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	<title>Stegreif - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T15:18:59Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Stegreif&amp;diff=102116&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-21821-35 am 8. April 2026 um 12:44 Uhr</title>
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		<updated>2026-04-08T12:44:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Uhlans8SK581.JPG|mini|„Stegreif“ oder Steigbügel]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stegreif&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine veraltete Bezeichnung für den [[Steigbügel (Reiten)|Steigbügel]] eines [[Reiten|Reiters]]. Gebräuchlich ist das Wort nur noch in der [[Redewendung]] „aus dem Stegreif“ und in [[Komposition (Grammatik)|Komposita]] wie Stegreifaufgabe, Stegreifentwurf, Stegreifkomödie, Stegreifrede, Stegreifspiel, [[Stegreiftheater]] und Stegreifübersetzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Stegreif“ zerfällt in die Bestandteile ([[Morphem]]e) „Steg“ und „Reif“. Die ursprüngliche Bedeutung des ersten Elements ({{gohS|stīgan}} = steigen) zeigt sich noch in dem verwandten Wort „Steg“ = schmaler, erhöhter Übergang. Hinter dem zweiten Element ({{gohS|reif|kurz=1}} = Seil, Strick) verbirgt sich ein alter Ausdruck, der noch im Niederdeutschen als „Reep“ oder „Reip“ vorkommt und unter anderem „Seil“ bedeutet&amp;lt;ref&amp;gt;Fehrs-Gilde Verein zur Förderung des Niederdeutschen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;der neue SASS [sic]. Plattdeutsches Wörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; Plattdeutsch-Hochdeutsch. Hochdeutsch-Plattdeutsch. Plattdeutsche Rechtschreibung, 3. Aufl. Neumünster 2004, S. 155, Lemma Reep und Teuchert, Hermann; Wossidlo, Richard: &amp;#039;&amp;#039;Mecklenburgisches Wörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; 5. Band. N bis schawwig. Unter Mitarbeit von Jürgen Gundlach, Walter Ihrke und Eva-Sophie Dahl, Berlin, Neumünster 1970 (Unveränderter, verkleinerter Nachdruck Neumünster 1996), Sp. 848f., Lemma &amp;quot;Reip&amp;quot;.&amp;lt;/ref&amp;gt; und noch in Straßennamen wie „[[Reeperbahn#Geschichte|Reeperbahn]]“ oder in hochdeutscher Form als „Reiferbahn“ = Herstellungsstätte für Seile, „Reepschnur“ = dünnes Seil, „Fallreep“ = Strickleiter und [[Englische Sprache|englisch]] „rope“ = Seil lebendig ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Wortherkunft gemäß Duden Bd. 7, &amp;#039;&amp;#039;Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache,&amp;#039;&amp;#039; Mannheim 1997; &amp;#039;&amp;#039;KLUGE. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache&amp;#039;&amp;#039;. Bearbeitet von Elmar Seebold, 25., durchgesehene und erweiterte Auflage, Berlin, Boston 2011, S. 755, Lemma „Reif&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;“; „[https://www.dwds.de/wb/Steg Steg]“, „[https://www.dwds.de/wb/Reif Reif]“ und „[https://www.dwds.de/wb/Stegreif Stegreif]“ auf www.dwds.de, Stand 18. Juni 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein „Stegreif“ ist ursprünglich also eine Seilschlinge, die man zum Aufsteigen benutzte. „Aus dem Stegreif“ bedeutet wörtlich: ohne vom Pferd zu steigen, im übertragenen Sinn: ohne lang nachzudenken, unvorbereitet, [[Extempore|extemporiert]], [[Improvisation|improvisiert]].&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Kluge in seinem &amp;#039;&amp;#039;Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache,&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1975, S. 743, umschreibt die Bedeutung ganz ähnlich: „wie ein Reiter, der etwas erledigt, ohne abzusitzen“.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Stegreif“ hieß außerdem ein Bauteil der mittelalterlichen [[Armbrust]], das den Ladevorgang vereinfachte: ein steigbügelähnlicher Metallbügel am vorderen Ende der Waffe, in den der Schütze einen Fuß setzte und so die Hände frei hatte, um die Sehne zu spannen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die [[Etymologie|Herkunft]] des Wortes weithin unbekannt ist, wird „Stegreif“ – passend zu den ähnlichen Redewendungen „aus dem Stand“ und „aus der Luft gegriffen“ – oft falsch „Stehgreif“ geschrieben und gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stegreifaufgaben und -entwürfe ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Extemporale.jpg|thumb|Extemporale aus dem Jahr 1879]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2014-05-17 Latein-Extemporale DSCI0476 CENS.jpg|mini|Benotung einer Stegreifaufgabe in Latein der 7. Klasse (2014)]]&lt;br /&gt;
Die Stegreifaufgabe soll in ihrer noch heute praktizierten Form [[Johann Matthias Gesner]], der Rektor der [[Thomasschule zu Leipzig]], in den 1730er Jahren unter dem lateinischen Namen &amp;#039;&amp;#039;scriptum extemporale&amp;#039;&amp;#039; = Niederschrift aus dem Stegreif, eingeführt haben. Er ließ seine Schüler ein deutsches Diktat unmittelbar, ohne Vorankündigung und Vorbereitung, also &amp;#039;&amp;#039;extemporale&amp;#039;&amp;#039; = aus dem Stegreif, ins Lateinische übersetzen. Es handelte sich damals aber mehr um eine Übung, da Gesner auf eine Zensierung verzichtete und die Arbeiten nur zur Verbesserung des Ausdrucks zusammen mit den Schülern korrigierte und verbesserte. Später wurden dann die Extemporalien, abgekürzt &amp;#039;&amp;#039;Ex&amp;#039;&amp;#039;, zu einem Synonym für Klassenarbeiten und, da unangekündigt, zu von Schülern gefürchteten Leistungsmessungen eingesetzt und benotet (siehe Dokument rechts).&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe und vergleiche: [[Otto Kaemmel]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Leipziger Schulwesens.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Wiesbaden 1909, S. 331; Andreas Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;Der Extemporale-Erlass 1911.&amp;#039;&amp;#039; In: Markus Tauschek (Herausgeber): &amp;#039;&amp;#039;Kulturen des Wettbewerbs.&amp;#039;&amp;#039; Band 10 der Kieler Studien zur Volkskunde und Kulturgeschichte, herausgegeben von der Universität Kiel, Münster 2013, Waxmann, S. 289.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute heißen an [[Bayern|bayerischen]] weiterführenden [[Schule]]n unangesagte schriftliche Arbeiten „Stegreifaufgaben“. Laut der &amp;#039;&amp;#039;Schulordnung für die Gymnasien in Bayern&amp;#039;&amp;#039; vom 23. Januar 2007 gehören Stegreifaufgaben zu den kleinen schriftlichen Leistungsnachweisen. Sie werden nicht angekündigt und beziehen sich auf höchstens zwei unmittelbar vorangegangene Unterrichtsstunden; sie sollen auch auf grundlegende Ergebnisse und Inhalte des bisherigen Kompetenzaufbaus Bezug nehmen. Die Bearbeitungszeit soll zwanzig Minuten nicht übersteigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche [https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayGSO-23 Schulordnung] für die Gymnasien in Bayern (Gymnasialschulordnung – GSO) vom 23. Januar 2007 (GVBl S. 68, BayRS 2235-1-1-1-UK), zuletzt geändert durch Verordnung vom 8. Juli 2011 (GVBl. S. 586), §&amp;amp;nbsp;55, Stand 18. Juni 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bedeutungsgleich ist das Wort „Extemporale“ (kurz „Ex“).&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche [http://www.lev-gym-bayern.de/index.php?Seite=192 Website] der Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern e.&amp;amp;nbsp;V., Stand 31. Oktober 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerhalb Bayerns sind andere Bezeichnungen gebräuchlich. In [[Rheinland-Pfalz]] etwa trägt eine schriftliche Arbeit, die nicht angekündigt werden muss, die sich auf zwei unmittelbar vorangegangene Unterrichtsstunden bezieht und die bis zu fünfzehn, in der Oberstufe bis zu dreißig Minuten dauern darf, den Namen „Hausaufgabenüberprüfung“ (kurz „HÜ“) oder „Kurzüberprüfung“ (kurz „KÜ“).&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche [http://www.bertha-von-suttner-gymnasium.de/mitte/Schulbestimmungen/notengebung/notengebung.html Website] des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums Andernach, Stand 31. Oktober 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Klassenarbeit|Schriftlicher Leistungsnachweis in der Schule}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Architekturstudium]] heißen kürzere Entwurfsaufgaben häufig „Stegreifentwürfe“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://faql.de/etymologie.html#stegreif Etymologie]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reitsattel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Improvisation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Leistung (Pädagogik)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-21821-35</name></author>
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