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	<title>Strategie 18 - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Derkoenig: lf nach Verschiebung</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;lf nach Verschiebung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Projekt 18.svg|mini|hochkant|Wahlplakat der FDP zur Bundestagswahl 2002]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Strategie 18&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Projekt 18&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, wurde die Wahlkampfstrategie der [[Freie Demokratische Partei|FDP]] zur [[Bundestagswahl 2002]] bezeichnet. Im Mai 2001 beschloss der Düsseldorfer [[FDP-Bundesparteitag 2001|Bundesparteitag der FDP]] die Strategie, die „mit neuen Formen der Kommunikation und Darstellung […] neue Wählerschichten“&amp;lt;ref name=&amp;quot;jesse_2006_103ff&amp;quot;&amp;gt;Eckhard Jesse und [[Roland Sturm]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bilanz der Bundestagswahl 2005. Voraussetzungen, Ergebnisse, Folgen.&amp;#039;&amp;#039; VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-14968-7, S. 103 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; für die Partei erschließen und die FDP als eigenständige und unabhängige politische Kraft außerhalb eines vorgegebenen Lagers positionieren sollte. Der Name bezog sich auf das Wahlziel, den Anteil an den Wählerstimmen von 6 auf 18 % zu verdreifachen. Inmitten von Kontroversen über eine möglicherweise damit verbundene [[Rechtspopulismus|rechtspopulistische]] Ausrichtung erzielte die FDP letztlich 7,4 % und rückte nach der Wahl von diesem Kurs ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte und Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Die FDP geriet 1999 in eine existenzgefährdende Krise.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jesse_2006_103ff&amp;quot;/&amp;gt; Bei der [[Bundestagswahl 1998|Bundestagswahl am 27. September 1998]] hatte sie die jahrzehntelange Regierungsbeteiligung in einer [[Schwarz-gelbe Koalition|Koalition mit CDU/CSU]] an die [[rot-grüne Koalition]] verloren und war sowohl bei der [[Europawahl in Deutschland 1999|Europawahl am 13. Juni 1999]] als auch bei den meisten [[Wahlen 1999#Deutschland|Landtagswahlen 1999]] an der [[Sperrklausel#Sperrklauseln in verschiedenen Staaten|Fünf-Prozent-Hürde]] gescheitert. Die Partei war damit nur noch in 4 der 16 deutschen Landtage vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem Hintergrund ließ [[Jürgen Möllemann]], damals Landesvorsitzender der FDP NRW, von [[Fritz Goergen]] ein Wahlkampfkonzept zur [[Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2000|Landtagswahl im Mai 2000]] entwickeln. Es bekam den Namen „Werkstatt 8“; es stellte unter dem Motto „NRW braucht Tempo. Möllemann.“ die Themen Bildung, Verkehrsstau, Bürokratie und Sicherheit in den Vordergrund.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel_2000_01_11&amp;quot;&amp;gt;{{internetquelle | url=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,59402,00.html | titel=FDP-Wahlkampf: Adolf Hitler auf Möllemann-Plakat | datum=2000-01-11 | zugriff=2026-03-16 |werk=[[Der Spiegel]]|sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Guido Westerwelle]] als damaliger Generalsekretär war von der Gesamtkonzeption „sehr angetan“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel_2000_01_11&amp;quot;/&amp;gt; Bei der Kampagne war ein Plakat besonders umstritten: es zeigte [[Adolf Hitler]] zwischen [[Osho]] und [[Freddy Krueger]] mit dem Untertitel „Wenn wir nicht schnell für Lehrer sorgen, suchen sich unsere Kinder selber welche.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=FDP-Wahlkampf: Adolf Hitler auf Möllemann-Plakat |Sammelwerk=Der Spiegel |Datum=2000-01-11 |ISSN=2195-1349 |Online=https://www.spiegel.de/politik/deutschland/fdp-wahlkampf-adolf-hitler-auf-moellemann-plakat-a-59402.html |Abruf=2023-07-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Stimmenanteil konnte von 4 auf 9,8 Prozent mehr als verdoppelt werden. Im Wahlkampf wurde durch die „mediale Vermittlung von Emotionen und diffuser [[Ressentiment]]s … die FDP zu einer [[Protestpartei]] ähnlich der FPÖ … und Möllemann zu einem [[Volkstribun]] nach Art von [[Jörg Haider|Haider]]“&amp;lt;ref name=&amp;quot;leuschner_301ff&amp;quot;&amp;gt;Udo Leuschner: [http://books.google.com/books?id=cjUPfbrXoxYC&amp;amp;printsec=frontcover &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der FDP. Metamorphosen einer Partei zwischen rechts, sozialliberal und neokonservativ.&amp;#039;&amp;#039;] Edition Octopus, Münster 2005, ISBN 3-86582-166-9, [http://books.google.com/books?id=cjUPfbrXoxYC&amp;amp;pg=PA301 S. 301 ff]. (vollständige Ansicht bei Google Bücher).&amp;lt;/ref&amp;gt; stilisiert. Der Wahlerfolg veranlasste Möllemann, ehrgeizigere Ziele für die Bundes-FDP zu propagieren. Die Verwendung der Zahl 18 wurde verschiedentlich auch als [[Rechtsextreme Symbole und Zeichen|rechtsextremes Symbol]] aufgefasst, da dies ein in der Neonazi-Szene gängiger Code für die Initialen Adolf Hitlers (der 1. und 8. Buchstabe des Alphabets) ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel_&amp;quot;&amp;gt;{{internetquelle | url=https://spiegel.de/kultur/gesellschaft/kuenstler-im-wahlkampf-die-18-bedeutet-adolf-hitler-a-214563.html | titel=Künstler im Wahlkampf: „Die 18 bedeutet Adolf Hitler“ | datum=2002-09-19 | zugriff=2026-03-16|autor=Holger Kulick|werk=[[Der Spiegel]]|sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem folgenden Bundesparteitag 2001 wurde mit der Wahl Guido Westerwelles eine Abkehr vom bisherigen Image der &amp;#039;&amp;#039;F.D.P.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.faz.net/aktuell/politik/fdp-neues-selbstbewusstsein-auch-ohne-punkte-121714.html &amp;#039;&amp;#039;Neues Selbstbewusstsein auch ohne Punkte.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; vom 7. Mai 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt; als [[Besserverdiener|„Partei der Besserverdiener“]] beschlossen. Das Konzept blieb in der Parteiführung umstritten. Nachdem die FDP im konventionell geführten Wahlkampf zur [[Bürgerschaftswahl in Hamburg 2001|Bürgerschaftswahl in Hamburg im September 2001]] nur 5,1 %, die [[Rechtspopulismus|rechtspopulistische]] [[Partei Rechtsstaatlicher Offensive|Schill-Partei]] dagegen auf Anhieb 19,4 % Stimmenanteil erzielte, konnten sich die Vorstellungen von Westerwelle und Möllemann durchsetzen. Goergen gehörte ab Januar 2002 zu den Wahlkampfberatern Westerwelles und arbeitete am Projekt 18 mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weiteren Ideen der Strategie 18 waren nicht neu: Die Idee zur Kanzlerkandidatur stammte von [[Ralf Dahrendorf]], das Ausbrechen aus dem [[Lagertheorie (Politik)|bürgerlichen Lager]] hatten Jahrzehnte zuvor schon einmal [[Wolfgang Döring (Politiker)|Wolfgang Döring]] und [[Karl-Hermann Flach]] postuliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wahlkampf{{Anker|Guidomobil}} ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Schuhe 18 Prozent (fcm).jpg|mini|Westerwelles Schuhe, mit denen er auch im Fernsehen für das Projekt 18 warb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zur Bundestagswahl angestrebte Verdoppelung des Ergebnisses von NRW auf 18 % sollte auch mit ähnlichen Methoden wie bei „Werkstatt 8“ erreicht werden. So bewarb Guido Westerwelle das Projekt 18 in einem gelb-blauen [[Wohnmobil]] [[Winnebago Industries|Winnebago]] Elanté 37,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |titel=Guido macht mobil |werk=autobild.de |url=http://www.autobild.de/artikel/das-guidomobil-von-westerwelle-983665.html |abruf=2026-03-16|datum=2009-09-28|sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Baujahr um 1992,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://guidomobil.de/technische_daten.php |titel=Technische Daten |werk=guidomobil.de |hrsg=FDP |sprache=de |archiv-url=https://web.archive.org/web/20020603070926/http://guidomobil.de/technische_daten.php |abruf=2026-03-16|archiv-datum=2002-06-03|offline=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; das mit „www.guidomobil.de“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.guidomobil.de |wayback=20020530221012 |text=Guido mobil im Guidomobil ab 20. Juli 2002}}&amp;lt;/ref&amp;gt; beschriftet war und auf Volksfesten, bei Schwimmbädern und an Stränden sowie bei einer McDonald’s-Filiale eingesetzt wurde. Westerwelle trug dabei teils eine darauf abgestimmte Kleidung und versuchte vor Ort, interessierte Bürger für seine Partei zu gewinnen. Unter anderem stattete er auch dem [[Big Brother (Fernsehshow)|Big-Brother]]-Container einen Besuch ab. Diese Form des Wahlkampfes wurde in den Medien nicht selten als Spaßwahlkampf bezeichnet und kritisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jesse_2003_26&amp;quot;&amp;gt;[[Eckhard Jesse]]: &amp;#039;&amp;#039;Zwei Parteiensysteme? Parteien und Parteiensystem in den alten und neuen Landern vor und nach der Bundestagswahl 2002.&amp;#039;&amp;#039; In: Eckhard Jesse, Roland Sturm (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bilanz der Bundestagswahl 2002. Voraussetzungen, Ergebnisse, Folgen.&amp;#039;&amp;#039; VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2003, ISBN 3-531-14172-4, S. 15–36, hier S. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Westerwelle sollte eine „Äquidistanz“ – ein ideologisch gleicher Abstand – zu den [[Volkspartei (Parteityp)|Volksparteien]] [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]], [[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]] und [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] geschaffen werden, die es der FDP ermöglichen sollte, jederzeit eine neue Koalition einzugehen. Dem [[Liberalismus]] sollte insgesamt ein stärkeres Gewicht verliehen und so eigene Positionen durchgesetzt werden, was bis dahin nach Ansicht vieler Parteiaktiver zu stark der Koalitionsdisziplin und ähnlichen Erwägungen untergeordnet worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möllemann, der Fraktionsvorsitzende der FDP im Landtag NRW, unterstützte im April 2002 die Angriffe [[Jamal Karsli]]s auf die [[israel]]ische Regierung wegen deren Vorgehen gegenüber den [[Palästinenser]]n. Einige rezipierten bzw. bewerteten dies als gezielten [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|Antisemitismus]] Möllemanns im Bundestagswahlkampf. Einige führende FDP-Politiker lehnten den [[Fraktionswechsel]] Karslis von den [[Bündnis 90/Die Grünen|Grünen]] zur FDP strikt ab. Karsli trat schließlich im Juni wieder aus der FDP aus. Im Laufe der Auseinandersetzung kritisierte Möllemann auch [[Michel Friedman]], den damaligen Vizepräsidenten des [[Zentralrat der Juden in Deutschland|Zentralrats der Juden]] in Deutschland. Kurz vor der Bundestagswahl ließ Möllemann das Faltblatt „Klartext. Mut. Möllemann“ als [[Postwurfsendung]] an die Haushalte in Nordrhein-Westfalen verteilen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20170121121100/http://www.spiegel.de/politik/deutschland/grossbild-214341-210910.html Abbildung des umstrittenen Flugblatts] auf &amp;#039;&amp;#039;[[Der Spiegel (online)|Der Spiegel]]&amp;#039;&amp;#039; vom 17. September 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Blatt griff er Israels Ministerpräsidenten [[Ariel Scharon]] und Friedman scharf an. Die daraus entstandene Antisemitismus-Debatte konterkarierte den „Spaßwahlkampf“ Westerwelles und verstärkte die Spannungen zwischen Westerwelle und Möllemann.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christian Schicha]]: &amp;#039;&amp;#039;Guido gib Gas. Vorfahrt für Arbeit in den FDP-Wahlwerbespots zur Bundestagswahl 2002 und 2005.&amp;#039;&amp;#039; In: Andreas Dörner, Christian Schicha (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Politik im Spot-Format. Zur Semantik, Pragmatik und Ästhetik politischer Werbung in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, ISBN 3-531-15408-7, S. 257–294, [http://books.google.com/books?id=3DOZer0dKjkC&amp;amp;pg=PA272 hier S. 272].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2002|Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im April 2002]] konnte die FDP ihren Stimmenanteil von 4,2 auf 13,3 % steigern. Damit gelang es der FDP, neue Wählerkreise zu erschließen. „Eine Partei, die traditionell auf Wähler mit Besitz und Bildung setzte, fand plötzlich Zuspruch von Arbeitern und einfach strukturierten Geistern.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;leuschner_301ff&amp;quot; /&amp;gt; Schon bei der [[Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2001|Abgeordnetenhauswahl in Berlin im Oktober 2001]] konnte die FDP ihren Stimmenanteil von 2,2 auf 9,9 % steigern, bei der auch schon die Strategie 18 zum Einsatz kam.&amp;lt;ref&amp;gt;Sabine Beikler: [https://www.tagesspiegel.de/berlin/wahlkampf-fdp-mit-zweistelligem-ergebnis-in-den-senat/254662.html &amp;#039;&amp;#039;Berlin: Wahlkampf: FDP: Mit zweistelligem Ergebnis in den Senat&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Tagesspiegel]]&amp;#039;&amp;#039; vom 8. September 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dagegen distanzierten sich die Landesverbände Baden-Württemberg (unter [[Walter Döring]]) und Hessen (unter [[Ruth Wagner]]) von dem Projekt.&amp;lt;ref&amp;gt;Barbara Gillmann: [http://www.handelsblatt.com/archiv/fdp-landeschefs-distanzieren-sich-von-projekt-18;574357 &amp;#039;&amp;#039;FDP-Landeschefs distanzieren sich von „Projekt 18“.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Handelsblatt]]&amp;#039;&amp;#039; vom 16. Oktober 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der frühere [[FDP Bayern|bayerische Landesvorsitzende]] [[Hermann K. Stützer]] trat mit der Begründung aus der FDP aus, „die Bundesführung präsentiere die FDP mutwillig als ‚[[Spaßpartei]]‘.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.abendblatt.de/daten/2002/08/02/53235.html &amp;#039;&amp;#039;Austritt aus der „Spaßpartei“.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Hamburger Abendblatt]] Online&amp;#039;&amp;#039; vom 2. August 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Bundestagswahl 2002]] erreichte die FDP schließlich einen Stimmenanteil von 7,4 %; die rot-grüne Koalition unter Kanzler [[Gerhard Schröder]] konnte [[Kabinett Schröder II|weiterregieren]]. Am Wahlabend fragte der Moderator der [[Elefantenrunde]] [[Hartmann von der Tann]] Guido Westerwelle: „Herr Westerwelle, sind 18 minus Möllemann sieben?“ Westerwelle antwortete, es habe nicht an Möllemann allein gelegen; die FDP sei „unter ihren Möglichkeiten geblieben“. [[Fritz Goergen]] verließ die Partei.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Goergen: &amp;#039;&amp;#039;Skandal FDP – Selbstdarsteller und Geschäftemacher zerstören eine politische Idee.&amp;#039;&amp;#039; [http://www.perlentaucher.de/buch/fritz-goergen/skandal-fdp.html Rezensionen] bei &amp;#039;&amp;#039;[[Perlentaucher]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anschließende Kritik und Abkehr ==&lt;br /&gt;
Seit der Wahl verschärften sich die Konflikte in der Partei um den Führungsstil Westerwelles und das Verhalten Möllemanns. So trat [[Hildegard Hamm-Brücher]] (1921–2016) nach über fünfzigjähriger Mitgliedschaft aus der FDP aus. Sie forderte eine Aufarbeitung der „von A bis Z verfehlten Wahlkampfstrategie 18“. Dazu gehöre, dass dafür nicht allein Möllemann, sondern auch der Parteivorsitzende als Kanzlerkandidat Verantwortung trage.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article166972/FDP-zwischen-Streit-und-Strategie.html &amp;#039;&amp;#039;FDP zwischen Streit und Strategie.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Hamburger Abendblatt]]&amp;#039;&amp;#039; vom 6. Januar 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum anderen wandte sie sich gegen die „Annäherung der FDP an die antiisraelischen und einseitig propalästinensischen Positionen des Herrn Möllemann“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sueddeutsche.de/politik/interview-mit-hildegard-hamm-bruecher-die-spd-ist-in-der-falle-1.190356 &amp;#039;&amp;#039;Interview mit Hildegard Hamm-Brücher: „Die SPD ist in der Falle“.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Süddeutsche Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; vom 27. Mai 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt; und empfand die Abgrenzung Westerwelles als unzureichend. Die hessische Landesvorsitzende [[Ruth Wagner]] forderte Möllemann aufgrund der Affäre um sein „antisemitisch gemeintes“ Flugblatt auf, die FDP zu verlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.morgenpost.de/printarchiv/politik/article519042/Weg_von_Projekt_18_FDP_sucht_neuen_Kurs.html &amp;#039;&amp;#039;Weg von Projekt 18 – FDP sucht neuen Kurs.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Morgenpost]]&amp;#039;&amp;#039; vom 27. Oktober 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt; Möllemann legte im Oktober 2002 den Vorsitz der Landtagsfraktion und des Landesverbandes nieder und kam einem Parteiausschlussverfahren zuvor, indem er im März 2003 aus der FDP austrat; er starb im Juni 2003 (siehe [[Jürgen Möllemann#Die Möllemann-Affäre 2002/2003|Die Möllemann-Affäre 2002/2003]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl durch den „Spaßwahlkampf“ die FDP bei der Wahl überdurchschnittlich viele Jungwähler mobilisieren konnte,&amp;lt;ref name=&amp;quot;jesse_2003_26&amp;quot; /&amp;gt; führten die Kontroversen um Möllemann zu einer Abkehr vom Projekt. Auf dem [[FDP-Bundesparteitag 2004]] – ein Jahr nach Möllemanns Tod – wurde die Abkehr vom Projekt 18 und der „Spaßpartei“ demonstrativ betont.&amp;lt;ref&amp;gt;Eckhard Jesse, Roland Sturm (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bilanz der Bundestagswahl 2005. Voraussetzungen, Ergebnisse, Folgen.&amp;#039;&amp;#039; VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-14968-7, S. 105.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Werbespots zur [[Bundestagswahl 2005]] präsentierte sich die FDP in der Person ihres Vorsitzenden Westerwelle nun betont ernsthaft und staatstragend.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Schicha: &amp;#039;&amp;#039;Guido gib Gas. Vorfahrt für Arbeit in den FDP-Wahlwerbespots zur Bundestagswahl 2002 und 2005.&amp;#039;&amp;#039; In: Andreas Dörner, Christian Schicha (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Politik im Spot-Format. Zur Semantik, Pragmatik und Ästhetik politischer Werbung in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, ISBN 3-531-15408-7, S. 257–294, [http://books.google.com/books?id=3DOZer0dKjkC&amp;amp;pg=PA285 hier S. 285].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Teilen der Öffentlichkeit wurde das Projekt 18 eher als Medieninszenierung wahrgenommen und nicht als eigenständiges Wahlkonzept. Bereits vor der Kür Westerwelles zum Kanzlerkandidaten im Bundestagswahlkampf 2002 schrieben einige Medien der FDP das Image einer „Spaßpartei“ zu. Der Medienwissenschaftler [[Christian Schicha]] fasste dies mit den Worten zusammen: Möllemann „hatte erkannt, dass die personalisierte Form der Politikvermittlung ein wichtiger Gradmesser für den politischen Erfolg ist.“ Die Medieninszenierung eines Politikers würde aber dann fragwürdig, wenn „die Darstellung die eigentlichen Inhalte zu stark dominiert und die Problemlösungskompetenz durch [[Populismus|populistische]] Auftritte ersetzt wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Schicha: &amp;#039;&amp;#039;„Kämpfen, Jürgen, kämpfen …“. Die Inszenierungsstrategien des Jürgen W. Möllemann zwischen Popularität, Provokation und Populismus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Kommunikationsökologie.&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 5, 2003, Nr. 1, S. 57–60.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Fritz Goergen]]: &amp;#039;&amp;#039;Strategie 18? Nur Spuren im Sand.&amp;#039;&amp;#039; In: Axel Balzer, Marvin Geilich, Shamim Rafat (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Politik als Marke. Politikvermittlung zwischen Kommunikation und Inszenierung.&amp;#039;&amp;#039; Lit, Münster 2005, ISBN 3-8258-8146-6, S. 229–237.&lt;br /&gt;
* Fritz Goergen: &amp;#039;&amp;#039;Skandal FDP. Selbstdarsteller und Geschäftemacher zerstören eine politische Idee.&amp;#039;&amp;#039; BrunoMedia Buchverlag, Köln 2004, ISBN 3-9809607-8-1.&lt;br /&gt;
* Udo Leuschner: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.udo-leuschner.de/liberalismus/fdp0.htm Die Geschichte der FDP. Metamorphosen einer Partei zwischen rechts, sozialliberal und neokonservativ].&amp;#039;&amp;#039; Edition Octopus, Münster 2005, ISBN 3-86582-166-9, Kapitel 36–38.&lt;br /&gt;
* Marco Michel: &amp;#039;&amp;#039;Die Bundestagswahlkämpfe der FDP von 1949 bis 2002.&amp;#039;&amp;#039; VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2005 (zugleich Dissertation, Technische Universität Chemnitz; [https://books.google.de/books?id=J-MeUbwX_YQC&amp;amp;printsec=frontcover Vorschau]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.politik-fuer-die-freiheit.de/files/77/Strategie_19.pdf &amp;#039;&amp;#039;Strategie 18&amp;#039;&amp;#039;, Beschluss des 52. Ordentlichen Bundesparteitag der FDP, 2002] bei der [[Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit|Friedrich-Naumann-Stiftung]] (PDF-Datei; 55 kB).&lt;br /&gt;
* [http://www.freiheit.org/webcom/show_article.php/_c-302/_nr-3951/i.html, Was Sie immer wissen wollten… Die Pünktchen-Frage] im &amp;#039;&amp;#039;Archiv des Liberalismus&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* [https://textsellence.de/fdp-werbung/ Projekt 18] FDP-Werbung aus der Sicht eines Kommunikations-Experten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freie Demokratische Partei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik 2002]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Derkoenig</name></author>
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