + NNA + NNS = 0&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Die Nettonachfrage von Hedgern &amp;lt;math&amp;gt;NNH&amp;lt;/math&amp;gt;, Arbitrageuren &amp;lt;math&amp;gt;NNA&amp;lt;/math&amp;gt; und Spegulanten &amp;lt;math&amp;gt;NNS&amp;lt;/math&amp;gt; ergibt &amp;lt;math&amp;gt;0&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Marktstruktur&lt;br /&gt;
Am Beispiel des [[Devisenmarkt]]es mit seinen Teilmärkten [[Devisenkassamarkt]] und [[Devisenterminmarkt]] soll die Marktstruktur näher erläutert werden. Dass beide Märkte überhaupt voneinander getrennt sind, liegt technisch an den unterschiedlichen Geschäftsarten [[Devisenmarkt#Devisenkassageschäfte|Devisenkassageschäft]] und [[Devisentermingeschäft]] und an den – im Regelfall – unterschiedlichen [[Börsenkurs|Kursen]] hierfür, dem &amp;#039;&amp;#039;Devisenkassakurs&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;math&amp;gt;KK&amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;#039;&amp;#039;Devisenterminkurs&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;math&amp;gt;TK&amp;lt;/math&amp;gt;. Aus der Differenz zwischen beiden wird der [[Swapsatz|Devisenswapsatz]] &amp;lt;math&amp;gt;S&amp;lt;/math&amp;gt; errechnet:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Zur_Theorie_der_Devisenterminm%C3%A4rkte/UFYIzy4ylE8C?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Terminmarkt&amp;amp;pg=PA137&amp;amp;printsec=frontcover Jürgen Schröder, &amp;#039;&amp;#039;Zur Theorie der Devisenterminmärkte&amp;#039;&amp;#039;, 1969 , S. 19]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;S = \frac{TK-KK}{KK}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei &amp;lt;math&amp;gt;TK &amp;lt; KK&amp;lt;/math&amp;gt; handelt es sich um einen [[Deport]], bei &amp;lt;math&amp;gt;TK &amp;gt; KK&amp;lt;/math&amp;gt; entsprechend um einen [[Terminkurs#Kassakurs als Referenzkurs|Report]]. Die Kursunterschiede haben ihre Ursache darin, dass auf dem Terminmarkt [[mittelfristig]]e [[Marktentwicklung]]en und Kurserwartungen eingepreist werden, während der Kassamarkt von sehr [[kurzfristig]]en (minütlichen) Kursentwicklungen geprägt ist. Deshalb weist ein Deport auf eine wahrscheinliche [[Abwertung (Währung)|Abwertung]] der [[Fremdwährung]], ein Report auf eine erwartete [[Aufwertung (Währung)|Aufwertung]] hin. Auf- und Abwertungswahrscheinlichkeit wiederum haben ihre Ursache in der Unterschiedlichkeit der [[Zinsniveau]]s zwischen Inland und Ausland. Ist das Zinsniveau im Ausland höher, so wird die Fremdwährung aufwerten oder die Inlandswährung abwerten müssen, um eine [[Zinsparitätentheorie#Gedeckte Zinsparität|gedeckte Zinsparität]] ([[Marktgleichgewicht]]) herzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Kointegration&lt;br /&gt;
Heftig diskutiert wird die Frage nach einer [[Kointegration]]sbeziehung zwischen Spot- und Terminmarkt, die ein langfristiges Marktgleichgewicht zwischen beiden erfordert, aber kurzfristige Ungleichgewichte zulässt. Wird eine Kointegrationsbeziehung für ein bestimmtes Handelsobjekt angenommen, so ist dies ein Indiz dafür, dass sich der [[Kassakurs]] und der [[Terminkurs]] langfristig gemeinsam entwickeln und sich in einem langfristigen [[Gleichgewicht (Wirtschaftstheorie)|Gleichgewicht]] befinden, von dem kurzfristige Abweichungen möglich sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Annemarie Sapusek, &amp;#039;&amp;#039;Informationseffizienz auf Kapitalmärkten&amp;#039;&amp;#039;, 1998, S. 202&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Preiszusammenhang zwischen Termin- und Kassakursen mittels Kointegrationsanalyse untersuchten unter anderem Autoren erstmals 1991 für [[Kaffee]], [[Mais]], [[Baumwolle]], [[Gold]], [[Sojabohne]]n und [[Rindfleisch]] (Commodities).&amp;lt;ref&amp;gt;Richard T Baillie/Robert J Myers, &amp;#039;&amp;#039;Bivariate GARCH Estimation of the Optimal Commodity Futures Hedge&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Applied Economics 6, 1991, S. 109–124&amp;lt;/ref&amp;gt; Interpretiert man die Preisdifferenzen zwischen Spot- und Terminmarkt vereinfacht als [[Finanzierungskosten]], so lassen sich die kontemporären Preisbeziehungen wie folgt umschreiben:&amp;lt;ref&amp;gt;Kenneth D Garbade/William L Silber, &amp;#039;&amp;#039;Cash Settlement of Futures Contracts: An Economic Analysis&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Futures Markets 3, 1983, S. 452&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;F_t = P_t + i + t_t&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dabei sind  &amp;lt;math&amp;gt;F_t&amp;lt;/math&amp;gt; der logarithmierte Terminmarktpreis, &amp;lt;math&amp;gt;P_t&amp;lt;/math&amp;gt; der logarithmierte Kassamarktpreis, &amp;lt;math&amp;gt;i&amp;lt;/math&amp;gt; die Zinsen und &amp;lt;math&amp;gt;t_t&amp;lt;/math&amp;gt; die Restlaufzeit des Kontraktes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Funktional sind beide Teilmärkte eng miteinander verflochten. Swapgeschäfte beispielsweise sind vom Swapsatz und damit gleichzeitig vom Kassa- und Terminkurs abhängig, woraus sich eine enge [[Interdependenz]] der [[Preisbildung|Kursbildung]] auf diesen beiden Märkten ergibt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Au%C3%9Fenwirtschaft/kUnpBQAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Terminmarkt&amp;amp;pg=PA262&amp;amp;printsec=frontcover Gerhard Rübel, &amp;#039;&amp;#039;Außenwirtschaft: Grundlagen der realen und monetären Theorie&amp;#039;&amp;#039;, 2013, S. 262]&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier kommt ein Marktgleichgewicht zustande, wenn einer Kassa-Nachfrage der Arbitrageure ein entsprechendes Kassa-Angebot des [[Außenhandel]]s und der Spekulanten gegenübersteht und gleichzeitig auf dem Terminmarkt eine Angebotsdeckung erfolgen kann. Übersteigt der künftig erwartete Kassakurs den für diesen Zeitpunkt geltenden Terminkurs, so werden Spekulanten auf dem Terminmarkt sofort Fremdwährung kaufen, um sie am Erfüllungstag gewinnbringend wieder verkaufen zu können, wodurch der Terminkurs steigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Rübel, Außenwirtschaft: Grundlagen der realen und monetären Theorie, 2013, S. 326&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der Bundesrat&amp;lt;ref&amp;gt;{{BR-Drs| 833|06}} vom 11. Mai 2007, &amp;#039;&amp;#039;Zum Finanzmarkt-Richtlinie-Umsetzungsgesetz und die Monopolkommission&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Sondergutachten Strom und Gas&amp;#039;&amp;#039;, 2007, Rn. 201&amp;lt;/ref&amp;gt; gehen davon aus, dass der Spotmarkt den Terminmarkt (im Energiesektor) wesentlich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Sonstiges&lt;br /&gt;
Die [[Marktliquidität]] auf dem Terminmarkt ist im Regelfall geringer als auf dem Spotmarkt. Einerseits muss ein [[Kontrahent]] auf dem Terminmarkt das Handelsobjekt zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses nicht besitzen, sondern erst am Erfüllungstag;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Rübel, &amp;#039;&amp;#039;Außenwirtschaft: Grundlagen der realen und monetären Theorie&amp;#039;&amp;#039;, 2013, S. 257&amp;lt;/ref&amp;gt; spätestens an diesem wird er es auf dem Spotmarkt kaufen. Andererseits sind wesentlich mehr Marktteilnehmer an einem physischen Erwerb interessiert, der auf dem Kassamarkt verlangt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zum Spotmarkt reagiert der Terminmarkt mit wesentlich geringeren Volatilitäten. An den Energiebörsen liegt die Volatilität auf dem Spotmarkt zwischen 50 % und 80 %, auf dem Terminmarkt dagegen lediglich zwischen 10 % und 30 %.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Management_von_Rohstoffrisiken/TgJi1-AUC8UC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Terminmarkt&amp;amp;pg=PA206&amp;amp;printsec=frontcover Jan von Drathen, Strukturierte Beschaffung zur Absicherung von Gaspreisrisiken, in: Markus Heinrich/Markus Reif/René Perrot/Roland Eller (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Management von Rohstoffrisiken&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 206]&amp;lt;/ref&amp;gt; Kursbeeinflussende Ereignisse werden sofort vom Spotmarkt verarbeitet, während der Terminmarkt nur mittel- bis langfristige Marktentwicklungen berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgesehen vom internationalen Kapitalverkehr kommt es am Devisenterminmarkt in erster Linie zu spekulativen Transaktionen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Monet%C3%A4re_Au%C3%9Fenwirtschaftstheorie/ULZhDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Terminmarkt&amp;amp;pg=PA124&amp;amp;printsec=frontcover Ernst-August Behnke, &amp;#039;&amp;#039;Monetäre Außenwirtschaftstheorie&amp;#039;&amp;#039;, 1996, S. 119]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Netto-Devisenangebot am Terminmarkt aus reiner Spekulation und spekulativer [[Hedging|Wechselkurssicherung]] des internationalen Handels orientiert sich einerseits am Terminkurs und andererseits an den zukünftigen Erwartungen hinsichtlich des Kassakurses. Stimmen Terminkurs und erwarteter Kassakurs am selben Zeitpunkt überein, gibt es keinen Anreiz für spekulative Termingeschäfte. Liegt der Terminkurs unterhalb des erwarteten Kassakurses, gibt es Nachfrage nach Devisentermingeschäften, liegt der Terminkurs oberhalb, gibt es Angebot an Devisentermingeschäften.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst-August Behnke, &amp;#039;&amp;#039;Monetäre Außenwirtschaftstheorie&amp;#039;&amp;#039;, 1996, S. 119&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Risiken ==&lt;br /&gt;
Die besondere Gefährlichkeit von Termingeschäften und damit das [[Finanzrisiko]] auf dem Terminmarkt besteht nach Meinung des [[Bundesgerichtshof]]s (BGH) darin, dass sie – anders als Kassageschäfte, bei denen der Anleger sofort Barvermögen oder einen Kredit einsetzen muss&amp;lt;ref&amp;gt;{{Rspr|BGHZ 103, 84}}, 87&amp;lt;/ref&amp;gt; – durch den hinausgeschobenen Erfüllungszeitpunkt zur [[Spekulation (Wirtschaft)|Spekulation]] auf eine günstige, aber [[Ungewissheit|ungewisse]] Entwicklung des [[Marktpreis]]es in der Zukunft verleiten, welche die Auflösung des Terminengagements ohne Einsatz eigenen Vermögens und ohne Aufnahme eines Kredits durch ein gewinnbringendes [[Glattstellen|Glattstellungsgeschäft]] ermöglichen soll.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BGHZ 150, 164, 169&amp;quot;&amp;gt;{{Rspr|BGHZ 150, 164}}, 169&amp;lt;/ref&amp;gt; Typischerweise sind mit Börsentermingeschäften die Risiken der [[Leverage-Effekt|Hebelwirkung]]&amp;lt;ref&amp;gt;BGHZ 139, 1, 6&amp;lt;/ref&amp;gt; und des Totalverlustes des angelegten Kapitals sowie die Gefahr, planwidrig zusätzliche Mittel einsetzen zu müssen, verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;BGHZ 150, 164, 169&amp;quot;/&amp;gt;. Deshalb ist es [[Wertpapierdienstleistungsunternehmen]] nach {{§|26|b_rsg_2007|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 [[Börsengesetz (Deutschland)|BörsG]] untersagt, Termingeschäfte mit Personen abzuschließen, die mit der Materie nicht vertraut sind. Das BörsG versteht unter Börsenspekulationsgeschäften insbesondere An- und Verkaufsgeschäfte mit hinausgeschobener [[Lieferzeit]], auch wenn sie außerbörslich abgeschlossen werden (§&amp;amp;nbsp;26 Abs.&amp;amp;nbsp;2 BörsG) und [[Option (Wirtschaft)|Optionen]] hierauf, wenn sie auf Gewinnerzielung ausgerichtet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere auf den Terminmärkten agieren Marktteilnehmer, die aus obigen Gründen an einer effektiven Erfüllung – etwa Lieferung der zu erwerbenden Waren, Wertpapiere oder Devisen – nicht interessiert sind, sondern während der Laufzeit des Terminkontraktes eine Glattstellung zwecks Gewinnerzielung planen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;A&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4184759-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Börsenhandel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Derivatemarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzmarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökonomischer Markt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Termingeschäft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;BengiUenal</name></author>
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