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	<title>Tarasp - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2026-02-22T20:46:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Ort. Zur Herrschaft siehe [[Herrschaft Tarasp]], zum Schloss siehe [[Schloss Tarasp]].}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--schweizbezogen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Infobox Ort in der Schweiz&lt;br /&gt;
| NAME_ORT = Tarasp&lt;br /&gt;
| BILDPFAD_KARTE = &lt;br /&gt;
| BILDPFAD_WAPPEN = Tarasp wappen.svg&lt;br /&gt;
| BILD = CH Tarasp Fontana edit.jpg&lt;br /&gt;
| BESCHREIBUNG = Tarasp Fontana mit Schloss Tarasp&lt;br /&gt;
| REGION-ISO = CH-GR&lt;br /&gt;
| BEZIRK = Engiadina Bassa/Val Müstair&lt;br /&gt;
| GEMEINDE = Scuol&lt;br /&gt;
| BFS = 3745&lt;br /&gt;
| PLZ = 7552 [[Vulpera]]&amp;lt;br /&amp;gt;7553 Tarasp&lt;br /&gt;
| BREITENGRAD = 46.77888889&lt;br /&gt;
| LÄNGENGRAD = 10.26166667&lt;br /&gt;
| HÖHE = 1403&lt;br /&gt;
| FLÄCHE = 46.99&lt;br /&gt;
| EINWOHNER = 337&lt;br /&gt;
| STAND_EINWOHNER = 31. Dezember 2014&lt;br /&gt;
| WEBSITE = www.tarasp.ch&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tarasp&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{Audio|Roh-vallader-Tarasp.ogg|[tɐˈraʃp]}}) ist ein Dorf der [[Unterengadin]]er Gemeinde [[Scuol]] im [[Schweiz]]er Kanton [[Kanton Graubünden|Graubünden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31. Dezember 2014 war Tarasp eine eigenständige [[politische Gemeinde]]. Am 1. Januar 2015 wurde Tarasp mit den vier Gemeinden [[Ardez]], [[Ftan]], [[Guarda GR|Guarda]] und [[Sent GR|Sent]] in die Gemeinde Scuol eingegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Karte Gemeinde Tarasp 2009.png|mini|Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2015]]&lt;br /&gt;
[[Datei:ETH-BIB-Schloss Tarasp-LBS H1-017841.tif|mini|Schloss Tarasp im Luftbild von [[Werner Friedli (Fotograf)|Werner Friedli]] (1954)]]&lt;br /&gt;
Die ehemalige Gemeinde auf der rechten [[Inn]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;seite besteht aus elf [[Ortsteil#Schweiz|Fraktionen]]. Zu den wichtigsten gehören der Hauptort &amp;#039;&amp;#039;Fontana&amp;#039;&amp;#039; ({{Audio|Roh-vallader-Fontana.ogg|[fɔnˈtaːnɐ]}}, {{Höhe|1403|CH}}) mit der Dreifaltigkeitskirche, das Hoteldorf [[Vulpera]] (1280&amp;amp;nbsp;m) und &amp;#039;&amp;#039;Sparsels&amp;#039;&amp;#039; ({{Audio|Roh-vallader-Sparsel.ogg|[ʃpɐrˈsɛls]}}). Die weiteren Fraktionen sind &amp;#039;&amp;#039;Aschera&amp;#039;&amp;#039; ({{Audio|Roh-vallader-Aschera.ogg|[ɐˈʒɛːrɐ]}}), &amp;#039;&amp;#039;Avrona, Chaposch&amp;#039;&amp;#039; ({{Audio|Roh-vallader-Chaposch.ogg|[tɕɐˈpɔʃ]}}), &amp;#039;&amp;#039;Chants&amp;#039;&amp;#039; ({{Audio|Roh-vallader-Chants.ogg|[tɕants]}}), &amp;#039;&amp;#039;Florins&amp;#039;&amp;#039; ({{Audio|Roh-vallader-Florins.ogg|[flɔˈrins]}}), &amp;#039;&amp;#039;Nairs, Sgnè&amp;#039;&amp;#039; ({{Audio|Roh-vallader-Sgnè.ogg|[sɲeː]}}) und &amp;#039;&amp;#039;Vallatscha&amp;#039;&amp;#039;. Die Ortsteile gruppieren sich um das Wahrzeichen der Gemeinde, das [[Schloss Tarasp]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem ehemaligen Gemeindegebiet liegen die Gipfel [[Piz Pisoc]] (3173 m), [[Piz Plavna Dadaint]] (3166&amp;amp;nbsp;m), [[Piz Plavna Dadora]] (2981&amp;amp;nbsp;m) und [[Piz Zuort]] (3119&amp;amp;nbsp;m).&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft des Namens ==&lt;br /&gt;
Die Herkunft des Ortsnamens Tarasp ist nicht sicher geklärt; die herkömmliche Deutung als lateinisch &amp;#039;&amp;#039;Terrae asperae&amp;#039;&amp;#039; «raue Erde» wirft Fragen auf.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen]].&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S.&amp;amp;nbsp;865.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Johann Heinrich Müller, 1825-1894 J15 Tarasp, Schloss.JPG|mini|[[Schloss Tarasp]] um 1870. Radierung von [[commons:Category:Johann Heinrich Müller (1825-1894)|Heinrich Müller]]]]&lt;br /&gt;
Prähistorische [[Schalenstein]]e («Hexensteine») sind in der Gemeinde nachgewiesen. Die [[Herrschaft Tarasp|Herren von Tarasp]], die aus Oberitalien stammten, veranlassten Rodungsarbeiten und errichteten im 11. Jahrhundert erste Siedlungen. Das [[Schloss Tarasp|Schloss]] wurde um 1040 aus strategischen Gründen erbaut. Eine Urkunde von 1089/1096, die in einer Abschrift von 1365 vorliegt, erwähnt das &amp;#039;&amp;#039;Castro de Taraspes&amp;#039;&amp;#039;. Um 1200 wurden Sümpfe trockengelegt und Seen abgeleitet. Der angelegte Taraspersee diente dem Fischfang und als Löschwasserreserve. Ein zentrales Dorf entstand indessen nicht, sondern allmählich wurden die zehn [[Weiler]]siedlungen Aschera, Vallatscha, Chaposch, Fontana, Sparsels, Florins, Sgnè, Chants, [[Vulpera]] und Avrona aufgebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald nach dem Aussterben des adligen Geschlechts 1177 übernahmen das [[Bistum Chur#Mittelalter|Bistum Chur]] und später die Grafen von [[Grafschaft Tirol|Tirol]] die Herrschaft. Nach 1273 amteten die [[Matsch (Adelsgeschlecht)|Herren von Matsch]] als tirolische Vögte. Ab 1464  war Tarasp im Besitz der Österreicher, welche diverse Adelsgeschlechter mit dem Gebiet [[Lehnswesen|belehnten]]. Spannungen mit der Unterengadiner Bevölkerung waren häufig, zum Beispiel wegen der am Schloss angebrachten Wappen und Schriften (1624 «Hie Esterreich»).&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt; 1678 trat Kaiser [[Leopold I. (HRR)|Leopold I.]] die Herrschaft zunächst pfandweise an den Reichsfürsten [[Ferdinand Joseph von Dietrichstein]] ab, ehe sie 1684 in Anerkennung seiner Verdienste als gefürstete [[Reichsgrafschaft]] ganz in dessen Besitz überging. Mit dem Erwerb dieses reichsunmittelbaren Territoriums war auch die Voraussetzung der Zulassung zur Fürstenbank des [[Immerwährender Reichstag|Reichstages]] erfüllt, an dem der Fürst erstmals am 4. Oktober 1686 teilnahm und dort den Platz zwischen den Fürsten von [[Salm (Adelsgeschlecht)|Salm]] und [[Nassau-Hadamar]] erhielt. Durch § 29 des [[Reichsdeputationshauptschluss]]es von 1803 fiel die bisherige österreichische [[Exklave]] an die [[Helvetische Republik]] bzw. die [[Schweiz]]. Für diesen Verlust wurde Fürst [[Karl Johann von Dietrichstein|Johann Baptist Karl Walther von Dietrichstein]] in § 11 mit der Herrschaft [[Neuravensburg]] aus dem Besitz des Klosters [[Fürstabtei St. Gallen|St.&amp;amp;nbsp;Gallen]] entschädigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kirchlich gehörte der Ort bis zur [[Reformation und Gegenreformation in der Schweiz|Reformation]] zu [[Scuol]]; die wirtschaftliche (Weiderechte, Holznutzung usw.) und kirchliche Trennung erfolgte 1559. Acht Jahre später erhielt Tarasp im Hauptort Fontana eine eigene Pfarrkirche. Eine dauernde Germanisierung fand trotz zeitweiliger Zuwanderung aus dem [[Tirol]] nicht statt, auch wenn an den Bauten zahlreiche tirolische Einflüsse zu bemerken sind. Bei der Eingliederung der Herrschaft in den Kanton Graubünden 1803 kam Tarasp zur [[Gerichtsgemeinde]] [[Kreis Sur Tasna|Obtasna]] und 1851 dann zum gleichnamigen Kreis. 1630 lebten 242 Einwohner in Tarasp, 1835 waren es 403, danach nahm die Personenzahl wieder leicht ab. Seit 1850 schwankte die Einwohnerzahl zwischen 278 und 396 Personen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Lower Engadine Vulpera and Fetan Grisons Switzerland (1) (cropped).jpg|mini|[[Hotel Waldhaus Vulpera]] um 1900]]&lt;br /&gt;
Dank zahlreicher auf dem Gemeindegebiet gelegener [[Mineralquelle]]n entwickelten sich Tarasp und insbesondere die Fraktion Vulpera in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom Bauerndorf zu einem der bedeutendsten Kurorte der Schweiz. 1845 entstand in Vulpera ein erstes Hotel «Zu den Salzwasserquellen». 1860 wurde die Tarasp-Schulser Gesellschaft gegründet, 1865 in der Fraktion Nairs, auf Scuoler Gemeindegebiet direkt am Inn, das «Grand Hotel Kurhaus Tarasp», 1874 bis 1876 am Innufer die Trinkhalle,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trinkhalle&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;(ohne Nennung des Autors:) &amp;#039;&amp;#039;[https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=dis-001:1912:16#554 Das Bad Tarasp-Schuls-Vulpera.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Schweiz. Schweizerische illustrierte Zeitschrift.&amp;#039;&amp;#039; 16, 1912, S.&amp;amp;nbsp;332–334 (mit Luftaufnahme der Hotelanlage und Foto der Trinkhalle).&amp;lt;/ref&amp;gt; 1896/97 in Vulpera das 1989 abgebrannte «[[Hotel Waldhaus Vulpera]]» sowie 1898–1900 das «Hotel Schweizerhof» errichtet. Der Bau der Linie [[Bahnstrecke Bever–Scuol-Tarasp|Samedan–Scuol–Tarasp]] der Rhätischen Bahn 1913 und die Restauration der Burg förderten die wirtschaftliche Entwicklung weiter. Seine Blütezeit erlebte der Tourismus in Vulpera bis zum Ersten Weltkrieg.&amp;lt;ref&amp;gt;{{HLS|28731|Vulpera|Autor=Paul Eugen Grimm|Datum=2016-12-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1930er Jahren erlebte der Bädertourismus einen drastischen Abschwung, von dem sich Tarasp erst in den 1970er Jahren durch den Wintertourismus und die aufkommende Parahotellerie erholte. Während Vulpera erneut umgebaut und den Bedürfnissen des modernen Sporttourismus angepasst wurde, bewahrten die anderen Fraktionen ihre Ursprünglichkeit weitgehend.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist die Überalterung der Bevölkerung ein Problem.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nzz.ch/die_rampe_fuers_durcheinandertal-1.7915081 &amp;#039;&amp;#039;Die Rampe fürs Durcheinandertal.&amp;#039;&amp;#039;] nzz.ch, 9. Oktober 2010&amp;lt;/ref&amp;gt; Für einen besseren Strassenanschluss und etwas Abhilfe wurde von 2007 bis 2010 die 235 Meter lange [[Punt d’En Vulpera/Tarasp|Innbrücke von Scuol nach Vulpera]] gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
{{Wappenbeschreibung&lt;br /&gt;
| Wappenbild = Tarasp wappen.svg&lt;br /&gt;
| Größe = 70&lt;br /&gt;
| Blasonierung = Gespalten von Gold und Blau, in Gold schwebend lateinisches rotes Kreuz ([[Lateinisches Kreuz|Passionskreuz]]), in Blau gold-rot-goldener Bogenpfahl ([[Regenbogen (Heraldik)|Regenbogen]])&lt;br /&gt;
| Zusatz = Die Gemeinde Scuol gibt hierzu an: «Es handelt sich um das Wappen der Familie von Tarasp, die im 11. und 12. Jahrhundert gelebt hat. Das Kreuz erinnert daran, dass Mitglieder dieser Familie an einem Kreuzzug und an Wallfahrten nach Jerusalem teilgenommen haben. Der Regenbogen symbolisiert die Verbindung zwischen Gott und den Menschen oder auch die Herrlichkeit Gottes.»&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.scuol.net/de/fraktionen/tarasp/name-wappen.html/194 Tarasp: Name und Wappen] scuol.net&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Ausgehend von dem blauen Feld als Hintergrund hätte ein Regenbogen in Farben wie Rot-Gold-Blau oder Rot-Gold-Grün die  [[Tingierung#Heraldische Farbregel|heraldische Farbregel]] verletzt. So ist die ungewöhnliche Farbkombination Gold-Rot-Gold im Regenbogen zu erklären.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernhard Peter: [http://www.welt-der-wappen.de/Heraldik/seiten/regenbogen.htm &amp;#039;&amp;#039;Besondere Motive: Regenbogen&amp;#039;&amp;#039;] welt-der-wappen.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;11&amp;quot;| Bevölkerungsentwicklung&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background:#FFEC9B; text-align:center;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot; | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jahr&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || 1630|| 1835|| 1850|| 1900|| 1950|| 1960|| 1980|| 1990|| 2000&amp;lt;ref&amp;gt;{{HLS|1524|Tarasp|Autor=Paul Eugen Grimm|Datum=2017-07-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;|| 2013&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot; | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einwohner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || 242|| 403|| 357|| 278|| 307|| 396|| 293|| 241|| 328|| 341&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Nach einem bedeutenden Bevölkerungszuwachs bis ins frühe 19. Jahrhundert verlor die ehemalige Gemeinde zwischen 1835 und 1900 massiv Bewohner (1835 403, 1900 278 Einwohner = −31 %), und dies trotz touristischen Einrichtungen wie [[Badekultur|Bäderhäusern]] und Hotels. Bis 1930 wuchs die Bevölkerung leicht an – zwischen 1950 und 1960 sogar stark (1950–1960: +29 %). Nach dem dann erreichten Höchststand von 396 Personen kam es zu einer zweiten grossen Abwanderungswelle bis 1990 (1960–1990: −39 %).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprachen ===&lt;br /&gt;
Trotz jahrhundertelanger [[österreich]]ischer Herrschaft sprach die Bevölkerung bis zum Beginn des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] beinahe geschlossen [[Vallader]], eine [[Bündnerromanisch|bündnerromanische]] [[Dialekt|Mundart]] (1880: 92 %, 1910: 87 %). Dieser Anteil sank dann in der Zwischenkriegszeit auf 79 Prozent (1941). Seither wächst der Anteil der [[Deutsche Sprache|Deutschsprachigen]] beständig. Dennoch waren die Romanischsprachigen noch 1970 mit 155 Personen (oder 45,32 %) eine relative Mehrheit. Seit 1980 sind die Deutschsprachigen in der Mehrheit, doch halten Gemeindeverwaltung und Schule weiterhin zum Romanischen. Die deutschsprachige Mehrheit erklärt sich vor allem durch das in Avrona ansässige Internat, das jedoch gesellschaftlich wenig Kontakt mit der sonst romanischen Gemeinde hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesamt für Statistik (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Eidgenössische Volkszählung 2000.&amp;#039;&amp;#039; Band 12: Jean-Jacques Furer: &amp;#039;&amp;#039;Die aktuelle Lage des Romanischen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Statistik der Schweiz.&amp;#039;&amp;#039; 1: &amp;#039;&amp;#039;Bevölkerung&amp;#039;&amp;#039;). BFS, Neuchâtel 2005, ISBN 3-303-01202-4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Gross: &amp;#039;&amp;#039;Romanisch. Facts &amp;amp; Figures.&amp;#039;&amp;#039; 2. überarbeitete und aktualisierte Auflage. Lia Rumantscha, Chur 2004, ISBN 3-03900-034-9.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1990 konnten sich noch 58 Prozent, im Jahr 2000 noch 46,6 Prozent der Bevölkerung auf Romanisch verständigen. Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt folgende Tabelle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;7&amp;quot; style=&amp;quot;background:#BFEFFF;&amp;quot;| Sprachen in Tarasp GR&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;text-align:center; font-weight:bold;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|rowspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Sprachen ||colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Volkszählung 1980 ||colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Volkszählung 1990 ||colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Volkszählung 2000&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;text-align:center; font-weight:bold;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Anzahl || Anteil || Anzahl || Anteil || Anzahl || Anteil&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;| [[Deutsche Sprache|Deutsch]] || 138 || 47,10 % || 125 || 51,87 % || 172 || 52,44 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;| [[Rätoromanische Sprachen|Rätoromanisch]] || 129 || 44,03 % || 102 || 42,32 % || 126 || 38,41 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;| [[Italienische Sprache|Italienisch]] || 8 || 2,73 % || 8 || 3,32 % || 8 || 2,44 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einwohner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || 293 || 100 % || 241 || 100 % || 328 || 100 %&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Religionen und Konfessionen ===&lt;br /&gt;
Die Bewohner von Tarasp sind vornehmlich [[Römisch-katholische Kirche|Katholiken]] in einem sonst [[Reformierte Kirche|reformiert]] geprägten Gebiet. Dies ist eine Folge der habsburgischen Geschichte der ehemaligen Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Liste der Kulturgüter in Scuol}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Schloss Tarasp2.JPG|mini|[[Schloss Tarasp]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Tarasp Kirche.JPG|mini|x230px|Dreifaltigkeitskirche im Ortsteil Fontana]]&lt;br /&gt;
* Die Gemeinde wird von dem in seinen Grundzügen aus dem 11. Jahrhundert stammenden [[Schloss Tarasp]] überragt. Es zählt zu den imposantesten Schlössern Graubündens. Schloss Tarasp wurde um 1900 von [[Karl August Lingner]], dem Fabrikanten von [[Odol]], erworben und im Stile des [[Historismus]] renoviert. Er vermachte es dem Grossherzog [[Ernst Ludwig (Hessen-Darmstadt)|Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt]]. Nachdem es lange im Besitz der Erben aus dem Haus [[Landgrafschaft Hessen-Kassel|Hessen-Kassel]] gewesen war, wurde es im März 2016 vom Künstler [[Not Vital]] erworben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schloss-tarasp.ch/fileadmin/Inhalte_Redaktoren/Dokumente/Tarasp_Not_Vital/Tarasp%20Not%20Vital_Pressemitteilung_DE1.pdf Not Vital erwirbt Schloss Tarasp – Pressemitteilung]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Schloss besitzt eine kostbare Orgel der Orgelbauwerkstatt Gebrüder Jehmlich aus dem Jahr 1916, welche zu den grössten Orgeln in Privatbesitz in Europa zählt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://orgel-verzeichnis.de/tarasp-schloss-tarasp-salonorgel/ |titel=Tarasp – Schloss Tarasp (Salonorgel) – Orgel Verzeichnis – Orgelarchiv Schmidt |sprache=de-DE |abruf=2022-05-07 |abruf-verborgen=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In der Nähe des Weilers Sgnè liegen prähistorische [[Schalenstein]]e, die sogenannten «Hexenplatten».&lt;br /&gt;
* 1874–1876 wurde durch den Schweizer Architekten [[Bernhard Simon (Architekt)|Bernhard Simon]] am Innufer gegenüber dem Kurhaus Tarasp eine Wandel- und Trinkhalle erbaut. Im achteckigen Kuppelbau werden die Heilquellen  &amp;#039;&amp;#039;Bonifacius&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Lucius&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Emerita&amp;#039;&amp;#039; gefasst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trinkhalle&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Dreifaltigkeitskirche, in Fontana, ist ein nach Norden gerichteter Barockbau. Er wurde 1674 bis 1678 von Blasius Ploirer auf den Grundmauern der Pfarrkirche Sankt Antonius von 1567 errichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://baukultur.gr.ch/de_DE/address/katholische_kirche_hl_dreifaltigkeit.31710 |text=Kantonsbibliothek Graubünden. Katholische Kirche heilige Dreifaltigkeit (Foto) |wayback=20200925074458}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das Pfarrhaus&lt;br /&gt;
* «Villa Engiadina»,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/villa_engiadina.31712 |text=Kantonsbibliothek Graubünden. Villa Engiadina (Foto) |wayback=20220925074002}}&amp;lt;/ref&amp;gt; erbaut 1901 durch [[Karl Gottlieb Koller]]&lt;br /&gt;
* Wohnhaus, in Fontana&lt;br /&gt;
* Die wilde [[Clemgia]]-Schlucht ist von [[Vulpera]] und Avrona erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur ==&lt;br /&gt;
In der Tradition der [[Übernamen der Engadiner Dörfer]] heissen die Tarasper &amp;#039;&amp;#039;ils magliamessas&amp;#039;&amp;#039; (deutsch «die Messefresser»).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
Der in [[Scuol]] gelegene [[Bahnhof Scuol-Tarasp]] ist der östliche Endpunkt der [[Rhätische Bahn|Rhätischen Bahn]] (RhB)-[[Bahnstrecke Bever–Scuol-Tarasp|Strecke aus Bever]]. Von dort sind Nairs, Vulpera, Chants, Sgnè und Fontana direkt über eine Postautolinie erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 10. Oktober 2010 führt die 236 Meter lange Stahlbetonbrücke [[Punt d’En Vulpera/Tarasp]], die den [[Inn]] in etwa 50 Meter Höhe überspannt, nach Tarasp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tourismus ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hotellandschaft Tarasp-Vulpera um 1905.png|mini|Hotellandschaft Tarasp-Vulpera um 1905]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer ist Tarasp für Wanderer und Biker auch ein Ausgangspunkt für Touren in den [[Schweizer Nationalpark]]. In Vulpera befindet sich eines der ältesten [[Freibad|Freibäder]] der Schweiz (erbaut 1930 im [[Art déco|Art-déco]]-Stil vom Bäderpionier [[Beda Hefti]]), oberhalb Vulperas ein Neun-Loch-[[Golfplatz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Winter wird eine [[Loipe]] gespurt. Am Ortsrand von Fontana war von 1964 bis 2010 ein [[Skilift#Stangenschlepplift|Stangenschlepplift]] in Betrieb. Dieser wurde 2014 abgebaut. Pläne von 2011 für einen Ersatz des alten Lifts wurden 2013 verworfen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.davoserzeitung.ch/zeitung/kein-skilift-mehr-fuer-die-gemeinde-tarasp Artikel] in der &amp;#039;&amp;#039;[[Die Südostschweiz|Südostschweiz]]&amp;#039;&amp;#039; vom 14. Dezember 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Übrig blieb ein 200 m langer Übungslift, ebenfalls beim Weiler Fontana. Das [[Skigebiet Motta Naluns]] auf der gegenüberliegenden Talseite ist mit der Buslinie zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Hotels, zwei Restaurants, zwei [[Agrotourismus]]betriebe und etwa 35 Ferienwohnungen sind für den Tourismus da.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürg Wirth: &amp;#039;&amp;#039;Ihr Ferienort stellt sich vor: Tarasp-Vulpera.&amp;#039;&amp;#039; Gammeter, St.&amp;amp;nbsp;Moritz/Scuol 2016, S. 11–22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
Tarasp lebt neben dem Tourismus von der Berglandwirtschaft, Handwerk, Kunsthandwerk und einigen kleinen Verkaufsläden. 5 Landwirtschaftsbetriebe bewirtschaften 170 Hektaren; zusätzlich gibt es zwei Alpen, die bestossen werden: Alp Laisch und Alp Plavna.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürg Wirth: &amp;#039;&amp;#039;Ihr Ferienort stellt sich vor: Tarasp-Vulpera.&amp;#039;&amp;#039; Gammeter, St.&amp;amp;nbsp;Moritz/Scuol 2016, S. 10–11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Johann Heinrich Müller, 1825-1894 J14 Tarasp, Kurhaus.JPG|«Grand Hotel Kurhaus Tarasp» um 1870. Radierung von Heinrich Müller&lt;br /&gt;
 ETH-BIB-Tarasp, Putschigls, Kurhaus Tarasp-LBS H1-010211.tif|Tarasp, Putschigls, Kurhaus Tarasp. Historisches Luftbild von W. Friedli (1947)&lt;br /&gt;
 Tarasp-01.jpg|Dorfteil Fontana&lt;br /&gt;
 Tarasp-02.jpg|Lai da Tarasp und Schloss&lt;br /&gt;
 Tarasp-03.jpg|Fontana und Schloss&lt;br /&gt;
 Tarasp-04.jpg|Dorfteil Sparsels&lt;br /&gt;
 Villa Engiadina.jpg|«Villa Engiadina»&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Chronologisch gereiht nach Geburtsjahr --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Kaspar de Carl ab Hohenbalken]] (1781–1859), römisch-katholischer Geistlicher, Bischof von [[Bistum Chur|Chur]] 1844–1859&lt;br /&gt;
* [[Rut Plouda-Stecher]] (* 1948), Schriftstellerin&lt;br /&gt;
* [[Gino Clavuot]] alias &amp;#039;&amp;#039;Snook&amp;#039;&amp;#039; (* 1985), romanisch-deutscher Rapper&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{HLS|1524|Tarasp|Autor=Paul Eugen Grimm}}&lt;br /&gt;
* Jürg Wirth: &amp;#039;&amp;#039;Ihr Ferienort stellt sich vor: Tarasp-Vulpera.&amp;#039;&amp;#039; Gammeter, St. Moritz/Scuol 2016.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://www.scuol.net/ Offizielle Website der Gemeinde Scuol]&lt;br /&gt;
* {{ethorama|bt2BAd49NlZ0J96eyOmp}}&lt;br /&gt;
* [https://www.engadin.com/de/das-unterengadin/ferienorte/tarasp Tarasp] in &amp;#039;&amp;#039;Engadin Scuol Zernez&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* {{ISOS|2265|Tarasp (Scuol)|Abruf=2023-06-13|Sprache=de}}&lt;br /&gt;
* {{ISOS|6286|Tarasp, Kurhaus (Scuol)|Abruf=2023-06-13|Sprache=de}}&lt;br /&gt;
* &amp;lt;!--Nicht mehr Teil von ISOS [https://gisos.bak.admin.ch/?obid=2308 Bundesinventar ISOS: Vulpera (Tarasp)]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS&amp;quot;&amp;gt; {{HLS|1524|Tarasp|Autor=Paul Eugen Grimm}}{{HLS-Hinweis|Abschnitte}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trinkhalle&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.baukultur.gr.ch/de_DE/address/trinkhalle_bad_tarasp.24578 |text=Kantonsbibliothek Graubünden. Trinkhalle Bad Tarasp (Foto) |wayback=20220925074458}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Engadin]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Barb444</name></author>
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