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	<title>Tell Ain Dara - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Jairon Levid Abimael Caál Orozco: /* Weblinks */ Link</title>
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		<updated>2025-10-21T10:40:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; Link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Coordinate |NS=36/27/33.7/N |EW=36/51/7.5/E |type=landmark|region= SY|map=right|maptype=relief}}&lt;br /&gt;
[[Datei:AinDara,SE.jpg|mini|Eingangsseite des Tempels von Südosten mit äußerem Wandelgang und der Haupthalle des Kernbaus ab den hinteren Treppenstufen]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tell Ain Dara&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|تل عين دارة&amp;amp;lrm;|DMG=Tall ʿAyn Dāra}}) ist ein [[Tell (Archäologie)|Siedlungshügel]] einer antiken Residenzstadt im Nordwesten [[Syrien]]s, auf dem die Reste eines Tempels aus der [[Geschichte der Hethiter|späthethitischen Zeit]] freigelegt wurden, dessen Bauphasen in das 13. bis 8. Jahrhundert v. Chr. datiert werden. Die Bedeutung des der Göttin [[Ištar]] geweihten Tempels ergibt sich durch die in einem eigenen Stil gestaltete Bauplastik aus schwarzem [[Basalt]]. Ein großer Teil der Ruinenstätte wurde 2018 während des [[Bürgerkrieg in Syrien|Syrischen Bürgerkriegs]] zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
[[Datei:SYRIE 289.jpg|mini|In den 1990er Jahren aufgestellter Löwe am südlichen Teil des Hügels, wohin heute der Zugang führt]]&lt;br /&gt;
Tell Ain Dara liegt nordwestlich von [[Aleppo]] in der fruchtbaren Talebene des [[Afrin (Fluss)|Afrin]]. Eine Straße führt von Aleppo über die Kleinstadt [[Dar Taizzah]] am [[Qal&amp;#039;at Sim&amp;#039;an|Simeonskloster]] vorbei nach Norden durch das Tal. Vier Kilometer nach [[Basuta]] zweigt im Dorf Ain Dara eine zwei Kilometer lange Zufahrtsstraße nach Westen zum Hügel ab. Geradeaus bis zur Stadt [[Afrin]] sind es acht Kilometer. Dieser Teil des Afrin-Tals ist die einzige Ackerebene innerhalb des nordsyrischen Kalksteinmassivs, auf der während der [[Bronzezeit]] Regenfeldbau betrieben wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eugen Wirth]]: &amp;#039;&amp;#039;Syrien, eine geographische Landeskunde.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1971, Karte S. 145&amp;lt;/ref&amp;gt; Die ovale Hügelkuppe erhebt sich 20 Meter aus der Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Ein Hirte entdeckte 1954 in einem Fuchsbau auf dem Hügel von &amp;#039;Ain Dara einen Basaltlöwen und 1956 wurde diese Statue von Archäologinnen begutachtet. Eine anfangs syrisch-französische&amp;lt;ref&amp;gt; Seirafi, Kirichian &amp;amp; Dunand: &amp;#039;&amp;#039;recherches archeologiques a Ayin-Dara.&amp;#039;&amp;#039; In: Les annales archéologiques de Syrie. Revue d&amp;#039;archéologie et d&amp;#039;histoire, 1965, S. 3–20&amp;lt;/ref&amp;gt; und später nur noch syrische Expedition begann in den 1960ern den Tempel und seine unmittelbare Umgebung zu untersuchen. Diese Expedition dauerte, mit einigen Pausen, bis in die 80er Jahre an,&amp;lt;ref&amp;gt; Abou-Assaf: &amp;#039;&amp;#039;Der Tempel von ʻAin Dārā.&amp;#039;&amp;#039; 1990&amp;lt;/ref&amp;gt; und dokumentierte den kompletten Tempel. Von 1981 bis 1984 wurde eine Begehung und eine kleine Ausgrabung in der Unterstadt von einem syrisch-amerikanischen Team durchgeführt, das auch für die Unterstadt eine Chronologie etablieren konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Elizabeth C. Stone, Paul E. Zimanski, 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1990ern wurde der Tempel von &amp;#039;Ain Dara eine beliebte Touristenattraktion.&amp;lt;ref&amp;gt;Elizabeth C. Stone, Paul E. Zimanski, 1999, S. 139&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Tempel wurde im [[Bürgerkrieg in Syrien|Syrischen Bürgerkrieg]] am 26. Januar 2018 zum Ziel türkischer Luftangriffe während der [[Türkische Militäroffensive auf Afrin]]. 60 Prozent der Anlage wurden dabei nach Einschätzungen der [[Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte|Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte]] zerstört.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.bbc.com/news/world-middle-east-42858265 &amp;quot;Syria war: Turkish air strikes &amp;#039;damage ancient Afrin temple&amp;#039;&amp;quot;] BBC vom 29. Januar 2018&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch nach Angaben eines Beobachters und der syrischen Regierung wurde durch das türkische Bombardement die Anlage schwer beschädigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.reuters.com/article/us-mideast-crisis-syria-turkey-temple/syrian-government-says-turkish-shelling-damaged-ancient-temple-idUSKBN1FH08F &amp;#039;&amp;#039;Syrian government says Turkish shelling damaged ancient temple.&amp;#039;&amp;#039;] Reuters, 28. Januar 2018&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Ende des 13. Jahrhunderts v. Chr. brach das Großreich der [[Hethiter]] zusammen. Mit den großen politischen Umwälzung dieser Zeit werden die Zerstörungsschichten der [[bronzezeit]]lichen Stadtstaaten [[Ugarit]] und [[Alalach]], die innerhalb des hethitischen Einflussbereichs lagen, erklärt. Zu den späthethitischen Kleinstaaten, die sich in der Folgezeit bildeten und deren Ruinen in Nordsyrien und Anatolien lokalisiert werden konnten, gehören [[Samʼal]], [[Karkemiš]], [[Karatepe-Arslantaş|Karatepe]] und Ain Dara. Bei den drei genannten Machtzentren waren die Paläste mit Reliefs und Skulpturen ausgestattet, bei Ain Dara war dagegen der Tempel besonders aufwendig gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 9. Jahrhundert lag Ain Dara innerhalb des [[Aramäer (Volk)|aramäischen]] Kleinreiches Bet Agusi ([[Assyrische Sprache|assyrisch]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Unqi]]&amp;#039;&amp;#039;), dessen Hauptort Kinalua (Kunalua) mit [[Tell Tayinat|Tell Ta&amp;#039;yinat]] am Orontes (nahe [[Antiochia am Orontes|Antiochia]]) in Verbindung gebracht wird. Mit dem Vordringen des Neu[[Assyrisches Reich|assyrischen Reiches]] nach Westen wurde der Tempel zerstört. Der Assyrerkönig [[Šulmanu-ašared III.|Salmanassar III.]] (reg. 858–824) eroberte laut einer Inschrift die befestigte Stadt Mu-ú-ru und baute sie zu einer Festung aus. Der Ort wird mit Ain Dara aufgrund der Lage, von Grabungsfunden und dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Dārā&amp;#039;&amp;#039; lokalisiert, der eine [[Semitische Sprachen|semitische]] Form des [[Hurritische Sprache|hurritischen]] Ortsnamens &amp;#039;&amp;#039;Mudra/u&amp;#039;&amp;#039; sein könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Edward Lipinski: &amp;#039;&amp;#039;The Aramaeans: Their Ancient History, Culture, Religion.&amp;#039;&amp;#039; Peeters Publishers, Leuven 2000, S. 202, 285&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:AinDara,wall.jpg|mini|Stadtmauer aus hellenistischer Zeit am Südrand des Hügels]]&lt;br /&gt;
Die auf einem älteren Siedlungshügel in frühhellenistischer Zeit im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. neu gegründete Kleinstadt [[Gindaros]] wird nach Auswertung antiker Quellen drei verschiedenen Orten im Afrin-Tal zugeordnet: dem heutigen Djinderis, der römischen Stadtanlage [[Kyrrhos]] oder möglicherweise Ain Dara.&amp;lt;ref&amp;gt;Getzel M. Cohen: &amp;#039;&amp;#039;The Hellenistic Settlements in Syria, the Red Sea Basin, and North Africa.&amp;#039;&amp;#039; University of California Press, 2006, S. 170 f&amp;lt;/ref&amp;gt; Jedenfalls enthielt eine Schicht von Ain Dara Reste aus [[Seleukidenreich|seleukidischer]] bis [[Hellenismus|hellenistischer]] Zeit (Ende 4. bis 1. Jahrhundert v. Chr.). In dieser Zeit war die Stadt von einer zwei Meter hohen Befestigungsmauer umgeben. Aus römischer Zeit sind keine Fundstücke aufgetaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die darüber liegende, einen Meter dicke Erdschicht lässt den Schluss zu, dass Ain Dara bis zur islamischen Zeit unbesiedelt war. Einige Kleinfunde folgen ab dem 7. Jahrhundert, bis in die [[Osmanisches Reich|osmanische]] Zeit im 16. Jahrhundert war der Ort ununterbrochen besiedelt. Eine breitere Schicht aus dem 9. bis 12. Jahrhundert beinhaltete Münzen, Hausrat und landwirtschaftliches Gerät. Abgesehen vom freigelegten Tempel sind wenige antike Reste weiterer Gebäude auf dem Siedlungshügel und der in der aramäischen Zeit umwallten Unterstadt in der Ebene im Osten erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tempel ==&lt;br /&gt;
Assaf gliederte die Entwicklung des Tempels in drei Bauphasen. Der älteste, hypothetische Tempel aus dem Ende der Bronzezeit entsprach in seiner Anlage dem folgenden. Es war ein [[Ante (Architektur)|Anten]]-Tempel auf einer Kalksteinplattform mit zwei Säulen am Eingang, einem querrechteckigen Vorraum, von dem drei Stufen zur Haupthalle führten und einer nochmals durch ein Podium erhöhten [[Cella]]. In der zweiten Bauphase wurden dekorative Elemente aus Basalt eingeführt, dazu gehören die monumentalen figürlichen Stelen und an der Sockelzone vorgestellte Reliefplatten. Es ergab sich ein Materialkontrast zwischen dem hellen Kalkstein der statischen Elemente und den dunklen, vorgesetzten Blendverzierungen aus Basalt. In der dritten Phase, der frühen Eisenzeit, kamen ein säulengestützter Wandelgang auf drei Seiten hinzu, Löwen- und Sphinx-[[Orthostat]]en und [[Protome]]n-Dekorationen außen herum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:AinDara,footsteps.jpg|mini|Treppenstufen am Portikus]]&lt;br /&gt;
Der Tempel steht mit seiner Dreigliederung in der Tradition der in Syrien im 3. Jahrtausend v. Chr. entwickelten Langhaustempel. Die Gliederung des Tempels entspricht dem hethitischen Haustyp des [[Hilani|Bit Hilani]] mit einer hier quadratischen, 16,7&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;16,8 Meter großen Cella. Der Tempel stand auf einer künstlichen, mit [[Sphinx (ägyptisch)|Sphingen]]- und Löwen-Reliefs verkleideten Terrasse von 32&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;38 Metern. Eine 11 Meter breite Freitreppe führte zum äußeren Hof, dieser bis zu den Eingangsstufen an einem von Säulen getragenen [[Portikus]]. In die beiden Stufen sind drei, etwa einen Meter lange Fußspuren eingetieft, als Zeichen für den Zug der Göttin Ištar in den Tempel und ihre Anwesenheit darin. Solche Fußabdrücke sind vom Indischen Subkontinent bekannt, aber im Nahen Osten äußerst selten. Seitlich der Treppe grüßten zwei Sphingen die Gläubigen. Nach dem Vorraum flankierten zwei kolossale Basaltlöwen den Eingang zur Haupthalle. Wie die Fußstapfen war auch die dargestellte Gottheit in der Cella überlebensgroß. Um die Cella führte im Sockelbereich ein Reliefband, das auf 58 Zentimetern Höhe Berggötter, Mensch-Tier-Mischwesen und Würdenträger zeigte, die alle ihre Hände zur Verehrung erheben. Sie sehen aus wie [[Atlant]]en, die nichts zu tragen haben. Nach dieser Vorstellung übernahmen sie die Aufgabe, die Cella als den Ort, an dem sich die Götter manifestieren, über den irdischen Bereich in den Himmel und Wohnsitz der Götter emporzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter &amp;#039;&amp;#039;Berggott&amp;#039;&amp;#039; wird hier keine Gottheit verstanden, die auf einem Berg thront, sondern ein heiliger, verehrter Berg. Der Berg wurde als menschliche Figur dargestellt, die bis zur Hüfte mit einem Schuppenrock bekleidet ist und deren Füße zu sehen sind. Am Sockelbereich treten diese Figuren in der Mitte einer Dreiergruppe auf. Auf dem Kopf tragen sie eine konische Mütze mit drei bis fünf Hörnerpaaren.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Weippert 2003, S. 234 f, 238&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tempel war wohl Ištar als der Geliebten des nordsyrischen Berggottes geweiht. Es wurde nur eine Darstellung entdeckt, die die Göttin selbst zeigt (Relief der „kriegerischen Ištar“), dafür sind ihre Attribute Sphinx und Löwe zahlreich vorhanden, die des Berggottes, Stiermenschen und adlerköpfige Menschen, ebenfalls. Die am besten erhaltenen Reliefs befinden sich heute im [[Nationalmuseum Aleppo]]. Die monumentalen Basaltskulpturen vor Ort sind durch witterungsbedingte, großflächige Abplatzungen stark beschädigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Datierung der Bildnisse ===&lt;br /&gt;
Die Tempelanlage setzte hethitische Bautraditionen fort, besonders in der Gestaltung des Zugangs mit flankierenden Tierfiguren und Tordurchgängen. Dagegen bot die an diesem Ort eigenwillige und von den Nachfolgestaaten des hethitischen Reiches abweichende Formgebung der Bildwerke Anlass zu Spekulationen über ihre Entstehungszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:SYRIE 291.jpg|mini|Basaltlöwen und -sphingen an der äußeren Sockelzone. Nordostseite]]&lt;br /&gt;
Ali Abou Assaf gliedert das Baudekor in drei Stilabschnitte: einige Reliefs an der Sockelzone der Cella auf 1300 bis 1000 v. Chr., die Protomen und Reliefs der Eingangsfassade und an der Cella auf 1000 bis 900, und weitere Protomen, Stelen und Relieffragmente zwischen 900 und 700 v. Chr. Das Ištar-Relief datiert er in das 8. Jahrhundert. Für [[Winfried Orthmann]] sind dagegen keine größeren Stilunterschiede erkennbar, weshalb er sämtliche Bauplastik in die Zeit zwischen 1200 und 1000 v. Chr. datiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Winfried Orthmann, 1993&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit würde ein Traditionszusammenhang hergestellt mit den etwas jüngeren, in der [[Zitadelle von Aleppo]] ausgegrabenen Reliefs vom [[Wettergott von Aleppo|Tempel des Wettergottes]] (Haddu, [[Teššub]], [[Tarḫunt|Tarhunza]]), die aus dem Ende des 10. oder dem Anfang des 9. Jahrhunderts stammen. Die Protomen an der Eingangsfront des Kernbaus stammen wohl aus der ältesten Bauphase, die Reliefs am Wandelgang dürften im 11. Jahrhundert entstanden sein, die Löwen und Sphingen vor dem Eingang, die mit kantigen, leistenartigen Lippen am meisten von hethitischen Vorbildern abweichen, dürften etwas jünger sein. In das 11. Jahrhundert wird auch der etwas oberhalb am Weg zum Tempel aufgestellte einzelne Löwe datiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Kay Kohlmeyer, 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutungsvergleiche ===&lt;br /&gt;
Die Dreiteilung in Aufgang, Vorraum und Cella entspricht dem älteren &amp;#039;&amp;#039;Tempel 2048&amp;#039;&amp;#039; im palästinensischen [[Megiddo]]. An den [[Orthostat]]en am Eingang zum Tempel und zur Cella zeigt sich der großhethitische Stil der zentralanatolischen Zentren [[Ḫattuša]] und [[Alaca Höyük]]. In ihrer Wirkung auf den Betrachter stellten die Skulpturen die architektonische Anlage des Tempels in den Hintergrund. Der Tempel in Ain Dara vermittelt auch einen Eindruck vom bronzezeitlichen Tempel in [[Hazor]], der im 13. Jahrhundert zerstört wurde und dessen Orthostaten schlechter erhalten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als in diesem Zusammenhang ungewöhnliches Architekturmerkmal erhielt der Wandelgang Aufmerksamkeit. Er lässt sich mit dem Umgang des in der Bibel beschriebenen [[Jerusalemer Tempel#Der Salomonische Tempel|salomonischen Tempels]] in Jerusalem vergleichen. Die Cella dieses &amp;#039;&amp;#039;Ersten Tempels&amp;#039;&amp;#039;, der im 10. Jahrhundert v. Chr. gebaut wurde, war mit 11 × 11 Meter ebenfalls quadratisch. Der Bauplan als Antentempel mit Doppelsäulen am Eingang ist entsprechend. Sein Umgang wird als dreistöckig rekonstruiert und soll konstruktiv nicht mit dem Kernbau verbunden gewesen sein. In Ain Dara war das Fundament des Wandelgangs ebenfalls nicht mit dem Kernbau verbunden, über die Anzahl der Stockwerke werden hier keine Angaben gemacht. Bei beiden Tempeln muss das Umschreiten des Tempels Bestandteil des Kultes gewesen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;John M. Lundquist: &amp;#039;&amp;#039;The Temple of Jerusalem: Past, Present, and Future.&amp;#039;&amp;#039; Frederick A. Praeger, New York 2007, S. 57–59&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor der Entdeckung von Ain Dara wurde der zwischen 1935 und 1938 ausgegrabene Tempel vom Tell Ta&amp;#039;yinat bereits wegen seiner Ähnlichkeit mit dem salomonischen Tempel gewürdigt. Der dortige Tempel &amp;#039;&amp;#039;(Gebäude 2)&amp;#039;&amp;#039; war jedoch kleiner und ist zeitlich weiter entfernt, er wird in das 8. Jahrhundert datiert.&amp;lt;ref&amp;gt;John Monson, 2000 (weblink)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ali Abou Assaf: &amp;#039;&amp;#039;Der Tempel von Ain Dara.&amp;#039;&amp;#039; Damaszener Forschungen 3, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1990. ISBN 3-8053-1108-7&lt;br /&gt;
* Ali Abou Assaf: &amp;#039;&amp;#039;Der Tempel von Ain Dara in Nordsyrien.&amp;#039;&amp;#039; Antike Welt 24, 1993, S. 155–171&lt;br /&gt;
* [[Kay Kohlmeyer]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Datierung der Skulpturen von &amp;#039;Ain Dara.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Dominik Bonatz]], Rainer M. Czichon, F. Janoscha Kreppner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Fundstellen: Gesammelte Schriften zur Archäologie und Geschichte Altvorderasiens. ad honorem Hartmut Kühne.&amp;#039;&amp;#039; Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2008, S. 119–130. ISBN 3-447-05770-X&lt;br /&gt;
* [[Mirko Novák]]: &amp;#039;&amp;#039;[http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/propylaeumdok/volltexte/2019/4426 The Temple of &amp;#039;Ain Dara in the Context of Imperial and Neo-Hittite Architecture and Art.]&amp;#039;&amp;#039; In: Jens Kamlah, Henrike Michelau (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Temple Building and Temple Cult. Architecture and Cultic Paraphernalia of Temples in the Levant&amp;#039;&amp;#039; (= Abhandlungen des Deutschen Palästina-Vereins, Bd. 41). Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2012, S. 40–54. ISBN 978-3-447-06784-3&lt;br /&gt;
* [[Winfried Orthmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Datierung des Ištar-Reliefs aus Tell &amp;#039;Ain Dārā.&amp;#039;&amp;#039; Istanbuler Mitteilungen 43, 1993, S. 245–251&lt;br /&gt;
* Elizabeth C. Stone, Paul E. Zimanski: &amp;#039;&amp;#039;The Iron Age Settlement at &amp;#039;Ain Dara, Syria.&amp;#039;&amp;#039; Survey and Soundings. BAR International Series 786, Oxford 1999&lt;br /&gt;
* Manfred Weippert: &amp;#039;&amp;#039;Berggötter, Löwen, Stier- und Vogelmenschen. Rekonstruktion des Sockels G 1 aus dem Tempel von &amp;#039;Ain Dara in Nordsyrien.&amp;#039;&amp;#039; In: Cornelis G. den Hertog u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Saxa Loquentur. Studien zur Archäologie Palästinas / Israels.&amp;#039;&amp;#039; (Festschrift Volkmar Fritz). Münster 2003, S. 227–256. ISBN 3-934628-34-6&lt;br /&gt;
* Paul Zimanski: &amp;#039;&amp;#039;The „Hittites“ at &amp;#039;Ain Dara.&amp;#039;&amp;#039; In: K. Aslihan Yener, Harry A. Hoffner u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Recent developments in Hittite archaeology and history: Papers in memory of [[Hans Gustav Güterbock|Hans G. Güterbock]].&amp;#039;&amp;#039; Eisenbrauns, Winona Lake 2002, S. 177–191&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Ain Dara}}&lt;br /&gt;
* John Monson: [http://www.michaelsheiser.com/PaleoBabble/Ayn%20Dara%20Parallel%20to%20Solomons%20Temple.pdf &amp;#039;&amp;#039;The New &amp;#039;Ain Dara Temple: Closest Solomonic Parallel.&amp;#039;&amp;#039;] &amp;#039;&amp;#039;[[Biblical Archaeology Review]]&amp;#039;&amp;#039; 26 (32), 2000, S. 20–35 (PDF-Datei; 362&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Altorientalischer Fundplatz in Syrien|Ain Dara]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Asien|Ain Dara]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antike syrische Stadt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz (Hethiter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gouvernement Aleppo]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jairon Levid Abimael Caál Orozco</name></author>
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