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	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Steifes_Anfangswertproblem</id>
	<title>Steifes Anfangswertproblem - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T23:58:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Steifes_Anfangswertproblem&amp;diff=2801625&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Numerische Verfahren für steife Anfangswertprobleme */ typografische Anführungszeichen</title>
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		<updated>2022-12-16T17:19:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Numerische Verfahren für steife Anfangswertprobleme: &lt;/span&gt; typografische Anführungszeichen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;steifes Anfangswertproblem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist in der [[Liste numerischer Verfahren#Numerik gewöhnlicher Differentialgleichungen|Numerik gewöhnlicher Differentialgleichungen]] ein [[Anfangswertproblem]]&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;&lt;br /&gt;
 y&amp;#039;(t)=f(t,y(t)),\ t\ge t_0,\quad y(t_0)=y_0&lt;br /&gt;
&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
bei dem explizite [[Einschrittverfahren]] oder [[Mehrschrittverfahren]] wegen ihres beschränkten [[Stabilitätsgebiet]]s erhebliche Schwierigkeiten haben.&lt;br /&gt;
Dies ist dann der Fall, wenn die Konstante &amp;lt;math&amp;gt;L&amp;lt;/math&amp;gt; in der Lipschitzbedingung (vgl. [[Satz von Picard-Lindelöf]])&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;&lt;br /&gt;
 \|f(t,y_1)-f(t,y_2)\|\le L\|y_1-y_2\|&lt;br /&gt;
&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
große Werte &amp;lt;math&amp;gt;L\gg1&amp;lt;/math&amp;gt; annimmt, die Lösung &amp;lt;math&amp;gt;y(t)&amp;lt;/math&amp;gt; aber recht glatt verläuft.&lt;br /&gt;
In diesem Fall könnten numerische Verfahren diese Lösung mit relativ großen Schrittweiten genau approximieren, explizite Verfahren werden aber wegen des beschränkten Stabilitätsgebiets gezwungen, kleine Schrittweiten zu verwenden.&lt;br /&gt;
Typischerweise treten steife Anfangswertprobleme bei der numerischen Approximation von [[Parabolische partielle Differentialgleichung|parabolischen partiellen Differentialgleichungen]] nach erfolgter Diskretisierung im Ortsbereich auf. Ein Beispiel ist das [[Crank-Nicolson-Verfahren]], bei dem im Ort eine [[Finite-Differenzen-Methode]] und in Zeitrichtung die implizite [[Trapez-Methode]] eingesetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiel ==&lt;br /&gt;
Die Problematik wird mit dem [[Eulersches Polygonzugverfahren|expliziten]] und [[implizites Eulerverfahren|impliziten]] Eulerverfahren und Schrittweite &amp;lt;math&amp;gt;h&amp;gt;0&amp;lt;/math&amp;gt; anhand des linearen Anfangswertproblems&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;&lt;br /&gt;
 y&amp;#039;(t)=\lambda\big(y(t)-2\big),\quad y(0)=1,&lt;br /&gt;
&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
mit &amp;lt;math&amp;gt;\lambda=-4&amp;lt;/math&amp;gt; erläutert. Die exakte Lösung ist &amp;lt;math&amp;gt;y(t)=2-e^{-4t}&amp;lt;/math&amp;gt; und für große &amp;lt;math&amp;gt;t&amp;lt;/math&amp;gt; ist die Lösung beinahe konstant, also sehr glatt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Explicit euler method unstable.png|miniatur|Explizites Euler-Verfahren im Beispiel]]&lt;br /&gt;
*Das [[Eulersches Polygonzugverfahren|explizite Eulerverfahren]] berechnet mit &amp;lt;math&amp;gt;y_0=1&amp;lt;/math&amp;gt; die Näherungen&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;&lt;br /&gt;
 y_{k+1}=(1+h\lambda)y_k-2h\lambda,\ k=1,2,3,\ldots. &lt;br /&gt;
&amp;lt;/math&amp;gt; Diese liefern aber nur dann brauchbare Werte, wenn der Betrag des Vorfaktors von &amp;lt;math&amp;gt;y_k&amp;lt;/math&amp;gt; kleiner eins ist, &amp;lt;math&amp;gt;|1+h\lambda|&amp;lt;1&amp;lt;/math&amp;gt;, hier also für &amp;lt;math&amp;gt;h&amp;lt;1/2&amp;lt;/math&amp;gt;. Für &amp;lt;math&amp;gt;h&amp;gt;1/2&amp;lt;/math&amp;gt; liegt dagegen das Produkt &amp;lt;math&amp;gt;h\lambda=-4h&amp;lt;/math&amp;gt; außerhalb des [[Stabilitätsgebiet]]s, das bei &amp;lt;math&amp;gt;-2&amp;lt;/math&amp;gt; endet, siehe [[Eulersches Polygonzugverfahren#Eigenschaften]]. Für solche, zu großen Schrittweiten wachsen die Lösungen unbegrenzt an, vgl. Grafik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Implicit euler method stable.png|miniatur|Implizites Euler-Verfahren im Beispiel]]&lt;br /&gt;
*Das [[implizites Eulerverfahren|implizite Eulerverfahren]] berechnet dagegen von &amp;lt;math&amp;gt;y_0=1&amp;lt;/math&amp;gt; ausgehend die Näherungen&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;&lt;br /&gt;
 y_{k+1}=\frac{y_k-2h\lambda}{1-h\lambda},\ k=1,2,3,\ldots.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/math&amp;gt; Für jede positive Schrittweite &amp;lt;math&amp;gt;h&amp;lt;/math&amp;gt; ist hier der Vorfaktor von &amp;lt;math&amp;gt;y_k&amp;lt;/math&amp;gt;, der Bruch &amp;lt;math&amp;gt;1/(1-h\lambda)&amp;lt;1&amp;lt;/math&amp;gt;, da &amp;lt;math&amp;gt;\lambda=-4&amp;lt;/math&amp;gt; negativ ist. Denn das [[Stabilitätsgebiet]] des [[implizites Eulerverfahren|impliziten Eulerverfahrens]] umfasst die ganze linke komplexe Halbebene, das Verfahren ist [[A-Stabilität|A-stabil]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die beiden Diagramme zeigen jeweils die exakte Lösung in blau, eine Näherungslösung mit kleiner Schrittweite &amp;lt;math&amp;gt;h=0{,}2&amp;lt;/math&amp;gt; in grün und die Näherungslösungen mit &amp;lt;math&amp;gt;h=0{,}52&amp;lt;/math&amp;gt; in rot.&lt;br /&gt;
Beim [[Eulersches Polygonzugverfahren|expliziten Eulerverfahren]] wachsen die roten Näherungen immer weiter an, während auch diese groben Näherungen beim [[implizites Eulerverfahren|impliziten Eulerverfahren]] in der Nähe der exakten Lösung bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erweiterte Stabilitätsbegriffe ==&lt;br /&gt;
Für eine genauere Klassifikation numerischer Verfahren bei steifen Anfangswertproblemen wurden in der Literatur verschiedene Stabilitätsbegriffe eingeführt, die sich in der Regel an unterschiedlichen Testgleichungen orientieren.&lt;br /&gt;
Dazu gehören die&lt;br /&gt;
#Gleichung von [[Germund Dahlquist|Dahlquist]] &amp;lt;math&amp;gt;y&amp;#039;(t)=\lambda y(t)&amp;lt;/math&amp;gt; mit &amp;lt;math&amp;gt;\operatorname{Re}(\lambda) &amp;lt; 0&amp;lt;/math&amp;gt;. Ihre Lösungen &amp;lt;math&amp;gt;y(t)=e^{\lambda(t-t_0)}y_0&amp;lt;/math&amp;gt; gehen alle gegen null für &amp;lt;math&amp;gt;t\to\infty&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
#Prothero-Robinson-Gleichung &amp;lt;math&amp;gt;y&amp;#039;(t)=\lambda\big(y(t)-g(t)\big)+g&amp;#039;(t)&amp;lt;/math&amp;gt; mit &amp;lt;math&amp;gt;\operatorname{Re}(\lambda) &amp;lt;0&amp;lt;/math&amp;gt; und einer glatten Funktion &amp;lt;math&amp;gt;g(t)&amp;lt;/math&amp;gt;. Die Lösung dieser Gleichung ist &amp;lt;math&amp;gt;y(t)=g(t)+e^{\lambda(t-t_0)}(y_0-g(t_0))&amp;lt;/math&amp;gt;. Für sehr kleine Realteile &amp;lt;math&amp;gt;\operatorname{Re}(\lambda) \ll-1&amp;lt;/math&amp;gt; nähern sich alle Lösungen sehr schnell der Funktion &amp;lt;math&amp;gt;g(t)&amp;lt;/math&amp;gt; an.&lt;br /&gt;
#Die nichtlineare dissipative Gleichung &amp;lt;math&amp;gt;y&amp;#039;(t)=f\big(t,y(t)\big)&amp;lt;/math&amp;gt;, bei der die rechte Seite &amp;lt;math&amp;gt;f&amp;lt;/math&amp;gt; eine &amp;#039;&amp;#039;einseitige Lipschitzbedingung&amp;#039;&amp;#039; erfüllt, &amp;lt;math&amp;gt; (y-v)^T\big(f(t,y)-f(t,v)\big)\le\mu\|y-v\|_2^2,\quad y,v\in\R^n.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/math&amp;gt; Im Unterschied zur obigen Lipschitzbedingung sind bei der Konstanten &amp;lt;math&amp;gt;\mu&amp;lt;/math&amp;gt; auch negative Werte möglich. Eine Folge der einseitigen Lipschitzbedingung ist, dass für die Differenz von zwei Lösungen &amp;lt;math&amp;gt;y(t),v(t)&amp;lt;/math&amp;gt; der Differentialgleichung die Schranke &amp;lt;math&amp;gt;\|y(t)-v(t)\|_2\le e^{\mu(t-t_0)}\|y(t_0)-v(t_0)\|_2&amp;lt;/math&amp;gt; gilt, und sich diese für &amp;lt;math&amp;gt;\mu&amp;lt;0&amp;lt;/math&amp;gt; und wachsendes &amp;lt;math&amp;gt;t\to\infty&amp;lt;/math&amp;gt; also immer weiter annähern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei numerischen Verfahren ist es vorteilhaft, wenn sich die numerischen Approximationen bei Testgleichungen im Wesentlichen so wie die exakten Lösungen verhalten.&lt;br /&gt;
Dementsprechend fordert der Begriff&lt;br /&gt;
*[[A-Stabilität]], dass Näherungslösungen bei der ersten Testgleichungen gegen Null gehen für  &amp;lt;math&amp;gt;t\to\infty&amp;lt;/math&amp;gt;,&lt;br /&gt;
*[[B-Stabilität]], dass sich zwei Näherungslösungen der dritten Testgleichung mit &amp;lt;math&amp;gt;\mu=0&amp;lt;/math&amp;gt; nicht voneinander entfernen für &amp;lt;math&amp;gt;t\to\infty&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Runge-Kutta-Verfahren|implizite Runge-Kutta-Verfahren]] gibt es mit dem Begriff Algebraische Stabilität ein hinreichendes Kriterium für B-Stabilität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Numerische Verfahren für steife Anfangswertprobleme ==&lt;br /&gt;
Für steife Anfangswertprobleme sind implizite Verfahren effizienter als explizite (das kann man quasi auch als Definition des Begriffs „steif“ ansehen). Spezielle Klassen sind&lt;br /&gt;
*[[Runge-Kutta-Verfahren|implizite Runge-Kutta-Verfahren]]&lt;br /&gt;
*[[Rosenbrock-Wanner-Verfahren]]&lt;br /&gt;
*[[BDF-Verfahren]]&lt;br /&gt;
Da bei impliziten Verfahren die Auflösung der nichtlinearen Gleichungssysteme einen hohen Aufwand erfordert, wurden auch &amp;#039;&amp;#039;linear-implizite&amp;#039;&amp;#039; [[Einschrittverfahren]] entwickelt wie die genannten [[Rosenbrock-Wanner-Verfahren]] (ROW-Methoden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*E. Hairer, G. Wanner: &amp;#039;&amp;#039;Solving Ordinary Differential Equations II, Stiff problems&amp;#039;&amp;#039;, Springer Verlag&lt;br /&gt;
*K. Strehmel, R. Weiner, H. Podhaisky: &amp;#039;&amp;#039;Numerik gewöhnlicher Differentialgleichungen – Nichtsteife, steife und differential-algebraische Gleichungen&amp;#039;&amp;#039;, Springer Spektrum, 2012.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Numerische Mathematik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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