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	<title>Tefillin - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tefillin&amp;diff=88622&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;YMS: Sprache</title>
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		<updated>2026-02-13T07:19:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sprache&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Tefillin.JPG|mini|Tefillin bestehend aus Arm- (links) und Kopf-Tefillin (rechts)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tefillin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arcS|תְּפִלִּין&amp;amp;lrm;|təfillin}}, [[Ivrit|neuhebräisch]] {{he|תפילין&amp;amp;lrm;}}; Singular {{he|תפילה&amp;amp;lrm;|təfilla}}), deutsch auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gebetsriemen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, fälschlich auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Phylakterien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|φυλακτήριον|phylaktḗrion|de=Talisman, [[Amulett]]}}, doch handelt es sich nicht um Amulette), sind ein Paar kleine schwarze, mit [[Leder]]riemen versehene, lederne Gebetskapseln. Sie enthalten auf [[koscher]]em [[Pergament]] handgeschriebene Schriftrollen mit Texten aus der [[Tora]], den fünf Büchern Moses. Tefillin werden von religiösen jüdischen Männern – im [[Liberales Judentum|Reformjudentum]] teilweise auch von Frauen – an Werktagen beim Morgengebet (hebräisch [[Schacharit]]) getragen, keinesfalls zu nächtlicher Stunde. Der Arm-Teil liegt am Oberarm, und die Riemen werden um den Arm, die Hand und Finger gewickelt, der Kopf-Teil wird über der Stirn getragen. Das Anlegen der Tefillin dient als Mahnung, [[JHWH]]s [[Gebot (Ethik)#Judentum/Altes Testament|Gebote]] zu beachten. Ihre Form, die Art, sie zu tragen, und der Inhalt der Gebetskapseln sind im [[Talmud]] festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lederriemen und seine Überkreuzungen auf der Körperoberfläche des Armes bzw. der Hand formen die [[Hebräisches Alphabet|hebräischen Buchstaben]] [[Schin (Hebräisch)|Schin]] (שׁ), [[Daleth]] (ד) und [[Jod (Hebräisch)|Jod]] (י) nach. Zusammen lassen sich die drei Buchstaben zum Wort „[[El Schaddai|Schaddai]]“, Allmächtiger verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei finden sich geringe Unterschiede innerhalb der [[Tradition]]en der verschiedenen [[Ethnisch-religiöse Gruppe|ethno-religiösen Gruppen]] ([[Aschkenasim]], [[Sephardim]] und der [[Jemenitische Juden|Jemenitischen Juden]], [[Mizrachim]]). So werden die Lederriemen in sephardischer Art im [[Drehrichtung#Uhrzeigersinn|Uhrzeigersinn]] gewickelt, hingegen nach aschkenasischer Art entgegen dem Uhrzeigersinn. Die nicht dem [[Rabbinisches Judentum|rabbinischen Judentum]] und damit dem Talmud verpflichteten [[Karäer]] verwenden keine Tefillin zum Gebet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vyacheslav Dobrovych: &amp;#039;&amp;#039;Talmudisches: Die Gebete unserer Weisen. Was passiert im Moment unserer inneren Neubewertung?&amp;#039;&amp;#039;  22. Februar 2019, [[Jüdische Allgemeine]], auf juedische-allgemeine.de [https://www.juedische-allgemeine.de/religion/die-gebete-unserer-weisen/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Nissan Mindel: &amp;#039;&amp;#039;The Meaning of Prayer.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
published and copyrighted by Kehot Publication Society, 29. Mai 2018, auf chabad.org [https://www.chabad.org/library/article_cdo/aid/682090/jewish/The-Meaning-of-Prayer.htm]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die [[Samaritaner]] ({{heS|שַמֶרִים&amp;amp;lrm;|schamerim}}), die sich wahrscheinlich im 4. bis 5. Jahrhundert v. Chr. von der Hauptströmung des Judentums abwandten, nutzen keine Tefillin zu ihrem [[Gebet (Judentum)|Gebet]].&amp;lt;ref&amp;gt;Am Berg [[Garizim]] befindet sich ihr JHWH-Heiligtum. Ihre Entstehung geht hypothetisch auf dissidente Priesterkreise aus Jerusalem zurück, die sich von den durch [[Nehemia]] und [[Esra]] im [[5. Jahrhundert v. Chr.|5.]] bis [[4. Jahrhundert v. Chr.]] eingeleiteten Reformen im postexilischen Judäa distanziert hatten. Siehe {{WiBiLex |Referenz=25967 |Autor=[[Martina Böhm]] |Titel=Samaritaner |Datum=2010-06 |Abruf=2025-07-01}} (hier „4. Geschichte seit persischer Zeit“)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Wort {{heS|תפלה&amp;amp;lrm;|tefilah}}&amp;lt;ref&amp;gt;[[Reinhold Boschki]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://bibelwissenschaft.de/stichwort/100178/ Beten, jüdische Perspektive]&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;WiReLex&amp;amp;#x202f;-&amp;amp;#x202f;[[Das wissenschaftlich-religionspädagogische Lexikon im Internet|Das Wissenschaftlich-Religionspädagogische Lexikon im Internet]]&amp;#039;&amp;#039;. Stuttgart, Februar 2016. Abgerufen am 1. Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; stammt vom [[Hebräische Sprache#Verben|Verb]] {{heS|פלל&amp;amp;lrm;|pallel|de=richten‘ ‚einschalten‘ ‚urteilen‘ ‚hoffen}} ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Tehillim - Psalms - Chapter 106, auf chabad.org [https://www.chabad.org/library/bible_cdo/aid/16327/jewish/Chapter-106.htm#v30]&amp;lt;/ref&amp;gt; In seinem reflexiven Gebrauch wird das Verb {{heS|לְהִתְפַּלֵּל&amp;amp;lrm;|lehitpalel|de=beten}} im Sinne „sich Selbst vor Gott zu richten“. Damit wird ein wahrhaftiges, [[Spiritualität|spirituelles]] Gebet, im jüdischen Sinne, zu einer intensiven Form der [[Selbstreflexion]]. Abgeleitet aus dem Wort für ‚beten‘ (tefilah) steht das Wort ‚Tefillin‘ für den [[Kultgegenstand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Tefillin ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Cairo Genizah tefillin shel yad.jpg|mini|Mittelalterliche Arm-Tefillin aus der [[Geniza|Kairo Genizah]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Tefillin worn by a man at the Western Wall in Jerusalem.jpg|mini|Junger Mann mit Tefillin in der [[Jerusalemer Altstadt]] nahe der [[Klagemauer]]. Seine Tefillin sind nach [[Sephardim|sefardischem]] Ritus gebunden.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jewish Woman Praying.jpg|mini|220px|Eine [[Gebet (Judentum)|betende]] jüdische Frau&amp;lt;ref&amp;gt;vergleiche auch [[Women of the Wall]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Shereen Aly: &amp;#039;&amp;#039;Wie beten Frauen? Das rituelle Gebet im Judentum und im Islam.&amp;#039;&amp;#039; Masterarbeit, Universität Wien, Wien 2019, auf phaidra.univie.ac.at [https://phaidra.univie.ac.at/open/o:1355469] hier S. 46; 60 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit [[Tallit]] und Tefillin.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tefillin bestehen aus einem Kopfteil ({{HebrS|תפילין של ראש&amp;amp;lrm;|tefillin schel rosch}}) und einem Armteil ({{Hebr|תפילין של יד&amp;amp;lrm;|tefillin schel jad}}). Sie haben jeweils schwarze Lederriemen ({{Hebr|רצועות&amp;amp;lrm;|retzu&amp;#039;ot}}) und ein schwarzes Ledergehäuse ({{Hebr|בית&amp;amp;lrm;|bajit}}, pl. {{Hebr|בתים&amp;amp;lrm;|batim}}), in denen sich kleine Rollen aus [[Pergament]] mit den handgeschriebenen Tora-Abschnitten:&lt;br /&gt;
* [[2. Buch Mose|2.&amp;amp;nbsp;Buch Mose]] ({{heS|שְׁמוֹ&amp;amp;lrm;|Schemot|de=Namen}}) {{B|Ex|13|8–10}} und {{B|Ex|13|11–16}} und&lt;br /&gt;
* [[5. Buch Mose|5.&amp;amp;nbsp;Buch Mose]] ({{heS|דְּבָרִים&amp;amp;lrm;|Devarim|de=Worte}}) {{B|Dt|6|4–9}} und {{B|Dt|11|13–21}} befinden.&lt;br /&gt;
Auf diese Schriften geht das Gebot ({{HebrS|מצוה&amp;amp;lrm;|[[Mitzwa]]h}}), Tefillin anzulegen, zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Schma Jisrael]], das jüdische Glaubensbekenntnis, sowie 5.&amp;amp;nbsp;Buch Mose {{BB|Dtn|6|4–9|ELB}} beinhalten die Aufforderung, „diese Worte“ als Zeichen auf Hand und Stirn zu binden, und auch an zwei weiteren Stellen im 2.&amp;amp;nbsp;Buch Mose {{BB|Ex|13|1–10|ELB}} und {{BB|Ex|13|11–16|ELB}} sollen sie als Zeichen am Arm und auf der Stirn dienen.&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Höre, Israel: Der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen, und du sollst davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt und wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst. Und du sollst sie als Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen als Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben&lt;br /&gt;
 |Autor=5. Buch Mose {{BB|Dtn|6|4–9|ELB}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Aufforderung wurde von der überwiegenden Mehrheit der jüdischen Bibelkommentatoren wörtlich, nicht bildlich verstanden. Im Talmud wird weitgehend festgeschrieben, wie, wann und wo Tefillin getragen oder abgelegt werden müssen, in der [[Rabbinische Literatur|rabbinischen Literatur]] wurden die Ausführungen teilweise weiterentwickelt, wodurch sich geringfügige regionale Unterschiede entwickelt haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EJ2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tragen von Tefillin ist seit der [[Antike]] belegt und wurde bis ins [[Mittelalter]] auch von Frauen praktiziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EJ2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;EJ&amp;quot;&amp;gt;Aaron Rothkoff, Avraham Grossman, Menahem Zevi Kaddari, Jona Fraenkel, Israel Moses Ta-Shma and Judith R. Baskin: &amp;#039;&amp;#039;Rashi&amp;#039;&amp;#039;. In: Michael Berenbaum and Fred Skolnik (Hrsg.): Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage, Band 17, Macmillan Reference USA, Detroit 2007, Seiten 101–106, online: [http://go.galegroup.com/ps/i.do?v=2.1&amp;amp;it=r&amp;amp;ugroup=outside&amp;amp;id=GALE%7CCX2587516452 Gale Virtual Reference Library]&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit der [[Neuzeit]] werden Tefillin nur von erwachsenen Männern (ab 13 Jahren, denn in diesem Alter wird ein [[Glaube (Religion)#Judentum|gläubiger]] Mensch ein vollwertiges Mitglied eines [[Minjan]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Israel Meir Lau]]: &amp;#039;&amp;#039;Wie Juden leben. Glaube, Alltag, Feste.&amp;#039;&amp;#039; 6. Aufl., Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2005, ISBN 3-579-02155-9, S. 21&amp;lt;/ref&amp;gt;) getragen, heute meist nur noch von observanten Juden der [[Orthodoxes Judentum|orthodoxen]] und [[Konservatives Judentum|konservativen]] Richtungen. In der Antike und im Mittelalter, möglicherweise auch in der Neuzeit, legten Frauen vereinzelt Tefillin an,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Golinkin |url=http://originaljewish.com/wp-content/uploads/2009/07/golinkin-women_tefillin-cj97fa.pdf |titel=May Women Wear Tefillin? |werk=Conservative Judaism |datum=1997 |format=PDF; 134&amp;amp;nbsp;kB |sprache=en |abruf=2013-02-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und diese Tradition ist im 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert von Frauen, die dem [[Egalitäre Gesellschaft|egalitären]] Reformjudentum angehören, wieder aufgenommen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Debra Nussbaum Cohen |url=http://forward.com/articles/156814/tefillin-for-women-by-women/ |titel=Tefillin for Women, by Women |werk=[[The Jewish Daily Forward]] |datum=2012-05-29 |sprache=en |abruf=2013-02-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kabbala|Kabbalisten]] glauben, dass die Tefillin für den Kopf auf die Stirn gesetzt werden, um die geistige Verbindung der Seele mit dem Schöpfer zu symbolisieren. Im [[Sephiroth|Baum des Lebens]] ist dies [[Kether]] (Krone). Das Umwickeln der jeweils passiven Hand stehe für die Seite des Egos und des Egoismus, die durch die Tefillin gefesselt werden sollen, damit die gute Seite zu Gott aufsteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Rav DovBer Pinson: &amp;#039;&amp;#039;The Kabbalah of Tefillin.&amp;#039;&amp;#039; [http://iyyun.com/teachings/the-kabbalah-of-tefillin]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Anlegen der Tefillin und deren Verwendung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Tefillin-shel-yad.jpg|mini|Arm-Tefillin, die zum Abschluss in Form des Buchstabens ש (Schin) um die Hand gelegt werden]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Tefillin straps sephardic knot.JPG|mini|Der Abschluss &amp;#039;&amp;#039;shel yad&amp;#039;&amp;#039; mit dem hebräischen Buchstaben Shin (ש), gewunden nach sephardischer Tradition.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Arm-Tefillin ({{heS|תפילין של יד&amp;amp;lrm;|tefillin shel yad}}) werden so angelegt, dass die Gebetskapsel auf dem [[Musculus biceps brachii|Bizeps]] liegt, und die Riemen werden siebenmal um den „schwächeren“ Arm und dann um die Hand gelegt. [[Rechtshänder]] tragen die Hand-Tefillin am linken Arm, Linkshänder am rechten Arm.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Das Anlegen der Tefillin der jüdischen Gebetsriemen.&amp;#039;&amp;#039; The Yahaduton Chanel, Your Personal Guide to Judaism, 31. Mai 2021 [https://www.youtube.com/watch?v=h3rWs1PgYuY]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;How to Put on Talet and Tefilin General Sephardic Custom. Torah Siva Lanu, 7. Januar 2021 [https://www.youtube.com/watch?v=oG-V-HdCiOQ]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Kopf-Tefillin ({{heS|תפילין של ראש&amp;amp;lrm;|tefillin shel rosh}}) werden mit einem Lederriemen über der Stirn gehalten und am Hinterkopf mit einem Knoten befestigt; die zwei Riemenenden werden über die Schulter hängend nach vorn getragen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rabbi M. Y. Sharaby: &amp;#039;&amp;#039;How to put on Tefillin.&amp;#039;&amp;#039; 2003, auf hasofer.com [https://www.hasofer.com/html/tefillinposition.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebetskapsel der Kopf-Tefillin trägt den hebräischen Buchstaben [[Schin (Hebräisch)|Schin ({{he|ש&amp;amp;lrm;}})]], für „[[El (Gott)#Attribute|Schaddai]] ({{heS|שדי&amp;amp;lrm;}})“, deutsch &amp;#039;&amp;#039;Allmächtiger&amp;#039;&amp;#039;, bei den Hand-Tefillin wird das Wort {{he|שדי&amp;amp;lrm;}} (Schaddai) aus den Riemen gebildet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EJ2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor die Armtefillin siebenmal gewickelt worden sind, wird ein erster [[Bracha|Segensspruch]] ausgesprochen: „Baruch ata adonaj, elohénu mélech ha-olam, ascher kideschánu bemizwotaw, weziwánu lehaní-ach tefilin.“ Übersetzt bedeutet dieser: „Gesegnet seist Du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der uns durch Seine Gebote geheiligt und uns befohlen hat, den Tefillin anzulegen.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heidrun Kämper|Heidrun Deborah Kämper]]: 3. &amp;#039;&amp;#039;Sprache in der jüdischen Religion.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Alexander Lasch]], [[Wolf-Andreas Liebert]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Sprache und Religion.&amp;#039;&amp;#039; (Handbücher Sprachwissen Bd. 18), De Gruyter, Berlin  2017, S. 69–91, auf ids-pub.bsz-bw.de [https://ids-pub.bsz-bw.de/frontdoor/deliver/index/docId/6590/file/Kaemper_Sprache_in_der_juedischen_Religion_2017.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tefillin dürfen nicht zwischen dem [[Tod (Judentum)|Tod]] (מיתה Mita) und der [[Jüdische Bestattung|Beerdigung]] (קְבוּרָה Kevura) eines engen Familienangehörigen getragen werden, denn es wäre ein Widerspruch, spirituelle Hingabe und damit Freude in der Zeit der Trauer zu zeigen. Auch am [[Schabbat]] und anderen [[Jüdische Festtage|Festtagen]] werden sie nicht angelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein korrekt ausgeführtes [[Gebet#Judentum|Gebets]][[ritual]] nimmt drei wesentliche Gebetsattribute in seinen Bestand, hierzu gehören neben den Tefillin noch eine [[Kippa]] (Kopfbedeckung) und ein [[Tallit]] (Gebetsschal mit den sogenannten Schaufäden, [[Zizit]]), etwa während des [[Gebet (Judentum)#Schacharit (Morgengebete)|Morgengebets]]&amp;amp;nbsp;– zum [[Gebet (Judentum)#Mincha (Mittagsgebete)|Mittags-]] und [[Gebet (Judentum)#Ma&amp;#039;ariv/Arvit (Abendgebete)|Abendgebet]] trägt nur der [[Chasan (Kantor)|Chasan]] einen Tallit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Israel Meir Lau|Lau]] (1988)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Israel Meir Lau]]: &amp;#039;&amp;#039;Wie Juden leben. Glaube, Alltag, Feste.&amp;#039;&amp;#039; 6. Aufl., Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2005, ISBN 3-579-02155-9, S. 19; 21–27&amp;lt;/ref&amp;gt; sieht die Pflicht, sich mit einem Tallit zu umhüllen, vorrangig vor dem Anlegen der Tefillin; er führt hierzu den [[Halacha|halachischen]] Grundsatz an, dass wenn etwas häufig im Vergleich zum weniger Häufigen getan wird, das sich oft Wiederholende Vorrang habe. Da am Schabbat und [[Jüdische Feiertage|Feiertagen]] keine Tefillin angelegt werden, das Umhüllen mit dem [[Zizit]] jedoch tägliche Pflicht sei, erhielte auch das Einhüllen in dem Tallit Vorrangigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprünge der Tefillin ==&lt;br /&gt;
Der [[Brauch]], ein [[Zeichen]] der Zugehörigkeit zur Gottheit an der Stirn zu tragen, lässt sich auf spätbronzezeitlichen Terrakotten und Terrakottaformen aus [[Kamid el-Loz]] und [[Samaria (antike Stadt)|Samaria]] nachweisen, sowie auf [[Eisenzeit#Levante|eisenzeitlichen]] Elfenbeinschnitzereien aus Nordsyrien. Auf dem Kopf der Dienerinnen der [[Göttin]], die meistens als Frau im Fenster dargestellt werden, hat es die Form eines Taw (X), die weibliche Wortendung im Semitischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hebräischen Bibel ([[Tanach]]) kommt das Wort ‚Tefillin‘ nicht vor. Es ist von {{he|ט(ו)טפת&amp;amp;lrm;|ṭ[o]ṭafot}}, ‚[[Phylakterium|Phylakterien]]‘ (Amulett, Schmuck, Gehänge), an der Stirn die Rede ({{B|Ex|13|16}}; {{B|Dtn|6|8}}; {{BB|Dtn|11|18}}) oder von „Erinnerungsmal zwischen den Augen“ ({{B|Ex|13|9}}), ferner von „Zeichen an der Hand“ ({{B|Ex|13|9}}; {{BB|Ex|13|16}}; {{B|Dtn|6|8}}; {{BB|Dtn|11|18}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteste literarische Bekundung von [[Mesusa]] und Tefillin findet sich – ohne dass diese &amp;#039;&amp;#039;termini technici&amp;#039;&amp;#039; verwendet werden – im griechisch geschriebenen [[Aristeasbrief]] (158-59; 2. Jh. v. Chr.):&amp;lt;ref&amp;gt;Othmar Keel: &amp;#039;&amp;#039;Zeichen der Verbundenheit. Zur Vorgeschichte und Bedeutung der Forderungen von Deuteronomium 6,8f und Par.&amp;#039;&amp;#039;, in: Casetti, Pierre et al. (Hrsg.): [https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/158510/ Mélanges Dominique Barthélemy: Études bibliques offertes à l&amp;#039;occasion de son 60e anniversaire, Fribourg/Göttingen 1981, 166.]&amp;lt;/ref&amp;gt; „Gleicherweise hat er (Mose) uns befohlen, an den Toren und Türen die Worte anzubringen, damit sie an Gott erinnerten; er befiehlt auch ausdrücklich, dieses Zeichen um die (Unter-)Arme zu heften, indem er damit deutlich anzeigt, dass jede Handlung gerecht ausgeführt werden muss…“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten erhaltenen Tefillin stammen aus den Höhlen 1, 4 und 8 bei [[Qumran]] am [[Totes Meer|Toten Meer]], sowie aus dem [[Antikenhandel]]. Sie werden um das Jahr 0 datiert. Einige enthalten Passagen aus dem [[Dekalog]]. Sie entsprechen noch nicht genau der rabbinischen Vorschrift. Dies trifft erstmals für zwei Blättchen einer Kopftefilla zu, die im [[Nachal Ze’elim|Nachal Zeʾelim]] gefunden wurden und in die Zeit des [[Bar-Kochba-Aufstand]]es datieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Othmar Keel: &amp;#039;&amp;#039;Zeichen der Verbundenheit. Zur Vorgeschichte und Bedeutung der Forderungen von Deuteronomium 6,8f und Par.&amp;#039;&amp;#039; In: Pierre Casetti et al. (Hrsg.): [https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/158510/ &amp;#039;&amp;#039;Mélanges Dominique Barthélemy: Études bibliques offertes à l&amp;#039;occasion de son 60e anniversaire.&amp;#039;&amp;#039; Fribourg/Göttingen 1981, S. 168–172.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellung der Tefillin ==&lt;br /&gt;
Die Tefillin bestehen im Wesentlichen aus zwei ledernen Schachteln, die [[Pergament]]e mit einem hebräischen Text enthalten, und den Lederriemen. Sowohl das Leder als auch das Pergament müssen von [[Tahara|rituell reinen]] Tieren stammen. Die Gebetskapseln von Kopf- und Arm-Tefillin unterscheiden sich dadurch, dass bei den Arm-Tefillin (Tefillin Shel Yad) alle vier Abschnitte auf einem Pergament und in einer Kammer untergebracht sind, während in den Kopf-Tefillin (Tefillin Shel Rosh) vier Pergamentrollen, mit je einem Tora-Abschnitt, in vier getrennte Kammern eingelegt werden. Seit dem [[Mittelalter]] geschieht dies in beiden Tefillin in der Regel in der biblischen Reihenfolge. Die verwendete hebräische Schrift ist die gleiche wie diejenige, die für Torarollen verwendet wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EJ2&amp;quot;&amp;gt;{{EJ2|19|577|580|Tefillin|Louis Isaac Rabinowitz}}&amp;lt;!--[http://go.galegroup.com/ps/i.do?id=GALE%7CCX2587519673&amp;amp;v=2.1&amp;amp;u=unizur&amp;amp;it=r&amp;amp;p=GVRL&amp;amp;sw=w online]--&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptschachtel Bajit (בית), die die Tefillinrollen enthält, wird als Ketzitzah (קציצה) bezeichnet; sie ist kubisch. Darunter befindet sich eine breitere Basis, die Titura (תיתורא) genannt wird. Auf der Rückseite der Titura befindet sich eine Lasche, Ma&amp;#039;avarta (מעברתא), durch die der Tefillin-Riemen gezogen wird, um die Tefillin an Ort und Stelle zu binden.&amp;lt;ref&amp;gt;Norman Kiell: &amp;#039;&amp;#039;The psychodynamics of American Jewish life: an anthology.&amp;#039;&amp;#039; Twayne Publishers, New York 1967, S. 334.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch gesehen waren die Tefilla entweder zylindrisch oder würfelförmig; die zylindrische Form wurde im Laufe der Zeit aber obsolet. Die ledernen Schachteln werden aus einem einzigen Stück reiner Tierhaut gefertigt, deren Sockel eine Öffnung für ein Fach zur Aufnahme der Pergamentrollen bilden. In den [[Würfel (Geometrie)|kubischen]] Behälter der Kopf-Tefillin ist der hebräische Buchstabe Schin (ש) eingearbeitet; [[Kabbala|kabbalistisch]] ([[Gematrie]]) entspricht schin (ש) dem Zahlenwert 300, stehend für 300 Tage des [[Jüdischer Kalender|Jahres]] für die Verwendung der Tefilla.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Tefillin shel yad klaf.jpg|mini|Eine einzige Schriftrolle in den Arm-Tefillin; die Titura (תיתורא) ist von der Bajit (בית) abgenommen worden. Der Blick geht auf das Pergament, Klaf, Qelaf (קָלַף)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tefillin werden in unterschiedlichen Qualitätsstufen hergestellt. Die einfachste Form, Peshutim (תפילין פשטים „einfach“) genannt, wird aus mehreren Stücken Pergament hergestellt, um die Innenwände der Kopf-Tefillin zu bilden. Die höherwertigen Tefillin, namentlich Dakkot (תפילין דכות „dünn“), werden durch Dehnen eines dünnen Stück Leders hergestellt, die angestrebte quadratische Tefillinform entsteht durch Falten und Kleben des Leders. Für die haltbareren Gassot (תפילין גזוט „dick“) werden beide aus einem einzigen Stück Tierhaut gefertigt, hierzu wird das Leder auf Metallplatten gespannt und unter sehr hohem Druck gefaltet bzw. gepresst, um so die quadratische Tefillinform zu bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die auf Pergament ({{heS|קָלַף&amp;amp;lrm;|Klaf, Qelaf}}) geschriebenen (vier) Torazeilen, [[Parascha|Parshiot]] (פרשיות), für die vier Kammern im Inneren der Tefillin werden jeweils in Stoff eingerollt und mit dem Haar eines [[Koscher|koscheren]] Tieres umwickelt. Geschrieben wird mit einem [[Federkiel|Feder-]] oder Bambuskiel und schwarzer Tinte von einem [[Sofer]] (סֹפֵר), einem [[Schreiber]] für [[Heilig|heilige]] [[Schriftrolle]]n. Wichtig beim [[Schreiben]] ist die [[Kawwana]] (כוונה), die [[Spiritualität|spirituelle]] Absicht bei der Erschaffung eines „geheiligten Objekts“ wie den Tefillin. Die Pergamente, die sich in einem Satz Tefillin befinden, müssen von einem qualifizierten Sofer oder Ritualschreiber geschrieben worden sein. Dieser Sofer sollte einen vorbildlichen Charakter haben, religiös gläubig und mit den Gesetzen der Sofrut, der jüdischen [[Kalligrafie#Hebräische Kalligrafie|Kalligraphie]], vertraut sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Arm-/Handtefillin befindet sich ein beschriebenes Pergament mit vier Tora-Zitaten in einer einzigen Kammer, in den Kopf-Tefillin vier Pergamente, ebenfalls mit vier Tora-Zitaten, verteilt auf die vier Kammern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tefillin müssen mit [[Sehne (Anatomie)|Sehnen]] von koscheren Tieren zusammengenäht sein. Sie sind dabei mit zwölf [[Nadel#Nähnadel|Nadelstichen]], die an die [[zwölf Stämme Israels]] erinnern sollen, vernäht. Die Schachtel und Riemen müssen schwarz gefärbt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kopf-Tefillin haben eine große und feste Schlaufe für den Kopf, die Handteffilin eine kleinere und verstellbare Schlaufe für den Oberarm ([[Musculus biceps brachii|Bizeps]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Mendel Itkin: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.juedische-allgemeine.de/religion/schmuck-zwischen-den-augen/ Für Herstellung und Tragen der Tefillin gelten feste Regeln. Nur manche davon stehen in der Tora].&amp;#039;&amp;#039; In: [[Jüdische Allgemeine]], 24. [[Aw (Monat)|Aw]] 5774 – 12. August 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Israelnetz, 2. Dezember 2004 [https://www.israelnetz.com/tefilin-zeichen-auf-der-hand-und-zwischen-den-augen/]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Leder wird mit [[Gerben#Gerbung mit Mineralsalzen|Mineralsalzen]] gegerbt, in die richtige Form gezogen und dann mit einer [[Presse (Fertigungsmaschine)|Presse]] in Form gebracht bzw. gehalten. Es folgen vielfache [[Färben|Färbungsabschnitte]], die die schwarze Farbe richtig einziehen lassen. Die Herstellung der Tefillin wird unter der sorgfältigen Prüfung von Rabbinern vollzogen und dauert bis zu einem Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bemaßung der „Standard“-Tefillin beträgt für die Kopfschachteln zwischen 3,1 und 3,6&amp;amp;nbsp;[[Zentimeter|cm]]. Größere Abmessungen der ledernen Schachteln werden typischerweise von den Mitgliedern der [[Chabad]] [[Chassidismus|Chassidim]] bevorzugt, hier liegen die Kantenlängen des Würfels bei 4&amp;amp;nbsp;cm. Aber auch schmälere Würfel werden verwendet, sie finden sich in der sephardischen Tradition. So verwendeten etwa [[Rabbiner|Rabbi]] [[Raschi|Schlomo Jizchaki]], genannt Raschi, oder Rabbi [[Jacob ben Meir Tam]], genannt Rabbenu Tam, Tefillin in typischer Größe von 2,0 bis 2,2&amp;amp;nbsp;cm Kantenlängen; auch kleinere Abmessungen sind bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ku-ni.de/record_kuniweb_942915 Gebetsriemen]. In: kulturerbe.niedersachsen.de, Kulturerbe Niedersachsen. Städtisches Museum Göttingen, Judaica-Sammlung, abgerufen am 1. Juli 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Breite der Bänder ist zu sagen, dass sie Anlass zu einer Reihe von Diskussionen gaben; allgemein wird&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Tefillin Straps: An Overview By Rabbi Yair Hoffman&amp;#039;&amp;#039; 2. September 2012, auf 5tjt.com [http://www.5tjt.com/tefillin-straps-an-overview-by-rabbi-yair-hoffman/]&amp;lt;/ref&amp;gt; als Mindestbreite der Tefillinbänder die Breite einer [[Gerste]]nähre zugrunde gelegt, was ungefähr einem Zentimeter entspricht. Nach [[Maimonides|Mosche ben Maimon]] soll der lederne Riemen ungefähr die Hälfte der Breite eines durchschnittlichen erwachsenen männlichen [[Daumen]]s messen. Da viele Autoritäten schreiben, dass das halachische Maß eines Daumens 2,5&amp;amp;nbsp;cm beträgt, würde dies einem Wert von 12,5&amp;amp;nbsp;mm oder rund 1,3&amp;amp;nbsp;cm entsprechen.&lt;br /&gt;
Nach [[Halacha |halachischer]] Bestimmung sollten die Armtefillin so lang sein, dass es einmal um den Bizeps, siebenmal um den Unterarm und einmal um die Hand (Fingerwicklung) gewickelt werden kann. Damit ergeben sich als übliche Längen, von ca. 350 bis 450 cm, um ein bequemes Wickeln zu ermöglichen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karen Reiss Medwed: &amp;#039;&amp;#039;Tefillin: What, How, Who?&amp;#039;&amp;#039;, auf exploringjudaism.org [https://www.exploringjudaism.org/every-day/prayer/accessories-for-prayer/tefillin/what-are-tefillin/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Zwei Gebetsriemen (Tefillin) mit Tasche, museum-digital:baden-württemberg, auf bawue.museum-digital.de [https://bawue.museum-digital.de/object/173770] Abschnitt: „Maße“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgelegte Tefillin ==&lt;br /&gt;
Mit dem Begriff ‚[[Geniza]]‘, {{heS|גניזה&amp;amp;lrm;|gənīzā}}, im [[Plural]] &amp;#039;&amp;#039;genizot&amp;#039;&amp;#039;, wird ein Ort beschrieben, der als Depot oder (Zwischen-)Speicher verwendet wird, um verbrauchte jüdische liturgische Schriften, insbesondere [[Tora#Die Torarolle|Torarollen]], aufzubewahren, um sie später auf einem [[Jüdischer Friedhof|Friedhof]] zu begraben.&amp;lt;ref&amp;gt;Glossar: Genisa. Konstantin Schuchardt: &amp;#039;&amp;#039;Eine Genisa ist ein verstecktes Depot zur Aufbewahrung unbrauchbar gewordener Schriften.&amp;#039;&amp;#039; Jüdische Allgemeine, 23. November 2015, auf juedische-allgemeine.de [https://www.juedische-allgemeine.de/glossar/genisa/]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Lagerstätten oder Abstellkammern für gebrauchte religiöse Schriften&amp;amp;nbsp;– es sind benutzte Texte, die den Gottesnamen enthalten&amp;amp;nbsp;– befinden sich zumeist in unmittelbarer Nähe oder an einer Synagoge, z.&amp;amp;nbsp;B. auf dem Dachboden der Synagoge. Heilige, den Gottesnamen enthaltende, handgeschriebene Schriften und konsekrierte Kultgegenstände, wie die Tefillin (gelegentlich auch Tallit und Kippa), dürfen nach dem jüdischen Religionsgesetz nicht einfach weggeworfen werden. Denn in je einem Kästchen befinden sich auf Pergament vier handgeschriebene Texte aus der Tora. [[Archäologischer Fund|Funde]] solcher Art haben eine große wissenschaftliche Bedeutung.&amp;lt;ref&amp;gt;zum Beispiel: &amp;#039;&amp;#039;Gebetsriemen (Tefillin).&amp;#039;&amp;#039; Ehemalige Synagoge [[Niederzissen]], auf ehem-synagoge-niederzissen.de [https://www.ehem-synagoge-niederzissen.de/schaudepot/07-tefillin/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezensionen ==&lt;br /&gt;
Im [[Matthäusevangelium]] wird die Absicht der [[Pharisäer]] und [[Schriftgelehrter|Schriftgelehrten]] kritisiert, mit den Tefillin zu protzen ({{B|Mt|23,5}}): „Sie machen ihre Amulette (&amp;#039;&amp;#039;phylaktêria&amp;#039;&amp;#039;) breit.“ Demgegenüber kommt der gleichzeitig lebende jüdische Historiker [[Flavius Josephus]] zum Schluss, dass es gerade die Aufgabe der Tefillin ist, die größten Wohltaten Gottes so zur Schau zu stellen (Ant. IV 212-13): „Und alles, was Gottes Macht und sein Wohlwollen gegen sie zeigen kann, davon sollen sie an Kopf und Arm geschrieben tragen, so dass man von allen Seiten die Sorge sehen kann, mit der sie Gott umgibt.“ Primär waren die Tefillin aber ein Zeichen der Verbundenheit mit der Gottheit und ein Erinnerungsmal für ihre Heilstaten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Richard D. Hausmann: &amp;#039;&amp;#039;Tefillin. Vorschriften, Gebräuche und ihre Deutung.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Morascha, Zürich 1988, {{OCLC|601890068}} {{OCLC|601890068}}.&lt;br /&gt;
* Alexander Cowan: &amp;#039;&amp;#039;Tefillin. A brief treatise.&amp;#039;&amp;#039; New York 2005. ISBN 0-8266-0182-0&lt;br /&gt;
* [[Othmar Keel]]: &amp;#039;&amp;#039;Zeichen der Verbundenheit. Zur Vorgeschichte und Bedeutung der Forderungen von Deuteronomium 6,8f und Par.&amp;#039;&amp;#039; In: Pierre Casetti et al. (Hrsg.): [https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/158510/ &amp;#039;&amp;#039;Mélanges Dominique Barthélemy: Études bibliques offertes à l&amp;#039;occasion de son 60e anniversaire.&amp;#039;&amp;#039; Fribourg/Göttingen 1981, 159-240.]&lt;br /&gt;
* Chajm Guski: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.juedische-allgemeine.de/religion/kopf-und-arm/ Die Gebetsriemen symbolisieren die Einheit von Denken und Handeln].&amp;#039;&amp;#039; In: [[Jüdische Allgemeine]], 9. [[Aw (Monat)|Aw]] 5774 – 5. August 2014.&lt;br /&gt;
* [[Michaela Rychlá]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Glaube Israels. Emunat Jissra’el.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Hentrich &amp;amp; Hentrich, Berlin 2016, ISBN 978-3-95565-133-6, S. 39–47&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=1|video=1}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.synagoge-karlsruhe.de/library/howto/wizard_cdo/aid/818880/jewish/Gesetze-fr-das-Anlegen-von-Tefillin.htm Das Anlegen von Tefillin]. [[Chabad|Chabad Lubawitsch]], Baden&lt;br /&gt;
* [http://www.chabad.org/multimedia/media.asp?AID=394324 Video]. Chabad Lubawitsch&lt;br /&gt;
* [https://www.landesmuseum-mv.de/exponate/gebetskapsel-tefillin/ Virtuelles Landesmuseum Mecklenburg: Gebetskapsel aus dem 18./frühen 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert]&lt;br /&gt;
* Details About the Tefillin Boxes and Straps. 10. August 2022, auf halachipedia.com [https://www.halachipedia.com/index.php?title=Details_About_the_Tefillin_Boxes_and_Straps]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste jüdischer Gebete und Segnungen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4156140-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Halacha]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Tora]]&lt;br /&gt;
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