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	<title>Taarausk - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Taarausk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (deutsch &amp;#039;&amp;#039;Taara-Glaube&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnete sich eine vor allem zwischen 1925 und 1940 aktive [[Heidentum|neuheidnische]] Bewegung in [[Estland]]. Sie will an einen weiterentwickelten [[Volksglaube]]n der heidnischen [[Esten]] anknüpfen, gibt sich allerdings modern und [[Monotheismus|monotheistisch]]. Im Mittelpunkt steht der estnische Gott [[Taarapita|Taara]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
Der Taarausk als neuheidnische [[Religion]] fand in der Zeit [[Zwischenkriegszeit|zwischen den beiden Weltkriegen]] Anhänger in [[Estland]]. Vor allem die Ausrufung eines eigenständigen estnischen Nationalstaats 1918 hatte der Idee einer „eigenen“, nationalen, nicht-deutschen und nicht-christlichen Religion Nahrung verschafft. Ähnliche Bewegungen waren in Lettland die [[Dievturi]]-Gruppierung und in [[Litauen]] die [[Romuva]]-Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Taarausk wurde besonders durch den [[Psychiater]] [[Juhan Luiga]] (1873–1927), der sich für den [[Estnische Mythologie|estnischen Volksglauben]] und die [[Mythologie]] der [[Finno-ugrische Völker|finno-ugrischen Völker]] interessierte, seit Mitte der 1920er Jahre popularisiert. Hauptvertreter des Taarausk wurden später der Major [[Kustas Utuste]] (bis 1927: &amp;#039;&amp;#039;Gustav Kirschbaum&amp;#039;&amp;#039;, 1884–1941?) und dessen Ehefrau [[Marta Lepp-Utuste]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.eesti.ca/main.php?op=article&amp;amp;articleid=17910&amp;amp;PHPSESSID=7682877ae6adeb242d61d7f1fa929604 &amp;#039;&amp;#039;Ahto Kaasiku loeng Torontos täiendatud.&amp;#039;&amp;#039;] Estonian World Review, 20. Oktober 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1930 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Hiis&amp;#039;&amp;#039; (dt. heiliger Hain), die die Grundlagen des neuheidnischen Glaubens bildete. 1931 wurde die Satzung der gleichnamigen Gemeinschaft beschlossen. Auf dem offiziellen Gründungskongress wurde der Major [[Jaan Org]] zum ersten Vorsitzenden gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der estnischen [[Volkszählung]] 1934 gaben 171 Personen als Religion Taarausk an. In der Folgezeit wuchs die Anhängerschaft auf etwa 600–700 an. Zu den bekanntesten gehörten der Komponist [[Adolf Vedro]] und der Lyriker [[Enn Uibo]]. Dem Taarausk standen die Schriftsteller [[Hugo Raudsepp]], [[Henrik Visnapuu]], [[Juhan Jaik]] und [[Aino Kallas]] sowie der Komponist [[Juhan Aavik]] nahe. Vor dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] gab es in Estland drei registrierte Glaubensgemeinschaften des Taarausk: seit 1931 &amp;#039;&amp;#039;Tallinna Hiis&amp;#039;&amp;#039; in [[Tallinn]], seit 1936 &amp;#039;&amp;#039;Pühajõe Hiis&amp;#039;&amp;#039; im [[Kreis Võru]] und, kurze Zeit später gegründet, &amp;#039;&amp;#039;Kose Hiis&amp;#039;&amp;#039; im [[Kreis Harju]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ideologie ==&lt;br /&gt;
Der Taarausk versteht sich als intellektuelle Weiterentwicklung bzw. Neuschaffung des estnischen Volksglaubens unter modernen Vorzeichen. Mit ihm sollte ein heidnischer Glauben geschaffen werden, der weitgehend frei von „ausländischen“ Einflüssen war. Ein nationaler estnischer Glaube sollte sich als Alternative zum „übernationalen“ Christentum verstehen, das im 13. Jahrhundert mit Gewalt die estnische Selbstständigkeit zerstört hatte. Der [[Dogmatik|Dogmatismus]] des [[Christentum]]s wird vom Taarausk abgelehnt. Dieser sollte vielmehr „aus dem Volk“ erwachsen. Ein Zurück zum alten, vorchristlichen Heidentum des 13. Jahrhunderts konnte und sollte es allerdings nicht geben. Der Taarausk musste sich mit dem modernen wissenschaftlichen Weltbild in Einklang bringen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anhänger des Taarausk, die &amp;#039;&amp;#039;taaralased&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;taarausulised&amp;#039;&amp;#039;, trugen [[Amulett]]e um den Hals, in denen sich die Erde von Orten befand, die im Taarausk als heilig galten. Die Amulette hießen &amp;#039;&amp;#039;tõlet&amp;#039;&amp;#039;, ein [[Estnische Sprache|estnischer]] [[Neologismus]] aus &amp;#039;&amp;#039;tõde&amp;#039;&amp;#039; (Wahrheit), &amp;#039;&amp;#039;elu&amp;#039;&amp;#039; (Leben) und &amp;#039;&amp;#039;tee&amp;#039;&amp;#039; (Weg). Mit neuen Wörtern wie &amp;#039;&amp;#039;asko&amp;#039;&amp;#039; (vom Wort &amp;#039;&amp;#039;askus&amp;#039;&amp;#039; – Zauberspruch) und &amp;#039;&amp;#039;hiislar&amp;#039;&amp;#039; (vom Wort &amp;#039;&amp;#039;hiis&amp;#039;&amp;#039; – heiliger Hain) wurden die geistlichen Anführer des Taarausk bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv| url=http://www.einst.ee/culture/II_MMIII/kaasik_est.html| text=&amp;#039;&amp;#039;Vanad eesti usundid.&amp;#039;&amp;#039; estinst.ee| archive-is=20120730}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für Heiraten und das Abschiednehmen von den Verstorbenen galten besondere Rituale. Lieder, das Spiel auf der [[Kantele|Kannel]] sowie ein spezieller [[Kalender]] waren besondere Merkmale des Taarausk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Feiertage wurden von den Anhängern des Taarausk gefeiert. Eine besondere Rolle spielte die Erinnerung an den [[Aufstand in der Georgsnacht]], bei dem sich im 14. Jahrhundert die einheimischen Esten gegen die christliche Fremdherrschaft gewaltsam zur Wehr gesetzt hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ende der Bewegung ==&lt;br /&gt;
Ende der 1930er Jahre ebbte die Taarausk-Bewegung ab. Marta Lepp-Utuste starb 1940. Mit der [[Sowjetunion|sowjetischen]] Besetzung Estlands 1940 wurde der Taarausk verboten und die freie Religionsausübung unmöglich gemacht. Die Anhänger des Taarausk wurden systematisch verfolgt, deportiert oder hingerichtet. Kustas Kirschbaum-Utuste wurde von den sowjetischen Behörden verhaftet, sein Schicksal ist bis heute ungeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wiedererlangung der estnischen Unabhängigkeit kam es seit Anfang der 1990er Jahre zu Versuchen einer Wiederbelebung des Taarausk. Sie finden in einem weitgehend [[Säkularisierung|säkularisierten]] Umfeld statt. 1058 Personen gaben in der estnischen Volkszählung 2000 an, Anhänger des Taarausk oder des [[Maausk]] zu sein. Der Taarausk ist heute mehr eine [[New Age|New-Age]]-Sekte. Derzeit sind zwei Gemeinden in Estland registriert: &amp;#039;&amp;#039;Päikese Hiis&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Tarbatu Hiis&amp;#039;&amp;#039;. Der ursprüngliche Monotheismus des Taarausk der Zwischenkriegszeit wurde zugunsten eines [[Polytheismus|Götterhimmels]] aufgegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv| url=http://www.klassikaraadio.ee/helid?main_id=471863| wayback=20120910| text=&amp;#039;&amp;#039;Traditsiooni Tarkus.&amp;#039;&amp;#039; klassikaraadio.ee, 12.&amp;amp;nbsp;Oktober 2002}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Taarausk verschwindet immer mehr zugunsten des Maausk, der einen eigenständigen estnischen Ansatz des [[Pantheismus]] vertritt. Die Übergänge sind fließend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.einst.ee/culture/II_MMIII/kaasik.html Old Estonian Religions] (englisch)&lt;br /&gt;
* [https://www.maavald.ee/taarausk.html Geschichte, Personen und Glaubensinhalte des Taarausk] (estnisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion (Estland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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