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	<title>Stigmatisierung - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Stigmatisierung&amp;diff=27019&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Okin: /* Beschreibung */ Wortwahl</title>
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		<updated>2026-02-24T21:35:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Beschreibung: &lt;/span&gt; Wortwahl&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den sozialwissenschaftlichen Begriff Stigmatisierung, weitere Bedeutungen unter [[Stigma]], [[Stigmata]] und [[Stigmatisation]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stigmatisierung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet in den [[Sozialwissenschaften]] die Zuschreibung einer abgewerteten sozialen Identität an Individuen oder Gruppen auf Grundlage zugeschriebener oder wirklich existierender [[Diskreditierung|diskreditierbarer]] Merkmale. Von einigen [[Soziologie|Soziologen]] und [[Sozialpsychologie|Sozialpsychologen]] wird &amp;#039;&amp;#039;Stigma&amp;#039;&amp;#039; als sichtbares oder unsichtbares Merkmal definiert, das die Zugehörigkeit zu einer Gruppe kennzeichnet, die aufgrund dieses Merkmals abgewertet wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Freytag52&amp;quot;&amp;gt;Anna Freytag: &amp;#039;&amp;#039;Stigmatisierende Kommunikation. Eine theoretische Konzeptualisierung gruppenbezogener abwertender Kommunikation.&amp;#039;&amp;#039; Springer VS, Wiesbaden, 2024, S. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Stigmatisierung&amp;#039;&amp;#039; ist der  Prozess der Unterscheidung und Ausgrenzung, der von hinsichtlich dieses Merkmals nicht stigmatisierten Personen ausgeht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Freytag53&amp;quot;&amp;gt;Anna Freytag: &amp;#039;&amp;#039;Stigmatisierende Kommunikation. Eine theoretische Konzeptualisierung gruppenbezogener abwertender Kommunikation.&amp;#039;&amp;#039; Springer VS, Wiesbaden, 2024, S. 53.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anlehnung an [[Erving Goffman]] ist Stigmatisierung ein Prozess, durch den Individuen bestimmte andere Individuen in eine bestimmte Kategorie von [[Soziale Position|Positions]]&amp;amp;shy;inhabern einordnen,&lt;br /&gt;
* durch Zuschreibung von Merkmalen und Eigenschaften, die diskreditierbar sind;&lt;br /&gt;
* durch Diskreditierung von Merkmalen und Eigenschaften, die diskreditierbar sind;&lt;br /&gt;
* durch Diskreditierung bereits vorhandener, sichtbarer Merkmale und Eigenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;Erving Goffman: &amp;#039;&amp;#039;Stigma. Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 1974, S. 56 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Detlef Baum: &amp;#039;&amp;#039;Relative Deprivation und politische Partizipation. Sozialstrukturelle Bedingungen politischer Beteiligung.&amp;#039;&amp;#039; Peter Lang, Frankfurt am Main/Bern/Las Vegas 1978, ISBN 3-261-02514-X, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer Stigmatisierung kann [[Diskriminierung]] folgen, es können jedoch auch nicht stigmatisierte Personen von Diskriminierung betroffen sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Der Begriff Stigma nimmt Bezug auf eine Tätowiertechnik, die im antiken Griechenland aus Persien übernommen worden war und zur Markierung und Bestrafung von moralisch verurteilten Personengruppen wie Soldaten, Sklaven, Kriminellen und Kriegsgefangenen eingesetzt wurde, damit diese bei einem Fluchtversuch identifiziert werden konnten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Freytag52&amp;quot; /&amp;gt; Zur Stigmatisierung gedacht waren ursprünglich auch echte [[Leibesstrafe]]n zum Zweck der öffentlichen Ächtung, wie bis in die Neuzeit hinein das Scheren der Haare (für Hurerei) oder des Bartes oder das Abschneiden der Ohren (für Ehrverlust), heute noch manchenorts im Rechtskreis der [[Schari&amp;#039;a|Scharia]] das Abschlagen einer Hand (für Diebstahl). In Frankreich wurden Galeerensträflinge oder Deportierte mit der französischen Lilie lebenslang gebrandmarkt. Ein bekanntes Beispiel des 20. Jahrhunderts war während der Zeit des [[Nationalsozialismus]] die Kennzeichnung von Häftlingen in mehreren [[Konzentrationslager]]n durch Eintätowierung einer Häftlingsnummer auf dem linken Arm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ursprung der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Stigmatisierung gilt zumeist die Arbeit [[Erving Goffman]]s.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Freytag52&amp;quot; /&amp;gt; Er betrachtet ein soziales Stigma als Beispiel für die Kluft zwischen dem, was eine Person sein sollte (ihrer virtuellen sozialen [[Soziale Identität|Identität]]) und ihrer wirklichen sozialen Identität.&amp;lt;ref&amp;gt;„Stigma“. In: Wolfgang J. Koschnik: &amp;#039;&amp;#039;Standardwörterbuch für die Sozialwissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Band 2. München/London/New York/Paris 1993, ISBN 3-598-11080-4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach kann ein Stigma erst entstehen, wenn die Erwartung besteht, dass an die Mitglieder einer sozialen Kategorie gestellte Normen (Beispiele nach Goffman sind weibliches Verhalten bei Frauen und asketisches Verhalten bei Mönchen) von diesen nicht nur unterstützt, sondern auch verwirklicht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Erving Goffman: &amp;#039;&amp;#039;Stigma, Notes on the Management of Spoiled Identity.&amp;#039;&amp;#039; New York 1963, S. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Stigmatisierung kann also als eine Reaktion auf nicht erfüllte Normerwartungen gesehen werden, die es ermöglicht, die gemeinsamen Normen weit jenseits derer, die sie voll erfüllen, aufrechtzuerhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ziemer&amp;quot;&amp;gt;Benjamin Marius Schmidt, Gesa Ziemer: {{Webarchiv |url=http://www.ith-z.ch/media/pdf/0539267001215526124.pdf |wayback=20120131013023 |text=Verletzbare Orte. Zur Ästhetik anderer Körper auf der Bühne}} (PDF; 1,86&amp;amp;nbsp;MB), ith-z.ch, Zürich 2004.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stigma und [[Stereotyp]] sind nach Goffman nicht gleichzusetzen, sondern ein Stigma entspricht einer besonderen Beziehung zwischen Eigenschaft und Stereotyp - nach Goffman ist ein Stigma ein Ableger eines Stereotyps. Das Stereotypisieren oder Profilieren sieht Goffman (im Unterschied zur Stigmatisierung) als etwas in der Gesellschaft fundamentales an: Wenn sich fremde Personen begegnen, finde es notwendigerweise und ständig statt. Während Stereotype auch mit positiven Eigenschaften verbunden sein können, sind Stigmata immer mit negativen Eigenschaften konnotiert. Anders als Stereotype und nach Goffman auch als Vorurteile können Stigmata zwar mit Gruppenzugehörigkeiten verknüpft sein, müssen es aber nicht sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Anne Waldschmidt und Sarah Karim: &amp;#039;&amp;#039;Stigma.&amp;#039;&amp;#039; In:  Robert Hettlage (hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Goffman-Handbuch: Leben – Werk – Wirkung.&amp;#039;&amp;#039; J.B. Metzler, Stuttgart 2022, https://doi.org/10.1007/978-3-476-05871-3_30, S. 223–228, hier: S. 224f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Goffman lässt sich argumentieren, dass es scheint, dass Stigmatisierungsprozesse eine allgemeine gesellschaftliche Funktion haben, nämlich Unterstützung für die Gesellschaft bei denen einzuholen, welche nicht von der Gesellschaft unterstützt werden. Das verleihe ihnen eine Resistenz gegen Veränderungen. Es gebe darüber hinaus aber weitere soziale Funktionen, die je nach Art des Stigmas deutlich variieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Erving Goffman: &amp;#039;&amp;#039;Stigma, Notes on the Management of Spoiled Identity.&amp;#039;&amp;#039; New York 1963, S. 138f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Stigmata können [[Diskriminierung]] nach sich ziehen, sie sind aber weder eine notwendige, noch ein hinreichende Bedingung für Diskriminierung: Nicht jede Stigmatisierung führt zur Diskriminierung und es können andererseits auch nicht stigmatisierte Personen von Diskriminierung betroffen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Anne Waldschmidt und Sarah Karim: &amp;#039;&amp;#039;Stigma.&amp;#039;&amp;#039; In:  Robert Hettlage (hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Goffman-Handbuch: Leben – Werk – Wirkung.&amp;#039;&amp;#039; J.B. Metzler, Stuttgart 2022, https://doi.org/10.1007/978-3-476-05871-3_30, S. 223–228, hier: S. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den amerikanischen Soziologen Bruce G. Link und Jo Carol Phelan resultiert der Prozess der Stigmatisierung aus vier zusammenlaufenden und sich gegenseitig verstärkenden Komponenten. Erstens unterscheiden und [[Etikettierungsansatz|labeln (etikettieren)]] Menschen einige der Unterschiede zwischen Menschen, während andere Unterschiede irrelevant bleiben. Zweitens werden gelabelte Eigenschaften mit Stereotypen verknüpft. Dritte Komponente ist, dass die Etikettierungen mit einer Trennung zwischen &amp;#039;&amp;#039;uns&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;ihnen&amp;#039;&amp;#039; konnotieren. Viertens erfahren stigmatisierte Personen Statusverlust und Diskriminierung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur| Autor=Bruce G. Link und Jo C. Phelan| Titel=Conceptualizing Stigma| Datum=2001| Sammelwerk=Annual Review of Sociology| Band=Vol. 41 (2015)|Sprache=en| Seiten=363-385| Fundstelle=hier: S. 367ff| JSTOR=2678626| Online=https://montefioreeinstein.org/documents/Original-Article-Conceptulalizing-Stigma.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Link und Phelan legen zugrunde, dass Stigmatisierung vom Zugang zu sozialer, wirtschaftlicher und politischer [[Macht]] abhängt. Erst dadurch werde die Identifizierung von Andersartigkeit, die [[Sozialkonstruktivismus|Konstruktion]] von Stereotypen, die Einteilung betroffener Personen in bestimmte Kategorien und die Umsetzung von Missbilligung, Ablehnung, Ausgrenzung und Diskriminierung möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur| Autor=Bruce G. Link und Jo C. Phelan| Titel=Conceptualizing Stigma| Datum=2001| Sammelwerk=Annual Review of Sociology| Band=Vol. 41 (2015)|Sprache=en| Seiten=363-385| Fundstelle=hier: S. 367| JSTOR=2678626| Online=https://montefioreeinstein.org/documents/Original-Article-Conceptulalizing-Stigma.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Anschluss an Goffman können drei Typen Stigmatisierter unterschieden werden: 1. Menschen mit körperlichen Behinderungen, Auffälligkeiten oder Entstellungen; 2. Menschen mit individuellen Charaktermerkmalen, psychischen Problemen oder Erkrankungen (zu diesem Typus gehören auch stigmatisierte Langzeit-Arbeitslose, Obdachlose, Drogenabhängige, Kriminelle und psychisch Kranke) sowie 3. Angehörige bestimmter Hautfarben, Nationen, Religionen oder Weltanschauungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Günter Gödde, Franziska Lamott: &amp;#039;&amp;#039;Stigmatisierung.&amp;#039;&amp;#039; In: Günter Gödde, Jörg Zirfas (hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kritische Lebenskunst.&amp;#039;&amp;#039; J.B. Metzler, Stuttgart, 2018, S. 217–226, hier S. 217.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stigmata können beispielsweise in [[Vorstrafe]]n, [[Obdachlosigkeit]], [[Drogenabhängigkeit]], körperlichen oder geistigen [[Behinderung]]en, [[psychische Störung|psychischen Störungen]], [[Krankheit]]en (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Lepra]], [[HIV]]/[[AIDS]]&amp;lt;ref&amp;gt;Kristin Kahl: &amp;#039;&amp;#039;Diskriminierung. Jenaer Institut untersucht gesellschaftliche Bedeutung von HIV.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Ärzteblatt.&amp;#039;&amp;#039; Band 117, Heft 3, 17. Januar 2020, S. B 76.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Hautkrankheiten), der [[sexuelle Orientierung|sexuellen Orientierung]] oder der Zugehörigkeit zu einer bestimmten [[Nationalität]], [[Religion]] oder [[Volksgruppe]] bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauch des Wortes Stigma ist nicht unumstritten: Manche Menschen mit eigener Erfahrung der Anfälligkeit für Abwertungen (etwa durch Krankheit, ein bestimmtes Ereignis, einen Status oder eine bestimmte Beziehung) bevorzugen es, von Diskriminierung zu sprechen, weil Stigma die Schwere der Auswirkungen nicht angemessen wiedergebe. Wissenschaftlich ist der Begriff des sozialen Stigmas und der Stigmatisierung jedoch weitgehend akzeptiert und Gegenstand von Forschung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur| Autor=Bernice A. Pescosolido, Jack K. Martin| Titel=The Stigma Complex| Sammelwerk=Annual Review of Sociology| Band=Vol. 41 (2015)| Sprache=en| Seiten=87-116| Fundstelle=hier: S. 88f| JSTOR=24807591}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stigmaforschung ==&lt;br /&gt;
Stigmatisierung aufgrund psychischer Erkrankungen ist der traditionelle Bereich der Stigmatisierungsforschung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pescosolido89&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=Bernice A. Pescosolido, Jack K. Martin| Titel=The Stigma Complex| Sammelwerk=Annual Review of Sociology| Band=Vol. 41 (2015)| Sprache=en| Seiten=87-116| Fundstelle= hier: S. 89| JSTOR=24807591}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung und empirische Forschung zu sozialem Stigma und Stigmatisierung haben seit Ende des 20. Jahrhunderts zugenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Freytag54&amp;quot;&amp;gt;Anna Freytag: &amp;#039;&amp;#039;Stigmatisierende Kommunikation. Eine theoretische Konzeptualisierung gruppenbezogener abwertender Kommunikation.&amp;#039;&amp;#039; Springer VS, Wiesbaden, 2024, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sowohl innerhalb des Bereichs psychischer Erkrankungen als auch weit darüber hinaus wurden zahlreiche Themen zum Gegenstand der Forschung zur Stigmatisierung. Neben gesundheitsbezogenen Stigmata werden zahlreiche weitere Themen und soziale Arenen von der Forschung berücksichtigt. Beispiele sind finanzielle Probleme, Insolvenz und  Armut, Inanspruchnahme von Sozialleistungen, Familien- und Beziehungsprobleme wie Single-Dasein, freiwillige Kinderlosigkeit, Unfruchtbarkeit, Abtreibung, sexuelle Orientierung, sexuelle Übergriffe und kriminalitätsbezogene Themen wie Vorstrafen und Inhaftierung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pescosolido89&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während sich die Stigmaforschung zu psychischen Erkrankungen zunächst hauptsächlich auf Nordamerika und Westeuropa bezog, hat sie sich inzwischen darüber hinaus verbreitet und stellt auch international vergleichende Untersuchungen an. In ähnlicher Weise betrifft das auch die Stigmaforschung zu [[HIV]] und [[AIDS]]. Schließlich werden inzwischen auch direkt vergleichende Forschungen zwischen verschiedenen Bedingungen von Stigmatisierung angestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur| Autor=Bernice A. Pescosolido, Jack K. Martin| Titel=The Stigma Complex| Sammelwerk=Annual Review of Sociology| Band=Vol. 41 (2015)| Sprache=en| Seiten=87-116| Fundstelle= hier: S. 90| JSTOR=24807591}}&amp;lt;/ref&amp;gt; So haben vergleichende Untersuchungen über die Stigmatisierung psychisch Kranker in [[Nigeria]] und Deutschland ergeben, dass Stigmatisierungen in Deutschland wesentlich seltener zu erwarten sind als in Nigeria, was auf den besseren Informationsstand über diese Krankheiten in Deutschland zurückzuführen sein könnte. Andererseits weisen Untersuchungsergebnisse einer Zürcher Forschungsgruppe darauf hin, dass sich auch die besonders gut über die Sachverhalte informierten Fachleute in ihrem Antwortverhalten bezüglich sozialer Distanz kaum von der Durchschnittsbevölkerung unterscheiden. Diese Ergebnisse haben kritische Fragen nach dem Rollenbild und der Funktion von [[Psychiater]]n in der Verhütung und Bekämpfung von Stigmatisierungen psychisch Kranker bestärkt.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Gaebel u.&amp;amp;nbsp;a., &amp;#039;&amp;#039;Public attitudes towards people with mental illness in six German cities. Results of a public survey under spezial consideration of schizophrenia.&amp;#039;&amp;#039; In: Eur. Arch. Psychiatry Clin. Neurosci., Nr. 252, 2002, S. 278–287 und A. O. Adewuya u.&amp;amp;nbsp;a., &amp;#039;&amp;#039;Social distance towards people with mental illness amongst Nigerian university students.&amp;#039;&amp;#039; In: Soc. Psychiatry Psychiatr. Epidemiol., Jg. 40, 2005, S. 865–868.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Stigmaforschung werden einerseits die Prozesse erforscht, die zur Stigmatisierung führen, andererseits die Formen des Umgangs der von Stigmatisierung betroffener Personen mit dem Stigma (Stigmamanagement). Hierbei wird grundsätzlich zwischen Stigmatisierung auf gesellschaftlicher und auf individueller Ebene unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Konzepte der Dreifachstigmatisierung (etwa psychische Erkrankung, Substanzmissbrauch und kriminelle Vergangenheit) sowie zur [[Intersektionalität]] wurden entwickelt beziehungsweise in die Stigmaforschung integriert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur| Autor=Bernice A. Pescosolido, Jack K. Martin| Titel=The Stigma Complex| Sammelwerk=Annual Review of Sociology| Band=Vol. 41 (2015)| Sprache=en| Seiten=87-116| Fundstelle= hier: S. 90| JSTOR=24807591}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Verfahren zur Feststellung des Ausmaßes von Stigmatisierung hat sich die Messung der erwünschten „[[Soziale Distanz|sozialen Distanz]]“ als häufig angewandte Methode bewährt: Die untersuchten Personen werden danach befragt, ob sie jemanden mit dem spezifischen Stigmatisierungsmerkmal (z.&amp;amp;nbsp;B. einer psychischen Erkrankung) als Mieter, Nachbarn oder Babysitter akzeptieren würden. Vertiefend wird gefragt, ob die befragte Person in eine Familie einheiraten würde, in der Menschen mit dem spezifischen Stigmatisierungsmerkmal leben, oder ob die untersuchte Person solche Menschen in ihren sozialen Kreis aufnehmen würde oder als Mitarbeiter empfehlen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goffman entwickelt eine Typologie des Umgangs mit Stigmata im Alltag. Er unterscheidet zwischen verschiedenen Formen des Umgangs wie Enthüllung, Verdrängung, Kompensation, Inanspruchnahme gesetzlicher Schutzmechanismen. Bei nicht sichtbaren Stigma-Merkmalen (z.&amp;amp;nbsp;B. frühere Gefängnisstrafe, Spielschulden) entscheidet eine betroffene Person über Geheimhaltung oder [[Selbstenthüllung|Enthüllung]]. Beides kann je nach Adressat sowohl ungünstige wie günstige Auswirkungen haben. Auch auf Seiten der Interaktionspartner von durch Stigmatisierung bedrohten Personen wird Stigmamanagement betrieben (Ignorieren des Stigmas, [[Empathie]], Meiden von Stigmaträgern usw.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Stigmatisierung psychisch Kranker}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Manfred Brusten]] / Jürgen Hohmeier (Hrsg.): [http://bidok.uibk.ac.at/library/stigmatisierung-index.html &amp;#039;&amp;#039;Stigmatisierung 1+2. Zur Produktion gesellschaftlicher Randgruppen&amp;#039;&amp;#039;] – Luchterhand Verlag, Darmstadt 1975.&lt;br /&gt;
* Asmus Finzen: &amp;#039;&amp;#039;Psychose und Stigma: Stigmabewältigung – zum Umgang mit Vorurteilen und Schuldzuweisungen.&amp;#039;&amp;#039; Psychiatrie-Verlag, Bonn 2000.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Gaebel, [[Hans-Jürgen Möller]], Wulf Rössler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Stigma – Diskriminierung – Bewältigung. Der Umgang mit sozialer Ausgrenzung psychisch Kranker.&amp;#039;&amp;#039; Kohlhammer, Stuttgart 2004.&lt;br /&gt;
* [[Erving Goffman]]: &amp;#039;&amp;#039;Stigma. Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1967 [engl. Orig. 1963].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Stigma}}&lt;br /&gt;
* [http://bidok.uibk.ac.at/library/loesel-stigmatisierung.html Lösel: Prozesse der Stigmatisierung in der Schule]&lt;br /&gt;
* [http://www.avert.org/aidsstigma.htm Stigma, discrimination and attitudes to HIV]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20111114043030/http://www.anti-stigma.de/html/stigmatisierung%20%20bekampfen.htm Stigmatisierung bekämpfen]&lt;br /&gt;
* [http://de.oocities.com/omikron23/doublebind.html Double-Bind und Mystifizierung]&lt;br /&gt;
* [http://alex-sk.jimdo.com/ronald-d-laing-mystifizierung-konfusion-und-konflikt/ Ronald D. Laing: Mystifizierung, Konfusion und Konflikt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4057561-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialpsychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialer Prozess]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Diskriminierung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Okin</name></author>
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