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	<title>Steinkohlenteer - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Steinkohlenteer&amp;diff=114255&amp;oldid=prev</id>
		<title>89.247.168.213: /* Geschichte */Link gesetzt</title>
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		<updated>2025-06-23T17:26:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte: &lt;/span&gt;Link gesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Steinkohlenteer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|coal tar}}; als [[Arzneimittel]] &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|Pix lithanthracis}}&amp;#039;&amp;#039;) ist ein Nebenprodukt der [[Koks]]gewinnung (Koksteer) aus [[Steinkohle]]. Die zähflüssige schwarze Masse, die einen charakteristischen Geruch (wie [[Bitumen]]) verströmt, wird aus den in der [[Kokerei]] anfallenden Gasen gewonnen. Seine Farbe verdankt der [[Teer]] hauptsächlich [[Suspension (Chemie)|suspendiertem]] freiem Kohlenstoff (hängt von der Produktionsmethode ab) und dunklen hochmolekularen Kohlenwasserstoffen.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Bleyberg, G. Meyerheim, W. Bachmann, J. Davidsohn, F. Frank, F. Fritz, J. Herzenberg, L. Jablonski, H. Kantorowicz, H. P. Kaufmann, E.L. Lederer, P. Levy, I. Lifschütz, H. Lindemann, H. Mallison: &amp;#039;&amp;#039;Kohlenwasserstofföle und Fette: sowie die ihnen chemisch und technisch nahestehenden Stoffe.&amp;#039;&amp;#039; 7. Auflage, Springer-Verlag, 1933, ISBN  978-3-642-89045-1, S.&amp;amp;nbsp;555.&amp;lt;/ref&amp;gt; Steinkohlenteer besteht aus mehreren tausend, meist [[Aromaten|aromatischen]], Verbindungen, u.&amp;amp;nbsp;a. [[Kohlenwasserstoffe]]n, stickstoffhaltigen [[Basen (Chemie)|Basen]] und Säuren ([[Phenole]]n), von denen die meisten nur in winzigen Prozentbruchteilen vorkommen. 1820 wurde als erstes [[Naphthalin]] isoliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Seit der Entdeckung durch [[Johann Rudolph Glauber]] im Jahre 1658 hat sich die Kohleentgasung bei der Steinkohlenverkokung zu einem wichtigen technischen Prozess entwickelt. Steinkohlenteer war zunächst ein Abfallprodukt bei der [[Leuchtgas]]herstellung, fand dann aber im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert im Zusammenhang mit der Synthese organischer [[Farbstoff]]e aus dessen Inhaltsstoffen ein besonderes Interesse. Wissenschaftler wie [[Friedlieb Ferdinand Runge]], [[August Wilhelm Hofmann]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://archive.org/stream/annalenderchemi35liebgoog#page/n49/mode/2up A. W. Hofmann: &amp;#039;&amp;#039;Chemische Untersuchung der organischen Basen im Steinkohlen-theeröl.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Justus Liebigs Annalen der Chemie|Liebigs Ann]].&amp;#039;&amp;#039; 47, S.&amp;amp;nbsp;37–87, 1843.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[William Henry Perkin]] legten hierbei die Grundlagen für die [[Teerfarben]]industrie, die mit Namen wie [[Farbwerke Hoechst|Farbwerke von Meister, Lucius und Brüning in Höchst]], [[Bayer AG|Farbenfabrik von Fr. Bayer &amp;amp; Co. in Elberfeld]] und [[BASF|Badische Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen]] verbunden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teer war bis 1850 ein lästiges Nebenprodukt der [[Gaswerk|Gasanstalten]], das als Brennmaterial, als Anstrich für Holz und Stein und zur Herstellung von [[Ruß]] verwendet wurde. Durch Nachfrage nach [[Schweröl]]en zum Imprägnieren von [[Oberbau (Eisenbahn)#Schwellen|Eisenbahnschwellen]] und [[Grubenholz|Grubenhölzern]] und als Rohstoff zur Erzeugung künstlicher Teerfarben wurde er ein begehrter Handelsartikel.&amp;lt;ref&amp;gt;H. Winter: &amp;#039;&amp;#039;Wärmelehre und Chemie: für Kokerei- und Grubenbeamte.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, 1922, ISBN 978-3-642-98135-7, S.&amp;amp;nbsp;102.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Steinkohlenteer galt Ende des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts wegen seines hohen Gehalts an aromatischen Verbindungen als Hauptrohstoffquelle der aufstrebenden [[Organische Chemie|organisch-chemischen Industrie]]. Da jedoch die Ausbeuten nur gering ausfallen (50&amp;amp;nbsp;kg je Tonne Steinkohle) und die Nachfrage stetig anstieg, wurde die [[Kohlewirtschaft|Kohleindustrie]] Mitte des 20.&amp;amp;nbsp;Jh. von der [[Petrochemie]] verdrängt.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas von Usedom: &amp;#039;&amp;#039;Organische Chemie, Biochemie, chemische Industrie.&amp;#039;&amp;#039; Mentor, 2003, ISBN  978-3-580-64134-4, S.&amp;amp;nbsp;50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellung ==&lt;br /&gt;
Die Steinkohlenteere entstehen aus Gasen, die bei der [[Pyrolyse]] (Trockendestillation, Entgasung), [[Verkokung]], [[Schwelerei (Kohle)|Verschwelung]] von Steinkohle anfallen. Die Gase werden durch Ammoniakwasser gekühlt (auf 80–100&amp;amp;nbsp;°C), wodurch ein Teil (60–70 %) des Steinkohleteers kondensiert. Das wässrig-teerige [[Kondensation|Kondensat]] fließt gemeinsam mit der Berieselungsflüssigkeit in den &amp;#039;&amp;#039;Dickteerscheider&amp;#039;&amp;#039;, wo sich der kohle- und koksstaubhaltige &amp;#039;&amp;#039;Dickteerschlamm&amp;#039;&amp;#039; absetzt (dieser wird wieder der Einsatzkohle zugeführt). Oben werden aus dem Scheider das Kondensatwasser und wasserhaltiger Teer abgezogen und der &amp;#039;&amp;#039;Kondensatteerscheidung&amp;#039;&amp;#039; zugeführt. Das die Gassammelleitung verlassende Gas wird in zweiter Stufe in den Gasvorkühlern weiter gekühlt (auf 20&amp;amp;nbsp;°C) und dabei schlägt sich das restliche Teerwasser nieder, dieses wird dann ebenfalls der &amp;#039;&amp;#039;Kondensatteerscheidung&amp;#039;&amp;#039; zugeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erhitzt man [[Steinkohle]] unter Ausschluss von Luft in geschlossenen Gefäßen über 600&amp;amp;nbsp;°C, zersetzt sich die Kohle in folgende Produkte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 80 % Halbkoks, [[Koks]]&lt;br /&gt;
* 5 % [[Ammoniak]]&lt;br /&gt;
* 5 % Steinkohlenteer&lt;br /&gt;
* 10 % [[Kokereigas]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eingeteilt werden Teere in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Tieftemperaturteere&amp;#039;&amp;#039; ([[Urteer]]e, Schwelteere) bilden sich bei der [[Verschwelung]] der Steinkohle bei Temperaturen bis 600&amp;amp;nbsp;°C. In dünner Schicht stellt der Schwelteer ein dunkelbraunes, durchsichtiges Öl mit einem Geruch nach [[Kohlenstoffdisulfid]] dar. Je nach dem Schwelverfahren unterscheidet man zwischen Heizflächenteeren (Schwelöfen mit mittelbarer, äußerer Wärmezufuhr) und Spülgasteeren (Schwelöfen mit unmittelbarer, innerer Wärmezufuhr). Durch Destillation können aus ihnen Heiz- und Treiböle (ölförmiger Kraftstoff für Dieselmotoren) und durch [[Hydrierung]] hochwertige Dieselöle und Vergaserkraftstoffe gewonnen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Mitteltemperaturteere&amp;#039;&amp;#039; fallen bei der Verkokung bei 800&amp;amp;nbsp;°C an. Sie sind schon weitgehend [[Cracken|gecrackt]] und ähneln deshalb bereits stark den Hochtemperaturteeren, von denen sie sich jedoch durch einen höheren Gehalt an [[Benzol]], Phenol und [[Homologe Reihe|Homologen]] und einen niedrigeren [[Pech (Stoff)|Pech]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;gehalt unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese beiden Verfahren haben aber wenig Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Hochtemperaturteere&amp;#039;&amp;#039; sind die wichtigste Gruppe für die technische Weiterverarbeitung. Sie sind ölige bis zähe, dunkelbraune bis schwarze, glänzende Flüssigkeiten von [[kreosot]]artigem Geruch. &amp;#039;&amp;#039;Hochtemperaturteere&amp;#039;&amp;#039; entstehen bei der Verkokung der Steinkohle bei Temperaturen ab 1000&amp;amp;nbsp;°C, wobei ihre Bildung durch eine starke sekundäre Zersetzung des primär abgespaltenen &amp;#039;&amp;#039;Urteers&amp;#039;&amp;#039; zu erklären ist. Die bei der Verkokung anfallende Teermenge schwankt je nach Kohleart zwischen 3 und 4 %, bezogen auf trockene Kohle. Diese Teere enthalten mehr Aromaten, es entsteht mehr Gas und weniger Teer. Mit steigendem Sauerstoffgehalt der Kohle steigt auch die Teerausbeute.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Baerns, Arno Behr, Axel Brehm, Jürgen Gmehling, Kai-Olaf Hinrichsen, Hanns Hofmann, Ulfert Onken, Regina Palkovits, Albert Renken: &amp;#039;&amp;#039;Technische Chemie.&amp;#039;&amp;#039; John Wiley &amp;amp; Sons, 2013, ISBN 978-3-527-67409-1, S.&amp;amp;nbsp;531.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Collin&amp;quot;&amp;gt;Heinz-Gerhard Franck, Gerd Collin: &amp;#039;&amp;#039;Steinkohlenteer: Chemie, Technologie und Verwendung.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, 1968, ISBN 978-3-642-88258-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Walter Fuchs (Chemiker)|Walter Fuchs]]: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen über die Zusammensetzung und Verwendbarkeit von Schwelteerfraktionen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Forschungsberichte des Wirtschaft- und Verkehrsministeriums Nordrhein-Westfalen.&amp;#039;&amp;#039; Westdeutscher Verlag, 1952, ISBN 978-3-663-03223-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spektrum.de/lexikon/chemie/teer/9018 &amp;#039;&amp;#039;Teer&amp;#039;&amp;#039;] auf spektrum.de, abgerufen am 4. August 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verarbeitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Castrop NJR Aromatics GmbH IMGP7243.jpg|miniatur|[[Rütgers Chemicals]]: Anlage zur Steinkohlenteerdestillation]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Steinkohlenteerdestillation}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine bedeutende Steinkohlendestillation in Deutschland war die 1905 gegründete [[Gesellschaft für Teerverwertung]], die sich 1964 mit der [[Rütgers Chemicals|Rütgerswerke AG]] zum größten Steinkohlenteerverarbeiter der Welt zusammenschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung ==&lt;br /&gt;
Quelle:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Heinz-Gerhard Franck, Jürgen W. Stadelhofer|Titel=Industrielle Aromatenchemie: Rohstoffe · Verfahren · Produkte|Verlag=Springer|Datum=1987|Seiten=|ISBN=978-3-662-07875-4|URN=nbn:de:1111-201301221589|Kommentar=Tabelle 3.1 und Tabelle 3.3}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inhaltsstoffe ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable sortable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verbindung&lt;br /&gt;
! data-sort-type=&amp;quot;number&amp;quot; | durchschnittlicher Gehalt (%)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=2 |Kohlenwasserstoffe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Naphthalin]]&lt;br /&gt;
|10&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Phenanthren]]&lt;br /&gt;
|4,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Fluoranthen]]&lt;br /&gt;
|3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Pyren]]&lt;br /&gt;
|2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Acenaphthylen]]&lt;br /&gt;
|2,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Fluoren]]&lt;br /&gt;
|1,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Chrysen]]&lt;br /&gt;
|1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Anthracen]]&lt;br /&gt;
|1,3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Inden (chemische Verbindung)|Inden]]&lt;br /&gt;
|1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[2-Methylnaphthalin]]&lt;br /&gt;
|1,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[1-Methylnaphthalin]]&lt;br /&gt;
|0,7&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Diphenyl]]&lt;br /&gt;
|0,4&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Acenaphthen]]&lt;br /&gt;
|0,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=2 |Heterocyclen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Carbazol]]&lt;br /&gt;
|0,9&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Diphenylenoxid]]&lt;br /&gt;
|1,3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Acridin]]&lt;br /&gt;
|0,1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Chinolin]]&lt;br /&gt;
|0,3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Diphenylensulfid]]&lt;br /&gt;
|0,4&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Thionaphthen]]&lt;br /&gt;
|0,3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Isochinolin]]&lt;br /&gt;
|0,1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Chinaldin]]&lt;br /&gt;
|0,1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Phenanthridin]]&lt;br /&gt;
|0,1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[7,8-Benzochinolin]]&lt;br /&gt;
|0,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[2,3-Benzodiphenylenoxid]]&lt;br /&gt;
|0,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Indol]]&lt;br /&gt;
|0,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Pyridin]]&lt;br /&gt;
|0,03&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[2-Methylpyridin]]&lt;br /&gt;
|0,02&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=2 |Phenole&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Phenol]]&lt;br /&gt;
|0,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[m-Kresol|&amp;#039;&amp;#039;m&amp;#039;&amp;#039;-Kresol]]&lt;br /&gt;
|0,4&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[o-Kresol|&amp;#039;&amp;#039;o&amp;#039;&amp;#039;-Kresol]]&lt;br /&gt;
|0,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[p-Kresol|&amp;#039;&amp;#039;p&amp;#039;&amp;#039;-Kresol]]&lt;br /&gt;
|0,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[3,5-Dimethylphenol]]&lt;br /&gt;
|0,1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[2,4-Dimethylphenol]]&lt;br /&gt;
|0,1&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Typische Kenndaten ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Dichte&lt;br /&gt;
|1,175 g·cm&amp;lt;sup&amp;gt;−3&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Wasser&lt;br /&gt;
|2,5 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Toluol]]-Unlösliches&lt;br /&gt;
|5,50 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Chinolin]]-Unlösliches&lt;br /&gt;
|2,0 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Verkokungsrückstand]]&amp;lt;ref&amp;gt;C. Zerbe: &amp;#039;&amp;#039;Mineralöle und verwandte Produkte: Ein Handbuch für Laboratorium und Betrieb.&amp;#039;&amp;#039; Zweiter Teil, 2. Auflage, Springer, 1969, ISBN 978-3-642-87510-6, S.&amp;amp;nbsp;482 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; (nach [[Fritz Muck|Muck]])&lt;br /&gt;
|14,6 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Kohlenstoff (waf)&amp;lt;ref&amp;gt;waf = wasser- und aschefrei&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|91,39 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Wasserstoff (waf)&lt;br /&gt;
|5,25 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Stickstoff (waf)&lt;br /&gt;
|0,86 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Sauerstoff (waf)&lt;br /&gt;
|1,75 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Schwefel&lt;br /&gt;
|0,75 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Chlor&lt;br /&gt;
|0,03 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Asche&lt;br /&gt;
|0,15 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Zink&lt;br /&gt;
|0,04 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Naphthalin&lt;br /&gt;
|10,0 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Siedeanalyse]] (DIN 1995):&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|bis 180 °C Wasser&lt;br /&gt;
|2,5 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Leichtöl&lt;br /&gt;
|0,9 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Siedeschnitt 180–230 °C&lt;br /&gt;
|7,5 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Siedeschnitt 230–270 °C&lt;br /&gt;
|9,8 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Siedeschnitt 270–300 °C&lt;br /&gt;
|4,3 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Siedeschnitt 300 °C bis Pech&lt;br /&gt;
|20,1 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Pech (Stoff)|Pech]]&amp;lt;ref&amp;gt;Erweichungspunkt (K.S.) 67&amp;amp;nbsp;°C.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|54,5 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Destillationsverlust&lt;br /&gt;
|0,5 %&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
Aus Steinkohlenteer werden [[Naphtha]] und [[Solvent Naphtha]] hergestellt, sowie als [[Holzschutzmittel]] [[Kreosot]] und [[Carbolineum]], (z.&amp;amp;nbsp;B. für [[Bahnschwelle|Eisenbahnschwellen]] und für [[Dachpappe]]). Er war früher Ausgangsmaterial für die Herstellung verschiedener chemischer Substanzen, unter anderem [[Teerfarbe|Teerfarbstoffe]] und [[Phenol]] und Phenolderivate wie [[Kresol]]e und [[Xylenol]]e, diese werden zu großen Teilen auch heute noch aus Steinkohlenteer gewonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden große Mengen an &amp;#039;&amp;#039;Aromaten&amp;#039;&amp;#039; (Naphthalin, Anthracen, Inden, [[Benzofuran|Cumaron]]), &amp;#039;&amp;#039;Heterocyclen&amp;#039;&amp;#039; (Carbazol, Indol, Chinolin, Pyridin), &amp;#039;&amp;#039;Phenolen&amp;#039;&amp;#039; (Phenol, Xylenol, Kresol) und &amp;#039;&amp;#039;Harze&amp;#039;&amp;#039; gewonnen. Auch wird eine beträchtliche Menge [[Ruß]] aus Teerölen gewonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gereinigte [[Extraktion (Verfahrenstechnik)|Extrakte]] aus Steinkohlenteer können für die Behandlung von [[Schuppenflechte]] (z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;Psoriasis vulgaris&amp;#039;&amp;#039;), [[chronisch]]en [[Ekzem]]en und bei Neurodermitis eingesetzt werden, sind aber in Deutschland wegen ihrer [[karzinogen]]en Eigenschaften als Inhaltsstoff in [[Kosmetik]]a verboten; dieses Verbot gilt nicht für [[Rezeptur]]en auf ärztliche Verschreibung. Da sich Steinkohlenteer wegen seiner hohen [[Viskosität]] schlecht verarbeiten lässt, verwendet man eine nach [[Deutscher Arzneimittel-Codex|DAC]] als &amp;#039;&amp;#039;Liquor Carbonis detergens&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete 20%ige Lösung von Steinkohlenteer in [[Seifenspiritus]]. Steinkohlenteer hemmt den [[Juckreiz]] ([[Antipruriginosum]]) und wirkt wegen seiner Inhaltsstoffe wie [[Kresole]]n [[bakterizid]], [[fungizid]] und [[insektizid]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem im Steinkohlenteer enthaltenen Pech lässt sich durch thermische Behandlung ein synthetisches [[Graphit]] gewinnen, das als [[Elektrode]]nmaterial zur elektrochemischen Gewinnung von [[Aluminium]], zur Gewinnung von [[Elektrostahlverfahren|Elektrostahl]], bei der [[Chloralkali-Elektrolyse]] und für [[Kohlenstofffaser]]n Verwendung findet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefahren ==&lt;br /&gt;
{{Infobox Gefahrstoffkennzeichnung&lt;br /&gt;
| CAS             = * {{CASRN|8007-45-2}}&lt;br /&gt;
* {{CASRN|65996-93-2|Q0}}&lt;br /&gt;
| EG-Nummer       = 266-028-2&lt;br /&gt;
| ECHA-ID         = 100.060.007&lt;br /&gt;
| CLH             = {{CLH-ECHA|ID=100.060.007|Name=Pitch, coal tar, high-temp.|Abruf=2016-08-01}}&lt;br /&gt;
| Quelle GHS-Kz   = &amp;lt;ref name=&amp;quot;GESTIS490789&amp;quot;&amp;gt;{{GESTIS|Name=Pech, Kohlenteer, Hochtemperatur|ZVG=490789|CAS=65996-93-2|Abruf=2024-01-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| GHS-Piktogramme = {{GHS-Piktogramme|08|07}}&lt;br /&gt;
| GHS-Signalwort  = Gefahr&lt;br /&gt;
| H               = {{H-Sätze|317|340|350|360FD|413}}&lt;br /&gt;
| EUH             = {{EUH-Sätze|-}}&lt;br /&gt;
| P               = {{P-Sätze|261|280|301+330+331|303+361+353|308+313}}&lt;br /&gt;
| Quelle P        = &amp;lt;ref name=&amp;quot;GESTIS490789&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| REACH           = {{REACH|ECHA-ID=100.029.417|Zulassungspflicht=|Artikel57=ade|Abruf=2014-08-17}}&lt;br /&gt;
| ToxDaten        = * {{ToxDaten|Typ=LC50|Organismus=Fisch|Applikationsart=96 Stunden |Wert=0,9 mg·l&amp;lt;sup&amp;gt;−1&amp;lt;/sup&amp;gt;|Bezeichnung=Medianwert|Quelle=&amp;lt;ref name=&amp;quot;GESTIS92940&amp;quot;&amp;gt;{{GESTIS|ZVG=92940|CAS=65996-93-2|Abruf=2014-08-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
* {{ToxDaten|Typ=EC50|Organismus=Krustentiere|Applikationsart=48 Stunden |Wert=0,11 mg·l&amp;lt;sup&amp;gt;−1&amp;lt;/sup&amp;gt;|Bezeichnung=Medianwert|Quelle=&amp;lt;ref name=&amp;quot;GESTIS92940&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steinkohlenteer enthält verschiedene Substanzen, von denen einige giftig, [[karzinogen|krebserregend]] oder umweltschädlich sind. Aus diesen Gründen wurde die Herstellung, die Verwendung und das Inverkehrbringen in Deutschland seit 1991 durch die [[Teerölverordnung]] stark eingeschränkt und unter Ausnahmen unter Strafe gestellt; seit 2009 gelten in der Europäischen Union Verbote für Teeröle und teerölbehandelte Hölzer, die in den Mitgliedsstaaten unmittelbar wirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Artikel 67 der [[Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH)|Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments]] (sogen. REACH-VO) mit ihrem Anhang XVII, Eintrag 31 für die dort in Spalte 1 gelisteten Stoffe.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Bitumen]]&lt;br /&gt;
*[[Pech (Stoff)]]&lt;br /&gt;
* [[Teerfarben]]&lt;br /&gt;
* [[Steinkohlenteerpech]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Gerd Collin, Maximilian Zander: &amp;#039;&amp;#039;Aspekte moderner Steinkohlenteerchemie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Chemie in unserer Zeit]].&amp;#039;&amp;#039; 17. Jahrg. 1983, Nr.&amp;amp;nbsp;6, S.&amp;amp;nbsp;181–189, {{DOI|10.1002/ciuz.19830170603}}.&lt;br /&gt;
* Fritz Schreiber: &amp;#039;&amp;#039;Die Industrie der Steinkohlenveredelung.&amp;#039;&amp;#039; Vieweg &amp;amp; Teubner, 1923, ISBN 978-3-663-03908-2 (Reprint).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{toter Link|url=http://www.wiener-gasometer.at/de/technik/gaserzeugung/teerabscheidung.html |text=Entteerung am Beispiel des Gaswerks Wien-Simmering }}&lt;br /&gt;
* [https://www.koks-gas-teer.de/teerdestillation.html Anlagenbeschreibung der Teerdestillation Sterkrade in Oberhausen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stoffgemisch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:ATC-D05]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Arzneistoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kohleverschwelung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 29]]&lt;/div&gt;</summary>
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