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	<title>Stockholm-Syndrom - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Stockholm-Syndrom&amp;diff=148494&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Andrea014: Introlink nach unten verschoben, dabei falschen Autorennamen &amp; falsches Datum korrigiert. Quelle ausgewertet. Mit Dank für die Quelle an Chhelp</title>
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		<updated>2026-03-12T11:00:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Introlink nach unten verschoben, dabei falschen Autorennamen &amp;amp; falsches Datum korrigiert. Quelle ausgewertet. Mit Dank für die Quelle an &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Chhelp&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Chhelp (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Chhelp&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Unter dem &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stockholm-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird jenseits fachwissenschaftlicher [[Diskurs]]e ein [[Psychologie|psychologisches]] Phänomen verstanden, bei dem Opfer von [[Geiselnahme]]n ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies könne dazu führen, dass die Opfer mit den Tätern sympathisieren und mit ihnen kooperieren. Geprägt wurde der Begriff 1973 von einem schwedischen [[Polizeipsychologie|Polizeipsychologen]]. Seitdem wird er medial [[Popularisierung|popularisiert]], obwohl sich empirisch keine entsprechenden Nachweise finden lassen und die Existenz eines solchen [[Syndrom]]s wissenschaftlich überwiegend angezweifelt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Stockholm-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;, der als Syndrom in einschlägigen medizinisch-diagnostischen [[Klassifikation]]ssystemen wie dem [[ICD-11]] nicht verzeichnet ist, geht auf die [[Geiselnahme am Norrmalmstorg]] vom 23. bis 28. August 1973 in der [[Schweden|schwedischen]] Hauptstadt [[Stockholm]] zurück,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.etymonline.com/word/stockholm |titel=Stockholm |werk=Online Etymology Dictionary |datum=2017-10-10 |abruf=2022-09-24 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die seinerzeit in den „Mittelpunkt der öffentlichen Berichterstattung“ geriet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;abschied&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christian Lüdke, Karin Clemens |Titel=Abschied vom Stockholm-Syndrom |Sammelwerk=Psychotraumatologie |Band=2 |Nummer=2 |Datum=2001 |Seiten=12 ff. |DOI=10.1055/s-2001-15743 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Former Kreditbanken Norrmalmstorg Stockholm Sweden.jpg|mini|Das ehemalige Kreditbanken-Gebäude in Stockholm]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dem Überfall auf die Schwedische Kreditbank im Zentrum der Stadt wurden vier der Angestellten als [[Geisel]]n genommen. In den folgenden 131 Stunden der [[Geiselnahme]] sei zum ersten Mal –&amp;amp;nbsp;so das Nachrichtenmagazin &amp;#039;&amp;#039;[[Der Spiegel]]&amp;#039;&amp;#039; im Jahr 2016 unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Die Geburt des „Stockholm-Syndroms“&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;– „über einen schwedischen Kriminalfall quasi live berichtet“ worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Alex Raack]] |url=https://www.spiegel.de/geschichte/stockholm-syndrom-so-entstand-die-bezeichnung-a-1109897.html |titel=Die Geburt des &amp;quot;Stockholm-Syndroms&amp;quot; |werk=spiegel.de |datum=2016-08-30 |abruf=2022-09-24 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut dem Artikelautor [[Alex Raack]] prägte der Stockholmer Polizeipsychologe Nils Bejerot den Begriff, wodurch „die ungewöhnliche und verstörende Zuneigung der Geiseln zu den Geiselnehmern“ einen Namen erhalten habe. Allerdings sei er der „höchst komplexen psychopathologischen Ausnahmesituation, in der sich Opfer einer Geiselnahme“ befänden, „nie gerecht“ geworden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christian Lüdke und Karin Clemens gaben im Jahr 2001 ihrem Artikel in der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Psychotraumatologie&amp;#039;&amp;#039; den Titel &amp;#039;&amp;#039;Abschied vom Stockholm-Syndrom&amp;#039;&amp;#039; und kamen auf Basis einer umfangreichen Literaturrecherche wissenschaftlicher [[Publikation]]en zu der Feststellung, dass „die Frage, ob es das beschriebene ‚Stockholm-Syndrom‘ überhaupt gibt, noch nicht völlig geklärt“ sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;abschied&amp;quot; /&amp;gt; Es sei nicht auszuschließen, dass es sich dabei um eine „Legende“ handle, „die in weiten Teilen mystifiziert wurde“. Auch die [[American Psychiatric Association]] (APA) nahm den Begriff nicht in ihre diagnostische Klassifikation auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cleveland_clinic&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/22387-stockholm-syndrome |titel=Stockholm Syndrome |werk=Cleveland Clinic |datum=2022-02-14 |sprache=en |abruf=2022-09-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffskritik ==&lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche [[Systematische Übersichtsarbeit|Übersichtsarbeit]] von 2008 kam zu der Erkenntnis, dass trotz breiter medialer Rezeption wenig wissenschaftliches Material zum Begriff des Stockholm-Syndroms existiert. Insbesondere konnten keine eindeutigen Diagnosekriterien ausgemacht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;M. Namnyak, N. Tufton, R. Szekely, M. Toal, S. Worboys, E.L. Sampson: &amp;#039;&amp;#039;“Stockholm syndrome”: psychiatric diagnosis or urban myth?&amp;#039;&amp;#039; Acta Psychiatrica Scandinavica. 117 (2008), Nr.&amp;amp;nbsp;1, S.&amp;amp;nbsp;4–11.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Stockholm-Syndrom wurde deshalb noch nie im &amp;#039;&amp;#039;[[Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders]]&amp;#039;&amp;#039; aufgeführt. Es handelt sich laut Michael Adorjan [[et al.]] um kollektive [[Narrativ (Sozialwissenschaften)|Narrative]] einer [[Viktimisierung]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Adorjan, Tony Christensen, Benjamin Kelly, Dorothy Pawluch |Titel=Stockholm Syndrome as Vernacular Resource |Sammelwerk=The Sociological Quarterly |Band=53 |Nummer=3 |Datum=2012-08 |ISSN=0038-0253 |DOI=10.1111/j.1533-8525.2012.01241.x |Seiten=454–474 |Online=https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1111/j.1533-8525.2012.01241.x |Abruf=2022-03-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im allgemeinen Gebrauch fokussiert der Begriff auf eine positiv besetzte Bindung der Geiseln an die Geiselnehmer. Medial wird der Eindruck erweckt, von einer solchen traumabedingten Reaktion seien Geiseln –&amp;amp;nbsp;und unter ihnen bevorzugt Frauen&amp;amp;nbsp;– nicht selten betroffen, obwohl sich dies [[Empirie|empirisch]] nicht belegen lässt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;abschied&amp;quot; /&amp;gt; Beispielsweise dokumentierte der &amp;#039;&amp;#039;[[Der Spiegel|Spiegel]]&amp;#039;&amp;#039; 2016 in seiner [[Fotoserie#Fotostrecke|Fotostrecke]] zum sogenannten Stockholm-Syndrom unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Wenn Geiseln Bindungen zu Tätern entwickeln&amp;#039;&amp;#039; neben vier Fotos aus der Entführung in Stockholm weitere 15 über andere Geiselnahmen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel_fotos&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Alex Raack]] |url=https://www.spiegel.de/geschichte/stockholm-syndrom-so-entstand-die-bezeichnung-a-1109897.html#fotostrecke-37cc9c0b-0001-0002-0000-000000140579 |titel=Stockholm-Syndrom: Wenn Geiseln Bindungen zu Tätern entwickeln |titelerg=Fotostrecke |werk=Der Spiegel |datum=2016 |abruf=2022-09-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; während Lüdke und Clemens wissenschaftsbasiert Zweifel äußerten, dass es das Stockholm-Syndrom überhaupt gibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;abschied&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Psychologe Freihart Regner,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.inter-homines.org/regner.html |titel=Dipl.-Psych. Dr. phil. Freihart Regner |werk=inter-homines.org |abruf=2022-11-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Trauma (Psychologie)#Traumatherapie|Traumatherapeut]] und Leiter eines Projekts für traumatisierte [[Flüchtling]]e in [[Brandenburg]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.inter-homines.org/IH-Brandenburg.pdf |titel=INTER HOMINES &amp;gt; BRANDENBURG |werk=inter-homines.org |datum=2021-10-06 |format=PDF; 178 KB |abruf=2022-11-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; befasst sich bevorzugt mit [[Politische Verfolgung|politisch Verfolgten]] und [[Folter]]opfern. Er benutzt den Begriff Stockholm-Syndrom lediglich andere Autoren zitierend, doch richtet er sein Augenmerk in seiner Kritik an der „[[Psychodynamik]] der traumatischen Reaktion“ ebenfalls auf das Phänomen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;regner&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Freihart Regner |Titel=„Unbewußte Liebesbeziehung zum Folterer“? Kritik und Alternativen zu einer „Psychodynamik der traumatischen Reaktion“ |Sammelwerk=Zeitschrift für Politische Psychologie |Band=8 |Nummer=4 |Datum=2000 |Seiten=429–453 |Online=https://amnesty-heilberufe.de/wp-content/uploads/2014/02/2001-psychodynamik-traumatische-reaktion-Regner.pdf |Format=PDF |KBytes=159 |Abruf=2022-09-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine „[[phantasma]]tisch und libidinös besetzte [[Traumabindung|Täterbindung]]“ könne „nach extremer (politischer) Gewalt auf eher bewußter oder eher [[Das Unbewusste|unbewußter]] Ebene in (schwerlich zu quantifizierenden) Ausnahmefällen durchaus auftreten“, doch sie „zum ausschließlichen Wesenskern traumatischer Reaktion zu erklären“ entspreche einer „empirisch [[Selektive Wahrnehmung|hochselektiven Wahrnehmung]]“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;regner&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Alexa Waschkau]] und ihr Ehemann [[Alexander Waschkau|Alexander]] widmeten als Betreiber des Themen-Podcasts [[Hoaxilla]] im September 2022 ihren 305. [[Podcast]] dem Stockholm-Syndrom. Sie werteten wissenschaftliche Literatur und Ermittlungsakten des [[Federal Bureau of Investigation|FBI]] aus. Sie wiesen darauf hin, dass der Begriff nahezu ausschließlich auf weibliche Opfer einer Geiselnahme angewendet wird und interpretierten dies als [[Täter-Opfer-Umkehr]] (Opferbeschuldigung). Es ließen sich zwar Veröffentlichungen finden, die den Begriff scheinbar plausibel begründen, die „[[Evidenzbasierte Medizin|evidenzbasierte]] Psychologie“ widerspreche dem aber.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoaxilla&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Alexa Waschkau]], [[Alexander Waschkau]] |url=https://hoaxilla.com/hoaxilla-305-stockholm-syndrom/ |titel=Hoaxilla #305. Das „Stockholm-Syndrom“ |werk=[[Hoaxilla|hoaxilla.com]] |datum=2022-09-30 |abruf=2022-10-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben Links zu verschiedenen Publikationen zum Thema wird auf der Website ein [[YouTube]]-Video des Kabarettisten [[Florian Hacke]] verlinkt, der sich in der 23. Folge seiner Serie &amp;#039;&amp;#039;Feierabend&amp;#039;&amp;#039; mit dem Stockholm-Syndrom befasste.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hacke&amp;quot;&amp;gt;{{YouTube|id=DJSxWb0SAxw|titel=Feierabend Folge 23: &amp;quot;Stockholm Syndrom&amp;quot;|abruf=2022-11-10|uploader=[[Florian Hacke]]|upload=2022-09-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 2025 veröffentlichte das Magazin &amp;#039;&amp;#039;[[National Geographic]]&amp;#039;&amp;#039; eine ausführliche, von Lisa Lamm verfasste und mit zahlreichen Belegen untermauerte Kritik an der Diagnose.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lamm&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Lisa Lamm |url=https://nationalgeographic.de/wissenschaft/2024/01/gibt-es-das-stockholm-syndrom-wirklich/ |titel=Gibt es das Stockholm-Syndrom wirklich? |werk=nationalgeographic.de |datum=2025-06-30 |abruf=2026-03-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Lamm zufolge handelt es sich um eine „emotionale Reaktion auf eine Ausnahmesituation“ und nicht „um eine diagnostizierbare Krankheit“. Die „Diagnose Stockholm-Syndrom“ werde einer Studie aus dem Jahr 2008&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=M. Namnyak, N. Tufton, R. Szekely, M. Toal, S. Worboys, E. L. Sampson |Titel=&amp;#039;Stockholm syndrome&amp;#039;. Psychiatric diagnosis or urban myth? |Sammelwerk=Acta psychiatrica Scandinavica |Band=117 |Nummer=1 |Datum=2008 |ISSN=1600-0447 |Seiten=4–11 |DOI=10.1111/j.1600-0447.2007.01112.x |PMID=18028254}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zufolge „vor allem von den Medien gestellt“. Die Diagnose schreibe den Opfern eine Störung zu und minimiere die „Verantwortung der Täter“. Auch werde sie „fast ausschließlich Frauen“ zugeschrieben, „denen in diesem Zuge gestörte sexuelle Beziehungen und unlogische Verhaltensmuster während der Geislnahmen nachgesagt“ würden, wodurch ihre Verhaltensweisen „als irrational abgestempelt und nicht als wichtige Strategien, die in einer außergewöhnlichen Situation ihr Überleben sichern“ kann, anerkannt werden. Dass das Verhalten eines Opfers durch „rationale Überlebensstrategien“ begründet sein kann, werde oft vergessen. Für jene Fälle von [[Gewalt]] oder Geiselnahmen, in denen Geschädigte tatsächlich eine emotionale Bindung zu den Tätern aufbauen, habe sich der Begriff der [[Traumabindung]] etabliert, der –&amp;amp;nbsp;anders als der Ausdruck [[Syndrom]]&amp;amp;nbsp;– eine solchen Bindung nicht mit [[Irrational]]ität in Verbindung bringt und „[[Implikation|implizit]] dem Opfer eine Schuld“ zumisst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lamm&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symptome ==&lt;br /&gt;
Insbesondere in der [[Regenbogenpresse]] wird der Anschein erweckt, es gebe [[Symptom]]e, die sich zum Stockholm-Syndrom zusammenfassen ließen. Die Cleveland Clinic, ein großes Krankenhaus in [[Cleveland]] im US-Bundesstaat [[Ohio]], behauptet auf ihrer Website die Existenz eines &amp;#039;&amp;#039;Stockholm Syndrome&amp;#039;&amp;#039; und beruft sich dabei auf drei Veröffentlichungen, die den Begriff im Titel tragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cleveland_clinic&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;cleveland_clinic_2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Chris Cantor, John Price |Titel=Traumatic entrapment, appeasement and complex post-traumatic stress disorder. Evolutionary perspectives of hostage reactions, domestic abuse and the Stockholm syndrome |Sammelwerk=Australian &amp;amp; New Zealand Journal of Psychiatry |Band=41 |Nummer=5 |Datum=2007 |Sprache=en |Seiten=377–384 |DOI=10.1080/00048670701261178 |PMID=17464728}}&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Literatur |Autor=Abraar Karan, Nathan Hansen |Titel=Does the Stockholm Syndrome affect female sex workers? The case for a &amp;quot;Sonagachi Syndrome&amp;quot; |Sammelwerk=BMC International Health and Human Rights |Band=18 |Nummer=1 |Datum=2018 |Sprache=en |Seiten=10 |DOI=10.1186/s12914-018-0148-4 |PMID=29409491}}&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Literatur |Autor=M. Namnyak, N. Tufton, R. Szekely, M. Toal, S. Worboys, E. L. Sampson |Titel=&amp;#039;Stockholm syndrome&amp;#039;. Psychiatric diagnosis or urban myth? |Sammelwerk=Acta Psychiatrica Scandinavica |Band=117 |Nummer=1 |Datum=2008 |Sprache=en |Seiten=4–11 |DOI=10.1111/j.1600-0447.2007.01112.x |PMID=18028254}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff wird dort auf jegliche Arten psychischer [[Trauma (Psychologie)|Traumata]] ausgeweitet, die eine Bindung zwischen Opfer und Täter, auch [[Traumabindung]] genannt, bewirke. Außer Sympathie für die Geiselnehmer und Antipathie für die in das Geschehen eingreifende Polizei werden Symptome einer [[Posttraumatische Belastungsstörung|posttraumatischen Belastungsstörung]] benannt. Über die Ursachen und die Frage, warum manche Geiseln in der beschriebenen Weise reagieren und andere nicht, sei nichts bekannt, und weil es an der Anerkennung als Krankheit mangele, gebe es keine standardisierten Behandlungsempfehlungen. Die Klinik lässt verlauten, bei dem &amp;#039;&amp;#039;Stockholm Syndrome&amp;#039;&amp;#039; handle es sich um einen [[Bewältigungsstrategie|Bewältigungsmechanismus]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;cleveland_clinic&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben der Klinik werden mit wissenschaftlicher [[Expertise]] nicht bestätigt: „Vom derzeitigen Forschungsstand kann davon ausgegangen werden, dass es bisher keine empirisch-wissenschaftliche Studie gibt, mit der das sog. ‚Stockholm-Syndrom‘ umfassend erklärt und als Enddiagnose bestätigt werden kann.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;abschied&amp;quot; /&amp;gt; Diese Aussage von Lüdke und Clemens fußt auf einer Literaturrecherche, die im Herbst 2000 am Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der [[Universität zu Köln]] durchgeführt wurde und in die ausschließlich empirisch-wissenschaftliche Studien einbezogen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Für den deutschsprachigen Raum wurde keine Studie gefunden, die sich mit einer empirisch-wissenschaftlichen Untersuchung des ‚Stockholm-Syndroms‘ befasst hat. Im englisch-amerikanischen Sprachraum fanden sich zwei Artikel, die den o. g. Kriterien entsprachen; sie beschreiben die [[Phänomenologie]], liefern [[Faktorenanalyse]]n zur Entstehung des ‚Stockholm-Syndroms‘, die Ergebnisse und hypothetischen Theorien bleiben jedoch nur bedingt aussagefähig. Vom methodischen Ansatz wird nicht zwischen einem hypothesenprüfenden oder hypothesengenerierenden Verfahren differenziert. Hinsichtlich [[Reliabilität]] und [[Validität]] begründen sie das ‚traumatic bonding‘ oder ‚terror bonding‘ als Synonym für das Stockholm-Syndrom nicht als ein eigenständiges Syndrom. Auch sie kommen nicht zu einer klinischen Enddiagnose &amp;lt;!-- sic! Komma fehlt im Original! --&amp;gt; sondern bleiben bei einem Zwischenschritt des beschriebenen Phänomens stehen.&lt;br /&gt;
 |Sprache=&lt;br /&gt;
 |Autor=Christian Lüdke, Karin Clemens&lt;br /&gt;
 |Quelle=Abschied vom Stockholm-Syndrom&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;abschied&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Lüdke und Clemens wären zu den „beobachtbaren und diagnostizierten Kernsymptomen“ des &amp;#039;&amp;#039;Stockholm-Syndroms&amp;#039;&amp;#039;, das sie konsequent in Anführungszeichen setzen, [[Intrusion (Psychologie)|Intrusionen]], [[emotionale Taubheit]], [[Dissoziation (Psychologie)|Dissoziation]] und Übererregungssymptome zu zählen, die allerdings „eher an ein erzwungenes Bindungstrauma oder ein Viktimisierungstrauma“ als an ein Syndrom denken ließen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;abschied&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Psychotraumatologie&amp;#039;&amp;#039; von [[Gottfried Fischer (Psychologe)|Gottfried Fischer]] und [[Peter Riedesser]] ist das Stockholm-Syndrom nicht [[Indexierung|verschlagwortet]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gottfried Fischer (Psychologe)|Gottfried Fischer]], [[Peter Riedesser]] |Titel=Lehrbuch der Psychotraumatologie |Auflage=3. aktualisierte und erweiterte Auflage |Verlag=Reinhardt |Ort=München, Basel |Datum=2003 |ISBN=3-8252-8165-5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen ==&lt;br /&gt;
Obwohl die Cleveland Clinic entgegen allen bekannten diagnostischen Klassifikationssystemen den Begriff und die Existenz eines solchen Syndroms anerkennt und auf ihrer Website Informationen darüber zusammenstellt, bleiben Aussagen über mögliche Ursachen vage und unbelegt. Es könne sich um eine von unseren Vorfahren erlernte Technik handeln: Die Bindung an die Geiselnehmer erhöhe die eigenen Überlebenschancen. [[Evolutionäre Psychiatrie|Evolutionspsychiatern]] zufolge handle es sich um eine natürliche menschliche Eigenschaft („natural human trait“).&amp;lt;ref name=&amp;quot;cleveland_clinic&amp;quot; /&amp;gt; Ebenfalls ohne Beleg und namentlich nicht kenntlich wird eine zweite „Theorie“ erwähnt, der zufolge Menschen in Gefangenschaft ihre Gefühle der jeweiligen Situation anzupassen pflegten. Würde ihnen freundlich begegnet, entwickle sich Mitgefühl mit dem Täter, verletze er sein Opfer nicht, reagiere es mit Dankbarkeit. Kooperation könne die eigene Sicherheit gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz aller Zweifel am Stockholm-Syndrom aus wissenschaftlicher Perspektive äußern sich auch den Begriff ablehnende Autorinnen und Autoren zur Frage, wie eine Täterbindung, wenn sie denn fachlich fundiert festzustellen wäre, entstehen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Frage nach den Ursachen wird zuweilen auf den psychoanalytischen Begriff der [[Identifikation mit dem Aggressor]] zurückgegriffen, obwohl andere Autoren, wie Regner erwähnt, eher den [[Abwehrmechanismus]] der [[Introjektion]] am Werk sehen. Er zitiert [[Luise Reddemann|Reddemann]] und [[Ulrich Sachsse|Sachsse]], die sich aus ihrer klinischen Erfahrung bereits 1998 gegen die Annahme einer [[Libido|libidinösen]] Besetzung von „Täterintrojekten“ etwa im Sinne eines &amp;#039;&amp;#039;Stockholm-Syndroms&amp;#039;&amp;#039; aussprachen:&amp;lt;ref name=&amp;quot;regner&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Es entspricht durchaus nicht unserer klinischen Erfahrung, daß alle traumatisierten Patientinnen und Patienten Täterintrojekte libidinös besetzen. Sehr viel häufiger beobachten wir eine aus realer Todesangst entstandene, hoch defensive [[Narzissmus|narzißtische]] Besetzung des [[Selbst]] bei gleichzeitigem mörderischem Haß sowohl des [[Introjektion des Aggressors|Täterintrojekts]] auf das Selbst als auch des Selbst auf das Täterintrojekt.&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Luise Reddemann]], [[Ulrich Sachsse]]&lt;br /&gt;
 |Quelle=Welche Psychoanalyse ist für Opfer geeignet?&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;regner_2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Luise Reddemann]], [[Ulrich Sachsse]] |Titel=Welche Psychoanalyse ist für Opfer geeignet? Einige Anmerkungen zu Martin Ehlert-Balzer: Das Trauma als Objektbeziehung. |Sammelwerk=Forum der Psychoanalyse |Band=14 |Datum=1998 |Seiten=289–294}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bleibt Regner zufolge, der sich in seiner Abhandlung „kritisch mit einem tiefenpsychotraumatologischen Modell“ auseinandersetzt, demzufolge es zu einer „Liebesbeziehung“ zum Täter komme, grundsätzlich „diskussionswürdig, was in diesem Zusammenhang und überhaupt unter ‚Libido‘ bzw. ‚Liebe‘ zu verstehen wäre“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;regner&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Germanist und [[Kognitionswissenschaft]]ler bringt [[Fritz Breithaupt (Germanist)|Fritz Breithaupt]] die Ursachen des &amp;#039;&amp;#039;Stockholm-Syndroms&amp;#039;&amp;#039;, das er nicht hinterfragt, mit dem Begriff der [[Empathie]] in Verbindung –&amp;amp;nbsp;in seinem [[Populärwissenschaftliche Literatur|populärwissenschaftlichen]] Buch &amp;#039;&amp;#039;Die dunklen Seiten der Empathie&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;breithaupt&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Fritz Breithaupt (Germanist)|Fritz Breithaupt]] |Titel=Die dunklen Seiten der Empathie |Verlag=Suhrkamp |Ort=Berlin |Datum=2017 |Reihe=Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft |BandReihe=2196 |ISBN=978-3-518-29796-4 |Online={{Google Buch |BuchID=ZLruDQAAQBAJ |Linktext=Die dunklen Seiten der Empathie}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit seinem Buch wolle Breithaupt „die problematischen Aspekte des ›homo empathicus‹ betonen“, denn Empathie könne „zum Selbstverlust führen“, tendiere zu einem „Freund-Feind-Denken“ und werde „regelmäßig mit bloßer [[Identifikation (Psychologie)|Identifikation]] verwechselt“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;breithaupt&amp;quot; /&amp;gt; In einem Interview auf [[SWR2]] bezeichnete Breithaupt Empathie als eine Art „sechster Sinn“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;swr&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ralf Caspary |url=https://www.swr.de/swr2/programm/download-swr-17450.pdf |titel=Gefährliches Mitleiden. Die negativen Seiten der Empathie |titelerg=Ralf Caspary im Gespräch mit Fritz Breithaupt |werk=SWR2 Wissen: Aula |datum=2017-09-03 |format=PDF; 87&amp;amp;nbsp;KB |abruf=2022-09-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Das sogenannte Stockholm-Syndrom, dieses Geiselnehmer-Syndrom, in denen sich Geiseln zu sehr identifiziert haben mit den Geiselnehmern und ihr eigenes [[Ich]] dabei verloren gegangen ist, auch noch lange nach der Geiselsituation hinaus. Auch das ist ein Phänomen von Empathie. Man verliert sich im anderen.&lt;br /&gt;
 |Autor=Fritz Breithaupt&lt;br /&gt;
 |Quelle=Gefährliches Mitleiden&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;swr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In milderen Fällen könne laut Breithaupt das Mitleiden „bedeuten, dass man manipuliert“ werde, „im schlimmsten Fall, dass man sich vollständig im anderen verliert wie beim Stockholm-Syndrom“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lüdke und Clemens, die die Frage eines Abschieds von der in diesem Begriff gefassten, scheinbaren Diagnose aufwerfen und alternativ eine Erforschung dessen anmahnen, was unter dem Stockholm-Syndrom gemeinhin verstanden wird, sehen in der Parteinahme für die Täter und einer Identifizierung mit ihnen den ursächlichen „Versuch der ‚Reparation‘ des zerstörten Selbstverständnisses, insbesondere bzgl. der Fähigkeiten zur [[Autonomie|Selbstbestimmung]] und [[Selbstverteidigung]]“. Das könne im Sinne einer Introjektion „zu einer Selbstaufgabe zugunsten des Täters führen“ und in der Folge zu einer „Übernahme von Weltbild, [[Ideologie]] etc.“ der Täter, „um so besser geschützt überleben zu können“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;abschied&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Person hinter dem Syndrom ==&lt;br /&gt;
Für die Etablierung des Begriffs Stockholm-Syndrom wurde in erster Linie Kristin Enmark –&amp;amp;nbsp;in jenen Tagen 23 Jahre alt und damit die jüngste der vier Geiseln&amp;amp;nbsp;– und ihr Verhalten während und nach der Geiselnahme verwendet. Sie habe während der Geiselnahme „eine besondere Beziehung“ zu [[Clark Olofsson]] aufgebaut, der von dem Geiselnehmer Jan Erik Olsson aus dem Gefängnis freigepresst und in die Bank gebracht wurde. Den Kontakt zu ihm habe sie auch nach der Geiselnahme aufrechterhalten, ihn im Gefängnis besucht und „eine kurze Beziehung“ zu ihm gehabt. Auch danach habe Briefkontakt bestanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel&amp;quot; /&amp;gt; Die schwedische Boulevardzeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Aftonbladet]]&amp;#039;&amp;#039; erwähnte Enmark nicht mehr, als sie im August 2018 über Olofsson berichtete, nachdem er im Anschluss an seine Haft in Belgien nach Schweden zurückgekehrt war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Josefin Silverberg, Petter J. Larsson |url=https://www.aftonbladet.se/nyheter/a/6nAoQL/clark-olofsson-i-sverige-nu-ska-jag-ta-semester |titel=Clark Olofsson i Sverige: ”Nu ska jag ta semester” |werk=[[Aftonbladet|aftonbladet.se]] |datum=2018-08-01 |abruf=2022-09-27 |sprache=sv}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Olofsson habe sich in Interviews wiederholt über die Fehler der Polizei geäußert. Später habe sich herausgestellt, dass die Geiselnahme gemeinsam mit Olsson geplant war, um aus dem Gefängnis zu entkommen. Olofsson habe die Rolle eines Unterhändlers eingenommen, um ein Blutvergießen zu verhindern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;radio_sweden&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Sveriges Radio|schwedischen Hörfunk]] äußerte sich Kristin Enmark 2013 über ihr seinerzeitiges Verhalten verblüfft. Seltsames geschehe mit der eigenen Moral, den Werten und dem Sinn für Recht und Unrecht, wenn man auf eine solche Weise eingesperrt sei, sagte sie im Interview.&amp;lt;ref name=&amp;quot;radio_sweden&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Tom Sullivan |url=https://sverigesradio.se/artikel/5624454 |titel=40 years since Stockholm Syndrome Hostage drama. &amp;#039;Harder to kill a person who you have feelings for&amp;#039; |werk=[[Sveriges Radio|sverigesradio.se]] |datum=2013-08-22 |abruf=2023-03-27 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 Jahre nach der Geiselnahme schrieb Enmark 2015 ein Buch, in dem sie das Erlebte aus ihrer Sicht darlegte. Es trägt den Titel &amp;#039;&amp;#039;Jag blev Stockholmssyndromet&amp;#039;&amp;#039; („Ich wurde das Stockholmsyndrom“) und ist bisher nicht in andere Sprachen übersetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kristin Enmark, Gunnar Wesslén |Titel=Jag blev Stockholmssyndromet |Verlag=SAGA Egmont |Ort=Kopenhagen |Datum=2020 |Sprache=sv |ISBN=978-87-26-42924-4}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Idee zu dem Buch hatte der Journalist und Autor Gunnar Wesslén, der es auch herausgab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;norran&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Karin Israelsson |url=https://norran.se/nyheter/forsta-fragan-jag-fick-ar-du-kar-i-clark-olofsson-455239 |titel=Första frågan jag fick: ”Är du kär i Clark Olofsson?” I början av september släpptes hennes bok, igår var hos gäst hos Skavlan och idag berättar hon i Norran |werk=norran.se |datum=2015-09-19 |abruf=2022-09-28 |sprache=sv}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schwedische Zeitung &amp;#039;&amp;#039;Norran&amp;#039;&amp;#039; berichtete nach Erscheinen des Buchs aus einem Interview mit der Autorin.&amp;lt;ref name=&amp;quot;norran&amp;quot; /&amp;gt; Um das Geschehen und seine Folgen zu verarbeiten, habe sie eine Therapie gemacht, doch ihre Angst habe sie nicht überwunden. Von den Geiselnehmern in den Tresorraum der Bank verbracht, wurden sie dort von der Polizei eingesperrt, wo sie 13 Stunden in Dunkelheit, auf nassem Fußboden und ohne Essen und Trinken verbringen mussten. Dennoch sei niemand in Panik geraten. Sie habe auch heute noch einige Kritik an der Polizei, denn beispielsweise verursache das ansonsten zur [[Schädlingsbekämpfung]] eingesetzte und damals in den Tresorraum [[Begasung|eingeleitete Gas]] nach 15 Minuten dauerhafte Hirnschäden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;norran&amp;quot; /&amp;gt; Weil die Polizei so unkoordiniert gehandelt habe, hätten die Geiseln mit der Zeit mehr Angst vor der Polizei als vor den Geiselnehmern bekommen. Heute habe sie durchaus Respekt vor der Polizei, doch damals hätte man wohl nicht gewusst, wie mit einer solchen Situation umzugehen sei. Auch habe man sie, wie Enmark beiläufig im Interview bei &amp;#039;&amp;#039;Norran&amp;#039;&amp;#039; kritisierte, als ein Mädchen aus dem kleinen Ort Finnforsfallet („en flicka från Finnforsfallet“) eine Stunde lang mit [[Olof Palme]], dem damaligen schwedischen Ministerpräsidenten, telefonieren lassen. Zuvor hatte Olsson, wie &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel&amp;#039;&amp;#039; berichtete, Palme angerufen und mit dem Tod der Geiseln gedroht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel&amp;quot; /&amp;gt; Später rief er ihn erneut an, ließ diesmal jedoch Enmark mit ihm sprechen. Sie habe Palme vorgeworfen, mit dem Leben der Geiseln zu spielen. Zeitungen und Fernsehsender hätten damals, so der &amp;#039;&amp;#039;Spiegel&amp;#039;&amp;#039; 2016, den Inhalt des Gesprächs zwischen Enmark und Palme verbreitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Begriff des Stockholm-Syndroms hält Enmark für verfehlt. Er werde den Geiseln nicht gerecht und solle Kritik an der Polizei verhindern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;norran&amp;quot; /&amp;gt; Nach der Einleitung des Gases ergaben sich die Geiselnehmer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel&amp;quot; /&amp;gt; Nach ihrer Befreiung seien die Geiseln in eine psychiatrische Klinik gebracht worden, in der ihr allerdings viele Vorurteile begegnet seien. Die erste und scheinbar wichtigste Frage war die, ob sie sich in Olofsson verliebt hätte. In der Folgezeit habe sie Albträume gehabt und Drohbriefe erhalten. Sie habe sich zurückgezogen und die Medien gemieden. Die Bank habe sie verlassen, weil sie zu viel Angst gehabt habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;norran&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel&amp;#039;&amp;#039; berichtete, Enmark habe nach ihrer Kündigung in der Bank [[Soziologie]] studiert und danach in der Drogenhilfe gearbeitet. Inzwischen sei sie [[Psychotherapeut]]in.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel&amp;quot; /&amp;gt; Im Interview habe sie mitgeteilt, seit 43 Jahren mit der Verarbeitung des Geschehens befasst zu sein. Es sei nicht „überwunden“, weil man ihr „mit dem Stockholm-Syndrom lieber einen Stempel aufdrückte, statt wirklich zu verstehen, was damals eigentlich passierte“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mediale Verarbeitung ==&lt;br /&gt;
In [[John McTiernan]]s Actionfilm &amp;#039;&amp;#039;[[Stirb langsam]]&amp;#039;&amp;#039; (1988), in dem Gangster zahlreiche Geiseln in einem Hochhaus genommen haben, bezeichnet ein Experte während eines Fernsehinterviews das Phänomen, bei dem Geiseln ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen, fälschlich als „Helsinki-Syndrom“. Als der Nachrichtensprecher beim Experten nachfasst „So wie Helsinki, Schweden?“, antwortet der Experte „Nein, Finnland“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der spanischen Fernsehserie &amp;#039;&amp;#039;[[Haus des Geldes]]&amp;#039;&amp;#039; (2017–2021) erhielt eine von [[Esther Acebo]] gespielte Geisel, die sich in einen ihrer Geiselnehmer verliebte, den Namen „Stockholm“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2019 wurde der Film &amp;#039;&amp;#039;Die Stockholm Story&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht, der sich zwar auf die Ereignisse vom August 1973 bezieht, die Beziehung zwischen Opfer und Täter jedoch unter anderem durch geänderte Namen verfremdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022 startete auf [[Netflix]] die Miniserie &amp;#039;&amp;#039;Clark&amp;#039;&amp;#039;, mit [[Bill Skarsgård]], basierend auf dem Leben von [[Clark Olofsson]]. In Episode 4 der Serie geht es um die Ereignisse der [[Geiselnahme am Norrmalmstorg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* James F. Campbell: &amp;#039;&amp;#039;Hostage: Terror and Triumph.&amp;#039;&amp;#039; Greenwood Press, 1992, ISBN 0-313-28486-5.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Kristin Enmark, Gunnar Wesslén |Titel=Jag blev Stockholmssyndromet |TitelErg=(Deutsch: Ich wurde zum Stockholm-Syndrom) |Verlag=SAGA Egmont |Ort=Copenhagen |Datum=2020 |Sprache=sv |ISBN=978-87-26-42924-4}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=G. Dwayne Fuselier |url=https://books.google.de/books?id=OPTvgIUIEyAC&amp;amp;vq=rises%20to%2095%20percent&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=RA6-PA22#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=true |titel=Placing the Stockholm Syndrome in Perspective |werk=FBI Law Enforement Bulletin |datum=Juli 1999 |seiten=22–25 |sprache=en |abruf=2022-10-14 |abruf-verborgen=ja}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Michaela Gufler |Titel=Mythos Stockholm-Syndrom |Verlag=Limbus Verlag |Ort=Innsbruck |Datum=2015 |ISBN=978-3-99039-030-6}}&lt;br /&gt;
* Robert Harnischmacher, Josef Müther: &amp;#039;&amp;#039;Das Stockholm-Syndrom: zur psychischen Reaktion von Geiseln und Geiselnehmern.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Kriminologie.&amp;#039;&amp;#039; Band 180, Nr. 1–2, 1987, S.&amp;amp;nbsp;1–12.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=David King |Titel=Six Days in August. The Story of Stockholm Syndrome |Verlag=W.W. Norton |Ort=New York City |Datum=2020 |Sprache=en |LCCN= 2019058100}}&lt;br /&gt;
* Rolf Köthke: &amp;#039;&amp;#039;Das Stockholm-Syndrom: eine besondere Betrachtung des Verhältnisses von Geiselnehmer und Geisel.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Praxis der Rechtspsychologie.&amp;#039;&amp;#039; Band 9, Nr. 1, 1999, S.&amp;amp;nbsp;78–85.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Christian Lüdke, Karin Clemens |Titel=Abschied vom Stockholm-Syndrom |Sammelwerk=Psychotraumatologie |Band=2 |Nummer=2 |Datum=2001 |Seiten=12 ff. |DOI=10.1055/s-2001-15743}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=M. Namnyak, N. Tufton, R. Szekely, M. Toal, S. Worboys, E. L. Sampson |Titel=&amp;#039;Stockholm syndrome&amp;#039;. Psychiatric diagnosis or urban myth? |Sammelwerk=Acta Psychiatrica Scandinavica |Band=117 |Nummer=1 |Datum=2008 |Sprache=en |Seiten=4–11 |DOI=10.1111/j.1600-0447.2007.01112.x}}&lt;br /&gt;
* Arnold Wieczorek: &amp;#039;&amp;#039;Das so genannte Stockholm-Syndrom: zur Psychologie eines polizeilich vielbeachteten Phänomens.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Kriminalistik.&amp;#039;&amp;#039; Band 57, Nr. 7, 2003, S.&amp;amp;nbsp;429–436.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=7563331-0|LCCN=sh/2007/114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Stockholmsyndrom}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialpsychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Viktimologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychische Störung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geiselnahme|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Stockholm)|Syndrom]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Andrea014</name></author>
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