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	<title>Tergnier - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T13:07:47Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tergnier&amp;diff=2550493&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Renamed user f58bf8462d965d8ed780a593c77d5966: /* Spätantike und Mittelalter */ Korrektur</title>
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		<updated>2025-06-30T20:32:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Spätantike und Mittelalter: &lt;/span&gt; Korrektur&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Gemeinde in Frankreich&lt;br /&gt;
|nomcommune=Tergnier&lt;br /&gt;
|armoiries=Blason ville fr Tergnier (Aisne).svg&lt;br /&gt;
|région=[[Hauts-de-France]]&lt;br /&gt;
|département=[[Département Aisne|Aisne]]&lt;br /&gt;
|arrondissement=[[Arrondissement Laon|Laon]]&lt;br /&gt;
|canton=[[Kanton Tergnier|Tergnier]]&lt;br /&gt;
|intercomm=[[Communauté d’agglomération Chauny-Tergnier-La Fère|Chauny-Tergnier-La Fère]]&lt;br /&gt;
|insee=02738&lt;br /&gt;
|cp=02700&lt;br /&gt;
|longitude=03/17/18/O&lt;br /&gt;
|latitude=49/39/23/N&lt;br /&gt;
|alt moy=53&lt;br /&gt;
|alt mini=44&lt;br /&gt;
|alt maxi=90&lt;br /&gt;
|image=Façade de l&amp;#039;hôtel de ville.jpg&lt;br /&gt;
|image-desc=Rathaus ([[Hôtel de ville]])&lt;br /&gt;
|siteweb=[https://www.ville-tergnier.fr/ www.ville-tergnier.fr]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tergnier&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Gemeinde (Frankreich)|französische Stadt]] mit {{EWZ|FR|02738}} Einwohnern (Stand: {{EWD|FR|02738}}) im [[Département Aisne]] in der [[Region (Frankreich)|Region]] [[Hauts-de-France]]. Sie gehört zum [[Arrondissement Laon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewohner werden &amp;#039;&amp;#039;Ternois&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Ternoises&amp;#039;&amp;#039; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
Die Stadt Tergnier liegt 27 Kilometer südlich von [[Saint-Quentin]] und etwa 30 Kilometer westlich von [[Laon]], im [[Oise|Oise-Tal]] und ist ein [[Eisenbahnknoten]]. Auch treffen vor Ort drei Wasserwege zusammen. Es sind dies der [[Canal latéral à l’Oise|Oise-Seitenkanal]], der [[Canal de la Sambre à l’Oise|Sambre-Oise-Kanal]] und der [[Canal de Saint-Quentin|Kanal von Saint-Quentin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stadtgliederung ===&lt;br /&gt;
Am 1. Januar 1974 wurden &amp;#039;&amp;#039;Fargniers&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Vouël&amp;#039;&amp;#039; und am 1. Januar 1992 &amp;#039;&amp;#039;Quessy&amp;#039;&amp;#039; eingemeindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Spätantike und Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Der Ursprung der Ortschaft bleibt trotz Forschungsarbeiten im Dunkeln. Die ersten verlässlichen Angaben sind für das 17. Jahrhundert zu finden. Über die Herkunft und Bedeutung des Ortsnamens gibt es verschiedene Theorien, doch konnte sich keine davon durchsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Vouël (heute ein Ortsteil von Tergnier) wurden Trümmer aus der [[Gallo-römische Kultur|gallo-römischen]] Zeit entdeckt und zwar entlang der [[Römerstraße]] &amp;#039;&amp;#039;Chaussée Brunehaut&amp;#039;&amp;#039;. Es könnte sein, dass es sich dabei um die Überreste eines [[Heidentum|heidnischen]] Tempels, welche später als Fundament für die erste Kirche genutzt wurden, handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls in Vouël konnte eine [[Motte (Burg)|Motte]], welche &amp;#039;&amp;#039;Tombelle de Vouël&amp;#039;&amp;#039; genannt wurde, festgestellt werden. 1239 soll der Gutsherr &amp;#039;&amp;#039;Jean de Vouël&amp;#039;&amp;#039; auf alle seine Rechte verzichtet haben. Im [[Hundertjähriger Krieg|Hundertjährigen Krieg]] wurde der Ort nacheinander von allen beteiligten Kriegsparteien geplündert: um 1339 durch Banden des englischen Königs [[Eduard III. (England)|Eduard III.]], um 1410 durch die [[Armagnacs]] und etwas später durch die Söldner des [[Bürgerkrieg der Armagnacs und Bourguignons|Herzogtums Burgund]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Im Jahre 1567 belagerten die örtlichen [[Hugenotten]] unter der Führung von &amp;#039;&amp;#039;François d’Hangest&amp;#039;&amp;#039;, Herr von [[Genlis]] sowie [[Louis I. de Bourbon, prince de Condé|Fürst von Condé]], und der Gouverneur der Picardie die [[Burg Coucy]]. 1610 wurde in Vouël ein Tempel errichtet, der die Protestanten der Gegend anzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] fielen die [[Spanien|Spanier]] 1637 in die [[Thiérache]] ein und verwüsteten dabei auch Tergnier. Es gilt als fast sicher, dass &amp;#039;&amp;#039;Seigneur de la Borde&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Maréchal de camp]]&amp;#039;&amp;#039;, 1638 die Bewohner der um Tergnier liegenden Weiler aufbot, um die Eindringlinge zu vertreiben. Der [[Westfälischer Friede|Westfälische Frieden]] entlastete das französische Heer und König [[Ludwig XIV.]] konnte im [[Französisch-Spanischer Krieg (1635–1659)|Französisch-Spanischen Krieg]] gegen seinen Widersacher vorgehen. Im September 1653 schlugen die Marschälle &amp;#039;&amp;#039;[[Henri de La Ferté-Senneterre]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Henri de La Tour d’Auvergne, vicomte de Turenne|Henri de Turenne]]&amp;#039;&amp;#039; mit ihren 16.000 Mannen im Oise-Tal ihr Lager auf und konfiszierten das Getreide, welches sie in Tergnier und der Umgebung finden konnten. Die lokale Bevölkerung flüchtete, kam bald darauf zurück, allerdings nur um feststellen zu müssen, dass sich die Lage nicht gebessert hatte. Sie verließen darauf das Dorf erneut und kehrten erst wieder im Januar des folgenden Jahres heim. Die Arbeitspferde waren von der Armee in Beschlag genommen worden, die Äcker waren unbestellt oder von den Einfällen der Spanier verwüstet. Also nahm die Bevölkerung mit, was sie tragen konnte und suchte in der Stadt Laon Unterschlupf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. April 1676 kam es in der Region zu einem Eklat: die Hugenotten von [[Chauny]] und deren Umgebung beklagten sich, dass die katholischen Priester und die Bevölkerung von Tergnier ihre Geschäfte stören würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Abtei Nogent-sous-Coucy]] besaß seit dem 16. Jahrhundert ein Grundstück im heutigen Ortsteil Quessy, welches das Kloster während der [[Hugenottenkriege|Religionskriege]] abgeben musste. Nach der [[Marginalisierung]] der Hugenotten im Jahre 1703 wurde das Grundstück aber wieder an das Kloster ausgehändigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bevölkerungswachstum während der Boomjahre&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe8&amp;quot;&lt;br /&gt;
!colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|Tergnier ||colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|Quessy&amp;lt;ref&amp;gt;Heute Ortsteil von Tergnier&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr !! Einw. !! Jahr !! Einw.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| 1793 ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 220 ||style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| 1791 ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 154&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| 1845 ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 276 ||style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| 1841 ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 516&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| 1856 ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 362 ||style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| 1861 ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 738&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| 1868 ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 1750 ||style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| 1869 ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 1806 ||style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| 1875 ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 1572 ||style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| 1881 ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 3079 ||style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| 1881 ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 1010&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| 1885 ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 3536 ||style=&amp;quot;background-color:#e0e0e0;&amp;quot;| ||&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Befreiungskriege|Sechs-Tage-Feldzuges]] in den [[Koalitionskriege]]n fiel Tergnier nach der Niederlage [[Napoleon Bonaparte|Napoleons]] an den Feind. [[Requisition]]en und Plünderungen waren in der Folge die Regel. Nach der [[Schlacht von Waterloo|Niederlage von Waterloo]] wurde Tergnier am 25. Juni 1815 erneut besetzt und bezahlte einen hohen Tribut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1857 und 1867 wurde die Bahnlinie von Tergnier über [[Ham (Somme)|Ham]] nach [[Saint-Quentin]] gebaut, ein Projekt das noch von König [[Louis-Philippe I.|Louis-Philippe]] bewilligt worden war, und von [[Napoleon III.]] mit großem Pomp eingeweiht wurde. Zu jener Zeit war Tergnier eine einzige große Baustelle auf der Tag und Nacht gearbeitet wurde. Wege wurden zu Straßen ausgebaut und neue Straßen geschaffen. Die Stadt zog nun fähige Leute von überall an, sogar aus Paris. Unter deren Leitung entstanden neben neuen Berufen im Transportwesen moderne Gewerbebetriebe, wie industrielle Spinnereien und Webereien. Bald gaben viele Bauern und Diener ihre angestammten Berufe auf, um am wirtschaftlichen Aufschwung teilzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Deutsch-Französischer Krieg|Deutsch-Französischen Krieg]] wurde Tergnier am 15. November 1870 von der [[Preußische Armee|preußischen Armee]] besetzt. Zehn Tage später nahmen die Deutschen die Umgebung unter [[Artillerie]]beschuss. Im Winter 1870/71 beherbergte die Bevölkerung von Tergnier einige Tausend Soldaten der geschlagenen französischen Armee. Nach dem [[Friede von Frankfurt|Frieden von Frankfurt]] blieb Ostfrankreich bis zur Begleichung der [[Reparationen]] unter deutscher Besatzung. Im Mai 1872 wurden die letzten deutschen Truppen aus Tergnier abgezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit des Ersten Weltkrieges ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] war das [[Triple Entente|alliierte]] [[British Expeditionary Force#Erster Weltkrieg|britische Expeditionskorps]] unter der Leitung von [[Douglas Haig, 1. Earl Haig|Douglas Haig]] (Kommandierender General des [[I Corps (Vereinigtes Königreich)#Erster Weltkrieg|I. Korps]]), in Tergnier stationiert. Nach der [[Schlacht von Le Cateau]] wurde Tergnier am 27. August 1914 von den [[Deutsches Heer (Deutsches Kaiserreich)|deutschen Truppen]] eingenommen. Ab dem 25. September 1914 wurden alle Männer der Stadt, die im wehrfähigen Alter waren, in das Kriegsgefangenenlager [[Altengrabow]] nach Deutschland verschleppt. Im Frühjahr 1917 wurde die Infrastruktur von Tergnier und anderen Städten beim deutschen strategischen Rückzug aus der Region ([[Unternehmen Alberich]]) willentlich zerstört, um dem Feind das Leben möglichst schwer zu machen. Auf dem Höhepunkt des [[Stellungskrieg]]es in den Jahren 1917/18 wurde Tergnier mehrmals von der einen oder anderen Kriegspartei eingenommen, wobei die Stadt zu 95 % zerstört wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Charles Louis 302 - TERGNIER dévasté - Raffinerie Sailly.JPG|mini|Ruinen der Raffinerie „Sailly“, nach dem Ersten Weltkrieg]]&lt;br /&gt;
Nach der Einleitung der Waffenstillstandsverhandlungen waren am 7. November 1918 mehrere Kraftfahrzeuge mit der [[Deutsche Waffenstillstandskommission 1918|deutschen Verhandlungsdelegation]] unter der Leitung von Staatssekretär [[Matthias Erzberger]] von [[La Capelle]] über [[Homblières]] bei [[Saint-Quentin]] auf unwegsamen Straßen unterwegs. Erzberger war in Begleitung von Kommandant &amp;#039;&amp;#039;De Bourbon-Busset&amp;#039;&amp;#039;, Chef des &amp;#039;&amp;#039;[[Deuxième Bureau]]&amp;#039;&amp;#039; (Geheimdienst) der französischen [[1. Französische Armee|1. Armee]]. Die Franzosen verschwiegen den Deutschen das Ziel der Fahrt. Weit und breit stand kein Haus mehr, nur eine Ruine nach der anderen war zu sehen. Die zerstörten Häuser gaben im Schimmer des Mondlichtes eine gespenstige Kulisse ab. Kein Lebewesen weit und breit, nur ein Gleisende war zu erkennen. Unvermittelt hielt der Wagen um 3 Uhr 45 an.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Wo sind wir?“, fragte Erzberger.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„&amp;#039;&amp;#039;In Tergnier&amp;#039;&amp;#039;“, antwortete Bourbon-Busset.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Erzberger schaute umher. „Aber hier ist kein einziges Haus“, bemerkte er.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Ganz richtig, aber hier &amp;#039;&amp;#039;war&amp;#039;&amp;#039; vormals eine Stadt“, erwiderte Bourbon-Busset.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Anschließend bestieg die Delegation einen Sonderzug, welcher sie von Tergnier zur [[Lichtung von Compiègne]] bei [[Compiègne]] fuhr. Dort wartete [[Ferdinand Foch|Marschall Foch]] in einem Eisenbahnwagen, um den [[Waffenstillstand von Compiègne (1918)|Waffenstillstand von 1918]] auszuhandeln.&amp;lt;ref&amp;gt;Nicholas Best: &amp;#039;&amp;#039;The Greatest Day in History&amp;#039;&amp;#039;, Kapitel 5. PublicAffairs, New York, 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Die Gegend um Tergnier war im Mai/Juni 1940 erneut einer deutschen Invasion ausgesetzt. In ihrem [[Westfeldzug]] überschritt die [[Wehrmacht]] den Kanal von Saint-Quentin bei [[Liez (Aisle)|Liez]] und nahm Tergnier von beiden Seiten in die Zange. Dabei war die Stadt auch Luftangriffen ausgesetzt. Viele Bewohner flohen, doch einige kehrten zurück und schlossen sich der [[Résistance]] an. Tergnier wurde zu einem Zentrum des Widerstandes. Sabotageakte, vor allem ausgeführt auf Eisenbahneinrichtungen, sollten dem Besatzer das Leben schwer machen. Die Vergeltungsaktionen der Wehrmacht folgten auf dem Fuße und waren unerbittlich sowie oft auch unverhältnismäßig. Viele Aktivisten – aber auch Unbeteiligte – wurde standrechtlich erschossen oder in Konzentrationslager verschleppt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der [[La Libération|Befreiung Frankreichs]] im Spätsommer 1944 kam Tergnier als Eisenbahnknoten erneut unter Beschuss, diesmal durch die Alliierten. Nach dem Krieg wurde der Stadt das Verdienstkreuz &amp;#039;&amp;#039;[[Croix de guerre 1939–1945]]&amp;#039;&amp;#039; verliehen. Das dazugehörige Begleitschreiben stellt fest, dass die Stadt bei den massiven Bombardierung der alliierten Luftstreitkräfte 58 Einwohner verlor. Zudem wurden 407 Gebäude völlig und 1041 teilweise zerstört. Elf Einwohner wurden von den Deutschen in Konzentrationslager verschleppt; nur vier von ihnen überlebten diese Tortur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bevölkerungsentwicklung ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; width=400&lt;br /&gt;
|- align=center class=&amp;quot;hintergrundfarbe1&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;| Jahr !! 1962 !! 1968 !! 1975 !! 1982 !! 1990 !! 1999 !! 2006 !! 2016 !! 2022&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einwohner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || 5827 || 5949 || 11.736&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt; || 12.032 || 11.698 || 15.069&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; || 14.600 || 13.541 || 13.261&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;10&amp;quot;| Quellen: Cassini und INSEE&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt; Erstmals mit den Eingemeindungen &amp;#039;&amp;#039;Fargniers&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Vouël&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Erstmals mit der Eingemeindung &amp;#039;&amp;#039;Quessy&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
[[Blasonierung]]: [[Vierung (Heraldik)|Geviert]]: Im ersten [[Feld (Heraldik)|Feld]] auf Azurblau ein goldener Bischofsstab; im zweiten Feld fünffach geteilt [[Balken (Heraldik)|Balken]] von Rot und [[Feh (Heraldik)|Eisenhutfeh]] in Blau und Silber; im dritten Feld auf Gold ein schwarzer [[Löwe (Wappentier)|Löwe]]; im vierten Feld auf Gold oben ein [[Hermelin (Heraldik)|Hermelinsbalken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
* Der Wiederaufbau des zu 95 % im Ersten Weltkrieg zerstörte Ortsteil Fargniers wurde im Jahre 1920 von den Architekten [[Paul Bigot]] und [[Henri-Paul Nénot]] auf dem [[Reißbrett]] geplant und in den Jahren 1922–1928 mit der Unterstützung der [[Andrew Carnegie|Andrew-Carnegie]]-Stiftung umgesetzt. Entstanden ist ein zentraler Platz (&amp;#039;&amp;#039;Place Carnegie&amp;#039;&amp;#039; genannt) um den die Gebäude konzentrisch aufgebaut wurden. Die Straßen verlaufen radial auf den Platz zu. Im inneren Kreis befinden sich die öffentlichen Gebäude und Grünanlagen, auf den äußeren Kreisen die Wohn- und Gewerbegebäude, sowie weitere Grünzonen. Das [[Gesamtanlage|Ensemble]] ist seit 1998 ein [[Monument historique|französisches Kulturdenkmal]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Base Mérimée|PA02000018}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Cité-jardin de Tergnier&amp;#039;&amp;#039; nennt sich eine [[Gartenstadt]] und [[Eisenbahnsiedlung]] im Ortsteil Quessy. Sie hat die Form von drei Lokomotivrädern und wurde im Jahre 1921 von der Eisenbahngesellschaft [[Chemins de fer du Nord]] errichtet.&lt;br /&gt;
* Ebenfalls im Ortsteil Fargniers steht das Museum &amp;#039;&amp;#039;Musée de la Résistance et de la Déportation de Picardie&amp;#039;&amp;#039;, welches an die [[Résistance]]-Bewegung und die [[Deportation]]en in der Region Picardie während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] erinnert.&lt;br /&gt;
* Tergnier liegt am Pilgerweg [[Via Francigena]].&lt;br /&gt;
* Gedenkstätte am ehemaligen Bahnhof, wo die [[Deutsche Waffenstillstandskommission 1918|Deutsche Waffenstillstandskommission]] am 7. November 1918 in den Sonderzug zur [[Lichtung von Compiègne]] einstieg.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Clocher de l&amp;#039;église de Tergnier.jpg|Kirche Notre-Dame&lt;br /&gt;
Eglise de Quessy.jpg|Kirche La Trés-Sainte-Vierge de Quessy&lt;br /&gt;
Gare de Tergnier - façade.JPG|Bahnhof&lt;br /&gt;
Cité Tergnier 18 (3811757637).jpg|Arbeitersiedlung &amp;#039;&amp;#039;Cité Tergnier&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
Peleton TDF2014 Etape 6 Tergnier.JPG|Tour de France 2014 in Tergnier&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft und Infrastruktur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Tergnier - Gare.jpg|mini|Der alte Bahnhof von Tergnier]]&lt;br /&gt;
* Der Bau des [[Canal de Saint-Quentin]] zieht sich von 1730 bis 1843 hin.&lt;br /&gt;
* 1852: Die Konzession für die Eisenbahnlinie von Tergnier nach [[Reims]] wird erteilt.&lt;br /&gt;
* 1855: Die erste Eisenbahnwerkstatt von Tergnier zum Bau und zur Wartung von Lokomotiven wird erstellt.&lt;br /&gt;
* 1859: Die Eisenbahngesellschaft [[Compagnie des chemins de fer du Nord]] entschließt sich Tergnier zu einem ihrer Knotenpunkte auszubauen.&lt;br /&gt;
* 1860: M. Mention errichtet eine Zuckerfabrik, die 60 bis 80 Arbeiter beschäftigt und 6.000 Tonnen Zucker pro Jahr raffiniert.&lt;br /&gt;
* 1867: Die Bahnstrecke Tergnier – [[Amiens]] wird in Betrieb genommen.&lt;br /&gt;
* 1868: Die französisch-[[Belgien|belgische]] [[Fayence]]-Manufaktur A. Mongin beschäftigt 200 Arbeiter.&lt;br /&gt;
* 1876: Eine Großstickerei stellt viele Arbeiterinnen, die vorher vorwiegend saisonal in der Landwirtschaft als Mägde tätig waren, ein.&lt;br /&gt;
* 1885: Die Gießerei Tergnier-Fargniers, geleitet von M. Maguin, wird eröffnet. (heute zerstört)&lt;br /&gt;
* 1893: Die Gießerei der Gebrüder Lebois wird gegründet. (heute zerstört)&lt;br /&gt;
* 1901: Die Gießerei M. Berlemont wird gegründet. (heute zerstört)&lt;br /&gt;
* 1918: Nach dem Ersten Weltkrieg sind circa 50 % der Gleisanlagen in Tergnier zerstört.&lt;br /&gt;
* 1944: Während der Befreiung Frankreichs wird Tergnier, das noch von den Deutschen besetzt ist, bombardiert. Dabei werden Bahnhof, Eisenbahndepot, Eisenbahnwerkstätten und [[Rangiergleis]]e fast vollständig zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Städtepartnerschaften ==&lt;br /&gt;
* [[Triptis]] (Thüringen, Deutschland), seit 1965 – geschlossen mit Quessy&lt;br /&gt;
* [[Wolfhagen]] (Hessen, Deutschland), seit 1981&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* [https://www.ville-tergnier.fr/ Offizieller Internetauftritt der Stadtverwaltung Tergnier] ({{frS}})&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Gemeinden im Arrondissement Laon}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort in Hauts-de-France]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zerstört im Ersten Weltkrieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Croix de guerre 1914–1918 (Ort in Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadt in Frankreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort an der Oise]]&lt;/div&gt;</summary>
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