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	<title>Türmer - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=T%C3%BCrmer&amp;diff=262220&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Nassauer27: /* Historische Überlieferungen */</title>
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		<updated>2026-04-03T11:02:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Historische Überlieferungen&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:12846-Wittenberg-1911-Der Hüter der Stadt-Brück &amp;amp; Sohn Kunstverlag.jpg|mini|Der Türmer – Hüter der Stadt (Wittenberg, 1911)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:HL Damals – Türmer – Petrikirche – Türmerstube.png|mini|Türmerstube von [[Petrikirche (Lübeck)|St. Petri]] in [[Lübeck]] (1917)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Türmerwohnung.jpg|mini|hochkant|[[Türmerstube|Türmerwohnung]] im Turm der [[Marienkirche (Rostock)|Rostocker Marienkirche]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Turmwache St. Peter München-rechts.JPG|mini|hochkant|[[Türmerstube|Türmerzimmer]] in [[St. Peter (München)|St. Peter]] in München (Nachbildung)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Türmer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Turmwächter&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Turmbläser&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist die Bezeichnung für einen Wächter, der von einem Turm bzw. einer [[Türmerstube]] die Umgebung beobachtete und gegebenenfalls, z.&amp;amp;nbsp;B. im Brandfall, Alarm schlug. Damit übernahm er eine Aufgabe im [[Brandschutz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 14. Jahrhundert nahmen Türmer die Aufgabe wahr, vom höchsten [[Turm]] die [[Stadt]] oder [[Burg]] vor Gefahren zu warnen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Franz-Josef Sehr]] |Titel=50 Jahre Kreisfeuerwehrverband Limburg-Weilburg 1975 – 2025 |TitelErg=Die Entwicklung des Brandschutzes |Hrsg=Kreisfeuerwehrverband Limburg-Weilburg |Ort=Limburg |Datum=2025 |ISBN=978-3-00-082001-4 |Seiten=170–177}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den zu meldenden Gefahren gehörten lange Zeit herannahende [[Militär|Truppen]] und [[Bande (Gruppe)|Banden]], aber auch [[Brand|Brände]], die wegen der Enge der Städte, der weit verbreiteten Holzbauweise und des lange als Brennmaterial verwendeten [[Torf]]s, dessen Asche relativ lange nachglüht, sehr gefährlich waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Gegebenheit wurden dafür [[Kirchturm|Kirchtürme]] oder Türme der [[Stadtbefestigung]] genutzt, innerhalb der Burgen war es meist der [[Bergfried]]. Zur Warnung der Bürger nutzten die Türmer entweder ein Wächter[[Horn (Instrument)|horn]], eine [[Glocke]], [[Warnflagge|Signalflaggen]] oder bei Dunkelheit auch Lampen. Es war durchaus üblich, dass Türmer auch im Turm wohnten. Bestand erhöhte Brandgefahr, mussten sie auch ununterbrochen oben auf dem Turm verweilen, zum Teil über viele Wochen. Eine weitere Aufgabe des Türmers konnte zudem das stündliche Schlagen einer Glocke zur Zeitangabe sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Choral]]blasen vom Turm ist eine rein [[Protestantismus|protestantische]] Tradition, die erst mit der [[Reformation]] aufkam. Dem geblasenen Choral kam eine besondere Bedeutung zu, da es eine Art der Predigt darstellte, die über die Häuser hinweg zu den Menschen getragen wurde. Die Gemeinde hörte den Choral und konnte zu Hause oder auf der Straße mitsingen oder mitbeten. Dies ist eng mit dem [[Turmblasen]] verwoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute werden Türmer hauptsächlich im Rahmen des [[Tourismus]] beschäftigt. Sie sind in der „Europäischen Nachtwächter- und Türmerzunft“ organisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=deutschlandfunk.de |url=https://www.deutschlandfunk.de/zwoelf-mal-deutschland-der-tuermer-von-zittau-100.html |titel=Zwölf Mal Deutschland – Der Türmer von Zittau |sprache=de |abruf=2023-08-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soziale Stellung ==&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] galt der Beruf des Türmers als „ehrlos“ und damit als [[unehrlicher Beruf]].&amp;lt;ref&amp;gt;Jost Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Sozialgeschichte des Lesens: zur historischen Entwicklung und sozialen Differenzierung der literarischen Kommunikation in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;. Walter de Gruyter, Berlin 2004, S.&amp;amp;nbsp;154. ISBN 3-11-017816-8&amp;lt;/ref&amp;gt; In den städtischen [[Ständegesellschaft]]en des Mittelalters wurden Kinder aus Türmerfamilien daher meist von der Aufnahme in andere [[Zunft|Zünfte]] ausgeschlossen. Erst Mitte des 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts erhielten sie durch [[Reichsgesetz]]e der Jahre 1548 und 1577 die Möglichkeit, ein anderes Handwerk zu erlernen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Deutsche Encyclopädie oder Allgemeines Real-Wörterbuch aller Künste und Wissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Band 18. Varrentrapp und Wenner, Frankfurt am Main 1794, S.&amp;amp;nbsp;277&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Überlieferungen ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1467 brannte der Turm der [[Salvatorkirche (Duisburg)|Salvatorkirche]] in Duisburg aus, nachdem der Turmwächter neben einer brennenden Kerze eingeschlafen war.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Parent: &amp;#039;&amp;#039;Das Ruhrgebiet: Vom „goldenen“ Mittelalter zur Industriekultur.&amp;#039;&amp;#039; S. 76 ({{Google Buch |BuchID=Mm8_V2jVwugC |Seite=76 |Hervorhebung=Turmwächter}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein tragisches Schicksal hatte 1661 der Türmer von [[St. Reinoldi (Dortmund)|St. Reinoldi]] in Dortmund, als der Kirchturm aufgrund von schon länger bestehenden [[Erdbeben]]schäden einstürzte.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Wörle: &amp;#039;&amp;#039;Eine Statistik von Dortmund. Handbuch … nach amtlichen Quellen, etc.&amp;#039;&amp;#039; Köppen, Dortmund 1869, S. 60 ({{Google Buch |BuchID=AwpbAAAAcAAJ |Seite=60 |Linktext=Digitalisat}})&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Parent: &amp;#039;&amp;#039;Das Ruhrgebiet: Vom „goldenen“ Mittelalter zur Industriekultur.&amp;#039;&amp;#039; S. 178 ({{Google Buch |BuchID=Mm8_V2jVwugC |Seite=178}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwar, so berichten die Stadtchroniken, schaffte er es noch, die Passanten unterhalb des Turmes zu warnen, der Wächter selbst fand jedoch den Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hamburger Kirche [[Hauptkirche Sankt Michaelis|St. Michaelis]] versah der Türmer schon in der ersten großen St.-Michaelis-Kirche sein Amt, welche 1750 durch Blitzschlag zerstört wurde. Der damalige Türmer Hartwig Christoffer Lüders schrieb:&amp;lt;ref&amp;gt;[http://michelturm.de/pageID_3452088.html Internetseite der Hamburger Kirche St. Michaelis]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Den 2. März 1750 habe ich den Dienst angetreten, aber nur acht Tage verwaltet, weil den 10. März selbigen Jahres die Kirche samt Thurm durch einen unglücklichen Wetterstrahl in die Asche gelegt ward. Anno 1778 den 14. September habe ich durch die Gnade Gottes erlebt, daß der Knopf und Flügel des neu erstandenen Thurmes ist wieder aufgesetzt, und mit innigster Freude Lob- und Danklieder musicirt.}}&lt;br /&gt;
Schon einen Monat nach dem großen Unglück ließ der Rat der Stadt auf dem Großneumarkt einen 20 Meter hohen Glockenturm aus Holz errichten, in dem Glocken der kurz vorher wegen Baufälligkeit abgerissenen kleinen St.-Michaelis-Kirche aufgehängt wurden. Von diesem Turm blies der Türmer dann täglich morgens um 10 Uhr und abends um 21 Uhr seinen Choral, bis er diesen Dienst wieder vom Turm herab ausüben konnte. Er und seine Nachfolger mussten übrigens noch bis in die zweite Hälfte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts einen Teil ihres Einkommens zu Weihnachten mit einer Büchse bei den Gemeindemitgliedern erbitten.&lt;br /&gt;
[[Datei:Mendel I 054 v.jpg|mini|Abbildung eines Türmers aus dem Jahr 1433 aus dem Hausbuch der Nürnberger Zwölfbrüderstiftung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Türmerstube]] des [[Stephansdom|Wiener Stephansdoms]] versahen Türmer von 1534 bis 1955 Dienst, die Brände in der Stadt Wien zuerst den militärischen Einrichtungen und später der [[Berufsfeuerwehr Wien|Feuerwache]] meldeten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.firefighter.at/fire/material/historisches/feuerwacheststephan/feuerwacheststephan.htm | wayback=20120517203758 | text=Die „Feuerwache“ am Turm zu St. Stephan}} von Heinrich Krenn, Kustos des Wiener Feuerwehrmuseums&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Koblenz]] verrichteten spätestens ab dem 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert und bis 1893 zwei Turmwächter ihren Dienst in einem der Türme der [[Liebfrauenkirche (Koblenz)|Liebfrauenkirche]]. Die vier [[Nachtwächter]] rund um die Liebfrauenkirche – im Ganzen waren hier jede Nacht zehn Nachtwächter unterwegs – meldeten sich im Wechsel jede Viertelstunde durch Ziehen der Turmglocke bei den Türmern und wurden von diesen durch ein Rufrohr angesprochen. Der Dienst der Turmwächter dauerte vom Läuten der „Polizeiglocke“ durch sie um 22 Uhr – hieran erinnert noch das Läuten der „[[Lumpenglocke]]“ in Liebfrauen – bis 3, 4 oder 5 Uhr, je nach Jahreszeit. Mit dem Horn bliesen sie die Viertelstunden. Sahen sie einen Brand oder meldete ein Nachtwächter ein Feuer, gaben sie mit Feuerglocke und Horn Feueralarm.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Franz-Josef Sehr]] |Hrsg=Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg |Titel=Brandschutz im Heimatgebiet vor 300 Jahren |Sammelwerk=Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2022 |Ort=Limburg |Datum=2021 |ISBN=978-3-927006-59-1 |Seiten=223–228}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch das Rufrohr am Turm konnten sie der [[Feuerwehr]] nach unten melden, wo es brannte.&amp;lt;ref&amp;gt;Josef Eisenach: Die Nachtwache in Koblenz, in: Koblenzer Heimatblatt, 2. Jg., Nr. 36 (5. September 1926), Manfred Böckling: Einfach spitze! – Koblenz, Gudensberg-Gleichen 2015, S. 12 f., und Manfred Böckling: Dunkle Geschichten aus Koblenz – Schön &amp;amp; schaurig, Gudensberg-Gleichen 2018, S. 66–71.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Türmer (Hausmann) wohnte spätestens seit der ersten Hälfte des 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts mit seiner Familie auf dem [[Stadtkirche St. Petri (Freiberg)#Petriturm|Petriturm]] zu [[Freiberg]]. Der letzte Türmer verließ den Turm am 1. Juli 1905. Weiterhin lebten auf dem Turm noch die Scharwächter (Turmwächter – nebenberuflich immer zwei, die sich regelmäßig abwechselten, und Gesellen sowie weitere Gehilfen), die wie der Türmer immer auf ein Jahr vom Stadtrat angestellt wurden und diesen Dienst von Jahr zu Jahr verlängern konnten. Durch die Stadtpfeiferei gehörte der Beruf in Freiberg zu den acht am besten bezahlten.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Heft 68 (Musikgeschichte Freibergs) und Heft 70 (Der Petriturm – Das höchste Wahrzeichen der Stadt Freiberg) der &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen des Freiberger Altertumsvereins&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die ehemaligen Wohnstuben können heute bei einem Turmbesuch besichtigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Türmer heute ==&lt;br /&gt;
Auch heute werden in manchen Orten Türmer oder Choralbläser eingesetzt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
* Auf dem [[Pfalz Wimpfen#Blauer Turm|Blauen Turm]] in [[Bad Wimpfen]] wohnt seit dem Jahr 1996 ganzjährig eine Türmerin.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Andreas Steidel |url=http://www.wiesbadener-kurier.de/ratgeber/reise_tourismus/reiseberichte-der-redaktion/australien/australien/8993936.htm |titel=Die Türmerin von der Kaiserpfalz |titelerg= |hrsg=Wiesbadener Kurier |werk=www.wiesbadener-kurier.de |datum=2010-06-08 |abruf=2024-07-29 |sprache=de |format= |offline=ja |archiv-url=https://archive.today/20130212202628/http://www.wiesbadener-kurier.de/ratgeber/reise_tourismus/reiseberichte-der-redaktion/australien/australien/8993936.htm |archiv-datum=2013-02-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/die-tuermerin-denkt-nicht-ans-tuermen--6783015.html Die Türmerin denkt nicht ans Türmen] badische-zeitung.de, 22. Oktober 2008&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab dem 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert bekleideten ununterbrochen Männer dieses Amt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.wz-newsline.de/home/reise/reise-berichte/bad-wimpfen-mautstelle-in-32-metern-hoehe-1.166334 Bad Wimpfen: Mautstelle in 32 Metern Höhe] wz-newsline.de, 19. Mai 2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Im Turm der [[St. Annenkirche (Annaberg-Buchholz)|St.-Annen-Kirche]] in [[Annaberg-Buchholz]] lebt ganzjährig eine Türmerfamilie.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Anne Losemann |url=http://sonntags.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,7910615,00.html?dr=1 |titel=Leben auf dem Kirchturm – Die Türmerfamilie von St. Annen im Erzgebirge |hrsg=ZDF |datum=2009-10-11 |abruf=2011-11-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die [[St.-Georgen-Kirche (Schwarzenberg)|St.-Georgen-Kirche]] ist Arbeitsplatz des Türmers der Stadt [[Schwarzenberg/Erzgeb.]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.tuermer-schwarzenberg.de/index2.php?action=portrait Website „Türmer der Stadt Schwarzenberg“]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Auf dem [[St. Georg (Nördlingen)#Turm|Turm &amp;#039;&amp;#039;Daniel&amp;#039;&amp;#039;]] der [[St. Georg (Nördlingen)|St.-Georgs-Kirche]] in [[Nördlingen]] ruft der Türmer von 22:00 bis 24:00 Uhr halbstündlich sein &amp;#039;&amp;#039;So G&amp;#039;sell, so!&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Auf dem Turm der [[St. Lamberti (Münster)|St.-Lamberti-Kirche]] in [[Münster]] bläst derzeit (Stand 3/2018) die Türmerin [[Martje Thalmann]] täglich außer dienstags von 20:30 bis 24:00 Uhr halbstündlich mit ihrem Horn ein Zeitsignal.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Westdeutscher Rundfunk Köln|WDR]]: {{Webarchiv | url=http://www1.wdr.de/studio/muenster/themadestages/tt-neuertuermerfuermuenster100.html | wayback=20131207021633 | text=&amp;#039;&amp;#039;Neue Türmerin für Münster&amp;#039;&amp;#039;}}, 4. Dezember 2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Joscha Weber |url=http://www.dw.de/dw/article/0,,4415358,00.html |titel=Nachtwache in Westfalen |titelerg=Warum braucht Münster einen Türmer? |hrsg=Deutsche Welle (DW) |werk=www.dw.de |datum=2009-06-22 |abruf=2012-07-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Turmstube ist telefonisch mit der [[Feuerwehr Münster|Berufsfeuerwehr Münster]] verbunden und die Türmerin versieht auch heutzutage noch eine [[Brandwache]] über die Stadt. In der Vergangenheit konnte mehrfach von den Türmern Feuer entdeckt werden, bevor jemand anderes die Feuerwehr alarmierte.&lt;br /&gt;
* Auf dem [[Hauptkirche Sankt Michaelis|Hamburger Michel]] (St.-Michaelis-Kirche in [[Hamburg]]) bläst der [[Michel-Türmer]] werktags um 10:00 und 21:00 Uhr, sonntags um 12:00 Uhr einen [[Choral]] in alle vier Himmelsrichtungen.&lt;br /&gt;
* Vom Nordturm der [[St. Johannis (Göttingen)|St.-Johannis-Kirche]] in [[Göttingen]] werden seit dem Reformationstag 1992 jeden Sonnabend um 11:00 Uhr für eine Viertelstunde vom Turmbläser Choräle mit dem [[Flügelhorn]] gespielt.&lt;br /&gt;
* Vom [[Hausmannsturm (Helmstedt)|Hausmannsturm]] in [[Helmstedt]] wird seit Advent 1985 jeden Sonnabend um 11:00 Uhr vom „Hausmann und seinen Gesellen“ durch Choräle der bevorstehende Sonntag „angeblasen“.&lt;br /&gt;
* Auf dem Turm des [[Dom St. Petri (Bautzen)|Domes St. Petri]] zu [[Bautzen]] wohnt in einer 55&amp;amp;nbsp;m² großen Wohnung nach wie vor eine Türmerfamilie, derzeit (2023) dieselbe in der vierten Generation seit dem Jahr 1900.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schweiz ===&lt;br /&gt;
* Einer der letzten ihrer Zunft ist die [[Munotwächter]]in von [[Schaffhausen]]. Eine ihrer Aufgaben ist es, jeden Abend um 21:00 Uhr fünf Minuten lang das [[Munotglöckchen|Munotglöggli]] zu läuten.&lt;br /&gt;
* Auch in [[Lausanne]] gibt die Türmerin Cassandre Berdoz jeden Abend vom Turm der [[Kathedrale Notre-Dame (Lausanne)|Kathedrale Notre Dame]] zwischen 22:00 Uhr und 24:00 Uhr die Uhrzeit bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.srf.ch/play/tv/redirect/detail/16c67471-9cd5-432d-8706-cbbc48ea5b8a &amp;#039;&amp;#039;Lausanne hat nach 600 Jahren erstmals eine Turmwächterin&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Schweizer Radio und Fernsehen|SRF]], 30. August 2021, abgerufen am 13. September 2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://rp-online.de/panorama/ausland/erste-frau-als-nachtwaechterin-in-lausanne-seit-mehr-als-600-jahren_aid-62404109 &amp;#039;&amp;#039;Eine Frau wacht über Lausanne&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Rheinische Post|rp-online.de]], 30. August 2021, abgerufen am 14. September 2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Polen ===&lt;br /&gt;
* Die Pflicht des stündlichen Glockenschlags nimmt heute noch der Türmer auf dem Nordturm der [[Marienbasilika (Krakau)|Marienkirche]] in [[Krakau]] wahr. Er bläst außerdem ein Trompetensignal ([[Hejnał]]) in alle vier Himmelsrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schweden ===&lt;br /&gt;
* Vom Turm der [[Sankt-Marien-Kirche (Ystad)|St.-Marien-Kirche]] in [[Ystad]] bläst ein Türmer in jeder Nacht viertelstündlich von 21:15 bis 1:00 Uhr auf einer [[Lure (Blasinstrument)|Lure]] ein Signal in jede Himmelsrichtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Türmermuseen ==&lt;br /&gt;
* Das erste deutsche Türmermuseum befindet sich in [[Vilseck#Bauwerke|Vilseck]], einer Stadt im Regierungsbezirk [[Oberpfalz]] in [[Bayern]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.tuermermuseum.de/ Stadt Vilseck: Website Erstes Deutsches Türmermuseum]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In der Türmerwohnung der [[Nikolaikirche (Siegen)|Nikolaikirche in Siegen]] wurde im Jahr 1994 ein Museum eingerichtet.&lt;br /&gt;
* Im Turm der [[Pfarrkirche St. Marien (Güstrow)|Pfarrkirche]] in [[Güstrow]] richtete die gemeindeeigene Arbeitsgemeinschaft „Türmerwohnung“ in der ehemaligen Dienstwohnung des Türmers ein kleines Museum ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Dieter Kölpien, Gernot Moeller |url=http://www.stadtgeschichte-guestrow.de/8-%C3%BCber-die-pfarrkirche/8-7-%C3%BCber-die-renovierung-des-turmes/ |titel=Kirche und Turm der Pfarrkirche Sankt Marien zu Güstrow erstrahlen neu im alten Glanz. |titelerg= |hrsg= |werk=www.stadtgeschichte-guestrow.de |datum=2009 |abruf=2025-01-17 |sprache=de |format= |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160824092539/http://www.stadtgeschichte-guestrow.de/8-%C3%BCber-die-pfarrkirche/8-7-%C3%BCber-die-renovierung-des-turmes/ |archiv-datum=2016-08-24 |offline=ja }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://www.stadtgeschichte-guestrow.de/8-%C3%BCber-die-pfarrkirche/8-3-%C3%BCber-kirchturm-und-t%C3%BCrmer/ &amp;#039;&amp;#039;Studie der Arbeitsgruppe „Türmerwohnung in der Pfarrkirche“&amp;#039;&amp;#039;] auf www.stadtgeschichte-guestrow.de, abgerufen am 9. Februar 2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In Memmingen waren von 1535 bis 1920 Türmer konstant auf dem Turm von St. Martin im Einsatz. Es finden in der Zeit vom 1. Mai bis 31. Oktober täglich Führungen auf den Turm mit Museum und Dachbodenbesichtigung statt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://stmartin-memmingen.de/kirchen/turmfuehrung |titel=Turmführung St. Martin |titelerg= |hrsg=Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Martin Memmingen |werk=stmartin-memmingen.de |datum= |abruf=2024-10-01 |sprache=de }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Türmer in der Literatur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Tttttturmbläser.jpg|mini|Eulenspiegel als Türmer,&amp;lt;br /&amp;gt;[[Holzschnitt]] des Volksbuches von 1515]]&lt;br /&gt;
* Im [[Volksbuch]] „[[Till Eulenspiegel]]“ des Chronisten und Schriftstellers [[Hermann Bote]] (um 1450 – um 1520) hat Eulenspiegel als Türmer die Aufgabe, durch Trompetensignale das Herannahen von Feinden anzuzeigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Bote: &amp;#039;&amp;#039;Ein kurzweiliges Buch von Till Eulenspiegel aus dem Lande Braunschweig.&amp;#039;&amp;#039; Insel, Frankfurt 1978, ISBN 3-458-32036-9&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In [[Gesangbuch|Gesangbüchern]] [[Evangelische Kirche|evangelischer Kirchen]] findet sich das Kirchenlied „&amp;#039;&amp;#039;[[Wachet auf, ruft uns die Stimme]] des Wächters sehr hoch auf der Zinne&amp;#039;&amp;#039;“ von [[Philipp Nicolai]] (1556–1608) aus dem Jahr 1599.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In der Schweiz ist das „&amp;#039;&amp;#039;[[Munotglöckchen|Lied vom Munotglöckchen]]&amp;#039;&amp;#039;“ bekannt, welches den Liebeskummer des Munotwächters beschreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein literarisch berühmtes Türmerlied ist das des Lynkeus, des Türmers in [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethes]] [[Faust. Der Tragödie zweiter Teil|Faust II]]: „&amp;#039;&amp;#039;Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt, dem Turme geschworen, gefällt mir die Welt&amp;#039;&amp;#039;“. Goethe beschrieb zudem in der Ballade „[[Der Totentanz (Ballade)|Der Totentanz]]“ das Schicksal eines Türmers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Bedeutungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Verb]] „türmen“ bedeutet: „sich durch Flucht aus einer Situation befreien“.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.duden.de/rechtschreibung/tuermen_fluechten_fliehen türmen], auf duden.de&amp;lt;/ref&amp;gt; In anderem Zusammenhang („sich türmen“) bedeutet es eine vertikale Anhäufung von einzelnen Teilen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[wikt:türmen|türmen]], auf de.wiktionary.org&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Kreidfeuer]]&lt;br /&gt;
* [[Glöckner]]&lt;br /&gt;
* [[Hausmannsturm]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Peter Bahn (Volkskundler)|Peter Bahn]]: &amp;#039;&amp;#039;„Hört Ihr Leut&amp;#039; und lasst Euch sagen…“. Die Geschichte der Türmer und Nachtwächter.&amp;#039;&amp;#039; Begleitbuch zur Ausstellung des Museums im Schweizer Hof, Bretten. Bretten 2008, ISBN 978-3-928029-47-6.&lt;br /&gt;
* Barbara Polaczek, Johann Wax: &amp;#039;&amp;#039;Glockenschlag und Hörnerklang. Türmer in der Oberpfalz.&amp;#039;&amp;#039; Buch &amp;amp; Kunstverlag Oberpfalz, Amberg 2002, ISBN 3-924350-95-7.&lt;br /&gt;
* Friedrich Scheele (Hrsg.), Martina Glimme: &amp;#039;&amp;#039;Slaept niet die daer waeckt: von Nachtwächtern und Türmern in Emden und anderswo.&amp;#039;&amp;#039; Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung, Veröffentlichungen des Ostfriesischen Landesmuseums und Emder Rüstkammer 11. Isensee, Oldenburg 2001, ISBN 3-89598-761-1.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Feuersbrünste – Sturmgeläut: Stadtbrände in Frankfurt am Main. Die Geschichte der städtischen Türmer und der Feuermeldetechnik.&amp;#039;&amp;#039; Ausstellung zum 1200-Jahre-Jubiläum der Stadt Frankfurt am Main und zum 120-Jahre-Jubiläum der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main in der Zeit vom 29. Juli bis 30. Oktober 1994 im Pfarrturm der St.-Bartholomäus-Kirche („Kaiserdom“). Frankfurt 1994&lt;br /&gt;
* Stephan Kroener: &amp;#039;&amp;#039;Die Welt der Türmer – Zwetschgenkuchen-Drama und Brandgefahr.&amp;#039;&amp;#039; In: Magazin &amp;#039;&amp;#039;[[Monumente]]&amp;#039;&amp;#039;, Februar 2023 ([https://www.monumente-online.de/de/ausgaben/2023/1/Kulturgeschichte-der-Tuermer.php/ online]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Tower watchmen|Türmer}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor= |url=http://www.kirchtuerme-ludwigsburg.de/ |titel=Kirchtürme Ludwigsburg – siehe Kapitel/Menüpunkt |titelerg=Historische Berufe – Der Turmwächter |hrsg= |werk=www.kirchtuerme-ludwigsburg.de |datum= |abruf=2023-07-28 |sprache= |format= |offline=ja}}&lt;br /&gt;
* [https://munot.ch/historie/ Website des Munotwächters in Schaffhausen/Schweiz]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4510161-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Turmer}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkskunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alarmierung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historischer Beruf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Brandschutz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Türme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sicherheitsberuf]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Nassauer27</name></author>
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