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	<title>Streitgedicht - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T14:11:36Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Streitgedicht&amp;diff=1098266&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Weblinks */ https</title>
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		<updated>2023-06-03T20:02:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Streitgedicht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[dialog]]isierende [[Lyrik|lyrische]] Form, in der üblicherweise zwei Personen, die jeweils als [[Allegorie|allegorische]] [[Personifikation]]en ihres Standpunkts erscheinen, einen Streit austragen&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Walther: &amp;#039;&amp;#039;Das Streitgedicht in der lateinischen Literatur des Mittelalters&amp;#039;&amp;#039; München 1920, S. 3&amp;lt;/ref&amp;gt;. Themen des Streitlieds sind z.&amp;amp;nbsp;B. Rang und Wert, Vorzüge und Schwächen oder die Entscheidung über eine Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Streitdichtung ==&lt;br /&gt;
Die literarische Tradition des Streitgedichts reicht bis in die [[Klassische Philologie|Antike]] zurück. Bekannte Formen sind [[Agon]] und [[Synkrisis]] bei [[Theokritos]] (später bei [[Vergil]]) in der klassischen griechischen, [[Altercatio]], [[Conflictus]] und [[Disputatio]] in der lateinischen Literatur. Im weiteren Sinne sind auch die Vorläufer in der [[Germanische Dichtung|germanischen Dichtung]] wie z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;Lokasenna&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Harbarȝljoð&amp;#039;&amp;#039; oder die so genannten Gelfreden, spottende Reizreden auf einen Gegner, zu den Streitgedichten zu zählen. Die [[Altnordische Literatur|altnordische]] und die [[altenglische Literatur]] pflegten sie und auch die orientalischen Literaturen, voran die [[Arabische Literatur|arabische]] und die [[Persische Literatur|persische]], bildeten eigene Arten des Streitgedichts aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den mittellateinischen Genres erwuchsen im Lauf des Mittelalters in den romanischen Sprachen Formen der [[Spielmannsdichtung]] wie [[Tenzone]], [[Partimen]], [[Jeu parti]], [[Débat]] und [[Contrasto]]. Der deutsche [[Minnesang]] brachte im Spätmittelalter das Streitlied zu einer eigenen Blüte. Beliebte Inhalte im 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert waren Gegensatzpaare wie Leib und Seele bei [[Walther von Metz]], Wein und Wasser, Sommer und Winter, Liebe und Schönheit bei [[Reinmar von Brennenberg]], aber auch [[Scheltspruch|Scheltsprüche]], die Kritik an Kirche und Adel übten. Besonders das Moment der Personifikation trat hier oft auf, z.&amp;amp;nbsp;B. bei [[Walther von der Vogelweide]] und [[Regenbogen (Spruchdichter)|Regenbogen]] im allegorischen Sinn als &amp;#039;&amp;#039;Frau Minne&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Frau Ehre&amp;#039;&amp;#039; oder als &amp;#039;&amp;#039;Frau Welt&amp;#039;&amp;#039; bei [[Frauenlob]]. Dieser verfasste ein &amp;#039;&amp;#039;Streitgespräch zwischen Minne und Welt&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander Hildebrand: &amp;#039;&amp;#039;Frauenlobs Streitgedicht zwischen Minne und Welt&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1970&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Wende zur Neuzeit geriet das Genre unter den Einfluss des [[Volkslied]]s und der [[Lehrgedicht|didaktischen Dichtung]]. [[Johannes von Tepl]] nutzte in &amp;#039;&amp;#039;[[Der Ackermann aus Böhmen]]&amp;#039;&amp;#039; (um 1400) die Form erstmals für ein umfangreicheres Werk. Ein bis heute bekanntes Streitgedicht dieser Epoche ist das anonyme [[frühneuhochdeutsch]]e religiöse &amp;#039;&amp;#039;Streitlied zwischen Leben und Tod&amp;#039;&amp;#039;. Nachwirkungen finden sich vor allem in politischen, theologischen oder ideologischen Dialogschriften seit der [[Reformation]]szeit wie [[Flugschrift]]en und [[Traktat]]en, in der [[Narrenliteratur]], in [[Ulrich von Hutten]]s &amp;#039;&amp;#039;Gesprächbüchlin&amp;#039;&amp;#039; (1521) und noch im 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert in [[Angelus Silesius]]’ religiösen Streitschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Epoche der [[Romantik]] erfährt die spielerische Tenzone eine Wiederbelebung im kulturellen Leben. [[Karl Joseph Simrock]] und [[Wilhelm Wackernagel]] streiten sich in &amp;#039;&amp;#039;Kunst und Amt&amp;#039;&amp;#039;, [[Ludwig Uhland]] und [[Friedrich Rückert]] in &amp;#039;&amp;#039;Tenzonen&amp;#039;&amp;#039; über Themen wie künstlerische Freiheit und Vernunft, Liebe und Treue. Bekanntestes Beispiel von Streitdichtung im Musikdrama ist der Dichter- und Sängerwettstreit von Sixtus Beckmesser und Walther von Stolzing in [[Richard Wagner]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Die Meistersinger von Nürnberg]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stilistische Merkmale ==&lt;br /&gt;
Wesentliches stilistisches Merkmal des Streitgedichts ist die Wechselrede: Zwei Kontrahenten vertreten ihren Standpunkt mit jeweils klarem Anspruch auf Wahrheit und tragen ihn im oft gereimten Dialog vor. Bei den Protagonisten kann es sich um real existierende, historische Persönlichkeiten (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Euripides]] und [[Aischylos]] in den &amp;#039;&amp;#039;[[Die Frösche|Fröschen]]&amp;#039;&amp;#039; des [[Aristophanes]]), mythologische Gestalten ([[Ganymed (Mythologie)|Ganymed]] und [[Helena (Mythologie)|Helena]]), biblische Figuren ([[Johannes der Täufer]], [[Johannes (Evangelist)|Johannes der Evangelist]]) oder fiktive Charaktere (ein Ritter und ein Priester) handeln. Auch personifizierte Alltagsphänomene (Frühling gegen Winter), personifizierte Wertkonzepte (Tradition gegen Fortschritt, Heidentum gegen Christentum), Tiere (Eule und Nachtigall), Pflanzen (Ölbaum und Lorbeerbaum) oder sogar Nahrungsmittel (im satirischen Streitgedicht von Erbsenbrei und dicken Linsen, [[Meleagros von Gadara]]) kommen vor. Ein Richter als dritter Protagonist spielt in einigen Fällen die Rolle einer Entscheidungsinstanz. [[Prolog (Literatur)|Vorreden]], [[Nachwort|Schlussreden]] oder die Einbettung des einzelnen Streitgedichts in einen größeren erzählerischen Zusammenhang sind möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mündliche Streitdichtung ==&lt;br /&gt;
Mündliche Streitdichtung existiert wie die schriftliche in beinahe allen Epochen und zahlreichen Kulturen. Bereits die antike Streitdichtung Theokrits fand ihr Vorbild im mündlichen Brauchtum [[Geschichte Siziliens|sizilischer]] Hirten ([[Bukolische Dichtung|Bukolik]]). Stammesehre und der gesellschaftliche Status Einzelner wurde im [[Vorislamisches Arabien|vorislamischen Arabien]] im ritualisierten &amp;#039;&amp;#039;Mufakhara&amp;#039;&amp;#039; verhandelt&amp;lt;ref&amp;gt;Bichr Fares: &amp;#039;&amp;#039;Mufakhara&amp;#039;&amp;#039;. Enzyklopädie des Islam, Leiden/Leipzig 1936&amp;lt;/ref&amp;gt;. [[Bayern]] und [[Österreich]] kannten mit dem [[Ansingen]] und den [[Gasslreimen]] spielerisch-volkstümliche Arten mündlicher Streitdichtung, die hauptsächlich von Liebesthemen handelte&amp;lt;ref&amp;gt;Ilka Peter: &amp;#039;&amp;#039;Gasslbrauch und Gasslspruch in Österreich&amp;#039;&amp;#039;. Salzburg 1953&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das &amp;#039;&amp;#039;sounding&amp;#039;&amp;#039; in der afroamerikanischen urbanen Alltagskultur ist ein spielerisch-kämpferischer Austausch von gereimten Zweizeilern, in dem meist zwei Männer miteinander wetteifern&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Kochmann: &amp;#039;&amp;#039;Rappin and stylin out. Communication in Urban Black America&amp;#039;&amp;#039;. Chicago 1972, S. 241 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Weitgehend aus dem Alltag verschwunden, ist mündliche Streidichtung in der Gegenwart vor allem in den [[Battle-Rap|Battles]] der [[Hip-Hop (Subkultur)|HipHop-Kultur]] weltweit präsent&amp;lt;ref&amp;gt;Eike Freese: &amp;#039;&amp;#039;Streitgedicht&amp;#039;&amp;#039;. Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Band 9. Tübingen 2009, S. 177&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
* [[Draxt-i Asurig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hermann Jantzen: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des deutschen Streitgedichtes im Mittelalter. Mit Berücksichtigung ähnlicher Erscheinungen in anderen Litteraturen&amp;#039;&amp;#039;. Breslau 1886, Nachdruck Hildesheim 1977&lt;br /&gt;
* Heinrich Knobloch: &amp;#039;&amp;#039;Die Streitgedichte im Provenzalischen und Altfranzösischen&amp;#039;&amp;#039;. Dissertation. Breslau 1886&lt;br /&gt;
* Wilhelm Gadow: &amp;#039;&amp;#039;Das mittelenglische Streitgedicht Eule und Nachtigall&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1909&lt;br /&gt;
* Hans Walther: &amp;#039;&amp;#039;Das Streitgedicht in der lateinischen Literatur des Mittelalters&amp;#039;&amp;#039;. München 1920&lt;br /&gt;
* Eduard Böhs: &amp;#039;&amp;#039;Das Schönhengster Streitgedicht vom Sommer und Winter&amp;#039;&amp;#039;. Landskron 1922&lt;br /&gt;
* Ingrid Kasten: &amp;#039;&amp;#039;Studien zur Thematik und Form des mittelhochdeutschen Streitgedichtes&amp;#039;&amp;#039;. Dissertation. Hamburg 1973&lt;br /&gt;
* Michel-André Bossy (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Medieval debate poetry. Vernacular works&amp;#039;&amp;#039;. New York 1987. ISBN 0-8240-8709-7&lt;br /&gt;
* Antje Schäfer: &amp;#039;&amp;#039;Vergils Eklogen 3 und 7 in der Tradition der lateinischen Streitdichtung. Eine Darstellung anhand ausgewählter Texte der Antike und des Mittelalters&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt am Main 2001&lt;br /&gt;
* Peter Stotz: &amp;#039;&amp;#039;Beobachtungen zu lateinischen Streitgedichten des Mittelalters. Themen – Strukturen – Funktionen&amp;#039;&amp;#039;. Zürich 2001&lt;br /&gt;
* Eike Freese: &amp;#039;&amp;#039;Streitgedicht&amp;#039;&amp;#039;. Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Band 9. Tübingen 2009&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.sglp.uzh.ch/static/MLS/files/Stotz-Streitgedichte.pdf Online-Publikation an der Universität Zürich]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lyrische Form]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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