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	<title>Taumel-Lolch - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Taumel-Lolch&amp;diff=1418357&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Liebigkühler: Karl Hiller: Link  zum Lemma Karl Gottfried Hiller (Autor)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Taumel-Lolch&amp;diff=1418357&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-02-20T16:39:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Karl Hiller: Link  zum Lemma Karl Gottfried Hiller (Autor)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Taumel-Lolch&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Lolium temulentum&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Lolch&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Lolium&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Pooideae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Süßgräser&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Poaceae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Süßgrasartige&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Poales&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Commeliniden&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = Nsr-slika-147.png&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Taumel-Lolch (&amp;#039;&amp;#039;Lolium temulentum&amp;#039;&amp;#039;), Illustration&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Taumel-Lolch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;FloraWeb&amp;quot; /&amp;gt; (&amp;#039;&amp;#039;Lolium temulentum&amp;#039;&amp;#039;), auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rauschgras&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schwindelweizen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tollgerste&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tollkorn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schrank1789&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Esser1910&amp;quot; /&amp;gt; genannt, ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]] aus der Gattung Lolch (&amp;#039;&amp;#039;Lolium&amp;#039;&amp;#039;) innerhalb der Familie der [[Süßgräser]] (Poaceae). Sein Name beruht auf den Vergiftungserscheinungen, die in der Vergangenheit nach dem Verzehr von mit Taumel-Lolch verunreinigtem Getreide auftraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Lolium temulentum 001.JPG|mini|Habitus]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lolium temulentum 002.JPG|mini|Blütenstand]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Giftpflanzen Deutschlands (1910) (20738255030).jpg|mini|Illustration aus &amp;#039;&amp;#039;Die Giftpflanzen Deutschlands&amp;#039;&amp;#039;, 1910]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lolium temulentum MHNT.BOT.2015.34.16.jpg |mini|Lolium temulentum – [[Museum von Toulouse]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Taumel-Lolch ist eine [[Einjährige Pflanze|einjährige]] [[krautige Pflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 90, selten bis 120 Zentimetern. Dieses grüne bis bläulich-grüne Gras wächst büschelig oder mit einzelnen Halmen. Die aufrechten oder gekniet-aufsteigenden [[Süßgräser#Halme und Blätter|Halme]] sind kahl, glatt und nur unterhalb der Ähre rau. Sie sind unverzweigt oder an der Basis verzweigt, die untersten [[Knoten (Botanik)|Knoten]] können bewurzelt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Blattscheide]]n sind glatt bis leicht rau und kahl. Das [[Blatthäutchen]] ist ein 1 bis 2 Millimeter langer Saum. Die [[Blattspreite]]n sind 6 bis 30 Zentimeter lang und 2 bis 8, selten 12 Millimeter breit. In der [[Knospenlage]] sind sie zusammengerollt, später flach ausgebreitet. Die Spreiten sind kahl, die Oberseite und die Ränder sind rau. Die Unterseite ist glänzend. An der Basis sitzen zwei sichelförmige, halmumgreifende Öhrchen, die allerdings auch fehlen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Blütezeit liegt im Juni und Juli. Die aufrechte [[Ähre]] ist 5 bis 25 Zentimeter lang und weist eine geschlängelte Spindel auf. Die [[Ährchen]] sind wechselständig, enthalten 4 bis 10 (selten bis zu 15) [[Blütchen]] und sind ohne Granne 15 bis 20 Millimeter lang. Die Ährchenachse ist zwischen den Blütchen auffällig lang. Die obere [[Hüllspelze]] ist nur beim obersten Ährchen vorhanden. Die untere ist fünf- bis neunnervig, 7 bis 30 Millimeter lang, von lanzettlicher, schmal abgerundeter Gestalt, derbhäutig, steif und mit zarthäutigen Rändern. Die [[Deckspelze]]n sind innerhalb eines Ährchens sehr verschieden lang. Die unterste ist fünf- bis neunnervig, 5 bis 8,5 Millimeter lang, von eiförmiger bis breit-elliptischer Gestalt, zu Beginn derbhäutig und zäh, später hart bis knorpelig werdend. Das obere Ende ist häutig, glatt und kahl. 0,5 bis 2 Millimeter vom oberen Rand entfernt sitzt eine bis 20 Millimeter lange [[Granne]], die aber auch fehlen kann. Die [[Vorspelze]]n sind zweinervig, gleich lang wie die Deckspelzen und etwa 2,5 Millimeter breit. Die [[Staubbeutel]] sind 2 bis 3,5 Millimeter lang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Karyopse]] ist 4 bis 7 Millimeter lang, glatt und kahl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosomenzahl]] beträgt 2n = 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie und Toxikologie ==&lt;br /&gt;
Beim Taumel-Lolch handelt es sich um einen [[Therophyt]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Taumel-Lolch ist oft vom endoparasitischen Pilz &amp;#039;&amp;#039;[[Neotyphodium coenophialum]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.indexfungorum.org/Names/NamesRecord.asp?RecordID=415540 &amp;#039;&amp;#039;Index Fungorum&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 27. März 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; (ein Verwandter des [[Mutterkorn]]pilzes) befallen, der u.&amp;amp;nbsp;a. neurotoxische [[Alkaloide|Indolalkaloide]] bildet, wodurch die gesamte Pflanze giftig wird. Da der Taumel-Lolch früher häufig in [[Getreide]]äckern wuchs, gelangten oft Samen in das Mahlgut und in das [[Mehl]]. Durch den Genuss des so verunreinigten Mehles kam es zu Vergiftungserscheinungen wie Schwindel (Taumeln) und [[Sehstörung]]en, in seltenen Fällen sogar zum Tod. Man spricht von der Taumelkrankheit (&amp;#039;&amp;#039;Lolismus&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Temulismus&amp;#039;&amp;#039;). Heute kommt dies aufgrund der Anwendung von [[Herbizid]]en im integrierten Anbau und wegen der Getreidereinigung nicht mehr vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich Frohne, Uwe Jensen: &amp;#039;&amp;#039;Systematik des Pflanzenreichs. Unter besonderer Berücksichtigung chemischer Merkmale und pflanzlicher Drogen.&amp;#039;&amp;#039; 4., neubearbeitete Auflage. G. Fischer, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1992, ISBN 3-437-20486-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Symbiose mit dem Taumellolch ist &amp;#039;&amp;#039;Neotyphodium coenophialum&amp;#039;&amp;#039; fähig, [[Lolinalkaloide]] zu produzieren. Diese zu den [[Pyrrolizidinalkaloide]]n gezählten Verbindungen wirken [[insektizid]] und können die Pflanze vor Fraß schützen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christopher L. Schardl, Robert B. Grossman, Padmaja Nagabhyru, Jerome R. Faulkner, Uma P. Mallik |Titel=Loline alkaloids: Currencies of mutualism |Sammelwerk=Phytochemistry |Band=68 |Nummer=7 |Datum=2007-04 |ISSN=0031-9422 |Seiten=980–996 |DOI=10.1016/j.phytochem.2007.01.010 |PMID=17346759}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taumelkrankheit beim Menschen ==&lt;br /&gt;
Der Taumellolch ist ein Getreide[[unkraut]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Duden|Der große Duden]], Band 1, Rechtschreibung, 15. Auflage, [[Dudenverlag]] des [[Bibliographisches Institut|Bibliographischen Instituts]], Mannheim 1961, S. 670.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einzelne Gräser sind manchmal von dem Pilz &amp;#039;&amp;#039;[[Neotyphodium coenophialum]]&amp;#039;&amp;#039; befallen. Diese Parasiten produzieren einen Giftstoff. Bei der [[Getreideernte]] (Hafer, Gerste, Roggen, Lein) kann dieses Gift in die [[Nahrungskette]] gelangen. So können Menschen erkranken. [[Inzidenz (Epidemiologie)|Inzidenz]] und [[Prävalenz]] dieser Taumelkrankheit in Deutschland sind seit [[Ausrottung]] der Pflanze gleich null. Eine [[ICD-10|Klassifikation nach ICD-10]] der Taumelkrankheit existiert nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Taumelkrankheit beim Menschen heißt [[Lolismus]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Otto Roth (Mediziner, 1843)|Otto Roth]]: &amp;#039;&amp;#039;Klinische Terminologie.&amp;#039;&amp;#039; 10. Auflage, Verlag von Georg Thieme, Leipzig 1925, S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Herbert Volkmann (Mediziner)|Herbert Volkmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Walter Marle|Guttmanns]] Medizinische Terminologie.&amp;#039;&amp;#039; Bearbeitet von Kurt Hoffmann, 35. Auflage, Verlag [[Urban &amp;amp; Schwarzenberg]], München / Berlin 1951, Spalte 579.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete]], Verlag Urban &amp;amp; Schwarzenberg, Loseblattsammlung, München / Berlin / Wien 1974, Band 6 (S–Zz), ISBN 3-541-84006-4, S. T 15.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder Temulismus. Es handelt sich um eine [[Vergiftung]] mit den befallenen Samen von &amp;#039;&amp;#039;Lolium temulentum&amp;#039;&amp;#039;. Diese Samen finden sich zum Beispiel in [[Brot]]en. Es kommt zum [[Erbrechen]], zu [[Schwindel]] und zu Krämpfen mit [[Tobsuchtsanfall|Tobsuchtsanfällen]]. Der Tod tritt durch eine [[Atemlähmung]] ein. Der ursächliche pflanzliche [[Giftstoff]] heißt &amp;#039;&amp;#039;[[Temulin]]&amp;#039;&amp;#039;; er führt zur &amp;#039;&amp;#039;Temulenz&amp;#039;&amp;#039;. Das ist das &amp;#039;&amp;#039;Taumeln&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Dultz (Hrsg.): [[Deutsche Buch-Gemeinschaft]]: &amp;#039;&amp;#039;DGB Fremdwörter-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Berlin / Darmstadt / Wien 1965, S. 170.&amp;lt;/ref&amp;gt; also der [[taumel]]nde Gang infolge der Wirkung berauschender [[Noxe]]n. Der Temulimus wird wie eine [[Atropin]]vergiftung behandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Günter Thiele (Mediziner)|Günter Thiele]], [[Heinz Walter (Pharmazeut)|Heinz Walter]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete]].&amp;#039;&amp;#039; Verlag [[Urban &amp;amp; Schwarzenberg]], [[Loseblattsammlung]], München / Berlin / Wien 1971, 4. Ordner (Hyperm–Mel), ISBN 3-541-84004-8, S. L 157.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Taumelkrankheit ==&lt;br /&gt;
Temulin wird von Pilzen in Gräsern (zum Beispiel im Taumel-Lolch) gebildet und kann in Mehl, in [[Bier]] oder auch in [[Leinöl]] vorkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Maxim Zetkin]], [[Herbert Schaldach]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Wörterbuch der Medizin|Lexikon der Medizin]]&amp;#039;&amp;#039;, 16. Auflage, Ullstein Medical, Wiesbaden 1999, ISBN 978-3-86126-126-1, S. 1975 und 1980.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schon früher wusste man: „Die Samen von &amp;#039;&amp;#039;Lolium temulentum&amp;#039;&amp;#039; färben das Brod schwarzblau und machen es giftig, solches Brod erregt ebenso wie das Mehl mit Wasser gekocht einen starken Schaum.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wilhelm Franz Loebisch]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Brot|Brod]].&amp;#039;&amp;#039; In: [[Albert Eulenburg]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Real-Encyclopädie der gesammten Heilkunde]].&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. 3. Band, Verlag Urban &amp;amp; Schwarzenberg, Wien / Leipzig 1885, S. 363.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Im [[Ussuri]]gebiet, in Schweden, auch an einigen Orten Deutschlands und in der [[Dordogne]] tritt in nassen Jahren giftiger Roggen (Taumelroggen) auf, dessen Eigenschaft wohl auf Pilze zurückzuführen ist, von denen er sich befallen zeigt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Meyers Konversations-Lexikon]], 6. Auflage, 1902–1920, Band 17, S. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Diese schädlichen Wirkungen sollen besonders heftig seyn, wenn man warmes Brot ißt, worunter viel von diesem betäubenden Lolch gekommen ist; im kalten Brote soll er nach [[Carl von Linné|Linné]] und andern Schriftstellern indessen fast gar nicht schaden, sondern ein nahrhaftes Vermehrungsmittel des Mehles seyn. So viel ist indessen gewiß, daß die Getränke durch Vermischung mit diesem Lolch viel Betäubendes und Berauschendes annehmen, daher betrügerische [[Bierbrauer]] und [[Branntwein]]brenner ihn mit unter das [[Malz]] und Branntweinschrot nehmen, um die berauschende Kraft ihres Biers etc. etc. zu vermehren. Das Verhältniß der [[Gemisch|Mischung]] beym Branntweinbrennen ist zum [[Roggen|Rocken]] wie zwey zu fünf. Die [[Wenden]] mengen den Samen statt des [[Hopfen]]s unter das Bier; eine [[Bitter]]keit kann er demselben aber nicht mittheilen.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Georg Krünitz]]: [[Oeconomische Encyclopädie]], Band 80, S. 271 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Unkraut „hat einen süßlichen Geschmack, und ist unter gewissen Umständen Menschen und Vieh schädlich. Er äußert bey den Menschen, Pferden, Hunden, Schweinen, Gänsen, zuweilen auch Hühnern und andern Thieren entweder roh, oder im Brote, im Biere, Branntwein, in Suppen etc. etc. sehr stark berauschende und einschläfernde Kräfte, und erregt durch einen unvorsichtigen Genuß [[Kopfschmerzen]], Schwindel, [[Angst|Bangigkeit]], [[Müdigkeit|Schlaf]], [[Erbrechen]], [[Blindheit]], [[Wahnwitz]], [[Geschwulst]]e, [[Gicht]]en, die sich mit [[Lähmung]]en endigen; seltener plötzliche Todesfälle, aber öfters in dem Lande umgehende [[Seuche]]n.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Georg Krünitz]]: [[Oeconomische Encyclopädie]], Band 80, S. 271.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Tanach]] erscheint der Taumel-Lolch als &amp;#039;&amp;#039;bo’šāh&amp;#039;&amp;#039; ({{he|בָאְשָׁה&amp;amp;lrm;}} „Unkraut“ {{B|Hi|31|40}}) und im [[Evangelium nach Matthäus|Matthäusevangelium]] im [[Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen]] mit der griechischen Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;zizánion&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|grc|ζιζάνιον}} {{B|Mt|13|24–30}}; {{BB|Mt|13|36–43}}).&lt;br /&gt;
Das ähnliche Wort &amp;#039;&amp;#039;Zizania&amp;#039;&amp;#039; (heute Gattungsname für [[Wasserreis]]) wurde später ebenfalls – unter anderem – für den Taumel-Lolch gebraucht.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Otto Beßler]]: &amp;#039;&amp;#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&amp;#039;&amp;#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 199 und 238.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei den Griechen wurde er auch &amp;#039;&amp;#039;aîra&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|grc|αἶρα}}) genannt. Man hat vermutet, dass die Pflanze als Beimischung ein [[Psychotrope Substanz|psychoaktiver]] Bestandteil des im Rahmen der [[Mysterien von Eleusis]] getrunkenen [[Kykeon]] war.&amp;lt;ref&amp;gt;R. Gordon Wasson, [[Albert Hofmann]], Carl A. P. Ruck: &amp;#039;&amp;#039;Der Weg nach Eleusis. Das Geheimnis der Mysterien.&amp;#039;&amp;#039; [[Insel-Verlag]], Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-458-14138-3, S.&amp;amp;nbsp;64 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch: [[Hans Hugo Lauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Taumellolch (šailam) in einem arabischen Zauberrezept.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Sudhoffs Archiv]].&amp;#039;&amp;#039; Band 49, Nr. 1, 1965, S.&amp;amp;nbsp;37–49, {{JSTOR|20775153}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Der Taumel-Lolch ist ursprünglich im [[Mittelmeerraum]] beheimatet.&amp;lt;ref&amp;gt;Charles E. Hubbard: &amp;#039;&amp;#039;Grasses. A Guide to their Structure, Identification, Uses and Distribution in the British Isles.&amp;#039;&amp;#039; 3rd edition. Penguin, London 1992, ISBN 0-14-013227-9, S.&amp;amp;nbsp;153.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Verbreitungsgebiet umfasst die gemäßigten Gebiete Eurasiens, Nordafrika und [[Makaronesien]]. In zahlreichen anderen Ländern ist er ein [[Neophyt]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;POWO&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Ackerbau breitete der Taumel-Lolch sich in den gemäßigten Gebieten aus. In Deutschland wird er als [[Archäophyt]] eingestuft, gilt inzwischen aber als ausgestorben bzw. verschollen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FloraWeb&amp;quot; /&amp;gt; Der Taumel-Lolch war in der Vergangenheit vor allem in regenreichen Jahren ein ertragsschädigendes „Unkraut“, besonders in Hafer- und Sommergerste-Feldern, wurde aber in der [[Volksheilkunde]] auch als Arzneistoff bei Hauterkrankungen und [[Ulcus|Geschwüren]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Gottfried Hiller|Karl Hiller]], F. Melzig: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen in zwei Bänden.&amp;#039;&amp;#039; Heidelberg/Berlin (1999) 2003, Band 2, S. 30.&amp;lt;/ref&amp;gt; verwendet. Er ist in vielen Gebieten ausgestorben oder verschollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[Zeigerwerte]] nach [[Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[et al.]] 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot; /&amp;gt; Der Taumel-Lolch wächst noch auf Schuttplätzen, an Güterplätzen und in Hafenanlagen, auf Ödland und an Wegrändern. Er kommt auf frischen, nährstoff- und basenreichen, eher kalkhaltigen Lehm- und [[Löss]]böden vor, ist ein Nährstoffzeiger und eine [[Lichtpflanze]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1996&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie ==&lt;br /&gt;
Die [[Erstbeschreibung|Erstveröffentlichung]] von &amp;#039;&amp;#039;Lolium temulentum&amp;#039;&amp;#039; erfolgte 1753 durch [[Carl von Linné]] in &amp;#039;&amp;#039;[[Species Plantarum]]&amp;#039;&amp;#039;, Tomus I, Seite 83.&amp;lt;ref name=&amp;quot;POWO&amp;quot; /&amp;gt; Ein Synonym von &amp;#039;&amp;#039;Lolium temulentum&amp;#039;&amp;#039; {{Person|L.}} ist &amp;#039;&amp;#039;Lolium temulentum&amp;#039;&amp;#039; subsp. &amp;#039;&amp;#039;arvense&amp;#039;&amp;#039; {{Person|(With.) Tzvelev}}.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Trivialnamen ==&lt;br /&gt;
Weitere volkstümliche Bezeichnungen sind etwa Schwindelkorn, Tobkraut, Rauschgras, Giftstroh, Haferschwindel, Schwindelhafer,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Herbert Volkmann (Mediziner)|Herbert Volkmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Walter Marle|Guttmanns]] Medizinische Terminologie.&amp;#039;&amp;#039; Bearbeitet von Kurt Hoffmann, 35. Auflage, Verlag [[Urban &amp;amp; Schwarzenberg]], München / Berlin 1951, Spalte 579.&amp;lt;/ref&amp;gt; Droonkart, Taubkraut, Tollgerste, Schlafweizen, Kribbelraotch, Teufelskraut und Hennentöter.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz-Martin Engel: &amp;#039;&amp;#039;Flora magica. Geheimnis und Wesen der Pflanze.&amp;#039;&amp;#039; Löwit, Wiesbaden 1972, S. 23 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Petra Christ: &amp;#039;&amp;#039;Hexensalbe – Eine Droge des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit? Überlieferung und Kritik.&amp;#039;&amp;#039; Volkskundliche Magisterarbeit. Würzburg 1995, S. 140 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Früher sprach man vom &amp;#039;&amp;#039;betäubenden Lolch&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Deutsches Wörterbuch]] von [[Jacob Grimm]] und [[Wilhelm Grimm]]. Band 21, Spalte 205.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Im [[Italienisch]]en nennt man es Loglio und Gioglio, im [[Englisch]]en Darnell oder Yvraye, im [[Französisch|Franz.]] Ivraye oder Ivroie. Im Deutschen sonst auch noch Tollkorn, Tobkraut, Taubkraut, Schwindelhafer, Sommertresp, Dort, Täumel, Täberich, Töberling, Sommerlolch, oder Lulch, Dippelhafer, Dollgerste, Trasp, Twalch, Twelge, Trunkenweitzen, wendische Piank, Schmiege, welche Benennungen größtentheils auf betäubende, Schwindel und Taumel erregende Kräfte, die diesem Lolchgrase auch nicht ohne Ursache zugeschrieben werden, gehen.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Georg Krünitz]]: [[Oeconomische Encyclopädie]], Band 80, S. 270.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
„Man hält dieses Gras für das eigentliche Lolium des [[Dioskorides]]. Wahrscheinlich ist der Nahme Lolium von dem griechischen λοιγοσ entstanden, weil man diesem Lolchgrase mit Recht schädliche Wirkungen zuschreibt, denn es ist fast das einzige von allen bekannten Gräsern, das giftig ist.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Georg Krünitz]]: [[Oeconomische Encyclopädie]], Band 80, S. 269 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pflanzensoziologie ==&lt;br /&gt;
[[Pflanzensoziologie|Pflanzensoziologisch]] ist Taumel-Lolch eine Klassen[[kennart]] der Getreideunkraut-Gesellschaften ([[Secalietea cerealis]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3-8263-3327-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einzelnachweise ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;FloraWeb&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{FloraWeb|3490|Lolium temulentum L., Taumel-Lolch}}, zuletzt abgerufen am 27. September 2015.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{InfoFlora|ID=1027340|WissName=Lolium temulentum L.|Abruf=2023-08-07}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schrank1789&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Franz von Paula Schrank]]: &amp;#039;&amp;#039;Baiersche Flora.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Strobl, München 1789, [https://archive.org/stream/baierschefloraz00schrgoog#page/n397/mode/2up S. 382 eingescannt].&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Esser1910&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
P. Esser: &amp;#039;&amp;#039;Die Giftpflanzen Deutschlands.&amp;#039;&amp;#039; Springer, 1910, ISBN 978-3-663-19900-7, S.&amp;amp;nbsp;22.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1996&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Hans Joachim Conert]]: &amp;#039;&amp;#039;Familie Poaceae.&amp;#039;&amp;#039; S. 644–646. In: [[Gustav Hegi]]: &amp;#039;&amp;#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1996, ISBN 3-489-52020-3.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;POWO&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:407516-1 Datenblatt &amp;#039;&amp;#039;Lolium temulentum&amp;#039;&amp;#039; bei &amp;#039;&amp;#039;POWO&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;Plants of the World Online&amp;#039;&amp;#039; von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: &amp;#039;&amp;#039;Kew Science&amp;#039;&amp;#039;.]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube &amp;amp; G.Parolly (2009+): &amp;#039;&amp;#039;Poaceae (pro parte majore).&amp;#039;&amp;#039; [https://www.europlusmed.org/cdm_dataportal/taxon/00765905-13fb-441a-ba64-2475e239faa2 Datenblatt &amp;#039;&amp;#039;Lolium temulentum&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity&amp;#039;&amp;#039;.] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Lolium temulentum|Taumel-Lolch (&amp;#039;&amp;#039;Lolium temulentum&amp;#039;&amp;#039;)}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Taumellolch}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Lolium temulentum}}&lt;br /&gt;
* {{BiolFlor|1876}}&lt;br /&gt;
* {{BIB|3490}}&lt;br /&gt;
* [http://linnaeus.nrm.se/flora/mono/poa/loliu/lolitemv.jpg Verbreitungskarte nach Hultén].&lt;br /&gt;
* Thomas Meyer: [http://www.blumeninschwaben.de/Einkeimblaettrige/Suessgraeser/temulentum_agg.htm#Taumel-%20Lolch Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei &amp;#039;&amp;#039;Flora-de: Flora von Deutschland&amp;#039;&amp;#039; (alter Name der Webseite: &amp;#039;&amp;#039;Blumen in Schwaben&amp;#039;&amp;#039;)].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lolch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Liebigkühler</name></author>
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