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	<title>Tauwetter-Periode - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tauwetter-Periode&amp;diff=203487&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-14442-77: /* Ende und Nachwirkungen */</title>
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		<updated>2026-03-22T23:06:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Ende und Nachwirkungen&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tauwetter-Periode&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{ruS|хрущёвская оттепель|IPA=xruˈʃʲʃʲɔˑfskəjə ˈɔˑtʲtʲɪpʲɪlʲ|chruschtschewskaja ottepel|de=Chruschtschow’sches Tauwetter}}) nennt man die auf den Tod [[Josef Stalin|Stalins]] im Jahr 1953 folgende Periode in der [[Sowjetunion]] und den Staaten des [[Ostblock]]s. Sie bedeutete eine Auflockerung des herrschenden [[Stalinismus]] durch größere Freiheit im kulturellen Bereich, einen beginnenden Abbau des [[Gulag#Der Gulag nach Stalin|Gulag-Systems]] und eine ansatzweise Entspannung des [[Kalter Krieg|Ost-West-Konflikts]]. Sie endete spätestens mit der Entmachtung [[Nikita Sergejewitsch Chruschtschow|Nikita Chruschtschows]] im Jahr [[1964]]. Der Name geht auf den [[1954]] erschienenen Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Tauwetter (Roman)|Tauwetter]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Ilja Grigorjewitsch Ehrenburg|Ilja Ehrenburg]] zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auslöser für das Ende der „Eiszeit“ und den Beginn des Tauwetters war der Tod Stalins am 5. März 1953. Drei Jahre später stieß Chruschtschow im Februar [[1956]] auf dem [[XX. Parteitag der KPdSU]] mit seiner Geheimrede &amp;#039;&amp;#039;[[Über den Personenkult und seine Folgen]]&amp;#039;&amp;#039; eine wahrnehmbare „[[Entstalinisierung]]“ an: Er übte erstmals Kritik am [[Personenkult]] um Stalin und benannte [[Stalinsche Säuberungen|stalinistische Verbrechen]] der 1930er Jahre. Die Tauwetter-Periode führte auch zum Kurs der „[[Friedliche Koexistenz|friedlichen Koexistenz]]“ in der sowjetischen Außenpolitik. Gegenüber dem [[Titoismus|titoistischen Jugoslawien]] schlug Chruschtschow einen Anerkennungskurs ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Hintergrund für den sowjetischen Kurswechsel war, dass bis zum Tode Stalins selbst höchste [[Kommunistische Partei der Sowjetunion|Parteifunktionäre]], wenn sie in Ungnade fielen, um ihr Leben fürchten mussten; als Terrorinstrument diente Stalin insbesondere die [[Innenministerium der UdSSR#Staatsterror durch das Innenministerium (NKWD)|Geheimpolizei]]. Daher lag die Tauwetterpolitik zunächst einmal im eigensten Interesse der Parteifunktionäre. Ein zweites Motiv für die Entspannungspolitik waren die hohen Verwaltungs- und militärischen Kosten, die die totalitäre Kontrolle über die Satellitenstaaten verursachte. Chruschtschow nutzte außerdem zusehends sein Image als Reformer im Machtkampf mit konservativen innerparteilichen Gegnern, die er als rückständig und gefährlich brandmarkte. Seine eigene Verstrickung in die Verbrechen der Stalin-Ära konnte er umso besser verschweigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakteristika ==&lt;br /&gt;
Während dieser Phase der Entstalinisierung schwächte sich die [[Zensur (Informationskontrolle)|Zensur]] merklich ab, vor allem in Literatur, Kunst und Film wurde offener diskutiert. Wichtigste Plattform der Vertreter des Tauwetters war die Literaturzeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Nowy Mir]]&amp;#039;&amp;#039;. Einige Werke dieser Periode gelangten auch im Westen zu größerer Bekanntheit, darunter [[Wladimir Dmitrijewitsch Dudinzew|Wladimir Dudinzews]] &amp;#039;&amp;#039;Der Mensch lebt nicht vom Brot allein&amp;#039;&amp;#039; und [[Alexander Issajewitsch Solschenizyn|Alexander Solschenizyns]] Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch]]&amp;#039;&amp;#039;, den Chruschtschow persönlich zur Veröffentlichung freigab. Weitere bedeutende Vertreter der Tauwetter-Periode waren die Schriftsteller [[Jewgeni Alexandrowitsch Jewtuschenko]], [[Wiktor Petrowitsch Astafjew]], [[Wladimir Fjodorowitsch Tendrjakow]], [[Bella Achatowna Achmadulina]], [[Robert Iwanowitsch Roschdestwenski]], [[Andrej Andrejewitsch Wosnessenski]] und [[Anna Andrejewna Achmatowa]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September [[1955]] reiste der damalige deutsche Bundeskanzler [[Konrad Adenauer]] nach Moskau, um die Rückkehr der letzten deutschen Kriegsgefangenen aus sowjetischen Lagern zu erwirken. Zu dieser Zeit waren noch knapp 10.000 frühere Soldaten der [[Wehrmacht]] bzw. der [[Waffen-SS]] und etwa 20.000 politisch inhaftierte Zivilisten in sowjetischer Gefangenschaft (Näheres siehe [[Heimkehr der Zehntausend]]); sie durften ab dem 7. Oktober 1955 heimkehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele politische Gefangene in der Sowjetunion und anderen Ostblock-Staaten wurden nach 1956 freigelassen und zum Teil rehabilitiert. Etliche unter Stalin deportierte Völker wurden 1957 rehabilitiert, so die [[Karatschaier]], [[Kalmücken]], [[Balkaren]], [[Inguschen]], [[Tschetschenen]], und die Autonomie der Republiken im Nordkaukasus, in denen sie ursprünglich gelebt hatten, wurde wiederhergestellt. Ausgenommen waren die [[Wolgadeutsche]]n und die [[Krimtataren]], sie wurden im Beschluss des [[Oberster Sowjet der UdSSR|Obersten Sowjets der UdSSR]] nicht einmal erwähnt. Sie mussten in Sibirien und [[Kasachstan]] bleiben, ihre autonomen Republiken wurden nicht wiederhergestellt. Die [[Krim]] gehörte nicht mehr zur [[RSFSR]], sie wurde bereits 1954 der Ukraine angeschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Leonhard]]: &amp;#039;&amp;#039;Kreml ohne Stalin.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Kiepenheuer &amp;amp; Witsch, Köln/Berlin 1963, S. 188f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In manchen Ländern kamen vergleichsweise liberale Ministerpräsidenten an die Macht, in [[Ungarn]] zum Beispiel [[Imre Nagy]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. April 1955 wurde zunächst das [[Moskauer Memorandum]] mit Österreich, am 15. Mai dann der [[Österreichischer Staatsvertrag|Österreichische Staatsvertrag]] zwischen den vier [[Besetztes Nachkriegsösterreich|Besatzungsmächten]] (UdSSR, USA, Großbritannien, Frankreich) und Österreich unterzeichnet und die Besatzung beendet. Nach diesen ersten Signalen einer neuen Haltung kam es noch im selben Jahr zur [[Genfer Gipfelkonferenz (1955)|Genfer Gipfelkonferenz]] zwischen US-Präsident [[Dwight D. Eisenhower|Eisenhower]], [[Nikita Sergejewitsch Chruschtschow|Chruschtschow]] sowie den Regierungschefs Großbritanniens, Frankreichs und Bulgariens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ende und Nachwirkungen ==&lt;br /&gt;
Die Tauwetter-Periode hielt nicht lange an. Mit der Niederschlagung des [[Ungarischer Volksaufstand|Volksaufstands in Ungarn]] im November 1956 hatten viele Menschen Hoffnungen auf eine weitergehende Öffnung begraben. Chruschtschows Hetzkampagne gegen [[Boris Leonidowitsch Pasternak|Boris Pasternak]], dem [[1958]] der [[Nobelpreis für Literatur]] verliehen wurde (Pasternak wagte es nicht, diesen persönlich in Empfang zu nehmen), zeigte den sowjetischen Künstlern deutlich die Grenzen der Liberalisierung. Die sowjetische Führung schwankte zusehends zwischen liberalen Ansätzen und der Angst, genau dadurch die Kontrolle zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober [[1962]] kam es während der [[Kubakrise]] mit den [[USA]] mit der Gefahr eines [[Dritter Weltkrieg|Dritten Weltkriegs]] zu einer Einigung im letzten Moment: im Ernstfall und unter Druck bevorzugte Chruschtschow eine friedliche Lösung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens mit seiner Entmachtung durch [[Leonid Iljitsch Breschnew|Leonid Breschnew]] (Oktober 1964) endete die Tauwetter-Periode. Dass Chruschtschow nach seiner Absetzung unbehelligt weiterleben durfte und als Rentner starb, wäre ohne die Tauwetter-Periode und das Ende des Terrors zuvor wohl nicht denkbar gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ende des Tauwetters konnten sowjetkritische Schriftstücke nur über nichtoffizielle Kanäle ([[Samisdat]]) verbreitet werden. Die Tauwetter-Periode wurde letztlich zum Vorläufer der Reformen [[Michail Sergejewitsch Gorbatschow|Michail Gorbatschows]] ab 1985, der auch die Entstalinisierung wieder aufnahm ([[Glasnost]] und [[Perestroika]]).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/1964/44/die-zweite-oktoberrevolution/komplettansicht &amp;#039;&amp;#039;Die zweite Oktoberrevolution&amp;#039;&amp;#039;.] Nach dem Scherbengericht von Moskau: Scherbenhaufen im Ostblock. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]].&amp;#039;&amp;#039; Nr. 44, 30. Oktober 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Thomas Christen: „Der sowjetische Tauwetterfilm“ in: ders. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Filmgeschichte 2. Vom Neorealismus zu den neuen Wellen&amp;#039;&amp;#039;, Schüren, Marburg 2016, S. 330–361&lt;br /&gt;
* Karen Lass: &amp;#039;&amp;#039;Vom Tauwetter zur Perestrojka: Kulturpolitik in der Sowjetunion, 1953–1991&amp;#039;&amp;#039;. Boehlau, Köln 2002, ISBN 3-412-16801-7 (zugleich [[Dissertation]] an der [[Ruhr-Universität Bochum]], 1999).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=ODACmVgdVacC&amp;amp;pg=PA245&amp;amp;lpg=PA245&amp;amp;dq=Tschechoslowakei+%22Tauwetter%22&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=9FAeh9jmPV&amp;amp;sig=k3h7U4vRmEHamOVpefDAwy5GcuU&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=ixi7UuvbIIPTtQaIoICIAw#v=onepage&amp;amp;q=Tschechoslowakei%20%22Tauwetter%22&amp;amp;f=false Leseprobe]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-3091 Rezension]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Tauwetter}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Terminologie des Kalten Krieges]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nikita Sergejewitsch Chruschtschow]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warschauer Pakt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politisches Tauwetter 1956]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sowjetismus]]&lt;/div&gt;</summary>
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