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	<title>Talg - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Talg&amp;diff=65595&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler am 28. März 2026 um 16:41 Uhr</title>
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		<updated>2026-03-28T16:41:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt das Körperfett von Wiederkäuern. Für das ebenfalls Talg genannte viskose Hautfett siehe [[Talgdrüse]]. Beides ist nicht zu verwechseln mit dem Mineral [[Talk (Mineral)|Talk]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Beef suet-01.jpg|mini|Das Fett um die Niere eines Kalbs]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Beef suet-03.jpg|mini|Auslassen des Fettes im Kochtopf]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Tallow-beef suet after rendering.jpg|mini|Fertiger Rindertalg im Glas]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fat structural formulae V3.svg|mini|Allgemeine chemische Struktur von Triglyceriden. Die darin enthaltenen [[Alkylgruppe|Alkylreste]] oder [[Alkenylgruppe|Alkenylreste]] R1, R2 und R3 haben meist eine ungerade Anzahl von Kohlenstoffatomen. Hinzu kommt das C-Atom der ehemaligen Carboxylgruppe der geradzahligen Fettsäure.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://viamedici.thieme.de/lernmodul/548592/538878/fetts%C3%A4uren+und+triacylglycerine#steckbrief |titel=Fettsäuren und Triacylglycerine |werk=via medici: leichter lernen - mehr verstehen |hrsg=Thieme |sprache=de |abruf=2024-12-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ichemlab.at/ichemlab/dokumente.asp?rowid=467 |titel=FETTE UND ÖLE |werk=ichemlab.at |hrsg=Technische Universität Wien |format=PDF, 86KB |sprache=de |abruf=2024-12-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Talg ist wie andere [[Fette|Fette und fette Öle]] ein Gemisch verschiedener Tri[[ester]] des [[Glycerin]]s.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Talg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Unschlitt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{gmhS|unslit}}, mundartlich auch &amp;#039;&amp;#039;Inselt, Unselt, Inschelt&amp;#039;&amp;#039;) oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Eingeweidefett&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, {{laS|sebum}}, ist aus geschlachteten [[Wiederkäuer]]n und anderen Paarhufern gewonnenes festes [[Fette|Fett]]. Es handelt sich um eine gelblich-weiße Masse von höherer Konsistenz und geringerer [[Viskosität]] als die halbfesten schmierigen Fette, die früher eher als „Schmer“ oder „[[Schmalz]]“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gundolf Keil]]: &amp;#039;&amp;#039;Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: &amp;#039;&amp;#039;Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039;), S. 479 (Anmerkungen zu &amp;#039;&amp;#039;vnslit&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet wurden. Talg enthält hauptsächlich [[Triglyceride]] mit gesättigten [[Fettsäure]]n gerader Anzahl von Kohlenstoff-Atomen; es kommen jedoch auch [[Ester|veresterte]] Fettsäuren mit ungerader C-Zahl wie die [[Pentadecansäure]] (C15) und die [[Margarinsäure]] (C17) in den Triglyceriden vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte wirtschaftliche Bedeutung hat Rindertalg, der nahezu den gesamten Talgbedarf deckt. Geringere Mengen anderer Talgsorten wie etwa Hammeltalg oder [[Hirschtalg]] können jedoch ebenfalls Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellung ==&lt;br /&gt;
Talg wird durch das Schmelzen von Rind- oder Hammelschlachtteilen gewonnen. Der aus Rohtalg vom Rind durch indirekte Erwärmung auf 60–65 °C gewonnene &amp;#039;&amp;#039;Rinderfeintalg&amp;#039;&amp;#039; (Premier jus) hat einen neutralen Geruch und Geschmack und ist von weicher Konsistenz. Das durch das Schmelzen von Schweine- und Gänsefleisch gewonnene Fett hat einen niedrigeren [[Schmelzpunkt]] und wird [[Schmalz]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Anwendung kommt das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Trockenschmelzverfahren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, bei dem das Fettgewebe zerkleinert und auf 120 Grad Celsius erhitzt wird. Der Restfettgehalt beträgt dann 7 bis 12 %, kann aber durch Zugabe von Lösungsmitteln auf 1 bis 4 % gesenkt werden. Demgegenüber wird beim &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nassschmelzverfahren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; das zerkleinerte Material zunächst auf 50 bis 60 Grad Celsius erwärmt und dann mit Dampf auf 80 bis 90 Grad erhitzt. Die Fettausbeute beträgt 99 %, die Produktqualität ist meist höher und die Geruchsbelastung geringer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Ernährung und Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Aufgrund des hohen Schmelzpunktes und neuerdings auch aufgrund seines [[Cholesterin]]gehalts wird Talg eher selten zu Speisezwecken eingesetzt. Der aus dem Fettgewebe um die Nieren von Rindern und Schafen gewonnene [[Rindernierenfett|Nierentalg]] ([[Englische Sprache|englisch]] &amp;#039;&amp;#039;suet&amp;#039;&amp;#039;) ist jedoch für das Kochen und Backen geeignet und wird insbesondere in der traditionellen britischen und amerikanischen Küche verwendet. In [[Belgien]] werden [[Pommes frites]] traditionell in Rindernierenfett frittiert. &amp;#039;&amp;#039;Feintalg&amp;#039;&amp;#039; wird aus frischen Rohmaterialien vorsichtig geschmolzen und gereinigt und ist auch unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Premier Jus&amp;#039;&amp;#039; im Handel erhältlich. Die ursprünglich hauptsächlich aus Talg gewonnene [[Margarine]] wird inzwischen meist aus pflanzlichen Ölen hergestellt. Auch als [[Vogelhäuschen|Vogelfutter]] (etwa in [[Meisenknödel]]n) wird Talg verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Industrielle Nutzung ===&lt;br /&gt;
Unter Verwendung von Talg werden Seifen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Marina Bährle-Rapp&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=[[Marina Bährle-Rapp]] | Titel=Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege  | Verlag=Springer-Verlag | ISBN=978-3-642-24688-3 | Jahr=2012 | Online={{Google Buch | BuchID=t_EfBAAAQBAJ | Seite=519 }} | Seiten=519 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Lippenstifte, Haarwaschmittel, Rasiercremes und andere Kosmetika hergestellt. [[Hirschtalg]] wird als Creme verwendet, die das Wundwerden von Hautstellen verhindert. [[Ölpapier]]e, Pastellstifte und [[Radiergummi]]s werden durch Talg geschmeidig gehalten. Die Unschlittkerzen waren in der frühen Neuzeit, im Gegensatz etwa zu den kostbaren weißen Weißkerzen aus Venedig, selbst in einem Nürnberger Patrizierhaushalt das herkömmliche Beleuchtungsmittel.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Harry Kühnel]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Sachkultur bürgerlicher und patrizischer Nürnberger Haushalte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Trude Ehlert]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Haushalt und Familie in Mittelalter und früher Neuzeit. Vorträge eines interdisziplinären Symposions vom 6.–9. Juni 1990 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Mit einem Register von Ralf Nelles.&amp;#039;&amp;#039; Thorbecke, Sigmaringen 1991, ISBN 3-7995-4156-X, S. 15–31, hier: S. 23.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[Kerze]]nproduktion werden heute neben dem traditionellen [[Bienenwachs]] auch aus pflanzlichen Fetten und Talg gewonnene Fettsäuren ([[Stearin]]) verwendet, heute werden Kerzen jedoch meist auf Erdölbasis aus dem günstigeren [[Paraffin]] hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der wichtigsten Verwendungen ist die Herstellung von [[Ölsäure]] für die [[Oleochemie]] aus Talg über eine [[Hydrolyse]] und anschließende [[Kristallisation]]. Durch diesen Prozess können Konzentrationen von etwa 70 % gewonnen werden, die als Olein bezeichnet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zoebelein Oleic Acid&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Oleic Acid.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Zoebelein (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dictionary of Renewable Ressources.&amp;#039;&amp;#039; 2nd, revised and enlarged edition. Wiley-VCH, Weinheim u. a. 2001, ISBN 3-527-30114-3, S. 92.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ölsäure kommt als Bestandteil der entsprechenden [[Triglyzerid|Triglyceride]] in fast allen natürlichen (pflanzlichen und tierischen) Ölen und Fetten vor, Rindertalg besitzt einen Anteil von 26–45 % und Hammeltalg sogar 31–56 %.&amp;lt;ref name=&amp;quot;roempp&amp;quot;&amp;gt;{{RömppOnline|ID=RD-15-00354|Name=Ölsäure|Abruf=2014-12-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben Ölsäure können in diesem Gemisch [[Palmitoleinsäure]], [[Linolsäure]] und weitere ungesättigte und gesättigte Fettsäuren enthalten sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zoebelein Olein&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Olein.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Zoebelein (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dictionary of Renewable Ressources.&amp;#039;&amp;#039; 2nd, revised and enlarged edition. Wiley-VCH, Weinheim u. a. 2001, ISBN 3-527-30114-3, S. 92.&amp;lt;/ref&amp;gt; Talg kann durch [[Umesterung]] auch als Grundstoff für die Herstellung von [[Biodiesel]] dienen, wird jedoch nur sehr selten verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Verwendungszwecke von Talg im industriellen Bereich sind Verwendungen als Gleit- und Schmiermittel bei allgemeinen [[Schlosserei|Schlosserarbeiten]], [[Montage (Produktion)|Montagen]], [[Gewinde]]schneiden und anderen Arbeiten. Schrauben, die bei der Montage unter Wasser mit Inselt geschmiert und konserviert wurden, lassen sich meist sogar nach Jahrzehnten problemlos lösen. Wasserturbinenteile wurden/werden zu Dichtzwecken und Korrosionsvermeidung mit erhitztem Talg (Unschlitt) beschichtet. Im 19. Jahrhundert wurde eine Mischung aus Bienenwachs und Unschlitt für die Abdichtung und Konservierung von Gewehrpatronen verwendet (Fettauche).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kerben im [[Sattel (Saiteninstrument)|Sattel]] von [[Saiteninstrument]]en werden von ihren Benutzern gerne mit Talg geschmiert, um ein problemloses Gleiten der Saiten im Steg zu ermöglichen. Dies gilt sowohl für klassische Instrumente wie auch für moderne [[Elektrogitarre]]n und -bässe. Auch fetten manche Musiker für das Spiel durch Zupfen und Anschlagen der Saiten ihrer Instrumente ihre Fingerkuppen mit Talg ein. Dies schont die Fingerkuppen und ermöglicht ein leichteres Spiel. Sogar als Material der bildenden Kunst wurde Talg im 20. Jahrhundert verwendet, am prominentesten im Werk von [[Joseph Beuys]], dessen &amp;#039;&amp;#039;[[Fettecke]]&amp;#039;&amp;#039; zu einer Ikone der modernen Kunst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Biblische Erwähnung ===&lt;br /&gt;
Im Dritten Buch Moses {{Bibel|Lev|3|14–17|EU}} wird den Israeliten das Essen von Unschlitt verboten. Vielmehr soll es als [[Feueropfer]]-Speise {{&amp;quot;|1=zum beruhigenden Duft für den &amp;lt;span style=&amp;quot;font-variant: small-caps;&amp;quot;&amp;gt;Herrn&amp;lt;/span&amp;gt;}} ([[Einheitsübersetzung]] 2016) bzw. {{&amp;quot;|zum lieblichen Geruch}}&amp;amp;nbsp;{{Bpur|Lev|3|14–17|LUT}} ([[Lutherübersetzung]] 2017) dargebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Historische Nutzung von Talg ===&lt;br /&gt;
Schon in frühen Kulturen wurde Talg zur Herstellung von [[Seife]]n und (bevorzugt der Stiertalg)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Conrad Gessner]]: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeines Thier-Buch, das ist: Eigentliche und lebendige Abbildung aller vierfuessigen […] Thieren […], durch den hochberuehmten Herrn Conradum Forerum ins Teutsche uebersetzt […].&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main (Wilhelm Serlin) 1669; Neudruck Hannover 1994, Band I, S. 293.&amp;lt;/ref&amp;gt; von [[Salbe]]n benutzt. Bis in die frühe Neuzeit wurde &amp;#039;&amp;#039;Unschlitt&amp;#039;&amp;#039; vor allem von Ziegenböcken (&amp;#039;&amp;#039;Sebum hircinum&amp;#039;&amp;#039;), Schafen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Gundolf Keil]]: &amp;#039;&amp;#039;Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: &amp;#039;&amp;#039;Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039;), S. 449 (Anmerkungen zu &amp;#039;&amp;#039;reinpergin&amp;#039;&amp;#039; bzw. zum reinen Schweineschmalz und mittellateinisch &amp;#039;&amp;#039;sebum arietinum mundum&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt; und Hirschen sowie von Stieren und Kälbern gewonnen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Pedacii Dioscoridis Anazarbaei Kraeuterbuch […].&amp;#039;&amp;#039; Ins Deutsche übersetzt von Johannes Danzius, Frankfurt am Main (Petrus Uffenbach) 1610; Neudruck Grünwald bei München 1964, S. 461–464.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Seefahrt war Talg für das Geschmeidighalten der [[Takelage]] unverzichtbar; die Takler führten ihn stets in einem [[Splisshorn]] mit sich. Auch für [[Schuhwichse]], zur Abdichtung von Holzfässern und als Schmierstoff (bei Kutschen und anderen Geräten) wurde jahrhundertelang Talg verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Talg wurde seit dem [[Mittelalter]] von den Bergleuten als [[Brennstoff]] für ihre [[Grubenlampe]]n benutzt. Ungereinigter Rindertalg, sogenannter &amp;#039;&amp;#039;Unschlitt&amp;#039;&amp;#039;, wurde für Unschlitt[[kerze]]n bzw. Unschlittlampen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|titel = Lothar Spaniol: Antik-Öllampen {{!}} Krüsel-Lampe 17./18. Jhd.|url = http://www.antik-oellampen.de/index.php?article_id=66|abruf = 2016-01-30|werk = antik-oellampen.de|archiv-url = https://web.archive.org/web/20160327143005/http://www.antik-oellampen.de/index.php?article_id=66|archiv-datum = 2016-03-27|offline = ja}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wie [[Öllampe]]n im Alltag verwendet, er erhellte beispielsweise die [[Lichtstube]]n. Auch das in den [[Weltkrieg]]en in Schützengräben und in Bombennächten eingesetzte &amp;#039;&amp;#039;[[Hindenburglicht]]&amp;#039;&amp;#039; war eine Talglampe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert wurde die Talgverarbeitung durch zunehmende Bedeutung von [[Hygiene]]produkten und die Ausweitung der Produktion von Stearinkerzen zu einem industriellen Gewerbe, in dessen Rahmen weltweit mit Talg gehandelt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herstellung ===&lt;br /&gt;
Bis zum 19. Jahrhundert, teilweise bis in das 20. Jahrhundert, wurde Talg handwerklich in Kleinbetrieben (Unschlittmacher) aus Schlachtabfällen hergestellt. Zum Ausschmelzen des Talges erhitzte man die zerkleinerte Rohmasse mit Wasser, bisweilen unter Zusatz von etwas [[Schwefelsäure]] auf freiem Feuer oder unter Einleiten von [[Dampf]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriell wurden seit dem 19. Jahrhundert zunächst ausschließlich doppelwandige, oben geschlossene Kessel benutzt, aus denen die übel riechenden Dämpfe in einen hohen Schornstein oder in die Feuerung eingeleitet wurden. Das ausgeschmolzene und von den [[Griebenschmalz|Grieben]] abgeseihte Fett bildete für sich bereits eine Handelsware (roher Talg), die aber für die Herstellung von Kerzen und Seifen nicht rein genug war, sondern einem nochmaligen [[Läuterung]]sverfahren unterzogen wurde (geläuterter Talg).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Historischer Handel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Nuernberg-unschlitthaus-v-S.jpg|mini|[[Unschlitthaus]] in Nürnberg]]&lt;br /&gt;
Die Hauptmenge des in Deutschland gewonnenen Talges ging von den Fleischern und [[Schlachthof|Schlachthöfen]] direkt an die [[Seifensieder]]. Importware hoher Qualität stammte aus Polen, Holland, Dänemark und Russland. Der größte Teil der Handelsware stammte aus Russland, wobei der Schaftalg mehr aus dem Süden vom [[Schwarzes Meer|Schwarzen Meer]] her, der Rindertalg hauptsächlich aus den inneren und nördlichen Provinzen von [[Archangelsk]] und [[Sibirien]] über [[Sankt Petersburg|Petersburg]] und andere westliche Häfen importiert wurde. Zur Verpackung dienten Ende des 19. Jahrhunderts typischerweise Holzfässer, die beim weißen Talg die eigenartige Form eines abgestumpften Kegels mit Bodenflächen von 75 und 45 cm Durchmesser zeigten. Die vielfach übliche Lagerung der Fässer auf freiem Deck ohne Schutz vor der Sonne war für die Haltbarkeit von Nachteil. Für die aus dem Inneren Russlands kommenden Sendungen bestanden in Petersburg besondere Warenhäuser, in denen Sachverständige die Waren prüften, sortierten und mit einem Wertstempel versahen. Die große Talgproduktion Australiens und Argentiniens ging größtenteils nach England.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sorten ===&lt;br /&gt;
Nach der Farbe ließ sich weißer Hammeltalg (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;Sebum ovile&amp;#039;&amp;#039;, im Mittelalter deutsch &amp;#039;&amp;#039;hemlein unslit&amp;#039;&amp;#039;) von gelbem Rindertalg (&amp;#039;&amp;#039;Sebum bovinum&amp;#039;&amp;#039;) unterscheiden. Hammeltalg ist etwas härter und spröder, wird aber leichter gelb und [[Ranzig (Fett)|ranzig]] als der weiche und schlüpfrige Rindertalg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtiger war die Unterscheidung nach der Verwendung in Lichtertalg und Seifentalg:&lt;br /&gt;
* Der wertvollere &amp;#039;&amp;#039;Lichtertalg&amp;#039;&amp;#039;, der die reinere, hellere und härtere Ware umfasste, wurde eingeteilt in die Sorten &amp;#039;&amp;#039;gelber Lichtertalg&amp;#039;&amp;#039; aus nahezu reinem Rindertalg und &amp;#039;&amp;#039;weißer Lichtertalg&amp;#039;&amp;#039; (dessen beste Qualitäten aus [[Woronesch]] stammten).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Seifentalg&amp;#039;&amp;#039; umfasste den &amp;#039;&amp;#039;gewöhnlichen Talg&amp;#039;&amp;#039; und die bessere Sorte &amp;#039;&amp;#039;sibirischer Seifentalg&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert des Talges wurde nach dem Erstarrungspunkt der Fettsäuren (dem so genannten Talgtiter) bemessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer zur Herstellung von Kerzen und Seifen fand Talg bei der Lederbearbeitung und als Schmiermittel ausgedehnte Anwendung. Der von Apothekern zu Pflastern und Salben benutzte Talg wurde jedoch nicht dem Handel entnommen, sondern aus frischem Rohstoff ausgeschmolzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Der Abschnitt Geschichte basiert auf einem Text aus [[Merck’s Warenlexikon]]:&lt;br /&gt;
* {{Mercks Warenlexikon|Seite=572|Stichwort=Talg}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Talg&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Merck’s Warenlexikon&amp;#039;&amp;#039;. 7. Auflage, hrsg. von Adolf Beythien und Ernst Dressler. Gloeckner, Leipzig 1920 (Nachdruck: Manuscriptum, Recklinghausen 1996. ISBN 3-933497-13-2)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Suet|Talg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stoffgemisch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biogener Brennstoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tierfett von Schlachttieren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schmierstoff]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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