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	<title>Tarīqa - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T16:48:55Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tar%C4%ABqa&amp;diff=88138&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-32697-6: /* Verbreitung der verschiedenen Tarīqas */</title>
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		<updated>2025-08-04T16:48:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Verbreitung der verschiedenen Tarīqas&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tarīqa&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|طريقة&amp;amp;lrm;|DMG=ṭarīqa|de=Weg, Pfad, Methode}}, [[Plural]] &amp;#039;&amp;#039;Turuq&amp;#039;&amp;#039; {{arF|طرق&amp;amp;lrm;|DMG=ṭuruq}})&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. H. Wehr: &amp;#039;&amp;#039;Arabisches Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039;, Wiesbaden 1968, S. 506.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist ein [[islam]]ischer Begriff, der im engeren Sinne den spirituellen Weg bezeichnet, den der [[Sufismus|Sufi]] beschreitet, um über die [[Scharia]] hinaus zur Erkenntnis [[Allah]]s zu gelangen, in einem breiteren Sinne jedoch eine Gemeinschaft von Muslimen, die einem solchen Weg folgt, also eine Sufi-[[Bruderschaft#Islam|Bruderschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verschiedenen Bruderschaften werden dabei meist nach ihrem als „[[Scheich]]“ bezeichneten Gründer benannt, auf den sie sich in einer geistigen Abstammungslinie ([[Silsila]]) zurückbeziehen. Auf diesen Gründer werden üblicherweise auch bestimmte Rituale und Symbole, die die Bruderschaft auszeichnen, zurückgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tarīqas sind keineswegs rein spirituelle Organisationen, sondern verfügen oft über große politische und wirtschaftliche Macht, die sie auch nutzen. Ein Beispiel dafür ist die [[senegal]]esische [[Murīdīya]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vom [[Orientalismus]] geprägte romantisierende Vorstellung von völlig vergeistigten Männern in wallenden Gewändern – „[[Derwisch]]en“ und [[Fakir]]en – die vor allem extrem asketische Übungen vollziehen, hat heute meist nur noch sehr wenig mit dem Leben von Mitgliedern islamischer Bruderschaften zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben der Mitglieder ==&lt;br /&gt;
Wenn es auch eine große Anzahl verschiedener sufischer Bruderschaften gibt (siehe [[Liste von Sufi-Orden]]), so haben sie doch alle eines gemeinsam: Die Mitglieder vertrauen sich der geistig-spirituellen Führung ihres Obersten an, der „Scheich“, im Sinne eines geistigen Führers, genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der aus dem [[Persische Sprache|Persischen]] stammende Begriff „Derwisch“ für Mitglieder einer Bruderschaft ruft dabei oftmals bestimmte Assoziationen hervor, die zwar für einige Tariqas zutreffen, typischerweise für die „tanzenden Derwische“ der [[Mevlevi]]-Tariqa, die aber mit dem Leben der meisten Mitglieder von Tariqas in der modernen Welt wenig zu tun haben. Das Gleiche gilt für den Begriff „Fakir“ (von {{arS|فقير&amp;amp;lrm;|DMG=faqīr|de=Armer; arm}}):&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. H. Wehr: &amp;#039;&amp;#039;Arabisches Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039;, Wiesbaden 1968, S. 645.&amp;lt;/ref&amp;gt; Übungen, die „Fakire“ typischerweise praktizieren, werden nicht selten von gläubigen Muslimen als extreme und somit unislamische Auswüchse angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einfluss einer Tariqa auf das Leben eines Mitglieds ähnelt dabei eher dem Einfluss den christliche Orden auf Laienmitglieder, sogenannte [[Familiare]], haben, als auf reguläre Angehörige christlicher Orden. Mitglieder einer Tariqa leben normalerweise nicht in geschlossenen [[kloster]]ähnlichen Gemeinschaften, sondern in ihren Familien und praktizieren ihren jeweiligen „islamischen Weg“ ganz normal im Alltag, oft ohne von den Mitmenschen als Mitglied einer Bruderschaft erkannt zu werden. Letzteres begünstigt vor allem die Ausbreitung der noch heute aktiven Tariqas innerhalb westlicher Gesellschaftsformen. Auch spielt das [[Zölibat]], anders als im Christentum und [[Buddhismus]], keinerlei Rolle im Leben der Bruderschaft, wobei jedoch streng auf die Einhaltung der islamischen Regeln zu Ehe und Sexualität geachtet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den typischen Ritualen der verschiedenen Bruderschaften gehören bestimmte [[Dhikr]]-Übungen, bei denen meist ein Name Allahs angerufen wird, oft zusammen mit rhythmischem Atmen und rhythmischen Bewegungen sowie „Wechselgesänge“, in denen bestimmte Wörter oder Sätze im Wechsel gesprochen oder gesungen werden und die als &amp;#039;&amp;#039;wird&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;ḥizb&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;rātib&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. J. Spencer Trimingham, 1971, S. 214–216.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einer Tariqa müssen aber keineswegs immer spirituelle Übungen im Mittelpunkt stehen, ebenso wichtig oder sogar noch wichtiger ist oft die genaue Einhaltung der Regeln der Schari&amp;#039;a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mitgliedschaft in einer Bruderschaft und die damit verbundenen Aktivitäten sind reine Männersache, Frauen haben daran keinen direkten Anteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung der verschiedenen Tarīqas ==&lt;br /&gt;
Einige der Tarīqas wie zum Beispiel die [[Naqschbandi|Naqschbandīya]] oder die [[Qādirīya]] sind heute weltweit verbreitet, andere sind auf einen bestimmten Raum beschränkt wie zum Beispiel die [[ʿAlawīya]], die hauptsächlich auf [[Sansibar]] verbreitet ist, und die von Muhammad Sālih (1845–1916) begründete [[Salihiyya|Sālihīya]]-[[Salihiyya#Entstehung|Raschīdīya]], die vor allem in [[Somalia]] beheimatet ist und der auch der somalische Widerstandskämpfer [[Mohammed Abdullah Hassan]] angehörte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. J. Spencer Trimingham: &amp;#039;&amp;#039;Islam in East Africa.&amp;#039;&amp;#039; Clarendon Press, Oxford 1964, S. 102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden einflussreichsten Bruderschaften Westafrikas sind die [[Tidschānīya]] und die [[Qādirīya]]. Sie verfügen in den einzelnen Ländern über unterschiedliche Mehrheiten. So sind in [[Senegal]] etwa 50 Prozent der Muslime Anhänger der Tidschānīya, wobei jedoch die etwas kleinere [[Murīdīya]] das Land durch ihre ökonomischen und politischen Tätigkeiten in viel stärkerem Maße prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Benin]] und [[Ghana]] sind Tidschānīya und Qādirīya etwa gleich stark vertreten, ebenso in [[Niger]]. In Benin ist die ältere Qādirīya fast nur in [[Porto-Novo]] an der Küste vertreten, im übrigen Land überwiegt, einem generellen Trend in Westafrika folgend, seit Anfang des 20. Jahrhunderts die Tidschānīya.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Thomas Bierschenk]]: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.ifeas.uni-mainz.de/zeitschriften/Abdoulaye_Preface_engl.pdf The Social Dynamics of Islam in Benin.]&amp;#039;&amp;#039;{{Toter Link |url=http://www.ifeas.uni-mainz.de/zeitschriften/Abdoulaye_Preface_engl.pdf |date=2019-05-17}} In: Galilou Abdoulaye: &amp;#039;&amp;#039;L&amp;#039;Islam béninois à la croisée des chemins. Histoire, politique et développement&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Mainzer Beiträge zur Afrikaforschung.&amp;#039;&amp;#039; 17). Rüdiger Köppe Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-89645-817-9, S. 15–19.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im überwiegend muslimischen Mali sowie in [[Kamerun]] und [[Togo]], wo die Muslime eine vergleichsweise kleine Minderheit bilden, ist die Tidschānīya am weitesten verbreitet. In [[Tunesien]] sind Tidschānīya und [[Schadhiliyya]] gleichermaßen vertreten. Stärkste Bruderschaft in Nordostafrika ist die Qādirīya; es folgen Tidschānīya (die besonders in Südwest-[[Äthiopien]] vertreten sind) und [[Khatmiyya]] (besonders im [[Sudan]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Prozentzahlen nach: [[Peter Heine (Islamwissenschaftler)|Peter Heine]], [[Riem Spielhaus]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Verbreitungsgebiet der islamischen Religionen: Zahlen und Informationen zur Situation in der Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner Ende]], [[Udo Steinbach]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Islam in der Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; 5., aktualisierte und erweiterte Auflage. C. H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-53447-3, S. 135–139.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Ägypten ist außerdem die [[Badawiyya]] tief verwurzelt, während im Nildelta und im Sudan in jüngerer Zeit die [[Burhani|Burhaniyya]], die im 13. Jahrhundert von Scheich [[Ibrahim ad-Disuqi|Ibrahim ad Disuqi]] gegründet wurde, an Mitgliedern dazugewinnen konnte. Diese Tariqa ist außerdem in [[Südasien]] und in der westlichen Welt verbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Charlotte Klein |Titel=Direkt ins Herz |Sammelwerk=Der Spiegel |Datum=2013-05-06 |ISSN=2195-1349 |Online=https://www.spiegel.de/wissenschaft/direkt-ins-herz-a-cbc1d708-0002-0001-0000-000093934599 |Abruf=2025-08-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Großen Einfluss auf die südasiatischen Länder (Indien und Pakistan) hat seit jeher auch der ursprünglich aus [[Afghanistan]] stammende [[Chishtiyya|Chishti-Orden]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Moin Ahmad Nizami |url=https://oxfordre.com/asianhistory/display/10.1093/acrefore/9780190277727.001.0001/acrefore-9780190277727-e-364?rskey=GVP9f3&amp;amp;result=2 |titel=Sufi Orders in 18th–19th-Century South Asia |werk=Oxford Research Encyclopedias |hrsg=Oxford University Press |datum=2021-02-23 |sprache=en |abruf=2025-08-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Yaschrutīya]] ist eine vom tunesischen Sufi-Scheich [[&amp;#039;Ali Nur al-Din al-Yaschruti]] (ca. 1815–1899) in [[Palästina (Region)|Palästina]] gegründete Bruderschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Martin van Bruinessen]]: &amp;#039;&amp;#039;The origins and development of Sufi orders (tarekat) in Southeast Asia.&amp;#039;&amp;#039; In &amp;#039;&amp;#039;Studia Islamika – Indonesian Journal for Islamic Studies&amp;#039;&amp;#039; 1/1 (1994) 1–23 ([http://www.hum.uu.nl/medewerkers/m.vanbruinessen/publications/Bruinessen_Sufi_orders_in_Indonesia.pdf Online Preprint einsehbar]).&lt;br /&gt;
* Nathalie Clayer: &amp;#039;&amp;#039;[http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0159-2012042606 Netzwerke muslimischer Bruderschaften in Südosteuropa.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Europäische Geschichte Online]]&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. vom [[Institut für Europäische Geschichte (Mainz)]], 2011.&lt;br /&gt;
* Constant Hamès: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.persee.fr/web/revues/home/prescript/article/assr_0335-5985_1983_num_55_1_2273 Cheikh Hamallah ou Qu&amp;#039;est-ce qu&amp;#039;une confrérie islamique (Tarîqa)?]&amp;#039;&amp;#039; (1983).&lt;br /&gt;
* [[J. Spencer Trimingham]]: &amp;#039;&amp;#039;The Sufi Orders in Islam&amp;#039;&amp;#039;. Clarendon Press, Oxford 1971 ([https://archive.org/stream/160961366SufiOrdersInIslam/160961366-Sufi-Orders-in-Islam#page/n5/mode/2up Digitalisat]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Sufi orders|Tarīqa}}&lt;br /&gt;
* [http://philtar.ucsm.ac.uk/encyclopedia/islam/sufi/index.html Übersicht über die Verzweigung der Tariqa-Hauptlinien]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4149164-6|LCCN=no2021077932|NDL=|VIAF=4991162547240543740008}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Tariqa}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sufismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sufiorden]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-32697-6</name></author>
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