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	<title>Türkenkrieg 1663/1664 - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T21:03:45Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=T%C3%BCrkenkrieg_1663/1664&amp;diff=924602&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Jesi: /* Literatur */ + Rotlink</title>
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		<updated>2026-03-21T15:22:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; + Rotlink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:A szentgotthárdi csata (német kép).jpg|300px|mini|Schlacht bei St. Gotthart (Szentgotthard) 1664]]&lt;br /&gt;
{{österreichbezogen}}&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Türkenkrieg von 1663/1664&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;4. Österreichischer Türkenkrieg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, war ein einjähriger militärischer Konflikt zwischen dem [[Habsburgerreich]] und dem [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]]. Den Habsburgern gelang zunächst ein Abwehrerfolg durch den habsburgischen Oberbefehlshaber Graf [[Raimondo Montecuccoli]] gegen das osmanische Hauptheer, welches sich auf dem Weg nach Wien befand, in der [[Schlacht bei Mogersdorf]]. Anstatt den Sieg gegen die geschlagenen Osmanen militärisch auszunutzen, unterzeichnete [[Leopold I. (HRR)|Kaiser Leopold I.]] am 27. August 1664 den [[Frieden von Eisenburg]]/Vasvár. In diesem erkannte der [[römisch-deutscher Kaiser|römisch-deutsche Kaiser]] die osmanische Oberherrschaft in [[Siebenbürgen]] an, zahlte eine Abfindung und trat [[Großwardein]] und [[Nové Zámky|Neuhäusel]] im [[Königliches Ungarn|Königlichen Ungarn]] an die Osmanen ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Stanislav J. Kirschbaum: &amp;#039;&amp;#039;A history of Slovakia: the struggle for survival&amp;#039;&amp;#039;, S. 76.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese erreichten damit ihre größte territoriale Ausdehnung auf ungarischem Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt dieses Krieges war das osmanische [[Vasall]]enfürstentum [[Siebenbürgen]]. Entgegen dem Verbot der [[Hohe Pforte|Hohen Pforte]] griff der Fürst von Siebenbürgen [[Georg II. Rákóczi]] 1657 [[Polen-Litauen]] an, um sich seiner Krone zu bemächtigen. Als Folge dieses Alleingangs zog 1658 Großwesir [[Mehmed Köprülü|Köprülü Mehmed Pascha]] mit einem osmanischen Heer nach Siebenbürgen und verwüstete das Fürstentum. Im August 1660 nahmen die Osmanen die Festung [[Großwardein]] ein und errichteten auf ehemals siebenbürgischen Gebiet ein neues [[Wilajet]] gleichen Namens.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winkelbauer1&amp;quot;&amp;gt;Thomas Winkelbauer: &amp;#039;&amp;#039;Ständefreiheit und Fürstenmacht. Länder und Untertanen des Hauses Habsburg im konfessionellen Zeitalter.&amp;#039;&amp;#039; Teil 1. In: Herwig Wolfram(Herausgeber): &amp;#039;&amp;#039;Österreichische Geschichte 1522–1699.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Carl Ueberreuther, Wien 2004, ISBN 3-8000-3532-4, S.&amp;amp;nbsp;151.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Streit um die Nachfolge des verstorbenen Georg II. Rákóczi begann in Siebenbürgen ein Bürgerkrieg zwischen [[Michael I. Apafi|Michael Apafi]] und [[Johann Kemény]]. Apafi, der vom [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]] eingesetzt wurde, konnte sich schließlich gegen den von [[Kaiserliche Armee (HRR)|kaiserlichen Truppen]] unterstützten Kemény durchsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Ban]]us von Kroatien, [[Nikolaus Graf Zrinski|Nikolaus Zrinski]] (ungarisch &amp;#039;&amp;#039;Zrínyi Miklós&amp;#039;&amp;#039;, kroatisch &amp;#039;&amp;#039;Nikola Zrinski&amp;#039;&amp;#039;), rechnete unterdessen mit dem Aufflammen eines weiteren Türkenkrieges und errichtete 1661 auf eigene Kosten eine Festung im Mündungsbereich von Mur und Drau. Von dieser Festung, die er [[Neu-Zrin]] (oder kroatisch: &amp;#039;&amp;#039;Novi Zrin&amp;#039;&amp;#039;) nannte, startete er Raub und Plünderungszüge in osmanisches Gebiet, da er den Kaiser zu einem Krieg gegen das Osmanische Reich bewegen wollte. Die kroatischen Plünderungszüge und die Anwesenheit von kaiserlichen Truppen in Siebenbürgen führten schließlich zum ersten großen Türkenkrieg seit 1606 und beendeten die „Epoche des Status quo“ zwischen Wien und der Pforte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kriegsverlauf 1663 ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Raimondo-montecuccoli.jpg|mini|[[Raimondo Montecuccoli]]]]&lt;br /&gt;
Im Sommer 1663 drang der neue osmanische Großwesir [[Köprülü Fâzıl Ahmed Pascha|Ahmed Köprülü]] mit einem mehr als 100.000 Mann starken Heer in das habsburgische [[Königliches Ungarn|Königliche Ungarn]] ein und eroberte im September die Festung [[Nové Zámky|Neuhäusel]], die zum Zentrum eines weiteren osmanischen [[Wilajet]]s gemacht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winkelbauer1&amp;quot; /&amp;gt; Der kaiserliche Oberbefehlshaber Graf Raimondo Montecuccoli hatte den Osmanen nur 12.000 Mann regulärer kaiserlicher Truppen sowie 15.000 Mann ungarisch-kroatischer Truppen unter dem Kommando von Nikolaus Zrinski entgegenzustellen. Angesichts dieser katastrophalen Unterlegenheit seiner Truppen rief Kaiser Leopold I. im Winter 1663 die deutschen Reichsfürsten, den Reichstag und ganz Europa um Hilfe an. Der Verlust der Festung Neuhäusel und die danach folgenden türkischen Brandschatzungen bis weit in mährisches Gebiet hinein führten schließlich zu einer europaweiten Unterstützung des Kaisers im Türkenkampf: Bayerische, brandenburgische und sächsische Allianztruppen wurden ebenso aufgeboten wie eine 30.000 Mann starke Reichsarmee (die ihren Sollstand jedoch nie erreichte).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winkelbauer1&amp;quot; /&amp;gt; Sogar [[Ludwig XIV.]], in seiner Eigenschaft als Protektor des [[Rheinischer Bund|Rheinischen Bundes]], schickte ein 6000 Mann starkes Hilfskorps, wofür er sich jedoch gleichzeitig durch Gesandte beim osmanischen Sultan entschuldigen ließ. Den Kommandanten, [[Jean de Coligny-Saligny]], wies er an, diese Truppen möglichst zu schonen.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Hummelberger: &amp;#039;&amp;#039;Die Türkenkriege und Prinz Eugen.&amp;#039;&amp;#039; In: Herbert St. Fürlinger (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Unser Heer. 300 Jahre österreichisches Soldatentum in Krieg und Frieden.&amp;#039;&amp;#039; Wien/München/Zürich 1963, S.&amp;amp;nbsp;52.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kriegsverlauf 1664 ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Arolsen Klebeband 02 337.jpg|mini|Der Ban von Kroatien [[Nikolaus Zrinski]] als „Türkensieger“]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Opsada Novog Zrina 1664.jpg|mini|Zeitgenössische Abbildung einer der vielen Schlachten um die Festung [[Neu-Zrin]] während der [[Belagerung von Neu-Zrin|Belagerung der Festung]]]]&lt;br /&gt;
Zu Beginn des Jahres 1664 gliederte sich die kaiserliche Koalitionsarmee in drei Korps: Die im Süden stehende Murarmee aus [[Kroatien im Staatsverband mit Ungarn|kroatischen]] und ungarischen Magnatentruppen unter [[Nikolaus Zrinski]] war etwa 17.000 Mann stark. Die im Zentrum stehende Hauptarmee unter Montecuccoli hatte eine Stärke von 28.500 Mann und eine Nordarmee unter dem kaiserlichen General [[Louis Rattuit de Souches]] stand mit 8500 Mann in Nordwestungarn.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winkelbauer2&amp;quot;&amp;gt;Thomas Winkelbauer: &amp;#039;&amp;#039;Ständefreiheit und Fürstenmacht. Länder und Untertanen des Hauses Habsburg im konfessionellen Zeitalter.&amp;#039;&amp;#039; Teil 1. In: Herwig Wolfram (Herausgeber): &amp;#039;&amp;#039;Österreichische Geschichte 1522–1699.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Carl Ueberreuther, Wien 2004, ISBN 3-8000-3532-4, S. 151.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Festungsbesatzungen waren noch 12.500 Mann als Reserve vorhanden. Ohne die in den Festungen gebundenen Truppen hatte Montecuccoli eine Streitmacht von ungefähr 54.000 Mann zur Verfügung, die jedoch alles andere als eine homogene Masse darstellte: Zwischen den Kommandeuren der unterschiedlichen Allianztruppen kam es immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten und Montecuccoli musste all sein diplomatisches Geschick aufwenden, um die Einheit dieser Armee zu erhalten. Als besonderes Erschwernis kam noch hinzu, dass es zwischen ihm und dem kroatischen [[Ban]]us Zrinski starke Ressentiments gab, die sich im Verlauf dieses Krieges noch verschlimmern sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jänner 1664 begann die Murarmee mit Plünderungszügen weit in osmanisches Gebiet hinein und konnte dabei die strategisch wichtige Draubrücke bei [[Esseg]] (kroatisch: &amp;#039;&amp;#039;Osijek&amp;#039;&amp;#039;) zerstören.&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Winterfeldzug 1664 des Nikolaus Zrinski}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch gelang es nicht, die Festung [[Kaniza|Kanizsa]] einzunehmen, wie es der Plan bzw. Befehl Montecuccolis vorgesehen hatte. Die Ende April begonnene Belagerung endete jedoch im Juni, als Köprülü mit seiner Streitmacht aus dem Winterquartier in Neuhäusel anrückte und die Belagerer in die Flucht schlug.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winkelbauer2&amp;quot; /&amp;gt; Anschließend zog er mit seiner Armee in Richtung der Festung [[Neu-Zrin]] und eroberte diese.&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Belagerung von Neu-Zrin}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Murarmee war für eine erfolgreiche Verteidigung der Festung zu schwach und Montecuccoli weigerte sich, den Belagerten zu Hilfe zu kommen. [[Nikolaus Graf Zrinski|Nikolaus Zrinski]] gab in der Folge dem kaiserlichen Oberbefehlshaber die Schuld am Verlust der Festung und stand nach dem [[Frieden von Eisenburg|Eisenburger Frieden]] an der Spitze der [[Magnatenverschwörung|Magnatenverschwörer]]. Zrinski wollte nicht einsehen, dass es dem erfahrenen Strategen Montecuccoli unmöglich war, seine Armee in einem Entsatzversuch zu riskieren: Selbst im Falle eines Sieges wäre der Ausgang des Feldzuges weiterhin ungewiss gewesen, wohingegen im Falle einer Niederlage [[Wien]] und die österreichischen Erbländer den Osmanen ausgeliefert gewesen wären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winkelbauer2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schlacht von Mogersdorf ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mogersdorf1.jpg|mini|Schlacht bei Mogersdorf/St. Gotthart (Szentgotthard) 1664]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Schlacht bei Mogersdorf}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Eroberung der Festung [[Neu-Zrin]] marschierte die osmanische Hauptarmee Richtung Wien, wurde aber an der [[Raab (Fluss)|Raab]] zwischen [[Mogersdorf]] und dem Zisterzienserkloster St. Gotthard von der Hauptarmee Montecuccolis aufgehalten. Die am 1. August 1664 stattfindende Schlacht endete überraschend mit einem Sieg der Kaiserlichen: Die Osmanen konnten nur ca. 12.000 Mann über die Hochwasser führende Raab bringen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Winkelbauer2&amp;quot; /&amp;gt;, die nach anfänglichen Erfolgen von einem Gegenangriff der kaiserlichen Kürassiere unter Graf [[Johann von Sporck]] vernichtet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Oberungarn konnte die Armee de Souches ebenfalls Erfolge gegen die Türken erzielen. Dort hatte er am 3. Mai [[Nitra]] zurückerobert und wehrte in der Schlacht bei [[Levice|Levencz]] eine doppelt so große osmanische Armee ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Ekkehard Eickhoff, Rudolf Eickhoff: &amp;#039;&amp;#039;Venedig, Wien und die Osmanen: Umbruch in Südosteuropa 1645-1700&amp;#039;&amp;#039;. Klett-Cotta, 2009. S. 201–202.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Friede von Eisenburg ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Frieden von Eisenburg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur neun Tage nach der Schlacht wurde am 10. August 1664 der Frieden von [[Vasvár|Eisenburg]] (ungar. Vasvár) für die Dauer von 20 Jahren unterzeichnet. Den Osmanen wurden die gemachten Eroberungen zugesprochen, die Dreiteilung Ungarns wurde ebenso wie der osmanische Einfluss in Siebenbürgen bestätigt, die Festung [[Neu-Zrin]] musste geschleift werden und die Habsburger erkannten den von der Pforte eingesetzten Fürsten von Siebenbürgen, Michael Apafi, an.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Hummelberger: &amp;#039;&amp;#039;Die Türkenkriege und Prinz Eugen.&amp;#039;&amp;#039; In: Herbert St. Fürlinger(Herausgeber): &amp;#039;&amp;#039;Unser Heer. 300 Jahre österreichisches Soldatentum in Krieg und Frieden.&amp;#039;&amp;#039; Wien/München/Zürich 1963, S.&amp;amp;nbsp;54.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Geschichtsschreibung, vor allem in der ungarischen, wird im Zusammenhang mit diesem Frieden auch immer wieder von einem „Tribut“ des Kaisers an den Sultan in Höhe von 200.000 Gulden berichtet. Tatsächlich aber befreite diese Vereinbarung Leopold I. vom Verdacht, tributpflichtig zu sein, denn es wurden ausdrücklich gegenseitige „Ehrengeschenke“ festgelegt. Da besonders französische Staatsrechtstheoretiker (aber auch andere) aus der bisherigen Tributpflicht einen Vorrang des Königs von Frankreich gegenüber dem Kaiser ableiteten, war die geänderte Sprachregelung auch für die Stellung des Hauses Habsburg in Europa von großer Wichtigkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kreutel&amp;quot;&amp;gt;Richard Franz Kreutel/Erich Prokosch/Karl Teply (Übersetzer): &amp;#039;&amp;#039;Im Reiche des Goldenen Apfel. Des türkischen Weltenbummlers Evliyâ Çelebi denkwürdige Reise in das Giaurenland und in die Stadt und Festung Wien anno 1663.&amp;#039;&amp;#039; Band 2 der Serie &amp;#039;&amp;#039;Osmanische Geschichtsschreiber.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Styria, Graz/Wien/Köln 1987, ISBN 3-222-11747-0, S.&amp;amp;nbsp;20–23.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen des Friedensvertrages ==&lt;br /&gt;
Von [[Kroatien im Staatsverband mit Ungarn|kroatischen]] und ungarischen Adeligen wurde der Friede von Eisenburg als „Schandfrieden“ gesehen, da er trotz militärischer Erfolge keine Gebietsgewinne gebracht habe. Besonders die ungarischen [[Magnat]]en waren von Leopold enttäuscht, da er als König von Ungarn die Pflicht hätte, Ungarn von den Osmanen zu befreien. Aus habsburgischer Sicht hatte Kaiser Leopold I. kaum eine andere Wahl gehabt. Sie argumentierten, dass die Finanzen in einem schlechten Zustand waren und die osmanische Armee noch immer schlagkräftig sei. Hinzu kam die außenpolitische Westorientierung gegen das expandierende Frankreich unter [[Ludwig XIV.]], das die Westgrenze des Heiligen Römischen Reiches bedrohte und von den Wiener Diplomaten als die größere Gefahr eingestuft wurde. Demgegenüber wurden die im Niedergang begriffenen Osmanen als weniger wichtig erachtet von der Wiener Hofdiplomatie. Dennoch war zu dem Zeitpunkt die diplomatische Lage günstig für das Haus Habsburg. So befand sich sogar ein kleines französisches Kontingent in den Reihen der Kaiserlichen Truppen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Robert A. Kann]]: &amp;#039;&amp;#039;A history of the Habsburg Empire, 1526–1918.&amp;#039;&amp;#039; University of California Press, Berkeley (Cal.) 1980, ISBN 0-520-04206-9, S.&amp;amp;nbsp;64.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die potenzielle Gefahr eines Krieges mit Frankreich ergab sich erst im [[Devolutionskrieg]] von 1667 bis 1668.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die an ihren zugesicherten Freiheiten festhaltenden Adeligen wollten sich der Tendenz zur Zentralisierung der Herrschaftsgewalt wie auch der zwangsweisen Rekatholisierungspolitik aus Wien widersetzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kreutel&amp;quot; /&amp;gt; Die erlittenen Landverluste schwächten die Magnaten, die nunmehr ihre Unabhängigkeit vom österreichischen Zentralismus bedroht sahen. Die Spannungen zwischen Habsburg und den Ungarn sind auch dem Verfasser des &amp;#039;&amp;#039;Seyâhatnâme&amp;#039;&amp;#039;, dem osmanischen Weltenbummler [[Evliya Çelebi]], bei seiner Reise durch Ungarn nach Wien nicht entgangen.&amp;lt;ref&amp;gt;Evliyâ Çelebi: &amp;#039;&amp;#039;Im Reiche des Goldenen Apfels. Des türkischen Weltenbummlers Evliyâ Çelebi denkwürdige Reise in das Giaurenland und in die Stadt und Festung Wien anno 1665.&amp;#039;&amp;#039; Übersetzt und eingeleitet von Richard Franz Kreutel/Erich Prokesch/Karl Teply, Band 2 der Reihe: &amp;#039;&amp;#039;Osmanische Geschichtsschreiber.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Styria, Graz/Wien/Köln 1987, ISBN 3-222-11747-0, S.&amp;amp;nbsp;89,90.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die kroatischen und ungarischen Magnaten reagierten auf den Friedensvertrag durch die Organisation einer gegen Habsburg gerichteten [[Magnatenverschwörung]]. Dafür suchten sie Unterstützung aus Frankreich, dem Osmanischen Reich und anderen Mächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Friedensvertrag von Eisenburg endete nach seinem vertraglichen Auslaufen 20 Jahre später, als 1683 die Osmanen zum letzten Mal versuchten, [[Zweite Wiener Türkenbelagerung|Wien zu erobern]], und infolge des [[Großer Türkenkrieg|Großen Türkenkrieges (1683–1699)]] schließlich aus Ungarn vertrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Türkenkriege]]&lt;br /&gt;
* [[Magnatenverschwörung]]&lt;br /&gt;
* [[Großer Türkenkrieg|Großer Türkenkrieg 1683–1699]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Herbert St. Fürlinger (Herausgeber): &amp;#039;&amp;#039;Unser Heer. 300 Jahre österreichisches Soldatentum in Krieg und Frieden.&amp;#039;&amp;#039; Wien/München/Zürich 1963.&lt;br /&gt;
* [[Thomas Winkelbauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Ständefreiheit und Fürstenmacht. Länder und Untertanen des Hauses Habsburg im konfessionellen Zeitalter.&amp;#039;&amp;#039; Teil 1. In: [[Herwig Wolfram]] (Herausgeber): &amp;#039;&amp;#039;Österreichische Geschichte 1522–1699.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Carl Ueberreuther, Wien 2004., ISBN 3-8000-3532-4.&lt;br /&gt;
* Richard Franz Kreutel, Erich Prokosch, [[Karl Teply (Historiker)|Karl Teply]] (Übersetzer): &amp;#039;&amp;#039;Im Reicher des Goldenen Apfel. Des türkischen Weltenbummlers Evliyâ Çelebi denkwürdige Reise in das Giaurenland und in die Stadt und Festung Wien anno 1663.&amp;#039;&amp;#039; Band 2 der Serie &amp;#039;&amp;#039;Osmanische Geschichtsschreiber.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Styria, Graz/Wien/Köln 1987, ISBN 3-222-11747-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Austro-Turkish War (1663–1664)}}&lt;br /&gt;
{{Webarchiv | url=http://www.bmlv.gv.at/omz/ausgaben/artikel.php?id=396 | wayback=20071013170734| text=Raimund Fürst Montecuccoli und die Schlacht von St. Gotthard-Mogersdorf im Jahr 1664: Eine Bewährungsprobe Europas (von Hubert Michael Mader) Österreichische Militärische Zeitschrift - Ausgabe 3/2006}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4186407-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Turkenkrieg 1663}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Türkenkriege|Osterreich 4]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg (17. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg (Europa)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg in der österreichischen Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg (Osmanisches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1663]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1664]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Leopold I. (HRR)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jesi</name></author>
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