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	<title>Stanislaw Trabalski - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Wofalor: /* Nachkriegszeit */ keine Titel</title>
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		<updated>2026-04-07T14:28:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Nachkriegszeit: &lt;/span&gt; keine Titel&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Stanislaw Trabalski.jpg|mini|Stanislaw Trabalski 1958]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stanislaw&amp;#039;&amp;#039; Bronislaw Boleslaw Trabalski&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[25. Oktober]] [[1896]] in [[Leipzig]]; † [[12. November]] [[1985]] ebenda) war ein polnisch-deutscher Politiker ([[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]], [[Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands|USPD]], [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands|SED]]) und [[Widerstand gegen den Nationalsozialismus|Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Lipinski-1927.jpg|mini|Trabalskis Schwiegervater, Richard Lipinski]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Grabplatte Trabalski.jpg|mini|Stanislaw Trabalskis Grab auf dem Ehrenhain des Leipziger Südfriedhofs]]&lt;br /&gt;
Trabalskis Eltern, [[Franciszek Trąbalski]] und Maria Trabalski, geborene Mackowiack, waren 1888 aus der [[Provinz Posen]] eingewandert. Sein Vater betätigte sich bereits dort aktiv als [[Sozialismus|Sozialist]]. Im Jahr 1901 zog er mit seinen Eltern nach [[Katowice|Kattowitz]]. Ab 1902 besuchte Stanislaw die Mittel- und Oberrealschule. Schon in diesen jungen Jahren wurde er aufgrund der politischen Tätigkeit seines Vaters als „Fremdling und Roter“ abgestempelt. Seine Lehrer, die katholische Pfarrer oder frühere aktive Feldwebel waren, behielt er in unguter Erinnerung. Die Auseinandersetzungen zwischen seinem Vater und den Anhängern von [[Wojciech Korfanty]] sowie der örtlichen katholischen Kirche prägten seine betont antiklerikale Einstellung. In einer von ihm, in den 1970er Jahren begonnenen Autobiographie wird dies lebendig: „Auf der Kanzel wurde verkündet, wer meines Vaters Geschäft betritt, sündigt. Vor dem Geschäft stellten sich Frauen, Kinder und auch Männer an, bespuckten und behinderten die Käufer, das Geschäft zu betreten….“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceA&amp;quot;&amp;gt;Zitiert aus: Michael Rudloff: &amp;#039;&amp;#039;Stanislaw Trabalski. Eine Biographie zwischen den politischen Systemen.&amp;#039;&amp;#039; S. 13–68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Trabalskis Vater seit dem 28. Dezember 1902 die Zeitung „Gazeta Robotnicza“ herausbrachte, musste Stanislaw, wie alle anderen Familienangehörigen auch, bei der Herstellung der Zeitung helfen. Bereits als Neunjähriger wurde er mitunter zu recht heiklen Aufgaben herangezogen. So habe er beispielsweise einen gedruckten Aufruf an die Soldaten, sich nicht an den Kämpfen der Revolution zu beteiligen, in eine Kaserne geschmuggelt. Die wachhabenden Kosaken vermuteten nicht, dass ein Kind für solche Aufgaben herangezogen würde. Im Jahr 1912 kehrte die Familie nach Leipzig zurück. Da seine Eltern das Schulgeld für einen weiteren Besuch des Gymnasiums nicht aufbringen konnten, war er gezwungen, sich nach einer Lehrstelle umzusehen und musste das zu zahlende Lehrgeld &amp;lt;!--- Diese Unsumme bitte belegen. --von monatlich 300 Mark --&amp;gt; an den Wochenenden beispielsweise als Filmvorführer in einigen Leipziger Kinotheatern verdienen. Am 15. Dezember 1915 wurde er zum Kriegsdienst einberufen und wurde nach einer kurzen Grundausbildung im 7. Telegraphen-Bataillon in Dresden an die [[Westfront (Erster Weltkrieg)|Westfront]] zu einer technischen Einheit befehligt, die inmitten von Granathagel zerschossene Telefonleitungen zu reparieren hatte. Als er Zeuge eines unmenschlichen Durchhaltebefehls wurde, gelang es ihm, dessen Durchführung mittels Kappung einer Telefonleitung zu vereiteln.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceA&amp;quot; /&amp;gt; Am 6. Juni 1916 in der „[[Schlacht um Verdun|Hölle von Verdun]]“ wurde er durch eine Granate am Bein schwer verletzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://des.genealogy.net/search/show/2168641 |titel=Verlustlisten 1. Weltkrieg, Seite 13254: Trabalski Stanislaw (Leipzig) |abruf=2023-09-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Einer geplanten Amputation konnte er sich widersetzen und kam in ein Kriegslazarett nach Weimar. Am 30. Juni 1917 wurde er als dienstunfähig entlassen. Anschließend arbeitete er als Zählerrevisor für Thüringen. Als er leitende Angestellte bei Lebensmittelschiebereien störte, wurde er entlassen. Schließlich fand er eine Anstellung bei [[Carl Zeiss AG|Carl Zeiss]] in Jena. 1919, nach einem kurzen Aufenthalt in Leipzig, wandte sich Trabalski dem revolutionären Zentrum, Berlin, zu. Dort meldete er sich im Auftrag seiner Leipziger Genossen bei dem ehemaligen Volksbeauftragten [[Emil Barth (Politiker)|Emil Barth]], bei dem er für einige Zeit wohnen konnte. Die Demobilmachungsverordnung der Regierung zwang ihn nach Leipzig zurück, wo er wieder in dem Betrieb arbeiten musste, in dem er am Tage des Kriegsausbruchs beschäftigt war. Im Jahr 1921 heiratete er Margarete Lipinski, die Tochter von [[Richard Lipinski]]. 1923 wurde sein Sohn [[Karl Trabalski]] geboren, der später Landtagsabgeordneter der SPD in [[Nordrhein-Westfalen]] war. Trabalski war Vater von insgesamt sieben Kindern. Seine älteste Tochter, Eleonore Trabalski, hat einen Sohn mit [[Kurt Lichtenstein]].&amp;lt;ref&amp;gt;Sächsisches Staatsarchiv; Kaderakte der SED lfdn: 725, Bericht der SED über Stanislaw Trabalski, S. 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Grab befindet sich auf dem [[Südfriedhof (Leipzig)|Leipziger Südfriedhof]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.leipzig.de/fileadmin/mediendatenbank/leipzig-de/Stadt/02.1_Dez1_Allgemeine_Verwaltung/10.9_Stadtarchiv/Chroniken/Chronik_1996.pdf?L=0 Der SPD-Unterbezirk Leipzig ehrt Stanislaw Trabalski am 25. Oktober 1996 mit einer Kranzniederlegung auf dem Südfriedhof], S.&amp;amp;nbsp;30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Karriere ==&lt;br /&gt;
Trabalski wurde 1909 Mitglied der Arbeiterjugend in Kattowitz. Im April 1912 wurde Trabalski durch [[Moritz Fromm]] in den [[Deutscher Metallarbeiter-Verband|Deutschen Metallarbeiterverband (DMV)]] aufgenommen. Da er in seinem Betrieb zunächst das einzige DMV-Mitglied war, bedeutete dies, dass er zugleich auch Vertrauensmann für die Gewerkschaft war. Im Oktober 1914 folgte der Eintritt in die [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]]. Im Jahr 1916 wurde Trabalski Mitglied des [[Spartakusbund]]es, 1917 wechselte er zur [[Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands|USPD]], 1922 wieder zurück zur SPD. 1918 wurde er Mitglied des [[Arbeiter- und Soldatenrat]]s in [[Weimar]] und ab 1919 in Leipzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Zwischenkriegszeit]] war Trabalski auch ehrenamtlicher Mitarbeiter im Arbeiterbildungsinstitut, so zum Beispiel 1928–1933 Sekretär der Konsumgenossenschaft Leipzig-Plagwitz und 1932/1933 Mitglied der [[Eiserne Front|Eisernen Front]] im Kampf gegen die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]]. In der [[Zeit des Nationalsozialismus]] wurde er siebenmal verhaftet. Bereits am 18. Mai 1933 hatte die Denunzierung eines nationalsozialistischen Nachbarn eine [[Durchsuchung (Recht)#Hausdurchsuchung|Hausdurchsuchung]] zur Folge, die erste von insgesamt elf Durchsuchungen in der Nazizeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert aus: Michael Rudloff: &amp;quot;Stanislaw Trabalski, Eine Biographie zwischen den politischen Systemen&amp;quot; Seite 27&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 1933 wurden er und weitere Funktionäre der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie durch einen SA-Trupp in das Leipziger Volkshaus verbracht. Dort wurden sie zur Gaudi der Nationalsozialisten zu &amp;#039;&amp;#039;Scheueraktionen&amp;#039;&amp;#039;, der Entfernung von Wahlwerbung mittels Messer und Bimsstein, eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Schilderung dieser Aktion enthalten die Erinnerungen eines Gewerkschafters im Nachlass von Erich Schilling; AdsD, Bonn&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Oktober und November 1939 wurde er jeweils gemeinsam mit [[Erich Schilling (Gewerkschaftsfunktionär)|Erich Schilling]] und [[Heinrich Fleißner]] verhaftet. Es liefen Verfahren wegen [[Hochverrat|Hoch-]] und [[Landesverrat]]s, die jedoch eingestellt wurden. Unter anderem war er für sechs Wochen im [[KZ Sachsenhausen]] inhaftiert. Trabalski hatte es vor allem Fleißner zu verdanken, nach deren gemeinsamer Haft, Kontakte zu sozialdemokratischen Gesinnungsfreunden wie [[Carlo Mierendorff]] und [[Julius Leber]] in Berlin herzustellen. Anfang 1944 versprachen Trabalski und Fleißner dem früheren Oberbürgermeister von Leipzig, [[Carl Friedrich Goerdeler]], ihn bei der Beseitigung des Nazi-Regimes zu unterstützen. Sie verlangten neben dem Militärputsch und der Beseitigung der [[Zeit des Nationalsozialismus|NS-Diktatur]] auch ein „Mitbestimmungsrecht der Arbeiterschaft in allen staatlichen und wirtschaftlichen Funktionen“. Nach dem gescheiterten [[Attentat vom 20. Juli 1944|Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944]] wurden Trabalski, Fleißner, [[Erich Zeigner]] und weitere Leipziger Sozialdemokraten erneut in das KZ Sachsenhausen verschleppt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
Am 3. Juli 1945 wurde Trabalski als Mitbegründer der [[SPD Sachsen|SPD in Sachsen]] zum Vorsitzenden des provisorischen SPD-Bezirksvorstandes in Leipzig gewählt, ab 1946 war er Mitglied des [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands|SED]]-Bezirksvorstandes Westsachsen, obwohl er massiven Unmut gegen die [[Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED]] empfand.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.de/books?id=z8HMRmiV134C&amp;amp;pg=PA327&amp;amp;lpg=PA327 Günther Wagenlehner: Sowjetische Militärtribunale: Die Verurteilung deutscher Zivilisten 1945–1955, Böhlau Verlag Köln Weimar, 2003], S. 327&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine ärgsten Widersacher waren [[Otto Buchwitz]] aus der eigenen Partei, der ihn „Krawalski“ nannte,&amp;lt;ref&amp;gt;Karlen Vesper: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.nd-aktuell.de/artikel/148465.wenn-grossvater-von-damals-erzaehlte.html Wenn Großvater von damals erzählte]. Wie Manuel Reichardt, Enkel von Otto Buchwitz, den Jahrestag der Befreiung begeht – in Erinnerung und mit Stolz&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Neues Deutschland]]&amp;#039;&amp;#039;, 8. Mai 2009, abgerufen am 16. Juli 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Ernst Lohagen]] von der KPD. Zusammen mit [[Rudolf Eckert (Gewerkschafter)|Rudolf Eckert]], [[Rudolf Friedrichs]] und [[Arno Haufe]] wehrte er sich gegen die [[Bolschewismus|Bolschewisierung]].&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert aus: Rezension von Peter Russig des Buches von [[Mike Schmeitzner]], Michael Rudloff: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Sozialdemokratie im Sächsischen Landtag&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung&amp;#039;&amp;#039;, 40. Jg. (1998), S. 135 ([http://www.trafoberlin.de/bzg_2_1998.pdf Online]; PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem Gespräch mit [[Paul Löbe]] im Herbst 1945 teilte er diesem jedoch mit, dass aus Furcht vor Verhaftung von 20.000 Sozialdemokraten durch die Sowjets sich die sozialdemokratische Führung nicht in der Lage sehe, dem Einigungsprozess Widerstand entgegenzusetzen. Trabalski wurde paritätischer 1. Vorsitzender der [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands#Bezirksleitung|SED-Bezirksleitung]] Westsachsen. Bis Juni 1948 war er zudem Mitglied des SED-Landessekretariats mit Büro in Dresden und hatte die Verantwortung für die [[Parteibetrieb (SED)|Parteibetriebe]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 31. Oktober 1948 wurde Trabalski, der gerade von einer Parteikonferenz in Schneeberg zurückgekehrt war, in seinem Haus durch acht Kriminalbeamte ohne Angabe von Gründen verhaftet. Doch damit nicht genug, auch seine Familie wurde unter Hausarrest gestellt.&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;Der Arrest wurde nach einer Woche aufgehoben. Die gesellschaftliche Ächtung machte sich allerdings noch Jahre bemerkbar. Informationen von Eleonore Trabalski, einer Tochter des Stanislaw.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Sohn Karl versuchte vergeblich einen Rechtsanwalt in Leipzig zu finden, der die Vertretung übernahm. Erst im Dezember 1949 erklärte sich [[Günther Nollau]] aus Dresden bereit, diese zu übernehmen. Informationen für die Verteidigung konnten nur aus den [[Kassiber]]n, die die Ehefrau bei ihren Besuchen aus dem Gefängnis schmuggelte, gewonnen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceA&amp;quot; details=&amp;quot;S.&amp;amp;nbsp;51.&amp;quot; /&amp;gt; Eineinhalb Jahre war er ohne Gerichtsverhandlung in Haft, bis die Generalstaatsanwaltschaft das Verfahren am 17. Januar 1950 einstellte und er noch am selben Tag aus der Haft entlassen wurde. Doch bereits am 30. August 1950 folgte die nächste Verhaftung. Zunächst in Dresden inhaftiert, erfolgte am 20. November die Verlegung nach [[Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen|Berlin-Hohenschönhausen]]. Hier bekam er die Häftlingsnummer 691. Am 25. März 1954 wurde er nach Dresden verlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Karteikarte des MfS Abt. XIV 16762, Bl. 80.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst am 29. April 1954 folgte die Verurteilung: Wegen des Straftatbestands „[[Kriegs- und Boykotthetze]]“ erhielt er sechseinhalb Jahre Haft, wurde aber bereits 1956 durch eine Initiative der englischen [[Labour Party]] amnestiert. Danach konnte er sich nicht mehr in politischen Ämtern engagieren, da er im Zuge der „Parteisäuberungen“ aus der SED ausgeschlossen worden war. Er wurde ab dem 1. Dezember 1960 als Sachbearbeiter in der Abteilung Werbung des [[Bibliographisches Institut &amp;amp; F. A. Brockhaus|Bibliographischen Instituts]] in Leipzig beschäftigt. Dieser Arbeitsplatz wurde ihm durch das [[Ministerium für Staatssicherheit|MfS]] zugewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Sächsisches Staatsarchiv; Kaderakte der SED lfdn: 725, Bericht der SED über Stanislaw Trabalski, S. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch hier stand er weiter unter Beobachtung und wurde wiederholt verhaftet, so zuletzt von 1960 bis 1961 wegen des Vorwurfs, „[[Sozialdemokratismus]]“ zu betreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Broszat]], [[Hermann Weber (Historiker, 1928)|Hermann Weber]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;SBZ-Handbuch. Staatliche Verwaltungen, Parteien, gesellschaftliche Organisationen und ihre Führungskräfte in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands 1945–1949.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 1993 (2. Auflage), ISBN 3-486-55262-7, S. 1044.&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt über acht Jahre saß er wegen seiner politischen Überzeugung in den Gefängnissen [[Justizvollzugsanstalt Bautzen|Bautzen]], [[Justizvollzugsanstalt Waldheim|Waldheim]], Sachsenhausen und [[Justizvollzugsanstalt Bützow|Bützow]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Juristische Aufarbeitung ==&lt;br /&gt;
Das Urteil vom 29. April 1954, in dem Trabalski zu sechseinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, wurde auf Antrag seines Sohnes Karl Trabalski am 30. September 1996 vom [[Landgericht Rostock]] als rechtsstaatswidrig aufgehoben.&amp;lt;ref&amp;gt;Landgericht Rostock, Beschluss in der Rehabilitierungsache des Herrn Stanislaw Trabalski vom 30. September 1996 – II PRO 174/96 – 385 RHS 52/96 – Staatsanwaltschaft Rostock.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rehabilitation ==&lt;br /&gt;
Trabalskis unablässigen Bemühungen um eine vollständige Rehabilitierung hatten schließlich 1966 einen ersten Erfolg. Der erste Sekretär der SED-Bezirksleitung, [[Paul Fröhlich (Politiker)|Paul Fröhlich]], händigte ihm am 2. März 1966 sein Parteidokument aus. Nach einigen Querelen wurde er als &amp;#039;&amp;#039;Kämpfer gegen den Faschismus&amp;#039;&amp;#039; anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Sächsisches Staatsarchiv; Kaderakte der SED lfdn: 725, Bericht der SED über Stanislaw Trabalski, S. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den siebziger und achtziger Jahren erhielt er anlässlich von Partei- und Staatsjubiläen eine Ehrenmedaille als &amp;#039;&amp;#039;[[Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus 1933 bis 1945|antifaschistischer Widerstandskämpfer]]&amp;#039;&amp;#039;, eine Ehrennadel der &amp;#039;&amp;#039;[[Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft]]&amp;#039;&amp;#039;, eine Ehrenmedaille zum &amp;#039;&amp;#039;30. Jahrestag der DDR&amp;#039;&amp;#039;, und eine Ehrenurkunde für &amp;#039;&amp;#039;siebzigjährige Parteimitgliedschaft&amp;#039;&amp;#039; und dem Titel eines &amp;#039;&amp;#039;[[Aktivist der sozialistischen Arbeit|Aktivisten der sozialistischen Arbeit]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceA&amp;quot; details=&amp;quot;S.&amp;amp;nbsp;66.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch erst am 20./21. Januar 1990, im Zuge der Verpflichtungen gegenüber jenen, die in der Vergangenheit im Namen der Partei und des Sozialismus Unrecht erfahren haben, wurde Stanislaw Trabalski neben [[Leo Bauer]], [[Alfred Drögemüller]], [[Max Emendörfer]] und [[Willi Kreikemeyer]] von der [[Partei des Demokratischen Sozialismus|PDS]], heute „[[Die Linke]]“, vollständig rehabilitiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Lothar Hornbogen: {{Webarchiv|url=http://www.die-linke.de/partei/geschichte/politischerehabilitierungen/ |wayback=20120404205406 |text=&amp;#039;&amp;#039;Politische Rehabilitierungen – Eine Lehre aus unserer Geschichte&amp;#039;&amp;#039; }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate ==&lt;br /&gt;
Am 20. November 1952 wurde Stanislaw in das Gefängnis [[Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen|Berlin-Hohenschönhausen]], das sogenannte &amp;#039;&amp;#039;U-Boot-Gefängnis&amp;#039;&amp;#039; gebracht, über das er in dem an [[Wilhelm Fischer (Konsumgenossenschafter)|Wilhelm Fischer]], seinem Freund, gerichteten Brief schrieb:&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert aus: Michael Rudloff: &amp;#039;&amp;#039;Stanislaw Trabalski. Eine Biographie zwischen den politischen Systemen.&amp;#039;&amp;#039; S. 56.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „[…] ich wurde schwer schikaniert […]. An meine Familie durfte ich seit meiner Verhaftung nicht schreiben. Es hieß eben, ich sei nach dem Westen geflohen. […] Es war grausamer als bei den Nazis.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* „Hier begann die schwierigste Zeit meines Aufenthaltes mit dem Ziel, mich zum Sterben zu bringen. Zellen im Keller ohne Fenster heiß bis 45 Grad mit eingebautem Geräuschapparat, Zellen mit Schlafpritschen von etwa 1,20 m Länge und Kaltluftzuführung […] kein Schlafen oder Nicken am Tage; alle drei Minuten Zellenkontrollen. Mir wurde bis Ende Juni 1953 jegliche ärztliche Behandlung vorenthalten.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Neugewählter Bezirksvorsitzender der SPD am 26. August 1945 in seiner Eröffnungsrede im Neuen Rathaus Leipzig:&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert aus: Harold Hurwitz: &amp;#039;&amp;#039;Die politische Kultur der Bevölkerung und der Neubeginn konservativer Politik.&amp;#039;&amp;#039; Band 4, Teil 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* „So bedauerlich es ist, daß wir nicht in die Lage versetzt wurden, selbst die Macht zu ergreifen, so muß ich aber trotzdem feststellen, der Nazismus hätte sich auch ohne den Einmarsch der Alliierten in Deutschland nicht mehr lange halten können.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus einem Interview mit [[Beatrix Bouvier|Beatrix Wrede-Bouvier]] vom 22. November 1973&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert aus: Beatrix W. Bouvier, Horst-Peter Schulz: &amp;#039;&amp;#039;„…die SPD aber aufgehört hat zu existieren“.&amp;#039;&amp;#039; S. 215.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* „Obwohl ich prinzipiell gegen die Vereinigung war, waren meine Motive für die weitere parteiliche Mitarbeit folgende: Ich stand mit anderen vor dem Problem, auf einem Bezirksparteitag die Partei aufzulösen. Heinrich Fleißner warnte jedoch vor diesem Risiko und trug damit eigentlich dazu bei, daß der Bezirksvorstand dem Vereinigungstermin zustimmte. Fleißner meinte, eine Parteiauflösung sei nicht zu verantworten, da sonst Tausende von Funktionären inhaftiert würden. Die damaligen Lager hatten eine sehr hohe Sterbequote, so daß auch ungewiß war, ob die Funktionäre jemals lebend wieder herausgekommen wären. […]“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Michael Rudloff: &amp;#039;&amp;#039;Stanislaw Trabalski (1896–1985): eine Biographie zwischen den politischen Systemen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Solche Schädlinge gibt es auch in Leipzig.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main [u. a.] 1997, ISBN 3-631-47385-0, S. 13–68.&lt;br /&gt;
* Beatrix Wrede-Bouvier: &amp;#039;&amp;#039;Ausgeschaltet! Sozialdemokraten in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR 1945–1953.&amp;#039;&amp;#039; Bonn 1996, ISBN 3-8012-4075-4.&lt;br /&gt;
* [[Beatrix Bouvier|Beatrix Wrede-Bouvier]], Horst-Peter Schulz: &amp;#039;&amp;#039;„…die SPD aber aufgehört hat zu existieren“.&amp;#039;&amp;#039; Bonn 1991, ISBN 3-8012-0162-7, S. 203–226.&lt;br /&gt;
* Andreas Malycha: &amp;#039;&amp;#039;Auf dem Weg zur SED.&amp;#039;&amp;#039; Bonn 1995, ISBN 3-8012-4065-7.&lt;br /&gt;
* {{WWW-DDR|id=stanislaw-trabalski|lemma=Trabalski, Stanislaw|autor=[[Beatrix Bouvier]]|band=2|idNum=3555}}&lt;br /&gt;
* Michael Rudloff, Thomas Adam, Jürgen Schlimper: &amp;#039;&amp;#039;Leipzig – Wiege der deutschen Sozialdemokratie.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1996, ISBN 3-926893-08-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20160528161855/http://www.fes.de/archiv/adsd_neu/inhalt/nachlass/nachlass_t/trabalski-st.htm Stanislaw Trabalski] im Archiv der sozialen Demokratie&lt;br /&gt;
* [http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44435971.html &amp;#039;&amp;#039;Glaubst Du dem Klassenfeind?&amp;#039;&amp;#039;] in &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel&amp;#039;&amp;#039; vom 5. März 1949&lt;br /&gt;
* [http://www.kriegsbiografien.de/mediapool/106/1069899/data/August_Kroneberg/LVZ_18.11.1950_S.pdf Räuchert die Nester der Schumacher Agenten aus.] (PDF-Datei; 472&amp;amp;nbsp;kB) Leipziger Volkszeitung vom 15. November 1950&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;Anm.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1030272840|VIAF=295817215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Trabalski, Stanislaw}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Parteivorstandes der SED]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Opfer der Diktatur in der DDR]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Novemberrevolution]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Widerstand gegen den Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Leipzig)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SPD-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:USPD-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1896]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1985]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftling im KZ Sachsenhausen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betroffener eines Parteiausschlussverfahrens (SED)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Trabalski, Stanislaw&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Trabalski, Stanislaw Bonislaw Bolislaw&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=sozialistischer Politiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=25. Oktober 1896&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Leipzig]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=12. November 1985&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Leipzig]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Wofalor</name></author>
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