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	<title>Studentenwappen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Studentenwappen&amp;diff=175094&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Magipulus: BKS-Link entfernt</title>
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		<updated>2026-02-04T17:45:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;BKS-Link entfernt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Baltonia vapp.jpeg|hochkant|mini|Wappen der Korporation Baltonia Dorpat (1872)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Studentenwappen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind die [[Wappen]] von [[Studentenverbindungen]]. Sie entwickelten sich im frühen 19. Jahrhundert und weisen gegenüber den Wappen von Familien, Adelsgeschlechtern, Ländern und Gemeinden, die der klassischen [[Heraldik]] folgen, einige gestalterische Besonderheiten auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gestaltung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Mehrere Bilder&lt;br /&gt;
 |align = right&lt;br /&gt;
 |Richtung = horizontal&lt;br /&gt;
 |Fußzeile = Der Schild der meisten Studentenwappen ist [[Vierung (Heraldik)|geviert]] (links); sehr häufig ist ein zusätzlicher [[Herzschild]] (rechts)&lt;br /&gt;
 |Breite = 100&lt;br /&gt;
 |Bild1 = Parted quarterly.svg&lt;br /&gt;
 |Bild2 = Parted quarterly with a heart.svg&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Studentenwappen werden von der Schulheraldik nicht als „eigentliche“ Wappen bezeichnet, da sie oftmals nicht den heraldischen Regeln folgen und unheraldische Elemente im Schild verwenden, also Identitätssymbole der jeweiligen Verbindung, die im Wappen zusammengeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Blasonierung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wappenschild ===&lt;br /&gt;
Der Schild ist bei Studentenwappen meist [[Vierung (Heraldik)|geviert]], oft mit zusätzlichem [[Herzschild]]. Dadurch entstehen im Schild in der Regel vier oder fünf [[Feld (Heraldik)|Felder]], die mit einem gewissen Repertoire von Elementen ausgefüllt werden. Während die Vierung in der klassischen Heraldik eine Methode zur [[Wappenvereinigung]] darstellt, wurde diese Aufteilung für Studentenwappen vermutlich einfach deshalb gewählt, um genügend Platz für die verschiedenen Identitätssymbole zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufigstes Element ist das [[Couleur]]band, also ein Stück des meist dreifarbigen Bandes, das farbtragende Verbindungsstudenten um die Brust tragen, diagonal durch das Feld geführt. Ein weiteres häufiges Element ist der [[Zirkel (Studentenverbindung)|Zirkel]], der entweder auf den Verbindungsfarben oder in einem eigenen Feld – zumeist dem Herzschild – seinen Platz findet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls zum Füllen eines Feldes verwendet wird häufig – vor allem bei [[Corps]] – das [[Bundeszeichen (Studentenverbindung)|Bundeszeichen]], oft verkürzt dargestellt mit einem [[Lorbeerkranz]], zwei gekreuzten [[Studentische Fechtwaffe|Mensurschlägern]] und dem eingeschriebenen Gründungsdatum. Weiter üblich sind verschiedene Symbole für Freundschaft ([[Handschlag|Treuhände]]) und Ewigkeit ([[Ouroboros]]), die noch aus dem [[Freimaurerei|Freimaurerwesen]] der [[Studentenorden]] übernommen worden sind oder aus der Antike stammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wappen von 1876 bis heute cropped.jpg|mini|hochkant|Entwicklung eines Wappens von 1876 bis heute (Corps Guestphalia Erlangen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig sind auch einzelne heraldische Elemente, die auf die Universitätsstadt verweisen oder bei landsmannschaftlich ausgerichteten Verbindungen auf das Herkunftsland der Mitglieder, beispielsweise durch Übernahmen aus der Kommunal-, Provinzial- oder staatlichen Heraldik. So lässt die Aufnahme bestimmter Landeswappen häufig bereits auf den Verbindungsnamen schließen ([[Sachsenross]] für &amp;#039;&amp;#039;Saxonia&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Guestphalia&amp;#039;&amp;#039;, [[Fränkischer Rechen]] für &amp;#039;&amp;#039;Franconia&amp;#039;&amp;#039; etc.).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Richwien 636&amp;quot;&amp;gt;Gerhard Richwien: &amp;#039;&amp;#039;Das Erbe der Orden.&amp;#039;&amp;#039; In: Erich Donnert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Europa in der frühen Neuzeit. Festschrift für Günter Mühlpfordt. Band 6: Mittel-, Nord- und Osteuropa.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Köln 1997, S. 636.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei fachlich ausgerichteten Verbindungen boten sich weitere Symbole an, wie [[Schlägel und Eisen]] für montanistische, Bäume oder Hirschköpfe für jagdlich-forstliche, Zirkel und Zahnrad für technische oder [[Totenkopf (Heraldik)|Totenkopf]] und [[Äskulapstab]] für medizinische oder tiermedizinische Verbindungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Burschenschaft]]en werden häufig den Wahlspruch [[Ehre, Freiheit, Vaterland]] symbolisierende Elemente eingesetzt. So stehen etwa gekreuzte Schläger für [[Ehre]], eine aufgehende [[Sonne (Heraldik)|Sonne]] für Freiheit und eine [[Eiche]] für das Vaterland. Die Vierung des Schildes wird häufig durch ein [[Schwarzes Kreuz (Symbol)|Schwarzes Tatzenkreuz]] erzeugt. Weiterhin ist eine Kombination von [[Leyer und Schwerdt|Leier und Schwert]] gebräuchlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Turnerschaft (Studentenverbindung)|Turnerschaften]] verwenden oft das [[Turnerkreuz]], musische Verbindungen eine [[Harfe (Heraldik)|Harfe]], wissenschaftliche Verbindungen [[Buch (Heraldik)|Buch]] oder Eule.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow=4 caption=&amp;quot;Wappenschilde&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Corps Marchia Breslau.JPG|[[Corps Marchia Breslau]]: &amp;lt;small&amp;gt;[[Märkischer Adler]], [[Bundeszeichen (Studentenverbindung)|Bundeszeichen]], Farbband und Zirkel.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frankenwappen ohne Alles.png|Burschenschaft Franconia Freiburg: &amp;lt;small&amp;gt;Schwarzes Kreuz, Händedruck mit Ouroboros, aufgehende Sonne, Eiche, Leier und Schwert, Zirkel auf Farbband, Wahlspruch.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wappen Darmstadtia Gießen.jpg|[[Landsmannschaft Darmstadtia Gießen]]: &amp;lt;small&amp;gt;Farbband, Wappen [[Darmstadt]]s, [[Bunter Löwe|Hessischer Löwe]], Bundeszeichen, Zirkel.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wappenschild klein.jpg|[[StMV Blaue Sänger Göttingen]]: &amp;lt;small&amp;gt;Harfe, Eiche, Bundeszeichen, Farbband, Zirkel.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ergänzungen ===&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Oberwappen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie auch bei den Wappen der historischen Heraldik ist die häufigste Ergänzung eines studentischen Wappenschildes zum Vollwappen der aufliegende [[Helm (Heraldik)|Helm]] mit aufsitzender [[Helmzier]] und umgebenden [[Helmdecke]]n. Der Helm ist zumeist mit einer [[Helmkrone]] – eigentlich ein Adelsattribut – versehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ober- und unterhalb umgeben häufig das [[Kriegsgeschrei|Panier]] (zumeist in der Form „… sei’s Panier“) und der [[Wahlspruch]] das Vollwappen. [[Schildhalter]] hingegen sind bei Studentenwappen äußerst selten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Helmzier]] ist bei den meisten Studentenwappen in derselben Form gestaltet und besteht aus [[Straußenfeder]]n in den Farben der Verbindung und in der Zahl der Farben.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Richwien: &amp;#039;&amp;#039;Das Erbe der Orden.&amp;#039;&amp;#039; In: Erich Donnert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Europa in der frühen Neuzeit. Festschrift für Günter Mühlpfordt. Band 6: Mittel-, Nord- und Osteuropa.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Köln 1997, S. 637.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nur vereinzelt finden sich auch andere Figuren, wie ein [[Flug (Heraldik)|offener Flug]] oder ein Hirschkopf. Straußenfedern als Helmzier sind im deutschsprachigen Raum ansonsten sehr selten und eher von [[Liste der Wappen der Szlachta|polnischen Wappen]] bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow=4 caption=&amp;quot;Vollwappen&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
FcA-Wappen-400.jpg|[[KDStV Franconia Aachen]] (mit Straußenfedern)&lt;br /&gt;
Wappen Germania Königsberg.jpg|[[Burschenschaft Germania Königsberg]] (zusätzlich mit Panier und Wahlspruch)&lt;br /&gt;
Clausthal_TU_Verbindung_L_Alemannia-Silesia-3.JPG|Landsmannschaft Alemannia-Silesia Clausthal (mit offenem Flug)&lt;br /&gt;
Wappen des Corps Hubertia Freiburg.jpg|[[Corps Hubertia Freiburg]] (mit Hirschkopf)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wappen der Wingolfsverbindungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit sind die Wappen der Verbindungen im [[Wingolfsbund]], die einer einheitlichen Gestaltung folgen und stets das [[Jerusalem-Kreuz]], den Reichs- bzw. Bundesadler und das Stadtwappen enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Richwien 636&amp;quot; /&amp;gt; Lediglich im vierten Feld gibt es Abweichungen. Während die alten Verbindungen dort einen Lorbeerkranz mit Gründungsdatum führen, haben jüngere Verbindungen häufig das Landeswappen aufgenommen. Der Lorbeerkranz wird gelegentlich auch mit gekreuzten Schlägern dargestellt. Auch der Wappenmantel ist einheitlich gestaltet. Die Bezugnahme auf das Jerusalemer Kreuz und damit auf das Wappen des [[Königreich Jerusalem|Königreiches Jerusalem]] erklärt auch die heraldisch eigentlich unzulässige Kombination von Gold und Weiß (Silber). Unterschiede sind besonders in der Helmzier erkennbar. Während die Helmzier des [[Hallenser Wingolf]] einen Stern des [[Halle (Saale)#Wappen|Hallenser Stadtwappens]] anzeigt, wählt der [[Göttinger Wingolf]] als Helmzier [[Büffelhörner|Füllhörner]] („Trinkhörner“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wappen des Hallenser Wingolfs nach Doeberl (1931).png|[[Hallenser Wingolf]]&lt;br /&gt;
Wappen des Göttinger Wingolfs nach Doeberl (1931).png|[[Göttinger Wingolf]]&lt;br /&gt;
Wappen des Jenenser Wingolfs nach Doeberl (1931).png|Beim Jenenser Wingolf findet sich das [[Thüringer Landeswappen]] statt dem Lorbeerkranz im vierten Feld.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fusions- und Allianzwappen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wappen Philippina-Saxonia.jpg|mini|hochkant|Beispiel für ein Fusionswappen: [[Turnerschaft Philippina-Saxonia|Turnerschaft Philippina-Saxonia Marburg]] (2004)]]&lt;br /&gt;
Im Falle einer Fusion zweier Studentenverbindungen stellt sich neben der Frage eines neuen Namens und einheitlichen Couleurs auch die Frage eines gemeinsamen Wappens. Das Problem kann entweder durch Fortführung eines der bestehenden Wappen oder durch eine [[Wappenvereinigung]] gelöst werden. Dabei kann entweder ein gänzlich neues Wappen entstehen oder auch ein [[Allianzwappen]], in dem zumindest die ursprünglichen Schilde erhalten bleiben und – teilweise unter einem neuen gemeinsamen [[Oberwappen]] – nebeneinandergestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;Gallery perrow=3 caption=&amp;quot;Allianzwappen&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wappen Burschenschaft Brunsviga.JPG|[[Burschenschaft Brunsviga|Burschenschaft Brunsviga Göttingen]]&lt;br /&gt;
Corps Alemannia-Thuringia zu Magdeburg Wappen.png|[[Corps Alemannia-Thuringia zu Magdeburg]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Geschichte der Studentenverbindungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entstehung und Verbreitung im frühen 19. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während sich die [[Landsmannschaft (Frühe Neuzeit)|Landsmannschaften der Frühen Neuzeit]] höchstens ihrer jeweiligen Landeswappen bedient haben dürften, rückte Ende des 18. Jahrhunderts in der Zeit der [[Studentenorden]] inhaltsbeladene Symbolik in den Vordergrund. Gegen die puristischen Regeln der Heraldik, die sich zu dieser Zeit ohnehin auf einem historischen Tiefpunkt befand, bevorzugten die studentischen Verbindungen „emblematische Lehrtafeln in Wappenform“.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Richwien: &amp;#039;&amp;#039;Das Erbe der Orden.&amp;#039;&amp;#039; In: Erich Donnert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Europa in der frühen Neuzeit. Festschrift für Günter Mühlpfordt. Band 6: Mittel-, Nord- und Osteuropa.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Köln 1997. S. 627–650, hier: S. 631.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das älteste Studentenwappen soll ab 1794 das in [[Freiberg]] bestehende ordensähnliche &amp;#039;&amp;#039;Concilium Metallicorum&amp;#039;&amp;#039; besessen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Ssymank]], Friedrich Schulze: &amp;#039;&amp;#039;Das deutsche Studententum von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;, München 1932. S. 324.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Leopold Knobloch et al. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bergstudenten. Geschichte und Brauchtum an den Montanhochschulen in Schemnitz, Clausthal, Freiberg und Leoben.&amp;#039;&amp;#039; SH-Verlag, Köln 2003. S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sonderform der Wappen kam ungefähr um 1810 allgemein in Gebrauch, als sich die Frühform der [[Corps]], die älteste heute noch existierende Form von Studentenverbindung, und mit ihnen das heutige [[Couleur]] entwickelte. Die Verbreitung der Studentenwappen ist wohl auch im Zusammenhang mit dem Aufkommen der Porzellanpfeifen zu sehen, die als früheste Wappenträger bekannt sind. Die meisten frühen Überlieferungen stammen aus [[Jena]], das gemeinhin als Ursprungsort des Korporationswappens angesehen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Erich Bauer (Historiker)|Erich Bauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Wann, wo und wie entstanden unsere Wappen? Eine Aufgabe für unsere gemeinschaftliche Geschichtsforschung.&amp;#039;&amp;#039; [[Verein für corpsstudentische Geschichtsforschung|Einst und Jetzt]] 7 (1962), S. 74–79.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Farbschild als Kurzform ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Heraldik Zofingia.png|hochkant=0.6|mini|[[Schweizerischer Zofingerverein]]]]&lt;br /&gt;
Bereits im Laufe des 19. Jahrhunderts bürgerte sich eine einheitliche Kurzform für Studentenwappen ein. Dazu wird ein Wappenschild diagonal mit den Couleurfarben belegt („Farbschild“), in die Mitte wird der [[Zirkel (Studentenverbindung)|Zirkel]] der betreffenden Verbindung gesetzt. Diese Wappenform wird auch &amp;#039;&amp;#039;kleines Wappen&amp;#039;&amp;#039; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reformbestrebungen um die Jahrhundertwende ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sie den Regeln der traditionellen Heraldik nur in den wenigsten Fällen entsprechen, stehen Studentenwappen bei Heraldikern seit jeher in der Kritik. Insbesondere die Verwendung von Tonvariationen der gleichen [[Tingierung#Farben|Farbe]], was eine einheitliche Wappenbeschreibung unmöglich macht, isoliert die studentische von der historischen Heraldik.&amp;lt;ref&amp;gt;Václav Vok Filip: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Heraldik.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Historische Grundwissenschaften in Einzeldarstellungen&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 3) Steiner, Stuttgart 2000, ISBN 3-515-07559-3. S. 39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wappen der AV Guestfalia Tübingen.jpg|mini|hochkant|Wappen der [[AV Guestfalia Tübingen]], gestaltet entsprechend den Reformvorschlägen von [[Friedrich von Gaisberg-Schöckingen]]]]&lt;br /&gt;
Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert gab es daher mehrere – letztendlich erfolglose – Versuche, die studentische Heraldik zu reformieren und die Studentenwappen gemäß den Regeln der wissenschaftlichen Heraldik zu verändern. [[Friedrich von Gaisberg-Schöckingen]] verfasste Anfang des 20. Jahrhunderts mehrere Arbeiten zu dem Thema.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich von Gaisberg-Schöckingen: &amp;#039;&amp;#039;Vorschläge zur Reform der studentischen Heraldik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Heraldisch-Genealogische Blätter für adelige und bürgerliche Geschlechter|Heraldisch-Genealogische Blätter]]&amp;#039;&amp;#039; 4 (1907), S. 171–174, 183–189.&amp;lt;/ref&amp;gt; Darin stellte er Forderungen auf, die zwar heraldisch plausibel, für die konservativen Studentenverbindungen aber unannehmbar waren. Unter anderem wurde gefordert, die neuzeitlichen Bestandteile, das heißt vor allem Zirkel und Buchstaben, aus den Wappen zu entfernen.&amp;lt;ref&amp;gt; Oskar Franz Scheuer: &amp;#039;&amp;#039;Studentische Heraldik&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Michael Doeberl]] u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Akademische Deutschland. Band 2: Die deutschen Hochschulen und ihre akademischen Bürger.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1931. S. 113–124, hier S. 121.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ludwig Clericus]], im 19. Jahrhundert einer von Deutschlands maßgeblichen Heraldikern, schrieb 1890 zum 60. Stiftungsfest seines [[Corps Masovia Königsberg zu Potsdam|Corps Masovia]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß mit die allerunglücklichsten heraldischen Bildungen die Corpswappen sind. Auffällig ist das nicht weiter, da die ältesten Corps zu einer Zeit entstanden, in welcher die Wappenkunde und Wappenkunst tief danieder lagen und selbst ältere, erfahrenere und historisch und kunsthistorisch gebildete Männer nicht im Stande waren, ein schönes Wappen von einem scheußlichen zu unterscheiden. Nach dem Vorbilde des ersten besten freiherrlichen Diplomwappens wurde das Corpswappen entworfen: gerüstet mit Mittelschild, in letzterem der Corpszirkel, im ersten und vierten Felde die Streifen der Corpsfarben, im zweiten Felde ein Paar eichenkranzumschlungene, gekreuzte Hieber und allenfalls im dritten Felde der Versuch einer anderweiten landsmannschaftlichen Allegorie. Auf dem Helm ein Federbusch in den Corpsfarben. Diese Schablone ist immer wieder nachgeahmt worden und die dadurch entstandene Monotonie ist wirklich abschreckend dürftig. Weitere Fehler traten hinzu, um hie und da die Dürftigkeit auch noch zu verhäßlichen. Beispiele anzuführen, will ich mir versagen. Neuerdings, da der Kösener SC-Verband und die Institution der Alten Herren-Kommerse eine häufigere Anwendung von Corpswappen bedingt, hat man freilich meist die alten komplizierten Wappen in Pension gesetzt und schmückt dafür die Festsäle und Gärten mit Pappschilden, die irgendein Buchbinder im Ramsch geliefert hat. Da kommen dann Dekorationen zum Vorschein, die für jedes heraldisch verständige, auch für jedes nur ästhetisch einigermaßen veranlagte Auge peinlich und empörend sind. Fünfzig, hundert oder mehr Pappdeckel, die sämtlich in einer Richtung, einmal schräg-rechts, ein andermal schräg-links farbig gestreift sind, wirken in der Tat abschreckend – es sieht so aus, als wenn der Musterreisende einer Band- oder Bettzeugfabrik seine Proben ausgekramt und zur Ausstellung gebracht hätte. Nirgends eine Spur origineller Gedanken, künstlerisch geschmackvoller Erfindung. Vor zehn Jahren setzte sich [[Emil Hartmeyer|Herr Dr. Hartmeyer]] in Hamburg – ich weiß nicht gleich, welches Corps&amp;lt;!-- In Frage kommt nur [[Emil Hartmeyer]] (Vandalia Heidelberg 1843); [[Kösener Corpslisten|KKL]] 1910, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;122&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, 81--&amp;gt; – mit mir in Verbindung, eine Reform des Corpswappenwesens anzustreben, doch die Gleichgültigkeit, mit der diese Idee überall aufgenommen wurde, ließ damals den Plan scheitern.|Ludwig Clericus, 1890}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Porzellankanne, Wappen der Corps Saxo-Borussia und Marchia Breslau.jpg|hochkant=0.8|mini|Teekanne (vor 1860)]]&lt;br /&gt;
Bis heute finden sich Darstellungen von Studentenwappen auf Wänden und Decken von Gebäuden, als eigenständige Ölgemälde sowie auf allen möglichen Gegenständen, speziell aber auf den Porzellandeckeln von Bierkrügen. Kostbare mit Studentenwappen verzierte Gegenstände waren besonders im Kaiserreich beliebte Geschenke unter Bundesbrüdern oder befreundeten Verbindungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Silke Möller: &amp;#039;&amp;#039;»Bier, Unfug und Duelle«? Corpsstudentische Erziehung im deutschen Kaiserreich 1871–1914.&amp;#039;&amp;#039; Meidenbauer, München 2004. S. 111.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1970er und 1980er Jahren kamen Autoaufkleber mit Studentenwappen in Mode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Außerhalb des deutschen Sprachraums ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kappa Kappa Psi Coat of Arms.svg|mini|hochkant|Wappen der Fraternity &amp;#039;&amp;#039;Kappa Kappa Psi&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Studentenverbindungen außerhalb des deutschen Sprachraums}}&lt;br /&gt;
Auch viele Studentenverbindungen, die nicht nach deutscher Tradition entstanden sind, führen Wappen, so zum Beispiel die nordamerikanischen [[Fraternities und Sororities]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Erich Bauer (Historiker)|Erich Bauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Wann, wo und wie entstanden unsere Wappen? Eine Aufgabe für unsere gemeinschaftliche Geschichtsforschung.&amp;#039;&amp;#039; [[Verein für corpsstudentische Geschichtsforschung|Einst und Jetzt]] 7 (1962), S. 74–79.&lt;br /&gt;
* [[Emily Helen Butterfield]]: &amp;#039;&amp;#039;College Fraternity Heraldry.&amp;#039;&amp;#039; George Banta Publishing, Menasha 1931.&lt;br /&gt;
* [[Michael Doeberl]], [[Otto Scheel]], [[Wilhelm Schlink (Physiker)| Wilhelm Schlink]], [[Hans Sperl]], [[Eduard Spranger]], Hans Bitter und Paul Frank  (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Akademische Deutschland, Bd. 4: Die Wappen der deutschen Korporationen des In- und Auslandes&amp;#039;&amp;#039;.  C. A. Weller Verlag, Berlin 1931.&lt;br /&gt;
* [[Gregor Gatscher-Riedl]]: &amp;#039;&amp;#039;Das studentische Wappenwesen. Eine Einführung in die heraldische Tradition akademischer Studentenverbindungen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Heraldisch-Genealogische Gesellschaft „Adler“|Adler. Zeitschrift für Genealogie und Heraldik]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 4, 24. April 2005, S. 97–105.&lt;br /&gt;
* Gregor Gatscher-Riedl: &amp;#039;&amp;#039;Das studentische Wappenwesen. Eine Einführung in die heraldische Kultur akademischer Korporationen vom Spätmittelalter bis zur Studenten-Kunstbewegung vor 1914&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Einst und Jetzt. Jahrbuch 2025 des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung&amp;#039;&amp;#039; (VfcG), Band 70, Neustadt an der Aisch 2025, S. 87-112, ISBN 978-3-87707-336-0, ISSN 0420-8870&lt;br /&gt;
* Theodor Hoelcke: &amp;#039;&amp;#039;Die Wappen der Bünde des Coburger Convent.&amp;#039;&amp;#039; o. O. 1982/1983.&lt;br /&gt;
* [[Harald Lönnecker]]: &amp;#039;&amp;#039;„Und wenn es noch so falsch ist, so bleibt es doch unsere Tradition“. Der ‚Wappenstreit‘ um die Darstellung studentischer Verbindungswappen als Folie von Distinktion, Segregation und Abgrenzung im Studentenvereinswesen vor dem Ersten Weltkrieg&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Herold-Jahrbuch&amp;#039;&amp;#039;, Neue Folge, 19. Band, Berlin 2014, ISBN 978-3-9804875-8-0, S. 149–218.&lt;br /&gt;
* [[Hans Peter Hümmer]]: &amp;#039;&amp;#039;Vom Rezeptionsgeheimnis zum Korporationswappen. Ein vernachlässigtes Thema der traditionellen Heraldik&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Einst und Jetzt. Jahrbuch 2025 des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung&amp;#039;&amp;#039; (VfcG), Band 70, Neustadt an der Aisch 2025, S. 113-142, ISBN 978-3-87707-336-0, ISSN 0420-8870&lt;br /&gt;
* Gerhard Richwien: &amp;#039;&amp;#039;Das Erbe der Orden. Symbolwelt der Aufklärungszeit und ritterliches Identifikationsmuster im akademischen Korporationswesen.&amp;#039;&amp;#039; In: Erich Donnert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Europa in der frühen Neuzeit. Festschrift für Günter Mühlpfordt. Band 6: Mittel-, Nord- und Osteuropa.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Köln 1997. S. 627–650.&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Sack]]: &amp;#039;&amp;#039;Akademische Wappenkunde. Ein Handbuch für Akademiker, Heraldiker und Künstler&amp;#039;&amp;#039;. Neu Isenburg 1935.&lt;br /&gt;
* [[Oskar Scheuer|Oskar Franz Scheuer]]: &amp;#039;&amp;#039;Studentische Heraldik&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Michael Doeberl]] u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Akademische Deutschland. Band 2: Die deutschen Hochschulen und ihre akademischen Bürger.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1931. S. 113–124.&lt;br /&gt;
* Aribert Schwenke: &amp;#039;&amp;#039;Symbole, Embleme und Geheimzeichen in Kösener Corpswappen.&amp;#039;&amp;#039; Einst und Jetzt, Bd. 41 (1996), S. 29–82.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Coats of arms of student fraternities|Studentenwappen}}&lt;br /&gt;
* [http://www.burschenschaft.com/burschenschaft-was-ist-das/geschichte-tradition/weitere-informationen/wappenkunde.html Wappen der Mitgliedsverbindungen der Deutschen Burschenschaft und des Allgemeinen Deutschen Burschenbundes sowie deutscher Verbindungen im Ausland (Stand 1931)]&lt;br /&gt;
* [http://www.welt-der-wappen.de/Heraldik/seiten/verbindung.htm Bernhard Peter: &amp;#039;&amp;#039;Studentische Heraldik&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [[Verein für corpsstudentische Geschichtsforschung]]: [https://www.vfcg.eu/jahrbuch/wappen/ &amp;#039;&amp;#039;Wappen im Jahrbuch Einst und Jetzt&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wappen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Couleur|Studentenwappen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Magipulus</name></author>
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