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	<title>Tauchanzug - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T23:13:38Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tauchanzug&amp;diff=83290&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Serols: Änderungen von Axesaxesaxes1 (Diskussion) auf die letzte Version von ~2026-11463-40 zurückgesetzt</title>
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		<updated>2026-04-30T13:30:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Axesaxesaxes1&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/Axesaxesaxes1&quot;&gt;Axesaxesaxes1&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Axesaxesaxes1&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:Axesaxesaxes1 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:~2026-11463-40&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:~2026-11463-40 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;~2026-11463-40&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Scuba33.jpg|mini|Taucher in einem Vollkörper-Nassanzug]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Video of man putting on a diving wetsuit (neoprene shorty).webm|mini|hochkant=0.6|Video des Anlegens eines Nass-Kurzanzugs für warme Gewässer. Der einzige Verschluss ist der Reißverschluss am Rücken.]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tauchanzug&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Taucheranzug&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; schützt den Körper eines [[Tauchen|Tauchers]] im Wasser vor allem vor [[Hypothermie|Unterkühlung]]. Die ersten Anzüge bestanden aus Leder und Metall, später wurde Natur-[[Gummi]] und heute vor allem [[Neopren]]schaum eingesetzt, der auch in anderen [[Wassersport]]arten verwendete &amp;#039;&amp;#039;[[Neoprenanzug]]&amp;#039;&amp;#039;. Grundsätzlich wird zwischen &amp;#039;&amp;#039;Nass-&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;wetsuit&amp;#039;&amp;#039;), &amp;#039;&amp;#039;Halbtrocken-&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Trockenanzügen&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;drysuit&amp;#039;&amp;#039;) unterschieden. Zur besseren Kälteisolation wird der Anzug wahlweise mit [[Taucherhandschuh]]en, [[Füßling (Tauchen)|Füßlingen]] und einer Kopfhaube ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dykkerdragt.jpg|mini|Rekonstruktionsversuch eines Taucheranzugs nach [[Konrad Kyeser]]s Bilderhandschriften aus dem 15. Jahrhundert im Middelalderzentret Nyköbing, Dänemark]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Tritonia Lusitania 1935.jpg|mini|Taucher in Trockenanzug (rechts) und [[Panzertauchanzug]] (links), 1935]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Taucheranzug mit Helm.jpg|mini|hochkant|Taucheranzug mit Taucherhelm aus getriebenem Kupferblech]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In tropischen und subtropischen Gebieten gingen die ersten [[Perlenfischerei|Perlen-]] und [[Schwammtauchen|Schwammtaucher]] ihrer Tätigkeit nackt oder nur im [[Lendenschurz]] nach. Auch diese Gewässer sind in größerer Tiefe und bei längerem Aufenthalt empfindlich kühl. Da es sich bei den Tauchern vielfach um [[Sklave]]n handelte, wurde dem zumeist wenig Bedeutung beigemessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Konrad Kyeser]] beschreibt um 1405 Taucheranzüge aus Leder zur militärischen Verwendung. [[Jerónimo de Ayanz y Beaumont|Jerónimo de Ayanz]] entwickelte Taucheranzüge und Tauchausrüstungen, die er 1602 dem spanischen König vorführen und 1606 patentieren ließ.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mcu.es/ccbae//es/consulta/resultados_navegacion.do?busq_autorobra=BAA20060688451&amp;amp;descrip_autorobra=Obras%20como%20autor:%20Ayanz%20y%20Beaumont,%20Jer%C3%B3nimo%20de,%201553-1613 Obras como autor: Ayanz y Beaumont, Jerónimo de, 1553–1613], auf mcu.es&amp;lt;/ref&amp;gt; Niedrige Wassertemperaturen machten es unerlässlich, den Körper vor Wärmeverlust zu schützen. So wurden in der zweiten Hälfte des 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts Taucher in einer [[Taucherglocke]] zum Wrack der &amp;#039;&amp;#039;[[Vasa]]&amp;#039;&amp;#039; hinabgelassen, um die Kanonen zu bergen. Diese Taucher trugen lederne Anzüge von nur geringer Kälteschutzwirkung, sodass auch sie noch stark froren. Gleichwohl waren Leder und Wolle bis Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts die einzigen zur Verfügung stehenden Stoffe, die Bewegungsfreiheit und (wenn auch geringen) Wärmeschutz boten, außerdem schützten diese Anzüge ihren Träger geringfügig vor Verletzungen. Ansonsten wurde wie bis dahin in Badebekleidung getaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Erfindung der [[Vulkanisation]] von Gummi durch [[Charles Goodyear]] im Jahre 1839 (patentiert 1844) stand dann ein robustes wasserdichtes Material zur Verfügung. Dieses setzte sich nach und nach durch. Dabei war die isolierende Wirkung des Gummis selbst zu vernachlässigen, aber da der Taucher in dem Anzug weitgehend trocken blieb, konnte er wärmendes Unterzeug aus lufthältigen Wolltextilien tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Neopren]] (Kunstgummi) wurde 1930 erfunden. Bis in die 1940er-Jahre wurden insbesondere von den ersten Kampfschwimmern gummierte Anzüge eingesetzt. Als Material für Tauchanzüge wurde Neopren[[Schaumstoff|schaum]] in Kalifornien von Bob und Bill Meistrell 1954 mit der Firma Barakuda&amp;lt;!--sic!--&amp;gt; auf dem Markt eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit einigen Jahren setzt sich für Trockentauchanzüge auch [[Textillaminat]] (Trilaminat) durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nassanzug ==&lt;br /&gt;
[[Datei:wetsuit0806.jpg|links|hochkant|mini|Taucher in Nassanzügen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nassanzug ist meist aus Neopren oder vergleichbaren Materialien in einer Stärke zwischen 2,5 und 8&amp;amp;nbsp;mm gefertigt, manchmal mit einem Innenfutter aus [[Frottee]], [[Polyamide#Nylon|Nylon]] oder einem anderen hautfreundlichen Textil. Er ist so geschnitten, dass er hauteng am Körper anliegt. Das Material des Anzugs ist zwar wasserdicht, das Wasser kann aber beim Eintauchen an den [[Reißverschluss|Reißverschlüssen]], an der Halsöffnung sowie an den Hand- und Fußbünden in den Anzug eindringen und alle Zwischenräume zwischen dem Körper des Tauchers und dem Anzug ausfüllen. Beim Nassanzug kann das eingedrungene Wasser durch die Bewegungen des Trägers im Anzug [[Zirkulation (Hydrologie)|zirkulieren]], was für einen Wärmeaustausch mit der Umgebung sorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Nassanzug hängt die Wirkung der Wärmedämmung nicht nur von der Dicke des Materials, sondern auch von der Passform des Anzugs ab. Je besser der Anzug sitzt, umso weniger kann das Wasser im Inneren zirkulieren und Wärme abtransportieren. Ein ungefütterter Anzug mit einer Innenseite aus offenzelligem Neopren liegt besser am Körper an und kann die Zirkulation verringern. Maßanfertigungen sind von einigen wenigen Herstellern zu beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er ist fast immer als [[Overall]] (meist mit langen [[Ärmel]]n und Hosenbeinen) ausgeführt und soll verhindern, dass vom Anzug bedeckte Hautstellen direkten Wasserkontakt bekommen. Zusätzlich wirkt das Gasblasen enthaltende Neopren als thermischer Isolator, so dass der Körper nicht auskühlt. Durch [[Kragen (Kleidung)|Kragen]], Arm- und Beinabschlüsse, besonders aber durch den Reißverschluss, dringt aber in geringen Mengen Wasser in den Anzug ein. Daher sind Nassanzüge für niedrige Wassertemperaturen ungeeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Diver and lemonshark.JPG|mini|Taucher in kurzärmligem Nassanzug (Shorty)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Triathlet mit modernem Freiwassser-Neoprenanzug und Schwimmboje.jpg|mini|Triathlet mit modernem Freiwasser-Neoprenanzug und Schwimmboje]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nassanzüge gibt es in verschiedenen Formen:&lt;br /&gt;
* als einteiligen &amp;#039;&amp;#039;Tropenanzug&amp;#039;&amp;#039; zum Tauchen in warmen Gewässern mit einer Neoprenstärke von 2,5 bis 3&amp;amp;nbsp;mm. Der Tropenanzug hat meist keine Kopfhaube und kann lange oder kurze Ärmel und Beine haben. Anzüge mit kurzen Armen und Beinen werden &amp;#039;&amp;#039;Shorty&amp;#039;&amp;#039; genannt. In tropischen Gewässern soll der Anzug nicht nur vor Unterkühlung schützen, sondern dient auch als physischer Schutz (beispielsweise vor [[Nesseltiere]]n).&lt;br /&gt;
* als &amp;#039;&amp;#039;Einteiler&amp;#039;&amp;#039; mit einer Neoprenstärke zwischen 4 und 8&amp;amp;nbsp;mm. Dieser Anzug hat lange Ärmel und Beine sowie meistens eine angesetzte Kopfhaube. Beim Tauchen in kühleren Gewässern kann er mit einer Neopren[[weste]] ergänzt werden, die den Rumpf des Tauchers mit einer zusätzlichen Neoprenschicht warmhält.&lt;br /&gt;
* als &amp;#039;&amp;#039;Zweiteiler&amp;#039;&amp;#039;, bestehend aus einer langen, hochgeschnittenen oder Trägerhose (genannt „Long John“) und einer langärmligen Jacke meist mit angesetzter Kopfhaube&amp;amp;nbsp;– beides mit einer Materialstärke zwischen 5 und 8&amp;amp;nbsp;mm. Am Rumpf des Tauchers liegen immer zwei Neoprenschichten übereinander, so dass dieser Anzug vor allem für kühlere Gewässer geeignet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorteile von Nassanzügen sind die relativ geringen Anschaffungskosten und die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sowohl in tropischen als auch in kühleren Gewässern. Der wichtigste Nachteil ist, dass sich auch in gut sitzenden Anzügen die Wasserzirkulation nie ganz unterbinden lässt. Nassanzüge sind für das Kaltwassertauchen nur bedingt geeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neoprenstärke des Anzugs hat Einfluss auf das [[Tarieren]], da dickeres Material mehr [[Statischer Auftrieb|statischen Auftrieb]] erzeugt. Dieser Auftrieb muss mit [[Blei (Tauchen)|Bleigewichten]] kompensiert werden. Erschwerend kommt hinzu, dass das Neopren selbst durch den mit der Tiefe zunehmenden Wasserdruck verdichtet wird, so dass sich der Auftrieb mit zunehmendem Umgebungsdruck&amp;amp;nbsp;– also zunehmender Wassertiefe&amp;amp;nbsp;– verringert. Da das Gewicht des Bleis konstant bleibt, nimmt dann der Abtrieb mit zunehmender Tiefe zu, was durch Tarierfunktionen ([[Tarierweste]], -jacket) kompensiert werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nassanzüge werden als [[Surfanzug]] auch von [[Wellenreiten|Wellenreitern]], [[Kitesurfen|Kitesurfern]], [[Windsurfen|Windsurfern]], [[Wasserski]]fahrern und bei Bedarf als [[Schwimmanzug]] auch von [[Schwimmsport|Schwimmern]], [[Triathlon|Triathleten]] und bei Wassersprüngen auch beim [[Fallschirmspringen]] getragen. Nassanzüge für den Tauchsport sind jedoch so konstruiert, dass das Neopren von Nasstauchanzügen auch bei erhöhtem Umgebungsdruck nicht wesentlich an thermischem Isolationsvermögen einbüßt. Bei Neoprenanzügen für Oberflächen-Wassersportarten ist dies nicht zwingend der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Halbtrockenanzug ===&lt;br /&gt;
Der Halbtrockenanzug ist ein einteiliger Nassanzug aus Neopren mit einer Stärke zwischen 5 und 8&amp;amp;nbsp;mm. An den Ärmeln, an den Füßen und am Gesicht oder Hals besitzt er einfache oder doppelte Dichtmanschetten aus Neopren, die den Wasseraustausch (Zirkulation) verringern, sowie einen wasser- oder gasdichten Reißverschluss. Die [[Wärmedämmung]] wird wie beim normalen Nassanzug vom Neopren übernommen. Der Halbtrockenanzug liegt eng am Körper an und kann nicht wie der Trockenanzug zum Tarieren mit Luft gefüllt werden. Der Vorteil des Halbtrockenanzugs ist die gegenüber dem normalen Nassanzug verbesserte Wärmedämmung, die durch den geringeren Wasseraustausch und somit geringere [[Konvektion]] entsteht, wodurch er besser zum Kaltwassertauchen (bis hin zum [[Eistauchen]]) geeignet ist. Nachteilhaft ist der üblicherweise höhere Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== {{Anker|Heisswasseranzug}} Heißwasseranzug ===&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;Heißwasseranzug&amp;#039;&amp;#039; (im Sprachraum der Schweiz auch &amp;#039;&amp;#039;Heisswasseranzug&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;!-- bitte so stehen lassen --&amp;gt;) ist ein Nassanzug, der ausschließlich von [[Berufstaucher]]n genutzt wird, die mit einem [[Helmtauchgerät]] und von der [[Oberflächenversorgtes Tauchen|Oberfläche mit Schläuchen und Kabel versorgt]] werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hot water&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://archive.rubicon-foundation.org/2394 |wayback=20090721035746 |text=Thermal status of saturation divers during operational dives in the North Sea   }} (englisch), B. Mekjavić, F.S. Golden, M. Eglin, M.J. Tipton: &amp;#039;&amp;#039;Undersea Hyperb Med.&amp;#039;&amp;#039; Ausgabe 3/2001, S.&amp;amp;nbsp;149–155, zugegriffen: 30. Januar 2012. https://www.researchgate.net/profile/Mike-Tipton/publication/11307762_Thermal_status_of_saturation_divers_during_operational_dives_in_the_North_Sea/links/5569bd1c08aeab77722124c5/Thermal-status-of-saturation-divers-during-operational-dives-in-the-North-Sea.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein isolierter Schlauch führt das heiße Wasser von der Oberfläche zum Taucher. Dort kann der Taucher mit einem [[Ventil]], das er üblicherweise an seiner Hüfte befestigt, den Zufluss des heißen Wassers wie bei einem [[Heizkörper]] regulieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hot wate2r&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.helmtaucher.de/Woche_6.htm |wayback=20130217053951 |text=Woche 6}}, HDS Deutschland, zugegriffen: 30. Januar 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Heißwasseranzug ist normalerweise ein nicht eng anliegender Neopren-Nassanzug, in den Schläuche für die Verteilung des heißen Wassers eingearbeitet sind. Über die offenen Ärmel- und die Bein-Abschlüsse wird das warme Wasser an die Umgebung abgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heißwasseranzüge werden oft bei sehr tiefen Tauchgängen mit [[Trimix]] eingesetzt. Der in Trimix enthaltene hohe Helium-Anteil führt viel effektiver&amp;amp;nbsp;– durch [[Konvektion]] in der Lunge&amp;amp;nbsp;– beim Atmen Wärme ab, als dies bei Luft oder [[Nitrox]] der Fall ist. Der Heißwasseranzug kann deshalb beispielsweise für Unterwasserarbeiter überlebenswichtig sein. Wird die Heißwasserzufuhr unterbrochen, kann ein Taucher unter extremen Bedingungen (große Tiefe, langer Tauchgang und niedrige Temperatur) innerhalb Minuten an [[Hypothermie|Unterkühlung]] sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Trockenanzug ==&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;Trockenanzug&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Trockentauchanzug&amp;#039;&amp;#039;, im deutschen Taucher-Jargon auch als „Trocki“ bezeichnet, ist ein einteiliger Anzug aus wasser- und gasdichtem Material. Heute handelt es sich dabei um Trilaminat-Membranen aus synthetischen [[Kunststoff]]en oder um Neopren. Der Vorteil des Trockenanzuges ist, dass der Taucher kaum mit Wasser in Berührung kommt und bei entsprechender Füllung mit einem Isolationsgas im Anzug besser vor Kälte geschützt ist als in anderen Tauchanzügen. Der Trockenanzug wird meist am [[Hals]] und Handgelenk mit einer [[Manschette (Oberbekleidung)|Manschette]] abgedichtet. Für den Ein- und Ausstieg besitzt er am Rücken oder an der Brust einen wasser- und gasdichten Reißverschluss. Die Wärmeisolation im Trockenanzug wird hauptsächlich durch ein Isolationsgas (meist [[Luft]], seltener [[Argon]]) hergestellt, mit dem der Anzug aufgeblasen wird. Zusätzlich wird unter dem Anzug eine [[Textilie|textile]] Kälteschutzbekleidung getragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trockenanzug wird auch beim [[Schnorcheln]], Surfen, [[Rafting]] und beim [[Segeln]] in sehr unruhigen kalten Gewässern benutzt, wobei diese Anzüge keine Ventile für die [[Tarieren|Tarierung]] aufweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Membran-Trockentauchanzug ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Viking pro 1000 drysuit with magnum hood.jpg|mini|hochkant|Membran-Trockentauchanzug mit Kopfhaube]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man unterscheidet zwischen Trockenanzügen &amp;#039;&amp;#039;mit Eigenisolation&amp;#039;&amp;#039; (Neopren-Trockentauchanzug) und &amp;#039;&amp;#039;ohne Eigenisolation&amp;#039;&amp;#039; (Membran-Trockentauchanzug). Letzterer besteht aus einer Trilaminat-Membran und bietet selbst keine Wärmedämmung. Die Isolation wird im weit geschnittenen Anzug durch das Isolationsgas und die untergezogene Kälteschutzbekleidung sichergestellt. Die geringe Isolierwirkung der Außenhaut hat zur Folge, dass der Körperschweiß kondensiert und die Kälteschutzkleidung allmählich durchfeuchtet, wodurch wiederum deren Isolierwirkung abnimmt. Da die Menge des Isolationsgases zwischen dem Körper und dem Anzug die entscheidende Rolle für seine Isolationswirkung spielt, kann ein Membran-Trockentauchanzug relativ flexibel an die Temperatur des Wassers angepasst werden. Der Auftrieb des Membranmaterials ändert sich nicht mit steigender Tauchtiefe, sodass sich auch das Trim- und Tarierverhalten von Membrananzügen mit steigender Tiefe nicht ändert. Für viele Taucher ist das der Grund, einen Membrantrockenanzug zu bevorzugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neopren-Trockentauchanzug ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Diving suit neoprene.jpg|mini|Neopren-Trockentauchanzug mit gasdichtem Reißverschluss sowie Ein- und Auslassventil für Druckluft zum Tarieren und Manschetten an Hals und Handgelenken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter einem Neopren-Trockentauchanzug muss weniger isolierende Kleidung getragen werden, da das Neopren selbst schon wärmedämmend wirkt. Der Nachteil gegenüber einem Membran-Anzug liegt im viel höheren [[Statischer Auftrieb|Auftrieb]] und der geringeren Flexibilität sowohl bei Bewegungen als auch bei seiner Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Temperaturen. Mit zunehmender Tauchtiefe nimmt die Wärmedämmung von Neopren aufgrund der Kompression ab. Deshalb ist bei tieferen Tauchgängen der Vorteil der besseren Wärmedämmung beinahe irrelevant. Ein Vorteil der vergleichsweise engen Passform ist, dass sich das Isoliergas im Anzug nur eingeschränkt bewegen kann, was die Handhabung für ungeübte Taucher vereinfacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt auch Anzüge, bei denen Trilaminat und Neopren zu einem Anzug verarbeitet wurde. Dabei wird versucht, die Vorteile beider Materialien zu vereinen: Das gut isolierende Neopren wird an Stellen, wo eine hohe Beweglichkeit gefragt ist, durch Trilaminat ersetzt. Ein anderer Ansatz besteht darin, einen Trockenanzug aus Membranmaterial mit einer dünnen Neoprenaußenhaut zu versehen. Diese dünne Außenhaut liefert keinen nennenswerten Beitrag zum Auftrieb oder zur Wärmeisolation, hält den Anzug jedoch in Form ohne die Beweglichkeit zu sehr einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ventile ===&lt;br /&gt;
Das Volumen des Isoliergases sollte während des Tauchgangs konstant gehalten werden, um die Isolationswirkung und vor allem die Bewegungsfreiheit zu erhalten. Da mit steigendem Wasserdruck das Gasvolumen abnimmt, muss der Trockentauchanzug während des Abstiegs mit [[Druckluft]] oder zur noch besseren Isolation mit [[Argon]] „nachgefüllt“ werden. Dazu betätigt der Taucher das [[Ventil|Einlassventil]] auf der Brust. Dieses wird über einen Mitteldruckschlauch mit der ersten Stufe des [[Atemregler]]s beziehungsweise einem separaten Druckminderer verbunden. Um überschüssiges Gas aus dem Anzug entfernen zu können, etwa beim Aufstieg, verfügt ein Trockentauchanzug über ein Auslassventil, meist am linken Oberarm oder manchmal auch am Unterarm. Das Auslassventil arbeitet hierbei als Überdruckventil. Sobald der Druck im Anzug einen eingestellten Wert überschreitet, öffnet das Ventil und das Isoliergas tritt aus. Da das Ventil den Anzugdruck relativ zum Wasserdruck misst, kann der Taucher den Gasaustritt zum einen über die Ventileinstellung regulieren, zum anderen auch über die Wasserlage (heben oder senken des Ventils).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Manschetten und Handschuhe ===&lt;br /&gt;
Am Hals&amp;amp;nbsp;– oder seltener im Gesichtsbereich&amp;amp;nbsp;– wird der Trockenanzug mit einer enganliegenden [[Naturkautschuk|Latex]]-, Neopren- oder [[Silikone|Silikon]]-Manschette abgedichtet. Zur Warmhaltung des Kopfes wird eine separate oder angesetzte Neoprenkopfhaube gebraucht. Alternativ kann der Anzug direkt mit einem [[Helmtauchgerät|Taucherhelm]] verbunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den Händen kommen [[Taucherhandschuh]]e zum Einsatz. Für Nasshandschuhe aus Neopren wird an den Ärmeln des Trockenanzugs eine Manschette angebracht, die am Handgelenk des Tauchers dichtet. Trockenhandschuhe werden mit einem gasdichten Ringsystem mit dem Anzug verbunden und über diesen mit Isolationsgas versorgt. Es gibt auch Anzüge mit fest verbundenen Handschuhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tarierung ===&lt;br /&gt;
Durch das Isolationsgas-Volumen erzeugt ein Trockentauchanzuges deutlich mehr Auftrieb als ein Nassanzug. Dieser Auftrieb muss durch entsprechenden Abtrieb – meist durch Bleigewichte – kompensiert werden. Das Volumen von Gasen ist grundsätzlich druck- und damit tiefenabhängig. Je mehr Isolationsgas im Anzug enthalten ist, desto anspruchsvoller ist die [[Tarieren|Tarierung]]. Außerdem ist bei einem Trockenanzug das Ausbalancieren der Schwimmlage unter Wasser schwieriger, weil das Isolationsgas zirkulieren kann und sich immer am höchsten Punkt des Anzuges sammelt. Senkt der Taucher seinen Oberkörper zu weit nach vorne, sammelt sich somit das Isolationsgas im Bein- und Fußbereich. Befindet sich zu viel Gas im Anzug, besteht sogar die Gefahr eines Tauchunfalls, da nun der erhöhte Auftrieb eine Kontrolle der Wasserlage drastisch erschwert und der Taucher mit den Füßen voran an die Oberfläche gezogen werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nowotaucher&amp;quot; /&amp;gt; Durch das Anziehen der Beine kann ein geübter Taucher die richtige Verteilung des Isolationsgases präzise steuern. Der Umgang mit einem Trockenanzug sollte deshalb im flachen Wasser solange geübt werden, bis ein Taucher seine Schwimmlage zuverlässig kontrollieren und verändern kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theoretisch könnte beim Trockentauchen auf eine [[Tarierweste]] verzichtet werden, indem allein über den Trockentauchanzug tariert wird. Es wird empfohlen, nur mit wenig Isolationsgas im Anzug zu tauchen und den Auftrieb über die Tarierweste zu steuern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trim &amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kallweit.de/media/downloads/bedienungsanleitung.pdf |titel=Gebrauchsanweisung – Trockentauchanzug und Zubehör |hrsg=Kallweit GmbH, Pforzheim |datum=2011-03-16|abruf=2019-09-01| zitat=&amp;#039;&amp;#039;Die Luft bewegt sich immer zum höchsten Punkt des Trockentauchanzuges, wie auch immer Sie Ihre Schwimmlage verändern. Wenn die wandernde Luft zu viel ist, kann dies zu Problemen führen. Es empfiehlt sich das Luftvolumen konstant zu halten und die Tarierung über das BCD zu steuern. &amp;#039;&amp;#039;| format=PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Leck im Anzug kann dazu führen, dass der gesamte Trockenanzug mit Wasser vollläuft und keinen genügenden Auftrieb mehr bietet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wassereinbruch &amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kallweit.de/media/downloads/bedienungsanleitung.pdf |titel=Gebrauchsanweisung – Trockentauchanzug und Zubehör |hrsg=Kallweit GmbH, Pforzheim |datum=2011-03-16|abruf=2019-08-30| zitat=&amp;#039;&amp;#039;Wassereinbruch kann durch Risse, Löcher und Undichtigkeiten in Manschetten oder Reißverschluss verursacht werden. Sie sollten Ihre Tarierweste benutzen, um zur Oberfläche zurückzukehren.&amp;#039;&amp;#039;| format=PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei den größeren Bleimengen, die für einen „Trocki“ benötigt werden, kann dies schnell zu gefährlichen Situationen führen. Deshalb sollte beim Trockentauchen nie auf eine zusätzliche Auftriebshilfe (eine Tarierweste) verzichtet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nowotaucher&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wassereinbruch &amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte ===&lt;br /&gt;
Die ersten Trockentauchanzüge wurden mit klassischen [[Helmtauchgerät]]en verwendet. Der Einstieg erfolgte durch einen gedehnten oder sehr großen Halsausschnitt, die Luftregelung für Anzug und Atmung befand sich am Helm selbst. Die ersten Trockentauchanzüge bestanden aus gummierten Textilien oder Leder. Erst durch die Erfindung des gasdichten Reißverschlusses wurden die&amp;amp;nbsp;– heute auch im Bereich des [[Sporttauchen]]s weit verbreiten&amp;amp;nbsp;– von einem Taucherhelm unabhängigen Trockentauchanzüge möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbildung ===&lt;br /&gt;
Da sich das Tauchen mit einem Trockenanzug doch erheblich vom &amp;#039;&amp;#039;Nasstauchen&amp;#039;&amp;#039; unterscheidet, bieten die meisten [[Tauchorganisation]]en spezielle Kurse an, um das Trockentauchen zu erlernen. Der Taucher lernt dabei in der Theorie die Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten von Trockentauchanzügen, deren Aufbau und Pflege sowie die Gefahren des Trockentauchens kennen. Bei einem oder mehreren [[Tauchgang|Tauchgängen]] erlernt der [[Tauchschüler]] den Umgang mit dem Anzug und die richtige Reaktion auf Notsituationen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nowotaucher&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.tauchtheorie.nowotaucher.de/tauchausbildung/sonderbrevet/sonderbrevet-trockentauchen |wayback=20130301072135 |text=Sonderbrevets: Trockentauchen}}, Andreas Nowotny, Augsburg, zugegriffen: 16. Oktober 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Voraussetzung für einen solchen Kurs ist eine abgeschlossene [[Autonomous Diver|Grundtauchausbildung]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;TCUser&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.tauchsportuster.ch/schule/spezial/trocken.html |wayback=20130217082845 |text=Trockentauchen}}, Tauchsport Uster, abgerufen am 16. Oktober 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Europa]] wird die Trockentauchausbildung oft auch in die Grundtauchausbildung integriert. Dies hat den Nachteil&amp;amp;nbsp;– auch wenn diese einfacher ist&amp;amp;nbsp;– dass danach das Nasstauchen erlernt werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Skaphander]], veraltete Bezeichnung für einen Taucheranzug&lt;br /&gt;
* [[Quallenschutzanzug]], spezielle [[Badebekleidung]]&lt;br /&gt;
* [[Raumanzug]], gasdichter Schutzanzug für Raumfahrer&lt;br /&gt;
* [[Liste der Kleidungsstücke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Wetsuits|Taucheranzüge}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4377383-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schutzkleidung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tauchausrüstung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Einteiler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Serols</name></author>
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