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	<title>Tellerstruktur - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-21T01:30:15Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tellerstruktur&amp;diff=2078686&amp;oldid=prev</id>
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		<updated>2021-01-28T18:43:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Erforschungsgeschichte: &lt;/span&gt; https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:DishStructureCalifornia.jpg|mini|300px|Tellerstruktur in feinkörnigem Sandstein aus Nordkalifornien]]&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tellerstruktur&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine sekundäre [[Sedimentstruktur]], die durch Verflüssigung oder [[Fluidisierung]] im unverfestigten [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sediment]] verursacht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsklärung ==&lt;br /&gt;
Die Tellerstruktur ({{enS|&amp;#039;&amp;#039;dish structure&amp;#039;&amp;#039;}}), manchmal auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Teller- und Pfeilerstruktur&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, wurde aufgrund ihrer tellerförmigen Ausbildung nach dem Haushaltsgegenstand benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erforschungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Die Tellerstruktur wurde 1961 zum ersten Mal von Crook wissenschaftlich beschrieben,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Keith A. W. Crook |Titel=Stratigraphy of the Parry Group (Upper Devonian – Lower Carboniferous), Tamworth – Nundle district, N.S.W. |Sammelwerk=Journal and Proceedings Royal Society of New South Wales |Band=94 |Datum=1961 |Seiten=189–207 |Online=[https://www.biodiversitylibrary.org/item/174326#page/413/mode/1up biodiversitylibrary.org]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; der sie damals aber noch als &amp;#039;&amp;#039;discontinuous curved lamination&amp;#039;&amp;#039; (diskontinuierlich gebogene Lagerung) bezeichnet hatte. Der eigentliche Begriff wurde zum ersten Mal im Jahr 1967 von Stauffer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=P. H. Stauffer |Titel=Grain flow deposits and their implications, Santa Ynes Mountains, California |Sammelwerk=Journal of Sedimentary Petrology |Band=32 |Datum=1967 |Seiten=487–508}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und von Wentworth&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=C. M. Wentworth |Titel=Dish structure, a primary sedimentary structure and coarse turbidites |Sammelwerk=Am. Assoc. Petrol. Geol. Bull. |Band=51 |Datum=1967 |Seiten=85–96}}&amp;lt;/ref&amp;gt; benutzt. Umfassende Studien über die Tellerstruktur gehen auf Lowe und LoPiccolo im Jahr 1974 sowie auf Lowe im Jahr 1975 zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=D. R. Lowe |Titel=Water escape structures in coarse-grained sediments |Sammelwerk=Sedimentology |Band=22 |Datum=1975 |Seiten=157–204}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung der Struktur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dish structure.jpg|mini|200px|Skizzierte Tellerstruktur aus der Jackfork-Gruppe. Nahezu perfekter Teller in Rot. Gelbe Pfeile markieren den entweichenden Porenwasserstrom. In Blau der vom Wasserstrom verbogene Tellerrand]]&lt;br /&gt;
Die mehr oder weniger horizontal liegende Tellerstruktur besteht aus zwei Teilen: dem eigentlichen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Teller&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sowie seinem Sedimentinhalt, der bis zum nächsthöherliegenden Teller hinauf reicht. Die den Teller markierende Grenzschicht kann verschiedene Formen annehmen, deren Ausgestaltung von sehr flach über schüsselartig bis hin zu ausgesprochen konkav reichen kann. Die Grenzschicht besteht aus dünnen (um 2 Millimeter), dunklen Lagen, die wesentlich reicher an [[Ton (Bodenart)|Ton]], [[Schluff]] oder organischem Material sind als das umgebende [[Sand|sandige]]/[[Schluff|schluffige]] Medium. Die einzelnen Teller sind gestaffelt angeordnet. Die Tellerbreite kann zwischen 2 und 50 Zentimeter variieren, der vertikale Abstand der Teller schwankt zwischen weniger als 1 und 8 Zentimeter. Im Grundriss gesehen wechselt die Tellerform von kreisförmig/polygonal nach elliptisch/oval. Die Grenzschicht hebt sich scharf und deutlich vom umgebenden Sediment ab, in höheren Bereichen werden die Übergänge jedoch fließend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewöhnlich werden die Teller durch vertikale, massive Sandstreifen, den sogenannten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pfeilern&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, voneinander getrennt. Die Pfeilerstrukturen können relativ klein sein (Pfeiler vom A-Typus) oder aber recht groß und durchgehend ausfallen (Pfeiler vom B-Typus), sie deuten dann und einen erhöhten Wasserstrom an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb einer einzelnen Sedimentlage lässt sich oft beobachten, wie die Tellerrundung bei gleichzeitiger Breitenreduzierung nach oben hin zunimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:DishStructureTalara.jpg|mini|300px|links|Riesige Tellerstrukturen in der Nähe von Talara, Peru]]&lt;br /&gt;
Tellerstrukturen können in weit aushaltenden Lagen auftreten, sie sind aber insgesamt gesehen nicht allzu häufig und meist nur undeutlich ausgebildet. Ihr Medium ist gewöhnlich grober Schluff, die Strukturen können aber auch in allen Sandarten vorkommen. In Tonen und in [[Kies]]en werden sie jedoch nie angetroffen. Sedimentlagen mit Tellerstrukturen sind [[Gradierung|normal gradiert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Faziesräume, in denen Tellerstrukturen zur Ausbildung kommen, sind vorwiegend die Tiefsee, insbesondere der untere [[Kontinentalhang]]. Die Strukturen finden sich in grobkörnigen [[Turbidit]]en und in assoziierten, hochkonzentrierten [[Massentransport]]en (engl. grain flows, fluidized flows &amp;amp; liquefied flows). Aber auch in flachmarinen, fluviatilen und lakustrinen Environments treten Tellerstrukturen gelegentlich auf, in [[Delta]]sedimenten wurden sie ebenfalls beobachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=T. H. Nilsen et al. |Titel=New occurrences of dish structure in the stratigraphic record |Sammelwerk=Journal of Sedimentary Petrology |Band=47 |Datum=1977 |Seiten=1299–1304}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Besonderheit stellen im marinen Milieu abgelagerte vulkanische Aschenlagen dar, die entweder selbst Tellerstrukturen aufweisen oder sie im unterliegenden Sediment induzieren können.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=G. K. Pedersen, F. Surlyk |Titel=Dish structures in Eocene volcanic ash layers, Denmark |Sammelwerk=Sedimentology |Band=24 |Datum=1977 |Seiten=581–590}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der Turbidite beschränken sich Tellerstrukturen meist auf die Lage [[Bouma-Sequenz|Bouma C]], können jedoch gelegentlich auch schon in Bouma B zu sehen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gute Beispiele für Tellerstrukturen kommen aus der [[Jackfork-Gruppe]] in [[Oklahoma]], aus Turbiditen des [[Ordovizium]]s bei [[Cardigan (Wales)|Cardigan]] in [[Wales]], aus Tiefseefächern bei [[San Sebastian]] in [[Spanien]] und aus der [[Cerro Torro-Formation]] in [[Chile]]. Enorm große Tellerstrukturen finden sich bei [[Talara]] im nördlichen [[Peru]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
Noch bis 1974 wurden Tellerstrukturen als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;primäre Sedimentstrukturen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; angesehen. Ihre Entstehung wurde entweder mit mechanischen Gegebenheiten des Sedimenttransports oder mit den Ablagerungsbedingungen in hochkonzentrierten&lt;br /&gt;
Massentransporten in Verbindung gebracht. Lowe und LoPiccolo erkannten als erste die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;sekundäre&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Natur dieser Sedimentstrukturen, die sich unmittelbar nach der Ablagerung bilden. Die sekundäre Natur der Strukturen beruht hierbei im Wesentlichen auf der Entwässerung von wassergesättigten und noch nicht verfestigten, rasch abgelagerten Sedimentlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass sich Tellerstrukturen nach ihrer Ablagerung gebildet haben, kann gelegentlich auch an abgeschnittenen oder versetzten primären Sedimentstrukturen (wie beispielsweise [[Konvolutlagerung]]) beobachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der aufgrund des Überdrucks einsetzende Entwässerungsprozess im frisch abgelagerten Sediment wird wegen der angereicherten Tonfraktion von weniger durchlässigen Lagen behindert. Der normalerweise aufwärts strebende Porenwasserstrom wird folglich gezwungen, solange seitwärts auszuweichen, bis sich eine erneute Aufstiegsmöglichkeit bietet. Dieser seitlich gerichtete Wasserstrom bewirkt eine Dichtesortierung im durchströmten Sediment – kleine Korngrößen wie Tone werden zwar anfangs noch mitbewegt, bleiben aber dann zurück und lagern sich (bedingt durch ihre elektrostatischen Eigenschaften) letztendlich an den Permeabilitätsschranken an, welche schließlich die tonreichen Grenzschichten der Tellerstrukturen bilden. An den Entweichstellen des [[Porenwasser]]s werden die Tellerränder nach oben gebogen. Geschieht das Entweichen des Porenwassers auf jähe, kraftvolle Weise, so wird der Sand fluidisiert und mitgerissen; die Tonlagen werden zerteilt und es entstehen Entwässerungskanäle – die Pfeiler. Eine Abwandlung stellen zylindrische Pfeiler dar (Entwässerungszylinder), die einen Durchmesser bis zu 10 Zentimeter und eine Länge von 23 Zentimeter erreichen können.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=R. H. Bailey, W. A. Newman |Titel=Origin and significance of cylindrical sedimentary structures from the Boston Bay Group, Massachusetts |Sammelwerk=American Journal of Science |Band=278 |Datum=1978 |Seiten=703–714}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In dicken Sandsteinbänken von Turbiditen nimmt die Pfeilerlänge generell gegen das Hangende hin zu. Die Bank schließt dann gewöhnlich mit Konvolutlagerung (engl. convolute bedding) ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Tellerstrukturen sind gute Indikatoren der [[Hangendes|Hangendrichtung]] des jeweiligen Sediments.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=J. R. L. Allen&lt;br /&gt;
   |Titel=Sedimentary structures. Their character and physical basis&lt;br /&gt;
   |Verlag=Elsevier&lt;br /&gt;
   |Datum=1984&lt;br /&gt;
   |ISBN=0-444-42232-3}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Hans Füchtbauer&lt;br /&gt;
   |Titel=Sedimente und Sedimentgesteine&lt;br /&gt;
   |Verlag=Schweizerbart&lt;br /&gt;
   |Ort=Stuttgart&lt;br /&gt;
   |Datum=1988&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-510-65138-3}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=M. E. Leeder&lt;br /&gt;
   |Titel=Sedimentology and Sedimentary Basins&lt;br /&gt;
   |Verlag=Blackwell Science&lt;br /&gt;
   |Datum=1999&lt;br /&gt;
   |ISBN=0-632-04976-6}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=H.-E. Reineck, I.B. Singh&lt;br /&gt;
   |Titel=Depositional Sedimentary Environments&lt;br /&gt;
   |Verlag=Springer-Verlag&lt;br /&gt;
   |Datum=1980&lt;br /&gt;
   |ISBN=0-387-10189-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sedimentation]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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