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	<title>Tempelwirtschaft - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T05:45:19Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>92.210.6.202: /* Siehe auch */</title>
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		<updated>2024-10-04T23:48:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Siehe auch&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;In der [[Altorientalistik|Assyriologie]] und [[Vorderasiatische Archäologie|Vorderasiatischen Archäologie]] bezeichnet &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tempelwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; unter anderem eine geschichtswissenschaftliche These, der gemäß im [[sumer]]ischen [[Mesopotamien]] jede ökonomische Tätigkeit auf die [[Tempel]] ausgerichtet gewesen sei. Diese   Zentralverwaltungswirtschaft sei dem [[Theokratie|theokratischen]]  Grundgedanken entsprungen, dass das ganze Gemeinwesen einer [[Gottheit]] oder einer Götterfamilie als uneingeschränkter Besitz eigen sei, die vom &amp;#039;&amp;#039;[[ensik]]&amp;#039;&amp;#039;, dem Priesterfürsten des jeweiligen Stadtstaats, repräsentiert würden. Die Beziehung zwischen den Gottheiten und ihren irdischen Statthaltern habe damit der zwischen Gutsherren und Gutsverwaltern entsprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Sales contract Shuruppak Louvre AO3766.jpg|mini|Keilschrifttäfelchen mit Grundstücksvertrag, [[Schuruppak]], um 2600 v. Chr.]]&lt;br /&gt;
Die These wurde Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt, nachdem in Tello (heute [[Girsu]]) solcherart zu deutende Texte gefunden worden waren, die sich ins 24. Jahrhundert v. Chr. datieren lassen. Aufgrund der ältesten beschriebenen [[Tontafel]]n aus dem Tempelbereich von [[Uruk]], die ebenfalls aus dem Zusammenhang einer Wirtschaftsverwaltung stammten, wurde angenommen, dass die Tempelwirtschaft in Mesopotamien seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. eine allgemeingültige Erscheinung gewesen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Annahme ist gegen Ende des 20. Jahrhunderts verstärkt in die Kritik geraten, wenn auch nicht verschwunden. Anhand archäologischer Funde wird auf deutliche Anzeichen privater Wirtschaftstätigkeit beziehungsweise das völlige Fehlen zentralisierter Tempel- und Wirtschaftsbezirke in anderen Siedlungen hingewiesen, ebenso wie auf eine klare Trennung zwischen Verwaltungsbeamten und Kultpersonen. Ein weiterer Kritikpunkt ist forschungssystematischer Natur, indem bemerkt wird, dass die bisherige Auswahl zentraler Siedlungen als bevorzugte Grabungsorte zwangsläufig zum irreführenden Eindruck zentralisierter Organisationsformen habe führen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Altes Ägypten|pharaonischen Ägypten]] waren Götter- und Totentempel die entscheidenden wirtschaftlichen Redistributionszentren. Im [[Altes Reich|Alten Reich]] und teils auch im [[Mittleres Reich|Mittleren Reich]] war die wirtschaftliche und kulturelle Einigung Ägyptens mit der Rolle des [[Pyramide (Bauwerk)|Pyramidenbaus]] verflochten. Die königliche Residenz lag zusammen mit dem Totentempel bei der Pyramidenstadt, in welche die Güter aus allen Gauen und Provinzen zusammengeführt und umverteilt wurden. Im [[Neues Reich|Neuen Reich]] und in der Spätzeit waren vor allem die großen Göttertempel, insbesondere in [[Theben (Ägypten)|Theben]] und [[Memphis (Ägypten)|Memphis]], die wirtschaftlichen Verwaltungs- und Umverteilungszentren.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliche, wenn auch nicht als so ausgeprägt betrachtete Erscheinungsformen intensiver wirtschaftlicher Verflechtungen religiöser Zentren und der darin wirkenden Personen („Tempel“, „Priester“), beispielsweise im antiken Griechenland oder in Indien, werden gelegentlich ebenfalls mit dem Begriff der Tempelwirtschaft bezeichnet. In den historischen [[Biblische Exegese|Bibelwissenschaften]] wird unter diesem Stichwort die ökonomische und fiskalische Funktion und Bedeutung des [[Jerusalemer Tempel]]s in biblischer Zeit untersucht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{WiBiLex |Autoren=Thomas Naumann |Referenz=20473 |Titel=Handel/Händler (AT) |Abruf=2020-01-03}} Gliederungspunkt „2.3.3. Binnenhandel“, unten (Stand: Oktober 2012). Siehe auch: [[Joachim Schaper]], [[Michael Tilly]]: &amp;#039;&amp;#039;Tempel.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Frank Crüsemann]], Kristian Hunger, [[Claudia Janssen]], [[Rainer Kessler]], [[Luise Schottroff]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sozialgeschichtliches Wörterbuch zur Bibel.&amp;#039;&amp;#039; Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2009, ISBN 978-3-579-08021-5, S. 581–586.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Palastwirtschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Wirtschaftskreislauf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hans J. Nissen]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte Alt-Vorderasiens&amp;#039;&amp;#039;. R. Oldenbourg Verlag, München 1998, ISBN 3-486-56374-2, S. 156–159.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kult]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion (Altertum)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sumer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaft (Antike)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftsordnung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorderasiatische Archäologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaft (Alter Orient)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion und Wirtschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
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