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	<title>Stereofonie - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Spendor Classic (24769910511).jpg|mini|Klassischer Anwendungsfall der Stereophonie ist eine &amp;#039;&amp;#039;[[Stereoanlage]]&amp;#039;&amp;#039; bzw. HiFi-Anlage zum Anhören von [[Musik|musikalischen Werken]] im Privatbereich.]]&lt;br /&gt;
Mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stereofonie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{grcS|στερεός|&amp;#039;&amp;#039;stereos&amp;#039;&amp;#039;|de=hart, starr}} und {{lang|grc|φωνή}} &amp;#039;&amp;#039;fōnē&amp;#039;&amp;#039; ‚Laut‘, ‚Ton‘) werden Techniken bezeichnet, die mit Hilfe von zwei oder mehr Schallquellen einen räumlichen Schalleindruck beim natürlichen Hören erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die frühesten Vorläufer der Stereotechnik gehen auf den französischen Flugpionier und Erfinder [[Clément Ader]] zurück. Während der [[Internationale Elektrizitätsausstellung 1881|Internationalen Elektrizitätsausstellung 1881]] ließ er Opernaufführungen mehrkanalig elektrisch in einen entfernten Raum übertragen, wo diese Signale über Telefonhörer abgehört werden konnten. Ader nannte sein System „Théatrophone“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ingenieur [[Heinrich Kluth-Nauen]] entwickelte 1925 ein Gerät, das aus einem Mono-Signal durch eine 180°-Phasendifferenz einen räumlichen Eindruck erzeugte. Er nannte es „Stereophon“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Illustrierte Technik für Jedermann&amp;#039;&amp;#039;, Heft 11/1925,S. 10&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1930 entstanden in den USA erste Tonaufnahmen, bei denen dieselbe Aufführung von zwei Mikrofonen an unterschiedlichen Positionen aufgenommen wurde, und die sich später zu Stereoaufnahmen zusammenfügen ließen. Es ist allerdings nicht überliefert, ob mit diesen Aufnahmen bereits eine stereophonische Wiedergabe beabsichtigt wurde oder man nur unterschiedliche Mikrofonpositionen ausprobieren wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=John McDonough |Titel=1932 Duke Ellington Stereo: Was it Unheard-of Experiment or Accident? |Sammelwerk=Chicago Tribune |Ort=Chicago |Datum=1985-06-30 |Sprache=en-US |Online=https://www.chicagotribune.com/news/ct-xpm-1985-06-30-8502120173-story.html}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Alan Dower Blumlein]], Elektroingenieur und Erfinder in der Forschungsabteilung bei [[EMI Group|EMI]], begann 1931 mit Experimenten zu von ihm „binaural“ genannten Aufnahmetechniken, zunächst mit Sprache. Im Zuge dieser Experimente meldete er eine ganze Reihe von Patenten an, darunter mehrere Stereo-Mikrofonverfahren die heute als Standard gelten: AB, XY und MS.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Alexander: &amp;#039;&amp;#039;The Inventor of Stereo: The life and works of Alan Dower Blumlein&amp;#039;&amp;#039;. Taylor and Francis, Oxford 2000.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das heute als „Blumlein-Verfahren“ bekannte, koinzidente System aus zwei winkelversetzten Mikrofonen mit Achtercharakteristik ist zwar ihm zu Ehren benannt, scheint aber nicht von ihm erdacht worden zu sein. Blumlein war ebenfalls maßgeblich an der Entwicklung der Schneidestichel beteiligt, um binaurale Signale auf Schellack-Platte aufzeichnen zu können. Anfang 1934 waren die „Abbey Road Studios“ der EMI mit der „binauralen“ Technik betriebsbereit und die ersten Experimente mit Musik wurden am 11. und 12. Januar 1934 durchgeführt. Wenige Tage später, am 19. Januar 1934, entstand ebenfalls dort die Aufnahme einer Probe unter Leitung von Sir Thomas Beecham mit dem [[London Philharmonic Orchestra]] auf insgesamt neun Platten. Geprobt wurde [[Mozart]]s Symphonie Nr.&amp;amp;nbsp;41 „Jupiter“ (KV&amp;amp;nbsp;551).&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Alexander: &amp;#039;&amp;#039;The Inventor of Stereo: The life and works of Alan Dower Blumlein&amp;#039;&amp;#039;. Taylor and Francis, Oxford 2000, S. 78.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Walt Disney]] brachte seinen Zeichentricklangfilm &amp;#039;&amp;#039;[[Fantasia]]&amp;#039;&amp;#039; (1940) in „Fantasound“, einem frühen stereofonischen Tonverfahren heraus, das zur damaligen Zeit aber nur die wenigsten Kinos wiedergeben konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1944 machte die [[Reichs-Rundfunk-Gesellschaft]] in Berlin erste Stereo-Aufnahmen auf Magnetband mittels [[Magnetophon]]. Dabei entstanden erste Aufnahmen in Zusammenarbeit mit dem Dirigenten [[Herbert von Karajan]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise hat Blumleins Nutzung des Begriffs „binaural“ in seinen Patenten die weitere Verbreitung dieses Begriffes behindert, um Patentansprüchen auszuweichen. Nach der schnellen Durchsetzung der Magnetbandtechnik in der industriellen Tonträgerproduktion in den 1950er Jahren hat sich der Begriff „stereo“, abgeleitet von der visuellen Technik der [[Stereoskopie]], durchgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sidney Frey, Chef des Plattenlabels &amp;#039;&amp;#039;Audio Fidelity Records&amp;#039;&amp;#039;, brachte 1957 die erste Stereo-Schallplatte heraus: Auf der einen Seite waren Eisenbahngeräusche zu hören, auf der anderen Seite [[Dixieland Jazz]] mit den [[Dukes of Dixieland]].&amp;lt;ref&amp;gt;Russell Sanjek: &amp;#039;&amp;#039;American Popular Music and Its Business: From 1900 to 1984&amp;#039;&amp;#039;, 1988, S. 360&amp;lt;/ref&amp;gt; In den ersten Jahren gab es erhebliche Probleme bei der Standardisierung und auch bei der Qualitätssicherung in der Plattenproduktion.&amp;lt;ref&amp;gt;R. Sanjek: &amp;#039;&amp;#039;American Popular Music and Its Business: From 1900 to 1984&amp;#039;&amp;#039;, 1988, S. 361 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[The Beatles|Beatles]] zum Beispiel nahmen anfangs ihre Songs mit einer Art der „Stereotechnik“ auf, die genauer betrachtet zweimal „Mono“ ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Rotifer: &amp;#039;&amp;#039;[[George Martin]] (1926–2016)&amp;#039;&amp;#039;. [http://fm4.orf.at/stories/1768306/ &amp;#039;&amp;#039;Er gab den Beatles Technicolor. Auch wenn er Stereo nicht verstand&amp;#039;&amp;#039;.] orf.at, 9. März 2016; abgerufen am 29. November 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Instrumentalbegleitung wurde auf einen Kanal und der Gesang auf den anderen Kanal gelegt. Das hat recht wenig mit Stereo zu tun, außer dass aus jedem Lautsprecher etwas Verschiedenes herauskam. Ebenfalls aus dieser Zeit ist der Begriff „Ping-Pong-Stereo“ bekannt und bezieht sich auf eine Aufnahmetechnik, die Instrumente von links nach rechts –&amp;amp;nbsp;oder umgekehrt&amp;amp;nbsp;– wandern lässt. Dieses war insbesondere in der Frühzeit der Stereoaufnahmetechnik bei populärer Musik gefragt: Eine [[Stereoanlage]] war in den frühen 1960er Jahren ein Statussymbol – und man wollte schließlich den Effekt auch deutlich hören und im Freundeskreis stolz vorführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Hörfunk]] stellte dem immer attraktiver werdenden Programmangebot des [[Fernsehen]]s die technische Innovation des [[Zweikanalton]]s entgegen. Für die [[UKW-Rundfunk|UKW-Sender]] ([[Frequenzmodulation|FM]]) in der BRD wurde auf der &amp;#039;&amp;#039;25. Großen Deutschen Funk-Ausstellung&amp;#039;&amp;#039; in Berlin am 30.&amp;amp;nbsp;August 1963 die [[Pilotton-Multiplexverfahren|FM-Stereofonie]] eingeführt. 1967/68 betrieb jede Landesrundfunkanstalt mindestens ein UKW-Sendernetz stereophon. Damit konnte Hörfunk in einer besseren Tonqualität ausgestrahlt werden, als es beim Fernsehen möglich war. Weitere qualitative Vorteile erzielte der Hörfunk 1973 mit der Einführung der [[Binaurale Tonaufnahme|binauralen Tonaufnahme]]. Diese „[[Kunstkopf]]-Stereofonie“ konnte sich aber nicht durchsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Anfang der 1970er Jahre wurden Monoaufnahmen aus Verkaufsgründen „verstereofoniert“, also ein künstliches Stereosignal erzeugt, was mit [[Pseudostereofonie]] oder auch mit „Electronic Stereo“ bezeichnet wurde. Ein dafür häufig verwendetes Verfahren ist die Methode nach Lauridsen-Schodder oder mehrkanalige Version derselben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Patent| Land=EP| V-Nr=0825800A2| Typ=Patentanmeldung| Titel=Verfahren und Vorrichtung zum Generieren eines Mehrton-Signals aus einem Mono-Signal| A-Datum=1997-08-01| V-Datum=1998-02-25| Anmelder=Thomson Brandt GmbH| Erfinder=Imre Varga, Jürgen Schmidt}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Untergruppe der Stereophonie stellt die Stereo-Erweiterung dar. Sie lässt das Stereo-Klangfeld breiter und die Klänge, die damit bearbeitet wurden plastischer klingen.&lt;br /&gt;
Hier haben in den 1980er Jahren zwei Varianten auf sich aufmerksam gemacht:&lt;br /&gt;
* [[Holophonics]] (prominent umgesetzt u.&amp;amp;nbsp;a. für: Pink Floyd – &amp;#039;&amp;#039;The final cut&amp;#039;&amp;#039; / Roger Waters – &amp;#039;&amp;#039;The pros and cons of hitch hiking&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* [[Q-Sound]] (prominent eingesetzt u.&amp;amp;nbsp;a. für: Madonna – &amp;#039;&amp;#039;Immaculate Collection&amp;#039;&amp;#039; / Roger Waters – &amp;#039;&amp;#039;Amused to Death&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundlagen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:2 0 channels (stereo) label.svg|mini|200px|Zeichen für Stereo (2.0-Sound) auf [[DVD]]-Hüllen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Stereofonie.png|mini|200px|Schematische Darstellung der Stereofonie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im einfachsten Fall erfolgt die horizontal verteilte Abbildung allein durch [[Pegeldifferenz|Pegelunterschiede]] &amp;#039;&amp;#039;Δ&amp;amp;nbsp;L&amp;#039;&amp;#039; oder durch [[Laufzeitdifferenz|Laufzeitunterschiede]] &amp;#039;&amp;#039;Δ&amp;amp;nbsp;t&amp;#039;&amp;#039; der beiden [[Lautsprechersignal]]e. Die Abbildung der [[Tiefenstaffelung]] beruht auf Ausnutzung von frühen [[Reflexion (Physik)|Reflexionen]] und auf Klangverfärbungen durch [[blauertsche Bänder]], um bei der Abbildung „diffus und präsent“ herauszuarbeiten und räumliche Tiefenabbildung aus dem Verhältnis von [[Direktschall]]anteilen&amp;amp;nbsp;D und [[Raumschall]]anteilen&amp;amp;nbsp;R sowie [[Pegeldifferenz]]en herauszustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Hören wird das [[Psychoakustik|psychoakustische]] Phänomen ausgenutzt, dass der Mensch mit seinen Ohren auf Grund von [[interaural]]en Pegel-Unterschieden ([[Interaural Level Difference]], &amp;#039;&amp;#039;ILD&amp;#039;&amp;#039;) und Laufzeit-Unterschieden ([[Interaural Time Difference]], &amp;#039;&amp;#039;ITD&amp;#039;&amp;#039;) die Richtung von [[Schall]]quellen lokalisieren kann. Gute [[Hörbedingung]]en bei der Stereo-Lautsprecherwiedergabe bringt die Aufstellung im [[Stereodreieck]]. Der individuelle [[Ohrabstand]] des Menschen spielt bei [[Lautsprecherstereofonie]] keine Rolle, wohl aber bei der [[Binaurale Tonaufnahme|binauralen]] Aufnahmetechnik ([[Binaurale Tonaufnahme|Kunstkopf-Stereofonie]]), die allein für Kopfhörerwiedergabe geeignet ist:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Kunstkopf-Stereofonie mit den interauralen Signaldifferenzen konnte sich nicht durchsetzen, da zu deren Wiedergabe zwingend [[Kopfhörer]] erforderlich sind. Zwar können normale Stereosignale mittels Kopfhörern wiedergegeben werden, nicht jedoch Kunstkopf-Aufnahmen mittels Lautsprechern; Letzteres führt zu Klangverfärbungen und fehlerhaftem oder fehlendem Stereoeindruck, da die mit dem Kunstkopfmikrofon gewonnenen inneren Ohrsignale nicht mit den Lautsprechersignalen gleichzusetzen sind. Das heißt: &amp;#039;&amp;#039;ILD&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;ITD&amp;#039;&amp;#039; sind nicht gleich &amp;#039;&amp;#039;Δ&amp;amp;nbsp;L&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Δ&amp;amp;nbsp;t&amp;#039;&amp;#039;. Die Ohren des Hörers bilden aus den Signalen der Stereolautsprecher die eigenen Ohrsignale mit der persönlichen [[HRTF]] (Head Related Transfer Function – Übertragungsfunktion des eigenen Kopfes).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Akustische Aspekte ==&lt;br /&gt;
Es gibt mehrere Verfahren, um Stereosignale für die [[Lautsprecherstereofonie]] aufzuzeichnen. Man unterscheidet bei der [[Mikrofonierung]] insbesondere zwischen [[Laufzeitstereofonie|Laufzeit-Stereofonie]] und [[Intensitätsstereofonie]] (Pegeldifferenzstereofonie). Mischformen bezeichnet man als [[Äquivalenzstereofonie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Intensitätsstereofonie werden zwei Mikrofone verwendet, deren [[Richtwirkung]] so ausgenutzt wird, dass die Pegeldifferenz der Signale auf den beiden Kanälen eine bestimmte [[Hörereignisrichtung]] bei der Wiedergabe auf der Stereo-[[Lautsprecherbasis]] hervorruft. Genauer sind es allein die Schalldruckunterschiede, die hier wirksam sind und welche die Richtung der gehörten [[Phantomschallquelle]] bestimmen. Wird ein Tonsignal auf zwei Stereolautsprecher identisch verteilt, so nimmt der Hörer eine Phantomschallquelle genau aus der Stereomitte (Center) wahr. Wird nun das Signal auf einem Lautsprecher im Pegel erhöht, so wandert die Phantomschallquelle in Richtung dieses Lautsprechers, bei einer Pegeldifferenz von etwa 18&amp;amp;nbsp;[[Bel (Einheit)|dB]] (16&amp;amp;nbsp;dB bis 20&amp;amp;nbsp;dB) nimmt der Hörer eine vollständige Auslenkung aus der Richtung der Lautsprecher wahr. Die einfachsten Hauptmikrofonaufstellungen sind hier X/Y-Stereofonie (zwei Nierenmikrofone mit dem entsprechenden [[Achsenwinkel]] zueinander, aber dicht am selben Ort) und [[MS-Stereofonie]] (Kugelmikrofon für die Mono-Summe (M) und Achtermikrofon für das Links/Rechts-Differenzsignal (S), über eine elektronische Matrix zu Links und Rechts gemischt). Siehe hierzu [[Richtungsmischer]] und [[Panpot]]. Mit der Pegeldifferenzstereofonie erzeugt man bei der Lautsprecherwiedergabe die größte [[Lokalisationsschärfe]] der Phantomschallquellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Laufzeit-Stereofonie werden zwei Mikrofone mit einem gewissen Abstand voneinander, der [[Mikrofonbasis]], aber auch in einem gewissen Abstand von der Schallquelle aufgestellt, so dass Schallereignisse abhängig von ihrer Position zu verschiedenen Zeitpunkten auf den beiden Kanälen als Laufzeitdifferenz &amp;#039;&amp;#039;Δ&amp;amp;nbsp;t&amp;#039;&amp;#039; aufgenommen werden. Wird ein Tonsignal auf zwei Stereolautsprecher identisch verteilt, nimmt der Hörer eine [[Phantomschallquelle]] genau aus der Stereomitte (Center) wahr. Wird nun das Signal auf dem einen Lautsprecher durch [[Laufzeitverzögerung]] verändert, so wandert die [[Hörereignisrichtung]] in die Richtung des anderen Lautsprechers. Bei einer Laufzeitdifferenz von etwa &amp;#039;&amp;#039;Δt&amp;#039;&amp;#039; = 1,5&amp;amp;nbsp;ms (1&amp;amp;nbsp;bis 2&amp;amp;nbsp;ms) nimmt der Hörer eine vollständige Auslenkung (100 % Hörereignisrichtung) aus der Richtung eines Lautsprechers wahr. Durch die unterschiedliche Distanz der [[Mikrofon]]e zur Schallquelle ergibt sich zumindest bei den mikrofonnahen Instrumenten allerdings immer auch ein gewisser Pegelunterschied. Die bekannteste Hauptmikrofonaufstellung ist die A/B-Stereofonie. Das sind zwei Kugelmikrofone in definiertem Abstand, der Mikrofonbasis, zueinander. Man unterscheidet „Klein-A/B“ etwa bei einer Basis kleiner als 35&amp;amp;nbsp;cm (quasi Doppelkopf) und „Groß-A/B“ bei entsprechend größerer Basis. Dieser Wert ist nicht allgemein festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Laufzeit-Stereofonie ergibt dabei einen besseren Raumeindruck des resultierenden Schallsignals, hat jedoch gegenüber der Intensitätsstereofonie die Nachteile, dass die [[Lokalisationsschärfe]] der Phantomschallquellen geringer ist und sich das Signal im Klang weniger [[Monokompatibilität|kompatibel]] über [[Monophonie (Elektroakustik)|Mono]]-Abspielgeräte wiedergeben lässt, da es durch die zeitlichen Verschiebungen zu [[Interferenz (Physik)|Interferenz]]-Erscheinungen (Auslöschungen von bestimmten Frequenzen) kommen kann, die den Klangeindruck verfälschen (Mono-Inkompatibilität).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mischformen, die nach dem Prinzip der Äquivalenzstereofonie Lokalisationsinformationen sowohl über Laufzeit- als auch über Pegeldifferenzen enthalten, versuchen, die Vorteile beider Verfahren zu verbinden. Bekannte Mikrofonaufstellungen sind hier beispielsweise [[ORTF-Stereosystem|ORTF]] und [[NOS-Stereosystem|NOS]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als eine seltene Aufnahmemethode sei hier noch an die Kunstkopf-Aufnahmetechnik erinnert. Dabei wird die Form eines menschlichen Kopfes nachgebildet, und an Stelle der beiden Ohren werden die [[Mikrofon]]e angebracht. Diese Aufnahmetechnik zeichnet das Schallsignal etwa so auf, wie der Mensch es direkt an seinen Trommelfellen hört. Wird diese Aufnahme wie vorgesehen mit einem [[Kopfhörer]] abgehört (Kopftrennung), so empfängt der Hörer wieder das ursprüngliche Schallereignis an den Ohren und kann die Richtungen der Geräusche [[Lokalisation (Akustik)|lokalisieren]], wobei die genaue Vornelokalisation nicht immer gelingt. Verbessert werden kann die Wiedergabe von Kunstkopfaufnahmen durch eine Anpassung an die individuelle &amp;#039;&amp;#039;[[HRTF]]&amp;#039;&amp;#039;, also der Kopfübertragungsfunktion des Hörers, sowie über ein sogenanntes Head-Tracking, bei dem die Bewegungen des Kopfes in die Berechnung der Kopfübertragungsfunktion mit einbezogen werden. Eine Spezialform dieses Verfahrens ist die Echtkopf-Stereofonie, bei der eine Person Mikrofone im Gehörgang trägt. Binaurale Aufnahmen, also Kunstkopf-Aufnahmen sind aber generell nicht zur Wiedergabe in der Form der üblichen Lautsprecher-Stereofonie gedacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist leicht ersichtlich, dass Aufnahmeverfahren, die Mischformen zwischen Lautsprecher- und Kopfhörerstereofonie darstellen, in der Praxis nicht zufriedenstellend funktionieren können. Einige davon, wie etwa die [[Jecklin-Scheibe]] (Mikrofonabstand jetzt 35&amp;amp;nbsp;cm), werden jedoch bisweilen von Amateuren verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird eine Tonaufnahme (die nicht mit einem Kunstkopf aufgenommen wurde) über zwei Stereo-Lautsprecher wiedergegeben, die sich in einer Ebene vor dem Hörer befinden, so entsteht im Raum eine Schallfeldüberlagerung, die auf der Mittellinie zwischen den Lautsprechern einen Stereo-Höreindruck erzeugt. Das ist das gleichseitige „60°-[[Stereodreieck]]“. Der Zuhörer sollte sich idealerweise im „sweet-spot“ in der Mitte vor den Stereo-Lautsprechern befinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden mehrere Lautsprecher nebeneinander angeordnet, die jeweils eine definierte Mischung des Rechts- und Links-Signals wiedergeben, so kann dadurch der Bereich vergrößert werden, in dem der Hörer den räumlichen Höreindruck wahrnehmen kann. Das kann beispielsweise im Kino bei größeren Lautsprecherabständen der Fall sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übertragungstechnik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Stereo.png|mini|Symbol für Stereo in Programmzeitschriften]]&lt;br /&gt;
Die ersten [[Schallplatte]]n mit Stereo-Aufnahmen waren in Deutschland seit 1958 erhältlich. 1964 begann die [[Rundfunk]]-Übertragung mit Stereo-Ton auf FM/UKW ([[Pilotton-Multiplexverfahren]]),&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www1.wdr.de/themen/archiv/stichtag/stichtag5830.html 22. März 2009 – Vor 45 Jahren: WDR-Hörfunk startet Stereo-Ausstrahlungen]&amp;lt;/ref&amp;gt; Anfang der 80er Jahre bekamen [[Fernsehen|Fernsehsendungen]] auch Stereo-Ton. Durch geeignete Verfahren wurde sichergestellt, dass die neuen Signale zu den [[Monophonie (Elektroakustik)|Mono]]-Signalen [[Kompatibilität (Technik)|kompatibel]] waren, um sie weiterhin auch mit den alten Geräten wiedergeben zu können. Inzwischen gelang es auch, Stereo-Übertragungen im Lang-, Mittel- und Kurzwellenbereich durchzuführen ([[AM-Stereo]]) und in Stereo zu telefonieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stereo in der Popmusik ==&lt;br /&gt;
Bei [[Popmusik]]-Studioproduktionen werden die einzelnen Klangelemente (Gesang, Instrumente,&amp;amp;nbsp;…) in einzelnen [[Tonspur|Spuren]] (Tracks) getrennt voneinander und nacheinander aufgenommen. Bei der Abmischung des Materials wird dann für jeden Track mittels des [[Panoramaregler]]s (auch &amp;#039;&amp;#039;Panpot&amp;#039;&amp;#039; genannt, von Panorama und Potentiometer) die Position im Stereobild eingestellt. [[Tontechniker]] bezeichnen diese Art der Aufnahme und Mischung als [[Knüppelstereofonie]]. Für den Gesang ist es üblich, diesen genau in der Mitte zu positionieren, d.&amp;amp;nbsp;h. die Stimme erklingt aus beiden Lautsprechern gleich laut. Zusätzlich kann ein künstlicher Raumklang ([[Nachhall]]) dazugemischt werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:IEC 60417 - Ref-No 5071.svg|mini|Sinnbild nach [[IEC 60417|IEC&amp;amp;nbsp;60417]] für &amp;#039;&amp;#039;Stereofon&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stereo in der Praxis ==&lt;br /&gt;
Um einen guten stereofonen Klangeindruck zu erleben, müssen eine Reihe von Bedingungen erfüllt sein:&lt;br /&gt;
* Beide Lautsprecher sollten gleich weit von der Rückwand und den Seitenwänden des Raumes entfernt stehen. Insbesondere Standlautsprecher sollten nicht zu nahe an der Wand stehen.&lt;br /&gt;
* Der Sitzplatz des Hörers sollte sich an der Spitze eines [[Gleichseitiges Dreieck|gleichseitigen Dreiecks]] befinden, das von ihm und den Lautsprechern gebildet wird. Praktisch heißt das, der Abstand der Lautsprecher untereinander sollte dem Abstand des Zuhörers von jedem der Lautsprecher entsprechen. So erhält man einen Abhörwinkel von ±30°&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;60°.&lt;br /&gt;
* Die Lautsprecher müssen in Richtung des Zuhörers zeigen. Dabei ist es sinnvoll, auf die Abstrahl-Achse zu achten, da es unterschiedliche Ausprägungen in der Hochton-Lautstärke der Lautsprecher gibt (30°-Zone). Bei stark bündelnden Lautsprechern sollten sie nach innen stehen.&lt;br /&gt;
* Die Hochtöner sollten auf die Ohren des Hörers gerichtet sein. Dazu können sie in Ohrhöhe platziert sein oder auch tiefer/höher und entsprechend gekippt stehen, damit der Direktschall die Ohren erreicht – Reflexionen von den Wänden aber nicht mehr sofort in Ohrhöhe reflektieren.&lt;br /&gt;
* Der Raum soll ein sinnvolles Maß an Dämpfung besitzen (geringer Hall, geringe Reflexionen an Wänden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar befindet sich heute in den meisten Haushalten, Schulen oder Konferenzräumen eine Stereo-Wiedergabemöglichkeit, die genannten Bedingungen sind aber aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nur selten erfüllt. Oft werden die Lautsprecher ungünstig platziert oder es treten unerwünschte Reflexionen an Wänden auf, so dass hier Abstriche zu machen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragbare Stereogeräte ([[Radiorekorder]], auch „Ghettoblaster“ genannt) haben die Lautsprecher fest in 20 bis 30&amp;amp;nbsp;cm Entfernung voneinander eingebaut. Zwar ist die Wiedergabe stereofon, jedoch müsste der Zuhörer für einen guten Stereoeindruck seinen Kopf unmittelbar vor das Gerät halten. Bei transportablen Geräten mit geringem Lautsprecherabstand wird daher oft eine elektronische &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Basisverbreiterung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Basisbreitenvergrößerung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch „3D-Stereo-Effekt“ genannt) angewendet. Dazu wird ein Teil der hohen Frequenzen jedes Kanals gegenphasig (also verpolt) dem jeweils anderen Kanal zugemischt. Aufgrund der Laufzeit-Diskriminierung der Ohren entsteht dann der akustische Eindruck, dass die Lautsprecher weiter auseinanderlägen, beziehungsweise wird das Richtungshören auch bei größerem Hörabstand verbessert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Heimkinoanlagen nutzen den Effekt, dass der Abstrahlort tiefer Frequenzen (unter ca. 100 [[Hertz (Einheit)|Hz]], variierend je nach Aufstellung und örtlichen Gegebenheiten) für den Stereo-Richtungseindruck unerheblich ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Juhani Borenius |Titel=Perceptibility of Direction and Time Delay Errors in Subwoofer Reproduction |Verlag=Audio Engineering Society |Datum=1985-10-01 |Online=https://www.aes.org/e-lib/browse.cfm?elib=11465 |Abruf=2022-01-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Antti Kelloniemi, Jukka Ahonen, Olli Paajanen, Ville Pulkki |Titel=Detection of subwoofer depending on crossover frequency and spatial angle between subwoofer and main speaker |Sammelwerk=Audio Engineering Society Convention Paper |Nummer=6431 |Ort=Barcelona |Datum=2005-05 |Online=http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.627.5334&amp;amp;rep=rep1&amp;amp;type=pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie besitzen deshalb nur einen einzigen [[Lautsprecher]] ([[Subwoofer]]) zur Tiefenwiedergabe, der die Tieftonanteile aller Verstärkerkanäle wiedergeben kann und dessen Aufstellungsort die Stereofonie nicht signifikant beeinflusst. Die Boxen zur Wiedergabe der übrigen Frequenzen (Satelliten) können kleiner ausfallen, da sie weniger Tieftonanteile wiedergeben müssen; sie werden an relativ zum Hörer festgelegten Orten aufgestellt und sorgen für den Stereofonieeffekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Basisbreite}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Knüppelstereofonie]]&lt;br /&gt;
* [[Quadrofonie]] | [[5.1]] | [[Raumklang]] | [[Stereodecoder]]&lt;br /&gt;
* [[Liste von Audio-Fachbegriffen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Gustav Büscher, A. Wiegemann&lt;br /&gt;
   |Titel=Kleines ABC der Elektroakustik&lt;br /&gt;
   |Auflage=6.&lt;br /&gt;
   |Verlag=Franzis&lt;br /&gt;
   |Ort=München&lt;br /&gt;
   |Datum=1972&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-7723-0296-3}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Thomas Görne&lt;br /&gt;
   |Titel=Tontechnik&lt;br /&gt;
   |Auflage=1.&lt;br /&gt;
   |Verlag=Carl Hanser&lt;br /&gt;
   |Ort=Leipzig&lt;br /&gt;
   |Datum=2006&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-446-40198-9}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Gregor Häberle, Heinz Häberle, Thomas Kleiber&lt;br /&gt;
   |Titel=Fachkunde Radio-, Fernseh- und Funkelektronik&lt;br /&gt;
   |Auflage=3.&lt;br /&gt;
   |Verlag=Europa-Lehrmittel&lt;br /&gt;
   |Ort=Haan-Gruiten&lt;br /&gt;
   |Datum=1996&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-8085-3263-7}}&lt;br /&gt;
* [[Matthias Thalheim]]: &amp;#039;&amp;#039;Dramaturgisch inszenatorische Konsequenzen der Kunstkopf-Stereophonie in funkdramatischen Produktionen&amp;#039;&amp;#039;. Diplomarbeit, Humboldt-Universität zu Berlin 1985, Sektion Kulturwissenschaften und Ästhetik, Bereich Theaterwissenschaft. epubli, Berlin 2016, ISBN 978-3-7375-9781-4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.sengpielaudio.com/Stereofonie-AufnahmesystemeMitZweiMiks.pdf Stereofonie-Aufnahmesysteme mit zwei Mikrofonen.] (PDF; 227 kB) sengpielaudio.com&lt;br /&gt;
* [http://www.sengpielaudio.com/StereowiedergabeUndPsychoAkustik.pdf Stereowiedergabe und Psycho-Akustik.] (PDF; 38 kB) sengpielaudio.com&lt;br /&gt;
* [http://www.sengpielaudio.com/Visualization-EBS.htm Visualisierung aller Stereo-Mikrofonsysteme mit zwei Mikrofonen.] sengpielaudio.com; hier: EBS-Stereosystem – 2&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;Niere 90° 25 cm Äquivalenzanordnung.&lt;br /&gt;
* [http://www.holophony.net/Stereo_Probleme.htm Zwei Ohren, zwei Lautsprecher? -Zur Problematik der Phantomschallquellen- basierenden Lautsprecherwiedergabe.] holophony.net&lt;br /&gt;
* [https://www.hifi-today.de/hifi-praxis/stereo-buehne.html Die STEREO-Bühnendarstellung in der Praxis.] hifi-today.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4136187-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stereosystem| ]]&lt;/div&gt;</summary>
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