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	<title>Steireranzug - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{österreichbezogen}}&lt;br /&gt;
[[Datei:SteirHeimatwerk 3026.JPG|mini|200px|Altsteirer-Anzug aus dem [[Steirisches Heimatwerk|Steirischen Heimatwerk]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:037 Schladminger Bauern in Winterbekleidung, 1935.jpg|mini|175px|Bauern aus [[Schladming]] in winterlicher Tracht, 1935]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Steireranzug&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein grauer Trachtenanzug mit grünem Besatz, [[Patte (Stoff)|Pattentaschen]] und [[Lampasse]]n. Er hat sich ab Mitte des [[19. Jahrhundert]]s in der [[Steiermark]] entwickelt und ist heute in ganz Österreich verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Steireranzug entstand aus der [[Tracht (Kleidung)|Tracht]] der Jäger im [[Salzkammergut]], in der [[Eisenwurzen]] und im [[Mürzsteger Alpen|Mürzer Oberland]], nahm aber auch verschiedene Elemente militärischer [[Uniform]]en auf. Er wurde von [[Johann von Österreich|Erzherzog Johann]] popularisiert; der Erzherzog schätzte besonders die Schlichtheit und Zweckmäßigkeit dieser Tracht, wie aus seinen Briefen an [[Anna Plochl]] hervorgeht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Als ich den grauen Rock in der Steyermark einführte, geschah es um ein Beyspiel der Einfachheit in Sitte zu geben, so wie mein grauer Rock, so wurde mein Hauswesen, so mein Reden und Handeln. Das Beyspiel wirkte, der graue Rock, von manchen verkannt, von den Besseren erkannt, wurde ein Ehrenrock und ich ziehe ihn nie mehr aus, ebensowenig weiche ich von meiner Einfachheit, lieber gebe ich mein Leben her.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Othmar Pickl]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Erzherzog Johann von Österreich. Sein Wirken in seiner Zeit. Festschrift zur 200. Wiederkehr seines Geburtstages&amp;#039;&amp;#039; (= Forschungen zur geschichtlichen Landeskunde der Steiermark 33), Graz 1982, S. 245.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kaiserlichen Haupt- und Residenzstadt [[Wien]] betrachtete man Johann seit der [[Alpenbund]]affäre mit Misstrauen. Bald galt das Tragen des Steireranzugs als Indiz für eine aufrührerische Gesinnung und wurde 1823 auf Anweisung der Hofkanzlei allen Staatsbeamten bei Strafe verboten. Einige Jahrzehnte später hingegen trug sogar Kaiser [[Franz Joseph I.]], wenn er auf der Jagd in [[Mürzsteg]] weilte, einen solchen Anzug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Steireranzug verbreitete sich schnell als Freizeitkleidung der Adeligen und in der Folge auch des gehobenen Bürgertums. Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] führte die Trachtenbegeisterung jener Zeit zu seiner raschen Verbreitung in ganz Österreich. Die Gründung des [[Steirisches Heimatwerk|Steirischen Heimatwerkes]] durch [[Viktor Geramb|Viktor von Geramb]] im Jahr 1934 gab der Trachtenpflege und -forschung weitere neue Impulse. Im [[Bundesstaat Österreich|Ständestaat]] als typische Kleidung der regimetreuen Bürger getragen, wurde der Steireranzug von der [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] Kulturpolitik in der Steiermark weiter gefördert und verblieb auch nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] und bis heute ein beliebtes Kleidungsstück vor allem in konservativen Kreisen. Er ist die dominierende Männerkleidung bei den meisten Trachtenveranstaltungen, wie beispielsweise beim [[Jägerball]] in der [[Wiener Ballsaison]] oder dem Volkskulturfest [[Aufsteirern]] in Graz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Steireranzug gilt weithin als Symbol steirischer Identität und wurde durch Persönlichkeiten wie [[Josef Krainer senior|Josef Krainer]] und [[Hanns Koren]] weiter popularisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viktor von Geramb und seine Schüler legten den Grundstein zur Pflege, wissenschaftlichen Erforschung und zeitgemäßen Weiterentwicklung der Landestracht, die daher in der Steiermark bis heute wesentlich mehr getragen und geschätzt wird als in anderen Teilen Österreichs. Der Volkskundler [[Günther Jontes]] von der [[Historische Landeskommission für Steiermark|Historischen Landeskommission]] bezeichnet die Steiermark daher als das „österreichische Trachtenhauptland“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Toter Link |datum=2026-03-31 |url=http://winter.kleinezeitung.at/steiermark/graz/aufsteirern/2829054/printShort.do?addchannel=1364 |text=&amp;#039;&amp;#039;Die Heimatliebe im Steirergwand.&amp;#039;&amp;#039;}} In: &amp;#039;&amp;#039;[[Kleine Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 11. September 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aussehen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Steireranzug.jpg|mini|Leobner- (links) und Altsteirer-Anzug]]&lt;br /&gt;
Es gibt regional unterschiedliche Formen des Steireranzugs. Vor allem zwei Arten werden jedoch in der ganzen Steiermark getragen: Der &amp;#039;&amp;#039;Altsteirer&amp;#039;&amp;#039;-Anzug (auch als &amp;#039;&amp;#039;Salonsteirer&amp;#039;&amp;#039; bekannt) mit grünem Revers und Achselspangen schließt mit vier Knöpfen; der &amp;#039;&amp;#039;Leobner&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;Jägerrock&amp;#039;&amp;#039;) verfügt über einen Stehkragen und wird mit fünf Knöpfen geschlossen. Je nach Machart werden breite oder schmale Lampasse und Ärmelaufschläge verwendet. Zu beiden oben beschriebenen Arten wird meist eine grüne Tuchweste mit Silberknöpfen getragen. Steireranzüge werden üblicherweise aus [[Loden]] oder [[Kammgarn]] gefertigt; die Knöpfe für echte steirische Trachten werden aus [[Geweih#Nutzung|Hirschhorn]] gewonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell wird die Verwendung von Metallknöpfen, [[Kunstfaser]]- oder [[Cord (Gewebe)|Cord]]-Stoffen sowie von roten, blauen und schwarzen Textilien als nicht „trachtenecht“ angesehen; daraus gefertigte Anzüge sind [[Trachtenmode|modische Neuschöpfungen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Landesverband der Heimat- und Trachtenvereine Steiermark (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Traditionelle und erneuerte Trachten aus der Steiermark&amp;#039;&amp;#039;. Kapfenberg 2008, S. 13f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem grau-grünen Anzug, der ja ursprünglich nur in der obersteirischen Gebirgsregion getragen wurde, gibt es für die ost- und südsteirische Täler und das Hügelland im Südosten des Landes auch Steireranzüge mit der Grundfarbe (oliv-)grün und mit dunkelgrünem Besatz. In einigen Marktorten und Städten der Steiermark sind historisch braune, [[Biedermeier|biedermeierliche]] Trachtenformen überliefert.&amp;lt;ref&amp;gt;Holaubek-Lawatsch (1993), S. 125.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Vorbild des Steireranzugs wurden auch andere Landestrachten in Österreich geschaffen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Kärntner Anzug]], Salzburger Anzug, Tiroler Anzug, Niederösterreicher Anzug). Diese Anzüge wurden erst im [[20. Jahrhundert]] eingeführt und sind in den meisten Fällen bis auf die unterschiedliche Grundfarbe (z.&amp;amp;nbsp;B. braun, dunkelblau) mit dem Steireranzug weitgehend identisch; ihre Verbreitung blieb allerdings begrenzt. Umgangssprachlich werden auch viele dieser anderen Trachtenanzüge oft als „Steireranzug“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steirerhut ===&lt;br /&gt;
Der Steirerhut ist aus graugrünem Haarfilz und hat ein dunkelgrünes Hutband. Geschmückt sein kann der oben eingedrückte Hut mit einem [[Gamsbart]] oder [[Auerhuhn|Auerhahn]]-Federn. Der einfache Hut ohne Schmuck wird auch unabhängig vom Anzug z.&amp;amp;nbsp;B. von Bauern bei der Arbeit getragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Künstlerische Rezeption ==&lt;br /&gt;
Der Steireranzug als heimatliche Kleidung der Bauern und Jäger der „Waldheimat“ wird in den Werken von [[Peter Rosegger]] – selbst ein ehemaliger [[Stör (Handwerk)|Störschneider]] – häufig erwähnt und beschrieben. In [[Reinhard P. Gruber]]s Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Aus dem Leben Hödlmosers]]&amp;#039;&amp;#039; findet sich eine umfassende Abhandlung über den Steireranzug, in welcher der Autor zu dem ironischen Schluss kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=[…] dass es eine reine Einseitigkeit ist, nur den grauen Loden mit grünem Revers und Hirschknöpfen, mit oder ohne Lampas, aber mit Steirerhut und Gamsbart als »Steireranzug« zu bezeichnen. Entgegnung: Richtig ist vielmehr, dass alles, was ein Steirer anzieht, ein Steireranzug ist.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Helmut Qualtinger]]s Monolog &amp;#039;&amp;#039;Der Herr im Salonsteirer&amp;#039;&amp;#039; steht der Anzug hingegen als Symbol für angebliche Selbstgerechtigkeit und Borniertheit bürgerlich-konservativer Kreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 28. September 2018 gab die [[Österreichische Post]] eine Sonder-[[Briefmarke]] in Form eines aus Merino[[schafwolle]] [[Sticken|gestickten]] Bildes eines Steirerhuts heraus.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://steiermark.orf.at/news/stories/2938545/ Ein Steirerhut zum Kleben] orf.at, 28. September 2018, abgerufen am 28. September 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Viktor Geramb|Viktor von Geramb]], [[Konrad Mautner]]: &amp;#039;&amp;#039;Steirisches Trachtenbuch&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Leuschner &amp;amp; Lubensky, Graz 1988, ISBN 3-900918-00-7.&lt;br /&gt;
* Reinhard P. Gruber: &amp;#039;&amp;#039;Aus dem Leben Hödlmosers. Ein steirischer Roman mit Regie&amp;#039;&amp;#039;. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2006, ISBN 978-3-423-13467-5.&lt;br /&gt;
* Gundl Holaubek-Lawatsch: &amp;#039;&amp;#039;Alte Volkskunst: Steirische Trachten&amp;#039;&amp;#039;. Leopold Stocker Verlag, Graz/Stuttgart 1993, ISBN 3-7020-0465-3.&lt;br /&gt;
* [[Franz C. Lipp]] et al. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Tracht in Österreich. Geschichte und Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Christian Brandstätter, Wien 1984, ISBN 3-85447-028-2.&lt;br /&gt;
* Wilhelm Neumann: &amp;#039;&amp;#039;Der verbotene Steireranzug&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Gerhard Pferschy]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Siedlung, Macht und Wirtschaft&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen des [[Steiermärkisches Landesarchiv|Steiermärkischen Landesarchivs]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 12), Graz 1981.&lt;br /&gt;
* Volkskultur Steiermark (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lampas, Gams und Schneiderfliege. Die steirischen Männertrachten.&amp;#039;&amp;#039; Graz 2015, ISBN 978-3-9503747-2-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Austriaforum|AEIOU/Steireranzug}}&lt;br /&gt;
* [http://www.heimatwerk.steiermark.at/cms/beitrag/12627229/69428906 &amp;#039;&amp;#039;Beschreibung des Steireranzugs&amp;#039;&amp;#039;] auf der Seite des [[Steirisches Heimatwerk|Steirischen Heimatwerks]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Steiermark)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Männerkleidung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bestandteil (Volkstracht)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;TaxonBot</name></author>
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