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	<title>Systemrisiko - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-26T13:06:18Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Systemrisiko&amp;diff=507136&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Alva2004: BKL vermieden: Versagen -&gt; Versagen</title>
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		<updated>2025-03-23T11:54:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;BKL vermieden: Versagen -&amp;gt; &lt;a href=&quot;/index.php?title=Scheitern_(Misserfolg)&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Scheitern (Misserfolg) (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Versagen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Systemrisiko&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch: &amp;#039;&amp;#039;systemisches Risiko&amp;#039;&amp;#039;) ist in der [[Wirtschaft]] ein [[Risiko]], bei dem der [[Ausfallrisiko|Ausfall]] eines [[Marktteilnehmer]]s, das [[Marktversagen]] oder das [[Scheitern (Misserfolg)|Versagen]] eines [[Zahlungsverfahren|Abwicklungssystems]] schwerwiegende Folgen für die übrigen Marktteilnehmer, [[Teilmarkt|Teilmärkte]] oder das gesamte [[Wirtschaftssystem]] haben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
[[Marktstörung]]en oder Marktversagen kann es in Wirtschaftssystemen auf den [[Gütermärkte]]n und in [[Finanzsystem]]en auf den [[Finanzmarkt|Finanzmärkten]] ([[Börse]]n, [[Devisenmarkt|Devisen-]], [[Geldmarkt|Geld-]] und [[Kapitalmarkt|Kapitalmärkte]] oder dem [[Kreditmarkt]]) geben. Wird hierdurch die [[Funktion (Objekt)|Funktion]] oder das [[Existenz|Fortbestehen]] eines ganzen Wirtschaftssystems beeinträchtigt, liegt ein Systemrisiko vor. So kann beispielsweise die [[Zahlungsunfähigkeit]] eines einzelnen Marktteilnehmers zu einem [[Dominoeffekt]] führen, der erhebliche [[Liquidität]]s- und [[Solvenz]]probleme anderer Marktteilnehmer zur Folge hat, was den ganzen oder teilweisen funktionellen Zusammenbruch des Finanzsystems nach sich ziehen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=RC3KDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA2367&amp;amp;dq=Systemrelevanz+Systemrisiko&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwicpb6NxrrpAhXJAewKHSEACIoQ6AEIUzAF#v=onepage&amp;amp;q=Systemrelevanz%20Systemrisiko&amp;amp;f=false Ludwig Gramlich/Peter Gluchowski/Andreas Horsch/Klaus Schäfer/Gerd Waschbusch (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Gabler Banklexikon: Bank – Börse – Finanzierung&amp;#039;&amp;#039;, 2020, S. 1951]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das &amp;#039;&amp;#039;spezifische Risiko&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Einzelrisiko&amp;#039;&amp;#039; nur isoliert bestimmte Systemteilnehmer betrifft, ohne das System als Ganzes zu gefährden, greift das Systemrisiko durch [[Spill-over]] oder den [[Contagion-Effekt]] auf andere [[Wirtschaftssubjekt]]e oder Systeme in Form des [[Dominoeffekt]]s über. So weisen beispielsweise im [[Bankwesen]] einige [[Zahlungssystem|Nettozahlungssysteme]] aufgrund der verzögerten [[Settlement (Finanzwesen)|Finalität]] der [[Zahlung]]en die [[Schwachstelle (Organisation)|Schwachstelle]] auf, dass wenn ein Teilnehmer seinen [[Sollsaldo]] nicht ausgleichen kann, sämtliche ihn betreffenden [[Transaktion (Wirtschaft)|Transaktionen]] aus dem [[Clearing]] nachträglich herausgenommen werden müssen ({{enS|unwinding}}), wodurch den [[Gegenpartei]]en dieses Teilnehmers [[Gutschrift|Zahlungseingänge]] fehlen, die für Begleichung von [[Forderung]]en vorgesehen waren.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=rCUkBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA282&amp;amp;dq=Systemrisiko+lexikon&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwj1_czKlpXnAhVF-aQKHYlqAlMQ6AEIMDAB#v=onepage&amp;amp;q=Systemrisiko%20lexikon&amp;amp;f=false Jürgen Krumnow/Ludwig Gramlich (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Gabler Bank-Lexikon: Bank - Börse – Finanzierung&amp;#039;&amp;#039;, 2000, S. 282]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch gibt es nicht nur [[Liquiditätsrisiko|Liquiditätsprobleme]] bei einem Teilnehmer, sondern bei allen seinen Gegenparteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsfragen ==&lt;br /&gt;
Seit der [[Weltfinanzkrise]] ist das Systemrisiko in {{§|1|kredwg|juris}} Abs. 33 [[Kreditwesengesetz|KWG]] [[Legaldefinition|legaldefiniert]] als „das Risiko einer Störung im Finanzsystem, die schwerwiegende negative Auswirkungen für das Finanzsystem und die [[Realwirtschaft]] haben kann“. Vorausgesetzt wird rechtlich eine Störung auf einem Finanzmarkt, die in einer Marktstörung bestehen kann oder durch [[Schock (Volkswirtschaftslehre)|ökonomische Schocks]] ausgelöst wird und durch Dominoeffekte oder [[Spill-over]] auf die Realwirtschaft übergreift.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach {{§|4|finstabg|juris}} Abs. 1 [[Finanzstabilitätsgesetz|FinStabG]] arbeitet der [[Ausschuss für Finanzstabilität]] eng mit dem [[Europäischer Ausschuss für Systemrisiken|Europäischen Ausschuss für Systemrisiken]] und, soweit notwendig, mit den für die Wahrung der Finanzstabilität zuständigen Behörden der anderen [[EU-Mitgliedstaaten]] zusammen. Beide Ausschüsse haben zur Aufgabe die [[Früherkennungssystem|Früherkennung]], [[Krisenprävention|Prävention]] und Bekämpfung von systemischen Risiken auf den Finanzmärkten. Art. 2c {{EU-Verordnung|2010|1092|titel=des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. November 2010}} (ESRB-VO) definiert Systemrisiken als „Risiken einer Beeinträchtigung des Finanzsystems, die das Potenzial schwerwiegender negativer Folgen für den [[Binnenmarkt]] und die Realwirtschaft beinhalten“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systemisches Risiko ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Systematisches Risiko}}&lt;br /&gt;
Systemische Risiken sind inhärent in allen komplexen technischen wie organisationalen Systemen vorhanden und sind aufgrund undurchschaubarer Wirkungszusammenhänge im System nur schwer prognostizierbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Perrow&amp;quot;&amp;gt;[[Charles Perrow]], &amp;#039;&amp;#039;Normal Accidents, Living with High Risk Technologies&amp;#039;&amp;#039;, Basic Books/USA, 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Finanzwirtschaft]] besteht das systematische Risiko in der Gefahr, dass der finanzielle Zusammenbruch eines Marktteilnehmers auf andere, originär rechtlich und wirtschaftlich von ihm unabhängige Marktteilnehmer übergreift und letztlich den funktionellen Zusammenbruch wesentlicher Teilbereiche oder des gesamten Finanzsystems bewirken kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ChristianKoehler&amp;quot;&amp;gt;Christian Köhler, &amp;#039;&amp;#039;Die Zulässigkeit derivativer Finanzinstrumente in Unternehmen, Banken und Kommunen: Eine ökonomische und rechtliche Analyse&amp;#039;&amp;#039;, Mohr Siebeck, 2020, S. 171 ff.; ISBN 978-3-16-151928-4&amp;lt;/ref&amp;gt; Systematisches Risiko ist aus volkswirtschaftlicher Sicht ein negativer [[externer Effekt]] der Finanzierungstätigkeit an den Kapitalmärkten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sachverständigenrat&amp;quot;&amp;gt;Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Jahresgutachten 2009/2010&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt; Jede nicht nur lokale [[Finanzkrise]] entsteht durch die Realisierung systemischen Risikos. Dieser Wirkungseffekt setzt ein &amp;#039;&amp;#039;Initialereignis&amp;#039;&amp;#039; sowie &amp;#039;&amp;#039;Übertragungskanäle&amp;#039;&amp;#039; voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Initialereignis ===&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt bei der Realisierung systematischer Risiken ist stets ein von den Marktteilnehmern &amp;#039;&amp;#039;unerwartetes&amp;#039;&amp;#039; Initialereignis. Es ist regelmäßig bei (einem) einzelnen Marktteilnehmer(n) angesiedelt. Adverse [[Schock (Volkswirtschaftslehre)|Schocks]], die eine Volkswirtschaft als Ganzes treffen, haben lediglich vorbereitende Wirkung dergestalt, dass [[Anpassung (Betriebswirtschaftslehre)|Anpassungsdruck]] entsteht, den einige Marktteilnehmer nicht oder nicht vollständig in der notwendigen Zeit bewältigen können. Auch andere Ereignisse (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Bilanzfälschung]], Bekanntwerden von gravierenden (unabsichtlichen) Fehlbewertungen), welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Marktteilnehmers &amp;#039;&amp;#039;wesentlich und nachhaltig&amp;#039;&amp;#039; belasten, weil sie zu massiven [[Forderungsverlust|Forderungsabschreibungen]] bzw. [[Wertberichtigung]]sbedarf führen, sind taugliche Initialereignisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reale Übertragungskanäle ===&lt;br /&gt;
Die wirtschaftlichen Wirkungen von Initialereignissen können zunächst über &amp;#039;&amp;#039;bestehende Rechtsbeziehungen&amp;#039;&amp;#039; zwischen den Marktteilnehmern – insbesondere &amp;#039;&amp;#039;Vertragsbeziehungen&amp;#039;&amp;#039; – übertragen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Franklin Allen/Douglas Gale, &amp;#039;&amp;#039;Financial Contagion&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Political Economy, Vol. 108, 2000, S. 1 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Roger Lagunoff/Stacey Schreft, &amp;#039;&amp;#039;A Model of Financial Fragility&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Economic Theory, Vol. 99, 2001, S. 220 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Sandro Brusco/Fabio Castiglionesi, &amp;#039;&amp;#039;Liquidity coinsurance, moral hazard and financial contagion&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Finance, Vol. 62, 2007, S. 2275 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Prasanna Gai/Sujit Kapadia, &amp;#039;&amp;#039;Contagion in Financial Networks&amp;#039;&amp;#039;, in: Bank of England Working Paper, 2010, S. 10 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verträge, die künftige Leistungen zum Gegenstand haben, bergen stets das Risiko, dass eine [[Vertragspartei]] zum vereinbarten Leistungszeitpunkt die Leistung nicht erbringen will oder kann ([[Gegenparteiausfallrisiko]] bzw. [[Erfüllungsrisiko]]). Für den Vertragspartner entsteht dann Wertberichtigungsbedarf, der sich in der [[Bilanz]] ergebniswirksam in Form eines Verlustes auswirkt. Mit steigenden Forderungsbeträgen erhöht sich die Bedeutung dieses Übertragungskanals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Informationelle Übertragungskanäle ===&lt;br /&gt;
Daneben bestehen informationelle Übertragungskanäle. Hier ziehen [[Aktionär|Anteilseigner]] und [[Gläubiger]] (und bei [[Kreditinstitut]]en auch: [[Anleger (Finanzmarkt)|Anleger]]) aufgrund des Ausfalls eines Marktteilnehmers Rückschlüsse auf die finanziellen Auswirkungen für ihren Vertragspartner. Bei [[unvollständige Information|unvollständiger Information]] schließen sie Wissenslücken durch (pessimistische) Erwartungsbildung und meinen, einen wirtschaftlichen Zusammenhang zum ausgefallenen Marktteilnehmer zu erkennen, obgleich dieser Zusammenhang objektiv nicht zwingend bestehen muss.&amp;lt;ref&amp;gt;Itzhak Gilboa/David Schmeidler, &amp;#039;&amp;#039;Maxmin Expected Utility with a Non-Unique Prior&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Mathematical Economics, Vol. 18, 1989, S. 142&amp;lt;/ref&amp;gt; Anknüpfungspunkt ist oftmals die &amp;#039;&amp;#039;Ähnlichkeit des [[Geschäftsmodell]]s&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Beispiel&lt;br /&gt;
Beim Ausfall eines Kreditinstituts neigen Anleger dazu, wirtschaftliche Zusammenhänge zu anderen Instituten zu unterstellen und ziehen tendenziell ihre Einlagen ab, was schlimmstenfalls zum [[Bank Run]] führen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Übertragungskanal kann auch durch [[Herdenverhalten]] gespeist werden, bei dem uninformierte Akteure das uninformierte Handeln anderer als informiertes Handeln (fehl)interpretieren und ihr eignes Handeln daran ausrichten. Auch der flächendeckende &amp;#039;&amp;#039;Vertrauensverlust&amp;#039;&amp;#039; der Marktteilnehmer untereinander, der am Markt in eine &amp;#039;&amp;#039;Liquiditätskrise&amp;#039;&amp;#039; münden kann, lässt sich – zumindest in der Frühphase – als eine Art des Herdenverhaltens interpretieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klassischer [[Bankansturm]] (Ansturm auf die [[Bankschalter]] einer Bank, welche die Auszahlungsbegehren der Einleger schließlich nicht mehr erfüllen kann und in Liquiditätsschwierigkeiten gerät), stellt eine Mischung aus Herdenverhalten und pessimistischer Erwartungsbildung aufgrund der Ähnlichkeit der Geschäftsmodelle zwischen einem bereits ausgefallenen oder zumindest ausfallbedrohten Institut und dem eigenen dar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Messung des systemischen Risikos ===&lt;br /&gt;
Marktteilnehmer und Aufsichtsbehörden in aller Welt haben großes Interesse daran, systemische Risiken verlässlich zu messen. Die qualitativen und quantitativen Methoden stecken indes noch in den Kinderschuhen. Kernproblem ist die Komplexität eines sich stetig wandelnden Wirtschaftsgeschehens: Vertragsbeziehungen werden im Zeitverlauf eingegangen und enden; Erwartungen anderer Marktteilnehmer sind stark situativ und nur schwer zu prognostizieren. Gängige Messversuche können daher nur eine vage Annäherung an das tatsächlich bestehende Risiko leisten. Es gibt den CoVaR-Ansatz&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.newyorkfed.org/medialibrary/media/research/staff_reports/sr348.pdf Markus Konrad Brunnermeier/Tobias Adrian, &amp;#039;&amp;#039;CoVaR&amp;#039;&amp;#039;, Federal Reserve Bank of New York: Staff Report, 2011]&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Netzwerk]]modelle&amp;lt;ref&amp;gt;Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Jahresgutachten 2009/2010&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 140–144&amp;lt;/ref&amp;gt; und Scoring-Modelle.&amp;lt;ref&amp;gt;Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Jahresgutachten 2009/2010&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 140–144&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systemrisiko in der Informationstechnologie ==&lt;br /&gt;
Zu den Systemrisiken in der [[Informationstechnologie]] gehören insbesondere das Versagen der [[Technologie]] und damit einhergehende [[Zuverlässigkeit (Technik)|Systemausfälle]], [[Programmfehler]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=FNE7YWrVlgUC&amp;amp;pg=PA70&amp;amp;dq=Systemrisiko&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjt7f_d3qbpAhWJposKHRR_ChE4FBDoAQhgMAc#v=onepage&amp;amp;q=Systemrisiko&amp;amp;f=false Eric Krause, &amp;#039;&amp;#039;Methode für das Outsourcing in der Informationstechnologie von Retail Banken&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 47 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Hardwarefehler]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Risikomanagement und Krisenmanagement ==&lt;br /&gt;
Das Systemrisiko muss durch das [[Risikomanagement]] eines Unternehmens zunächst im Rahmen der [[Risikowahrnehmung]] erkannt werden. Das Systemrisiko wird zunehmend als eine besondere Risikoart behandelt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=CrOBDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA108&amp;amp;dq=Systemrisiko&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiB4cevtKbpAhVPw4sKHZ_8AkgQ6AEIJzAA#v=onepage&amp;amp;q=Systemrisiko&amp;amp;f=false Juliane K. Mendelsohn, &amp;#039;&amp;#039;Systemrisiko und Wirtschaftsordnung im Bankensektor&amp;#039;&amp;#039;, 2018, S. 21]&amp;lt;/ref&amp;gt; und einer [[Risikoidentifikation]] unterzogen, um dann in der [[Risikoanalyse]] untersucht zu werden. Es folgen [[Risikoquantifizierung]], [[Risikoaggregation]], [[Risikobeurteilung]] und [[Risikobewertung]]. Bei letzterer Maßnahme wird entschieden, ob und inwieweit eine [[Risikobewältigung]] des Systemrisikos vorzunehmen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während sich das Risikomanagement mit potenziellen Krisen befasst, ist es Aufgabe des [[Krisenmanagement]]s, bei und nach dem Eintritt einer [[Krise]] den möglicherweise entstehenden personellen ([[Personenschaden]]) und materiellen [[Sachschaden]] zu bekämpfen, einzudämmen und die Krise zu bewältigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerd F. Kamiske/Jörg-Peter Brauer, &amp;#039;&amp;#039;Qualitätsmanagement von A-Z&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 259; ISBN 9783446425811&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Krisenprävention]] obliegt die Aufgabe, ein Wirtschaftssubjekt auf potenzielle Krisen vorzubereiten und diese zu verhindern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Finanzmarktteilnehmer unternehmen große Anstrengungen, um spezifische Risiken der eigenen [[Risikotragfähigkeit]] anzupassen. Sie vermeiden [[Klumpenrisiko|Klumpen-]] und [[Granularität (Kredit)|Granularitätsrisiken]] und [[Risikodiversifikation|diversifizieren Risiken]] in ihrem [[Portfolio]] (vgl. [[Diversifikation (Wirtschaft)|Diversifikation]]). Durch geschickte Kombination der Einzelrisiken in einem Portfolio kann das Gesamtrisiko des Portfolios (vgl. [[Portfoliotheorie]]) bis auf ein nicht diversifizierbares [[Restrisiko]] (das systematische Risiko) abgesenkt werden. In der Portfoliotheorie wird hierfür auch der Begriff „systematisches Risiko“ verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange ein Finanzmarkt durch Eigenkorrektur-Mechanismen Schocks überwinden kann, ohne dass die Realwirtschaft geschädigt wird, kann er als stabil angesehen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Garry Schinasi, &amp;#039;&amp;#039;Safeguarding Financial Stability&amp;#039;&amp;#039;, 2005, S. 85&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Finanzmarkt ist stabil, wenn er über einen längeren Zeitraum eine [[Pareto-Optimum|pareto-effiziente]] [[Ressourcenallokation]] durchführt, [[Finanzrisiko|Finanzrisiken]] relativ genau erkennt und vernünftig bewertet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=aSBbDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA9&amp;amp;dq=Systemrelevanz+Systemrisiko&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjct72VqqbpAhWvxIsKHdQeADcQ6AEIQjAD#v=onepage&amp;amp;q=Systemrelevanz%20Systemrisiko&amp;amp;f=false Daniel Klingenbrunn, &amp;#039;&amp;#039;Produktverbote zur Gewährleistung von Finanzmarktstabilität&amp;#039;&amp;#039;, 2018, S. 17]&amp;lt;/ref&amp;gt; Geht von einem Element des Systems eine Gefahr aus und dieses hat das Potenzial, eine Systemkrise zu verursachen oder zu verstärken und sogar einen Systemzusammenbruch auszulösen, so liegt ein &amp;#039;&amp;#039;Systemrisiko&amp;#039;&amp;#039; vor. Um eine &amp;#039;&amp;#039;Systemkrise&amp;#039;&amp;#039; handelt es sich, wenn eine Störung die Funktionsfähigkeit des Systems erheblich beeinträchtigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[OECD]], &amp;#039;&amp;#039;Systemic Risk&amp;#039;&amp;#039;, 1991, Tz. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
Das Systemrisiko ist abzugrenzen vom [[Systematisches Risiko|systematischen Risiko]] ({{enS|systematic risk}}).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Klingenbrunn, &amp;#039;&amp;#039;Produktverbote zur Gewährleistung von Finanzmarktstabilität&amp;#039;&amp;#039;, 2018, S. 12&amp;lt;/ref&amp;gt; Letzteres ist ein nicht [[Risikodiversifizierung|diversifizierbares]] Risiko in [[Portfolio|Portfolie]]n ([[Wertpapierdepot|Wertpapier-]] oder [[Kreditportfolio]]), das aus [[Konjunkturzyklus|Konjunkturzyklen]] oder der [[Marktentwicklung]] entsteht und alle Marktteilnehmer trifft. Das Systemrisiko entsteht dagegen daraus, dass ein nicht diversifizierbarer ökonomischer Schock alle Marktteilnehmer unvorhersehbar treffen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner ist das Systemrisiko von der [[Systemrelevanz]] zu unterscheiden. Stellen [[Wirtschaftssubjekt]]e oder [[Wirtschaftsobjekt]]e ein hohes Systemrisiko dar, müssen sie als systemrelevant eingestuft werden. Systemrelevanz setzt mithin auch voraus, dass ein das Wirtschaftssystem gefährdendes Systemrisiko besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Systemtheorie]]&lt;br /&gt;
* [[Capital Asset Pricing Model]]&lt;br /&gt;
* [[Risikomanagement]]&lt;br /&gt;
* [[Europäischer Ausschuss für Systemrisiken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Christian Köhler: &amp;#039;&amp;#039;Die Zulässigkeit derivativer Finanzinstrumente in Unternehmen, Banken und Kommunen: Eine ökonomische und rechtliche Analyse.&amp;#039;&amp;#039; Mohr Siebeck, ISBN 978-3-16-151928-4, S. 171 ff.&lt;br /&gt;
* Sachverständigenrat, Jahresgutachten 2009/2010, S. 142 ff.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Systemic Risk as a Perspective for Interdisciplinary Risk Research&amp;#039;&amp;#039;, Schwerpunktheft Technikfolgenabschätzung, KIT Karlsruhe, 20. Jg. H. 3. Dezember 2011.&lt;br /&gt;
* International Risc Governance Council (IRGC): &amp;#039;&amp;#039;The Emergence of Risks, Geneva.&amp;#039;&amp;#039; 2010.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=1164452932}}&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzrisiko]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Globalisierung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Management]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Planung und Organisation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risikomanagement]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risikomanagement (Bank)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risikomanagement (Versicherung)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risiko]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Alva2004</name></author>
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