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	<title>Tagtraum - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Ziv: (GR) File renamed: File:Dante Gabriel Rossetti 003.jpg → File:Dante Gabriel Rossetti - The Day Dream (Unfinished).jpg Criterion 2 · More precise and not just a meaningless number</title>
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		<updated>2026-01-16T12:24:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;(&lt;a href=&quot;/index.php?title=C:GR&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;C:GR (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;GR&lt;/a&gt;) &lt;a href=&quot;/index.php?title=C:COM:FR&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;C:COM:FR (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;File renamed&lt;/a&gt;: &lt;a href=&quot;/index.php?title=Datei:Dante_Gabriel_Rossetti_003.jpg&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Datei:Dante Gabriel Rossetti 003.jpg (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;File:Dante Gabriel Rossetti 003.jpg&lt;/a&gt; → &lt;a href=&quot;/index.php?title=Datei:Dante_Gabriel_Rossetti_-_The_Day_Dream_(Unfinished).jpg&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Datei:Dante Gabriel Rossetti - The Day Dream (Unfinished).jpg (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;File:Dante Gabriel Rossetti - The Day Dream (Unfinished).jpg&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;/index.php?title=C:COM:FR&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;C:COM:FR (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Criterion 2&lt;/a&gt; · More precise and not just a meaningless number&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Helleu - Daydream.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Rêverie&amp;#039;&amp;#039; von [[Paul César Helleu]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tagträume&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|daydream|fr=rêverie}}) sind [[Das Imaginäre|bildhafte]], mit [[Traum|Träumen]] vergleichbare [[Phantasie]]vorstellungen und [[Imagination]]en, die im [[Vigilanz|wachen]] [[Bewusstseinszustand#Wachzustand|Bewusstseinszustand]] erlebt werden. Diese Szenen können im Gegensatz zum gewöhnlichen Traumgeschehen entweder willentlich gesteuert und bewusst herbeigeführt werden oder sich durch Unaufmerksamkeit und Nachlassen der Konzentration von selbst entfalten.&lt;br /&gt;
Hierbei entfernt sich die [[Aufmerksamkeit]] von den äußeren [[Reiz]]en der Umwelt, von Einflüssen und Aufgaben und wendet sich der inneren Welt zu.&lt;br /&gt;
Der Tagtraum ist damit eine Form der [[Trance]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Der Begriff geht [[Etymologie|etymologisch]] auf das [[Lateinische Sprache|lateinische]] [[Oxymoron]] {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;vigilans somniat&amp;#039;&amp;#039;}} zurück. Das [[Altfranzösische Sprache|altfranzösische]] Wort {{lang|fro|&amp;#039;&amp;#039;rêverie&amp;#039;&amp;#039;}} bezog sich auf herumirrendes Vagabundieren und – angelehnt an diese Grundbedeutung – ausschweifendes [[Delirium|Delirieren]] und Phantasieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hwp-bd12-13&amp;quot;&amp;gt;Historisches Wörterbuch der Philosophie: &amp;#039;&amp;#039;Wachtraum; Tagtraum.&amp;#039;&amp;#039; Band 12, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde es für kürzere Kompositionen französischer Komponisten wie [[Georges Bizet]] oder [[Claude Debussy]] verwendet; auch [[Robert Schumann]]s berühmte &amp;#039;&amp;#039;[[Kinderszenen|Träumerei]]&amp;#039;&amp;#039; wird im Französischen mit diesem Wort übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Philosophiegeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Montaigne 1578.jpg|mini|hochkant|Montaigne bezeichnete sein eigenes Denken als schweifendes Träumen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den französischen Philosophen, Schriftsteller und Begründer des literarischen [[Essay]]s [[Michel de Montaigne]] spielte das freie Phantasieren eine besondere Rolle. Er bezeichnete sein eigenes Denken, über dessen rätselhaften Verlauf er [[Tagebuch]] führte, als schweifendes Träumen. Zu den &amp;#039;&amp;#039;Tagträumen&amp;#039;&amp;#039; zählte er auch die [[Philosophie]], in deren [[Geschichte der Philosophie|Geschichte]] sich die Träume der Menschheit finden ließen. Den Topos vom &amp;#039;&amp;#039;Leben als Traum&amp;#039;&amp;#039; aufgreifend, verwies er auf die Bedeutung eigentümlicher und alltäglicher Träumereien, „die sich einem Erwachen ebenso hartnäckig verweigern wie die kollektiven Tagträume“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hwp-bd12-13&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Phase großer zeitgeschichtlicher Konflikte und Umbrüche – der Entdeckung der [[Neue Welt|Neuen Welt]], der Umwälzung des [[Anthropozentrismus|anthropozentrischen]], [[Ptolemäisches Weltbild|ptolemäischen]] [[Weltbild]]es in der [[Kosmologie#Die kopernikanische Wende|kopernikanischen Wende]], aber auch der Schrecken der [[Bartholomäusnacht]] – registrierten die &amp;#039;&amp;#039;Essais&amp;#039;&amp;#039; die historischen Erfahrungen als Welt- und Selbstbetrachtungen über den Menschen als „einzelnes und geselliges Wesen“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Montaigne, Michel Eyquem de.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Philosophenlexikon&amp;#039;&amp;#039;. Metzler, Weimar 1995, S. 602.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Montaigne bezeichnete seine Gedanken selbstironisch immer wieder als „Salat“, „verworrenes Geschwätz“, „groteske Missgeburten und Phantastereien.“ Diese Vergleiche sind nicht nur der Bescheidenheit des Autors zu verdanken, der um seinen Ruf besorgt war, sondern folgten einer gezielt eingesetzte Methode, von sich selbst nicht als Ganzes, Einheitliches zu sprechen. „Wir sind alle aus Flicken zusammengesetzt und das so ungestalt und kunterbunt, dass jedes Stück jeden Augenblick ein eigenes Spiel treibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zit. nach &amp;#039;&amp;#039;Philosophenlexikon&amp;#039;&amp;#039;: &amp;#039;&amp;#039;Montaigne, Michel Eyquem de.&amp;#039;&amp;#039; Metzler, Weimar 1995, S. 602.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Montaigne wird die Träumerei zur einsamen Reflexion und Meditation aufgewertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[René Descartes]] beschäftigte sich mit der Unwillkürlichkeit der Träumerei und hielt an dem von Montaigne eingeführten neuen Sinn fest.&lt;br /&gt;
[[Datei:Jean-Jacques Rousseau (painted portrait).jpg|mini|hochkant|Jean-Jacques Rousseau]]&lt;br /&gt;
In den &amp;#039;&amp;#039;Bekenntnissen&amp;#039;&amp;#039; [[Jean-Jacques Rousseau]]s verband sich die [[Meditation|meditative]] &amp;#039;&amp;#039;Rêverie&amp;#039;&amp;#039; mit [[Rausch]] und [[Halluzination|Vision]], [[Erinnerung (Psychologie)|Erinnerung]] und [[Ekstase]]. In seinen &amp;#039;&amp;#039;Rêveries du promeneur solitaire&amp;#039;&amp;#039; beschrieb er, wie es dem Tagträumenden möglich ist, das überwältigende Glücksgefühl einer [[Alleinheit]] mit der [[Natur]] und einer andauernden Gegenwart zu empfinden.&lt;br /&gt;
Auf Rousseaus Einfluss ist es zurückzuführen, dass die &amp;#039;&amp;#039;Rêverie&amp;#039;&amp;#039; mit ihren [[Melancholie|melancholischen]] Glücksmomenten als meditative Träumerei zum häufig behandelten Thema vieler Schriftsteller emporstieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Weg in die [[Moderne]] eignete sich auch der [[Flaneur]] – wie später der [[Bohème|Bohémien]] [[Peter Altenberg]] – diese Haltung an, der „träumende Müßiggänger“ und verwöhnte &amp;#039;&amp;#039;décadent&amp;#039;&amp;#039;, dem bisweilen auch Erfahrungen mit [[Droge]]n nicht unbekannt waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hwp-bd12-13&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der englische Philosoph [[John Locke]] bedauerte, dass es in der [[Englische Sprache|englischen Sprache]] kein Äquivalent zum französischen &amp;#039;&amp;#039;rêverie&amp;#039;&amp;#039; gab, das den freischwebenden, unreflektierten Vorstellungsverlauf erfasste, orientierte sich [[Immanuel Kant]] am traditionellen Sprachgebrauch. In seinem originell-unterhaltsamen Frühwerk &amp;#039;&amp;#039;Träume eines Geistersehers&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete er die Erdichtungen eines „wachenden Träumers“ als &amp;#039;&amp;#039;Chimären&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Grillen&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die Allgegenwart der Tagträume wies auch [[Étienne Bonnot de Condillac]] hin und betonte, dass sich wohl jeder einmal als Held eines [[Roman]]s vorgestellt und [[Luftschloss|Luftschlösser]] („Châteaux en Espagne“) erbaut habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hwp-bd12-13&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Ernst Bloch]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Prinzip Hoffnung]]&amp;#039;&amp;#039; erfährt der Tagtraum eine philosophische Interpretation.&amp;lt;ref&amp;gt;Heiko Hartmann: Traum, in: Beat Dietschy, Doris Zeilinger, Rainer E. Zimmermann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bloch-Wörterbuch – Leitbegriffe der Philosophie Ernst Blochs.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin/Bosten 2012, ISBN 978-3-11-048580-6, S.&amp;amp;nbsp;578–582.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von der Mangelsituation des Lebens ausgehend sind Tagträume „allesamt Träume von einem besseren Leben“ voller utopischer Hoffnung und Möglichkeiten. Sie sind als psychischer Geburtsort des Neuen „Vor-Schein von möglich Wirklichem“, „der Inhalt der Tagphantasie ist offen, ausfabelnd, antizipierend, und sein Latentes liegt vorn.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zit. nach: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Wörterbuch der Philosophie:&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Wachtraum; Tagtraum.&amp;#039;&amp;#039; In Band 12, S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Medizin, Dichtung und Kunst ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dante Gabriel Rossetti - The Day Dream (Unfinished).jpg|mini|hochkant|&amp;#039;&amp;#039;Der Tagtraum&amp;#039;&amp;#039; von [[Dante Gabriel Rossetti]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 19. Jahrhunderts zog das Wort in die [[medizin]]ische Literatur ein und wurde zunehmend präzisiert.&lt;br /&gt;
[[Erasmus Darwin]] etwa bezeichnete die &amp;#039;&amp;#039;Rêverie&amp;#039;&amp;#039; als einen Versuch des Geistes, sich von schmerzvollen Empfindungen zu &amp;#039;&amp;#039;entlasten&amp;#039;&amp;#039;. Mit dem Phänomen der Entlastung war bereits der Weg für die Ende des Jahrhunderts sich entwickelnde psychologische Analyse gelegt, denn im Hinblick auf die entlastende Funktion des Tagtraums betonte bereits Thomas Beddoes dessen &amp;#039;&amp;#039;Wunschcharakter&amp;#039;&amp;#039; („reverie of wishes“).&amp;lt;ref name=&amp;quot;hwp-bd12-13&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darwin grenzte das [[Delirium]] vom Tagtraum, dem &amp;#039;&amp;#039;daydream&amp;#039;&amp;#039;, ab, bei dem die Entwicklung der Vorstellungen noch willentlich von der Person gesteuert werden können.&lt;br /&gt;
Demgegenüber gab es französische Stimmen, die sich gegen die strenge Unterscheidung dieser psychischen Zustände wandten. In der eigentümlichen Assoziation der Vorstellungen erblickten sie ein gemeinsames Merkmal zwischen „Träumerei“ (rêverie) und Traum (rêve) oder sahen bloß graduelle Unterschiede zwischen Traum, Tagtraum und [[Wahnsinn]]. Damit wurde der [[Pathologie|pathologische]] Aspekt unterstrichen, die Tagträume als Vorstufen zur geistigen Zerrüttung betrachtet und die willentliche Lenkbarkeit der Träume in Frage gestellt.&lt;br /&gt;
[[Datei:E. T. A. Hoffmann, autorretrato.jpg|mini|links|hochkant|E. T. A. Hoffmann]]&lt;br /&gt;
Dichter wie [[E. T. A. Hoffmann]] nutzten Tagträume immer wieder als Motiv und Inspiration ihrer Werke. In den satirischen &amp;#039;&amp;#039;[[Lebensansichten des Katers Murr]]&amp;#039;&amp;#039;, mit denen Hoffmann den [[Bildungsroman]] nach dem Muster eines &amp;#039;&amp;#039;[[Wilhelm Meister]]&amp;#039;&amp;#039; parodierte, unterhalten sich am Anfang der Kapellmeister Kreisler und sein Freund Meister Abraham über die geistigen Fähigkeiten der Tiere und die Natur ihrer Träume. Dabei erklärt Abraham dem Freund, dass Kater Murr nicht nur sehr lebendig träumt, sondern „häufig in jene sanfte Reverien [gerät], in das träumerische Hinbrüten, in das [[Somnambulismus|somnabule]] Delirieren, kurz, in jenen seltsamen Zustand zwischen Schlafen und Wachen, der poetischen Gemütern für die Zeit des eigentlichen Empfanges genialer Gedanken gilt. In diesem Zustand stöhnt und ächzt er seit kurzer Zeit ganz ungemein, so daß ich glauben muß, daß er entweder in Liebe ist oder an einer Tragödie arbeitet.“&amp;lt;ref&amp;gt;E. T. A. Hoffmann: &amp;#039;&amp;#039;Lebensansichten des Kater Murr.&amp;#039;&amp;#039; In: Werke in vier Bänden. Band IV: &amp;#039;&amp;#039;Das Bergland-Buch.&amp;#039;&amp;#039; Salzburg 1985, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Edgar Allan Poe 2.jpg|mini|hochkant|rechts|Edgar Allan Poe: {{&amp;quot;|Ist Wahnsinn nicht der höchste Grad von Intelligenz?}}]]&lt;br /&gt;
Ein anderer in der Tradition der [[Romantik]] und Nachfolge Hoffmanns stehender Autor, der sich mit Träumen und ihren bisweilen [[unheimlich]]en Seiten befasste, war [[Edgar Allan Poe]]. In der Einleitung seiner Erzählung &amp;#039;&amp;#039;Eleonora&amp;#039;&amp;#039; stellte er die Frage nach der Nähe und Verwandtschaft von [[Genie]] und Wahnsinn und dem tieferen Wert von Tagträumen.&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=Manche Leute haben mich verrückt genannt; aber die Frage ist […], ob es sich beim Wahnsinn nicht etwa um die luftig-stolzeste Mentalität handeln, […] ob alles was profund ist – nicht vielleicht doch nur dem angegriffenen Denken entspringen könnte […] Sie, die bei Tage träumen, haben Kenntnis von manchen Dingen, welche denen entgehen, die nur bei Nacht zu träumen pflegen.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Edgar Allan Poe: &amp;#039;&amp;#039;Eleonora.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Werke in fünf Bänden.&amp;#039;&amp;#039; Band II: &amp;#039;&amp;#039;Der Fall des Hauses Ascher – Erzählungen.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Amerikanischen von Arno Schmidt und Hans Wollschläger. Haffmans Verlag, Zürich 1999, S. 352.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Gedicht &amp;#039;&amp;#039;Ein Traum&amp;#039;&amp;#039; kreist ebenfalls um das Thema: „Doch Ein Wachtraum von pulsendem Leben und Licht / der brach das Herz in Leide. / Ah, was ist nicht ein Traum bei Tag / für den, dessen Auge gewendet / mit einem Glanz auf der Dinge Plag’, / den helle Vergangenheit spendet?“&amp;lt;ref&amp;gt;Edgar Allan Poe: &amp;#039;&amp;#039;Ein Traum.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Werke in fünf Bänden.&amp;#039;&amp;#039; Band V: &amp;#039;&amp;#039;Der Rabe – Essays und Gedichte.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Amerikanischen von Arno Schmidt, Hans Wollschläger, Friedrich Polakovics und Ursula Wernicke. Haffmans Verlag, Zürich 1999, S. 37.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Abhandlung &amp;#039;&amp;#039;Der Sinn des Wahnsinns&amp;#039;&amp;#039; entwickelte August Krauss Grundzüge einer [[Poetik]] und [[Rhetorik]] des Wahns und des Traums. Er bedauerte, dass „die Tagträume, das lose Spiel der Phantasie“, meist unbeachtet blieben, wenn sich in ihren „reicheren Gestaltungen“ nicht „die Grundlage des dichterischen Talentes“ offenbare. Träume der Kindheit würden in den Tag- und Nachtträumen der Erwachsenen unbewusst fortwirken und ihnen „Farbe, Ton und Umrisse leihen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zit. nach: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Wörterbuch der Philosophie: Wachtraum; Tagtraum.&amp;#039;&amp;#039; Band 12, S. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Sigmund Freud]] sah in den Tagträumen gar eine wesentliche Quelle des künstlerischen Schaffens: „Sie sind das Rohmaterial der poetischen Produktion, denn aus seinen Tagträumen macht der Dichter durch gewisse Umformungen, Verkleidungen und Verzichte die Situationen, die er in seine Novellen, Romane, Theaterstücke einsetzt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Sigmund Freud]]: &amp;#039;&amp;#039;Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1977, S. 79.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Zusammenhang wird in der neueren Psychologie auch auf die bildende Kunst ausgeweitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Heiko Ernst]]: &amp;#039;&amp;#039;Innenwelten. Warum uns Tagträume kreativer, mutiger und gelassener machen.&amp;#039;&amp;#039; Klett-Cotta, Stuttgart 2011, S. 168–187.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dokumentiert ist er insbesondere für die sogenannte [[Art brut]].&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe zum Beispiel [[Stefan Hess]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Visualisierung des Unsagbaren. Annäherungen an Rut Bischlers Bilderwelt.&amp;#039;&amp;#039; In: ders. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Rut Bischler. „Jedes Bild, das ich gemalt habe, ist wahr“.&amp;#039;&amp;#039; Scheidegger &amp;amp; Spiess, Zürich 2018, ISBN 978-3-85881-596-5, S. 26–49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychologie ==&lt;br /&gt;
=== Allgemeine Erklärung ===&lt;br /&gt;
Unter Tagträumen werden Bilder des inneren Auges verstanden, leichtere Formen von Bewusstseinserweiterungen. Hierbei entfernt sich die [[Aufmerksamkeit]] von den äußeren Reizen der Umwelt und unmittelbar anstehenden Aufgaben und wendet sich der inneren Welt zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Zimbardo: &amp;#039;&amp;#039;Psychologie.&amp;#039;&amp;#039; Kapitel 5, Bewußtsein, Schlaf und Traum, Warum träumen wir, Springer, Heidelberg 1992, S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Untersuchungen zeigen, wie weitverbreitet das Tagträumen ist, wenn Menschen allein sind oder sich entspannen. Die meisten Tagträume werden als angenehm und nicht peinlich geschildert und treten kurz vor dem Einschlafen auf; nur selten ist mit ihnen z.&amp;amp;nbsp;B. während der Mahlzeiten zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tagträume kreisen häufig um praktische Angelegenheiten, die zukünftig zu erledigen sind, und zwischenmenschliche Fragestellungen. Unrealistische Spekulationen und Träume, die sich mit [[Erotik|erotischen]] Phantasien, altruistischen Anliegen und unwahrscheinlichen Glücksfällen – wie der großen Erbschaft, dem Lottogewinn etc. – beschäftigen, kommen etwas seltener vor.&lt;br /&gt;
Besonders Kinder neigen dazu, sich in eine imaginäre Welt zu begeben, um vor familiären Problemen, gewalttätigen Eltern und [[Einsamkeit]] zu fliehen.&lt;br /&gt;
Zwar sind Tagträume weniger intensiv als Träume der Nacht; die Menschen aber unterscheiden sich in dem Ausmaß und der Intensität, mit denen sie sich in ihren „Luftschlössern“ einleben und die andere Welt erleben. Vermutlich hängen die individuellen Unterschiede, die von den üblichen [[Psychologischer Test|psychologischen Tests]] nicht erfasst werden können, von überdauernden Persönlichkeitsfaktoren ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zim212&amp;quot;&amp;gt;Zimbardo: &amp;#039;&amp;#039;Psychologie.&amp;#039;&amp;#039; Kapitel 5: &amp;#039;&amp;#039;Bewußtsein, Schlaf und Traum, Warum träumen wir.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Heidelberg 1992, S. 212.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der topologischen oder [[Vektorpsychologie]] von [[Kurt Lewin]] werden Tagträume als &amp;#039;&amp;#039;Lokomotiven auf die Irrealitätsebene&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Dorsch: &amp;#039;&amp;#039;Tagträume.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Psychologisches Wörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; Huber, Bern 2009, S. 987.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sigmund Freud ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Sigmund Freud LIFE.jpg|mini|hochkant|Sigmund Freud:{{&amp;quot;|Tagträume sind die nächsten Vorstufen hysterischer Symptome}}]]&lt;br /&gt;
Sigmund Freud befasste sich in seiner berühmten [[Traumdeutung]] ebenfalls mit den Tagträumen oder &amp;#039;&amp;#039;Tagesphantasien&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er und [[Josef Breuer]] hatten in den Tag- und Wachträumen – dem „Privattheater“ der Patientin [[Anna O.]] – die Vorstufe der [[hypnoid]]en Zustände erblickt. Später nutzte Freud nur noch den Begriff „Tagtraum“, den er gelegentlich durch das Synonym „Tagesphantasie“ ersetzte.&lt;br /&gt;
Im Kapitel &amp;#039;&amp;#039;Traumarbeit&amp;#039;&amp;#039; arbeitete er das Verhältnis &amp;#039;&amp;#039;[[manifester Trauminhalt|manifester]]&amp;#039;&amp;#039; zu &amp;#039;&amp;#039;[[latenter Trauminhalt|latenten Trauminhalten]]&amp;#039;&amp;#039; heraus. Die Unterscheidung dieser beiden Bereiche ist für das Verständnis der Traumlehre Freuds grundlegend. Unter dem manifesten Traum versteht er das als geträumt Erinnerte, das häufig als unerklärliches, „sinnloses“ psychisches Produkt erscheint, als Rebusrätsel aufgefasst werden und mittels bestimmter Leseregeln einer Deutung bzw. Erklärung zugeführt werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Köhler: &amp;#039;&amp;#039;Freuds Psychoanalyse. Eine Einführung. Die Traumlehre.&amp;#039;&amp;#039; Kohlhammer, Stuttgart 1995, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese so gewonnene eigentliche Bedeutung ist der &amp;#039;&amp;#039;latente Inhalt&amp;#039;&amp;#039;. Aus dem latenten Trauminhalt „entwickelten wir die Lösung des Traums“, wie Freud schrieb.&amp;lt;ref&amp;gt;Sigmund Freud: &amp;#039;&amp;#039;Die Traumdeutung.&amp;#039;&amp;#039; Kapitel VI.: &amp;#039;&amp;#039;Die Traumarbeit.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt 1999, S. 284.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte geklärt werden, welche Beziehungen der Trauminhalt zu den Traumgedanken hat und wie sich aus diesen der Traum bilden konnte. Bei den latenten Traumgedanken handelt es sich um unbewusste Impulse und Wünsche, die nicht offen zu befriedigen waren und daher in verschleierter Form als Traum erscheinen. Während der &amp;#039;&amp;#039;manifeste Inhalt&amp;#039;&amp;#039;, der bereits der &amp;#039;&amp;#039;Zensur&amp;#039;&amp;#039; der unvollständigen Erinnerung nach dem Aufwachen unterliegt, die sozial akzeptierte Form darstellt, lauern im &amp;#039;&amp;#039;latenten Traumgedanken&amp;#039;&amp;#039; die wahren, unzensierten Inhalte. Im [[Schlaf]] kommt auch der sonst aufmerksame Zensor zur Ruhe und lässt die verdrängten Materialien ihr Eigenleben führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zim212&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Alphonse Daudet 2.jpg|mini|links|hochkant|Alphonse Daudet]]&lt;br /&gt;
Latente Traumgedanken sind nach Freud auch für Tagträume verantwortlich. Nach seiner Auffassung haben die Psychiater deren Bedeutung noch nicht erschöpfend erkannt, während sie dem {{&amp;quot;|unbeirrten Scharfblick der Dichter […] nicht entgangen ist.}} So habe der Schriftsteller [[Alphonse Daudet]] in seinem &amp;#039;&amp;#039;Le Nabab&amp;#039;&amp;#039; die Tagträume einer Nebenfigur geschildert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sf485&amp;quot;&amp;gt;Sigmund Freud: &amp;#039;&amp;#039;Die Traumdeutung.&amp;#039;&amp;#039; Kapitel VI.: &amp;#039;&amp;#039;Die Traumarbeit. I. Die sekundäre Bearbeitung.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt 1999, S. 485.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung der Psychoanalyse für die Literatur und die Kunst wird hier ersichtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Studium der [[Neurose]]n führe dazu, in vielen Tagträumen Vorstufen [[Hysterie|hysterischer]] Symptome zu erkennen. Das Material der Phantasien könne auch aus verdrängten, unbewussten Zonen kommen. Befasse man sich intensiver mit ihnen, falle es nicht schwer, die Namensgebung als „Träume“ zu verstehen. Es gebe viele Gemeinsamkeiten zwischen Nacht- und Tagträumen, und eine intensivere Beschäftigung mit ihnen hätte das Verständnis der Nachtträume erleichtert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sf485&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die Träume sind für Freud auch die Phantasien &amp;#039;&amp;#039;Wunscherfüllungen&amp;#039;&amp;#039; und basieren ebenfalls auf den Eindrücken infantiler Erlebnisse. Spüre man ihrem Aufbau nach, werde man inne, „wie das Wunschmotiv, das sich in ihrer Produktion betätigt, das Material, aus dem sie gebaut sind, durcheinandergeworfen, umgeordnet und zu einem neuen Ganzen zusammengefügt hat. Sie stehen zu den Kindheitserinnerungen, auf die sie zurückgehen, etwa in demselben Verhältnis wie manche Barockpaläste Roms zu den antiken Ruinen, deren Quadern und Säulen das Material für den Bau in modernen Formen hergegeben haben.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;sf485&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Therapieformen ===&lt;br /&gt;
Für die [[analytische Psychologie]] [[Carl Gustav Jung]]s und andere, teilweise nicht unumstrittene Therapieformen spielen Tagträume ebenfalls eine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Imaginationen und Tagträume von der [[Neobehaviorismus|neobehavioristischen]] Verhaltensforschung zurückhaltend betrachtet wurden, spielen sie in Imaginationstherapien eine größere Rolle.&lt;br /&gt;
Tagträume wurden einerseits als [[Eskapismus|eskapistisch]] und schädlich betrachtet, dienten sie doch der Flucht vor den Herausforderungen des Alltags und der zwischenmenschlichen Beziehungen. Wegen dieser Bedenken beschäftigte man sich lange mit den Nachteilen der Phantasien und Imaginationsfähigkeiten. Andererseits sei in vielen Situationen ein „gesunder Eskapismus“ sinnvoll, um die Realität zu bewältigen. So könne man sich bei langen Zugfahrten, im Wartesaal oder in bestimmten, nicht zu ändernden sozialen Umgebungen mit Phantasien helfen, um der [[Langeweile]] zu entkommen, sich die Zeit zu vertreiben und sogar selbstzerstörerische Reaktionen zu vermeiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hb799&amp;quot;&amp;gt;[[Hellmuth Benesch]]: &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädisches Wörterbuch, Klinische Psychologie und Psychotherapie&amp;#039;&amp;#039; Kapitel 88: &amp;#039;&amp;#039;Suggestions-Imaginationstherapien, Imaginationstherapien.&amp;#039;&amp;#039; Psychologie-Verlags-Union, Weinheim 1995, S. 799.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Aktive Imagination ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Carl-Jung-mod-2.jpg|mini|hochkant|Carl Gustav Jung: {{&amp;quot;|Ohne die Einheit von Bewusstsein und Unbewusstem gibt es keine [[Individuation]]}}]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Carl Gustav Jung hatte die Traumarbeit durch sein Konzept der [[Archetyp (Psychologie)|Archetypen]] bereichert, das von der Existenz bestimmter Urbilder in den Tiefenschichten der Seele ausgeht, die der Klient träumend und die Träume verarbeitend entdecken kann. Bei dem von ihm entwickelten Verfahren der aktiven Imagination werden Träume &amp;#039;&amp;#039;nachgeträumt&amp;#039;&amp;#039; oder erst als Tagträume in der Therapie bearbeitet und deutend umgesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Roland Asanger, Gerd Wenninger: &amp;#039;&amp;#039;Handwörterbuch der Psychologie – Traum.&amp;#039;&amp;#039; Belz, Weinheim 1999, S. 805.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von Jung stammende, in der [[Tiefenpsychologie]] gebräuchliche Konzept der [[Imago (Psychologie)|Imago]] umschreibt eine unbewusste, nicht unbedingt mit der Realität übereinstimmende Vorstellung, die man sich von einer bestimmten Person macht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hb799&amp;quot; /&amp;gt; Diese Vorstellung kann in einen Tagtraum eingehen, den der Therapeut unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
C. G. Jung erläuterte einem Ratsuchenden in einem Brief seine Methode der aktiven Imagination:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=Bei der aktiven Imagination kommt es darauf an, daß Sie mit irgendeinem inneren Bild beginnen. Betrachten Sie das und beobachten Sie genau, wie es sich entfaltet oder zu verändern beginnt. Vermeiden Sie jeden Versuch, es in eine bestimmte Form zu bringen […] Jedes seelische Bild […] wird sich früher oder später umgestalten, und zwar aufgrund spontaner Assoziationen […] Auf diese Weise können Sie nicht nur Ihr Unbewusstes analysieren, sondern Sie geben dem Unbewussten eine Chance, Sie zu analysieren. Und so erschaffen Sie nach und nach die Einheit von Bewusstsein und Unbewusstem, ohne die es überhaupt keine [[Individuation]] gibt.|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;hb799&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bildimagination ====&lt;br /&gt;
Bei der zur &amp;#039;&amp;#039;Imaginationstherapie&amp;#039;&amp;#039; zählenden &amp;#039;&amp;#039;Bildimagination&amp;#039;&amp;#039; arbeitet der Therapeut mit geträumten oder vorgegebenen Bildern, mit denen beim Klienten innere Bilder hervorgerufen werden. Innerhalb dieser Therapiegruppe ist die &amp;#039;&amp;#039;Psychoimaginationstherapie&amp;#039;&amp;#039; J. E. Shorrs am bekanntesten. Bei ihr soll es sich um einen [[Phänomenologie|phänomenologischen]] und [[Dialektik|dialektischen]] Prozess handeln, bei dem der Schwerpunkt der Interpretation auf der subjektiven Bedeutung, der [[Imagination]] und dem vorgestellten Bild liegt. Der Therapeut zeigt Vorlagen oder verlangt imaginäre Traumvorstellungen ab, hinterfragt diese auf ihre Bedeutung oder nutzt sie zur phantasievollen Ausschmückung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Traum- und Tagtraumtherapien ====&lt;br /&gt;
Die Traum- und Tagtraumtherapien ähneln sich, da sich während der Wachtraumtherapie die nächtlichen Träume den Wachträumen angleichen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hellmuth Benesch: &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädisches Wörterbuch, Klinische Psychologie und Psychotherapie.&amp;#039;&amp;#039; Kapitel 88: &amp;#039;&amp;#039;Suggestions-Imaginationstherapien, Imaginationstherapien.&amp;#039;&amp;#039; Psychologie-Verlags-Union, Weinheim 1995, S. 800.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Therapie verfolgt drei Ziele: Wachträume sollen eingeübt, auf den Lebensplan übertragen werden und eine als &amp;#039;&amp;#039;Umkehr&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete bleibende Veränderung im Denken, Fühlen und Verhalten bewirken. Das Schwergewicht des Verfahrens liegt auf dem ersten Ziel: Im Geiste reist der Klient über Brücken mit Hin- und Rückweg und befasst sich mit weiteren &amp;#039;&amp;#039;fokussierten&amp;#039;&amp;#039; Inhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderes in diese Gruppe gehörendes Verfahren ist die von [[Hanscarl Leuner]]s entwickelte, [[Psychoanalyse|psychoanalytisch]] fundierte [[Katathym-Imaginative Psychotherapie|Katathym-Imaginative-Psychotherapie]], bei welcher der Klient ebenfalls zu bildlichen Vorstellungen – Imaginationen – angeregt wird. Mit den so ans Licht des Bewusstseins gehobenen Motiven und Eigentümlichkeiten sollen ihm unbewusste [[Konflikt]]e verdeutlicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neurophysiologie ==&lt;br /&gt;
[[Neurowissenschaft]]ler stellten in einem Versuch mit 19 Testpersonen fest, dass die [[Gehirn]]e vor allem dann zu Tagträumen neigen, wenn die Probanden wenig arbeiten mussten. Wenn keine anspruchsvollen Aufgaben zu lösen waren, begannen ihre Gedanken umherzuschweifen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Cite journal | author = Ilka Lehnen-Beyel | title = Standardmodus: Tagträume | url = http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/1019771 | journal = [[Bild der Wissenschaft]] | date = 2007-01-19 | accessdate = 2013-09-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei diesen Tagträumen wurden bestimmte Gehirnregionen aktiviert, die sich deutlich von denen unterschieden, die für die konzentrierte Arbeit genutzt wurden. Die Tagträume waren umso intensiver, je aktiver das neuronale Netzwerk war. Wenn die Probanden untätig waren, wurden die meisten Träume induziert. In diesem Zustand war das [[Default Mode Network|„Standardnetzwerk“]] (Default Mode Network) am aktivsten, ein über das ganze Gehirn verteiltes Netz von Arealen. Dessen Aktivität sank entsprechend, wenn die Probanden wieder Aufgaben lösen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung des [[Default Mode Network|Standardnetzwerks]] für die Entstehung von Tagträumen war auch in früheren Untersuchungen bestätigt worden. Wird ein Teil des Netzwerks – etwa durch einen Unfall – beschädigt, fehlen den Betroffenen spontane Einfälle und Gedanken und sie berichten von geistiger Leere und anderen Missempfindungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die biologische Funktion der Tagträume werden unterschiedliche Spekulationen angestellt. Sie könnten den Menschen antreiben und ihm helfen, langweilige Tätigkeiten zu ertragen, ein Gefühl für die Zusammenhänge seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geben. Allerdings sei es nicht ausgeschlossen, dass Tagträume keinen praktischen Wert haben und nur entstehen, weil das Gehirn dazu fähig sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Gerald Epstein: &amp;#039;&amp;#039;Wachtraumtherapie: Der Traumprozeß als Imagination.&amp;#039;&amp;#039; Klett-Cotta, Stuttgart 1985, ISBN 3-608-95264-0.&lt;br /&gt;
* Hanscarl Leuner: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch des Katathymen Bilderlebens.&amp;#039;&amp;#039; Bern 1985, ISBN 3-456-81582-4.&lt;br /&gt;
* Steve Ayan: &amp;#039;&amp;#039;Die Vorteile des Tagträumens&amp;#039;&amp;#039;. Gehirn &amp;amp; Geist, Heft 4/2016 ([http://www.spektrum.de/news/das-gehirn-beim-tagtraeumen/1401860 spektrum.de]).&lt;br /&gt;
* [[Michael Corballis]]: &amp;#039;&amp;#039;The Wandering Mind: What the Brain Does When You’re Not Looking&amp;#039;&amp;#039;. Auckland: Auckland University Press, 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Daydreams}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Allgemeine Psychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träumen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erkenntnistheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosophie des Geistes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ontologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ziv</name></author>
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