<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Stigma-Umkehr</id>
	<title>Stigma-Umkehr - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Stigma-Umkehr"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Stigma-Umkehr&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-05T15:01:25Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Stigma-Umkehr&amp;diff=930105&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bisam: Abkürzungen korrigiert bzw. vereinheitlicht, Auslassungspunkte</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Stigma-Umkehr&amp;diff=930105&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-06-06T19:40:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Abkürzungen korrigiert bzw. vereinheitlicht, Auslassungspunkte&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stigma-Umkehr&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist in der Soziologie ein Begriff für einen Prozess der Entlegitimierung [[Strukturelle Diskriminierung|struktureller Diskriminierung]] seitens der betroffenen sozialen Randgruppen, die gesellschaftliche Institutionen für ihre soziale Ausgrenzung verantwortlich machen.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. &amp;#039;&amp;#039;Stigma-Umkehr&amp;#039;&amp;#039; In: Siehe Fuchs-Heinritz (1995): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon zur Soziologie,&amp;#039;&amp;#039; Westdeutscher Verlag. S. 650 &amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff wird u.&amp;amp;nbsp;a. von dem Soziologen [[Rüdiger Lautmann]] geprägt.&amp;lt;ref&amp;gt; Rüdiger Lautmann: &amp;#039;&amp;#039;Sozialwissenschaftliche Studien zur Homosexualität&amp;#039;&amp;#039;, Berlin: Verlag rosa Winkel. Acht Bände. 1980 bis 1997.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale und Beispiele ==&lt;br /&gt;
Ein besonderes Kennzeichen für Stigma-Umkehr ist die Gewichtung von [[Performativität]] durch Publizität. So hat die Stigma-Umkehr eine zentrale Bedeutung im [[Coming out all over]], dessen Konzept von [[John Itsuro Kitsuse|John I. Kitsuse]] sich an die [[Sprechakttheorie]] von [[John Langshaw Austin]] („How to do things with words“) anlehnt. Beispielhaft für die Anwendung sind &amp;#039;&amp;#039;Gay-Paraden&amp;#039;&amp;#039; in der [[Schwulenbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt; Rainer Hoffmann (2003): &amp;#039;&amp;#039;Vor der Stigma-Umkehr? Performativität der Publikumswahrnehmung auf das Ereignis der Gay-Paraden.&amp;#039;&amp;#039; In Erika Fischer-Lichte u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.), Performativität und Ereignis. Tübingen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthropophagie-Bewegung ===&lt;br /&gt;
Ein Beispiel aus dem Bereich der Kunst und Literatur ist die Anthropophagie-Bewegung um [[Oswald de Andrade]], [[Mário de Andrade]], Anita Malfatti und Menotti del Picchia von der Grupo dos Cinco („Gruppe der Fünf“). Nach dem anthropophagischen Motto „Statt das Fremde wegzuschieben, das Fremde fressen“ entwickelten sie gegen die zerstörerischen, dominanten und rassistischen Elemente der europäischen Kultur künstlerische Gegenaktionen und inhaltliche, ethische Begründungen. Der Reinlichkeit, Wissenschaftlichkeit und dem „europäischen Verlangen nach Differenz“ setzten sie „das tropische Wuchern, Aneignung, Naivität, Wildheit und Poesie“ entgegen. Die [[Dominanzkultur]] wird hier mit ihren stigmatisierenden Bildern – wie die des „edlen Wilden“ – auf der Ebene „ihres“ Kunstverständnisses „verlacht“. Hier wird an entsprechende Repräsentationsstrategien aus der Tradition des brasilianischen [[Karneval]]s angeknüpft.&amp;lt;ref&amp;gt; Luzenir Caixeta (2004): Anthropophagie als Antwort auf die eurozentrische Kulturhegemonie Oder: Wie die Mehrheitsgesellschaft feministische Migrantinnen schlucken ›muss‹. In: Hito Steyerl, Encarnación Gutiérrez Rodríguez (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Spricht die Subalterne deutsch? Migration und postkoloniale Kritik&amp;#039;&amp;#039;, Münster: [[Unrast Verlag]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im deutschsprachigen Raum knüpfte [[1999]] mit dem Motto &amp;#039;&amp;#039;Migrantinnen wehren sich!&amp;#039;&amp;#039; die MAIZ-Kampagne an die Praxis der Anthropophagie-Bewegung an, um „gegen die Gewalt an Migrantinnen“ zu protestieren: „Wir widersetzen uns jeglicher [[Zuschreibungspraxis]] sei es in Form von [[Viktimisierung]] oder [[Exotisierung]]. Wir haben Strategien auf der Ebene der Öffentlichkeitsarbeit entwickelt, die wir mit unserer politischen Bildungsarbeit und Kulturarbeit verbinden. … Wir versuchten die Logik umzukehren, um uns als [[Protagonist]]innen zu stärken.“&amp;lt;ref&amp;gt; Luzenir Caixeta: Anthropophagie als Antwort auf die eurozentrische Kulturhegemonie. Oder: Wie die Mehrheitsgesellschaft feministische Migrantinnen schlucken ›muss‹. In: Hito Steyerl u.&amp;amp;nbsp;a. 2004 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Moko Jumbies im karibischen Karneval ===&lt;br /&gt;
Die bildliche Figur der [[Moko Jumbies]] im karibischen Karneval als Tanzspiel der Kinder dient ebenfalls dem „anthropophagisches Lachen, das den Machthaber vom Thron verjagt“. Der Tanz wird hier „als ein machtvolles Vehikel zur [[Restauration (Geschichte)|Restauration]] und [[Revision]] der fragmentierten [[Trinidad (Insel)|Trinidader]] [[Afrokaribisch|afro-karibischen]] Geschichte – der ahnenhaften Realität – benutzt. … Die tanzenden Moko-Jumbie-Kinder inszenieren diese Darstellung. Ihr Tanz setzt eine Art sozio-kulturellen [[Rehabilitation]]sprozess, eine [[Rekonstruktion]] des Prozesses des Aufbrechens und der [[Desintegration]] in Gang. Auf diese Weise erheben sich die Kinder über die Erfahrung des [[Kolonialismus]] und [[Konnotation|konnotieren]] den Prozess der [[Emanzipation]].“&amp;lt;ref&amp;gt; Patricia Alleyne-Dettmers: ›Freeing Up‹ Colonial’s Children – (Post-)Kolonialismus, Repräsentation und Karneval. In: Hito Steyerl, Encarnación Gutiérrez Rodríguez (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Spricht die Subalterne deutsch? Migration und postkoloniale Kritik&amp;#039;&amp;#039;, Münster: [[Unrast Verlag]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Farbe bekennen ===&lt;br /&gt;
Gegenüber der bis dahin dominierenden Fremddefinition wurden [[1986]] vor allem durch den Sammelband [[afrodeutsch]]er Frauen &amp;#039;&amp;#039;[[Farbe bekennen]]&amp;#039;&amp;#039; erstmals in der Bundesrepublik Deutschland Selbstdarstellungen von Schwarzen&amp;lt;ref&amp;gt; Anm. Zur Schreibweise: Aus politischen Gründen, die eine Selbstdefinition fordert, wurde von den Protagonistinnen die Großschreibung eingeführt: Vgl. „Farbe Bekennen“ (s. Literatur). &amp;lt;/ref&amp;gt; Deutschen formuliert. So heißt es in der Selbstdarstellungsbroschüre der [[Initiative Schwarze Deutsche]] (ISD) damals u.&amp;amp;nbsp;a.: „Unsere Definition beschränkt sich übrigens nicht auf die [[Hautfarbe]], sondern schließt alle von Rassismus betroffenen Minderheiten ein. Mit Begriffen wie &amp;#039;&amp;#039;Schwarze Deutsche&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Afrodeutsche|Afro-Deutsche]]&amp;#039;&amp;#039; als Ausdruck unserer &amp;#039;&amp;#039;multikulturellen&amp;#039;&amp;#039; Herkunft bestimmen wir uns selbst, statt bestimmt zu werden.“&amp;lt;ref&amp;gt; Zitate nach: May Ayim: Die afro-deutsche Minderheit. In: Susan Arndt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;AfrikaBilder. Studien zu Rassismus in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Unrast Verlag, Münster 2001&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu den Protagonistinnen gehörte auch die deutsche Lyrikerin [[May Ayim]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Frantz Fanon]]: &amp;#039;&amp;#039;Das kolonisierte Ding wird Mensch&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig 1986 (EA 1952).&lt;br /&gt;
* Rainer Hoffmann: &amp;#039;&amp;#039;Vor der Stigma-Umkehr? Performativität der Publikumswahrnehmung auf das Ereignis der Gay-Paraden&amp;#039;&amp;#039;. In Erika Fischer-Lichte u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Performativität und Ereignis&amp;#039;&amp;#039;, Tübingen 2003.&lt;br /&gt;
* [[Rüdiger Lautmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Sozialwissenschaftliche Studien zur Homosexualität&amp;#039;&amp;#039;, Berlin: Verlag rosa Winkel, 8 Bde., 1980–97&lt;br /&gt;
* [[Katharina Oguntoye]]/[[May Ayim|May Opitz]]/[[Dagmar Schultz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Farbe Bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte&amp;#039;&amp;#039;, Berlin: Orlanda-Verlag 1986&lt;br /&gt;
* [[Hito Steyerl]]/[[Encarnación Gutiérrez Rodríguez]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Spricht die Subalterne deutsch? Migration und postkoloniale Kritik&amp;#039;&amp;#039;, Münster: [[Unrast Verlag]], Münster 2004. ISBN 3-89771-425-6&lt;br /&gt;
* Rubia Salgado: &amp;#039;&amp;#039;Anthropophagie und Akkulturation: Eine Begegnung beim Ficken&amp;#039;&amp;#039;, 1999. In: Luzenir Caixeta (2004), in: Hito Steyerl/Encarnación Gutiérrez Rodríguez (Hrsg.) (2004) s.&amp;amp;nbsp;o.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultursoziologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Diskriminierung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bisam</name></author>
	</entry>
</feed>