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	<title>Tambora - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Soerlein: /* Folgen */Irrelevantes entfernt, siehe Diskussion</title>
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		<updated>2026-01-23T10:14:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Folgen: &lt;/span&gt;Irrelevantes entfernt, siehe Diskussion&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Infobox Berg&lt;br /&gt;
|NAME = Tambora&lt;br /&gt;
|BILD = Mount Tambora Volcano, Sumbawa Island, Indonesia.jpg&lt;br /&gt;
|BILDBESCHREIBUNG = Krater des Tambora&lt;br /&gt;
|HÖHE = 2850&lt;br /&gt;
|HÖHE-BEZUG = ID&lt;br /&gt;
|LAGE= [[Sumbawa|Insel Sumbawa]], [[Indonesien]]&lt;br /&gt;
|GEBIRGE = &lt;br /&gt;
|BREITENGRAD = 8/14/43/S&lt;br /&gt;
|LÄNGENGRAD = 117/59/34/E&lt;br /&gt;
|REGION-ISO = ID&lt;br /&gt;
|TYP = [[Schichtvulkan]]&lt;br /&gt;
|GESTEIN = &lt;br /&gt;
|ALTER = &lt;br /&gt;
|LETZTE ERUPTION = 1967&lt;br /&gt;
|ERSTBESTEIGUNG = 1847&lt;br /&gt;
|BESONDERHEITEN = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Tambora-Vesuv.jpg|mini|Der Tambora auf der Halbinsel Sanggar. Rechts oben im gleichen Maßstab der Vesuv bei Neapel als Größenvergleich]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Caldera Mt Tambora Sumbawa Indonesia.jpg|mini|Luftbild mit Blick in die große Caldera des Tambora]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tambora&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Temboro&amp;#039;&amp;#039;) ist ein aktiver [[Schichtvulkan]] auf der östlich von [[Java (Insel)|Java]] gelegenen Insel [[Sumbawa]] in [[Indonesien]]. Sumbawa wird im Norden und Süden von [[Ozeanische Erdkruste|ozeanischer Erdkruste]] gesäumt. Der Tambora wurde durch aktive [[Subduktionszone]]n darunter gebildet. Dieser Prozess hob ihn auf eine Höhe bis {{Höhe|4300|ID|link=1}} an,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stothers1984&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Richard B. Stothers |Titel=The Great Tambora Eruption in 1815 and Its Aftermath |Sammelwerk=[[Science]] |Band=224 |Nummer=4654 |Datum=1984 |Seiten=1191–1198 |DOI=10.1126/science.224.4654.1191}}&amp;lt;/ref&amp;gt; was den Vulkan zu einem der höchsten Gipfel des indonesischen Archipels machte. Hierbei floss das [[Magma]] aus einer großen Kammer innerhalb des Berges ab, die sich einige Jahrhunderte lang erneut füllte. Die vulkanische Aktivität dieser Kammer erreichte zwischen dem 10.&amp;amp;nbsp;und 15.&amp;amp;nbsp;April 1815 eine Spitze.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Degens1989&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=E. T. Degens, B. Buch |Titel=Sedimentological events in Saleh Bay, off Mount Tambora |Sammelwerk=Netherlands Journal of Sea Research |Band=24 |Nummer=4 |Datum=1989 |Seiten=399–404 |DOI=10.1016/0077-7579(89)90117-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jenen Tagen brach der Tambora mit einer Intensität von 7 auf dem [[Vulkanexplosivitätsindex]] aus, der größte [[Vulkanausbruch]] seit dem Ausbruch des [[Taupō (Vulkan)|{{lang|mi|Taupō}}]] in [[Neuseeland]] vor etwa 26.500 bis 22.500 Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oppenheimer2003&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Clive Oppenheimer |Titel=Climatic, environmental and human consequences of the largest known historic eruption: Tambora volcano (Indonesia) 1815 |Sammelwerk=Progress in Physical Geography |Band=27 |Nummer=2 |Datum=2003 |Seiten=230–259 |DOI=10.1191/0309133303pp379ra}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Starke Niederschläge aus [[Vulkanische Asche|vulkanischer Asche]] reichten bis [[Borneo]], [[Sulawesi]], [[Java (Insel)|Java]] und zu den [[Molukken]]. Durch den Ausbruch starben mindestens 71.000&amp;amp;nbsp;Menschen auf Sumbawa und [[Lombok]], hiervon 11.000 bis 12.000 direkt durch die Eruption.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oppenheimer2003&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tanguy1998&amp;quot;&amp;gt;Viele Autoren bezifferten die Opferzahl mit 92.000, eine Zahl, die auf einer fehlerhaften Berechnung basiert: {{Literatur |Autor=J.-C. Tanguy, A. Scarth, C. Ribière, W. S. Tjetjep |Titel=Victims from volcanic eruptions: a revised database |Sammelwerk=Bulletin of Volcanology |Band=60 |Nummer=2 |Datum=1998 |Seiten=137–144 |DOI=10.1007/s004450050222}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das durch die Eruption ausgeworfene Material bewirkte globale Klimaveränderungen, die aufgrund der Auswirkungen auf das nordamerikanische und europäische Wetter dem Jahr 1816 die Bezeichnung „[[Jahr ohne Sommer]]“ einbrachten. In Teilen der [[Nordhalbkugel]] kam es durch [[Missernte]]n und eine erhöhte [[Mortalität|Sterblichkeit]] unter Nutztieren zur schlimmsten [[Hungersnot]] des 19. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oppenheimer2003&amp;quot; /&amp;gt; Die weltweiten indirekten Opferzahlen lassen sich nicht beziffern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographische Lage ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Tambora volc.jpg|mini|Satellitenaufnahme des Tambora]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sumbawa Topography.png|mini|Topographie des Tambora und seiner Umgebung]]&lt;br /&gt;
Der Tambora liegt auf [[Sumbawa]], einer der [[Kleine Sundainseln|Kleinen Sundainseln]]. Sie bildet ein Segment des [[Sundabogen]]s, einer Kette vulkanischer Inseln, die den südlichen Teil des indonesischen Archipels ausmachen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Foden1986&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=J. Foden |Titel=The petrology of Tambora volcano, Indonesia: A model for the 1815 eruption |Sammelwerk=Journal of Volcanology and Geothermal Research |Band=27 |Nummer=1–2 |Datum=1986 |Seiten=1–41 |DOI=10.1016/0377-0273(86)90079-X}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Tambora liegt auf einer Halbinsel Sumbawas, die als Sanggar-Halbinsel bezeichnet wird. Im Norden dieser Halbinsel befindet sich die [[Floressee]], im Süden die 86&amp;amp;nbsp;km lange und 36&amp;amp;nbsp;km breite Saleh Bay. In der Mündung der Bucht liegt die kleine Insel Mojo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Archäologie ===&lt;br /&gt;
Neben Seismologen und Vulkanologen, die die Aktivität des Berges beobachten, führen auch Biologen und Archäologen wissenschaftliche Studien im Gebiet des Tambora durch. 2004 entdeckte ein Team von Vulkanologen um [[Haraldur Sigurðsson|Haraldur Sigurdsson]] ein durch die Eruption 1815 unter [[Pyroklastisches Sediment|pyroklastischen]] Ablagerungen begrabenes Dorf nahe dem Krater ([[Caldera (Krater)|Caldera]]). An der Ausgrabungsstätte wurden Knochen und [[Artefakt (Archäologie)|Artefakte]] geborgen. Bei dieser Stätte – wegen des ähnlichen Untergangs des Ortes in der damaligen Presse auch als „Pompeji des Ostens“ bezeichnet – hofften die Archäologen, den Palast eines durch die Eruption vernichteten „Königreichs“ gefunden zu haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;URI&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Constance Holden |Titel=Lost kingdom found |Sammelwerk=Science |Band=311 |Nummer=5766 |Datum=2006 |DOI=10.1126/science.311.5766.1355a}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bisher gab es von dieser „Tambora-Kultur“ keine weiteren Funde unter den dicken Schichten des aus dem Krater ausgeworfenen Materials.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tourismus ===&lt;br /&gt;
Heute ist das Gebiet auch ein Ziel für Touristen. Die zwei nächstgelegenen Städte sind Dompu und Bima. Um den Gebirgshang befinden sich drei Dörfer&amp;lt;!--concentrations of villages--&amp;gt;, Sanggar im Osten, Doro Peti und Pesanggrahan im Nordwesten, sowie die Kleinstadt Calabai an der Westküste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Caldera ist über zwei Routen erreichbar: die erste beginnt in der Ortschaft Doro Mboha südöstlich des Berges und führt über eine gepflasterte Straße bis in eine Höhe von {{Höhe|1150}} über dem Meeresspiegel durch [[Cashewbaum|Cashew-Plantagen]]. Das Ende dieser Strecke ist der südliche Teil der Caldera in {{Höhe|1950}} Höhe, der über einen Wanderweg erreicht werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vsimain&amp;quot;&amp;gt;Directorate of Volcanology and Geological Hazard Mitigation, {{Webarchiv |url=http://merapi.vsi.esdm.go.id/?static/volcano/tambora/main.html |text=„Tambora, Nusa Tenggara Barat“ |wayback=20070929120305}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Platz wird üblicherweise als Basislager für Vulkanbeobachtungen verwendet, da die Caldera von dort in etwa einer Stunde zu erreichen ist. Die zweite Strecke beginnt in der Ortschaft Pancasila an der Nordwestseite des Berges. Ein Fahrweg führt etwa 7&amp;amp;nbsp;km weiter durch Kaffeeplantagen bis nach Lerang Tambora, einer Siedlung von Kaffeepflanzern, von wo ein teilweise beschwerlicher Pfad anfangs durch dichten [[Tropischer Regenwald|tropischen Regenwald]] weiterführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vsimain&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologische Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Formation ===&lt;br /&gt;
Der Tambora liegt 340&amp;amp;nbsp;Kilometer nördlich des [[Sundagraben]]s und 180&amp;amp;nbsp;bis 190&amp;amp;nbsp;Kilometer oberhalb des oberen Rands der nördlich abfallenden [[Benioff-Zone]]. Sumbawa wird im Norden und Süden von [[Ozeanische Erdkruste|ozeanischer Kruste]] gesäumt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Foden1986&amp;quot; /&amp;gt; Die Konvergenzrate der hier aufeinandertreffenden [[Indisch-Australische Platte|Indisch-Australischen]], [[Eurasische Platte|Eurasischen]] und [[Pazifische Platte|Pazifischen Platte]] beträgt rund 7,8&amp;amp;nbsp;Zentimeter pro Jahr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sigurdsson1989&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=H. Sigurdsson, S. Carey, |Titel=Plinian and co-ignimbrite tephra fall from the 1815 eruption of Tambora volcano |Sammelwerk=Bulletin of Volcanology |Band=51 |Nummer=4 |Datum=1983 |Seiten=243–270 |DOI=10.1007/BF01073515}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Alter des Tambora wird auf mindestens 57.000&amp;amp;nbsp;Jahre geschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Degens1989&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tambora hat auf Seehöhe einen [[Durchmesser]] von etwa 60&amp;amp;nbsp;Kilometer. Die derzeitige Höhe beträgt {{Höhe|2850}}. Vor dem Ausbruch 1815 waren es geschätzt {{Höhe|4300}}.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Foden1986&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut einer geologischen Untersuchung besaß der Tambora vor der Eruption einen hohen Vulkankegel mit Zentralschacht, aus dem häufig Lava austrat, die über die Flanken des Berges abfloss. Heute besteht der Schichtvulkan aus den vulkanischen Ablagerungen innerhalb der Caldera, die mit bis zu {{Höhe|2700}} Höhe im Nordwesten und bis zu {{Höhe|2750}} Höhe im Westen und Südwesten bis an deren Rand heranreichen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;VSI&amp;quot;&amp;gt;Vulcanological Survey of Indonesia, {{Webarchiv |url=http://www.vsi.esdm.go.id/volcanoes/tambora/geology.html |text=Geology of Tambora Volcano |wayback=20061116040311}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ältere Schichtvulkan besteht aus ineinander greifenden Schichten aus Lava und [[Pyroklastika]]. Der Nachfolger entstand zu etwa 40 % aus ein bis vier Meter dicken, oft unterbrochenen Lavaströmen.&amp;lt;!--- Beleg fehlt ----&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt mindestens 20 Nebenkegel,&amp;lt;!--parasitic cones--&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sigurdsson1989&amp;quot; /&amp;gt; von denen einige Namen erhielten: „Tahe“ (877 Meter), „Molo“ (602 Meter), „Kadiendinae“, „Kuba“ ({{Höhe|1648}}) und „Doro Api Toi“. Die meisten dieser Nebenkegel produzierten [[Basalt]]-Lavaströme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eruptionsgeschichte ===&lt;br /&gt;
Mittels [[Radiokohlenstoffdatierung]] wurde gezeigt, dass der Tambora vor 1815 drei Mal ausbrach. Die Zeitpunkte werden auf 3710&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. (± 200&amp;amp;nbsp;Jahre), 3050&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. und 740&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr. (± 150&amp;amp;nbsp;Jahre) geschätzt. Die Stärke der Ausbrüche ist unbekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EruptiveHistory&amp;quot;&amp;gt;{{GVP|vn=264040|tab=Eruptions}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Alle Eruptionen wiesen vergleichbare Charakteristika auf: einen explosiven Ausbruch des Vulkans aus dem zentralen Ausbruchskanal, wobei der letzte keine pyroklastischen Ströme aufwies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1812 wurde der Tambora hochgradig aktiv und erreichte sein eruptives Maximum im April 1815. Der Ausbruch entsprach einer Stärke von sieben auf der [[Vulkanexplosivitätsindex|VEI]]-Skala, mit insgesamt 60&amp;amp;nbsp;bis 160&amp;amp;nbsp;Kubikkilometern ausgeworfenem [[Pyroklastisches Sediment|pyroklastischem Niederschlag]]. Die Merkmale der Eruption umfassten unter anderem explosive Ausbrüche aus dem Zentralkanal, pyroklastische Ströme, [[Tsunami]]s und einen Einsturz der [[Caldera (Krater)|Caldera]]. Der Ausbruch hatte langfristige Auswirkungen auf das globale Klima. Folgeaktivitäten des Vulkans wurden im August 1819 in Form einer kleinen Eruption der Stärke zwei auf der VEI-Skala verzeichnet. Zwischen 1850 und 1910 kam es erneut zu Ausbrüchen, die jedoch auf die Caldera beschränkt blieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EruptiveHistory&amp;quot; /&amp;gt; Hierbei wurden kleine Lavaströme und -dome geschaffen. Die Stärke betrug zwei auf der VEI-Skala. Bei diesen Eruptionen wurde der „Doro Api Toi“ – ein Nebenkegel innerhalb der Caldera – geschaffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vulcanological Survey of Indonesia, „{{Webarchiv |url=http://www.vsi.esdm.go.id/volcanoes/tambora/history.html |text=Tambora Historic Eruptions and Recent Activities |wayback=20070927043444}}“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der letzte Ausbruch des Tambora wurde 1967 verzeichnet, dabei handelte es sich um eine sehr kleine, nichtexplosive Eruption.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EruptiveHistory&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eruption von 1815 ==&lt;br /&gt;
=== Verlauf ===&lt;br /&gt;
[[Datei:1815 tambora explosion B.png|mini|hochkant=1.5|Geschätzte Ascheniederschläge während des Ausbruchs 1815. Die roten Bereiche zeigen die Dicke der Niederschläge an, der äußerste Bereich entspricht dabei einem Zentimeter Vulkanasche.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor 1815 war der Tambora durch allmähliches Abkühlen wässriger Lava in einer geschlossenen [[Magmakammer]] mehrere Jahrhunderte lang inaktiv. In dieser Kammer entstand in Tiefen zwischen 1,5&amp;amp;nbsp;und 4,5&amp;amp;nbsp;Kilometern durch [[Magmatische Differentiation|Entmischungsprozesse]] ein Druck von etwa 4&amp;amp;nbsp;bis 5&amp;amp;nbsp;Kilobar bei Temperaturen zwischen 700&amp;amp;nbsp;und 800&amp;amp;nbsp;°C.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Foden1986&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1812 gab es erste Erdstöße und eine dunkle Wolke über dem Krater.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stothers1984&amp;quot; /&amp;gt; Am 5.&amp;amp;nbsp;April 1815 fand eine Eruption mittlerer Stärke statt, der Explosionsgeräusche folgten, die unter anderem in [[Makassar]] auf [[Sulawesi]] (380&amp;amp;nbsp;Kilometer Entfernung), [[Jakarta|Batavia]] auf [[Java (Insel)|Java]] (1260&amp;amp;nbsp;Kilometer) und [[Ternate]] auf den Molukken (1400&amp;amp;nbsp;Kilometer) vernommen wurden. Am Morgen des 6. April gab es erste Niederschläge vulkanischer Asche in [[Jawa Timur]] (Ostjava). Am 10.&amp;amp;nbsp;und 11.&amp;amp;nbsp;April sollen laut Sir [[Thomas Stamford Raffles]], dem Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte, die Explosionen über 2600&amp;amp;nbsp;Kilometer entfernt auf [[Sumatra]] gehört und dort zunächst für Schüsse gehalten worden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raffles1830&amp;quot;&amp;gt;[[Stamford Raffles]]: &amp;#039;&amp;#039;Memoir of the life and public services of Sir Thomas Stamford Raffles, F.R.S. &amp;amp;c., particularly in the government of Java 1811–1816, and of Bencoolen and its dependencies 1817–1824: with details of the commerce and resources of the eastern archipelago, and selections from his correspondence.&amp;#039;&amp;#039; John Murray, London 1830, S. 241–243 ([https://archive.org/details/memoiroflifepubl00raff/page/n269/mode/2up?q=first+explosions Online]). Nach Oppenheimer (2003).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 10. April intensivierten sich um etwa 19&amp;amp;nbsp;Uhr Ortszeit die Eruptionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stothers1984&amp;quot; /&amp;gt; Augenzeugen berichteten von drei Flammensäulen, die über dem Berg emporstiegen, sich dort vereinten und den Tambora in ein Inferno aus „flüssigem Feuer“ verwandelten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raffles1830&amp;quot; /&amp;gt; Um etwa 20&amp;amp;nbsp;Uhr wurden [[Bims]]stein-Brocken mit bis zu 20&amp;amp;nbsp;Zentimetern Durchmesser aus dem Krater ausgeworfen und gingen in der Umgebung nieder. Zwischen 21&amp;amp;nbsp;und 22&amp;amp;nbsp;Uhr folgte Asche. Pyroklastische Ströme breiteten sich kaskadenartig in alle Richtungen der Halbinsel aus und vernichteten das Dorf Tambora. Bis zum nächsten Abend wurden laute Explosionen gehört. Die Asche breitete sich bis zu den indonesischen Provinzen [[Jawa Barat]] (Westjava) und [[Sulawesi Selatan]] (Südsulawesi) aus. In Batavia wurde während schwerer, mit [[Tephra]] durchsetzter Regenfälle auch ein deutlicher [[Nitrate#Salpeter|Salpetergeruch]] wahrgenommen, der sich zwischen dem 11.&amp;amp;nbsp;und 17.&amp;amp;nbsp;April wieder abschwächte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stothers1984&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Die ersten Explosionen auf dieser Insel wurden am Abend des 5.&amp;amp;nbsp;April gehört, wurden in jedem Stadtteil bemerkt und dauerten in Intervallen bis zum nächsten Tag an. Der Lärm wurde, bei erstem Auftreten, nahezu allgemein für entfernte Kanonenschüsse gehalten; so [überzeugend war dieser Eindruck], dass eine Abteilung von Truppen von [[Yogyakarta (Stadt)|Djocjocarta]] ausgesandt wurde, in Erwartung eines Angriffs auf einen benachbarten Posten, und in zwei Fällen Boote entlang der Küste nach einem vermuteten Schiff in Seenot suchten.&lt;br /&gt;
 |Quelle=Übersetzung aus den Memoiren von [[Thomas Stamford Raffles|Sir Thomas Raffles]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Raffles1830&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Explosion wird gemäß dem [[Vulkanexplosivitätsindex]] (VEI) auf eine Stärke von sieben geschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Briffa1998&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=K. R. Briffa, P. D. Jones, F. H. Schweingruber, T. J. Osborn |Titel=Influence of volcanic eruptions on Northern Hemisphere summer temperature over 600 years |Sammelwerk=[[Nature]] |Band=393 |Datum=1998 |Seiten=450–455 |DOI=10.1038/30943}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie hatte etwa die vierfache Energie des Ausbruchs des [[Krakatau]] von 1883. Berechnete 160&amp;amp;nbsp;km³ Pyroklastika&amp;lt;ref name=&amp;quot;EruptiveHistory&amp;quot; /&amp;gt; mit einer Gesamtmasse von 140&amp;amp;nbsp;Milliarden Tonnen wurden ausgeworfen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oppenheimer2003&amp;quot; /&amp;gt; Die Caldera durchmaß nach der Explosion zwischen 6&amp;amp;nbsp;und 7&amp;amp;nbsp;Kilometern bei einer Tiefe von 600&amp;amp;nbsp;bis 700&amp;amp;nbsp;Metern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stothers1984&amp;quot; /&amp;gt; War der Tambora vor der Explosion mit geschätzten {{Höhe|4300}}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stothers1984&amp;quot; /&amp;gt; einer der höchsten Gipfel des indonesischen Archipels, beträgt die Höhe heute {{Höhe|2850}}.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Monk&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=K. A. Monk, Y. Fretes, G. Reksodiharjo-Lilley |Titel=The Ecology of Nusa Tenggara and Maluku |Verlag=Periplus Editions Ltd. |Ort=Hong Kong |Datum=1996 |ISBN=962-593-076-0 |Seiten=60}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausbruch des Tambora von 1815 ist die größte in geschichtlicher Zeit beobachtete Eruption.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stothers1984&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oppenheimer2003&amp;quot; /&amp;gt; Die Ascheniederschläge erreichten einen Radius von 1300&amp;amp;nbsp;Kilometern und verdunkelten im Umkreis von bis zu 600&amp;amp;nbsp;Kilometern den Himmel zwei Tage lang fast vollständig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stothers1984&amp;quot; /&amp;gt; Der Berg schleuderte 53 bis 58 Millionen Tonnen Schwefeldioxid in die Atmosphäre.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Raphael Krapscha, Ö1-Wissenschaft |url=https://science.orf.at/stories/3211736/ |titel=Vulkanausbruch kühlt Klima kaum |datum=2022-03-01 |sprache=de |abruf=2022-03-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die pyroklastischen Ströme breiteten sich bis zu 20&amp;amp;nbsp;Kilometer weit aus. Die geschätzte Energiefreisetzung der Eruption entspricht 30.000 Megatonnen [[TNT-Äquivalent]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/037702738690079X sciencedirect.com] John Foden: &amp;#039;&amp;#039;The petrology of Tambora volcano, Indonesia: A model for the 1815 eruption.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Volcanology and Geothermal Research.&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 27, Ausgabe 1–2, Januar 1986, S. 1–41.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Explosionen waren noch in der 1800&amp;amp;nbsp;km entfernten Stadt [[Bengkulu (Stadt)|Bengkulu]] auf Sumatra zu hören.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oppenheimer2003&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Folgen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Map indonesia volcanoes.gif|mini|hochkant=1.5|Vulkane in Indonesien]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Joseph Mallord William Turner - Flint Castle.jpg|mini|Abendstimmung in Wales 1838 von William Turner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Sumbawa starben bei der Katastrophe etwa 48.000 Menschen, etwa ein Drittel der Inselbevölkerung; nach einer Schätzung des Schweizer Botanikers [[Heinrich Zollinger]] wurden auf der Insel rund 10.000&amp;amp;nbsp;Menschen Opfer der unmittelbaren Auswirkungen des Ausbruchs, weitere 38.000 verhungerten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Clive Oppenheimer |Titel=Eruptions that Shook the World |Verlag=Cambridge University Press |Datum=2011 |ISBN=978-0-521-64112-8 |Seiten=310–311}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Küsten der umliegenden indonesischen Inseln [[Flores (Indonesien)|Flores]] und [[Timor]] wurden durch hohe [[Tsunami]]wellen zerstört. Durch die folgenden Flutwellen und Hungersnöte starben etwa 100.000 weitere Menschen. Nach anderen Quellen kamen weitere 82.000&amp;amp;nbsp;Menschen durch Hunger und Krankheiten um.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staubteilchen wurden durch Höhenwinde ([[Jetstream]]) um die ganze Erde verteilt und verursachten auch in Europa Missernten und Hungersnöte. Die durchschnittliche Oberflächentemperatur in den Tropen und in der Nordhemisphäre sank kurzzeitig um etwa 0,4 bis 0,8 Grad. In Europa könnte der Temperaturabfall 2 Grad betragen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Meng Zuo, Tianjun Zhou1, Wenmin Man, Xiaolong Chen, Jian Liu, Fei Liu, Chaochao Gao |Titel=Volcanoes and Climate: Sizing up the Impact of the Recent Hunga Tonga-Hunga Ha’apai Volcanic Eruption from a Historical Perspective |Sammelwerk=Advances in Atmospheric Sciences |Datum=2022-12 |Seiten=1987 |DOI=10.1007/s00376-022-2034-1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Sommer des Folgejahres 1816, im Volksmund „[[Jahr ohne Sommer]]“ genannt, war der kälteste seit Beginn der [[Meteorologie|Wetteraufzeichnungen]]. Zahlreiche europäische Staaten erlebten Ernteausfälle, Hungersnöte und Wirtschaftskrisen, die viele Menschen zur Emigration nach Amerika veranlassten. In Frankreich und England kam es zu Aufständen, in der Schweiz wurde der Notstand ausgerufen. Wegen der Ernteausfälle stiegen die Haferpreise stark und viele Pferde wurden geschlachtet (der Pferdebestand in Europa war durch die [[Napoleonische Kriege|Napoleonischen Kriege]] ohnehin schon zurückgegangen), wodurch – laut einer (umstrittenen) Hypothese&amp;lt;ref name=&amp;quot;Spiegel&amp;quot;&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=149882787 |Autor=Christian Wüst |Titel=Schleier drüber |Jahr=2017 |Nr=10 |Seiten=98}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Holger Sonnabend]], [[Gerrit Jasper Schenk]]: [https://elib.uni-stuttgart.de/bitstream/11682/5270/1/Holger_Sonnabend_Gerrit_Jasper_Schenk.pdf &amp;#039;&amp;#039;Initiativen zur historischen Katastrophenforschung&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF; 1,2&amp;amp;nbsp;MB) 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt; des Technikhistorikers [[Hans-Erhard Lessing]] – die Entwicklung der [[Draisine (Laufmaschine)|Draisine]] vorangetrieben wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lessing2003&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=H. E. Lessing |Titel=Automobilität&amp;amp;nbsp;– Karl Drais und die unglaublichen Anfänge |Verlag=Maxime-Verlag |Ort=Leipzig |Datum=2003 |ISBN=3-931965-22-8 |Seiten=114-115}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lessing2007&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=H. E. Lessing |Hrsg=Technoseum |Titel=Karl Drais und das Zweiradprinzip |Sammelwerk=2 Räder - 200 Jahre |Verlag=Theiss-Verlag |Ort=Darmstadt |Datum=2016 |ISBN=978-3-8062-3374-2 |Seiten=42-57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im [[Königreich Württemberg]], das von der Katastrophe besonders schwer getroffen worden war, stifteten der junge König [[Wilhelm I. (Württemberg)|Wilhelm&amp;amp;nbsp;I.]] und seine Frau [[Katharina Pawlowna|Katharina]] das „landwirtschaftliche Fest zu Cannstatt“, aus dem das heutige [[Cannstatter Volksfest]] entstand,&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Otto Strohecker, Günther Wilmann: &amp;#039;&amp;#039;Cannstatter Volksfest.&amp;#039;&amp;#039; Konrad Theiss Verlag, ISBN 3-8062-0199-4.&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine „landwirtschaftliche Unterrichtsanstalt“, aus der die [[Universität Hohenheim]] hervorging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Vulkanausbruch waren die Sonnenuntergänge in Europa von nie dagewesener Pracht&amp;amp;nbsp;– in allen Schattierungen von Rot, Orange und Violett, gelegentlich auch in Blau- und Grüntönen. Die grandiosen Abendstimmungen inspirierten den englischen Landschaftsmaler [[William Turner]]; sie bilden sich auch in der Farbtönung der Werke [[Caspar David Friedrich]]s und [[Carl Spitzweg]]s ab.&amp;lt;ref&amp;gt;C. Zerefos, V. Gerogiannis, D. Balis, S. Zerefos, A. Kazantzidis: [https://hal.archives-ouvertes.fr/hal-00302717/document &amp;#039;&amp;#039;Atmospheric effects of volcanic eruptions as seen by famous artists and depicted in their paintings.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Atmospheric Chemistry and Physics Discussions.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;7, 2007, S.&amp;amp;nbsp;4027–4042.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Radioreportage &amp;#039;&amp;#039;Tambora: Ein Vulkan macht Weltgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Autor: Udo Zindel, Redaktion: Detlef Clas, Regie: [[Hans-Peter Bögel]], Wiederholung von Dienstag, 5.&amp;amp;nbsp;April 2004, 8.30&amp;amp;nbsp;Uhr, [[SWR2]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausbruch des Tambora könnte auch eine Ursache für die Niederlage [[Napoleon Bonaparte|Napoleons]] bei der [[Schlacht von Waterloo]] gewesen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/wissen/napoleon-entschied-ein-vulkanausbruch-die-schlacht-von-waterloo-1.4101836 &amp;#039;&amp;#039;Entschied ein Vulkanausbruch die Schlacht von Waterloo?&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Süddeutsche Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Veränderung der Atmosphäre war das Wetter in Europa in den Monaten nach dem Ausbruch sehr regenreich; dies führte dazu, dass die französischen Truppen auf schlammigen Wegen und Straßen deutlich langsamer vorwärts kamen als gewöhnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Ausbruch weltweite klimatische, soziale, kulturelle, politische und demografische Folgen nach sich zog, wurde der globale Zusammenhang von den Zeitgenossen noch nicht als solcher wahrgenommen. Informationen und Nachrichten verbreiteten sich vor Einführung der [[Telegrafie#Kabelgebundene Telegrafie|Telegrafie]] nur sehr langsam per Briefpost. Dies führte dazu, dass der Vulkanausbruch vielerorts erst Monate oder Jahre später bekannt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/zeit-geschichte/2020/05/tambora-vulkan-ausbruch-indonesien-klima-goethe-weltweite-krise/komplettansicht &amp;#039;&amp;#039;Tambora: Böses Wetter&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]].&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Expeditionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Calderaboden des Tambora.jpg|mini|Auf dem Calderaboden des Tambora, Blick Richtung Norden (GRV 2013)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:TAM NE-Gas-4966.jpg|mini|Unter hohem Druck entweichende Gase im nordöstlichen Bereich der Caldera (GRV 2014)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Trockensav+Tam.IMG 6628c.jpg|mini|Aufstieg durch die Trockensavanne, Gipfelregion des Tambora im Hintergrund (GRV 2015)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Blick OstrandIMG 6537.jpg|mini|Blick vom östlichen Calderarand (2346 m) auf die innere Westflanke (GRV 2015)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schweizer Lehrer und Botaniker Heinrich Zollinger führte 1847 als Erstbesteiger des Tambora eine Exkursionsgruppe bis an den Calderarand.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Zollinger: &amp;#039;&amp;#039;Besteigung des Vulkans Tambora auf der Insel Sumbawa und Schilderung der Erupzion desselben im Jahr 1815.&amp;#039;&amp;#039; Winterthur 1855.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 2013 führte ein deutsches Forschungsteam (Georesearch Volcanedo Germany, kurz &amp;#039;&amp;#039;GRV&amp;#039;&amp;#039;) erstmals eine längere Expedition in die über 1000 Meter tiefe Tambora-Caldera durch, in der sich nach dem großen Ausbruch 1815 aufgrund der Abgeschlossenheit ein weitgehend vom Menschen unbeeinflusstes Ökosystem entwickelt hat. Das Team drang mithilfe einheimischer Helfer unter extremen Bedingungen über die Südflanke von 2430 m auf 1340 m Höhe bis zum Calderaboden vor. Dem Team gehörte auch eine deutsche Geowissenschaftlerin an, die weltweit als erste Frau die innere Südflanke dieses Vulkans bestieg. Der Aufenthalt des Teams innerhalb der Caldera einschließlich der Calderabodenforschung dauerte neun Tage und ist bisher in dieser Größenordnung einmalig. Zuvor hatten nur in Einzelfällen Personen den Calderaboden erreicht, denn der Abstieg ist aufgrund der extremen Steilabfälle schwierig und gefährlich. Zudem waren bisher aufgrund logistischer Probleme nur relativ kurze Aufenthalte auf dem Calderaboden möglich, sodass umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen nicht möglich waren. Zum Untersuchungsprogramm gehörten unter anderem die Auswirkungen der nach 1815 auf dem Calderaboden stattgefundenen kleineren Eruptionen, Temperaturmessungen (Luft, Boden, Gase), Gasmessungen, Untersuchungen zur Flora und Fauna, die Messung von Wetterdaten sowie Detailkartierungen. Besonders auffällig waren die relativ hohe Aktivität des Doro Api Toi im südlichen Bereich der Caldera und die unter hohem Druck entweichenden Gase an der unteren Nordostwand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2014 führte dasselbe Forschungsteam erneut eine Expedition in die Tambora-Caldera durch, diesmal mit einer Aufenthaltsdauer innerhalb der Caldera von zwölf Tagen, und setzte die Untersuchungen des Vorjahres fort. Im August 2015 wurde durch das Team die von Zollinger benutzte Route erstmals seit 1847 verfolgt und erforscht. Wegen der Länge der zu Fuß zurückzulegenden Strecke, der sehr hohen Tagestemperaturen und des im August in dieser Region üblichen Wassermangels sowie geländebedingter Schwierigkeiten stellte der Aufstieg von der Ostküste der Sanggarhalbinsel über die Ostflanke bis zum östlichen Calderarand des Tambora eine Herausforderung dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Besteigung des Tambora im August 2015 auf Zollingers Route - 200 Jahre nach der großen Eruption, Kurzberichte des Georesearch Volcanedo Germany; Auf: volcanedo.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Die [[Cholera]]-Pandemie von 1817, die sich vom indischen Subkontinent über die ganze Welt ausbreitete, wird nach [[Gillen D’Arcy Wood]] hauptsächlich auf den Ausbruch des Tambora zurückgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die englische Schriftstellerin [[Mary Shelley]] verfasste aufgrund des [[Jahr ohne Sommer|Jahres ohne Sommer]] beziehungsweise des schlechten Wetters, das daraus resultierte, ihren Roman [[Frankenstein (Roman)|Frankenstein]]. Sie verbrachte den Sommer unter anderem mit [[George Gordon Byron|Lord Byron]] in der [[Villa Diodati]] nahe [[Genf]] und verfasste dort mit den anderen Schauergeschichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tambora ist samt verwehter Rauchfahne und einer Kutsche ohne Pferde auf der deutschen 20-Euro-Silbermünze &amp;#039;&amp;#039;Laufmaschine von Karl Drais 1817&amp;#039;&amp;#039; von 2017 abgebildet, zur Illustration der (umstrittenen) These, dass der Vulkanausbruch das Wetter verschlechterte, Missernten zum Schlachten von Pferden und das wiederum zum Entwickeln des [[Draisine (Laufmaschine)|Laufrades]] als pferdefreie Reiseform für Menschen führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Briefmarken/2016/09/2016-09-14-PM24-gedenkmuenze-karl-drais.html 20-Euro-Gedenkmünze „Laufmaschine von Karl Drais 1817“] bundesfinanzministerium.de, 14. September 2016, abgerufen am 21. Dezember 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Stephen Self, Michael R. Rampino, Michael S. Newton, John A. Wolff: &amp;#039;&amp;#039;Volcanological Study of the Great Tambora Eruption of 1815.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Geology.&amp;#039;&amp;#039; Band 12, 1989, S. 659–663.&lt;br /&gt;
* [[Haraldur Sigurðsson]], Steven Carey: &amp;#039;&amp;#039;Plinian and Co-Igmibrite Tephra Fall from the 1815 Eruption of Tambora Volcano.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bulletin of Volcanology.&amp;#039;&amp;#039; Band 51, 1989, S. 243–270.&lt;br /&gt;
* Richard B. Stothers: &amp;#039;&amp;#039;The Great Tambora Eruption of 1815 and Its Aftermath.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Science.&amp;#039;&amp;#039; Band 224, 1984, S. 1191–1198.&lt;br /&gt;
* Gillen D’Arcy Wood: &amp;#039;&amp;#039;Vulkanwinter 1816. Die Welt im Schatten des Tambora.&amp;#039;&amp;#039; Theiss, Darmstadt 2015, ISBN 978-3-8062-3015-4 (Originaltitel: &amp;#039;&amp;#039;Tambora: The Eruption That Changed the World&amp;#039;&amp;#039;. Princeton University Press, Princeton, NJ 2014; Rezension: {{Der Spiegel |ID=133262214 |Autor=Matthias Schulz |Titel=Planet Asche. Der Ausbruch des Vulkans Tambora vor 200 Jahren brachte Hunger, Tod – und sozialen Fortschritt |Jahr=2015 |Nr=15 |Seiten=116 f.}})&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Behringer]]: &amp;#039;&amp;#039;Tambora und das Jahr ohne Sommer. Wie ein Vulkan die Welt in die Krise stürzte.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-67615-4 ([https://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/das-jahr-ohne-sommer-1.18663475 über das Buch]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Mount Tambora|Tambora}}&lt;br /&gt;
* {{GVP|264040|}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://volcano.oregonstate.edu/vwdocs/volc_images/southeast_asia/indonesia/tambora.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Tambora, Sumbawa, Indonesia.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20210308191938}} volcano.oregonstate.edu (Satellitenbilder)&lt;br /&gt;
* [https://www.dwd.de/DE/leistungen/besondereereignisse/verschiedenes/20170727_tambora_1816_global.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=5 &amp;#039;&amp;#039;Der Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien im Jahr 1815 und seine weltweiten Folgen.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 1,2&amp;amp;nbsp;MB) Auf: &amp;#039;&amp;#039;dwd.de&amp;#039;&amp;#039; vom 27. Juli 2016. – Studie des Deutschen Wetterdienstes.&lt;br /&gt;
* [https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/pompeji-des-ostens-entdeckt/ &amp;#039;&amp;#039;Pompeji des Ostens entdeckt.&amp;#039;&amp;#039;] Auf: &amp;#039;&amp;#039;wissenschaft.de&amp;#039;&amp;#039; vom 28. Februar 2006. – Forscher finden Reste des Königreichs Tambora, das 1815 verschüttet wurde.&lt;br /&gt;
* Clive Oppenheimer: &amp;#039;&amp;#039;Climatic, environmental and human consequences of the largest known historic eruption: Tambora volcano (Indonesia) 1815.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Progress in Physical Geography.&amp;#039;&amp;#039; Band 27, Nr. 2, 2003, S. 230–259, [https://www.researchgate.net/publication/233720521_Climatic_environmental_and_human_consequences_of_the_largest_known_historic_eruption_Tambora_volcano_Indonesia_1815_Prog_Phys_Geogr Volltext]&lt;br /&gt;
* [http://www.volcanedo.de/ Kurzbericht Tambora-Caldera im Oktober 2013, Vulkanforschung unter extremen Bedingungen]&lt;br /&gt;
* [https://landesarchiv.hessen.de/videos/1815-das-jahr-ohne-sommer Bericht über die Auswirkungen des Vulkanausbruchs 1815]&lt;br /&gt;
* [[Dagmar Röhrlich]]: [https://www.br.de/mediathek/podcast/radiowissen/der-ausbruch-des-tambora-der-vulkan-der-den-winter-brachte-1/1148365 &amp;#039;&amp;#039;Der Ausbruch des Tambora - Der Vulkan, der den Winter brachte&amp;#039;&amp;#039;] [[Bayern 2]] [[Radiowissen]]. Ausstrahlung am 30. August 2018. (Podcast)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
[[Ausbruch des Samalas 1257]], ein weiterer [[Vulkanexplosivitätsindex|VEI]] 7-Ausbruch in der [[Nusa Tenggara Barat|Nähe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4358785-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schichtvulkan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vulkan in Indonesien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berg in Indonesien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Sumbawa)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vulkanausbruch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturkatastrophe (19. Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Soerlein</name></author>
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