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	<title>Tadeusz Rozwadowski - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>~2025-29969-77: /* Bei der Neubegründung Polens */</title>
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		<updated>2026-01-08T22:40:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Bei der Neubegründung Polens&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Tadeusz Rozwadowski.jpg|mini|Tadeusz Rozwadowski]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tadeusz Jordan Rozwadowski&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[19. Mai]] [[1866]] in [[Babyn-Saritschnyj|Babin]], [[Kaisertum Österreich]]; † [[18. Oktober]] [[1928]] in [[Warschau]], [[Polen]]) war ein [[k.u.k.]] [[Feldmarschallleutnant]] und polnischer General.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Der Vater Tomisław Rozwadowski war der Besitzer des Dorfes Glinna und Abgeordneter des [[Galizischer Landtag|galizischen Landtages]] und des Wiener Parlaments. Rozwadowskis Mutter war Melania Rulikowska. Er verbrachte die frühe Kindheit mit seinen jüngeren Brüdern Samuel (geb. 1867) und Wiktor (geb. 1869) in Babin und Honatyń.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühe Militärkarriere ===&lt;br /&gt;
Nach dem Besuch der Grundschule in [[Lwiw|Lemberg]] besuchte er die Kadettenschule in [[Mährisch Weißkirchen]] (Hranice). Von 1882 bis 1886 studierte er an der [[k.u.k. Technische Militärakademie]] in [[Wien]], die er am 18. August 1886 als Klassenbester beendete. Zunächst diente er als [[Leutnant]] im 1. Artillerieregiment in [[Krakau]], dann wechselte er nach [[Jarosław|Jaroslau]]. Er bestand 1888 die Aufnahmeprüfung für die [[Theresianische Militärakademie]] in [[Wiener Neustadt]], welche er 1891 mit der Ernennung zum [[Oberleutnant]] erfolgreich abschloss. Rozwadowski wurde dann Adjutant im Stab der in [[Maribor|Marburg]] in Garnison liegenden [[Liste der Großverbände der k.u.k. Armee|3.&amp;amp;nbsp;Kavalleriebrigade]]. Nach zwei Jahren wurde er nach [[Budapest]] versetzt, wo er dem Stab der [[Liste der Großverbände der k.u.k. Armee|31. Infanterietruppendivision]] zugewiesen wurde. Im Mai 1894 wurde er zum [[Hauptmann (Offizier)|Hauptmann]] befördert, nebenbei fungierte er als Ausbilder des Erzherzogs [[Ladislaus Philipp von Österreich|Ladislaus]]. Neben großem technischen Wissen konnte er sich bereits in fünf Sprachen verständigen – Polnisch, Französisch, Deutsch, Tschechisch und Russisch und bald darauf auch Rumänisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familiengründung ===&lt;br /&gt;
Während seines Dienstes in [[Budapest]] heiratete er 1894 Maria Gräfin Komorowska. Während dieser Zeit bestand er die Prüfung zum Stabsoffizier und wurde zum [[Major]] im [[Generalstab]] befördert. Im Oktober 1896 wurde er zum [[Militärattaché]] bei der österreichischen Botschaft in [[Bukarest]] ernannt. Seine erste erfolgreiche Amtshandlung war der Abschluss eines für [[Österreich-Ungarn]] günstigen Zollabkommens. Er entwickelte mit [[Königreich Rumänien|Rumänien]] auch eine enge Zusammenarbeit im militärischen Bereich, welche die Modernisierung der rückständigen rumänischen Armee beinhaltete und eine engere politische und militärische Allianz vorsah. Rozwadowski gewann in dieser Zeit die Wertschätzung des rumänischen Königs [[Carol I.]] sowie des rumänischen Thronfolgers Prinz [[Ferdinand I. (Rumänien)|Ferdinand]]. Rozwadowskis Kinder wurden allesamt in Rumänien geboren, 1898 die Tochter Melania, ein Jahr später der Sohn Józef und 1906 der jüngste Sohn Kazimierz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg in der k.u.k. Armee ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Tadeusz Rozwadowski (1910).JPG|mini|Oberst Rozwadowski um 1910]]&lt;br /&gt;
Im Jahr 1905 erreichte er den Rang eines [[Oberstleutnant]]s. Er kehrte 1907 nach [[Galizien]] zurück, wo er dem [[Liste der k.u.k. Kampfunterstützungstruppen|Feldkanonen-Regiment 31]] in [[Iwano-Frankiwsk|Stanislau]] zugewiesen wurde, ab 1. Mai war er Kommandant dieser Einheit, die Teil der 11. Feldartillerie-Brigade war. Im Mai 1908 folgte seine Beförderung zum [[Oberst]]. Als Experte für Artillerietechnick machte Oberst Rozwadowski mehrere Erfindungen. Er patentierte u.&amp;amp;nbsp;a. ein einfaches, aber effektives Zielgerät für den weitreichenden [[Artilleriebeschuss]]. Eine wichtigere Erfindung war ein neuer Typ von Artillerieprojektil, das nach ihm benannte doppelt wirkende Granaten-Schrapnell. Das Geschoss explodierte einmal in der Luft als [[Schrapnell]] (in der Form einer Splitterwolke) und nochmalig als Granate nach dem Kontakt mit dem Ziel. Das nach ihm benannte Rozwadowski-[[Projektil]] wurde auch im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] eingesetzt. Im April 1913 wurde er zum Chef der berittenen 1. Artillerie-Brigade ernannt und am 1. Mai zum [[Generalmajor]] befördert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Ersten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Tadeusz Rozwadowski (1918).JPG|mini| Rozwadowski am Tag der Verleihung des Maria-Theresien-Ordens am 17. August 1918 in der Villa Wartholz]]&lt;br /&gt;
Zu Beginn des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] übernahm er am 9. August 1914 den Befehl über die 12. Artilleriebrigade in der 12. „Krakauer“ Infanterie-Truppendivision. Rozwadowskis Artillerieeinsatz spielte im Mai 1915 auch eine Schlüsselrolle beim erfolgreichen Angriff des VI. Armeekorps ([[Feldmarschallleutnant|FML]] [[Arz von Straußenburg|Arz]]) in der [[Schlacht von Gorlice-Tarnow]] im Mai 1915. Bis zum 17. Mai konnte die 12. Infanterie-Division (General Kestranek) nach Jaroslau durchbrechen. Bei der nächsten Offensive war er bereits zum Kommandant der 43. Schützen-Division bestellt. In der zweiten Hälfte des Jahres 1915 begann sich zunehmend ein Konflikt mit dem [[Oberstes Hauptquartier|Obersten Hauptquartier]] abzuzeichnen, er kritisierte die schlechte Behandlung der polnischen und ukrainischen Kriegsgefangenen und die willkürlichen Hinrichtungen, er beschrieb diese Thematik später in seinen Memoiren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde zwar am 1. November 1915 zum [[Feldmarschallleutnant]] ernannt, aber am 19. November in Reserve gestellt und am 1. Februar 1916 nominell verabschiedet. Als offizieller Grund wurde sein schlechter Gesundheitszustand genannt. Im Jahr 1916 beteiligte er sich unter [[Józef Piłsudski]] gegen den Willen der [[k.u.k. Armee]] an der Organisation der illegale Militärorganisation [[Polska Organizacja Wojskowa]] (POW). Die Verschlechterung der Kriegslage und die Änderung der Politik der deutschen Heeresleitung schien das Vorhaben aber wieder zu begünstigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der neue Kaiser [[Karl I. (Österreich-Ungarn)|Karl I.]] suchte einen [[Kompromiss]] mit den vielen nationalen Bestrebungen in seinem Reich zu finden und suchte auch den Ausgleich mit dem „Provisorischen Staatsrat im Königreich Polen“. Am 17. August 1918 fanden in der [[Villa Wartholz]] die Promovierungen zum Maria-Theresia-Orden statt,&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|wrz|17|08|1918|17|AUTOR=|Das Geburtstagsfest Sr. Majestät des Kaisers|ZUSATZ=Beilage &amp;#039;&amp;#039;Wiener Abendpost&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 187/1918|ALTSEITE=1.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei der Kaiser u.&amp;amp;nbsp;a. [[Carl von Bardolff|Bardolff]], [[Anton Lehár|Lehár]], Rozwadowski und [[Wilhelm Cavallar von Grabensprung|Cavallar]] auszeichnete.&amp;lt;ref&amp;gt;Arno Kerschbaumer, &amp;#039;&amp;#039;Nobilitierungen unter der Regentschaft Kaiser Karl I. / IV. Károly király (1916-1921)&amp;#039;&amp;#039;, Graz 2016 (ISBN 978-3-9504153-1-5).&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Verleihung war außerdem die Erhebung in den [[Freiherr]]enstand verbunden, dem Rozwadowski allerdings bereits angehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bei der Neubegründung Polens ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Interallied mission to Poland (Gen Barthelemy) 02.1919.jpg|mini|Die Alliierte Mission in Lwów (Februar 1919): Vordere Reihe von links: Stanisław Wańkowicz, Robert Howard Lord, General Joseph Barthélemy, Tadeusz Rozwadowski, General Adrian Carton de Wiart, Major Giuseppe Stabile]]&lt;br /&gt;
Nach dem Untergang der [[Donaumonarchie]] trat Rozwadowski sofort in die [[Polnisches Heer vor dem Zweiten Weltkrieg|polnische Armee]] über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 26. Oktober 1918 wurde Rozwadowski vom [[Regentschaftsrat]] zum Stabschef der neu gegründeten Polnischen Streitkräfte ernannt. In Abstimmung mit dem Regentschaftsrat wurde der Wirtschaftsdienst &amp;#039;&amp;#039;Wojska&amp;#039;&amp;#039; gegründet. Diese Formation hatte die Aufgabe, Polens Grenzen zu bewachen, der Prototyp der späteren [[Grenzschutzkorps der polnischen Armee|Grenzschutzkorps (KOP)]]. Am 4. November wurde eine erste mobile Division gegründet, aus der später die 1. Kavalleriedivision der polnischen Armee hervorging. Am 31. Oktober stellte Rozwadowski wegen der Bedrohung Polens durch die Rote Armee das neue „Organisationsprinzip der polnischen Militärbehörde“ vor. Nach diesem Entwurf war der Regentschaftsrat zwar nominell noch Oberbefehlshaber der Armee, unterstand aber den Weisungen des Kriegsministers, des Generalstabschefs und der Militärjustiz. Der Stabschef war dabei dem Minister gleichgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 11. November 1918 war [[Józef Piłsudski]] durch den Regentschaftsrat der Oberbefehl über die polnischen Truppen und kurz danach die Führung des polnischen Staates übertragen worden.&lt;br /&gt;
Rozwadowskis überzogene Vorschläge wurden per Dekret des neuen Staatschefs am 7. Januar abgelehnt. Rozwadowski musste am 15. November zurücktreten, Piłsudski hatte größeres Vertrauen zu General [[Kazimierz Sosnkowski]], den er bereits zum Kommandeur des Warschauer Generalbezirks ernannt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Polnisch-Ukrainischen Krieg ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Polnisch-Ukrainischer Krieg}}&lt;br /&gt;
Am 17. November 1918 wurde Rozwadowski durch Piłsudski zum Oberbefehlshaber der polnischen Streitkräfte in [[Ostgalizien]] (die sogenannte „Ostarmee“) ernannt, wo er sich sofort gegenüber den ukrainischen Nationalisten für das Halten der Stadt [[Lwiw]] (Lemberg) einsetzte. In der Nacht vom 21. auf den 22. November wurde Lwiw von Truppen des [[Oberstleutnant]]s [[Michał Tokarzewski-Karaszewicz|Tokarzewski-Karaszewicz]] besetzt. Rozwadowski traf in der Nacht des 24./25. November in der belagerten Stadt ein und übernahm das Kommando. Als Kommandant der Armia Wschod („Armee Ost“) begann er, die undisziplinierten und ungleichen Einheiten in eine reguläre Armee umzuwandeln und befahl, die ukrainische Nationalisten zu bekämpfen und auf „bewaffnete Bauern zu schießen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Dezember 1918 führte das ukrainische Oberkommando einen neuen massiven Angriff auf Lwiw. Im Januar 1919 beschloss die Warschauer Regierung endlich, umfangreiche Verstärkungen unter dem Kommando von General [[Jan Romer|Romer]] abzusenden. General Rozwadowski beurteilte diese Verstärkungen kritisch und bezeichnete die ihm zur Verfügung stehenden Einheiten als „Dilettanten“. Die Position der Verteidiger von Lwiw wurde jeden Tag schlimmer. Bevor noch Wasser und Strom abgeschnitten waren, hing das Gespenst des Hungers über die Bevölkerung. Das Nationale Verteidigungskomitee von Lwiw forderte bereits die Entlassung General Rozwadowskis. Piłsudski hatte am 7. März in einem Telegramm befohlen, die Belagerung zu durchbrechen und sich nach Przemyśl zurückzuziehen. General Rozwadowski hatte aber die Entscheidung getroffen, mit der Besatzung in Lwiw auszuharren. Am 12. März musste auf Druck der polnischen Bevölkerung General [[Wacław Iwaszkiewicz-Rudoszański|Iwaszkiewicz-Rudoszański]] mit Entsatzangriffen beginnen. Nachdem sich die [[Eisenbahnstrecke Lwiw – Przemyśl]] wieder in polnischer Hand befunden hatte, ließ Piłsudski General Rozwadowski ersetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der neue Befehlshaber in Galizien, General Iwaszkiewicz übergab Rozwadowski einen Versetzungsbefehl, der ihn auf das Amt des Leiters der polnischen Militärmission in Paris versetzte. Rozwadowski verließ Lwów unter dem Applaus der Stadtbewohner. Am 19. März 1919 vereinigte sich die &amp;#039;&amp;#039;Armia Wielkopolska&amp;#039;&amp;#039; unter General [[Franciszek Aleksandrowicz|Aleksandrowicz]] mit den Truppen des Oberst [[Władysław Sikorski|Sikorski]] in Gródek. Bis zu diesem Tag blieb Rozwadowski Kommandant der &amp;#039;&amp;#039;Armia Wschod&amp;#039;&amp;#039;, die im [[Polnisch-Ukrainischer Krieg|Polnisch-ukrainischen Krieg]] an der galizischen Front kämpfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Polnisch-Sowjetischen Krieg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Piłsudski Rozwadowski Sosnkowski 1923.jpg|mini|Rozwadowski mit Józef Piłsudski und General Kasimierz Sosnkowski, 1923]]&lt;br /&gt;
Rozwadowski wurde im April 1919 als Bevollmächtigter Polens nach [[Paris]] geschickt, wo er mit der polnischen Delegation an der Friedenskonferenz teilnahm und um den [[Friedensvertrag von Versailles]] (Juni 1919) zu unterzeichneten. Er führte auch zahlreiche Missionen nach [[London]] und [[Rom]]. Er intervenierte bei Marschall [[Ferdinand Foch|Foch]] und wies auf Polens Bedrohung von Seiten der [[Rote Armee|Roten Armee]] und Deutschlands hin. Auf der Pariser Konferenz trat er zudem in enge Beziehung mit Fochs Vertreter, General [[Henri Le Rond]]. Nach anfänglichen Erfolgen im Bündnis mit dem ukrainischen Präsidenten [[Symon Petljura|Petljura]] mussten die Polen im [[Polnisch-Sowjetischer Krieg|Krieg gegen die Sowjetunion]] starke Verluste hinnehmen. Im Januar 1920 wurde aber klar, dass Polen nicht auf die bewaffnete Hilfe Frankreichs oder Großbritanniens zählen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1919 ernannte die polnische Regierung ihren neuen Abgeordneten in [[Bukarest]], es war kein Zufall, dass die Stelle mit [[Aleksander Skrzyński|Skrzyński]], dem Adjutant von Rozwadowski besetzt wurde. Rozwadowski besuchte im April und Mai 1920 Rumänien, um die Grundpunkte des künftigen polnisch-rumänischen Verhältnisses zu klären. Ende Juni 1920 kehrte Rozwadowski nach Paris zurück, wo er am 1. Juli an der ersten Sitzung des Verteidigungsrats teilnahm. Mitten im [[Polnisch-Sowjetischer Krieg|Polnisch-Sowjetischen Krieg]] wurde er von [[Belgien]] aus nach Warschau zurückgerufen, wo er am 22. Juli 1920 wieder zum [[Generalstabschef|Chef des Generalstabs]] der polnischen Armee ernannt wurde. Die neuerliche Übernahme des Postens durch Rozwadowski sollte zum Wendepunkt im Krieg mit den [[Bolschewiki]] werden. Er bezeigte dem Oberbefehlshaber weitgehende Loyalität und verteidigte Piłsudski, der wegen seiner operativen Führung von fast allen Seiten angegriffen wurde. Als Generalstabschef nahm er wichtige personelle Veränderungen vor: Das Kommandant der Nordfront wurde mit General [[Józef Haller]] und das Verteidigungsministerium mit [[Kazimierz Sosnkowski]], dem Vertrauten Piłsudskis besetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neuorganisation des Stabes wurde am 25. Juli durch den aus Frankreich entsandten General [[Maxime Weygand]] vorgenommen. Die Schlacht am [[Bug (Fluss)|Bug]] entwickelte sich anfangs für die Polen günstig, aber der Fall von [[Brest (Belarus)|Brest]] hatten Piłsudskis Kräfte gestoppt. In der Nacht vom 5. auf den 6. August stellte Rozwadowski nach Gesprächen mit der französischen Militärmission (Weygand, Henrys und Billot) zwei Varianten von Gegenangriffen vor. Entweder sollte ein Stoß in Richtung auf [[Mińsk Mazowiecki]] oder in Richtung auf [[Garwolin]] erfolgen, mit gleichzeitigen Angriffen der verstärkten Nordfront. Rozwadowski war besorgt über die Situation im Norden, wo ein sowjetischer Einbruch Warschau zu umfassen suchte.&lt;br /&gt;
Nach seiner Meinung war [[Sikorski]]s 5. Armee zu schwach und er hatte Angst, dass die polnischen Pläne zur Gegenoffensive von den Bolschewiki abgefangen würden. Nach Beendigung der Verteidigungsaufgaben sollte die 5. Armee den nördlichen Flügel des Feindes treffen, diesen teilweise von Norden umgehen und nach Süden drängen. Der Plan sah daher einen doppelten Schlag gegen die Bolschewiki von Norden, von der [[Wkra]] und von Süden, vom [[Wieprza]]-Abschnitt vor. Am 10. August schlug Rozwadowski unter dem Druck der westlichen Kommission selbst vor, General Weygand mit der obersten Führung zu betrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schlacht bei Warschau (1920)|Schlacht an der Weichsel]] begann am 13. August 1920, der Hauptschlag der Sowjets wurde wie angenommen gegen die polnische Nordfront geführt. Am 15. August traten die polnischen Armeen ihrerseits im Raum Warschau und Wkra zum Gegenangriff an. Die 5. Armee Sikorskis spielte eine entscheidende Rolle, nicht nur, dass sie dem Druck der bolschewistischen 3. Armee standhielt, sondern auch zu einem Gegenangriff befähigt wurde. Die überraschte Rote Armee drohte die Einkesselung, [[Tuchatschewski]] musste den Rückzug befehlen. Rozwadowski, unterstützt von Weygand, verlangte, die Offensive von Wieprz zu beschleunigen, weil er befürchtete, die Sowjets könnten sich der Einkesselung entziehen. Rozwadowski stand damals bei der Spitze der Südfront und drängte General [[Edward Rydz-Śmigły|Rydz-Śmigły]] seine Armeen vorgehen zu lassen, um in den linken bolschewistischen Flügel hineinzustoßen. Piłsudski verschob das Datum der zweiten Offensive von Süden vom 17. auf den 16. August. Der Angriff der polnischen 4. Armee stieß bereits in ein Vakuum, die Verfolgungskämpfe konnten sofort eingeleitet werden. Die Anhänger des Marschalls behaupteten, dass Piłsudski den größten Verdienst am Sieg gebühre. Piłsudski hatte diese Idee abgelehnt, die Kämpfe endeten mit einem Sieg, aber die Polen erlitten schwere Verluste. Die Freude am Sieg wurde getrübt, weil Rozwadowski Nachricht über den Tod seines Vaters erhielt, mit dem er sehr eng verbunden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generalinspektor ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Tadeusz Rozwadowski (June 1927).JPG|mini|Rozwadowski im Juni 1927]]&lt;br /&gt;
Rozwadowski verlor im April 1921 den Posten des Generalstabschefs, wurde aber mit dem [[Oberinspektor]]at der polnischen Armee betraut. Noch im März 1921 nutzte Jordan-Rozwadowski seine Kontakte in Bukarest zur Gründung der Polnisch-Rumänischen Allianz, indem er eine Konvention zu einer Verteidigungsallianz aushandelte. Als sich Ende 1921 die [[Generalinspektion]] für die mobilen Streitkräfte bildete, stand er an der Spitze. Besondere Aufmerksamkeit widmete er der Entwicklung der Kavallerieschule in [[Grudziądz]], die am 15. August 1920 gegründet wurde. Er kümmerte sich besonders um diese [[Institution]] und beaufsichtigte die Ausbildung der Kavalleriekader. Am 24. November 1922 wurde er mit dem [[Virtuti Militari]] Orden ausgezeichnet. Im Jahr 1923 wurde [[Wincenty Witos]] neuer Premierminister, die Macht von Marschall Piłsudski bröckelte und er musste zurücktreten. Im April 1924 reorganisierte der Generalstab unter [[Wladyslaw Sikorski|Sikorski]] die Armee neuerlich. Rozwadowski arbeite dabei eng zusammen mit den Generalen [[Sosabowski]], [[Franciszek Kleeberg|Kleeberg]] und [[Tadeusz Kutrzeba|Kutrzeba]], sie alle waren Befürworter des Aufbaues einer starken Panzer- und Luftwaffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verhaftung und Tod ===&lt;br /&gt;
Als Gegner der weiteren Politisierung der Armee befand sich Rozwadowski derweil im Konflikt mit Piłsudski und wurde vom Lager des Marschall heftig bekämpft. Während Piłsudskis Staatsstreichs im Mai 1926 war er Oberbefehlshaber der legalen Regierungstruppen und übernahm die Rolle des Militärgouverneurs von Warschau. Nach der Ablehnung einer Regierungsbildung mit [[Aleksander Skrzyński|Skrzyński]] als [[Premierminister]] durch den neuen Staatspräsidenten [[Stanisław Wojciechowski]], entschlossen sich die Anhänger Piłsudskis zum Staatsstreich. An 14. Mai traf sich Rozwadowski mit dem Minister für militärische Angelegenheiten, General [[Juliusz Malczewski|Malczewski]]. Nach dem Gespräch erklärte er sich bereit, im Falle des Putsches die Position des Verteidigungschefs von Warschau einzunehmen. Er traf sich mit Oberst [[Władysław Anders|Anders]] und den neu ernannten Generalstabschef General [[Haller (Krakauer Patrizierfamilie)#Stanisław Haller von Hallenburg|Stanisław Haller]] um die Verteidigung von ungefähr 1.700 Soldaten zu organisieren. Die von General [[Gustaw Orlicz-Dreszer]] befehligten Putschisten zählten rund 4.300 Soldaten. Piłsudski erzwang an der Spitze ihm ergebener Regimenter den Staatspräsidenten und das Kabinett Witos zum Rücktritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Piłsudski war Rozwadowski nur mehr ein gewöhnlicher Rebell, am 15. Mai 1926 wurde dieser in Warschau verhaftet und zusammen mit den Generalen Zagórski, Malczewski und Jaźwiński wegen Straftaten angeklagt und ins Militärgefängnis geworfen. Piłsudski wurde von der Nationalversammlung wieder zum Staatsoberhaupt gewählt, verzichtete aber auf die weitere Präsidentschaft und überließ das Amt seinem treuen Kandidaten [[Ignacy Mościcki]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
General Rozwadowski verblieb ein Jahr lang im Gefängnis von [[Antakalnis|Antokol]] in [[Wilna]]. Die Haftbedingungen waren schwer, die Zellen wurden nicht beheizt und die Lagerklinik fast dauernd geschlossen. Einigen Historikern zufolge wurde beschlossen, General Rozwadowski zu vergiften, indem man die Wände seiner Zelle mit [[Arsen]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;farbe bestrich. Eine Petition zur Verteidigung der inhaftierten Generäle brachte ihm am 18. Mai 1927 unerwartet die Freiheit. Er zog sich nach [[Jastrzębia Góra]] zurück, wo er sich selbst von den auftretenden Bauchschmerzen, kombiniert mit Blutungen und starkem Erbrechen zu heilen versuchte. Die Ärzte waren hilflos, er hatte regelmäßig Fieberanfälle und um die Wende vom September und Oktober 1928 verstärkten sich die Anfälle. General Rozwadowski starb am 18. Oktober 1928 um 13.40 Uhr in der Klinik von St. Josef in Warschau. Der letzte Wille des Generals bestand darin, auf dem [[Lytschakiwski-Friedhof]] – 1919 der letzte Ort der Verteidiger von Lemberg – begraben zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehrungen ===&lt;br /&gt;
Rozwadowski erhielt im Laufe seines Lebens zahlreiche Auszeichnungen, darunter die [[Großkreuz]]e des [[Orden der Eisernen Krone (Österreich)|Ordens der Eisernen Krone]] sowie des [[Österreichisch-kaiserlicher Leopold-Orden|Leopold-Ordens]], ferner den Orden [[Virtuti Militari]] (Silbernes Kreuz und Komtur), das [[Ritterkreuz]] des [[Militär-Maria-Theresien-Orden]]s und das [[Komturkreuz]] des [[Orden Polonia Restituta|Ordens Polonia Restituta]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Mariusz Patelski: &amp;#039;&amp;#039;Generał Tadeusz Jordan Rozwadowski żołnierz i dyplomata.&amp;#039;&amp;#039; Warszawa 2002.&lt;br /&gt;
* Mariusz Patelski: &amp;#039;&amp;#039;Ochotnicy amerykańscy w wojnie polsko-bolszewickiej.&amp;#039;&amp;#039; aus „Zeszyty Historyczne“, Paris 2000.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Generał Rozwadowski, Skład Główny Księgarni Krakowskiej.&amp;#039;&amp;#039; Kraków 1929.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Tadeusz Rozwadowski}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119258293|LCCN=nr/91/14240|VIAF=47567498}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Rozwadowski, Tadeusz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Waffengeneral (Polen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Polen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson (Zweite Polnische Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Polnisch-Sowjetischen Krieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Ordens Polonia Restituta (Komtur)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Ordens Virtuti Militari]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Kommandeur)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Militär-Maria-Theresien-Ordens (Ritter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Ordens des Weißen Löwen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pole]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1866]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1928]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Rozwadowski, Tadeusz&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Jordan-Rozwadowski, Tadeusz von&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Feldmarschall-Leutnant und polnischer General&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=19. Mai 1866&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Babyn-Saritschnyj|Babin]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=18. Oktober 1928&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Warschau]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-29969-77</name></author>
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