<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Tauschwert</id>
	<title>Tauschwert - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Tauschwert"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tauschwert&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-05T13:10:29Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tauschwert&amp;diff=84721&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-32749-1: Es war nicht klar, welcher Begriff zu welcher Theorie gehört.</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tauschwert&amp;diff=84721&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-08-04T13:42:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Es war nicht klar, welcher Begriff zu welcher Theorie gehört.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Eine Beschreibung des Tauschwerts von Figuren im Schachspiel befindet sich unter [[Schachfigur#Tauschwert]]}}&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tauschwert&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist in der [[Wirtschaftswissenschaft]] der [[Wert (Wirtschaft)|Wert]] eines [[Gut (Wirtschaftswissenschaft)|Gutes]], ausgedrückt durch den [[Preis (Wirtschaft)|Preis]]. Pendant ist der [[Gebrauchswert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort Tauschwert ({{enS|value in exchange}}) stammt aus den historischen Wirtschaftswissenschaften; sein [[Begriffsinhalt]] ist heute in der [[Umgangssprache]] umstritten. Die [[klassische Nationalökonomie]] unterschied im Hinblick auf den [[Verwendungszweck]] eines Gutes zwischen seinem Gebrauchs- und Tauschwert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Volkswirtschafts_Lexikon/S2-EBwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Gebrauchswert+lexikon&amp;amp;pg=PA651&amp;amp;printsec=frontcover Volker Häfner, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Volkswirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1983, S. 651]&amp;lt;/ref&amp;gt; Gebrauchswert und Tauschwert sind keine Erscheinungsformen derselben logischen Kategorie „[[Wert (Wirtschaft)|Wert]]“, sondern selbständige Kategorien und erklären ganz verschiedene [[Sachverhalt]]e.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Adam_Smith_politische_Philosophie_und_po/wr8F14JIYjwC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=wertparadoxon+logisches+paradoxon&amp;amp;pg=PA197&amp;amp;printsec=frontcover Manfred Trapp, &amp;#039;&amp;#039;Adam Smith, politische Philosophie und politische Ökonomie&amp;#039;&amp;#039;, 1987, S. 197]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Arbeitswerttheorie]] ist der Wert einer Ware durch die [[Arbeit (Philosophie)#Doppelcharakter der Arbeit|Arbeit]] bestimmt, die zur [[Herstellung]] dieser Ware notwendig ist, wobei es sich nicht um die individuelle [[Arbeitszeit]] des jeweiligen [[Arbeiter]]s handelt, sondern um die im Durchschnitt [[gesellschaftlich notwendige Arbeit]]. War der Tauschwert ursprünglich ein Begriff der [[Klassische Nationalökonomie|klassischen Ökonomie]] des 18. und 19. Jahrhunderts, wird dieser Begriff heutzutage fast nur noch in der [[Marxistische Ökonomie|Marxistischen Ökonomie]] verwendet. Der sogenannte „Warenwert“ in der [[Betriebswirtschaft]] entspricht dem [[Angebotspreis]] in der [[Marxistische Ökonomie|Marxistischen Ökonomie]], welcher sich aus [[Materialkosten]], [[Personalkosten]] und [[Gewinnmarge]] zusammensetzt. Je nach [[Angebot (Volkswirtschaftslehre)|Angebot]] und [[Nachfrage]] oszillieren die auf dem Markt zu erzielenden [[Marktpreis]]e bzw. [[Kaufpreis]]e um den eigentlichen Tauschwert der betreffenden Ware. Die jeweils auszutauschende Warenmenge muss sich im Tauschwert gegenseitig ausgleichen, wenn der Tausch angemessen sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen dem subjektiven und objektiven Tauschwert:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Kompakt_Lexikon_Wirtschaftstheorie/9CokBAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=tauschwert+lexikon&amp;amp;pg=PA402&amp;amp;printsec=frontcover Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Kompakt-Lexikon Wirtschaftstheorie&amp;#039;&amp;#039;, 2013, S. 402]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &amp;#039;&amp;#039;subjektive Tauschwert&amp;#039;&amp;#039; ist nach den [[Gossensches Gesetz|Gossenschen Gesetzen]] für ein einzelnes Gut keine feststehende Größe, sondern je nach wirtschaftlicher Konstellation unterschiedlich groß. Ein Tauschwert kommt nur zustande, wenn ein [[Wirtschaftssubjekt]] beispielsweise den [[Heizwert]] der Kohle für wertvoller hält als die Güter, die er dafür abgeben muss. Dies ist eine subjektive Bewertung des [[Nachfrager]]s, die bei anderen Nachfragern anders sein kann. &lt;br /&gt;
* Der &amp;#039;&amp;#039;objektive Tauschwert&amp;#039;&amp;#039; (bei [[François Quesnay]] {{frS|valeur vènale}}, bei [[Adam Smith]] {{enS|value in exchange}}&amp;lt;ref&amp;gt;Volker Häfner, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Volkswirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1983, S. 569&amp;lt;/ref&amp;gt;) &amp;lt;math&amp;gt;TW_o&amp;lt;/math&amp;gt; ist identisch mit dem Preis &amp;lt;math&amp;gt;p&amp;lt;/math&amp;gt;: &amp;lt;math&amp;gt;TW_o = p&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
** Der spezifische Seltenheitswert ist der [[Monopol]]preis;&lt;br /&gt;
** der objektive Tauschwert beliebig vermehrbarer Güter erfordert eine Unterscheidung zwischen [[Marktpreis]] und [[langfristig]]em [[Preistheorie#Geschichte|natürlichen Preis]].&amp;lt;ref&amp;gt;Volker Häfner, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Volkswirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1983, S. 569&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Der objektive Tauschwert führt zum [[klassisches Wertparadoxon|klassischen Wertparadoxon]]. [[Ludwig von Mises]] wies 1924 darauf hin, dass subjektiver Gebrauchswert und subjektiver Tauschwert bei Gütern zwei verschiedene Begriffe seien, aber bei [[Geld]] zusammenfallen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ludwig von Mises, &amp;#039;&amp;#039;Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel&amp;#039;&amp;#039;, 1924, S. 73 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterscheidung zwischen Tausch- und Gebrauchswert ==&lt;br /&gt;
;Beispiel&lt;br /&gt;
Neben einer Fabrik liegt eine [[Agrarfläche]], die der Fabrikant zum [[Baugrundstück]] umwandeln lassen könnte und deshalb mit 80 [[Geldeinheit]]en pro m² (GE/m²) den doppelten [[Kaufpreis]] von dem Betrag anbietet, der sonst ortsüblich gezahlt würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Volkswirtschaftslehre/Vw2pBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=subjektiver+tauschwert&amp;amp;pg=PA115&amp;amp;printsec=frontcover Dieter Dahl, &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 1975, S. 115 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere Landwirte aus der Nachbarschaft würden bei gegebener [[Boden (Bodenkunde)|Bodenqualität]] lediglich 1 GE/m² zahlen, als Baugrundstück 2 GE/m². Daraus lässt sich folgende Matrix ableiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! subjektiv / &amp;lt;br/&amp;gt; objektiv&lt;br /&gt;
! [[Gebrauchswert]]&lt;br /&gt;
! Tauschwert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| subjektiver || 2 GE/m² für andere [[Landwirt]]e &amp;lt;br /&amp;gt; 80 GE/m² für den [[Fabrikant]]en || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| objektiver || 1 GE/m² für andere Landwirte bei gegebener [[Boden (Bodenkunde)|Bodenqualität]] &amp;lt;br /&amp;gt; 40 GE/m² für [[Baugrundstück]]e im Hinblick auf die [[Mietrendite]] ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| subjektiver || || 80 GE/m² kann der Landwirt vom Fabrikanten erhalten &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| objektiver || || 40 GE/m² kann der Landwirt allgemein für Baugrundstücke erhalten&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die objektiven Werte sind gegebene [[Marktdaten]], die durch den Landwirt oder den Fabrikanten nicht beeinflussbar sind ([[Datenparameter]]). Die subjektiven Werte sind das Ergebnis des hohen [[Präferenz (Wirtschaftswissenschaften)|Interesses]] der Wirtschaftssubjekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klassiker ==&lt;br /&gt;
[[Aristoteles]] unterschied in seiner Wertlehre innerhalb seines Werks [[Politik (Aristoteles)|Politik]] erstmals zwischen den beiden Verwendungsmöglichkeiten von Gütern, dem Gebrauch und dem Tausch. Entsprechend unterschied er auch zwischen Gebrauchs- und Tauschwert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Politik_und_wirtschaftlicher_Wettbewerb/NevRr9vIGJoC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Aristoteles+Gebrauchs-+und+Tauschwert&amp;amp;pg=PA339&amp;amp;printsec=frontcover Hendrik Hansen, &amp;#039;&amp;#039;Politik und wirtschaftlicher Wettbewerb in der Globalisierung&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 339]&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stellte den Gebrauchswert in den Vordergrund seiner Analyse und betonte die Rückbindung des Tauschwerts an den Gebrauchswert.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles, &amp;#039;&amp;#039;Politik&amp;#039;&amp;#039;, I 9, 1257 a6-14&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Tauschwert ergab sich für ihn aus der äquivalenten Menge eines anderen Guts oder gegen Geld.&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles, &amp;#039;&amp;#039;Politik&amp;#039;&amp;#039;, I 9, 1257 a5&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Auffassung der [[Grenznutzenschule]] bildet sich der Tauschwert (=Preis) eines Gutes entsprechend den subjektiven Nutzenineinschätzungen der [[Güternachfrage]]r und [[Güterangebot|Anbieter]].&amp;lt;ref&amp;gt;Volker Häfner, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Volkswirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1983, S. 450&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Tauschwert vollzog in der [[Klassische Nationalökonomie|Klassischen Nationalökonomie]] ([[François Quesnay]] und [[Adam Smith]]) eine Identifizierung mit dem Preis.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Kompakt_Lexikon_Wirtschaftstheorie/9CokBAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=tauschwert+lexikon&amp;amp;pg=PA402&amp;amp;printsec=frontcover Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Kompakt-Lexikon Wirtschaftstheorie&amp;#039;&amp;#039;, 2013, S. 402]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marxismus ==&lt;br /&gt;
Der Tauschwert der Ware sieht im [[Marxismus]] von der Qualität des Gebrauchswerts ab, denn sein quantitatives Verhältnis zu anderen Tauschwerten beruht auf qualitativer Gleichsetzung unterschiedlichster [[Ware]]n. Das „gemeinsame Dritte“, der Wert, ist keine stoffliche Eigenschaft, die aus dem Gebrauchswert kommt, sondern eine praktizierte Abstraktion vom Gebrauchswert. Der Tauschwert erscheint als etwas Zufälliges. Es ist auf dem [[Markt]] jede einzelne Ware, austauschbar gegen jede andere. Die mannigfaltigen Austauschverhältnisse zeigen, dass der Tauschwert nicht durch das besondere Verhältnis zweier Güter bestimmt ist. Der Tauschwert der Waren einer Art drückt ihr Gleiches mit anderen aus, ist die Ausdrucksweise eines von ihnen unterscheidbaren Gehalts. Die Tauschbarkeit der Waren beruht [[Karl Marx]] zufolge auf einer allgemeinen Eigenschaft, die sie überhaupt erst verrechenbar macht. Nur diese einheitliche Qualität macht sie überhaupt quantitativ vergleichbar.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Marx, &amp;#039;&amp;#039;[[Das Kapital. Band I|Das Kapital]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, Abschnitt: &amp;#039;&amp;#039;Die Wertform oder der Tauschwert&amp;#039;&amp;#039;, 1867/1983, S. 50 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit der damaligen klassischen Ökonomie unterscheidet auch Karl Marx zwischen dem Gebrauchswert und dem „Wert“ einer Ware. Der Gebrauchswert besteht in der Nützlichkeit einer Ware, also darin, dass sie irgendein [[Bedürfnis]] erfüllt. Der Gebrauchswert eines Hemdes besteht also beispielsweise darin, vor Kälte zu schützen. Der Gebrauchswert hängt untrennbar zusammen mit den sachlichen Eigenschaften der Ware: Größe, Material, Schwere, Verarbeitungsqualität usw. Der Gebrauchswert eines Produkts ist stets derselbe, egal ob ich das Produkt für mich selber verwende oder ob ich es verkaufe, wodurch es zur Ware wird. Neben diesem handgreiflichen Gebrauchswert existiert noch die ökonomische Kategorie des „Werts“. Sobald Produkte getauscht werden, also als Waren gehandelt werden, braucht man einen Maßstab, in welchem Verhältnis sie untereinander getauscht werden. Möchte ich z. B. Hemden gegen Brot tauschen, so muss ich wissen, wie viele Hemden gegen wie viel Brot einzutauschen sind. In Übereinstimmung mit der bis dahin klassischen Ökonomie (etwa [[Adam Smith]], [[David Ricardo]]) vertritt Marx die Arbeitswerttheorie, wonach sich der Wert einer Ware durch die zu ihrer Herstellung aufgewandte Arbeitszeit ergibt. Je [[Arbeitsintensität|arbeitsintensiver]] ein Produkt ist, desto mehr Wert hat es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser „Wert“ ist keine Eigenschaft, die den Produkten von Natur aus zukommt, wie Schwere, Größe usw., sondern es ist eine den Waren durch die Gesellschaft zugesprochene Eigenschaft. Die Kategorie „Wert“ wird also nur in Gesellschaften benötigt, in der Produkte als Waren getauscht werden. Gesellschaften hingegen, in denen Einzelne oder Gruppen (nur) für ihren Eigengebrauch produzieren, kann es gleichgültig sein, ob und welchen „Wert“ die Sachen haben. Ihnen kommt es nur auf den Gebrauchswert an. Da nach Marx in einer kommunistischen Gesellschaft kein Markt mehr existiert, sondern die Gesellschaft insgesamt für ihre eigenen Bedürfnisse produziert, hat die Kategorie „Wert“ im Kommunismus keine Bedeutung mehr. „Wert“ ist also – anders als „Gebrauchswert“ – nur eine historisch gültige Kategorie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem „Wert“ als gewissermaßen dem [[Substanzwert]] lässt sich der „Tauschwert“ unterscheiden. Der Tauschwert ist die Erscheinungsform des Wertes, sein Ausdruck. Irgendwie muss der Wert ja ausgedrückt werden. In einer Gesellschaft, die auf dem Austausch von Waren beruht – was in Vollendung erst in der modernen bürgerlichen Gesellschaft der Fall ist –, muss der Wert in der Praxis die Form des Tauschwertes einnehmen. Wir haben uns heute daran gewöhnt, den Tauschwert einer Ware in Geld auszudrücken, z. B. „1 Hemd ist 10 Euro wert“. Aber wie es überhaupt zu diesem Geldausdruck kommt, untersucht Marx im 1. Kapitel des 1. Bandes seines Werks &amp;#039;&amp;#039;[[Das Kapital]]&amp;#039;&amp;#039;. Er nimmt dabei für sich in Anspruch, der Erste gewesen zu sein, der überhaupt der Frage nachgegangen ist, wieso sich der Wert einer Ware in der Geldform darstellt. Dabei übersah er, dass bereits Aristoteles sich dieser Frage gewidmet hatte. Marx entwickelt im &amp;#039;&amp;#039;Kapital&amp;#039;&amp;#039; zur Erklärung dieser Geldform eine Stufenfolge von verschiedenen [[Wertform]]en: einfache Wertform (Ware A dient als Äquivalent einer Menge Ware B) bis zur Form eines allgemeinen Äquivalents (des Geldes).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Karl_Marx_Das_Kapital/KlE4DwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=karl+marx+%C3%A4quivalent&amp;amp;pg=PT42&amp;amp;printsec=frontcover Karl Marx, &amp;#039;&amp;#039;Das Kapital&amp;#039;&amp;#039;, Band I, 1867/1983, S. 42 ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Benötigt man für die Herstellung eines Rocks 20 Ellen Leinwand, so sind zwei Röcke 40 Ellen „wert“. Ob es sich dabei um eine rein logische Abfolge der verschiedenen Wertformen handelt, oder ob es sich (auch) um eine historische Schilderung handelt, in dem Sinn, dass die einfache Wertform nur in früheren, einfachen Tauschgesellschaften Gültigkeit gehabt habe, ist unter Marxinterpreten sehr umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich bei der Kategorie des Tauschwerts um mehr als nur um die Erklärung von bloßen quantitativen Proportionen: Im Abschnitt über den so genannten  [[Fetischcharakter der Ware]] in Marxens &amp;#039;&amp;#039;Kapital&amp;#039;&amp;#039; wird endgültig klar, dass die Kategorie des Tauschwerts eine qualitative Seite aufweist, eine Kritik an der Produktionsform, in der „den Menschen die gesellschaftlichen Charaktere ihrer eignen Arbeit als gegenständliche Charaktere der Arbeitsprodukte selbst, als gesellschaftliche Natureigenschaften dieser Dinge“&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Marx, &amp;#039;&amp;#039;[[Marx-Engels-Werke|MEW]]&amp;#039;&amp;#039;, 1972, S. 23/86&amp;lt;/ref&amp;gt; erscheinen. Der Tauschwert entsteht, weil die Produzenten sich als private Produzenten gegenseitig von ihren eigentlich gesellschaftlichen Produkten ausschließen. Die Menschen &amp;#039;&amp;#039;tauschen&amp;#039;&amp;#039; ihre Produkte nicht deshalb, weil sie wegen [[Arbeitsteilung]] dazu gezwungen seien – das sei die Auffassung der &amp;#039;&amp;#039;bürgerlichen&amp;#039;&amp;#039; Ökonomie. Es ist nach Marx die &amp;#039;&amp;#039;spezifisch bürgerliche&amp;#039;&amp;#039; Form der Arbeitsteilung, die dazu führt, dass die Produkte, die doch Produkte einer &amp;#039;&amp;#039;gesellschaftlichen&amp;#039;&amp;#039; Arbeit sind, mit dem an ihnen klebenden Preisschild wieder privatisiert werden, eine &amp;#039;&amp;#039;private&amp;#039;&amp;#039; Form – eben die Wertform – bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tauschwerte bei Hans im Glück ==&lt;br /&gt;
Im [[Schwank]] [[Hans im Glück]] der [[Brüder Grimm]] aus dem Jahre 1819 erhält Hans als Lohn für sieben Jahre Arbeit einen kopfgroßen Klumpen [[Gold]]. Diesen tauscht er gegen ein Pferd, das Pferd gegen eine Kuh, die Kuh gegen ein Schwein, das Schwein gegen eine Gans, und die Gans gibt er für einen [[Schleifstein]] mitsamt einem einfachen Feldstein her. Er geht dabei – ökonomisch betrachtet – jeweils unglücklichen Tauschhandel ein, denn bereits der Tausch des Goldes gegen ein Pferd bringt ihm wirtschaftliche Nachteile. Auch wenn er dabei den [[Nutzwert]] der erhaltenen Sachen im Auge hat, handelte er aus wirtschaftlicher Sicht als „Hans im Unglück“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Volkswirtschaftslehre]] wird der Schwank als klassisches Beispiel für einen Tauschhandel präsentiert, bei dem Güter direkt gegeneinander getauscht werden und ein objektiver Tauschmaßstab wie der Preis fehlt. Hans tauscht unentwegt seine Güter und ignoriert dabei deren Tauschwert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gl%C3%BCck/0AzKDAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=tauschwert+hans+im+gl%C3%BCck&amp;amp;pg=PA221&amp;amp;printsec=frontcover Christoph Henning/Dieter Thomä/Olivia Mitscherlich-Schönherr, &amp;#039;&amp;#039;Glück: Ein interdisziplinäres Handbuch&amp;#039;&amp;#039;, 2011, S. 221]&amp;lt;/ref&amp;gt; Vielmehr stuft er den Gebrauchswert eines Pferdes höher ein als den des Klumpens Gold, obwohl dieser – auch damals schon – einen weitaus höheren Tauschwert besaß.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Eine_Psychoanalyse_f%C3%BCr_alle/eWXFEAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Hans+im+Gl%C3%BCck+tauschwert&amp;amp;pg=PA195&amp;amp;printsec=frontcover Günter von Hummel, &amp;#039;&amp;#039;Eine Psychoanalyse für alle&amp;#039;&amp;#039;, 2023, S. 195]&amp;lt;/ref&amp;gt; Er hat dem Gebrauchswert [[Priorität]] beigemessen, weil ihm ein Pferd als [[Tragtier]] bei seiner Reise mehr nutzt als Gold.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Heute wird der Begriffsinhalt des Tauschwerts reduziert als das Austauschverhältnis in Form des Preises oder Marktpreises in Geld für Güter oder beim [[Tauschhandel]] als Äquivalent für andere Güter sowie als Umschreibung des [[Wechselkurs]]es. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Wertgesetz]]&lt;br /&gt;
* [[Äquivalententausch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|Tauschwert|TYP=Literatur über}}&lt;br /&gt;
* Karl Marx: [http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_049.htm#Kap_1_3 &amp;#039;&amp;#039;Das Kapital.&amp;#039;&amp;#039; 1. Kapitel, 3. Abschnitt: &amp;#039;&amp;#039;Die Wertform oder der Tauschwert&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [[Michael Heinrich (Politikwissenschaftler)|Michael Heinrich]]: &amp;#039;&amp;#039;Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung.&amp;#039;&amp;#039; Schmetterling, Stuttgart 2004, ISBN 3-89657-588-0. (Kapitel 3: &amp;#039;&amp;#039;Wert, Arbeit, Geld&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* [[Dieter Wolf (Soziologe)|Dieter Wolf]]: &amp;#039;&amp;#039;Ware und Geld. Der dialektische Widerspruch im „Kapital“.&amp;#039;&amp;#039; VSA, Hamburg 1985. Neuauflage 2002: &amp;#039;&amp;#039;Der dialektische Widerspruch im Kapital. Ein Beitrag zur Marxschen Werttheorie.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 3-87975-889-1 ([http://www.dieterwolf.net/pdf/Dialektische%20Widerspruch%20Inhalt.pdf Inhaltsverzeichnis] (PDF; 29&amp;amp;nbsp;kB), [http://www.dieterwolf.net/pdf/DialekWid(Teil2x,223).pdf Auszug Teil 2: S. 103–223]; PDF; 478&amp;amp;nbsp;kB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.dieterwolf.net/seiten/warenzirkulation_warenfetisch.html Dieter Wolf, &amp;#039;&amp;#039;Warenzirkulation und Warenfetisch. Eine Untersuchung zum systematischen Zusammenhang der drei ersten Kapitel des „Kapital“&amp;#039;&amp;#039;] von [[Dieter Wolf (Soziologe)|Dieter Wolf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marxistische Werttheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tausch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertvorstellung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-32749-1</name></author>
	</entry>
</feed>